n: B a 1910 — Nk. 202 Die drei Gedanken. Stlvcsterhumoreske von Ralph von Rawitz^ (Nachdruck verboten.) Boni Krrchttmn der kleinen Garnisonstadt schlug es ein Uhr. Klus der bunten Menge, die die Eisfläche des hübschen Stadtteichrs belebte, loste sich ein junges Paar: eine reizende Blondine in firunmt, pelzbesetztem Kostüm — sie; ein junger Offizier in der Uniform der gelben Ulanen — er. Langsam glitten sie zu den Wanken am Eingang der Eisbahn und ltesten sich von einem Diener dre schwedischen Schlittschuhe abschnallen. Dann gingen sie den gefegten Weg durch die Anlagen und bogen in eine Villeni- ftraße ein. ,Mlcht lvahr, Erch, es war wieder reizend?" sagte Asta von Brandendorf. „Das schöne Wetter, brillantes Eis und eure Musik! Und — Ehre, tvem Ehre gebührt — du läufst einfach großartig!" „Selbstredend! lachte Erich von Liebenitz, indem er das Kerne, schwarze Bärtchen aufdrehte, „selbstredend, Cousincheni Wu hast das fabelhafte Glück, den elegantesten Reiter und Läufer des ganzen Regiments zum Vetter zu haben. Dk bist zu beneiden, Astachen!" „Nein, — diese Mäimev! Glaubst du, daß du gar keine! Fehler hast, daß drr nichts mangelt?" „Aber natürlich, mangelt mir etwas, das Beste sogar von fettem!" ' „Na?" „Zein langerbetenes, immer wieder hinailsgeschobenes „Ja!" -„Ach — Erich — die alte Geschichte — langweilig —“ „jawohl, beinahe langiveilig, Asta, wenn du auch noch dieses Jahb, das kaum mehr elf Stunden zählt, eirtschwinden läßt, ohne Mich zum glücklichsten Meiischen zu machen! Deine Elterir, meine Eltern, alle auster dir kennen keinen höhereii Wunsch als uns vereint! tzu sehm! Was hast du an mir auszusetzen? Ich sehe leidlich aus, Irette gut, tanze gut, mache erstklassige Bowlen, laufe Schlittschuh wie ein junger Gott, habe die schönsten Pferde, die echtesten £ enter —" „Und die grössten Schulden, Vetter!" r, „Ach wo. Asta! Langenbrück und Wiedowskh haben viel hollere Schulden! Meine paar braunen Lappen —! Wenn ich es dein Papa beichte und zugleich sagen darf: Asta will meins Keine Fran werden —" „Rein — nein — sie will nicht — oder! —" sie errötete ein kvenig, „wenigstens noch nicht —" „Du vertröstest mich immer — aber das muh ein Ende haben. Setze mir einen Termin! Verlange Proben! Soll ich nicht mehr leiten ? Soll ich keinen Champus mehr genehmigen? — Ach, Mädel! —- Astachen! — ich sehe es dir ja an den Augen an, daß du mich ein bißchen lieb, hast, ich kann ja förmlich deine Gedanken lesen--“ „Das kannst du eben nicht, Erich! Wenn dir das könntest —" „Was wäre dann? Dann nähmst du mich? Wetten?" „Aber, Erich!" „Selbstredend wetten! Ich werde dir beweisen, daß ich deine Gedanken lesen kann! Ja ।— ich will die Sache für mich sogar lriesig schwer machen: ich will dir nachweisen, daß du Dingo denkst, die nicht sind oder nicht so sind, oder irgendwie anders! lind, also kurz, daß du irrige Gedanken hast." „Bon — das akzeptier« ich. Aber in Einzelheiten kann! stall natürlich leicht ta® —. lagen wir also.; fcy, mußt mir dreimal nachweisen, daß ich in Dingen, die deine Person betreffen, irrig! Gedanken habe." I I • I I i 1 „Scharmant! — Mer um die Sache ganz schwierig zu g« stalten: ich werde dir den Beweis noch in diesem Jahre erbringWV' „Abgemacht! Und der Einsatz?" „Dein Ja!" „N"stirlich! Wer wenn du verlierst, Erich?" -„Ach so — Na ja — eine Riesen-Bonboniere mit drei gufelj von Praiinees, direkt aus der Residenz!" I „Einverstanden, Vetter! Aber — ach, du armer Bengel ea eigentlich kannst du mir leid tun!" ' „Na, du kannst ja dein „Ja" auch ohne Praiinees geben n „Nem — nein —jetzt wehre dich, tapferer Ritter! Uny hier bin ich zu Hause. Mama steht schon am Fenster und droht, daß wir uns verspätet haben. Ich komme schon, Mamachen k Adieu, Vetter — auf Wiedersehen heute abend beim Silvesterball!" Sie ging und er sah ihr bewundernd nach. Dann schritt er langsam seinem Junggesellenheim entgegen. Anfangs wap sein Gesicht ernst, aber allmählich kam ein fröhlicher Glanz inj seine hübschen blauen Augen, und schließlich rückte er die Mützq schief aufs Ohr, spitzte den Mund und pfiff den Pariser Einzugs- marsch: „Tarititi — tarititi — so gehts! Astachen — Astachen — ich belappse dich doch!" I Er wendete noch einmal um, schritt nach dem Kasino, hattet mit dem Kasino-Unteroffizier eine kurze Aussprache und begah sich nach dem Marktplatz, wo er in ein Blumengeschäft eintrahj „Tag, Herr Ledermann!" „Guten Tag, Herr Baron! Womit kann ich dienen?" „’n hübschen Strauß zu Mark zehner!" > „Sehr wohl, Herr >Baron!" „Bischen was Nettes, Seltenes.