mo Samstag den 29. Oktober ass W iQOti Sä® I JjfsW 41 vM Das ist der Herbst. Auf zerzausten, wüsten Beeten glühen Letzte Nasen, die der Wind vergaß .., Dämwerzarte Herbstzeitlosen blühen trauereinsain im verwelkten GraS. Auf den kalten Marmorstufen zittern Sonnnersatte Blätter — stair und tot. .. An den rostverbräniten Eisengittern hängt ein stumpfes, müdes Abendrot. Todesschweigen gähnt auf allen Pfaden, das gebrochne Leben rührt sich kaum ... fern — an blauen Sonnenglanzgestaden — Stirbt mein schöner, junger Sonnentraum. Karl Neurath. Friedel halb-süß. Roman von Fedor von Zobelttß. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Frau Margot hätte ruhig zugehört, ohne daß in ihrem noch immer ungewöhnlich anz,iehenven Gesicht sich ein Zug veränderte. Sie schien auf ähnliche Familienbeschlüsse vorbereitet zu sein. Nun reichte sie Fritz ihre schmale, seine, schön gepflegte Rechte, auf der auch hier, im Boudoir, ein paar kostbare Steine blitzten. „Gib mir deine Hand, Fritzi," sägte sie weich. „Ich habe dich immer sehr lieb gehabt — auf meine Art; bin stolz auf meinen stattlichen Jungen gewesen und war so froh, daß ich es durchsetzen konnte, dich zu Deinem hübschen Regiment zu bringen statt in dieses — degoutante Geschäft. Und wenn mir irgend etwas den Abschied von hier schwer macht, so bist du es alleiw" „Wen Abschied?" —- Fritz sah aufmerksam in das Gesicht seiner Mutter. „Ah, Mamä — du denkst an eine Trennung?!" „Ja, mein Junge — ich Bin dazu fest entschlossen. Ich will dir auch sagen, weshalb. Weil ich weiß, wie es hier steht, und weil ich fürchte, daß ich euch bei der Sanierung der Verhältnisse im Wege sein werde." Fritz erhob sich mit starkem Ruck, mit einer ungestümen Bewegung, die seiner Ueberraschung Ausdruck gab. „Mama — verzeihe, aber das sagst du so leichthin, als sei es Kinderspiel, sich nach fünfundzw-anzigjähriger Ehe zu trennen. Ich weiß ja: es ist in dieser Ehe nicht alles so gewesen, wie es hätte sein können und sollen. Mein Respekt vor euch verbietet wir, zu untersuchen, wer der schuldigere Teil gewesen ist. Es wäre auch ganz zweck- hos. Aber — aber das Eine muß ich dir doch sagen, grade jetzt, wo ich zu euch zurückgekehrt bin: es schmerzt mich! — schmerzt mich tief, kein liebes und warmes Elternhaus mehr zu haben. ..." Nun fuhr Frau Margot von ihrem Lager auf. „Sei mir nicht böse, Fritz," rief sie, „ich kann nicht anders! Hör zur vorzuwerfen in unsrer Ehe hat der eine dem andern nichts! Wir paßten nicht zueinander — das war unser Unglück. Ich kam aus einer ganz andern Welt als die ist, in der dein Vater ausgewachsen. Ich — ja, ich muß es dir sagen, ich habe ihm auch kein Hehl daraus gemacht, daß ich seine Neigung nicht erwidern könne — daß mir sein Beruf nicht passe — gar wicht, gar nicht! Aber seine Leidenschaft schrie alle meine Bedenken nieder. So war denn auch fein Glück nuL ein kurzes, während ich — mir das meine suchen konnte." Ihre Augen flammten. Aber das war gleichsam nur wie in tragischem Spiel. Einen Moment später lächelta sie wieder, ein süßes und liebreizendes Lächeln. Sie setztü sich und faltete die Hände im Schoße. „Ich bin, wie ich bin," sagte sie. „Keine züchtig« deutsche Hausfrau, keine brave Ehegattin, vielleicht nicht! einmal eine gute Mutter. Aber, Fritz, alles das hätte ich werden können, wenn ich in andere Hände gekommen wäre. Nicht meine Eitelkeit brauchte Nahrung, vielmehr metrt Ehrgeiz. Es gibt Leute, die für den Höhenflug nicht ge- boren sind — und andere, die ihn nicht entbehren können. Vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte längst von euch Abschied genommen. Heute bin ich zu alt geworden und doch noch nicht alt genug, mich zu einem Kompromiß entschließen zu können. Ich will vorläufig auf Reisen gehen. Besprich dich mit deinem Vater und versuche, alle Aeußer- lichkeiten nach Möglichkeit zu meinen Gunsten zu ordnen." Da wußte Fritz, daß jedes weitere Wort überflüssig