Donnerstag den 29. Dezember LLLÜ-. WO — Nr. 203 sZ^W H! w U VT » •' ütiin uEQü Silvester auf Stallwache. Humoreske von Rolph Boddenhufen. (Nachdruck verboten.) „Mer Herr — —" ,Hannacker ist mein Name, gnädiges Fräulein, Erich Hannacker. Haben Sie das schon Mieder vergessen?" „Ich meine — es schickt sich nicht, daß Sie mich begleiten. Wir kennen uns doch nur von der Eisbahn her." „Das macht fast gar nichts. Es können sich doch nicht alle Menschen im Ballsaal kennen lernen. Außerdem habe ich zwei wichtige Gründe für meine Bitte, Sie begleiten I zu dürfen —" „Und die wären?" fragte daN junge Mädchen amüsiert. Sie hatten von der Eisbahn her die Chaussee erreicht. „Zunächst bin ich unsinnig gern in Ihrer Gesellschaft!" konstatierte er treuherzig. „Das ist kein Grund. Sie können nicht wissen, ob das Umgekehrt auch der Fall ist." „Allerdings. Aber das Gegenteil anzunehmen, erlaubt Mein gesundes Selbstbewußtsein nicht." Hilde Rathmann errötete — und da sie das fühlte, ärgerte sie sich. „Sie sind ein komischer Kauz, Herr--" ,Lannacker, wenn ich bitten darf. Und was den zweiten Grund betrifft, so muß ich schon ein bißchen weiter ausholen. Ich bin nämlich Soldat." „DaS sche ich" „Nun ja. Als solcher habe ich mir tn meiner Militärischen Laufbahn, die nun schon ein Vierteljahr andauert, eine Menge bedeutender Fähigkeiten angeeignet. Man heiße mich, mit einer Schwadron eine feindliche Brigade niederreiten — mach ich! Sollte bei Ausbruch eines Krieges Gras Häseler unpäßlich sein und Majestät zu mir sagen. Einjähriger Hannacker, hier haben Sie ein Armeekorps, und nun knien Sie mal der Gesellschaft aufs Leder! _ mach' ich! Wer wissen Sie, was ich nicht machen kann,? Front machen kann ich nicht. Nun haben wir hier einen General, unseren Brigadekommandeur, eine gräuliche Kratzbürste. Der Mann hak ein Faible für das Frontmachen. Das ist sein Dollpunkt sozusagen. Sobald er einen Soldaten zu Gesicht bekommt, paßt er auf wie ein Schießhund. Sicht der Mann nicht tadellos, so wird er angeschnauzt und außerdem mit einer schönen Empfehlung an den Eskadronchef nach Hause geschickt. Das möchte ich vermeiden." , , . , , , Wenn der Einjährige Hannacker nicht ein so harmloser Mensch gewesen wäre, hätte ihn die plötzlich ausbrechende Heiterkeit seiner Begleiterin wahrscheinlich stutzig gemacht. „Was habe ich denn damit zu tun!" rief daS junge Mädchen unter hellem Lachen. „Oh — sehr viel! Sie haben direkt mein Leben ta Ihrer Hand. ing, Herr General." , selbe Einjährige, der mtt schon meister?" , „Rittmeister von Gemmin „Dann sind Sie also derselbe _ - . • einmal durch seine erbärmliche Haltung auf gefallen ijh „Lachen Sie nicht, gnädiges Fräulein, es ist je. Ach habe meine Schlittschuhe zwecks Reparatur beim EtSdahn- wärter zurückgelasfen. Folglich habe ich nichts der Hand. Wenn ich aber nichts in der Hand habe, muß ich bei einer etwaigen Wegegnung mit dem hohen Vorgesetzten machen, und wenn ich Front mache, dann kann ich etientueu wegen rückfälliger schlechter Haltung beim Frontmachen ern- gesperrt werden, und wenn ich eingesperrt werde, so mutz» ich bei der Silvesterfeier im Kasino fehlen, von der gnädiges Fräulein mir erzählten, daß Sie diese mitmachen werden: und wenn ich heute nacht Schlag zwölf Uhr nicht man Glas an das Ihre anklinaen lassen darf, daun schieße ich mich tot! — Und nun geben Sie mir gütigst Ihre Schlittschuhs, tasche zum Tragen, dann ist alles tn schönster Ordnung. „Hier. Ich will Sie nicht aus den: Gewissen habe«. Mer Sie treffen doch nicht immer einen Vorgesetzten — „Immer! Bei meinem Pech immer. Ich brauche nur einmal ohne Deckung über die Gasse zu lausen, schon hat mich einer. Da könnte ich Ihnen Geschichten erzählen aber das ist gar nicht nötig. Der Wolf m der Fabel. Da hinten kommt mein General. Ich bitt' Sie — waS sucht nun das alte Rauhbein nachmittags um vier hier auf der Landstraße! Tie Welt ist so groß, und es gibt eine Unzahl von schönen Gegenden — aber ausgerechnet kommt er hierher. Und wozu? Damit ich Front machen soll. Wer daS gibt's nicht, Alterchen. Heute nicht. Ich bin in Begleitung und habe ein Täschchen in der Hand. Also los: sechs Schritt» vorher in gerader Haltung — eins — zwei Leider kam es anders. __ General Volten blieb stehen, die junge Dame blieb stehen, und dem unglücklichen Einjährigen blieb nichts anderes übrig, als ebenfalls stehen zu bleiben und mit Grausen zu beobachten, wie der General und die Dame sich auf dem intimsten Duzfuß begrüßten Na, tzilve — eigentlich wollte ich dich abholen, aber da du Begleitung hast--wohl eine Eisbekanntschaft, t?