Donnerstag den 29. September W i »reS-»? i \"\E& lii i "WÄÄ i|l Ml fe- ME UM 8W Friedel halb-süß. Roman von Fedor v v n Z o b e l t i tz. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) '4. Er hatte es eilig. Er wollte noch den Elfuhrzug erreichen, konnte dann in zwei Stunden in seiner Garnison sein, morgen früh den Ehrenrat benachrichtigen und übermorgen die törichte Duellaffäre erledigen. Dann hatte er dre Dummheit aus dem Kopf und konnte sich in Ruhe der Angelegeuheit des Daufsekts für den „Exeelsior" widmen. Das machte ihm Spaß. Er lächelte, wenn er daran dachte, wie seine knappen Andeutungen den Väter gepackt hatten. Jin Kassenvorraum geriet er in ein dichtes Gedränge. Er wurde einen Augenblick zwischen den Grafen Wolfrad und den „Bauer" Nidderkopp eingeklemmt. Dann wieder drückte er seinen Säbelkorb dem kleinen Weinkommissar Ringer heftig in die Seite. „Alle Wetter, das ist ja lebensgefährlich! Entschuldigen Sie, lieber Herr Ringer. . . ." „Besondere Ehre, lieber Herr Leutnant Friedel," meckerte der Kleine, „wo ist denn der Herr Vater — und die gnädigste Frau Mama? . - ." Da schob sich Erich von Feßler zwischen die Beiden. „Der Genuß muß bezahlt werden," sagte er lachend; „auf dem Olymp zerschmolz ich, hier kommt man in die .Presse." Ein guter Gedanke schoß Fritz durch den Kopf. Der Feßler mußte ihm sekundieren! Das war besser, als wenn er einen der jüngeren Kameraden um die Gefälligkeit batr die dumme Geschichte brauchte nicht erst lang und breit int Regiment besprochen zu werden. „Hören Sie mal, Herr von Feßler —" __?" „Wo wollen Sie hin?" „Mit Kefselholz noch irgendwo einen Schoppen trinken." „Wo ist der Dicke?" „Er wollte draußen auf mich warten s mit seiner Tochter." „Darf ich mich anschtießen?" „Aber versteht sich. Da wird er glücklich sein." „Bier oder Wein?" „Ich habe eigentlich Bierdurst." „Es verstößt gegen die Tradition, soll mir aber recht sein. Nur muß ich auf meine Uniform Rücksicht nehmen." „Gehen wir ins Metropole." „Einverstanden. . ." Unter den Kolonnaden wartete bereits der dicke Kefselholz, sein schlankes Töchterchen am Arm. „Kefselholz, ich komme mit — Sie erlauben doch?" fragte Fritz und reichte dem Mädchen die Hand. „Guten Übend, Fräulein Dora. Wie zwitschert die Lerche?" „Um diese Zeit schlägt nur die Drossel, Herr Friedel.^ „Ist die Nachtigall ganz verstummt?" „Sie wird erst zur Fltederblüte lebendig." „Gut. Da aber will ich sie hören. In Ihrem illeinett Garten anr Rhein, hinter der Laube." „Ich habe einen Zusatz," sagte Feßler. „Ich höre die Nachtigall auch am liebsten in der Laube; aber vo« mir eine Bowle, und in deren Gold muß der Mond scheinen." „Es ist gräßlich-" meinte das Fräulein. „Herr von Feßler kann sich nie mit einem ästhetischen Gentlß allein! begnügen; es muß immer etwas Materielles dabei sein." „Umgekehrt: ich vergeistige gern die Materie durch ästhetische Würze." „Streiten wir nicht," sagte Fritz. „Erst singt, schlägt und pfeift Fräulein Dora; dann Wettern wir in dis Bowle. . . Kefselholz, ich wollte eigentlich mit dem Schnellzuge abrutschen. Aber ich werde den späteren nehmen; ich habe verschiedenes mit Ihnen zu beplaudern." Der Prokurist verneigte sich und bildete dabei eine seltsame Kurve. „W wird mir eine hohe Ehre sein, Herr Leutnant." „Nee — nichts von Ehre. Geschäftliches." Da sah Kesselholz ungläubig aus; doch er verneiats sich nochmals. Früher hatte der Leutnant öfters mit ihm „geplaudert"; aber seit einiger Zeit machte er keine Schul-, den mehr. Sollte ein Rückfall eingetreten sein? — Fritz bat Kefselholz, mit Fräulein Dora voran gehen zu wollen: er^habe noch ein paar Worte mit Herrn vonj Feßler zu sprechen. „Lieber Freund," sagte er und hing ficty an Feßlers Arm, „Sie waren doch einmal Miver Offizier?" „War ich. Bier Jahre lang. Fußartillerie in Graudeuz. Es wird da viel Grog getrunken. Und der Grog ist gut. Das ist aber das eützige, was gut in Graudenz ist." „Es kommt