gewesen wäre. Sie wollte fort — und im letzten Grunde: war es bei dem unheilbaren Bruch dieser Ehe nicht am besten? — Dennoch war ihm das Herz schwer. Er dachte zurück au seine Kinderzeit; da hatte er noch die Mutter gehabt, seine schöne kleine Mama, 'die ihn 'im Nachthemdchen so gern auf den Armen trug, aber nur, wenn Gäste im Hause waren, denen sie ihren hübschen Jungen zeigen konnte. Und doch hatte er damals mit großer Zärtlichkeit an ihr gehangen; sie verwöhnte und verhätschelte ihn und überschüttete ihn mit Liebkosungen. Später freilich sahen seine Augen heller, und da blieb- auch der Aerger über oie Launenhaftigkeit der kapriziösen Frau nicht aus, über ihre Verschwendung, ihren Dünkel, ihre kindische Sucht, glänzen zu wollen. Dennoch stand er sich immer leidlich mit ihr; sie war in der Tat keine „gute Mutter" das! war sie nie gewesen —, aber sie konnte bei allen ihren- Ä, großen Fehlern doch auch von bezaubernder Lie- irdigkeit sein und in der unerhörten Widerspruchs- fülle ihres Wesens zuweilen von reizender Drolerie. EA war schon richtig: unter anderen Händen hätte ihr Charakter /ich vielleicht fester umrissen entwickeln können h bei ihrem Gatten war das nicht möglich gewesen. Denn 674 — ein paar Flaschen Sekt getrunken und sich „ausgesprochen". Ausgesprochen — wahrhaftig! Und mir sagte er, ich möchte mich endlich einmal in die große Welt zu schicken verstehen." Fritz war blaß geworden. Der alte Mann neben ihrck war unbarmherzig. Der kannte keine Schonung. „Ich weiß nichts Näheres über den Fall, Opa. Weiß nur, daß Eldringen seit Jahresfrist nicht mehr zu uns kommt. Hat er die Mama kompromittiert?" „Ah was — lassen wir das Gewesene! Die Geschichte ist aus — dein Vater hat sich wie ein „Kavalier" benoiw- men, ohne daß es zum Kugelwechsel kam — und deine Mutter ist geblieben. Deine Mutter. Es geht mir nahe, Fritz, daß ich so sagen muß. Mutter war sie dir immer nur dem Namen nach. Aber ich w-ill alle Bitterkeit vermeiden, nun ja doch ihr Entschluß festzustehen scheint. Halten wir uns an das Tatsächliche. Sie will auf Reisen gehen. Gut. Da tut es nicht mehr das stipulierte Nadelgeld: es muß ihr eine feste Rente ausgesetzt werden." „Sie deutete das schon an." „Natürlich — was wird sie nicht! Und ihre Ansprüche gingen hoch?" „Sie erwartet Wohl unsre Vorschläge. Ich denke, wenn wir ihr das zugedachte Nadelgeld verdoppeln, wird sie zu- frieden sein können. Ich werde Papa bitten, ihr fünfund- zwanzigtausend Mark auszusetzen." „Hoho! Davon lebe ich zehn Jahre und lege noch Ersparnisse zurück. Aber wie ihr, wollt. Auch bei dieser Summe macht ihr immer noch ein gutes Geschäft. Nur bitte ich um notarielle Fixierung. Die Dame muß sich schwarz auf weiß verpflichten, keine weiteren Anforderungen zu stellen. Na, und dann —" er ließ sein Fernrohr in eine der Taschen seines weiten Röckchens gleiten und rieb sich die Hände —, „dann ist ja Aussicht vorhanden, daß wir noch einmal auf einen grünen Zweig kommen!" — Fritz lehnte sich gegen das Rückenbrett der Holzbank, verschränkte die Arme und schaute träumend auf den grünen Strom hinab, über den schon die ersten Schleier der Abenddämmerung zogen, während im Wasser noch immer das Gold des Sonnenuntergangs glitzerte. Ein scharf beobachtender Seitenblick aus dem schwarzen Auge des Opas traf ihn. Die Hand des Alten glitt mit zärtlicher Bewegung über seine Schulter. „Fritz," sagte er, „ich versteh deine Stimmung. Sie kommt von innen und ist begreiflich. Dualismus würden die Leute sagen, die sich auf Seelenkunde verstehen. Die Mischung halbsüß. Aber das Leben ist herb, und die Zuckerung verdirbt nur den Charakter. Heraus aus der Süße! Heraus aus dem Halben! — Du willst es, ich weiß es. Ich habe dip manches abzubitten. Bist ein viel forscherer Junge, als ich geglaubt habe. Hast offene Augen, und die sahen gleich, wo bei uns die Fehler stecken. Dein Vater kann sich gab keinen besseren Kompagnon