fe r-W Ulf SS: 119(0 — Kk. 82 Montag den 50. Mat f MeßenevMmillen^l AntechalluWblaltM^GießmkrAnxlzerOmcwlAWZch. fein?. Und so danke ich Ihnen denn aus dem öerW heraus! Die Briefe sind Ihnen selbst ja iuert, und Sie wußten daß Sre nur Wertvolles damit gaben. Aber wieviel, das rönnen Sie nicht missen. Nicht nur eine Erirmerung tott “)n' sondern rhu selbst! Ich bin nicht mehr im Streit mit Dem Toten. Jedes harte Wort und jeden bösen Gedanken brtte rch ihm Yente alb. Ihnen, seinem Freund, muß ich das aussprechen. .. Und ich bin noch nicht zu Ende mit Danken. Ich' mochte Ihnen auch noch sagen, wie es mich freut, daß SW mrr den Jungen gebracht haben! Ein paar Tage lang ging es ihm zwar nicht gut Ich habe, um nichts zu versäumen, den Arzt, Medrzinalrat Kampf, zugezogen, der ihm eine einfache Kur von Massage und Dmt verordnet hat. Wir haben, Ihr Einverständnis voraussetzend, gleich damit angefangen. Also noch einmal — ich gebe Ihnen die Hand uttb saget Dank, mchts als Dank! Ihre A. Weddigen. Eisenachs. 6. Juni 1901. Lieber Herr Professor! Nein, behalten Sie die Briefe! Es braucht Ihnen nicht lerd zu tun, daß Sie sie zurückforderten. Und selbst wenn wie Sie schreiben, Ihr ausgesprochener Wlnsch der Rück- sendnng auch nur eine Kriegslist war, um mich zürn Lesen zu zwingen — eine List, die ich Ihrem ehrlichen Gesicht übrigens Ute zugetraut hätte! — so bitte ich doch: behalten Sre tue Briefe! Das Beste und Schönste daraus besitze rch r«, und für immer. Ich brauche keine Aeußerlichkeitest mehr, um mich an den zu erinnerrt, den ich verloren hätte und nun wiederfand! Seppl will seinem Baier nächstens selbst schreiben. Er ist den ganzen Tag im Freien oder in unserer großen, Hellen Gartenstube und freut sich durch Kirschblüte, Flieder, und rote Pfingstrosen so sacht in Heu Sommer hineim Und ich freue mich mit ihm itnd an ihin! Wir zwei grüßen von Herzen! Ihre Agnes Weddigens Eisenach, 18. Juni 1901. Heute nur ein paar Zeilen auf dem knappen Raum» den mir Seppls anspruchsvolle steifbeinige Buchstaben übrig lassen. Uns gehts gut, schreibt er. Ja, fast zu gut. Bisweilen habe ich Gewissensbisse, daß ich ihn hierb'ehaltch Sie -ans Ihrer steinernen Stadt heraus so einen l^'bbißtg-lustig en Stoßseufzer nach freier Soniieuluft mch nach Ihrem Buben tun. Aber vielleicht werden Sie sich noch einmal darüber freuen; damit spricht mein Cäois- mus das Gewissen zur Ruhe! Und wenn Sie im Spät, fommer hier Serien machen, sollen Sie's ebenso gut Mbm tote wir! Ihrs U W, Ihres Vaters Tochter. Noman von Lnlu von Strauß und Torneh, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Alles so einfach und klar. Eiitem' Kind habe ich da- Mals tn metner Letdenschafi die Liebe stehlen wollen, auf dre e.- ein Recht hatte. Einem Kcnd soll 'ich nun wieder ^bveund Sorge geben, die ihm fehlt Eine Buße, die Gnade werden muß, ine es schon ist! .r, dllles so klar und.einfach! Aber gerade das Einfache itst das Wunder! - Uud ich weiß auf einmal, warum die Kinderhände mich festhalten mußten, damals, als ich schon fertig war zu gehen: well ich noch kein Recht hatte, zu gehen, weil ich hstuter Vergangenheit noch eine Zukunft schuldig war! Reue, dte vorwärts steht! Und ich weiß, warum diese Vergangenheit sein mußte, wie fte war: well ich nur so und nicht anders wiederfinden konnte was tch verloren hatte, mein Liebstes, Heiligstes' den Glauben an metnen Vater! Und ich weiß, daß diese Zukunft nicht arm werden wtrd, sondern sehr reich; nicht weil sie mir zu geben hat, sondern well ich geben darf, mit vollen Händen schenken und ausschntten, was ich nur habe an Liebe, über dieses ärme Seelchen, das