// „Einjähriger Hannacker, zweite Eskadron Dragoner- Regiment Karl Ludwig, vom Eislauf zurück." Der General nickte, und zwar nicht unfreundlich. Plötzlich aber wurde sein Blick ernst und streng. Es wäre mir lieb, mein Kind, wenn du Mich noch ein wenig begleitetest," sagte er zu feiner Nichte, ohne die kritische Musterung des Einjährigen zu unterbrechen. Endlich trat er an ihn heran . „Danke Ihnen für Begleitung meiner Nichte. Im übrigen aber--wie stehen Sie denn da! Donnerwetter nochmal! Wo haben Sie die freie Hand! Wo die rechte Schulter!? Donnerwetter nochmal! Wie heißt ^hr Ritt- 810 uu- pichts. Ein gedrückt — und ihre Stimmung änderte '3 man im Kasino war. Im Gegenteil. Das war immerhin etwas. Aber Fräulein Hilde blieb doch noch sehr v- man konnte nicht wissen! In dem scheußlichen Stall -ei den Pferden — alles so trübe und düster — und wenn dann die Glocken läuteten--Herrgott jm Himmel, das jvar ja gar nicht auszudenken. , . Was tun —!? Angst beflügelte die Erfindung, und —- endlich! — kaum eine Viertelstunde vor zwölf hatte sie's . . . Der Einjährige Hannacker war eben bei der unfestlichen Beschäftigung hinter einem alten, an Berdauungs- deschwerden leidenden Krippensetzer zum zehnten Male an diesem Abend die Abgänge mit der reglementsmäßigen Sorgfalt und mit einer unreglementsmäßiger Schaufel fortzuräunien. Stalldünste sind gesund, aber sie stimmen prelancholisch, wenn man sie strafweise einatmet und besondere Ursache hat, sich einen anderen Aufenthalt zu joünschen. Und vielleicht war die verfluchte Geschichte mit dieser Stallwache noch nicht einmal abgetan! Wenn das junge Mädchen auch nur ein Wort von dem verlauten ließ, was er über den General geäußert, dann konnte er sich gratulieren. Aber das war ja Unsinn — das würde sie ihm nicht antun. Ein Mädel mit solchen wundervollen Augen war keine Verräterin. Und doch —; man konnte nicht wissen. . . Erich Hannacker betrachtete schwermütig den alten Gckul, her wieder so verdächtig mit dem Schweife wippte, und trwog dabei, wie er wohl zu einem Silvestervuusch kommen könnte, als eine Kasino-Ordonanz eilig uns heimlich den. Stall betrat. „Der Herr Einjährige?" ! „Was ist los —" „Hier eine Flasche Sekt und zwei Gläser — Und auf hem Etikett steht was drauf! Ich muß weg. Gute Nacht Und Prost Neujahr!" „Gute Nacht, mein Sohn. Das ist ja glänzend! Wer Bpiag da an mich gedacht haben! Und zwei Gläser? Und f der Etikette soll was drausstehen? — Schwerebrett, ist s duster hier! — Eine anständige Marke. Alle Achtung! >er was weiter? — Aha — hier steht noch was: „Lieber Herr Harmacker — es tut mir so schrecklich leid, daß Sie picht hier sein können! Aus dem kleineren Becher habe ich getrunken, der andere ist für Sie —. zum Anstoßen — wenn Vk lautet." Läutet! Läutet! Eben läutet es —-i — h Mit rasender Geschäftigkeit schlug der Einjährige Han- ftäcker der Flasche den Hals ab. Und — „Hurra! Prost Neujahr!!" gellte es durch den Stall, haß die Gäule erschrocken an den Ketten rissen und der Krippensetzer ohnehin etwas nervös durch sein Magen- leiden — wie verdreht hinten und vorn ausschlug. Der Einjährige Hannacker aber trank, trank — und tztvar aus dem Heineren Glase — und er konnte sich nicht enrsinnen, jemals zur Jahreswende j» hojfnuilgsfroh gewesen zu sein. Exempel statuieren! Donnerwetter nochmal. Zur Stall- wache melden für heute nacht. Verstanden?" „Zu Befehl, Herr General!" „Wegtreten! 'n Abend!"