MS 15 Äh 5i I- (Tb 1ÄB W MÄMnWMkRM M! ' iW Das schlafende Heer. Roman von Clara Viebig. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Michalina war sehr vergnügt, als sie ihren Weg fort- letzte; der Tag hatte so traurig begonnen, noch klangen ihr die Sterbegebete in den Ohren, und doch mußte sie jetzt schon singen. Die Erde war gefroren, so hart, daß sie unter ihren Schuhen klapperte; die Krähen schrien hungrig über den toten Meckern, aber sie schaute doch unwillkürlich, ob da nicht irgendwo eine Lerche säße, ganz verborgen in beschneiter furche. Ihr war, als hörte sie immerfort leises Gezwitscher. Da fing auch sie an zu summen; 'wehmütig und lustig zugleich klang das Liebeslied: „O wär' ich ein Sternlein, wie droben Am Himmel so viele stehen. Ich blickte von droben herunter Nur auf dich, mein Bürschchen, zu sehen!" Immer wieder von neuem das Liedchen beginnend, trabte sie munter gen Chwaliborozhce. Als sie sich den Hütten der Komorniks näherte, hörte sie schon ihren Jasio schreien. Aha, noch niemand Zu Hause, das Bübchen war immer noch allein! Unter der ausgehöhlteu Schwelle lag der Schlüssel, rasch holte sie ihn hervor und schloß auf. In Schäfer Dudeks einziger Stube war, trotzdem man mit Wacholderbeeren geräuchert und Essiglappen aufgehängt hatte, doch noch der ganze Leichendunst. Das Kind saß tiut Boden auf dem nackten Estrich und hatte sich ganz rot und heiß geschrien. Ei, das war ganz gut, so hatte es auch nicht gefroren! Die junge Mutter legte flink ihr sonntägliches Kleid ab, zog den alten Rock der Großmutter an und schlüpfte in deren Pantoffeln; dann nahm sie ihren Buben auf den Arm. Von neuem summend, tänzelnden Schritts begann sie ihn durch die Stube zu tragen. „Ei, was fehlt denn dem Bürschchen, dem kleinen, daß eZ weint? Hat es nicht Härchen wie Flachs, einen Mund wie 'ne Kirsche, Mugelchen wie schwarze Beeren? Hat es nicht ein rotes Bändchen um sein Aermchen, daß keine Hexe es behexen kann! Bschi, bschi — still, still! Ist der böse Wil*) hinter dem Balken hervorgekrochen und hat dem Kindchen die Zähne gezeigt? Fürchte dich nicht, bschi, bschi! Geh, böser Wil, geh zu unartigen Kindern, mein Bürschchen ist lieb, Mein Bürschchen ist brav! Mein Bürschchen bekommt ein Schlittenpferd, eine Kamieniarka**) mit einem Glöckchen dran, und, wenn es groß ist, ein Schwert. Bschi, bschi, schlafe, mein Täubchen! Daß alle Engel dich hüten — bschi, bschi, h- Jesus, Maria, Joseph und der heilige Geist!" -*) Hageres Gespenst mit gelbem Bart und langen Zähnen. **') Kutschierwägelchen. Michalina machte über ihrem Bübchen das Zeichen des Kreuzes unt> drückte es kosend an die volle Brust. Jasio lächelte und schmiegte sich an; die Mutter lächelte auch, hell jauchzend schwang sie das Kind in ihren starken Armen hoch in die Höhe und wieder tief zum Boden und wirbelte sich dann mit ihm herum. Unterm Mützchen hatte sich einer der festgeflochteuen Zöpfe gelöst und hing ihr, stark und straff, über den Rücken; ein paar Haken am Mieder ivaren aufgeplatzt, unternr weißen Hemd quoll die weiße Brust, und in der weißen Brust klopfte das rote Herz. 12. Während nun die alte Nepomucena von länger Arbeit ausruhte und die junge Enkelin ihr Kind herzte, saß der Witwer in der Schenke. Heute mußte er die Leidtragenden sämtlich freihalten und selber fleißig das Gläschen leeren. Es half ihm nichts, daß er sich lange Jahre des Schnapses enthalten hatte, heute durfte er nicht gegen das gebrachte verstoßen. Sie saßen am Tisch auf Bänken: die Männer zusammen und die Frauen zusammen. Auch den Weibern waren die Kehlen trocken geworden, denn sie hatten viel geweint und gebetet.! Auf die Leidtragenden herunter blickte das Bild Kaiser Wilhelms II. Ein Oeldruck war's, wundervoll bunt in Uniform, mit einem goldenen Stern auf der Brust. Eljakim Hirsch war sehr stolz darauf, stolz auf das schöne Gemälde, stolz- auch auf seinen Mut. Im stillen hoffte er freilich, daß die von hier zu Land es nicht erkennen würden. Dagegen würde der Herr Landrat, erfuhr er davon, ihm sicherlich hold sein, und die deutschen Ansiedler würden nun auch einkehren, dä, wo ihres Kaisers Bild hing! Der alte Dudek sah stumM ins Glas, als sie seine Verstorbene lobten. Er hatte an ihrer Leiche nicht geweint, nun weinte er; langsam sickerte eine Träne