auf den Grog nicht an. Mehr tvert ist mir/ daß Sie mit Ehrenhändeln Bescheid wissen." ° Feßler erschrak. „Lieber Herr Friedel — Sie werden doch nicht —?!" „Es läßt sich nicht ändern. Eine Bagatelle — aber es muß schon sein." „Die Bagatellen bekommen zuweilen Gewichte. Wissen Sie, weshalb ich den Abschied einreichen mußte? An einem Königsgeburtstage rempelte mich ein Betrunkener auf der Straße an. So etwas tontmt vor. Ich nahm die Sache gemütlich und rief dem Patron zu: „Suchen Sie sich doch einen Laternenpfahl aus!" Und ging weiter. Da stürzte der Kerl hinter mir her und riß mir, eh ich mich dessen versehen konnte, von rückwärts den Säbel aus der Scheide. Verehrter Herr Friedel, das war das Gewicht an der Baga^ teile. Es kostete mich die Epauletten — und ich war den unschuldigste Teil. Freilich bekam ich meinen Abschied itt Ehren." 606 -.Seien Sie froh, daß Sie sich so rasch in eine neue Karriere hineinarbeiten konnten!" „Ach, lieber Freund, es ging langsam genug. Jmmer- hin: mein bißchen Talent hat mich davor bewahrt, im freien Amerika als Barkeeper zu enden. Jetzt sitze ich ja 10 leidlich warm. Aber davor lag eine gesunde Hungerkur. Und nun ad rem, Herr Kamerad. Ich wähle diese sür mich ungewöhnlich gewordene Anrede, weil Ihre Anfrage vorhin auf mein Osfizierspatent klopfte." „So war es. Ich habe ein kleines Renkonire mit Spannuth gehabt —" „Ach herrjeh! Mit Jacques?" „Ja. Keine Sache von großem Wesen. Aber es kam dabei wohl auch etwas von altem Groll zum Vorschein." c . „Ich verstehe. Die Spaunuths gehören zu den hemr- lichen Unversöhnlichen. Ich habe ihnen nie getraut." „Sei's, wie es fei, Er sprach das erste beleidigende Wort." „Vielleicht nur im Eifer der Debatte. Vielleicht re- voziert er." „Das wird sich finden. Wir wollen korrekt vorgehen. Suchen Sie ihn bitte morgen früh auf und befragen Sie ihn nach der Revozierung. Im Weigerungsfälle stellen Sie die Forderung und depeschieren Sie mir, damit ich mich mit dem Ehrenrat auseinandersetzen kann. Wie die Sache liegt, sind irgendwelche Schwierigkeiten ja nicht vorauszusetzen — Sie können sich inzwischen mit dem Sekundanten Spaunuths also immer über den Modus des Zweikampfs einigen." „Distanz natürlich — zwanzig Schritt." Fritz lachte. „Warum nicht dreißig? Und hinter Panzertürmen? Ich garantiere Ihnen einen gefahrlosen Ausgang, aber wir wollen auch keine alberne Komödie spielen." „Ueber die Komödie werden wir nicht fortkommen — ich habe meine eigenen Ansichten über das Duell, und wenn Sie mich einfach gefragt hätten, was tun? würde sch wahrscheinlich geantwortet haben: Lassen Sie den dummen Bengel —" „Lieber Feßler," fiel Fritz ein, „Sie brauchen gar nicht weiter zu sprechen — den Rat, den Sie mir geben wollen, hätte ich vielleicht beherzigen können, wenn ich nicht Uniform trüge. Im Bürgerrock sitzt uns auch die Hand lockerer H sie juckte mir vorhin gewaltig — — aber schließlich haben wir uns doch alle der Konvention zu fügen, was nicht immer nur Nachteile hat." „Sind Sie ein guter Schütze?" „O ja. Ein so guter, daß ich mich verpflichte, meins "Kugel dicht am rechten Ohr Spaunuths vorübersausen zu lassen. Vielleicht, daß ihm das eine Warnung ist, die Minen, die er zwischen unsere Fabriken gelegt hat, nicht fein entladen." „Es sollte mich freuen, wenn das Duell wenigstens Siefe Wirkung hätte. Denn, Unter uns gesagt, Herr jriedel: Jacques Spannuth macht sich gern zum" Träger oit allerhand Klatschereien — und seine neueste Freundin jlft ihm bei diesem Geschäft." „Wer ist seine „neueste Freundin"?" „Nun klatsche ich auch. Die Diane vom Klostereck. ' Haben Sie ihr je etwas zuleide getan?" „Ich habe mich nie um sie gekümmert. Wer ich habe mit Weinern alten Freunde Helldorf für immer gebrochen, als er den Wahnsinn beging, sie zu heiraten." „Vielleicht ist es das, was ihrem heimlichen Haß Nahrung gibt. Graf Eldringen erzählte mir einmal, sie habe sich gelegentlich wenig liebenswürdig