---- General Bolten war ein sehr strenger Herr im Menst, Itter wie weiches Wachs in den Händen seiner Damen, Namentlich seines NichtchenS, das er in Ermangelung eigenen Kindersegens abgöttisch liebte. Dennoch hatte Hilde Rathmann es nicht durchdrücken können, daß ihrem Ritter von der Eisbahn die Strafe geschenkt wurde. „Ich kann mich doch nicht zum Popanz machen," hatte der alte Herr gesagt. „Der Mensch hat eine Haltung wie der Campanile in Venedig zwei Minuten vor seinem Einsturz. So was darf man nicht durchgehen lassen. Sonst ein ganz tüchtiger Mensch. Habe mich nach ihm erkundigt. Auch sehr angesehene Familie. Können ihm Pflaster auf die Wunde legen — morgen zu Tisch eintaden. Mehr ist nicht zu machen. Basta!" sich auch nicht, als ße näher die Mitternachtsstunde heranrückte, desto imhiger wurde sie in all dem Jubel und Trubel. Es war ja Unsinn--antun würde er sich natürlich so sprühend lebensfroher Mensch! Und doch Vogelsberger Räuberbanden vor 100 Jahren. Von H, Weber- Story. I. > Nach der Tradition ist Graubünden däS klassische Land b£8 Räuberbanden. Wie man jedoch diesem Land, das die lieber«! kieserung so nahe mit dem Gaunertum in Verbindung bringt/ heute nichts mehr von seiner einstigen jiyeifeffraften Berühmtheit anmerkt, so gibt es in unserem deutschen Vater lande noch Gegenden genug, die sich nichts mehr davon merken lassen, daß sie einst Hauvt- auseuthalts- und Tummelplätze von Räuberbanden gewesen sind« So der Vogelsberg, gewiß eine harmlose und durch die Gutmütigkei seiner Bewohner bekannte Gebend! Es fehlen hier so ganz die Symptome einer von Räubern belebten Landschaft: lang und einförmig ziehen die Höhenrücken dahin, zwischen sich nur ganz flache Täler lassend, die so ganz des Wildromantischen ermangeln: keine Höhlen, keine Schluchten, Einschnitte. Bergwände und Felsenhänge, die zum Versteck einladen - en, die in nächster Zeit begangen werden sollten, geplant und beraten. Hier hatten sie auch ihre festen, der ganzen Bande bekannten Versammlungsplätze, wo sie sich trafen, und zeitweise aushielten, besonders in gefäbrliclsen Zeiten. Hier konnten sie vor allem ein dem echten Gauner so unentbehrliches vollständig freies und ungebundenes Leben führen. Wie begeistert sangen sie in dem altem „Kochemer-Liede" (Kochemer-Gauner), das nach der Angabe des berüchtigten Räubers Johannes .Borgener Kufgeschrtekreni worden ist: In dem Jaar (-- Wald) ist Lust und Freud, Lustig seyn wir Kochemer-Leut! Aber immer konnte es der Räuber doch nicht im Waldes aushalten; eine Heimat hatte er meistens nicht, da feint Eltern selbst schon meist zu den herrimziehenden, vagabundierenden Leuten! gehört hatten. Wo sollte er hin, wenn er einmal unversehens! nichts mehr zu essen hatte? Wo sich verbergen, wenn die Unbilden der Witterung ihn aus dem Walde hinaustrieben? Es war notwendig, daß er sich in den Dörfern für einen Unterschlupf sorgte. In dem einen Dorfe war es ein Gastwirt, int anderen ein Butterführer, «hier ein Jude, dort ein einsam wohnender Bauer, der mit den Räubern Brüderschaft trank und sie beherbergte, wenn sie in seine Nähe kamen. Den einen trieäü die Furcht, der andere gedachte an ihnen zu verdienen und übernahm gleichzeitig die Rolle eines Hehlers. Solche Räuberherbergen waren z. B. bei dem Butterführer Joh. H. Heimbach iit Storndors, bei hem Juden Victor zu Schlüchtern, der zugleich auch „Schärfenspieler" (== Auskundschafter) und Hehler war, bei einem Juden in Usenborn, bei dem „Kochemer-Kasser" (---- vertrauter Mann) Niklas Stork, Krämer zu Reinhards, in einem „Kochern er-Wirtshaus" zu Westwellenrod, bei einem Juden zu Eckardsbort. bei einem Bauer in Herchenhain, bei einem Juden zu Lichen rod und einem zu Eckardenrod, bet dem Einwohner Joh. Tirlamm zu Vadenrod, der den sog. „Hamt-Görg", welcher damals einen Schimmel mit zwei Krämerkästen führte, häufig beherbergte und von seinem Gast selbst im Frühjahr 1809 schwer bestohlen wurde (Kleidungsstücke, Weißzeug ufro. int Werte von zirka Zivei- hundert Gulden). Auch I. H. Heimbach-Storndors wurde vom seinen unheimlichen, undankbaren Gästen im Sommer 1810 nm mehr als 70 Gulden bestohlen. Jm allgemeinen sind Geldötebstähle selten in damaliger Zeit» da eben damals das Geld > och ein ungleich seltener Artikel war als heute. Die „Arbeit" eines Gauners war deshalb eins ungleich schwerere und mühseligere als heute, wo dem Dieh außerdem nock) die Hilfsmittel einer hochentwickelten Technik zur Verfügung stehen. Man mußte sich eben damals mit Gegenständen begnügen, die Geldeswert hatten; besonders beliebt waren große kupferne Kessel, Glocken, Kleidungsstücke usw. So führten die Räuber F. A. Thomas, I. Adam Frank und Druckers-Peter einen Glockendiebstahl