nach der andern aus den des Weinens unkundigen Augen nieder auf den Tisch. Sie trösteten ihn alle: ei ja, das wollten sie wohl glauben, daß es ihm schwer ankam, die Nepomucena in der Grube zu wissen, die gute Babunka, mit der er ein halbes Hundert Jahre immer Seite an Seite gelebt, Tag und Nacht! Sie war eine treue Seele gewesen — daß Gott es ihr lohne! Aber der Witwer mußte nun nicht mehr weineu, denn wie lange noch und die Nepomucena würde sich ihm zeigen im Totenhemd, ihn aufmerksam zu machen auch auf seinen baldigen Tod! Aber Kuba Dudek schüttelte beit Kopf: nein, das konnte ihn nicht trösten! Sie würde sich auch nicht zeigen, denn sie wußte wohl, daß er zu warlen hätte — und würde er hundert Fahre alt und darüber — immer zu warten! Auf was denn warten, he? Hatte der Alte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, daß er sprechen konnte: „Tod, bleib' draußen" — und erst, wenn er's satt hatte: „So, nun hol' mich" —?! Sie wären alle neugierig. Die Köpfe — 458 -* sie ihn. (Fortsetzung folgt.) Die Hessen in Spanien. Geschichtliche Skizze von G g. Schäfer. I. Vorbericht. „Da liest man schon seit Jahren von Schlachten und Siegen, die vor 50 oder 100 und mehr Jahren itt Italien, Oesterreich, Preußen, Frankreich und Rußland- geschlagen und erfochten wurden! Unsere Hessen waren fast immer dabei. An Tapferkeit, Ausdauer und im Ertragen von Strapazen wurden sie von keinem Volksstamm übertroffen: aber man liest fast nichts von ihnen, weil sie keine große Armee ausmachten. Mein Großvater war mit in Spanien; er wurde nach der Erstürmung von Badajoz nach England geführt und viele Jahre gefangen gehalten. An langen! Winterabenden erzählte er uns später von seinen Kriegsrügen! und seinen Strapazen, die beinah ebenso schrecklich waren, löte die in Rußland anno 1812. Ist denn Niemand da, der etwas darüber schreiben könnte? Mund und Ohren sperren die jungen Leute auf, wenn Jemand von 1870/71 erzählt. So machten wir es, wenn die Veteranen von 1806/14 vor 50 bis 60 Jahren von ihren Kriegszügen sprachen. Ich hab' noch Manches im Kopf, aber lange Halts nicht mehr vor, denn ich hab' die. siebenzig aus dem Rücken und muß mich zum Abmarsch mit der großen Armee bereit halten." So redete am vergangenen 3. PfiNgstfeiertage ein noch körpere lich und geistig rüstiger Bauer mit mir. „Recht haben Sie!" antwortete ich. „Es ist schade, daß Unsere kleine Armee unter der großen nicht so zur Geltung kommen kann, wie wir es wünschen. Ich erinnere mich sehr genau an unseren Nachbar, der den ganzen spanischen Feldzug auch mitmachte. Er wurde bei Badajoz gefangen und nach England gebracht. Jahrelang hielt man ihn für tot. Im Jahr 1808 marschierte er aus, 1814 kam er zurück. Von da an erhielt er den Beinamen „Spanierpeter", den die Familie heute noch führt. Der Spanierkonrad, die Spanierbärbel, den Spanierhanues kennt jedes Kind im Dorf besser, als den eigentlichen Familiennamen." „So schreibt doch etwas über, Spanien und über das, was Unsere Ureltern ht Spanien geleistet haben!" rief der Manm „Was unsere Söhne 1870/71 in Frankreich getan, wie die alten Römer und Griechen gekämpft haben, das ist nicht merkwürdiger als das, was unsere Urväter in Spanien verrichteten, aber die! wenigsten wissen etwas davon. Wir Bauersleute können keine dick-, leidigen Militärbücher lesen; aber höreit möchten wir, wie es vor hundert Jahren in Spanien und England herging und was unsere Voreltern durchgemacht haben." Der Mann hat recht! dachte ich. Dann suchte ich titeln Notiz-, buch aus den 60 er Jahren hervor, kramte in meinem Gedächtnis „He, Großväterchen, warum sollen wir traurig sein? Polen schläft — laß es schlafen! Wir schlafen ja auch, wenn wir müde sind !" „Dummköpfe!" Der Alte fuhr auf. „Wo stammt ihr her?! Seid ihr Hundeblut? Ich sage euch: eure Väter haben nicht geschlafen. Die haben ihre Sensen geschliffen, daß sie schärfen wurden denn. Schwerter und haben die deutschen Hunde gemäht bei Koschmin und Tfchemieschno, bei Minosläw und Sokolowo. Bei Stenschewo sind die Kugeln um uns geflogen wie Hagelkörner, aber die heilige Mutter hat sie aufgefangen in ihrer Schürze. Und die polnischen Mütter haben auch nicht geschlafen. Höret zu! Als die deutsche Landwehr bei Buk im Quartier lag, in jedem Haus ihrer zwei und drei, da