^ Wieder, Rosen, dingsda/* >,Und wann darf ichs schicken?" „Um sechs in meine Wohnung. Mer tun Sie auch die Rechnung bei — es ist ja wohl ein ziemlicher Posten das ganze Iah? hinlmrch? Wie?" Herr Ledermann sah in feinen Büchern ztach Wh addier tKZ „121 Mark, Herr Baron," „Na — erträglich!" „Es eilt ja nicht, Herr Baron!" „Habs auch nicht in der Tasche, LedermäNnchen! Also M Sechse — pünktlich, und gut verpackt in nettem Karton! —। 'Morgen! — Apropos — legen Sie die Rechnung unten in dest Karton, ich habe es nicht gern, wenn die Domestiken — Sch verstehen! — Nochmals guten Morgen, blütenspendender Freund und Gönner!" Dann schlief Erich von Liebenitz bis zum Abend den Schlag eines gerechten königlich preußischen Leutnants, um sich für dch Ballnacht zu stärken. Und nur, als der Bursche einmal meldete, ein Junge von der Blumenhandlung Ledermann sei da, richtet« er sich auf: „Gut! Der Junge soll das Paket mit ’ner Empfehlung vost mir Fasanenstraße fünf abgeben — und um halb acht weckst dch mich! Ulanka, Czapka, lange Hose, Lackstiefel — verstanden?" „Zu Befehl, Herr Leutnant! Nehmen der Herr Leutnant den Pelz?" „Friert es?" „Ganz gehörig!" „Also auch den Pelz. Und itu — rUraNs! / 1 Im Ledermannfcheit Laden war um acht _ Uhr Npch LW» De« CHE Mächte gerade Kvsse,. Da trat Liebenitz eich» — 808 — -„Ma —- auf Vern: besten Wege eben zum Millionär? Na, kann nehmen Sie, bitte, auch noch meinen Obolus — 121 Emchen (falb es ja wohl. Und darf ich um Quittung bitten?" „Aber, £>err Baron, es eilte ja nicht! Lieber Lott, wenn koch alle Herren so pünktlich zahlten, wie Sie — — und nun Meinen ganz ergebensten Neujahrswunsch im voraus!" „Dito, lieber Herr Ledermann! Daß uns das nächste ^zahr tzllen beiden viele Rosen beschere!" , Wnf Minuten später stand der Offizier im Kasino . . • • « festliche Menge . . . Tannhäuser Marsch . . . und gleich darauf begegnete er seiner Cousine, die in einem weißen Ballkleide entzückend aussah. In der Hand aber hielt sie den Strauß aus blaßroten Rosen und weißem Flieder. „Guten Abend, A stachen — da bin ich!" „Guten Abend, Vetter, und schönen Dank für das Bukett. Es ist wirklich reizend, und hätte mir noch viel mehr Freuds aemacht, wenn nickst unten im Karton dieses Blättchen gelegen! Kälte — darf ich es dir überreichen?" „W — eine Rechnung? Wie ungeschickt von Lederinann! : „Sitzt du überall so tief in der Tinte?" -„Wieso meinst du, Cousinchen?" -„Nun — deine Blumenschulden! Dieser Strauß ist '—, „Auch noch nicht bezahlt, denkst du! Nummer eins, Cousinchen — reingeiallen! Geruhe dein Näschen in diese Quittung $u stecken. Hab ich gewonnen?" „Du bist ein ganz abscheulicher Mensch, Erich! Du hast die Rechnung absichtlich in die Blumen gelegt!" „Leugne ich gar nicht. Aber leugne du auch nicht, daß ich keine Gedankm erraten habe, uiid daß sie irrig waren!" ,,Also meinetwegen! Aber die andern beiden Punkte wirst du sicher nicht gewinnen!" „Abwarten und — Champagner trinken! Uebrigens bitte ßch nm den ersten Walzer!" Es war nur ein kleiner Kreis von Herren und Damen, da Viels Offiziere in den Weihnachtstagen die Garnison verlassen hatten. Dafür verlies der Abend aber um so gemütlicher unter allerhand kleinen Neckereien, die nur unter guten Bekannten K~ ittet sind. Kurz vor Mitternacht ging man zu Tisch. Die onnanzen servierten die verschiedensten Gänge des Menns; Bouillon, Fisch, Braten Eis. Da — plötzlich als gerade ein; Nräsentierbrett mit dem Nachtisch, Konfitüren und Früchten, zwi- schen Asta und ihrem Tischherrn, deni Rittmeister Grafen Lutz, von unsicheren Händen eines Ulanen gereicht wurde, bekam die Pyramide das Uebergewicht, und ein kleiner Hagel von Bonbons und Pfeffernüssen ging auf das weiße Kleid Astas nieder. „O, diese ungeschickten Ordonnanzen!" sagte sie, ohne sich Umzubkicken. „Wie gnt, daß es wenigstens nicht Bratensance war!" „Nummero zwei!" antwortete eine