wünschen. Er hat die Erfahrung für sich — du bist der Couragiertere, der sich den Teufel um die Ansichten der lieben Nächsten kümmert, wenn sie den eigenen nicht zuträglich sind. Ihr Beide ergänzt euch prächtig — und schließlich ich — ich lebe ja auch noch und möchte noch einmal zu Worte kommen! Aber daM tut eins not: deine Mutter muß fort. Muß unbedingt! fort!" „Ja — sie muß," widerholte Fritz. „Opa, ich wehre mich ja gar nicht. Ich sehe die Notwendigkeit ein. Ich möchte nur jede Harte vermeiden. Können wir Uns die notarielle Verpflichtung, von der du sprichst, nicht schenken?" , „Nein," sagte der Alte barsch. „Warum nicht? Werl dann endlose Nachforderungen kommen würden. Nimm an, deine Mutter wäre in Paris. Es gefiele ihr in einem! Schauladen ein Schmuckstück im Werte von fünfundzwanziA- tausend Mark. Sie kriegt es fertig und kauft es sich für eine Jahresrente. Fritz, ihr kommt ohne Bindung nicht zu Rande mit ihr. Ihr kommt ohne eine gewisse Härte nicht durch. Und übrigens — ich meine, auch für sie ist diese Härte am Platz. Sie wird sie Selbsterziehung lehren." Fritz neigte den Kopf. Er mußte sich zugestehen, daß in den Worten des Opas viel Wahrheit lag. Er sprach noch am selben Tage mit seinem Vater. Der Kvmmerziew- rat spielte wie gewöhnlich ein bißchen Theater; auch eine Träne gelang ihm: sie sollte der ersten glücklichen Zeit seiner Ehe gelten. Dann wurde er rasch vergnügt: die Aussicht auf eine fröhliche Jun ggesell en wir tsch oft entlockte ihm ein auch den Vater verkannte Fritz nicht — und das Herz wurdei hm schwerer und schwerer. Er kam sich unsäglich verwaist vor. Er streifte den Nachmittag über planlos durch die Weinberge und wanderte dann hinunter an den Rhein. Er ärgerte sich über die „Gefühlsduselei". Früher hatte sie ihn nie gepackt, und jetzt schien es ihm auf einmal, als zerflösse er in Weichheit. Das grimmte ihn, und er konnte es doch nicht ändern. Als er beim Umherschlendern an dem kleinen Hause des Opas vorüberkam, entschloß er sich zu einem kurzen Besuch bei ihm. Er wollte ihm als erstem von seiner Unterredung erzählen und von ihm hören, welche Zuschüsse man der Mutter gewähren könne, um ihr in der Fremde ein anständiges Auskommen zu sichern. In dem hübschen, völlig von Reben umsponnenen Häuschen traf Fritz nur Frau Wendler, die alte Aufwärterin des Opa, die ihm aber sagte, der Herr sei im Garten und wohl jedenfalls „oben auf der Ruine". Das war sein Lieblingsplätzchen: der letzte Ueberrest eines alten Schloßturms, der einst zu der Veste der Grafen Jonni- Mieg gehört, von dem heute aber nichts übrig geblieben war als ein halbmannshoher Feldsteinkranz auf einer kleinen Anhöhe, von der man einen schönen Ausblick auf den Rhein hatte. Um dieses Ausblicks halber liebte der Opa dieses Fleckchen besonders. Eine Bnche wuchs dicht an der Mauer, unter ihr stand eine Bank, und hier faß der Alte, ein Fernglas in der Hand, das er von Zeit zu Zeit vor das rechte Auge führte, wahrend er das linke dabei zukniff. Er sah Fritz zwischen den Weißdornhecken daherkommen Und itvinkte ihm. „Sieh, sieh, Fritzchen," rief er ihm entgegen, „besuchst du den Opa auch einmal? Das ist eine seltene Freude, und ich möchte wetten: irgend eine besondere Ursache liegt ihr zugrunde. So bloß um der Liebe willen — dazu sind wir Friedels zu praktische Leute. Setz dich, Fritzchen, und leg los: was hast du aüf dem Herzen?" — „So bloß um der Liebe willen" — die Wendung fiel Fritz auf. Sie traf das Richtige. So bloß um der Liebe trnllen — dafür hatten die Friedels nie viel übrig gehabt. Es ging ein nüchterner Zug durch das Geschlecht. Er nahm die sich eigentümlich trocken anfühlende, steif- ßingrige Hand des Opas und setzte sich neben ihn. „Was ich auf dem Herzen habe," wiederholte er. „Es sst rasch gesagt. Ich habe eben mit der Mama gesprochen." Der Alte hob den Kopf. „Hat sich die Dame gefügt?" fragte er kurz. „Nein. Sie will auf Reisen gehen. Ich glaube