hat die Mutter Gottes der Weiber Herzen gestärkt, daß die Tauben zu Adlern wurden. Und sie haben den Deutschen zu trinken gegeben — sehr viel — bis sie alle waren betrunken. Und als sie schliefen in Ställen und Scheunen, auf Tennen und Heuböden, da sind Polens Mütter hingeschlichen mit ihren Messern und haben den Teufeln die Bärte abgeschnitten, die Nasen und Ohren, die Finger und Zehen, und haben das Blut hinströmen gemacht von Polens Feinden." „He, ihr!" Mit so starker Stimme schrie Dudek sie plötzlich an, daß der Wirt vom Schenktisch gelaufen karst mit erhobenen Händen. Mißtrauisch und ängstlich blickte Eljalim: Ivollte der Alte etwa machen Skandal? Wußte er denn nicht, daß der preußische Gendarm fleißig vigilierte? Wenn der nun Lärm hörte und schrieb auf in fein Buch?! „Eiweih, eiweih," jammerte Eljalim und wand sich wie in Schmerzen, „se werden Mer schließen 's Lokal, se werden mer entziehen de Konzession! Eiweih, eiweih!" Die Gäste lachten. Aus der Ecke drüben lachte plötzlich einer laut mit; er war eingetreten, als sie tranken, und sie hatten ihn bis jetzt gar nicht bemerkt. Nun grüßten steckten sie überm Tisch zusammen: auf was wartet Henn der Dudek nur?! Daß er's ihnen doch erzählen möchte! Won einem geheimen Gruseln überlaufen, starrten sie nach ihm hin. Er saß da und schaute ganz verloren. Die Schöße seines Kirchenrocks lagen rechts und links von ihm auf der Bank, wie die gespreizten Flügel eines großen Bogels. Wom ungewohnten Schnapsgenuß war er müde geworden, die . Lider wollten ihm zufallen. Da rückte die Filomena rasch neben ihn und stieß ihn in die Seite: „He, Vater, schlafe nicht, erzähle, sie warten darauf!" „Erzähle, erzähle," riefen alle, wußten sie doch^ der Schäfer hatte viel geheime Wissenschaft. Der kannte die Unterirdischen, die kleinen Zwerge, die die Kinder vertauschen, und die Hauskobolde, die als schwarzer Fleck an der Wandtünche sitzen. Wenn der Dudek, in der Nachts von Allerheiligen auf Allerseelen, beim letzten Schlag der Mitternacht auf die Kirchschwelle trat, sah er drinnen alle die, die einst zu Lebzeiten hter die Messe gehört hatten, knien, sah die Kurzen am Hochaltar brennen, sah den Priester beim heiligen Meßopfer und hörte das Miserere vom Chor. Er sah, was jedem anderen verborgen war. Konnte es auch gleich einem Weibsbild anmerken, ob das eine Hexe war oder nicht, wußte ein Mittel gegen die fallende Sucht und wie man den Weichselzopf los wird, konnte das Fieber aus- tretben und die Rose besprechen, schaffte Hilfe gegen den bösen Blick und gegen's Behextsein der Schafe und Kühe, hörte in der heiligen Nacht die Tiere sprechen und prophezeite aus Wind und Wolken, ob es ein gutes Jähr ward oder ein schlimmes., ' „Mas soll ich erzählen?" sprach Kuba Dudek, als sie ihn bedrängten. „Säg, auf was wartest du? Warum sprichst du immer: „ich warte" —!?" Da machte er seine müden Augen auf, fo groß er konnte, Und sah sie ernsthaft alle der Reihe nach an: „He, und ivartet ihr denn nicht?!" „Gott verdamm mich," sagte Krzhwousty, das Schief- Mto.nl, das sich bei jeder Festlichkeit, sei es Hochzeit oder Kindtaufe, Begräbnis oder Tanz, mit seinem Horn einfand, „ich warte nicht! Auf was soll ich denn warten?" Er schlenkerte mit der Hand, als schwenke er den hineingetuteten Speichel aus seinem Horn: „Ich habe nichts zu erwarten!" Und Kurek, das Hähnchen, der Mann ohne Nase, krähte vergnügt: „Sage uns, Väterchen, auf was wir denn noch warten sollen?! Ich meine, wir haben schon nicht umsonst gewartet: du hast uns ja Schnaps gegeben. Väterchen, liebes Großväterchen, Kuba Dudek, du sollst leben! Wiwat, Miwat!" Sie stießen alle mit dem Gastgeber an. „Water," sagte die Filomena und puffte ihn wieder in die Sette —- sie war stolz auf ihres Vaters Wissen-» schäft — „nun sage ihnen doch schon, auf was sie warten sollen 1" „Ich werde ihnen sagen," sprach Kuba Dudek. Er reckte eine hagere Gestalt auf in einer gewissen Würde. Mit )en Fingern seiner Rechten führ er wie mit Zinken durch ein langes strohernes Greisenhaar; und dann kratzte er ich „Ihr wißt nicht, auf was ihr warten sollt?! Seid hr denn schon ganz blind gemacht, ganz taub?! Weh, das ist das Werk des Teufels! Und der Teufel, das sind die Deutschen! Alle Deutschen sind Teufel, aber ihr oberster, das ist der, der