spottende Stimme hinter Mr. „Gestatte, liebe Cousine, daß ich konstatiere: Du hast mich für eine Ordonnanz gehalten; ich aber habe höchstselbst geruht, viesen süßen Bonbonsschauer auf dich herniederrafseln zu lassen. Wickerum vorbeigedacht, verehrte Feindin!" „Nun gut," sagte Asta lächelnd, „ich will dir selbst diesen; Neberfall zugestehen — aber damit ist deine Herrlichkeit auch zu Ende! Du erinnerst dich — es war ausgemacht, daß du mich dreimal auf Irrwegen überraschen wolltest — und zwar noch in diesem Jahre! Soeben aber schlägt es zwölf! Hineingefallen, Herr Vetter! Wir haben jetzt 1911!" „Und nun Nummero drei, Cousinchen! — Es ist nämlich knapp dreiviertel aus zwölf! — ich habe die Uhr ein bißchjen vorstellen lassen. Wir sind also noch im alten Jahre!" Sämtliche Offiziere zogen den Chronometer und konstatierten, Latz Man sich noch zweifellos int Jahre 1910 befand, und daß poch viele Hunderte von Sekunden bis zum wirklichen Jahres- schluß verlaufen mühten. Erich von Liebenitz nützte als gewandter Kavallerist diese Zett gut, und so kam es, daß, als die Cham- pagnerkelche in der wirklichen Mitternachtsflunde aneinander- Kangen, in den Neujahrsjubel ein brausendes Hoch auf das Brant- haar hineinklang, auf den „Gedankenleser in der Ulcmka" und auf die „schöne Besiegte", die sich wohl tn manchen Stücken geirrt Kalte, Mr in einem Punkte nicht: im Zuge ihres Herzens, Aus 'em Dohrhäusche, von der Schul', in’s Meeche. Ein Seufzer der Erinnerung von GeorgBix. Du liebes, kleines rebetluntranktes Häuschen, hinein- Kkt in ein grünes Laubgehölzs, aus dem nur dein dchen herausguckte, mit dem Schalter-Fenster, einem Wachsamen Auge gleich, in dessen Zweigen am Abend die Nachtigallen aus dem großen „Schülers Garten" oder aus der „Steilen Anlage" Sehnsuchtslieder schluchzten und am Morgen Drossel, Fink und Rotkehlchen Jubelgesänge anschlugen, wenirich au dich denke, atme ich tiefer und fisch meine Noch heute die würzige Luft eiuzusaugen, welche ungehindert heruberwehte von den „Gänswiesen", dem Busecker Tal, welches sich so weit, weit ausdehnte und für uns Buben dje Welt bedeutete. War das Nachtlager auch stur ein Strohsack, vfiff auch Ser MM .tzArK die Türen, gleisten im Winter auch die getünchten Wände von dem gefrorenen Niederschlag, so dünkten wir uns dennoch auf Daunen geschlafen zu haben,- in einem Zimmer mit eitel silbernen Tapeten, umsäuselt von Aeolsharfen. Und der „Datscher" am Morgen — wir hatten Appetit für drei und noch mehr —, in den Kaffee getunkt, „dritter Sud", der erste gehörte Bater und Mutter, der zweite den älteren Schwestern, der dritte uns Buben, der nicht ins Blut ging, schmeckte uns wie eines Königskindes Frühstück. Vorn am Pult stand der Bater und schrieb. Er hüt viel geschrieben im Leben. Sein nach links geneigter Kopf gab Zeugnis davon. Schon bei Tagesgrauen schrieb er. Denn dann zogen sie herein die Landleute und Händler von Annerod, Steinbach, Watzenborn, Steinberg, Rödgen und noch weiter her vom Vogelsberg, um die Produkte ihrer Arbeit zu Markt zu bringen. Jeder mußte anhalten und den Zoll, das Oktroi, entrichten, ihnen allen mußte er Zettel schreiben. Ernste und scherzhafte Worte flogen dabei durch den kleinen „Schalter" hinaus und herein, zwischen hinein auch einmal ein „Gewitter noch emol, mach' doch's Maul uff", wenn der Johann Bepler der 26ste von Annerod Nam' und Ort unverständlich in den Bart brummte. In meiner frühesten Jugend stand das „Dohrhäusche"- noch sehr isoliert. Links und rechts der Gartenstraße zog sich dunkles Mchtengehölz bis an's „Busche Garte" und hinter der „Kette-Allee" war es, besonders wenn die Sonne schlafen gegangen war, gar unheimlich schwarz und düster für uns Buben. Nur die geheimnisvolle Freimaurer-Loge, mit der Sphinx über dem Portal, ragte dem „Dohrhäusche« schräg gegenüber, kalt und unheimlich hervor, die schwarze Masse der damals noch kleinen Heßschen Gasfabrik schloß sich daran an, rechts die große, stille Realschule und dann über der Wieseck-Brücke kein Haus mehr, bis weit hinaus. Als der Heilmann von Watzenborn den Sonntagsschüler, oben hinterm „Lumpenmanns-Brunnen" erschlagen und beraubt hatte, gesucht wurde, und wir Buben in der darauffolgenden Nacht