zu ahnen, daß sie nicht mehr zurückkehren wird." Der Opa antwortete nicht sogleich. Er überlegte. In feinem Haßgefühl gegen Margot witterte er allerlei Unheil auch hinter dieser vorgeblichen Reise. „Man muß es notariell abmachen," sagte er. „Was, Opa?" „Mein Junge, die Sache liegt klar. Ohne Auto, ohne Wierelang, ohne Toiletten und Perlenketten, ohne Gesell- schaftszauber und glänzenden Haushalt hält es deine Mutter bei uns nicht aus. Alles das, nur das noch fesselte sie an uns. Die Frau eines simplen Schaumtveinfritzen, der morgens in sein Geschäft geht und abends müde heimkommt, kann sie nicht sein. Abgesehen von allem andern: sie ist eine viel zu unruhige Natur dazu. Da zieht sie ein Reiseleben mit seinen wechselnden Vergnügungen selbstverständlich vor. Soll ihr gegönnt werden — ohne weiteres . . . auch auf die Gefahr hin, daß sie eines schönen Tages irgendwo da draußen irgend einen findet, der sie veranlaßt, um Scheidung der Ehe zu bitten." „Großvater!" „Was willst du? Erschreckt dich das Wort Scheidüng? Mein lieber Fritz, ich kann dir sagen, es wäre für uns alle das Beste gewesen, wenn dieser Spott einer christlichen Ehe schon vor Jahren in Scherben gegangen wäre. Jeder Mensch rann einmal eine Dummheit machen. Die Heirat deines Vaters war eine solche, 's scheint beinah, als hätte sich der Bazillus der Heiratswut grade hier im Gau festgesetzt. Der Helldorf und der Spannuth sind ihm auch erlegen!. Wer dein Vater hätte sich längst freimacheu "können. Einmal war's schon so weit. Da hatte der Eldringen den Anlaß gegeben. Dein Vater schnaufte vor Wut und stürzte zci ihm i— er wollte ihn nmbringen. So schrie er. Und dann kam er ganz vergnügt wieder nach Hause. Er hatte im Klub mit ihm 675 Beere zum Munde wollte, blieb in der Mistte des Weges steherr» Wieder ein Knirschen. Wie von Sandkörnern. Behutsam richtete der Gymnasiast sich auf. Da sah er etwas Weißes durch die Büsche schimmern, ein Zweig bog sich, noch einer — Was tun? Sich fortschleichen? Das war durchaus unmöglich. Schon das leiseste Geräusch mußte ihn verraten. Also gab es nur eins: ruhig aushalten, sitzen bleiben und dem lieben Gott vertrauen, daß er unbemerkt blieb. Wenn der oder die unbekannte andere sich zu den Himbeerbüschen aus die gegenüberliegende Seite schlug, war er gerettet. Die Sekunden verrannen, wurden zu Minuten. Er hörte noch immer an der alten Stelle Pflückern Dann ein paar Schritte. Heiliger Himmel, sie kamen näher. Er bog den Kopf, so tief .er konnte. Durch die .Ranken sah er, daß ein Femininum ihm diese Qualen der Angst verschaffte. Tas beruhigte ihn einen Augenblick. Im nächsten jedoch war er fast völlig erschrocken. Ein Femininum! Wenn das Trude Eberhardt war — Trude Eberh ►—1 -—! • Stürz' ein, Himmel: sie war es! Er hatte nur eine Hälfte des Gesichts bei einer Wendung gesehen, die sie tat, aber sie war es! Man konnte sie nicht verkennen. Es war der Abgott des Gymnasiums, es war die, der die gesamte Sekunda Fensterpromenade machte; die, deren Namen oder Namensiintialen aus den Schulbänken dutzendfach eingeschnitten, in das Glas der Tintenfässer gekratzt waren — mit einem Wort: es war Juno. Juno war ihr Spitzname bei den Schülern. Weil sie so große Augen hatte, weil sie für ihr Alter so kräftig war und kernig — ein derbes, gesundes Mädel. Weiß Gott, was alles noch dazu beigetragen hatte, daß die Bezeichnung allgemein aufgegriffen ward und haftete. Friedrich Wilhelm Gruber war sonst nicht für das Weibliche und am wenigsten für die Städterinnen. „ Met den Bauernkindern war er aufgewachsen, und wenn das löbliche Gymnasium ihn auch bereits soweit kultiviert hatte, daß er das Ueberge- nicht der milesischen Venus über eine heimatliche Bauerndirne! anerkannte, so lebte eben doch, nur leise korrigiert, das alte Ideal in ihm weiter. Gerade deshalb war Trude Eberhardt dre einzige, die für ihn in Betracht kam. Voriges Jahr in ter Tanzstunde hatte er sich