in der bei Rodenkirchens gelegenen Marcus-Kapelle aus. Das dort geraubte Glöckchen wog 50 Pfund und hatte die Gemeinde int Jahre 1775 60 Gulden gekostet; sie brachten die Beute weit weg ins Feld, wo sie eist Feuer anmachten, über dem sie die Glocke heiß machten. Darauf zerschlugen sie sie mit einer Pflugschar und verkauften das Psimtz des Metalls an einen Juden zu 18—19 Kreuzer. Auf dem „Wirrberg", Amt Grünberg, versuckzten di« Räubers (Haarbacher-Hannes, H. Keller aus Ruppertsburg) eine Glocks tU stehlen, konnten derselben aber nicht habhaft werden.; Ifl — 811 —. tat, zu setzen. Es war eine- ptglteder der Vogelsberger Banden. Oberkleen, Ami Kirtorf, wurde (1809) ein Braukessel, el und Mar bei Heinr. Rahn und Kupfer kaufte der Jude Arnchen fiel. — In Ober-Breidenbach wurde dem Butterhändler Joh. Rockel ebenfalls ein eingemauerter Kessel (23 fl.) und aus dem Keller eine Kötze mit 190 Pfund Butter entwendet (1807). — Der Müller Joh. Ruppel zu Eichenrod hatte in Flintenschußweite von seinem Wohnhause ein Waschhaus stehen, aus welchem die Räuber einen Waschkessel von einem Wert von mindestens 75 fl. stahlen. Es wurde neben der Türe von dem sog. „Langen Friedrich" ein Loch mit einem Meisel eingebrochen und Vie Türe auf diese Weise geöffnet. Ein Jude ftr Sto-rndorf kaufte das Kupfer. gemauerten Waschkessel wu 34 fl. nebst dem Fleisch eines frisch geschlachteten Schweines (zwei Zentner). — In Unter-SeibertenroÜ Kahl der ebengenannte Dieb am 20. März 1806 mit noch zwei Komplizen zwei Waschkessel und Diedr. Reinhardt. Das Kupfer „v* Einertshausen. — In der folgenden Nacht brachen di« Diebe in Ruppertenrod ein, wo ihnen ebenfalls ein Kessel in die Hände Alle vorstehend erwähnten Einbrüche sind hauptsächlich auf das Konto Balthasar Pfeiffers (sog. Weisbrods Balser oder Schwarzer Balser), gebürtig aus Maar, zu setzen. Es war eine- der Hauptglieder der Vogelsberger Banden. Zu Oberkleen, Amt Kirtorf, wurde (1809) ein Braukessel, ker vier Ohm hieltt gestohlen. Die Diebe waren mit einem Meisel, einer Axt, Stecken und „Kissen" (Diebssäcken) versehen. Die Gemeinde kaufte einen alten Kessel für 180 fl. — 1809 verabredeten die Diebe, den Braukessel zu Elpenrod, der noch ein Ohm mehr hielt, zu stehlen. Teilnehmer waren die Räuber: Thron, I. Ad. Frank, Kannengießers-Hannes und Heinr. Ritter. Sie trugen die Beute aus Hopfenstangen in einen benachbarten Wald, wo sie das Kupfer zerkleinerten. Thron mußte einstweilen IM dem reichen „Kochemex-Kaim" (vertrauten Juden) L. W, in R. Pohlen sie vis Orgelpfeifen aus Ser Kirche und verkauften sie En einen Spengler; die Reparatur der Orgel kostete 98 Gulden 8 Kreuzer. In der St. Ceorgen-Kapelle (Ockstadt) bei Friedberg wurde bt Jahre 1809 durch Peter Görzel (aus Ziegenhaiitt, Hessen- Heinrich, Schoden-Heinrich, Kaspar Huthmann und Geislipsen- Michel eine Glocke von 170 Pfund Gewicht gestohlen und nach Münzenberg verkauft. — Joh. Ad. Frank beging in der Nacht dorn 10.—11. Juni 1809 mit noch drei anderen Räubern einen Kirchenraub zu Neustadt, bei dem sie ein weißes Altartuch und einen kleinen Weihwasserkessel erbeuteten und eine Reliquie aus einem geweihten Altarstein herausschlugen (Wert 12 fl. 30 Kr.). Ein anderer Kirchenraub Würbe von sechs Räubern in den Kapelle auf dem Maria-Ehrenberg im Fuldischen begangen. Die Räuber stahlen außer einigen Gewändern eine Glocke (1 Zentner schwer), die 100 fl. taxiert wurde. Einen Teil des Glocken- Inetalls erhielt der Jude Victor zu Schlüchtern, den anderen ein Kannengießer zu Steinau. — Drei Einbrüche in Kirchen führte vacheinander aus der berüchtigte Räuber Fr. Ad. Thomas und Mar zu Hosenfeld, in der Schlingenkapelle zu Joß (Fulda) und zu Stangenrod, Amt Grünberg. Einen mißlungenen GlockendicbstM führten vier Räuber '(Konr. Ansthuh usw.) und eine mit ihnen herumziehende Weibs- iperson zu Haarbach bei Grünberg auS. In der Nacht vom 129. auf den 30. Dezember 1808 stiegen die Diebe unter Anführung des sog. Haarbacher-Hannes in den Kirchturm und ließen hiittelS Stricken die mit einem starken Meißel losgezwängte Glocke herab. Tann schleppten sie dieselbe ungefähr 50 Schritte weit. Sie war ihnen aber zu schwer, und so mußten sie sie lieget lassen. Um aber nicht ganz leer auszugehen, schlugen