heraus mußten, nachdem ein Kerl an die Hanstüre geklopft und gerufen hatte: „Sie verfolge mich! Hilfe!", da überkam uns ein Schauern! Das fahle Mond- licht klebte an den Umrissen der Loge, die Realschule warf gespensterhafte Schatteir, weiter draußen tiefe, schwarze Nacht und Totenstille! Uns klapperten die Zähne beünl Suchen nach dem unheimlichen Störenfried. Und richtig war es der Heilmann gewesen, der gerufen und am gleichen Morgen früh „beim Bäcker Klemmrath" noch einen Laib Brot geholt hatte und dann später vom Polizeidiener Blitz „beim Möser auf dem Neuenweg" in der Wirtschaft verhaftet wurde. - ; Auch das „Dohrhäusche" hat seine Geschichte. Die neuere Zeit brachte Leben. Der Aktuar Funk baute sein Haus, der Zahlmeister Kalbfleisch seines, es erstand die „Villa Werner", die „Kette-Allee" verschwand, es wuchs Haus um Haus aus dem Boden, neue Straßenzüge wurden eröffnet, aus der Realschule wurde das Rathaus und damit gelangte das einst so einsame „Dohrhäusche" mitten in die Stadt hinein Das Gießener Leben rollte sich vor unsern Augen ab, sie mußten alle am „Dohrhäusche" vorüber, die Neugeborenen auf dem Meldezettel, die stillen Leute auf dem schwarzbehanaenen Wagen, bespannt mit schwarz behangenen Pferden, die einen schwarzen, wackeln-, den Federbusch auf dem Kopfe trugen, sie alle, — von der Wiege bis zum Grabe.--- Wann's Dreiviertel „kleppte", gings zur Schule, zur Realschule, ein Katzensprung über die Straße hinüber. Man lernte. Manchmal auch nicht. Soviel aber ift gewiß: die Gießener Realschule ist eine gute Schule gewesen, sie ist'A wohl heute noch. Wenn man in den deutschen Landen herumgekommen ist, so lernt man eine große Zahl junger Leute mit der gleichen Schullaufbahn kennen und man wird? zu Vergleichen herausgesordert. Ueberall konnte ich wahrnehmen, daß das feste Wissen) ein Produkt guter Schularbeit, bei aller Objektivität, selten in dem Maße vorhanden war, wie bei Schülern unserer Realschule. Meistens traf ich auf Treibhauspflanzen. Der alte Direktor Stein, dem die grauen Barthaare aus dem Vatermörder wuchsen Und die Hände in die Rockärmel seines Uniform-Rockes wie in einen Muff steckte -h die staatlich angestellten Lehrer trugen Uniform mit Degen und Dreimaster —, der Dr. Bindewaldt, welcher den linken kleinen Finger mit den Nägeln der rechten Hand graulte, der Dr. Ta sch ö, der den linken Daumen rückwärts — 807 kog und Arm und Daumen am Schlüsse seines Vortrags nach hinten schleuderte und in die Klasse hineinries: „Nun, was folgt daraus?, der Dr. Buchner, der selbst beim Schwimmen im Männerbad auf dem Rücken liegend, rauchte, uno ach! der Dr. Glaser, welcher den Schnurrbart mit gespreizten Fingern sorgfältig teilte und den Unterricht mit den stereotypen Worten begann: „Mag mal die Sache wachen! Sch—Sch—Sch—midt!" sie alle sind wohl schon draußen auf dem Friedhof an dem stillen Hause mit der Inschrift: „Unserem Wvrtmann" vorübergeführt worden, um zur ewigen Ruhe gebettet zu werden. Es waren Lehrer, mit einer Fülle von Wissen und eminentem Lehrtalent, welches sie mit mehr oder weniger Glück, immer aber mit Unverkennbarem heiligem Ernst und Unverdrossenheit in den Dienst der Schule stellten. Und sicher hat ihre Arbeit In den meisten Fällen gute Früchte gezeitigt. Nach der Schule den Ranzen in die Ecke, einen „Runke" Brot mit „Worschtfett" oder „Quetsche-Hoing" in der Küche geholt und dann mit langen Sätzen hinüber „ins Alleeche". Das „Alleeche" war der Ort, worin sich die Geschichte von Schul-Generationen abspielte. Hier kämpften die „Pennäler" gegen die Realschüler und diese gegen die Stadtschüler, hier war die feste Burg der „Neuenweger" im 'Kampfe gegen die „Walltörer". Hier wurden die „Stecke" «eschmtten an Fastnacht und der Kittel umgewendet, um sich ins Maskengetriebe zu stürzen. Und wenn einer nur eine Nase auf hatte, dann wurde der „Stecke" fester gepackt. Machte der Nasenmann Miene, in die Offensive überzugehen, so retirierte man hinter die Büsche vom „Alleeche". Das „Alleeche" lieferte die Schießbogen und den ),Holler". Zu den Ried-Pfeilen und im Alleeche fand man Atzung aller Art, an wilden Johannisbeeren, .Hagebutten Und Aepfeln. Wenn der Schäfer Scheld die Herden von den Gans- äckern heim oder in den „Perch" getrieben hatte und die ersten Föhnwinde lange Regen brachten, dann schwollen .