hinter dem Berge wohnt. Der hat auch die Ciotkä geschossen. Der tut immerfort Böses; der ruft auch die Schwabby in unser Land, daß ihrer mehr werden als unser sind, daß sie uns verdrängen von tut]ernt Acker, daß man immerfort deutsch reden hört und unsre Kinder polnisch verlernen. Polen schläft!" Mit einem tiefen Seufzer stützte er den Kopf in die Hand und schwieg. Seine Gestalt sank ganz zusamnren. Die anderen schauten betroffen: was hätte der Dudek, warum war er so traurig? Freilich, der Niemczycer war ein hartherziger Herr — keinen Groschen hatte er den Männern für ein Schnäpschen gegeben, als sie ihn darum gebeten vor der Ciotkä Tür — aber, daß er die Ciotka geschossen hatte, potztausend, das war doch nichts Böses ! Die hatte so viel Geld von ihm gekriegt, daß sie nun immerfort betrunken sein konnte, alle Tage. Und der Ansiedler waren doch eigentlich nicht zu viele. Die wären ja nur wie die kleinen Mäuschen und verkrochen sich1 459 fenien Abschied nahm. An seine Stelle trat der eueraische General v, Schäffer-Bernstein, der sich nichts gefallen ließ. “ . Um sich einen Begriff davon zu machen, was unsere Hesses m Spanten geleistet und durchgemacht haben, sei hier gleich von' Vornherein folgendes bemerkt: sie waren an 50 Gefechten be- teiligt, kämpften in den vier großen Schlachten bei Medellin! (28. März 1809), bei Talav era (27. und 28. Juli 1809), bei Almonacid (11. Aug. 1809) und bei Ocana (19. No- 1809), und verteidigten die Festung Badajoz von der Einschließung am 16. März bis zu der Erstürmung in dep Nacht vom 6. zum 7. April 1812. Auf die Verteidigung von Badatoz soll am Schlüsse dieser kleinen Arbeit zurückgekommen werden. Wie bereits vorhin bemerkt, suchten die französischen Generale! die Leistungen unserer Landsleute herabzusetzen. Ueberdies verwandte man sie zu den gefährlichsten, undankbarsten und 'be?. schwerlichsten Aufgaben, nämlich: zu dem Aufsuchen und Vernichten der Guerillabauddn, d. h. Freischaren, von den Franzosen „Brigands", zu deutsch Straßenräuber, benannt. Das Verfolgen und Zerstreuen dieser Banden, die häufig von Priestern! mit dem Kruzifix in der Hand angeführt wurden, war mit \vxv», säglichen Schwierigkeiten und Drangsalen verknüpft. Ruhm und Beute waren dabei nach deutschen Begriffen nicht zu gewinnen.. Die Franzosen verstanden das Handwerk besser. Wenn eine Kontribution ausgeschrieben wurde, versäumten sie niemals, sich extra allerlei Wertsachen, Kostbarkeiten, Kunstwerke — wobei kirchliche Gerätschaften nicht verschmäht wurden — zuzulegen. Ein Augenzeuge berichtet darüber: „Nachdem die Marschälle Soult und Ney mit ihren Korps das Land ausgeplündert hatten, hielt Marschall Kellermann noch eine gründliche Nachlese und er brachte aus! Klöstern, Kirchen, Magazinen, öffentlichen und Privatgebäuden! eine solche Masse von Gold, Silber und Waren aller Art zusammen, daß bei unserem schnellen Rückzüge aus Asturien er? nicht Transportmittel genug besaß, unt den ungeheueren Raub! fortzuschleppen. So ließ er an dem Tage unseres Abmarsches von Oviedo die feinsten Getränke: Rum, Madeira usw. in Feldkesseln, Kaffee, Zimmt, Schokolade usw. in großen Quantitäten unter die Soldaten verteilen und von dem gestohlenen Silber den Offizieren eine Gratifikation austeilen, welche für jeden Subalternoffizierj 3 Pfund Silber betrug. Mein Anteil bestand in einer halben Monstranz." Der Streifzug nach Asturien galt bei unseren Truppen als) die düsterste Episode der ganzen Kriegszeit, Land und Leute dort! als Inbegriff der Wildheit. — Das Klima in Spanien ist heißer als das deutsche. J'm Sommer hatten die Truppen unter starker Hitze und brennendem! Durst zu leiden. Hitz schlüge waren die Folge. Im Winter, aus dem Marsche nach Madrid, mußte das Guadarama-Gebirge durchquert werden. Ein Schneesturm mit fürchterlicher Kälte brach herein; die Verpflegung in der ausgesogenen Gegend war gleich Null, das Schuhwerk ging völlig in die Brüche. Am 2. Januar! 