über Sie geäußert." „Was mir manches erklärt, mich sonst aber recht kühl läßt." „Es würde mir ähnlich ergehen. Nichtsdestoweniger: hüten Sie sich vor ihr. Kennen Sie die Geschichte ihres letzten Geliebten? Es kann auch der vorletzte gewesen fein. Es war ein Mann mit sehr vornehmem Namen. Als er sich um ihretwillen ruiniert hatte, schossen Verwandte und Freunde zusammen, ihm eine Farm in Afrika zu kaufen. Er hat fie, mitzukommen, er könne nicht von ihr lassen. Statt jeder Antwort schickte sie ihm ein Dutzend Antipyrin- pulver — „zur Nervenberuhigung". Er nahm alle zwölf Und wachte nicht mehr auf." Fritz zuckte leicht mit den Achseln. „Die Tragödie eines Narren." „Dem widerspreche ich nicht. Wer ich möchte Sie dennoch warnen: hinter der weißen Stirn dieses Geschöpfes schlummern bösartige Instinkte." „Pah — eilte Dirne fürchtet mau nicht!" „Ihre Ziitgerchett wachsen sich leichter zu Harphenklauen aus, als die einer ehrbaren Frau. Aber vielleicht täusche ich mich in diesem Falle. Jedenfalls werde ich Ihren! Auftrag bestens erledigen und morgen früh Spannuth aüs- suchen..." ! Währenddessen schritten Herr Kesselholz und seine Tochter munter voran. „Vater, was will Friedel halb-süß?" hatte Dora gefragt. „ „Willst du einen Nasenstüber, Frechdachs?" Mb de« Prokurist zurück. „Als Tochter eines Angestellten der Firm« K. St. Friedel soll dir der Sohn des Hauses heilig fein. Statt dessen nennst du ihn bei seinem Spitznamen! Schickt sich das?" „Es schickt sich vieles nicht, was lustig ist. Aber es wäre auch lustig, wollte ich in Fritz Friedel einen Heiligen sehen. Den Heiligenschein trägt ,er immer in der Tasche- nicht wahr?" „Du wirst dir noch einmal das Schnäbelchen verbrennen, Nachtigall. Dann ist es mit dem Pfeifen und Schmettern aus." „Ich ängstige mich nicht. Was will der schöne Mann von dir? frag ich noch mal. Wenn Vater und Mütter wüßten, daß er mit dem Prokuristen der Firma und dessen weiblicher Nachfolge kneipen geht, du sähest morgen finstere Gesichter im Kontor." „Larifari — der Kommerzienrat ist gar nicht so schlimm. Aber freilich die Frau. Ja — wenn die Frau nicht wäre! Manchmal, bei der Bilanz, da könnt ich schäumen Ivie unser Extra-Cuvöe. .Hunderttausend Mark pro Anno ließen sich leicht zurücklegen — selbst bei anständigstem Verbrauch; ich will dafür das gleiche rechnen. Statt dessen war ich neulich wahrhaftig in Verlegenheit, als ich den neuen Mercedes bezahlen sollte. Papperlappapp, ich schwatze. Dora, höre nicht ans deinen altwerdenden Vater." „Schwatzest du zu mir, so ist es nicht mehr als ein Selbstgespräch. Auf der Bühne sind sie zwar aus der Mode gekommen, aber sie tun zuweilen immer noch wohl. Und nun frag ich zum dritten Male: was will der Leutnant; von dir?" „Ich weiß es nicht. Woher soll ich das wissen? Plaudern will er mit mir. Früher hatte ich einen gewissen Respekt davor. Als er sich noch seinen Rennstall hielt, mit dem Helldorf zusammen — damals. Wenn er da zu mir kam und sagte: Kesselholz, haben Sie ein Viertelstündchen Zeit, ich möchte mal gemütlich mit Ihnen plaudern — da wußte ich schon, was die Uhr geschlagen hatte. Halb gings gewöhnlich auf Vaters Konto und halb auf meins. Aber er hat mich nie im Stiche gelassen; er hat alles zurückgezahlt." Dora blies unter ihren Schleier, daß er sich blähte, „Und nun ist er vernünftig geworden?" fragte fie. „Scheint so. Gut, daß er den Helldorf los ist; der hat ihn zu mancher Dummheit verführt. Denn, weißt du, er selbst, der Fritz — daß er unvernünftig war, kann man eigentlich nicht sagen. Gott, er hat sich auch erst ein bißchen die Hörner abstoßeu müssen, aber so — an den großen Lumpereien, da war gewöhnlich der Helldorf schuld' — und die Frau Mütter. Wahrhaftig — ich bin selbst einmal Zeuge gewesen, wie sie ihn gefragt hat: „War das deine Geliebte, die kleine Blonde, mit der du neulich in Iffezheim warst? Sie geht schlecht angezogen; schick sie zur Dissandrer und laß ihr