sie den Ring und die Ohren ab. Die Reparatur kostete 15 fl. Aus diesen Einbrüchen ist zu ersehen, daß es den Räubern Rn früherer Zeit nicht so leicht gemacht war, Sachen, welche «roßen Geldeswert hatten, kW und ohne Mühe beiseite zu schaffen. Aehnlicher Art wie die Glockendiebstähle waren die sog. Kesseldiebstähle. Dieselben sind außerordentlich zahlreich; war doch zu damaliger Zeit noch fast in jedem Dorfe deS Vogelsberges mindestens eine Schnapsbrennerei und häufig auch eine Brauerei. Die Diebe machten bei diesen Diebstählen gewöhnlich ein Loch neben die Türe und riegelten dieselbe von innen auf. Das kam so häufig vor, daß die Behörde den Bewohnern empfahl, die Wände inwendig mit Brettern zu verschalen, um feen Ein» b.rechern das Handwerk möglichst zu erschweren, II, Einbrüche und Strakenübersällch Der Vogelsberger Räuber der Zeft von 1800—1812, da das Räuberhandwerk am blühendsten war, mußte bei seinen Einbrüchen, weil er in den seltensten Fällen auf Geld rechnen tonnte, fein Augenmerk auf Sachen richten, welche Geldeswert hatten und leW verkäuflich waren. Dazu gehörten in erste« Linie metallene Gegenstände, wie kupferne Keisel und Uhren, die damals einen hohen Wert hatten. Die hohe Zahl der vollendeten und tentierten (versuchten) Kesseldiebstähle beweist, wie hoch die Gauner das Kupfer einschätzten. In Ober-Sorg bei dem Einwohner Fried. Köhler wurde von drei Räubern ein kupferner Siedkessel von 23 Eimern entwendet Bni 1807). — Am 22723. Februar 1806 brachen fünf Räuber er Anführung des Balthasar Pfeiffer bei dem Einwohner! tl Oesterreich zu Bannerod ein und stahlen dort einen ein- gehen, Uw ihm das Kupfer anzilbieten. Sie wurden handelseinig, indem der Jude 24 Kr. für das Pfund gab; der Räubev nahm sich als Abschlag von dem Juden ein Paketcheu guten Tabaks mit. Am Abend begaben sich die Diebe in den Wald, das Kupfer beiseite zu schaffen; erschrocken gewahrten sie aber, daß die Streifung (Jäger und bewaffnete Bauern) sich der Früchts ihrer nächtlichen Arbeit bemächtigt hatte. Sie mußten rasch entfliehen; alle hatten ihre Diebssäcke verloren, dazu hatte Ritter sein Schnupftuch und Thron seine Ulmer Pfeife eingebüßt, —t Jammers genug! Dazu wurden sie noch, als sie sich andern Tages! auf dem „bezinkten Emmes" (verabredeten Platz) versammelten, von ihrem Anführer (sog. Langer Friedrich), ohne dessen Wissertz sie den Diebstahl unternommen hatten, intb der nun mit der Pistole bewaffnet auf den Feuerplatz trat, schwer mißhandelt.^ — Hann-Lehnert (aus Rixfeld), Langer Friedrich), I. Vielmetler und H. Brandau (vulgo „Engelröder Dick") unternahmen den Diebstahl eines Kessels auf einer Mühle bei Nieder-Ohmen. Di« Diebe wurden verfolgt und Friedrich deckte den Rückzug mit seiner Pistole. — In Wettsaasen war dem Einwohner I. Weber int vorhergehenden Jahre ein Kessel gestohlen worden und er halt« sich nun einen neuen angeschasst, der aber noch nicht ganz bezahlt war. Im nächsten Jahre wurde ihm nun durch denselben Räuber (Hann-Lehnert) auch dieser geraubt, — gewiß ein recht häßlicher Zug vorn Charakter des Täters! Auch bi Ober-Breideichach hatte es der eben genannte Gauners aus einen Kessel abgesehen. Sie hatten denselben bereits los- gebrochen, bemerkten aber dann, daß derselbe von Eisen, mithin zu schwer und nicht einträglich genug war. So ließen sie ihn liegen und begaben sich auf die nahegelegene Grundmühle, wo sie Ferkel stehlen wollten; dort sanden fie in der Waschküche einen Kessel von Kupfer, den sie Mitnahmen. — Eine groß« Arbeit wurde von den Räubern (fünf Mann) zu Hirzenhain geleistet, indem sie (Oft. 1808) dort einen sehr großen, 11 Obnr haltenden, mit Quadersteinen und eifernen Klammern fest ein- gernauerten Braukessel entwendeten und auf einem zweispännigen Wagen fortbrachten. Ein Teil des Kupfers, nämlich 222 Pfund tonnten bei dem Juden Aaron Goldschmidt (Arnchen) in Einarks- hausen wieder besMagnahmt werden. — Im September 1806 wurde dem Einwohner I. H. Dietz zu Kestrich ein eingemauerteis Braukessel mittels Einbruchs entwendet; Haupttäter war de« Lange Friedrich. Die Kesseldiebstähle aus damaliger Zeit sind fast ungezählt, NW weniger an Zahl sind die Einbrüche, bei denen es auf Kleidungsstücke, Wäsche und dergleichen abgesehen war. Ein solcher Diebstahl wurde z. B. vorgenommen (1809) bei Adolf Rahn zu Stockhausen, Amt Grünberg, nachts, als der „Mooren- Kaffer" (der zu Bestehlende) ahnungslos schlief. Es wurde ein Gefach im ersten Stock ausgebrochen, wodurch man in die Wohnstube gelangen konnte. 