1809 traf das Bataillon in Madrid ein. Seine Unterkunft war! eine Kaserne, die nichts als die nackten Mauern aufwies. Neben diesen traurigen Zuständen lief eine Gefahr her, die viel schrecklicher war als diejenige in der offenen Feldschlacht, nämlich: die ganze Bevölkerung Spaniens nahm mit kannibalischer Grausamkeit und Hinterlist an dem Kampfe teil, weil sie es für ein Gott wohlgefälliges Werk hielt und aus Vaterlandsliebe! handelte. Ein Beispiel mag zeigen, wie abscheulich die GucrillabaudeN ihre Wut an Wehrlosen kühlten. Der Grenadier Schneider begleitete einen Karren, auf dem sich fein Gepäck und seine Fran befand, die guter Hoffnung war. Der Karren blieb etliche hundert Schritte hinter dem Bataillon zurück. Plötzlich fielen Schüsse. Unverzüglich eilten mehrere Grenadiere zurück; sie fanden ihren Kameraden und dessen Frau, in grauenhafter Weise verstümmelt, auf der Straße liegen. Die Kannibalen hatten der Frau den Leib anfgeschlitzt und die Brüste abgeschnitten. Der Mann war aus eine so scheußliche Art zugerichtet, daß man es nicht beschreiben kann. — Wenn die Bauern einen Nachzügler aufgreifen konnten, schlugen sie ihn tot und scharrten ihn in die Erde. Aus diesen Beispielen, die um hundert andere vermehrt' werden könnten, geht hervor, daß der Feldzug in Spanien nicht weniger strapaziös und gefahrbringend war, wie derjenige anno! 1812 in Rußland. — Dem energischen und kriegskundigen General v. Schäsfer gelang es zuletzt, die beiden Bataillone des Regiments, die acht' Monate voneinander getrennt waren, wieder zu vereinigen.! Der Tag, an dem es geschah, war ein Fest- und Freudentag für Offiziere und Mannschaften. Welchen Respekt die Spanier vor unseren Landsleuten hatten, zeigt folgender Vorfall: Der Brigandenchef Camillo kam mit seiner Baude von 200 Mann, zur Hälfte beritten, zur Hälfte zu Fuß, unweit Almonacid! nahe an ein Detachement von Feinden heran, das viel schwächer! als das feinige war. Er fragte die auf dem Felde arbeitaudeN Bauern: „Welcher Nationalität gehören jene Feinde an?" „Es sind Hessen!" antworteten die Bauern. „Meine Herren!" rief der Bandeiichef seinen Offizieren zu, -„die lassen wir in Ruhe, die verkaufen ihr Leben teuerer, als sie selbst wert sind." Küsammen, was ich vom „Spanierpeter" und vow „Wormser" gehört hatte und ergänzte es durch Nachschlagen in einigen guten Buchern. In möglichster Kürze soll die Sache erzählt werden. II. Aus'marsch, Gefechte n. Schlachten in Spanien. Im Frühjahr 1808 hieß es auf einmal: es gibt wieder Krieg, Bonaparte kann keine Ruhe halten. Unser Militär hatte sich von den Strapazen des Feldzugs gegen Preußen 1806/07 kaum erholt und die Schäden ausgebessert, da mußte wieder mobil gemacht werden. Napoleon verlangte von den Rheinbundfürsten: sie sollten ihm Teile ihrer Truppen zur Verwendung in den Kriegen Frankreichs mit auswärtigen Staaten zur Verfügung stellen. Das ging gegen die Vertragsbestimmungen. Was fragte Napoleon nach den beschwo- penen Berträgen. Wenn sie ihm paßten, hielt er sie; wenn nicht, .warf er sie ins Feuer. Dafür war er der „Protektor", b. h. der Gönner, der Schutz- und Schirmherr des Rheinbundes. Wehe dem, der sich gegen ihn auflehnte. Um den Vertragsbruch einigermaßen zu bemänteln, schrieb der franz. Gesandte im Juli 1808 von Bayonne. aus nach Darmstadt: Der Kaiser habe gedacht, man könne die . Truppen des Rheinbundes am besten dadurch! formieren und disziplinieren, daß man einen Teil dieser Truppen in der französischen Armee dienen ließe. Die Gedanken Napoleons waren — selbstverständlich! — den Rheinbundfürsten Befehle. Ende Juli 1808 erhielt unser Großherzog Ludwig I. ein freundliches Schreiben, d. h. den Befehl: er möchte ein Regiment Infanterie und eine halbe Batterie nach Frankreich abmarschieren lassen; eine nähere Bestimmung war nicht angegeben. ®ie Brigade Groß- und Erbprinz (das jetzige Regiment Nr. 118), dessen beide Bataillone in Friedberg und Butzbach garnisonierteu, rnar- fchterten am 17. August 1808 ab und trafen am 19. August bei Groß-Gerau ein. Zwei Tage später erschien die halbe Batterie, Artillerie unter Sekondeleutuant Venator in Groß-Gerau. Alles in allem waren es 40 Offiziere mit 1638 Unteroffizieren und! Mannschaften. Den Oberbefehl führte Oberst v. Ledebur. Von Groß-Gerau führte der Marsch nach Mainz, wo das Korps von. dem französischen Marschall Kellermann gemustert wurde. Dieser Marschall war im Jahre 1735 in Wolfsbuchweiler a. d. Tauber geboren. Er trat als gemeiner Soldat in die französische Armee ein und brachte es bis zum Marschall,und zum Herzog von Valmy. In Mainz ließ er es sich sehr wohl sein: er lebte