„Wieseck" und „Gräbche" und überfluteten die Wiesen >chinterm Alleeche" und es bildete sich ein weites, weites Meer. Dann wurden Schiffe aus Tannen-Rinden, Papier und Zigarrenkisten gebaut, auf das Wasser gesetzt und mit Steinwürsen hinausgetrieben „in die offene See". Wenn's recht schön werden sollte, auch das eine oder das andere Schiff mit Pulver und Lunte versehen, und wenn es weit draußen schwamm, bot sich den glühenden Bubenaugen ein köstliches Schauspiel: Explosion und ein brennender Schiffskörper! — Und dann blühten bald Nägelchen, Schneeballen, Studentenblümchen, Goldregen und Heckenrosen und gar wohlig ruhte man aus ,-der SBcrnf" oder in den Aesten vom „fcheppe Baum" im „Alleeche" und saugte den süßen Saft aus duftigen Cyringenblüten. Kam der Spätsommer heran, so blinzelten die hellen Augen in die Höhe nach den Aepfelbäumen. Genau gerannt und versucht war jede Sorte, mrz nachdem die Frucht aus der Blüte war. Zur vollen Reife sind wohl selten Allee- Aepsel gelangt. Frug der Bürgermeister Vogt den Stadt- gctner: „Bieber, wann versteigern mer dann die Aeppel Alleeche?" erhielt er zur Antwort: „Do is naut meh' zu Versteigern: die have die Buwe schon all' im Leib." Fegte oer Wind über die Stoppeln, Bäume und Büsche entblätterten sich, die Wege im „Alleeche" besäten sich mit dürrem Laub, nur die roten Hagebutten an den Rosensträuchern hingen noch an den kahlen Aesten, dann zog die Bubenschar in die Gänswiesen hinaus, um „de Drach' fteihe tzu lasse" drüben auf den Aeckern am Abhange der Liebigs- höhe „Weißeriewe" zur Atzung zu holen oder eine rot und aelb gefärbte „Dickworzel" auszuhöhlen und zu einer Laterne, mit Augen, Nase und Mund, zu machen, die mit einem Mitgebrachten Lichtstumpen versehen, abends an Stecke gebunden durch das „Alleeche" heimleuchtete. Und zu Hause füllte sich „die große Stub" mit frischer Luft, die den damit vollgesogenen Bubenkörpern entströmte , Und die Mutter sagte: „Ihr bringt awer emal e Kält mit!" Md bald dampfte der Abendkasfee aus dem Tisch. Der Winter begann hereinzubrechen. Die Tätigkeit der Gießener Universität und Vürgerschaft während des Krieges J870-7J. Zu den Freiwilligen, welche vor 40 Jahren di« deutschen Matzen siegreich gegen Frankreich scMhxt Haben, hat auch die Gießener Universität Men Anteil gestellt, und tot 8er Heilung der vom Kriege geschlagenen Wunden Haben sich Universität und Bürgerschaft gemeinsam in aufopfernder Weise beteiligt. Die Universität zählte im Sommersemester 1870 tin immatrikulierten Studenten 291 und an Hörern usw. 15, rin ganzen also '306. Da beim Ausbruch des Krieges die Vorlesungen eingestellt imb die Institute geschlossen wurden, infolgedessen die Studentenschaft sich größtenteils nach allen Richtungen hin zerstreute, so hielt es nachher schwer, ihre Beteiligung am Kriege festzustellen. Soweit dies gelungen ist, zeigt sich folgendes Ergebnis: mit der Waffe gekämpft haben 85, als Krankenpfleger oder Feldprediger und dergleichen teilgenommen haben 10, zusammen 95; von diesen fiel 1 auf deut Schlachtfelde: sind. Philol. Georg Friedrich Klink aus Darmstadt, gdi. 1849, gefallen am 31. Dezember 1870 bei Briare; 1 starb an seiner Verwundung: stud. theol. et Philol. Wilhelm! Kullmann aus Schaafheim, geb. 1849, verwundet am. 18. Augrist 1870 bei Gravelotte, gest. am 5. September in Altenstadt ; 1 erlag seinem Beruf als Krankenpfleger: stud. med. Ernst Weckerling aus Friedberg, geb. am 1. Februar 1850, gest. am 21. September 1870 zu Friedberg. Diesen drei Gefallenen hat die Universität im botanischen Garten einen schlichten! Gedenkstein gesetzt. 'Bon dem akademksch'en Lehrkörper stellte sich'der Professor der Rechte, Dr. jur. Oskar Bülow als Landwehr- offizier der Militärbehörde zur Verfügung und bekleidete etwa 5 Monate lang das Amt erneL Kommandanten an einer der Küstenbewachungsstationen an der Nordsee. Im Felde waren als Aerzte tätig ine Assistenten Dr. Wer über von der medizinischen Klinik und Dr. Drescher von dem Entbindungs-Jn- stititt. Eine große Anzahl Dozenten aller Fakultäten widmete! sich aber der heiligen Sache mit Liebe und Aufopferung in der Heimat, unter Beistand jüngerer Kommilitonen und der Bürgerschaft. So leitete gleich nach Ausbruch des Krieges der Professor der Philolgoie Dr. Ludwig L a n g e die Errichtung eines Hilfs- v e r e i n s in die Wege, dessen Tätigkeit auf den verschiedensten Gebieten lag: Sammlung von Liebesgaben für die Krieger im Felde und Versendung derselben, Einrichtung von Lazaretten, Krankenpflege usw. Infolgedessen fertigten Frauen und Jungfrauen der Stadt in ununterbrochener Arbeit Tag und Nacht in den! Räumen des Universitatsgebäudes, die zu diesem Zwecke herg^ geben waren, Verbandszeug an. Dem Hilfsverein standen bald rund 38 000 Stück Verbandsgegcnstände aller Art, sowie gegen! 500 Pfund Charpie zur Verwendung bereit. In der Nähe des Bahnhofes errichtete der Verein 4 Baracken zur Aufnahme Dort! je 25 Mann als Lazarette ein und sorgte später für die dauernde Unterhaltung dieser Räume, sowie für die Verpflegung der Kranken/ die darin Unterkunft fanden. Ebenso übernahnr er die Verwaltung des in der Turnhalle hergestellten Lazaretts mit 70 Betten. Allen diesen Aufnahmestellen für Verwundete und Kranke standen als Leiter Professoren der medizinischen Fakultät vor, während bte Behandlung zugleich auch in den Händen der Stadtärzte untep Beistand von Studirendeir der Medizin und freiwilligen Krankenpflegern lag. Neben diesen privaten Unternehmungen standen noch das Garnisonlazarett und die Universitätsfliniken — damals zusammen „das akademische Hospital" genannt — zur Verfügung. An der Spitze der medizinischen Klinik stand damals Professor Dr. Eugen Seitz, an der Spitze der chirurgischen Professor Dr. Adolf Wern her. Die Zivilkranken waren fast vollständig aus den KlinikeN verdrängt, und es beherbergten die genannten Anstalten mehrmals bei besonders großer Inanspruchnahme über 170 Mann (einschließlich weniger Zivilisten). Im ganzen wurden 1870 imb 1871 in der medizinischen Klinik 522, in der chirurgischen 621, zusammen äüso 1143 kranke und verwundete Soldaten behandelt. Nicht vergessen toerden, darf hier die Tätigkeit des Gießener Zweigvereins vonk (Darmstädter) Alice-Frauen-Verein und der freiwilligen! Kraiikenpsleger-Feldabteilung, die beide unter Anleitung bet KlinikS- und Privatärzte ausgebildet wurden und von denen der Frauen-Verein (etwa 30 junge Damen aus der Stadt und Umgebung) sich dann auf die Lazarette in Gießen und im Groß- berzogtum verteilte; die Feldabteilung aber hauptsächlich in den Schlachten um Metz und während der Belagerung dieser Festung! Verwendung fand. Unter Mithilfe der Bürgerschaft war am! Bahnhof eine Verbands- und Verpflegungsstation eingerichtet und unterhalten, die von Über 30 0ÖÖ durchziehenden Soldaten in Anspruch genommen wurden. Professor Oncken leitete außerdem! noch die Verteilung von Zeitungen und Büchern unter die Verwundeten und den Versand solcher Dinge an die im Felde stehenden Krieger. , ,, . _ Das unermüdliche Zusammenarbeiten von Universität und Bürgerschaft brachte cs mit sich, daß alle Schritte zur Versorgung! det Tapferen in Feindesland und zur Aufnahnre und Verpflegung der Kranken und Verwundeten von besten Erfolgen begleitet waren/ Und als ein gutes Zeichen für die Vortrefflichkeit aller getroffenen Maßnahmen in der Stadt ist es anzusehen, daß die Sterblichkeit! in den Lazaretten auffallend gering war und der Gesundhnts-, zustand der Bevölkerung kaum merklich unter bett Beglerterschkm jtungen des Krieges zu leiden hatte. An eine große Anzahl der mrttel- und unmittelbar ant Kampfe beteiligten wurden militärische Ehrenzeichen, darunter manches Eiserne Krem- verliehen. Leider war es damals Nicht ■ 808 Möglich, näheres darüber festzustellen, und heute ist es natürlich erst recht schwierig, wenn nicht unmöglich. Auch zahlreiche Beförderungen in höhere Militärchargen fanden statt, namentlich Unter den im Felde tätigen jungen Musensöhnen. 