eine neue Robe machen." Tora, ist das Erziehung?!" Dora lachte hell auf. „Wie du das sagst, Vater! Die ganze moralische Entrüstung ehrbarer Bourgeoisie lag in deinem Ton. Aber ich widerspreche dir trotzdem: Gewiß ist das.Erziehung — die zum Weltmann. Und das soll Friedel halb-süß doch nun einmal werden. Gingen die Pläne seiner Fran Mütter dahin, ihn zürn soliden Nachfolger einer soliden Firma heranzudressieren, so würde sie wahrscheinlich gesagt haben: „Pfui, 'Fritz, ich sah dich neulich aus der Rennbahn mit einer Tarne am Arm, pfui — und es war nicht einmal eine Tarne, sondern ein Mädchen, pfui — und nicht einmal ein Mädchen, sondern pfui pfui!"- Siehst du, daun hätte es anders geklungen." Kesselhcllz schüttelte den Kopf. „So manchmal, wenn man dich sprechen hört — ich wM nicht, da kommK W — 607 ■mir gar nicht vor, als ob du Dorothea, Kesselholz, hießest ■und deine gute Mutter eine geborene ©triefe gewesen wäre. Da hast du etwas entschieden Leichtfertiges „Es macht die Chanipagneratmosphäre, Vater, in der wir leben." „Bitte, in der lebe ich auch — und bin doch immer ein braver Spießbürger geblieben." „Aber zum Beispiel — Herr von Feßler. Als er zu uns kam, war er von schrecklicher Nüchternheit. Jetzt ist er aufgetaut und fidel geworden und macht mir sogar hin Und wieder ein bißchen den Hof." „Was ich nicht gern sehe. Er ist vom Adel." „Schon der älteste Adel hat geflirtet. Schon Adam Unter dem Apfelbaum." , „Aber die Eva war immerhin eine standesgemäße Partie. Du bist es für Herrn von Feßler nicht." „O Vater, wären wir nicht an £)rt und Stelle, dann würde ich dir mit einer Dissertation antworten, die meiner seminaristischen Erziehung alle Ehre einlegen und dir trotzdem nicht gefallen würde. So muß ich leider schweigen. Aber ich komme auf deinen Angriff zurück. Wach dich auf eine Gardinenpredigt gefaßt. Dann bin ich nicht Nachtigall, sondern Neuntöter. . . ." „Da sind wir!" rief Fritz int Nähertreten. „Herr von Feßler, nun führen Sie uns in Ihre Stammtischecke und Mm Urquell Ihres Lebens, wenn er auch nur als Pilsener strömt!" (Fortsetzung folgt.) Kapitän Croker. Ein Detektivabenteuer von Conan Doyle. Es war an einem bitterkalten Wintermorgen des Jahres 1897, als jemand meine Bettdecke wegzog und mich munter machte. Es war Holmes. Die Kerze in seiner Hand warf einen! hellen Schein auf sein Gesicht, und ichuperkte auf den easten Blick, daß er etwas Wichtiges vorhatte. „Komm', Watson, komm'!" rief er. „Die Jagd geht los. Kein Widerreden! In die Kleider und fort!" Nach zehn Minuten saßen wir beide bereits in einer Droschke Uuf dem Wege nach der Station Charing Croß. Die Straßen! waren noch leer, nur hie und da sahen wir in dem dunkel'M Llondoner Nebel, der von den ersten Strahlen der Morgendämmerung schwach erleuchtet wurde, die verschwommenen, unbestimmten Umrisse eines Arbeiters, der früh an sein Tagewerk ging. Holmes hüllte sich schweigend in seinen schweren Ueber- ziehcr, und ich tat das gleiche, denn die Luft war eisig und wir hatten beide stoch nichts im Magen. Erst als wir am Bahnhof etwas heißen Tee genossen and in dem Zuge nach Kent unsere Plätze eingenommen hatten, waren wir soweit aufgetaut, daß er sprechen und ich! zuhören konnte. Er nahm einen Brief aus der Tasche und las ihn mir laut vor: „Lieber Herr Holmes, — ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sofort kommen wollten, um mir bei einem Falle, der außerordentlich merkwürdig zu werden verspricht, Ihre Hilfe zu Teil werden zu lassen. Es ist etwas nach Ihrem Geschmack. Wnßcr der Befreiung der Dame will ich dafür sorgen, daß alles genau so bleibt, wie ich es angetrosfen habe, aber ich bitte Sie, keinen Augenblick Zeit zu verlieren, weil es unmöglich ist, Herrn Edward lange liegen zu lassen. Ihr ergebener Stanley Hopkins." „Hopkins hat mich in sieben Fällen beigezogen, und jedesmal war seine Aufforderung gerechtfertigt," sagte Holmes. „Ich glaube, die hast