geweigert, mit der Apothekerstochter zu tanzen. „Sie zerbricht ja!" hatte er mißbilligend gesagt und dabei seine großen Bauernhände angesehen, die allerdings für die dünne Mitte etwas bedenklich waren. Bei Trude Eberhardt brauchte er das Zerbrechen schon damals nicht zu fürchten. Und so übte er die edle Tanzkunst gerate mit ihr recht häufig aus. Sie war allerdings sehr umworben» doch schien es fast, als ob sie ihn vorziehe. Seine Robustheit gefiel ihrer eigenen strotzenden Gesundheit, und tanzte er Nicht gut, so tanzte er doch mit ungeheurer Ausdauer, ohne zu ermüden. Seitdem waren dreiviertel Jahr vergangen. Selten genug, daß er rin Wort mit ihr gewechselt. Weil die gesamte Sekunda aber sich für Trude Eberhardt entschieden hatte, stand er auch nicht zurück, bildete sich ein, sie lieb zu haben, was er durch Fensterpromenaden, tiefes Hutziehen und ähnliche Spaße lhr zu offenbaren suchte. , Tie Sonne brannte glühend heiß herab, doch war es nur Angstschweiß, ter ihm auf der Stirn stand. Tie Hand, aus die er sich stützte, konnte die Last kaum mehr tragen. Er versuchte verzweifelt die Stellung zu wechseln — es gelang auch, nur em paar Blätter rauschten. . . Ahnungslos war das junge Mädchen an den Strauch getreten, hinter dem Friedrich Wilhelm Gruber sich barg Zufällig mochte ihr etwas auffallen, sie bog herum und teilte bte Büsche. Da sah sie ihn. , , . x , Mit scheu geducktem, glühend rotem Kopfe lag er da, ohne es zu wagen aufzusehen. Die linke Hand mit den fünf derben! Fingern stützte ihn, seine Krawatte war bei dem scheuen Ducken hoc^erutscht und wollte über den Kragen hinaus — es war em merkwürdiges Bild. . r , . „ . . . Das junge Mädchen war in Schreck und Verwirrung einen Moment stehen geblieben. Sie brachte kein Wort heraus. Allmählich erst faßte sie sich. „Aber — Herr — Gruber!" „ Die Blamage war fürchterlich. Friedrich Wilhelm wäre mit Wonne jetzt in die Erde gesunken oder ein Mäuslem gewesen. Ta der liebe Herrgott ihm beides versagte, senkte er stillschweigend das Haupt nur noch, tiefer, wodurch die Krawatte bte ersehnte Gelegenheit bekam, jetzt endlich den Kragen vollständig zu! überwinden. , ... , ., , Kopfschüttelnd sah Trude Eberhardt auf ihn herab Aber Herr Gruber," sagte sie noch einmal. „Wie kommen Sie 'denn ... Sie denn . . . hierher?" Er seufzte nur. Es >oar mehr em Stöhnen Wenn bte SS, tunte das erfuhr! Er war unmöglich für alle Zeiten. Ter Seufzer rührte sie. Hilfesuchend sah ste sich um; wie^gern hätte sie ihm eine goldene Brücke gebaut! Tenn daß et werter Nichts wollte, M Kexrey diebseu, war ihr MM klar, Gestohlener Gut. Bon Themas Gl ahn. '(Nachdruck verboten.) Rittlings auf dem starken Ast der Kastanie saß der Ober- sekundaner Gruber. „Friedrich Wilhelm Gruber" stand auf seinen Heften. Er war sechzechi Jahr, groß und breitschultrig. Sein gesundes Gesicht sah gelangweilt über die mittäglichen Gärten hinweg, die sich um ihn ausdehnten. Tie Gärten waren leer und still. In der Sonnenglut hielten die Leute sich droben in ihren Wohnungen auf, auch die Vögel schwiegen, nur ein Hänfling sang sein bescheidenes Lied, und tes geheime, nie unterbrochene Summen der Insekten war deittlich dazwischen hörbar. „Schockschwerebrett!" brummte der Gymnasiast, „es ist zuur Verzweifeln!" Und seufzend, mit begehrlichen Augen sah er über den Zaun in den Nebengarten, wo die Himbeerbüsche standen. Er war ein Torfkiich. Sein Vater hatte ein paar Meilen! weiter ins Land ein hübsches Bauerngut vor langer Zeit erworben und durch Ankäufe allmählich so vergrößert, daß er Nun zu teit wohlhabendsten Grundbesitzern des Kreises zählte. Ein großer Qbstgarten zog sich um tes Wohnhaus, und an ihn dachte Friedrich Wilhelm Gruber, als er jetzt auf dem. Aste faß und seufzte. Wie die Himbeeren stehen mußten! An ter schattigen feuchten Stelle dicht am Zaune! Und grate da durst' er nicht zu Haus sein, grade da mußt' er hier in ter Stadt hocken. Lateinisch und