90 Ellen Tuch, 18 Hemden, einige Tischund Handtücher, Weibsröcke usw. wurden gestohlen. Mehr humoristischer Art war ein Einbruch in dem „Juden- Tempel" zu Storndorf. Joh. Ad. Frank, Druckers-Peter, H. Ritter und Clare-Andres waren die Beteiligten. Sie hatten einige Scheiben ausgebleit und die Synagoge zum Teil schon ausgeleert. Da erwacht der das Heiligttim bewachende Räbba in der anstoßenden Stube. Mit Zetergeschrei sprang er auf, fiel wider die Türe und schrie laut um Hilfe; aber niemand wollt« dem geängsteten Juden helfen, der das Gepolter der selbst aufgeschreckten zum Fenster hinauseilenden Diebe hörte; die Todesangst stieg ihm mächtig zu Leibe, so daß er ohnmäckstig zurück auf fein Bett fiel. Nicht weniger erschreckt aber loaren die Diebe, die alle geraubten Sachen, den messingenen Kronleuchter, bi« Decke Mosis, Gebet-Wickeln, auf den Mist warfen und sich in ihrem p an i schien Schrecken eiligst davon machten. Lange Zeit war diese komische Begebenheit ein Gegenstand der Foppereien! unter den Dieben. Wechselseitig zogen sie sich damit auf, daß sie vor dem furchtsamsten aller Juden gleich Hasen geflohen wären., Dadurch wurde die Sache auch den bei der Bande befinblidjen Weibsleuten verraten, die später bei der Untersuchung den Diebstahl zur Kenntnis des GerWes brachten. Als Beispiel eines Straßenraubes, wie er vor 100 Jah-reni geübt wurde, sei folgender erzählt: Es war am 21. Juni 1809, als sich die Tuchmacher Gebrüder Philipp und Ludwig Eisenharh nebst einem Sohn des letzteren aus Äiederfteen, Amt Hüttenberg, auf dem Heimweg vom Wetzlarer Jahrmarkt befanden. Sie hatten außer ihren eigenen auch die Güter des Krämers Ad. Tallinger bei sich. Die Räuber suchten sich bei Klein-Rechtenbach einen) Platz auS, wo das IWe Kornfeld sich mit dem Dickicht des Waldes paarte, damit sie auf der einen Seite Heilung, auf der anderes aber Dunkelheit nach Bedürfnis hatten. Ludwig E. ging vor dem Pferd her; er wurde an der Waldecke mit vorgehaltenemi Karabiner gestellt und mit Prügeln zu Boden geWagen. Auf sein Wehklagen rief einer: „Schieß den Hund tot!" Der Karabiner wurde abgedrückt, das Pulver blitzte auf, — aber der Schutz versagte! Johannes Eisenhardt. Sohn des vorigen, ging hinter dem Wagen her; er wurde von drei Räubern verfolgt, als er entfliehen wollte, iu Boden geworfen und seiner Barschaft, die in) etwa 50 fl. bestand, beraubt. Einer der Räuber fühlte seinq Sackuhr und nahm sie zu sich. Philipp E. wurde von zwei Räubern) angefallen, mit einem Prügel auf den Kops geschlagen und in den) Ehausseegrabep gestoßen. Ex glaubte, leinen MMeuranzen xetterf *- 812 zu können, ftt Bent sich 100 fl. gelöstes GelB befanden. Er wurde aber ohnmächtig geschlagen und beraubt. AtS er wach wurde, bat et den „dicken Hann-Adam", ihm den blutenden Kops zu verbinden, — und der Räuber tat es; der Uebcrfallene wäre sonst verloren gewesen. Die drei unglücklichen Männer kehrten nicht nut als schwer Mißhandelte und Kranke, sondern auch als Arme heim, Ihr Verlust war 2332 fl. 53 Kr. Goethe und Beethoven. Die Beziehungen zwischen den beiden größten Genien, die die Schweslerkünste der Dichtung uub Musik in Deutschland je besessen, zwischen Goethe und Beethoven, sind vielfach erörtert ivorden und Sage und legende haben mit geichäsligem Eifer viele ver- wirreiide Fäden darum gesvonnen. Wenn heute die beiden Namen unserer großen Meister zusammen genannt in erben, denken wohl die meisten zunächst an jene Erzählung alis Teplitz, die Bettina von Arnim Beethoven in einem fingierten Brieie erzählen läßt und die auch im Bilde vielfach sestgehalien worden ist. Diese Geschichte von dem demütig sich vor der Kaiserin von Oesterreich und ihrem Hofstaat verneigenden Goethe und dem trotzig mit untergeschlagenen Armen durch die hohen Herrschaften hlnburch- marschierenden Beethoven Hot sich in dieser Form nie ereignet, wenngleich sie gewisse Gegensätze im Wesen der beiden Großen in dem Zerrspiegel der Karrikatur wiederurahlt. Und so gibt es auch eine Reihe anderer Sagen, die die Kontraste des klassischen und romantischen Wesens in Goethe und Beethoven einander lendennös aegeuüberstellen. 