jeden dieser Fälle in deine Sammlung aufgenommen, und ich muß gestehen, Watson, daß du eine glückliche Wähl zu treffen verstehst, die manches wieder gutmacht, was mir in deinen Geschichten mißfällt. Deine leidige Gepflogenheit, alles vom Standpunkt des Erzählers, statt von dem des Gelehrten zn betrachten, hat es verhindert, daß eine belehrende und vielleicht vorbildliche Serie klassischer Äeweisfälle daraus geworden ist. Du gehst über Stellen der schwierigsten und feinsten Geistesarbeit rasch hinweg, um bei sensationellen Einzelheiten desto länger zu Sckrweilen, die ja den Leser fesseln mögen, aber sicher nicht belehren können." „Warum schreibst du sie denn nicht selbst?" versetzte ich, etwas verletzt. „Das beabsichtige ich jetzt auch, mein lieber Watson, das werde ich ganz gewiß noch tun. Augenblicklich bin ich jedoch, wie du weißt, stark beschäftigt, aber ich habe mir vorgenommen, Meine späteren Jahre der Ausarbeitung eines Werkes zu widmen, welches die ganze Detektivkunst in einem einzigen Bande KNsammenfassend enthalten soll. Gegenwärtig scheint es sich um einen Mord zu handeln." „Du meinst also, daß dieser Herr Edward tot ist?" „Das ist allerdings Meine Ansicht. Hopkins' Brief verrät Me starke UMezupg, un£ er ist nicht gerade ein Gemütsmensch. Ja, ich nehme an, daß ein Gewaltakt vorliegt und daß man die Leiche liegen gelassen hat, damit wir sie an Ort und Stelle in Augenschein nehmen können. Bei einem einfachen Selbstmord würde er mich nicht gerufen haben. Was die Befreiung der Dame anbelangt, will es mir scheinen, daß sie während der Ermordung! in ihr Zimmer eingeschlossen gewesen ist. Wir haben's mit seinen Leuten zu tun, Watson; beste Briefbogen, Monogramm E. B., Wappen, künstlerisch ausgestattete Kuverts. Ich vermute, daß Freund Hopkins seinen Rus erhöhen wird, und daß uns ein' interessanter Vormittag bevorsteht. Das Verbrechen ist heute nacht vor zwölf verübt worden." „Woher weißt du das?" „Durch einen Blick ins Kursbuch und durch Berechnung der Zeit. Zuerst mußte die Ortspolizei in Kenntnis gesetzt werden, diese mußte sich mit der Londoner Polizei verbinden, Hopkins! mußte hinausfahren und seinerseits wieder nach mir schicken. Das' alles zusammen kostet wohl eine Nacht Zeit. Nun, hier sind wir in Chislehurst, und bald werden unsere Zweifel gehoben! fein." Eine Fahrt von ein paar Meilen auf schmalen Feldwegen brachte uns an einen Park. Ein alter Pförtner, von dessen magerem Gesicht man Mesen konnte, daß ein großes Unglück passiert war, öffnete uns die breiten Tore. Wir befanden uns in einem herrlichen Park und schritten eine mit alten Ulmen bestandene Allee entlang, deren Abschluß ein weites, niedriges Gebäude in palla- dinischem Stil bildete. Der mittlere Teil war offenbar sehr alt und ganz mit Efeu überzogen, aber die großen Fenster wiesen auf moderne Aendernngen hin, und ein Flügel schien überhaupt ganz neu zu fein. Am Eingang kam ung Inspektor Hopkins entgegen. „Ich bin sehr froh, daß Sie gekommen sind, Herr Holmes, und Sie auch, Herr Dr. Watson! Aber trotzdem würde rch Sie, wenn ich's jetzt noch 'mal zu tun hätte, nicht belästigen, denn die .Dame hat, sobald sie wieder zu sich gekommen war, einett so klaren Bericht' des Hergangs gegeben, daß uns nicht viel zu tun übrig bleibt. Sie kennen doch die Lewishamer Einbrecherbande?" „Was, die drei Randalls?" „Jawohl; der Vater mit seinen zwei Söhnen. Die haben's verübt. Daran ist gar nicht zu' zweifeln. Vor vierzehn Tagen haben ie in Sydenham einen großen Einbruchsdiebstahl ausgeführt nnbj ind gesehen und beschrteben worden. Es ist zwar etwas frech, o kurz darauf und so nahe dabei einen zweiten zu wagen, aber ie sind's gewesen, das steht fest. Diesesmal geht's ihnen an den' Kragett." „Dann ist der Baron Edward wohl tot?" ' 1 >„Jä; nisin hat ihm mit seinem eigenen Ofenhaken den Schädel eingeschlagen." i,,Wie mir der Kutscher sagte, handelt es sich um den Baron Alfred Brackenstall." „Ganz recht — einen der reichsten Männer in Kent. Dis Baronitl Brackenstall ist in ihrem Schlafzimmer. Die arme Fran hat Schreckliches durchgemacht. Sie schien halb tot, als ich sie zum erstenmal sah. Es ist am besten, wenn Sie gleich ztt ihr gehen und sich erzählen lassen, wie sich's zuyetragen hat. Dann wollen wir gemeinsam das Speisezimmer besichtigen." Baronin Brackenstall war keine alltägliche Erscheinung. Ich habe selten eine so anmutige Gestalt, eine so echt weibliche Persönlichkeit und ein so schönes Gesicht gesehen. Sie war eine Blondine mit goldenem Haar und blauen Augen und würde zweifelsohne auch die sonstigen Eigentümlichkeiten dieses Typs gehabt haben, wenn sie nicht das Erlebnis der verflossenen Nacht verstört und bleich gemacht hätte. Sie litt sowohl körperlich wie seelisch. Ueber' bem einen Ange hatte sie eine häßliche schwarzblaue Geschwulst, die ihre Dienerin, ein großes, ernstes Weib, unablässig mit Wasser und Essig badete. Die Baronin lag erschöpft auf einer Chaiselongue, aber ihr munterer Blick, mit dem sie uns sofort beim Eintreten Bemerrte, und der lebhafte Ausdruck ihres hübschen Gesichts zeigte uns, daß weder ihr Bewußtsein getrübt, noch ihr Lebensmut durch die vorhergegangenen! Schrecken erschüttert mar. Sie war in ein blau und weißes, loses Morgenkleid gehüllt, aber danebeit ans einem Sofa lag ein schwarzes, goldbesetztes Gesellschaftskleid ausgebreitet. „Ich habe Ihnen ja bereits alles erzählt, Herr Hopkins," sagte sie müde, „könnten Sie's nicht für mich wiederhvlcnL Doch, wenn Sie's für nötig halten, will ich's den Herren nock 'inal erzählen. Sind Sie schon im Speisesalon gewesen?" '„Ich dachte, es sei besser, wenn die Herren zuerst.aus Ihrem Munde erführen, wie sich's zugetragen hat." _ „Es würde mir sehr angenehm sein, wenn tote die Lmche in Ordnung bringen könnten. Ter Gedanke, daß er noch immer dort liegt, ist mir schrecklich." Sie erschauderte und verbarg einen Augenblick das Gesicht mit den Händen. Bei dieser Bewegung fielen die weiten Acrmel zurück, und Holmes bemerkte zwei rote! Stellen an dem einen der weißen, wohlgerundeten Arme. „Sie haben noch andere Verletzungen, gnädige Fran!" rief er aus. „Woher kommt das?" Sie deckte sie rasch zu. „Es ist nichts. Es hängt in keiner Weste mit der inrchtbaren Begebentzest der vergangenen Nacht zusammen^ Wenn.Sze UM 608 Ihr Fräund Platz nehmen wollen, will ich Ihne» alles erkläre», soweit es mir möglich ist. Ich bin die Frau des Barons Edward Brackenstall. Ich bi» seit ungefähr xinem Jahre verheiratet. Ich glaube, es ist zwecklos. Ihnen zu verheimlichen, daß unsere Ehe nicht sehr glücklich gewesen ist. Ich befürchte, selbst wenn ich's leugnen wollte, würden Sie's von allen unseren Nachbarn hören. Vielleicht wag die Schuld zum Teil an mir liegen. Ich bi» in der freieren, weniger förmlichen Atmosphäre Südaustraliens erzogen, und dieses englische Leben mit seiner Etikette und Ziererei behagt mir nicht. Aber das Schlimmste war, daß, wie alle Welt weiß, mein Mann ein wirklicher Trinker war. Es ist nicht angenehm, mit einem solchen Menschen auch nur eine Stunde zusammen zu sein. Nun können Sie sich vorstellen, was es für ein empfindsames und stolzes Weib heißen will, an einen solchen Mann Tag und Nacht gekettet zu sein. Es ist unerhört, es ist eins Schmach, von Gesetzes wegen eine solche Ehe für bindend zu erklären! Ich kann Ihnen Nur sagen, daß solche ungeheuerlichen Gesetze einen Fluch über Ihr Land bringen — der Himmel will nicht, daß ein derartiges Verhältnis von Dauer sein soll!" Sie richtete sich einen Aug-ew- blick auf, ihre Wangen röteten sich und ihre Augen funkelten unter der furchtbaren Verletzung ihrer Stirne hervor. Daun drückte die starke Hand ihrer Zofe ihren Kopf wieder sanft auf das Kissen nieder, und der wilde Zorn ging in leidenschaftliches Schluchzen über. Endlich fuhr sie fort: „Ich will Ihnen nun von der verflossenen Nacht erzählen. Es ist Ihnen vielleicht schon bekannt, daß in diesem Hause die gesamte Dienerschaft in dem neuen Flügel schläft. Dieses Mittelgebäude enthält vorne die Wohnräume und hinten die Küche und darüber unser Schlafzimmer. Ueber meinem Zimmer befindet sich die Schlafstube meiner Zofe Theresa. Außer ihr hält sich hier niemand auf, und die in dem anderen Flügel konnten den Lärm unmöglich hören. Das müssen die Räuber genau gewußt haben, denn sonst hätten sie nicht in der Weise vorgehen können- wie sie's getan, haben. (Fortsetzung folgt.) vermischter. * Die Sprachkenntnisse der Herrscher. Der Herrfcherberuf zwingt die Fürsten, in ihrer Jugend dem Studium fremder Sprachen besonderen Fleiß zuzuwenden, und fast alle Monarchen Europas sprechen fließend eine Reihe von fremden Sprachen. An der Spitze der polyglotten Monarchen, so weiß eine französische Wochenschrift zu erzählen, steht der greise Kaiser Franz Josef. In keinent europäischen Reiche sind so viele Volksstämme zu einem Staate vereinigt, wie in Oesterreich-Ungarn. Tie erste Pflicht des Herrschers ist, die Sprache seiner Landeskinder sich zu eigen zu machen. In der Tat spricht Kaiser Franz Josef heute zwölf Sprachen: Deutsch, Französisch, Ungarisch, Tschechisch, Polnisch, Serbisch, Kroatisch, Ruthenisch, Dalmatinisch, Rumänisch, Italienisch und sogar ein wenig Hebräisch. So könnte der Kaiser, der gewiß auch noch über lateinische und englische Kenntnisse verfügt, unter den Philologen einer Akademie einen Ehrenvlatz ein- nehmen. Ihm folgt Kaiser Wilhelm, der sechs Sprachen vollkommen beherrscht. Der Kaiser spricht außer dem Deutschen fließend englisch, französisch, lateinisch, polnisch und vor allem russisch. Der Zar verfügt neben den: Russischen über eine vollkommene Kenntnis der deutschen und der französischen Sprache und beherrscht auch eine Reihe slawischer Dialekte. König Viktor Einauuel dagegen spricht in Wirklichkeit fast nur Italienisch, obgleich er seit langen Jahren Deutsch und Französisch studiert. Auch der König von Spanien bedient sich tast nur seiner Heimatsprache, wenn er auch Englisch und Französisch beherrscht. Dagegen besitzt Zar Ferdinand von Bulgarien ansgedehute Sprachkenntnisse, die ihn fast an die Seite des deutschen Kaisers stellen, denn neben der Sprache seines Landes bedient er sich fließend des Französischen, des Englischen, des Deutschen und des Russischen. Darin steht er dem verstorbenen König Eduard gleich, der ein reines Pariser Französisch ebenso gut sprach wie Englisch, und der zudem des Deutschen, Spanischen und Russischen mächtig war. * Ter Zeitungsjunge als Tenor. In London errang dieser Tage in einem Konzert ein Tenor vielen Beifall, der noch vor kurzer Zeit seine Helle Stimme dazu verwendet! hatte, in den Straßen Newhorks die neueste» Zeitungen aus- zurufen. Ter junge Künstler, der den Namen B. Nevada Landino führt, verkaufte seine Zeitungen hauptsächlich vor den Toren eines Opernhauses, und so begab es sich eines Abends, daß der Direktor auf die warme, klangvolle Stimme des Jungen aufmerksam wurde. Er hörte ihn mitten in der Arbeit ein kleines Gassenliedchen trällern und war so entzückt von dem ungewöhnlichen Wohlklang seines Organs, daß er ihn ansprach. Der Direktor nahm sich nun Hes Jungen an und schickte ihn zur Ausbildung nach Italien; dort erwarb er sich eine vollkommene Kenntnis der Sprache und eine gute Gesangstechnik, so daß er bereits mit vielen: Erfolge auftreten konnte. * Das 100-Millionen-Baby. Der transatlantisch« Mabel erbebte am Montag besonders stark unter der gewichtigen ■ Nachricht, daß der 9 Monate alte Master Winson Walsh McLean glücklich uud Münd auf denk „Kronprinz Wilhelm" in PlyMolltH angekomme» ser. 