es nötig hat! Ich wetß, ich weiß — ach, tausend neue Dinge! Es ist wie em großer, stummer Jubel. Ich halt's nicht Bett lvie alle anderen der Negerherrschaften auch. Es sing an, dunkel zu werden und die hunderte neugierigen Augen sahen nichts als einen durch ein dickes Seil allgesperrten Platz und eine bunt bemalte Leinewand im Hintergrund, die die drei ineinander- geschobenen Gauklerwagen verdeckte. Die Neger johlten und pfiffen und klatschten in die Hände. * Da flammten Fackeln auf. Entzückt jubelte die Bevölkerung von Georgiatown über das grünflammende Magnesiumlicht. Mit einem grotesken Sprung kugelte der Clown in die Mitte der Arenas -Meine Damen und Herren! Wir werden uns erlauben/ Ihnen die unvergleichlichen Produktionen der größten Zirkus- gescllschast dieses glorreichen Landes vorzuführen. Daß mir aber kein Nigger unter dein Seil durchkriecht! Die glänzende Vorstellung darf nicht gestört werden. Wir beginnen, meine' Damen Und Herren!" * Arm in Arm, eng aneinandergedrängt, saßen Slim und Melusina und ließen die Zirkuswelt an sich vorübcrziehen. Sie schüttelten sich vor Lachen über die derben Späße des Clowns, sie bewunderten staunend die Rciterkunststücke und fürchteten sich gründlich vor dem unheimlichen Feuersresser. „Das is' grausig, Slim!" meinte Melusina. „Es is,' aber nur ’n Kunststück," sagte Neger Slim weise.- So freuten sie sich wie Kinder den ganzen vollen Abend hindurch und schwatzten wie Kinder über das, was sie sahen.. Da kam die letzte Nummer des Programms: Miß Georgina, das Tanzwunder. Mit leuchtenden Augen starrte Neger Slim. Rotes Licht überschüttete die Tänzerin und die winzigen Metalle Plättchen an Mieder und Röckchen funkelten und strahlten wie lauteres Gold. Diamanten blitzten in ihrem blonden Haar. (Für Neger Slim waren es Diamanten.) Nun stand sie graziös auf den Fußspitzen und grüßte lächelnd ihre Zuschauer; nun jagte sie dahin wie im Sturm, den geschmeidigen Körper drehend und biegend in immer neuen Tanzwendungen; nun neigte sie sich tief und breitete die Arme aus und nickte und lächelte, als wolle sie der ganzen Welt ihre Liebe schenken. Slim starrte und starrte; das Lächeln war für ihn gewesen. Sie hatte ihn angesehen. Immer nur ihn. Das ivußte er ganz gewiß. Da brach die Geige jäh ab und ging nach kurzem Schweigen in einen Cakewalk über, in den Tanz, der jedem Neger der Tanz der Tänze ist. » „Hello, my sweetheart/ „Hello, my darling boy." . . . Slim beugte sich weit vor. Mechanisch klatschen seine Hände! im Takt. Und das Mädel int roten Lichtschein tanzte. . . < In leichten, wiegenden Schritten zuerst, mit kokett zurückgcbo-, gcncm Oberkörper, dann ein Borwärtsspringen in tollem Wirbel, dann ein Rassen des Röckchens, dann ein stummes Mienenspiel! mit einem eingebildeten Mittäuzer .... „Helle, my darling boy." • • Dicht am Seil blieb sie stehen. Slim war, als hätte er noch nie etwas so Schönes gesehen. _ Und als sie rückwärtsschreitend! im Schlußreigen nur ihn anzusehen schien, da hätte Slim die ganze Welt darum gegeben, ein allereinziges Mal einen Cake-, walk mit ihr tanzen zu dürfen. Eilt letztes Neigen ,— ein letztes Lächeln ... , Die Vorstellung war zu Ende. Die Neger drängten nach dem' „Honigmann, is' das nid}’ sein gewesen?" sagte glückselig Melusina Maryanne. Aber sie bekam keine Antwort. Vcrvoundcrt sah sie nch Um, ohne Neger Slim entdecken zu können. Er mußte im Gedränge; von ihr getrennt worden fein. Sie suchte nach ihm, sie rief ihn ein paarmal und machte sich schließlich lachend auf den Weg nach ihrer Hütte droben am Hügel. So 'was Komisches! Er hatte sie wohl auch nicht finden können