herrlich und in Freuden in der schönen Stadt. Schade, daß wir so wenig Raum hier haben, sonst könnte man Vieles von ihm berichten. Sogleich nach der Musterung erhielt das Korps Marschroute nach Worms und weiter. Vom 25. August bis zum 2. September 1808 wurden die Städte Kaiserslautern—Zweibrücken- Saarbrücken—St. Mold und Metz berührt. Es ist, merkwürdigerweise!, genau der nämliche Weg, den die hessische Division 62 Jahre später, im Jahre 1870, einschlug, um den Erbfeind von der deutschen Grenze abzuhalten. In Metz, wo das Korps am! 2. September (auch ein bedeutungsvoller Tag!) einrückte, empfing die Infanterie neue Gewehre; die Ausrüstung und Bekleidung wurde instand gesetzt, worauf cs mit neuer Marschroute über St. Dizier—Brienne— Trohes-Sens—Montargis nach Orleans ging. Diese Städte sind sämKich im Kriege von 1870/71 bekannt geworden. Am 16. .September 1808 traf ba§ Korps in Orleans ein. Jetzt wurde den Offizieren und Soldaten klar, daß sie dazu bestimmt waren, gegen die Spanier und für den Bruder Bonapartes: Joseph, der den Spaniern mit Gewalt als König aufgenötigt worden war, zu fechten. Am folgenden Tage, dem 17. September 1808, musterte bet französische Marschall Lefcbre das hessische Korps. Lefebre war in Ruffach im Elsaß als der Sohn eines Müllers anno 1755 geboren und brachte es, wie Kellermann, vom gemeinen Soldaten bis zum Marschall und Herzog von Danzig. Seine Frau ■— früher Wäscherin — ist die berühmte „Madame saus Gene", d. h. die Frau, die sich durchaus keinen Zwang antun konnte. (Es existiert ein hübsches Theaterstück „Madame saus Gölte" über sie, worin gezeigt wird, daß sie selbst vor dem! all- wächtigen Bonaparte kein Blatt vor den Mund nahm.) Zwei Tage später, am 19. September, wurden die Gewaltmärsche fortgesetzt. Der Weg sührte über Chateauroux—Limoges— St. Foh nach Bayonne, das dicht an der spanischen Grenze liegt. '48 Marschtage, worunter nur 5 Ruhetage, waren von Groß- Gerau bis an die spanische Grenze bewältigt worden: eine! Leistung, iuie sie sich selten findet. Ein großer" Teil der Be- spanuungspferde war zugrunde gegangen, ober doch dienstunfähig geworden. Die notwendigsten Fahrzeuge und Geschütze mußten zumteil mit Ochsen bespannt werden. In Durango, bem ersten spanischen Platze, wo sogleich ein Gefecht ftattfanb, sollte sich die deutsche Division, ans Rheinbunbtruppeii bestehend, sammeln. Die Division bestand aus dem Hess. Regiment „Groß- und Erbprinz", einem Bataillon „Pariser Garde", dem Frankfurter Bataillon „Fürst Primas", sowie den Regimentern „Baden", „Nassau" und „Holland". Divisionskommandeur war General Leval, ArMeekommandeur: Marschall Lefebre. Dieser suchte die Leistungen des hessischen Regiments bei bem1 Gefechte am 31. Oktober 1808 bei Zernosa herabzusetzen, was den Regimentskommandeur v. Ledebur dermaßen empörte, daß er 460 In Spanien stieß der übermütige Bonaparte, dein sogar der Kaiser von Rußland höfliche Verbeugungen machte, zum erstenmal auf einen unüberwindlichen Widerstand. Die Spanier sind streng katholisch und außerordentlich stolz. Voir den leichtfertigen, wenn auch katholischen Franzosen wollten sie nichts wissen. Die Deutschen haßten sie als Protestanten und fremde! Unterdrücker. Klima und Bodenbeschaffenheit ihres Landes waren der Verteidigung günstig. Die Engländer unter Wellington halfen ihnen zu Wasser und zu Land. Am 21. Oktober 1805 vernichtete der englische Admiral Nelson die vereinigte französischspanische Flotte bei Trafalgar. Am 28. Juli 1808 wurde der französische General Dupont mit 8000 Mann gefangen. Diese Unglücksfälle brachten den unersättlichen Bonaparte schwer ins Gedränge; sie waren die Ursache, daß er von den Rheinbund- fürsten Truppen für auswärtige Unternehmungen verlangte. Am 28. März 1809 fand die Schlacht bei M e d c l l i n statt, in welcher sich die Voltigeur-Kompagnie des 2. Bataillons „Groß- nnd Erbprinz" besonders auszeichnete. Der Kapitän (Hauptmann) dieser Kompagnie hieß Grübet. Er ließ die Kompagnie ein Karree bilden und wies mit Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit die Angriffe der feindlichen Kavallerie und Infanterie zurück. 16 000 Franzosen und Hessen unter Marschall Victor schlugen 34 000 Mann Spanier unter General Cuesta in die Flucht. 