9?ad> Rückkehr der Kämpfer wurden ihnen zu Ehren verschiedene festliche Verunstaltungen von der Universität, von der Stadt, von den Ver> Bindungen usw., abgehalten. Der magnetische Sinn der Tiere. Noch im vorigen Jahre hat der bekannte Wiener Zoologe Karl Camillo Schneider das sichere Orientierungsvermögen. der Zugvögel, um dessen Erklärung auch Darwin in seiner Abhandlung über den Instinkt sich vergeblich bemühte, als das größte Rätsel der Tierwelt bezeichnet. Nach einer Zusammenstellung der allerneuesten Forschungsergebnisse, die Dr. Max Ettlinger im „Hochland" gibt, scheint das Problem indessen heute seiner Lösung bereits weit näher gerückt zu sein. Die umfassendsten Versuche, die wir bisher über das Ferirorientiernngsvermögen einer Tierart besitzen, beziehen sich auf die Brieftaube, da man bekanntlich, bei diesem Tiere seinen sicheren Richtungssinn längst zu praktischen Zwecken verwertet. Vergeblich hat man versucht, diese merkwürdige Fähigkeit der Brieftaube aus einem besonders scharfen und getreuen Gedächtnis für die einmal aufgenonnnenen Gesichtswahrnehmungen oder für die einmal vollzogenen Muskelbewegungen zu erklären; alle derartigen und manche ähnlichen Erklärungen scheitern schon an der Tatsache, daß die Brieftauben — wie öfters auch Hunde und Katzen — auch aus ferngelegenen Gegenden heimfiuden, in die sie zum erstenmal unwissentlich versetzt 'worden sind, da sie nämlich auf den: Hintransport schliefen oder narkotisiert waren; Und ferner an der Tatsache, daß der Rückweg häufig keineswegs die genaue Umkehr des Hinwegs darstellt, sondern auf ganz anderer und dann zumeist direkterer Linie erfolgt. Eine wohl abschließende Aufklärung dieses seltsamen Phänomens ist nun dem französischen Brieftaubenspezialisteu A. Thauziös geglückt. Er hat auf dem vorjährigen Genfer internationalen Psychologenkongreß zusammenfassend über seine dretundzwanzigjährigen Erfahrungen und Beobachtun- §en berichtet, die ihn zu 6ent zwingenden Schlüsse führen, aß den Brieftauben eine eigene Sinneswahrnehmung der erdnmgnetischen Strömungen eigen ist. Dafür spricht schon die verschiedenartige und mehr oder minder leichte Absolvierung einer Flugstrecke je nach der gewählten Himmelsrichtung; dafür spricht die Möglichkeit raschen Etappenfortschritts — bis zu hundert Kilometer ohne Unterbrechung —, wenn die Tiere einmal auf eine bestimmte Flugrichtung dressiert sind; dafür spricht die dem Erdrelief getreulich folgende Höbe ihres Fluges (durchschnittlich hUndertftinfzig Meter über dem Boden) und dafür sprechen am allermeisten die Störungs- und Ausfallserscheinungen bei ungünstiger Witterung oder zur Zeit des Mondwechsels. Man könnte ja zunächst die Hinderlichkeit von Nebel und Regen auch auf die behinderte Gesichtswahrnehmung zurückführen wollen. Dem stehen aber augenfällige Fehlschläge von Flugveranstaltungen auch bei klarstem Himmel entgegen. So sind z. B. am 22. Juli 19OS und mehr noch am 18. August 1907 die Ergebnisse zahlreicher Brieftaubenflüge verblüffend schlechte gewesen, und weder die besten Kenner dieser Tiere noch die zu Rate gezogenen Astronomen und Meteorologen wußten sich dies zunächst zu erklären. Erst die Erkundigung bei dem Spezialisten Marchand ergab den Aufschluß, daß gerade an diesen beiden Tagen eine ganz besondere elektrische Spannung der Atmosphäre bestand, die durch magnetische Stürme sich verriet. Mit dieser Beobachtung würde die Tatsache übereinstimmen, daß mit der starken Zunahme der drahtlosen Telegraphie die Zuverlässigkeit der Brieftaubenflüge bedeutend abgenommen hat. Auch Experimente, die mit Ratten und Mäusen gemacht wurden, hatten Resultate, die nicht anders als durch einen erdmagnetischen Sinn dieser Tiere zu erklären find. Weiße Ratten, die sich in einem „Irrgarten" zurechtfinden lernten, wurden, nachdem sie auf den richtigen Weg völlig eingeübt waren, dann völlig verwirrt, wenn der Irrgarten so verschoben wurde, daß die Wegrichtung im Kompaßsinn eine veränderte war. Jede andere Verschiebung des Laby- rints blieb dagegen ohne Einfluß auf das Orientierungsvermögen der ,Tiere. Bei Versuchen mit der japanischen Tanzmaus zeigte sich ebenfalls, daß das Tier den völlig eingeübten Weg dann nicht mehr zurücklegt, wenn die tf« samte Kompaßrichtung verändert wird. Gaston Bonntex gelangte bei einer Reihe von Heimfinderexperimenten, die er mit Bienen anstellte, zu Ergebnissen, füir die der Geruchs oder Gesichtssinn nicht in Anspruch genommen werden kann und postulierte daher für seine Versuchstiere einen „Rich-' tungssinn", wie