und !var vorausgegangen., * ,,Js' nix dabei," sagte Neger Slim immer wieder vor sich hin, während er in einer dunklen Ecke von Bürgermeister Bennys Wiese kauerte und aus die Komödiantenwagen hinstarrte. „Sä* wirklich nix dabei! Melnsina kann warten. Macht nix aus! Is' gar nix dabei — ich möcht' sie in der Nähe sehen. Heiligest Moses, was war das für ’n Cakewalk!" Als es still geworden war aus der Wiese und sick} überall Lickster zeigten in den kleinen Fenstern der Komödiantenwagen- schlick) der Neger mit unendlicher Vorsicht hin. Aber die Gaukler waren alle schon in den Wagen. Slim richtete sich aus und guckte in ein Fenster nach dem anderen hinein; er sah Billy, den Clown, wie er seeleuvergnügt ein Häuslein Silberstücke zahlte — er sah die beiden Kunstreiter, die bei einer Flasche Whisky saßen und, Karten spielten — er sah eine alte Frau, die an einem winzigen! Herd kochte. Und das Fenster des dritten Wagens endlich erfüllte seine Hossnung; er sah fein TauzwNNder ganz in dex | Nähe! Miß Georgina saß 'vor einem kleinen Tischchen . . . und I Neger Slim riß die Augen weit auf. Wie wunderschön sist I doch war! „Hello, my darling!" seufzte Neger Slim. Da stand Georgina ans, holte einen leinenen Mantel herbei, den sie sich über die Schultern warf, stellte eine Wasserschi,ssel | auf das kleine Tischchen und begann ihre Toilette. Eifrig rieh I sie ihr Gesicht mit einem Schwämmchen, um die Schmtuke zu I entfernen .... Und Neger Slim sah mit entsetzten Augen zch I wie Georginas Schönheit in die Wasserschüssel wanderte. Unzählige Fältchen zeigten sich ans einmal, die Wangen waren ein-, I gefallen und das Taiizwunder sah so inube und so alt aus'. „Is' doch nich' so schön. . ." murmelte Neger Slim tief Da^l'öste fjc die schweren blonden Flechten, nestelte einen} Moment und — legte einen wundervollen Zopf nach dein anderen I fein säuberlich auf den Tisch. 328 Fritz Auflösung in nächster Nummech Auflösung des Rätsels in voriger Nummer St — Oppeln — Stoppeln. t iauch zu uns kommt. Dieser Salat führt in Frankreich emen etwaK sonderlichen Namen, erinnernd an das, Mas kleinen Kindern/ mitunter zum Leidwesen der Mutter -ober Wärterin, in ihrem Bettchen begegnet. Wer ihn durchaus wissen will, findet ihn in den Katalogen der Handelsgärtner, von denen der Löwenzahn Als Salatpflanze kultiviert wird. M a r n emünde, Jo ha n nes Troja u. Vevnrischtes. „De BotterblauM deip in de Blöder Mit ehrem Sünnenangesicht Kikt na de Sünn — als Mull sei fragen: He, Schwester, segg, kann ick's Moll wagen, litt Irrig mi nahgradens Beter Weder?" >,Kleine Sonnen" werden sonst auch die Löwenzahndlüten genannt und stehen zur Sonne in einer besonderen Beziehung. Sie haben, Mi« die Ringelblume, ein starkes Lichtbedürfnis, schließen sich am Abend und bei trübem Wetter, nm sich am Morgen dein Sonnnilicht wieder zu öffnen. Löwenzahn ist ja eine sehr gewöhnliche Pflanze, die Noch Wil auf der ganzen nördlichen Halbkugel der Erde bis zur Schneegrenze hinauf ansässig und stark verbreitet ist, deshalb auch von vielen wenig beachtet wird. Aber gerade das, woran dse meisten achtlos vorbeigeheit, ist gar nicht selten besondere« Aufmerksamkeit wert. So wird auch, wer den Löwenzahn ge- rmuer in§ Auge faßt, bemerken, daß seine Blutenknospen und Blüten außerordentlich reizend gebildet sind. Bald aber, nachdem dte Blüte vorbei ist, begibt sich ein Wunder. Die an langen Sttelen, die ein Federkrönlein tragen, sitzenden Samenkorne« vrlden zusammen eine aus zartestem Stoff hergestellte Kugel, die wn den Kindern „Pustblume" genannt tvird. Wer alle diese Strahlen auf einmal abpiistet, der kann auf