68 ist bat er ein dankenswertes Unternehmen Wilhelm Bodes, wenn er im neuesten Hest seiner „Stunden mit Goethe" asies, was wir über den persöiilichen Verkehr der beiden wissen, zusammenslellt und so ein zwar weniger romantisches, aber dafür menschlich sympatbischeres Verhällnis vorführt. Goethe hatte eigentlich ein wirkliches Verskündnts nur für diejenige Musik, die sich an das Wort oder eine Bewegung unb Handlung anschliebt. Vor allem liebte er den Gesang; er schien ihm die wichtigste Form der Musik, da „die Musik nichts ist ohne menschliche Stimme". Der von jeder Beziehung zu andern Künsten völlig befreite Stil der Beethovenschen Sinfonien und Sonaten mußte ihm fremd erscheinen, zumal er >m Anhören solcher Kompositionen durchaus nicht geübt war. Dazu kam noch, daß sein Orakel in allen musika- liichen Fragen, Zelter, der neuen Musik ganz verständnislos gegenüber stand mid z. B. von Beethoven sagte, er habe „des Herkules Keule entwendet — um Fliegen zu klatschen". Tie ersten begeisterten Urteile über beit Wiener Meister hörte Goethe wohl gelegentlich von den österreichischen Aristokraten, mit denen er während seiner Besuche in den böhnuschen Bädern viel zusammen kam. Eine hmgebende Verehrerin Beethovens trat ihm aber zuerst in Bettina entgegen, der jedeiiialls das große Verdienst zuzuschreiben ist, daß sie eine Verbmdlmg zwischen dein Dichter und dem Komponisten vermittelte. Beethovens tiefe und begeisterte Liebe für den Schöpfer des „Faust" drängte den sonst so menlcheii- febenen und verschlossenen Musiker gerade damals zu einet solchen Beziehung hin. beim er hatte in ben Jahren 1809 und 1810 eine Reihe Goetheicher Lieder und die Musik zum „Egmont" komponiert. So wendet er sich denn auf Veranlassung Bettinas in einem Briefe an Goethe, in dem er ihm „nut der größten Ehrerbietung, mit einem unaussprechlichen, tiefen Gefühl iür Ihre herrlichen Schöpfungen" naht. Em Freund Beethovens, Franz Oliva, überbrachte Goethe das Schreiben tmd spielte auch Beethoven'jche Kompositionen vor, ober der damals gerade besonders bei Goethe in Gunst stehende Sulviz Boisierde, der den Dichter so lebhaft für altdeutsche Baukunst und 'Malerei interessiert hatte, ließ ein neues Interesse in thm nicht auftommen. Goethe verglich bte Musik, die er hörte, mit den phantastisch symbolischen Arabesken Runges, die im Aiusikzimmer hingen und bte ihm al« Ausgeburten eines romantischen Schönheitsgeistes erschienen. Der Bruch mit Betlina, der un Herbst 1811 eintrat, schaltete aus Goethes Kreise das einzige Wesen aus, das wahres Verständnis für Beethoven besaß. Seine ,Egmont"-A!usik ließ sich Goethe Anfang 1812 mehrere Male vorspielen, aber einen rechten Eindruck von Beethovens Wesen gewann er erst bei ihrem Zusammentreffen in Teplitz im Juli 1812. Goethe, durch feine Verehrung für die junge Kaiserin von Oesterreich, der er sich in Teplitz „zu Füßen legen" wollte, stark in Anspruch genommen, kam nur flüchtig nut Beethoven zusammen. Doch war sein Eindruck bedeutend, als er ihn aus seiner Stube halte spielen hören. „Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch teilten Künstler gesehen", schrieb er an seine Frau, „ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt wunderlich stehen muß." Goethe mußte durch seine Schwärmerei für die junge Kaiserin, der er sich damals ganz widmete, dem roeltfremben Komponisten in einem falschen Lichte erscheinen. „Goethe beijagt die Hoflust sehr," war sein Urteil nach dem Abschied aus Teplitz, „mehr als es einem Dichter geziemt. Es ist nicht viel niehr über bte Lächerlichkeit der Virtuosen zu reden, wenn Dichter, die als die ersten Lehrer der Nation angesehen sein sollten, über diesen Schimmer alles andere vergessen können." Goethe dagegen berichtete an Zelter: „Beethoven habe ich in Teplitz kennen geleint Sein Talent hat mich in Erstaunen gesetzt; allein er ist leider eine ganz ungebändigte Versön- ichkeit, die zwar gar nicht Unrecht hat, wenn sie bte Welt detestabel findet, aber sie freilich dadurch weder für sich, noch für ander* genußreicher