Griechisch lernen, sich mit deutschen Aufsätzen Plagen und sechs his sieben Stunden täglich sich schinden lassen! Es war wirklich zum Verzweifeln! Wozu die ganze Geschichte nötig war, begriff er noch immer Nicht recht. Der Esel paßte so gut zum Tanzen wie er zum Studieren ! Landwirt wollt' er werden. Dazu hatte er Lust und Liebe. Tie frisch gedüngten Felder rochen ihm besser als. Buch und Schulstube, in den Ställen war er mehr zu Hause als in den unregelmäßigen griechischen .Verben, und so fuhr er jauchzend in die Ferien und kam seufzend zurück in die Stadt. Er hatte seit Jahren gehofft, daß sein Vater ein Einsehen haben und ihn von der Schule nehmen würde, wenn tes einjährige Zeugnis glücklich erreicht war. Aber kein Bitten half: er mußte auch dann mietet in die verhaßte Pension zurück. Und die Himbeeren zu Hause — — Ach, nur .einen Nachmittag jetzt draußen sein, den ganzen Tag im.Grase liegen, in der Mittagsglut sich schmoren lassen, die xoten Beeren in der Mütze neben sich! Einen Augenblick saß Friedrich Wilhelm Gruber still, Tann kletterte er vom Baum herab, besah prüfend den Zaun und faßte eine Latte kräftig an. Seine Muskeln spannten sich — ein Ruck, und die Latte, die schlecht vernagelt und halb verfault war, hatte sich gelöst. Sie.war nicht zerbrochen, und tes war ihm besonders lieb. Nun könnt' er sie nachher ruhig wieder anlehnen, und niemand Merkte etwas. Er zwängte sich also durch den Zaun, sah sich! vorsichtig nm und war bald mitten in den Himbeerbüschen. Als ob in der Wittagsglut eine kühle Frische von ihnen ausging! Er atmete tief die durchduftete Luft ein und war im Moment so benommen, als wär' er wirklich daheim, als könnt' er nach Herzenslust hier pflücken, als müßte Wolf, fein Lieblingshund, bald schweifwedelnd Nachgesprungen kommen und ihn begrüßen. So räuberte er denn kräftig drauf los. Und nachdem er eine Handvoll Früchte in den Mund gesteckt, konstatierte er, daß auch die Sträucher vom Nachbar Eberhardt recht annehmbare Beeren lieferten, die den väterlichen nicht viel nachgaben * Das nahm ihn für den Garten ein. Und mit wohlgefälligem Kopfnicken setzte er sich vor den dichtesten Busch unbi streckte! Nur immer die Hand aus. Es war die rechte Idylle. Die Gtzmnasialuhr schlug, aus der Ferne, aber sie störte ihn nicht. Der Mittwoch-Nachmittag war bis auf die Turnstitnde frei. Ein Bienchen summte schwer- belad-M vorüber, der kleine Schmetterlingsfalter setzte sich mit ausgebreiteten Flügeln auf ein grünes Blatt, der Himbeerstecher ließ sich blicken und ward von Friedrich Wilhelm, der die Him- beeren selber liebte, gewaltsam ins Jenseits befördert. Plötzlich jedoch knirschte etwas.. Die Hand, die mit einer schmunzelndes Lächeln. Er hatte letzthin jn Wiesbaden eine nette Bekanntschaft gemacht. Sie war rotblond (das liebte er) und hatte ein entzückendes Le der fleck chen links an der Unterlippe. . . . Und plötzlich erklärte er: wenn Margot wirklich fort wolle, dann möge man den Schmerz abkürzen. Dann so rasch als möglich. Besser heute als morgen. Der gebeugte Mann hatte es auf einmal fieberhaft eilig. Und Fritz sollte die Sache erledigen — alles. Denn er selbst, so erklärte der Kommerzienrat, er ertrügs diese fürchterlichen Unterhandlungen nicht. Das ginge über feine Kräfte. (Fortsetzung folgt.) 676 Halt! Da streikte sich «in Ast des Kastanienbänmes über Ken Zaun. „Sind Sie vielleicht . vom Kastanienbanm gefallen? Haben Sie sich weh getan?" Ein zweiter Blick überzeugte sie zwar, daß es allen Gesetzen der Natur Hohn sprach, so weit von dem Aste ab in den fremden Garten zu purzeln — aber was tat's! Wenn er den rettenden Strohhalm, der in diesem Falle ein Ast war, ergriff, könnt' er sich so la la aus der Affäre ziehen. Friedrich Wilhelm bist die Zähne zusammen. „Nein — ich bin . . . nicht gefallen." „Oder sind Ihnen etwa Briefmarken über den Zaun geflogen, die Sie suchen?" Eine Art Galgenhumor erwachte in ihm. „Tas