Glück rechnen, das thm vielleicht bald darauf in Gestalt eines Kuchens oder einer Anzahl von Schokoladenplätzchen zufällt. ^st die Pustblume von Kinderlippen oder durch den Wind ab- gebkasen, so schweben die Samenkörnchen wie an kleinen Fall- MEen hängeiid lN der Luft Wo es ihnen passend scheint, lassen sie los, fallen Nieder und siedeln sich btt. Aus diese Weife wird dte Pflanze stark verbreitet. Aber nicht nur zum Glücksspiel verwenden Kinder den Löwenzahn, sie verfertigen außerdem, wie mir aus meiner Kmderzrit wohl in der Erinnerung geblieben ist, Mls srium Hahlen Blurenstengesn niedliche Ketten. Deshalb wird ler auch „Kettenblumlein" genannt. Löwenzahn ist, wie schon gesagt wurde, ein Heilkraut, das 'E nur bet Augenleiden, sondern auch bei einer großen Anzahl bnderer Krankheiten mit Erfolg anznwenden sein soll. Der be- Doktor Tabernamontanus, der im sechzehnten Jahrhundert Krauterbuch mit, daß schon ein Stück Löwechi Menschen rnder Tieren um das Hals gehängt, vor Erlm Gchrechen bewahrt — vorausgesetzt, daß man daran glaubt. der Löwenzahn auch ein Nutzkraut für die Haus- Blatterwerk dieser Pflanze gibt, zumal wenn es »der Zudecken gebleicht ist, einen Salat M der m Frankreich überaus beliebt ist und durch den Handel ... * ®i'te sonderbare Sucht. Vom psychvlogischeit Stand- punkt interessant ist em Mann, der von der Berliner Poe verhaftet Wurde. Er ist von der unbezwinglichen Leiden-, schäft befallen, die hellen Frauenkleider mit Säuren zu bespritzen oder zu beschmutzen, und alle seine Versuche, sich vonj dieser unheimlichen Krankheit zu befreien, stich bisher gescheitert. Zü dem sonderbaren Fall, der in der Geschichte der Kriminale Psychologie mcht allein dasteht, werden dein B. T. folgetide Einzel- Wtten. gemewet: „In der letzten Zeit wurden die Hellen Klridtzp zahlreicher y raiien auf der Straße von einem Unbekannten 6e> schmutzt, aber Nicht Mit Tinte ober scharfen Säuren wie ist früheren Fallen, sondern mit einer tveniger scharfen Flüssig-, kelt. Der Verdacht der Kriminalpolizei fiel sofort auf einest Mann, der ihr schon lange bekannt ist. Es ist ein wiederholt be-. ftrafter Handwerker, em sehr nüchterner, ordentlicher tmb fleißiges Maiin, der stets Arbeit hat uiid allem Anschein nach unter einem unwidersteylichen Drange handelt. Nach einem ärztlichen Guh- achten ist der Mann sonst ganz normal, nur unter gewissen Umstanden laßt er sich von seiner, krankhasteil Neigung beherrschen, Nss er zum letzten Male vor Gericht stand, iuitrbe er nicht mehr mit Gefängnis, sondern nur wegen groben Unfugs mit 30 Mark bestraft. Er versprach alles zu tun, um von seiner Neigung geheilt zu werden, und ließ sich vorsichtshalber immer von sein eit Frau nach der Arbeitsstelle und von dort nach Hause begleiten, Solange das möglich mar, geschah nichts, und schon glatckte er, 25.B er. beheilt ser. In den letzten Tagen tvar seine Frau in ihrer Häuslichkeit so m Anspruch genommen, daß ihr die tägliche Be- gleituiig ihres Mannes nicht mehr tnöglich war. Infolgedessen war der Kranke doppelt vorsichtig. Alle Flüssigkeiten, die ihm jit, Hause oder an der Arbeitsstelle zur Verfügung standen, stellte ex, sobald er die Straße Betreten mußte, sorgfältig aus der Hand. Wohin man auch draußen im Frühlinge blickt. Auf Angetj irnd Wiese, auf dem Feldrain, auf offenen Waldplätzen, aM Wegesranb, wo nur ein grüner Fleck ist, überall blüht beti Löwenzahn, der bei bett Botanikern Leontodon Taraxacum ober Taraxacum officinale heißt. Leontodon ist das griechische Wort für Loiveuzahn, Taraxaenm soll atis dem griechischen Taraxis geBilbet fein, der Bezeichnung eines Augenleideiis, gegen