19 000 Spanier deckten das Schlachtfeld, ein ungeheurer Verlust, größer als die ganze feindliche Armee. Aus einem Rapport vom 8. April 1809 — also zehn Tage nach der Schlacht von Medellin — geht hervor, daß dem Bataillon bei einer Effektivstärke von 773 Mann nicht weniger als 444 Mann an Kranken, Blessierten, Kommandierten und Detachierten abgingen. —_ Bier Monate später, am 27. und 28. Juli 1809, wurde die Schlacht bei! T a l a v e r a geschlagen. Die Spanier und Engländer waren 80 000, die Franzosen 50 000 Mann stark. Am ersten Tage fanden nur Plänkeleien statt. Talavera liegt am rechten Tajouser, da, wo das Flüßchen Alberche in den Tajo mündet. Ditz deutsche Division durchwatete nachmittags 4 Uhr unter klingendem Spiel die Alberche und stellte sich dem feindlichen Zentrum gegenüber tauf. Zum Gefecht kam es nicht mehr. Die Vorposten standen sich auf 30 bis 40 Schritte gegenüber. Viel weiter trugen damals die Feuersteingewehre nicht. Um Mitternacht entstand Alarm, heftiges Gewehrfeuer knatterte bet den Spaniern; ein französisches Dragonerregiment, das dicht neben unseren deutschen Truppen stand, galoppierte zurück. Niemand kannte die Ursache des Feuers. Die Panik soll dadurch entstanden sein, daß einige Pferde im spanischen Lager durchgingen. Die Spanier glaubten sich angegriffen, deshalb eröffneten sie blindlings ein heftiges Gewehr- nnd sogar Geschützfcuer, ohne Schaden anzurichten. Tags vorher wurde ein Teil der spanischen Truppen durch eine französische Kavallerie-Division derart in Verwirrung gebracht, daß 8000 Mann ihre Stellungen verließen und davon liefen. Der spanische General Cuesta, der auch bei Medellin (siehe weiter oben) kommandierte, geriet in Wut und befahl, daß je der zehnte Mann von den Regimentern, die in der Nacht die Flucht ergriffen hatten/ erschossen werden sollte. Die Exekution wurde sogleich vorge-, nomnten. Schon lagen über 50 Mann tot auf dem Erdboden, als der englische General Wellington erschien und Cuesta davon abhielt, die übrigen Soldaten niederschießen zu lassen. Am folgenden Tage, 28. Juli, griffen die Spanier und Engländer von neuem an, ihre Uebermacht verschaffte ihnen den Sieg. Langsam zogen sich die Franzosen zurück; der Rückzug wurde besonders durch den General v. Schäffer und die Rheinbundtruppen gedeckt. Trotz der Niederlage ergab sich für die Franzosen ein strategischer Sieg, weil die Marschälle Soult und Ney den Spaniern und Engländern in den Rucken kamen, so daß sie schleunigst umkehren und ihre gesamte Artillerie int Stich lassen mußten. Schon 14 Tage später, am 11. August 1809, wurde die Schlacht von Alrnonacid geschlagen. 18 000 Franzosen, Deutsche Und Polen unter Marschall Sebastiani schlugen 36 000 Mann Spanier zurück, die einen Verlust von 4000 Mann Toten und 3000 Mann unverwundeten Gefangenen hatten. Nun wurde die Vorwärtsbewegung eingestellt. Von Mitte August bis zum 19. November 1809 fanden unaufhörlich Märsche und kleine Gefechte statt. General v. Schäffer berichtet über den Zug nach der Sierra Morena: „Während dieses Zuges, wo beinah täglich marschiert und mit Hunger und Durst gekämpft wurde, sind diei Kleidungsstücke so zerrissen und die Kranken, sowie die Maroden haben sich so gemehrt, daß die Division bald zu jedem Menst unbrauchbar werden wird." ■ ■ (Schluß folgt.) Vermischtes. * Was König EduardsBegräbnis kostet. Die genauen Zahlet: der Kosten, die England für die würdige Bestattung König Eduards attswandte, siitd in der Vorlage enthalten, die das Ministerium des Inneren den Parlamettten jetzt zugestellt hat. JnS- gesamt hat das Begräbnis 810 000 Mk. gekostet. Tie einzelnen Beträge verteilen sich wie folgt: Deut Oberzeremonienmeister für Instandsetzung der Gemächer der königlichen Gäste, für Trauerabzeichen und für Zuschüsse an die Dienerschaft zur Anschaffung von Trauer- fleibcrtt 76 000 Mk. An den Oberhointeister ll'ir die Bewirtung der fremden Fürstlichkeiten und Gäste 106 000 Mk. An den Oberstall- nteister für Wagenmiete, gemietete Pferde, Eisenbalmkosten tiftv. 