macht. Sehr zu entschuldigen ist er hingegen und sehr zu bedauern, da ihn sein Gehör verlaßt, daS vielleicht dem musikalischen Teil seines Wesens weniger al« dem geselligen schadet Er, der ohnehin lakonischer Statur ist, wird es nun doppelt durch diesen Mangel." Auch in Karlsbad haben sich in demselben Sommer Goethe und Beethoven noch geieben und Goethes Urteil stammt aus bieier Karlsbader Zeit. Freilich zu einem engeren Verkehr kam es auch diesmal nicht, beim der arme Komponist, dem die Badekuren für sein Gehörleiden gar nichts nützten, siedelte bald daraus imeber nach Tevlttz über und auch Goethe dachte schon an die 'heimreife. Jedenfalls empfingen beide bleibende Eindrücke von dieser Begegmmg. Goethe hatte Beethovens außerordentliches Genie euuimt und konnte in bieier Ueberzeugung auch durch die Zweifel Zelters nicht erschüttert iverden. Beethoven behielt den Dichter, der bm, dem Schwerhörigen und schwer zn Behandelnden, immer nut irenndlich geduldig begegnet war, in liebendem Andenken. Habt doch ein Herz! Kein Gräschen grünt, der Boden hart unb steif — Ter Frost hält krampfhaft fest, was er bezwungen — Der Bäume kahle Zweige weiß von Steif; Ter Vöglein Lieder —.längst sind sie verklimgen. Nach Süden hin sind viele fortgezogen. Doch viele wollten treu der Heimat sein I Ihr kleines Herz hat schwerlich es erwogen, Wie sie hier leiben müssen harte Pein I Gibts für den Hunger wo ein Samenkorn? Wte lahmt der Flügel, von Entbehrung matt! Ter Schnabel backt vergebens Zweig und Dorn. Erstarrt das Vöglein liegt an eis'ger Statt I Ihr Menschen auf 1 Ihr könnt das Elend Itnbertt, Streut Futter bin der kleine» Vöglem Schari Habt doch ein Herz, der Tiere Not zu lindern, Gar wenig ist es, reichts mit Liebe dar! Lina Pommerening. Silbenrätsel. Aus folgenden 24 Silben: a, a, chi, de, bor, em, ge, hu, hu, i, li, nen, nie, po, raph, reu, ri, se, fr, te, tro, va, roa, zi, sind 8 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben (von oben nach unten gelesen und Endbuchstabeti Ivoii unten nach oben gelesen) bte Bezeichnung für einen Teil des Jahres darstellen. Die 8 Wörter aber bedeuten: 1 Früchte. 2. Kaufmännisches Werkzeug. 3. Männlichen Bornamen. 4. Engel. 5. Staat und Stadt in Mexiko. 6. Stadt in Italien. 7. Teil des menschlichen Körpers. .8. Chemische Verbindungen. Auslösung tn nächster Nummer. \ Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Sparein der Zeit, so hast du in der Not. Dcritmcbfcs. * DaS Land der akademischen Palmen. Wohl kein Land gibt es, das in der Verteilung akademischer Würden so freigebig und großzügig zu Werke geht, wie die französisch« Republik. Wer hat in Frankreich die akademischen Palmen nicht? fragt der Figaro und erzählt davon, wie das kleine Bändchen! bie Knopflöcher der heterogensten Leute schmückt, neben dem würdigen Gelehrten sieht man den Billardspieler das Abzeichen akademischer Würde stolz zur Schau tragen, und neben dem bewährten Pädagogen ziert der Zirkuskünstler seinen Gehrock mit dem shmbol der Zugehörigkeit zur Akademie. Dabei wird eine amüsante Anekdote erzählt: ein Deputierter empfing eines Tages von etnent der einflußreichsten Wähler seines Distriktes folgendes charakteristische Schreiben: „Herr Deputierter, nie hat es mein guter Vater so schmerzlich empfunden, daß er nicht schreiben kann, als heute, wo er Ihnen gern selbst für die akademischen Palmen gedankt hätte, die ihm zu verschaffen Sie die Güte gehabt haben. Aber nun hat der Unterrichtsminister Maurice Faure energische Maßnahmen beschlossen, die die allzu sorglose alte Tradition! beseitigen sollen. Eine Kommission wird eingesetzt, die bte Kandidaten zur Akademie begutachten soll. Und dabei erfährt man, daß sich in Frankreich im Laufe eines halben Jahres regelmäßig! gegen 20 000 Bürger melden, die Anspruch auf das Or ^sbam> der Akademie erheben. Nun hofft man, durch drakonnche Maßregeln die Zahl dieser Anwärter auf — 10 000 im Halbiahr zu beschränken. „ . n„r * Unerklärlich. Vater der Braut (zum Bewerber): „Mso von Ihren Zinsen können Sie leben? Aber junger Mann, warum wollen Sie denn da eigentlich heiraten?" Kebattton: K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen Umversnäts-Buch- unb ©teinbrueferef, R. Lange, Gießen.