das tm Mittelalter von arabischen A.erzten der Milchsaft des Lötoen- zahns als Heilmittel angewendet wurde. Leontodon Tararaeum, das muß man sagen, klingt nicht übel; es liegt betritt, wenn es gehörig betont ivird, etwas von Musik, im besonderen von Militär- Mlstk. > Löwenzahn heißt die Pflanze nach der Form der Blätter, die Mackt sind, mit etwas , nach unten gerichteten Spitzen. Dabei läßt stch ja an Löwenzähne denken, übrigens ist der technische Ausdruck dafür „schrotsägenförmig". Im Englischen wird die Pflanze „dandelton" (sprich: „Dendeleien") genannt. So hörte rch ste tn Kanada, wo ich um die Blütezeit des Löwenzahns lvar, von Engländern nennen, die sehr verwundert waren, als ich ihnen sagte, es liege dem das französische „deut de liou" zu- grunde. Es sind aber viel englische Pflanzennamen aus dem Fran- Sostschen übernommeir. In Deutschlaitd gibt es fast unzählig viele Namen für den Löwenzahn. In meiner westpreußischen Heimat hetßt er Butterblume nach seiner Blütenfarbe, so auch m Pommern und Mecklenburg plattdeutsch Botterblaum. ~ ’ Reuter sagt von ihm: f Bucherttsch. .. , ” ewe is, daß Luther nie existiert hat". Unter vresem überraschenden Titel ist im Verlag von H. Bauer in Marburg soeben eine hübsche Satire erschienen. An detst Beispiel Luthers wird gezeigt, wie man tmch Analogie der Drews- schen Methode schließlich die Existenz jedes großen Mannes zu leugnen vermag. Dte dargebotene Satire ist nicht neu. Sie stammt aus dem Jahre 1837 und wurde durch eine geistvolle «werz- und Spottrede am Luthertage von dem Berlmer Professor von der Hagen gehalten. Nachdem jüngst die Rede in der Heidel- berger Universitäts-Bibliothek wieder ausgegraben und zunächst m der Christlichen Welt veröffentlicht war, wird sie hiermit ueit zum Druck gebracht, ■ vttderraW. er, sobald er bte Straße betreten mußte, sorgfältig aus der Hand. Trotz aller Muhen gelang es ihm nicht, einen Rückfall zu verhüten. Zu seinem Nilglück „priemte" er. Wenn ihn seine Krankheit befiel, sobald er Mädchen ober Frauen in hellen, besonders m weißen Kleidern sah, so sammelte er den Speichel mit deut saft des, Kautabaks im Munde und spritzte ihn auf die Kleider, Sim er eines Tages keinen Priem hatte, lief er an einen Wagen heran, entnahm nut dem Finger der Axe etwas Schmiere und beschmutzte bannt das Kleid einer Dame. Bor der Kriminalpolizei, die durch Beobachtungen zwei Fälle festgestellt hatte, legte er mn Geständnis ab und wurde dann wieder entlassen^ Der Unglückliche laßt, sich letzt wieder von seiner Frau zur Ar- belt begleiten. Er ist schon wiederholt in Anstalten gewesen, aber alle Heilversuche sind bisher erfolglos geblieben. Nach beut' Gutachten der Irrenärzte ist er nicht geisteskrank," „Bh — oab — so 'n Schwindel!" stöhnte Neger Slim, tlnd eudlijch nahm Miß Georgina mit einem' geschickten Griff chr Gebiß a»s dem Mund — — — Neger Slim sprang vier Fuß hock) kerzengerade in die Luft in fürchterlichem Entsetzen. Noch einmal sah er hin — good Lord! — da lagen die blanken Zähne .... Das lvar schwarze Magik! „. Neger Slim rannte, als hetzten ihn alle Mächte der Finsternis. Mitten in seiner Angst und mitten im Laufen Beschloß er, Melu- una ordentlich seine Meinung zu sagen. Kann eine Frau »licht totf ihren Mann aufpassen, heh? Darf eine Frau ihren Mann im Gedränge verlieren, heh? Und ihn verzaubern lassen? Von weißen Zauberinnen, die sich ganz auseinandernehmen können! Heb? Und Neger Slim rannte, rannte, rannte $ , , , Der Löwenzahn. Redaktion: K. Neurath. - RotationSdruS und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch'"und Steindruckerei,Hange, Gieße»