jihn die Brieftauben besitzen. Auch beij Ameisen scheint der magnetische Sinn eine Rolle zu spielen und erst kürzlich wurde er für die „Wünschelrutengänger"- in Anspruch genommen, deren Verhalten in der Tat manchs auffallende Analogie mit der Wanderung der Zugvögel zeigt, die ja auch, soweit sie nicht in gerader Richtung statch, findet, gerne den Flußläufen und Küstenlinien folgt, Verinisehtes. * Die Marmorbrüche von Carrara und Sie Tierquälerei. Wilhelm Hörstel in Genna, der die Mensch-, heit schon öfter auf das grauenvolle Elend der Tiere in Italien hingewiesen hat, beschreibt in seiner Schrift „Carrara"- (Berlag £) ermann Paetel, Berlin, 1 Mk.) die Art wie die Herr-, lichen weißen Marmorblöcke zu Tal gefördert werden. Er sagt: „Ich batte es als selbstverständlich angesehen, daß die Ochsenkarrest durch die Marmorbahn zum alten Eisen geworfen seien, und daß der technische Fortschritt die Mühen der Menschen und die Qualen der Tiere vermindert habe. Leider wird die Hälfte des Marmors iwch immer auf den etwas billiger fahrenden Ochsenkarren befördert. Die lange Reihe dieser Karren, hinter denen als Bremse ein gewaltiger Marmorblock an eiserner Kette auf, der grauenhaften Straße hergeschleift wird, gewährt 'einen ganz, eigenartigen Anblick, aber die Menschlichkeit verhüllt hier trauernd ihr Antlitz. Um das schwere, hölzerne Doppel-Joch, das jedeist Paar auf den Nacken gelegt wird, sind in der Mitte Hanfstricke gewunden, und auf diesem Polster sitzt rittlings, mitten zwischen bett Hälsen dieser Unglücksgeschöpfe, der rauhe Treiber und sticht sie unbarmherzig mit eifernem Stachel oder schlägt aus Leibeskräften mit dem Stachelstecken auf sie ein. Der Nacken ist wundgescheuert und erinnert oft an Stück Osenfleisch im Schlächterladen, und auf diesem rohen Fleisch liegt das Joch! Welche Qual bereitet da jeder Schritt, und wie erhöht sie der Reiter durch den Druck seines Gewichts, durch grausames Schütteln des wunden Nackens und durch seinen Stachel! Müde liegen die ausgespannten, schmachtendest Tiere an der Ladestelle an der Marmorstraße, wo sie kein Grün, keinen Tropfen Wasser finben, in dessen Ermangelung ihnen auch das etwa mitgenommene Futter nicht zusagt. Einige sah ich mit blutenden Hufen, was bei den spitzen Marmorstücken an der Straßes kein Wunder ist. Kein Mensch kümmert sich darum. Bricht eilt Ochse ein Bein, so schlachtet man ihn nicht an Ort und Stelle» sondern fährt ihn auf einer carretta ins Schlachthaus nach Carrara, Das ist dann die schmerzvollste Fahrt des armen Tieres, aber seilt Brüllen und Stöhnen rührt keinen Menschen," * Na, j a! „Zu welchem Zweck wurde denn eigentlich das Veremsfest gefeiert?" — „Das ist doch sehr einfach! Damit beraten werben kann, toenu das nächste stattfindet!" *V or g egr iffen. Richter: „Wie kamen Sie denn dazth dem Kläger ein paar Ohrfeigen zu geben?" — „Wir saßen zusammen im Wirtshaus. Auf einmal fängt er an zu schimpfen und sagt: „Der Sepp ist doch von uns der «größte. . abcft) noch ehe er hat „Lump" sagen können, hatte er schon ein Paast Ohrfeigen drin!" * Begründung. Bettler: „Mir ist es bei meiner Geburt auch nicht an der Wiege gesungen worden, daß ich mal bettelst! gehen muß." — Frau: „Dann sind Sie wohl aus guter Familie?'« — Bettler: „Das nicht, aber meine Eltern hatten kM Geltz/ eins Wiege zu kaufen," vüchertisch. „D c r Winke r", die bekannte illustrierte Zeitschrifi für, den Wintersport (Verlag der „Deutschen Alpenzeitung", G. m. b. H., München), rst bereits in diesem Jahrgang in fünfter Folge erschienen^ Diese Nummer bietet wieder die gewohnte reichhaltige Auslass und verdient wohl den Namen einer erstklassigen Wintersportrevue- in der alle Zweige des Sportes entsprechend gewürdigt werden versteckrätsel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in .Wanderer». Stangenspargel — Erdbeeren — Wintervergnügen — Rudersport — Mittagszeit — Besonnenheit — Hasterbeck — Beduinen — Meistersinger — Rinderpest — Notenpult Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Weihnachts-Königszugs in voriger Nummer: Weihnachten ist doch weit und breit Für Jung und Alt die schönste Zeit. Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckereh R. Lange, Gießen»