formte schon eher möglich sein, Fräulein Eberhardt aber ich sammele keine. Wirklich nicht!" Er verschmähte auch das. Nun war sie mit ihrer Weisheit zü Ende. Dieser groste Junge da könnt' einen fast reizen. „Na — also dann?" fragte sie resolut. Tie Blamage konnte eigentlich nicht größer werden als sie war. Und seit er das eingesehen, war er ruhiger geworden, ja fein leichter Trotz war in ihm aufgestiegen. ,>Jch wollt' — Himbeeren stehlen," antwortete er. Sie unterdrückte ein Lachen. : ■ ».Das ist ja lieblich. Und dabei hab' ich . . . Sie gestört." „Stimmt ganz genau. Von der Kastanie fäll' ich nicht run- ! fier. Ich fall' überhaupt nicht." ' ‘ Tas war wieder der ganze Jnngenstvlz. Lieber unehrlich, als ungeschickt. , „Möchten Sie . . . nicht aufstehen, Herr Gruber? Sie müssen doch schon eine ganze Zeit recht unbequem dasitzen." „Tanke schön. Tie Hand hier . . . hatte etwas schwer zu tragen. Aber wenn Sie nicht gerade hierher gekommen wären — ich hält' es schon noch ausgehalten." Sein Gesicht war noch immer gerötet, und eben um seine innere Beschämung zu vcrbergerr, redete er so trotzig. Mit dem roten Gesicht und den trotzigen Augen stand er nun vor ihr und klopfte srch den Sand und Staub ab. Sie waren beide fast gleich grost. Das Mädchen nur vielleicht zwei Finger breit kleiner. Beide gesund und kräftig, dast es em Staat war. Trude Eberhardt, obwohl eilt halbes Jahr jünger, war ihm überlegen. Ste war sicherer, reifer — die Dame begann sich schon aus dem Backfisch zu entwickeln. Das zeigte sich deutlich, Wie die beiden nun dicht beisammen standen. . „Sa, Herr Gruber," begann sie wieder, „was tut man denn Mit Ihnen? Der Polizei kamt ich Sie doch nicht gut übergeben." Er lächelte ein wenig. Noch etwas blöde zwar, aber es geschah hier auch zum erstenmal. „Co halten Sie nun das siebente Gebot." „Ach," sagte er, „die Himbeeren — —! Wir haben zu Hause ja . . . doppelt so viel wie Sie hier. Aber in den Ferien waren die meisten noch unreif. Und da dacht' ich, man könnt' doch 'mal schmecken." „Weswegen Sie über den Zaun kletterten — „Nein. Ich hab' eine Latte losgemacht." „Auch das noch. Gut, dast mein Vater ... Sie nicht er= wUcht hat. Die Himbeeren hält 'er Ihnen vielleicht noch hin- gehcn lassen — die Latte nicht. Und wenn Sie ein andermal eine allzu große Sehnsucht nach Himbeeren haben, dann sagen Sie s lieber!" _ Friedrich Wilhelm Gruber senkte sein Haupt wie vor dem Lehrer. ^ --Zch,,tu's nicht . , mehr." Und mit plötzlichem Trotz: r,Jch bleib überhaupt nicht mehr hier." „Nanu? Sie wollen fort?" „Wollen!! Ist doch sehr einfach: Sie erzählen, daß Sie Mich hier als Gartendieb abgefaßt haben, und wenn's ... der Direktor nicht erfährt, hören's die andern. Die necken mich dann und . . . in und dann ..." Er zuckte die Achseln und steckte die linke Hand, die von vorhin sowieso nicht ganz sauber war, in die Hosentasche „Und dann —.jpaä ist dann?" fragte Trude Eberhardt. ,,a.ann Prügle ich alle windelweich," gab er zur Antwort. „Unb wenn ste die Dresche weghaben, wird natürlich geklatscht, dann kommt Nicht nur die Himbeergeschichle und die Prügelei 'raus, sondern weiß Gott was alles — na, und dann flieg' ich. Ich meine: 'raus aus dem Gymnasium." Tas junge Mädchen war erschrocken. „Wahrhaftig?" stammelte sie — „gleich ganz 'raus? Mer das ist ia . . . unmöglich." „Bei uns — unmöglich . . .?" erwiderte er achselzuckend und deutete mit dem Daumen der Rechten nach rückwärts in die Gegend, wo das Gymnasium lag. „Die Leutchen müssen Sie erst kennen." Eine unsägliche Geringschätzung lag in seinen Worten. „Tann werd' ich selbstverständlich keinen Ton sagen," sprach 1 Trude Eberhardt nach einer Pause. „Das wäre ja sowieso niM geschehen." Sein Gesicht erhellte sich plötzlich. „Das wollten Sie tun? O, Fräulein Eberhardt — —" Etwas tölpelhaft streckte er ihr die Hand hin, zog sie aber sofort zurück. Sie war gar zu schmutzig. „Wissen Sie was?" fuhr er fort. „Sie . . . Sie müssen! mir eins versprechen: ich hab', denk' ich, so vierzig, fünfzig Beerest gut abgegessen hier. Tw müssen Sie, . . später 'mal bei uns . „ genau so viel essen. Das hebt sich dann. Fünfzig Beeren." Sie lachte laut auf. „Wie komme ich denn zu Ihnen, Herr Gruber?" Er kraute sich den Kopf. „Das allerdings . . . aber vielleicht bei Gelegenheit 'mal . . . später . . . Sie sollen mir ja rrnr versprechen, wenn sich's 'mal gerade so trifft. Dann fühl' ich mein Gewissen erleichtert." „Also gut. Wenn's 'mal paßt, eß ich fünfzig Himbeerest bei Ihnen. Aber nicht vergessen, Herr Gruber: Stehlen ist verboten." (Fortsetzung folgt.) * Wer ist der Faulste? Eine hübsche Ge-i s chich te, die die berühmten Faulpelze aus den Grimmschen Märchen in den Schatten stellt, erzählt die „Philadelphia League": Ein amerikanischer Captain hatte eine Kompagnie von 60 Mann, von denen jeder immer fauler war als der andere. Der Captain wollte seinen Leuten nun die Fanbi heit austreiben und glaubte, dazu ein ganz besonders gutes Mittel aussindig gemacht zu haben. Eines Morgens redete er seine Leute an: „Ich habe eine sehr angenehme, ganA leichte Aufgabe für den faulsten Mann in der Kompagnie. Der faulste Mann trete vor!" Augenblicks hoben sich 5Y linke Beine empor und ebenso viele Leute traten einen Schritt vor. Ganz erstaunt wandte sich nun der Captain an den einen, der allein im Gliede stehen geblieben war und! fragte: „Warum sind Sie nicht vorgetreten?" Die Antwort lautete: „Ich war zu faul." * Drei elegante Männer. Alle Pariser Zeitungen haben von den elegant gekleideten Frauen gesprochen, bte sich bei den letzten Rennen au? den Tribünen von Longchamps den Blicken des Publikums zeigten: die „Daily Mail" wundert sich darüber, daß nicht auch die elegant gekleideten Männer erwähnt worden sind, und sucht ihrerseits diese beüauerliche Lücke aliszniüllen. Die drei bestgekleideten Männer ans dem Rennplätze waren der be= kannte Schauspieler Le Bargy, ein berühmter Schneider, dessen Name leider nicht genannt wird, und tzerr Andrö de Fouquisres, der eleganteste Pariser, Versasser eines Buches über Kunst, Eleganz und Wohltätigkeit. Le Bargy trug einen Anzug von mattbrauner Farbe und eine Weste von grau-grünltcher Seide — man nennt das Krokodilnuance — kontrastierte wunderbar mit der grüngräulichen Kravatte. Der berühmte Schneider trug einen Phantasierock mit einem eingeweblen feinen purpurnen Streisen auf grauem Grunde. Seine Weste war geradezu eine Sensation: der Stoff wies als Webeeinschlag das rotgelbe Haar des Lieblingshuudes des Schneiders auf, und auf den Knöpfen sah man Piiniatiirbilder des interessanten Tieres, das leider schon ins Hundeparadies eui- geganqen ist. Wie der dritte Herr gekleidet war, wird nicht näher angegeben . . . Schade! * Mario, der berühmte Sänger, war mit Grisi, feiner Gattin in St. Petersburg engagiert. Auf einem Spaziergänge mit ihren Kindern begegneten sie eines Tages dem Zaren. Seine Majestät streichelte die Kleinen und bemerkte zn Grisi: „Dies sind wohl Ihre kleinen Grisetten?" — „Nein, Majestät," war die schlagfertige Entgegnung, „das sind meine kleinen Marionetten.." Silbenrätsel. ar, bah, bers, beih, bra, da, e, ei, en, en, dor, ho, il, la, le, li, lo ly, me, ine, neu, ol, ri, ri, fa, se, sen, th, zi. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen neun Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen ein geflügeltes Wort ergeben. Es bedeuten aber bte einzelnen Wörter folgendes: 1. Modernes Verkehrsmittel. 2. Titel einer Wagner'schen Oper. 3. Mythologischen Namen. 4. Einen Astronomen. 5. Männlichen Vornamen. 6. Englische Halbinsel. 7. Afrikanisches Reich. 8. Weiblicven Vornamen. 9. Ein Küstenland. Auslösung in nc.hster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nlimnierr Viel Kinder, viel V a t e r u n s e r. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- unb Steindruckerei, R. Lange, Gießen-