'Master Wilson ist nämlich kein gewöhnliches Baby, sondern er darf den Anspruch daraus erheben, das reichste Kind Amerikas zu sein, und der Ehrentitel „das 100-Millionen? Baby" ist ihn: zuteil geworden. Als das einzige Kind, das in zwei der reichsten Multimuionärsfamilien Amerikas, den Walshs und den McLeans, vorhanden ist, ist es der Erbe eines Vermögens, das auf 100—120 Millionen Dollar geschätzt wird. Das nach ihn: reichste Kind der Vereinigten Staaten, der kleine John D. Rockefeller III., wird voraussichtlich einmal nicht mehr als 50 Millionen Dollar besitzen. Der Großvater des 100-MillioNery- Babys war Thomas F. Walsh, der Besitzer der Camp Bird-Gold- mine in Colorado, deren Schätze sich Jahr um Jahr als immer reicher erweisen; sein anderer Großvater ist John R. McLean, der Eigentümer zweier Riesenzeitungen, der „Washington Post" und des „Cincinnati Enquirer"; ihm gehören auch die Beleuch- tungs- und Straßenbahn-Anlagen in Washington. Die Mutter Master Winsons war vor ihrer Hochzeit in der Hauptstadt als „das Mädchen, das alles hat, was es will", bekannt. Aber auch der Vater besaß bereits, bevor er Miß Walsh kennen lernte,: alles, was er sich nur wünschen konnte. Man erzählte sich; der reiche Evelyn Walsh habe erklärt, sie werde nur einem Mann« die Hand reichen, der sich sein Brot selbst verdiene. * Sind die Männer koketter wie die Frauen? Die Frage, ob es die Männer mit den Frauen auch in der Koketterie aufnehmen können, hat ein englischer Journalist aus originelle Weise zu lösen versucht. Er postierte sich eines Tages in der feinsten Geschäftsgegend der Regents Street vor einem! großen Modemagazin, das mit schönen, klaren Spiegeln ge- tomiidt war, und beobachtete die Vorbeigehenden. „WievieiL Männer werden sich innerhalb fünf Minuten tn diesen verführerischen Gläsern ihre Wohlgestalt beschauen, wieviel Frauen?" Das war der Gesichtspunkt, unter dem er seine Beobachtungen machte. Das Notizbuch in der Hand, schaute er eifrig aus und schrieb sich sorgfältig seine Ergebnisse auf. Was er feststellte, schien auf den ersten Blick für die Männer günstig: von 50 Angehörigen des stärkeren Geschlechts, die in der kurzen Zeit vorbeckamen, sahen sich nur 19 in den Spiegeln an, während von 50 Frauen, die in acht Minuten vorbeieilten, 22 ihr Spiegelbild betrachteten. Wer während die Damen nur einen kurzen! Augenblick Halt machten, um durch einen flüchtigen Blick den guten Sitz ihres Hutes und der Toilette festzustellen, schauten die Männer lange und eingehend auf ihr Ebenbild, das sich in dem Glase zeigte, und lächelten mit befriedigter Miene, als wenn sie so recht die alte Mythe vom eitlen Narziß bestätigen wollten. Die einen rückten an ihren Krawatten herum und! legten sie in schwungvollere Falten, die anderen strichen sich durch die Haare, um ihnen einen schöneren Fall zu verleihen- oder gaben dem Schnurrbart die richtige Lage. Das starke Geschlecht scheint also auch in dieser bisher den Frauen Vorbehalte»^ Eigenschaft sich auszuzeichnen. humoristisches. * D i e R e 11 e r. „Bei der Trauung des Barons von Pumpen- horst soll ja eine Panik entstanden sein." — „Ja, aus dem Kronleuchter fiel eine brennende Kerze herab und setzte die Braut* schleppe in Brand; die Flammen wurden aber von den herbeistürzenden Gläubigern sofort erstickt." * Unangenehme Eröffnung. Junger Mann (einem Dienstmann einen Liebesbrief übergebend): „Aber so schreibe» Sie sich doch die ziemlich komplizierte Adresse des Fräuleins auf!" — Dienstmann: „Js nich nötig, da vorne hat mir 'n junger! Man» ooch 'n Brief an dasselbe Fräulein gegeben!" Arithmogrkph. 1 2 8 5 4 französische Stadt. 2 7 2 Stadt in Tirol. 3 2 14 eine Kulturpflanze. 4 2 7 5 2 4 russischer Schriftsteller der Gegenwart. 5 7 5 2 4 ein Heldengedicht. 6 2 3 4 persische Provinz. 2 4 Figur ans dem Kartenspiel. 7 2 2 3 Holländischer Maler. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Titel einer Wagner- schen Oper. Auflösung in nächster Nummer: Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer: I 8 A R 8 0 D A A D A M R A M A « ................ ' mn il I Ilia..... ........... » । Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,