02 000 Mk. An die Admiralität für Reise und Unterhaltkosteil der Marineoffiziere und Matrosen 76 000 Mk. An das Kriegs- ministeriunt für Reisegelder, Nahrungsmittel und Unterkttuft der Truppen 300 000 Mk. An das Ministerium der öffeiltlichen Arbeiten für die Instandsetzung der Westminster Hall und der St. George Chabel, sowie für besondere Arbeiten in den königlichen Park- anlagen 110 00) Mk. und schließlich besondere Atisgäben der Be- amten des Oberzeremonienmeisters, besondere Ausgaben des Dom- kapitels voir Windsor, der irischeil Collstabler, der Polizei vo>r Dublin und für besondere Schiffe für die fremden Gäste 50 000 Mk. Die Vorlage enthält auch einige interessante Angaben über die Kosten königlicher Besuche. Alan ersieht daraus, daß der Besuch Köllig Eduards und der Königin Alexandra in Berlin den englischen Herrschaften genau 53 700 Mk. und 75 Pfg. gekostet hat. Der Besltch des Zarenpaares in Cowes kostete 15 910 Mk. und der Besuch des Königs von Portugal in London 138 960 Mk. und 93 Psg. * Sin Urb'olf der Steinzeit. Die in der jüngeren! Steinzeit im Norden Europas neu auftanchende Menschenrasse! muß dort natürlich eine alte Rasse verdrängt haben, die sich ist der Eiszeit angeficdelt hatte. Der Beiveis für diese Tatsache! wird nunmehr durch prähistorische Funde erbracht, die in dep Nähe von Schwerin gemacht iuorbeit sind und über die die Umschau nach dem Archiv für Anthropologie berichtet. In einem der vielen hübschen Seen bei Schwerin liegt eine kleine Insel, Ostorf, die wenig besucht ist und auf der Fischer schon gelegentlich Skelette gefunden haben. Hier legte 1904 ein naturliebender Mann einen Garten an, und dabei wurden Grabstätten bekannt, deren Aus-, grabung der Schweriner Professor Beltz übernahm. Es waren 24 gut erhaltene Gräber, die eine reiche Ausbeute an steinzeitlichest Skeletten und Artefakten gewähren. Dies Herkunft aus der jüngeren Steinzeit war durch die sehr bestimmt ausgeprägten Gerätformen! gesichert; außerordentlich auffallend war aber die flache Form der Gräber, denn die charakteristifchen Grabtypen dieser Periodä sind die großen Hünengräber, besonders die „Ganggräber" Dänemarks. Die Flachgräber sind eine ältere Form, die von der in der Steinzeit herrschenden Rasse aufgegeben wurde. Die Untersuchung der auf der Ostorfer Gräberstätte gefundenen Skelette durch Hofrat Schliz hat nun eine Klärung in diese Fragen gebracht. Cs ergab sich, daß diese Skelette einen Menschentyp darstellten, der mit keinem sonst bekannten steinzeitlichen in unmittelbare Beziehung gesetzt werden kann und sich besonders auch von den Erbauern der Hünengräber scharf unterscheidet. Es )ini> breitgesichtige Langköpfe mit schmalem Uütergesicht und ausgesprochen vorstehendem Unterkiefer, dabei ansehnlichem Gehirninhalt, ein Typus, der nur in den Schädeln von Eskimos eine Analogie findet. Augenscheinlich sind es Vertreter einer in der Steinzeit zurückgedrängten Urbevölkerung, die Nachkommen der sogenannten Muschelhaufenleute, die an ihrem uralten Grabgebrauch der Bestattung auf dieser entlegenen Stelle festhielten. Es bestanden also schon in der jüngeren Steinzeit zwei bestimmt voneinander zu, unterscheidende Rassen auf nordischem Gebiet., Viichertisch. !— Verlaine in Deutschland. Vielfach wird über die mangelhafte Ausstattung der modernen französischen Literatur bei unserm Publikum geklagt. Die Gebildeten wollen sich mit lieber«* 1 2 3 4 5 setzungen nicht begnügen, die am wenigsten den vollen Genuß der Lyrik vermitteln können. Hier will ein junger deutscher Verlag (Ernst Rowohlt, Leipzig) zum erstenmal versuchen, Abhilfe zu schaffen: französische Lyrik soll im Originaltext in muster- gültigen bibliophilen Ausgaben, gedruckt in der Offizin Drugulin, für deutsche Liebhaber erscheinen. Als erstes Buch ist es dem Verlag gelungen, vom französischen Originalverleger eine Auswahl der besten Gedichte Paul Berlaines zu erwerben. Es ist dies das erste Mal, daß überhaupt ein moderner französischer Autor in Deutschland eine seiner würdige Ausgabe erhält.» Magisches Dreieck. I Jn die Felder nebenstehender Figur sind _____ die Buchstaben aabdeennoorruuy ” derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und fenkrechteir Reihen gleichlautend folgendes bcdeulen: 1. Einen Strom. 2. Figur im Kartenspiel. 3. Französischen Feldherrn. 4. Ein Flächenmaß. 5. Einen Buchstaben. Auflösung in nächster Nummer: Auflösung des Verwandlungsrätsels iit voriger Nummer: Erbse, Nacht, Thon, Uri, Adler, Hebel, Neigen, Nadel, Glaube. Schilling. Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen