Montag den 21. Juni W MMWsWMMT« MW M4M W II Ä SMLEWS ^WW? ins Das schlafende Heer. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) .. Trau Therese nur beschäftigt, ans dein Tisch der ge- raumigen Spei.elämmer, hinter dem nach dem Hofe heraus- o^fendeil start vergitterten Fenster, die Kiste für ihren neuesten zu packen. Er hatte geschrieben, daß er einem A. ."chhEdrerten Regimentskameraden ein letztes kleines frühstück zn geben beabsichtige, ttnd das Ivar so viel gemütlicher trt den eigenen hübschen Räumen als bei Dressel T" utib Ech. J° Viel billiger, denn die Mutter schickte. Ein Korb Krebse, in Nesseln verpackt, kam'morgen früh noch dazu, ,,per expreß" zu bestellen. Löb Scheftel hatte sich beim' Hauvt Mner Kruder verschworen, daß er die in der Nacht gefangenen Krebse bereit halten würde bei Morgengrauen. Dann konnte der Mrlchlunge sie bei ihm abholen, vielmehr besser, die. Verden besorgten miteinander die Kolli zur Post, Scheitel den Mrlchjungen itttb der Milchjnuge den Löb Scheftel kon- trollrerend. -^^'ebse aus dem See von Miastecz-ko hatten eine gewisse Berühmtheit im Kreis der Kameraden; Frau Therese tu eifert ^°!l e*lte Srt!t3e Anzahl von Ans i ch t S p o stlä r t e n auf- ,,'Der gütigen Frau Mama unseres lieben Kestner heißen Dank!". Die selbstbereitete Gänseleberpastete -- die Mamsell hatte em. Geheimrezept — ivar auch nicht zu verachten, konnte neben jeder Straßburger bestehen. Die Enten- potrawlä in einem hohen Steintopf, sorglich mit Peroa- ment verbunden, brauchte mir warm gemacht zu werden- Rebhühnchen, in Weinblättern und Speckscheiben geschmort, lagen out Dutzend bei, und für Paul, der keine Rebhühner wehr sehen konnte, würde eben noch rasch ein ganz zartes Perlhuhn abgebraten. Wenn nur alles gut ankam, die frischen Bntterkuchen nicht zermürbten, die Ananaserdbeeren im dicken Zuckersaft und die Glaskrause mit den Rumfrüchten nicht in Scherben gingen! Besorgt packte die Mutter, und ihr strenges Gesicht wurde weich dabei. Der gute Junge, wie würde er .wieder schmunzeln! stSie sah so deutlich sein gebräuntes Gesicht mit der werßen Stirn über der roten .Attila und seine lachenden Augen. Sie konnte es nicht ändern, der Husar war nun einmal ihr Verzug; nicht, daß sie den Referendar weniger geliebt hätte, aber der wär ja so in der Nähe, kam fasw alle Sonntag von Posen herüber — und Kor- “elta -'Nun, die war -ohnehin schon des Vaters Liebling! ®vniu Josefe wußte, ihr Mann legte bereits zurück für eine große Mitgift. v ...mtr der Hoppe nicht so abgängig wäre, dann lvlii.de man noch besser fahren bei den schlechten Zeiten! Solange sie selber ihren guten Augen trauen durste, ging's ja noch au, aber wenn Gott ihr die Kraft nicht mehr ließ, ivas dann?! Wenn denn durchaus keiner der Söhne Vrzh- borowo übernehmen wollte — und konnte man's ihnen! verdenken, daß sie nicht auf der Klitsche verbauern, sich nicht in der Provinz vergraben wollten?! — war es das beste, zu verkaufen. Der Boden war glänzend und noch hoch in Kultur — das liebe Przyborowo, es war einem dock sehr teuer! Ecstner mrschloß ihre Borratsschränke und hakte die Schlüssel in ihren Schlüsselbund; den überließ sie nie- mand, auch der Mamsell nur für Augenblicke. Mit denk Bewußtstin. die Kiste bis zum Rande gefüllt zu haben, schritt sie, s.hre stattliche Gestalt ein tvenig bückend, unter! den selbstgegosseneu Talglichteru her, die in langen Kränzen von der Decke baumelten, zum Ausgang. Da hörte sie ihren Mann aufgeregt rufen: „Therese, Therese!" Gott verhüte, es Ivar doch etwa keine schlechte Rachrichk von den -Jungen gekommen?! Eiben hatte sie den Land-, briefträger mit seinem Knotenstock und der umgebängterr Posttasche vom Hof gehen sehen. Sie lief ius Studierzimmer. . Kestner saß auf seinem Sofa unter dem Bildnis des Kaisers und rang nach Luft. . „Da siehst, du's nun, Therese, da haben wir's —da schreibt her Paul schon wieder nm Geld!" Er legte dest im ersten Äertzer zerknitterten Brief vor sich auf den Tisch. „Und ivarum ? • Hahäh!" — er lachte gezwungen — „weil er jetzt, da rr Rittmeister geworden, ist, noch ein Pferd haben mußte.' Was sagt man dazu: zwei für sich, eins für den Burschen und eins für das neue Break?! Der Junge denkt wohl, ich finde das Geld aus der Straße! Lies nur, lies!" ■ @ie las, las lange. Die großen steilen Schriftzügtz wären leicht zu entziffern; viel -stand nicht auf dem Bogen, aber sie überlegte bei jeder Zeile: ivar es wirklich 'nur wegen des neuen Pferdes, oder hatte er etwa nieder ne* spielt?! Kästner stöhnte: '„Da hab ich ihm was von „ganz leidlicher Ernte" geschrieben — natürlich, nun wird gleich darauf losgelebt wie ein Wilder!" ' „Das kannst du nicht sagen, das ist unrecht!" Die Mutter hielt sich den Brief dichter vor die Augen und las und las. ° „Er schreibt: „alle andern haben mindestens so viele im Stall"!" . „Unsinn! Das soll er jemand andrem cinreden —■ mir nicht!" ■ „Aber da lies doch! Es ist ihm eben nicht anders möglich!" Theresens Stimme klang gereizt. „Baron Kram- stal hat vier, Herr von Korendowski fünf, Graf D-ohnat vier, Falk von Falkenjstein fünf! Und der Bleichmeier hat sogar einen ganzen Nennstall! Da kann man es Paul doch wahr- haftig nicht verdenken, daß er nicht gänzlich zurücksteh'ech 390 ttfiff. Du Mußt ein Einsehen haben, Moritz! Dann hätten Mr unfern Sohn eben nicht Offizier werden lassen dürfen!" „Ja, dia HM bn recht — hm, ja!" Er'nickte mehr- Uiäls rasch hintereinander. ^Freilich — was sein muß H- IN — muß fein!" Den Kopf in die Hand Wtzeitch Urnbelte er vor sich hin. Therese stand richig und wartete. Sie wußte, er würde sich ihrer besseren Einsicht nicht verschließeit. Sie würde übrigens einmal selber Hoppe vornehmen und.sich iufor- htieicen, iyas in diesem Monat einging. Ohnehin wollte sie ihm sagen, daß diese Verschwendung von Hospersoual nicht ton Platze sei. Mochten die Dirnen nur draußen mehr helfen — weibliche Arbeitskraft ist doch immer noch nicht so teuer iuie männliche —, wenn Wölf zur Melke daheim Wieben, war's reichlich genug. Die zwölf kvunten siebzig Milchkühe bequem schaffen — mochten sie ihre Daumen brauchen! Und die Hühnermagd konnte noch die Schweine Mit übernehmen — Hühner machen so gut wie keine Arbeit. Man mußte sparen an allen Enden! «Ihre scharfen Augen gingen durchs Feilster auf den Hof, dessen Breite, mit dem Tor.in der Mitte, man bequem vom Studierzimmer ans übersehen konnte. Und noch weiter iah man: wie ein Bild, von den Pfosten des offenen Hos- iors eingerahmt, ein Stück der Felder, sich in den Himmel verlierend. l Auf der baumlosen Fläche, dunkel gereckt, ragte am Horizont der Turm von Pociecha. So hatte jna.it den immer gesellen all die fünfuuddreißig Jähre, die man hier ge- ivohnt! Er würde einem ordentlich fehlen. Wer daß sich da jetzt noch Ziegeldächer erhoben — wenn die Sonne darauf schien, blendeten sie — das war störend! „Du," sagte Frau Kestner plötzlich uird wendete sich ihrem Manne zu, „ist es wahr, daß der Niemczyeer mit den Ansiedlern fraternisiert? Er soll immer hinfahren, sich um jeden Quark kümmern, als wär's seine eigene Angelegenheit. Wenn Scheftel das Fleisch in die Küche liefert, erzählt er immer der Mamsell — natürlich, der Jude ist entzückt von so was! Ich mu ßgestehen,' ich hätte Doleschal für innerlich vornehmer gehalten. Man sieht, das Hoch- Uäsigsein ist noch lange nicht Vornehmheit!" „Ein Esel ist er!" Unwirsch fuhr Kestner auf. „Proletariat ladet er uns auf den Hals! Was sollen wir mit pen Leuten? Zn Lkrbeitern sind sie viel zu anspruchsvoll, sie hetzen uns nur unsre eignen Leute auf. Hätte sich wohl früher einer von den hiesigen unterstanden, zu sagen: ich will nur! bis acht Uhr arbeiten?! Bis die Sterne am Himmel standen, bei Mondschein noch haben unsre Sensen gemäht! Die Stuffen, die int Akkord sind, hauen sogar die ganze Nächt durch, wenn's fein muß. Und Sonntag!,, Sonntagsruhe ei, daß dich!" Er zog die seidene Mütze herunter, die er immer trug, sowohl im Hause als auf vem Hofe, unU warf sie auf den Tisch. „Nun muß man ruhig zusehen, wie einem das ganze Getreide verpladdert!" „Rege dich nicht auf," bat Therese. „.Jeder vertritt eben, Ms er für gut hält!" „Mut hält — gut hält! Kämt ich deun tun, was ich für gut halte?! Wie ein Spürhund ist die Regierung einem aus den Hacken. Und der Doleschal macht den Aufpasser. Ich werde es aber Paul sagen, daß mir die dicke Freundschaft mit dem nicht paßt! Wenn wir uns hier Aufammenschlössen, alle an einem Strang .zögen, bann Möchte ich doch sehen, wer die Karre anders schöbe?! Wer Doleschal ist liiert mit dem H-K^-D — seit der gegründet ist, ist alles zugespitzt. Es ist einfach nicht mehr ausziw halten!" -,Jä," sagte sie rasch, „es wäre das beste, wir verkauften, dann hstssen doch auch die Kinder, woran sie ftnfo" „Nun natürlich!" Er stand aus und.ging an seinen Geldschrank. Umständlich schloß er auf. Und dann entnahm er einem* besonderen Kästchen einen Schein. „Da, schick das dem Jungen!" „Aber nicht von Miasteezko aus," grümelte er nach einer Pause, in der er dagestanden und starr in den noch geöffneten Geldschrauk hineingeguckt hatte. „Es wird sonst gleich ruchbar. Ich mag nicht, daß sie wissen, was ich verschicke. Mau wird so wir so immer überschätzt!" „J'ch werde morgen nach der Kreisstadt fahren , schade, daß es heute zu spät ist! — und von da schickens per.eingeschriebenen Brief. Bet der Gelegenheit fahre sch bei der Landrätin vor; ich MH ihrd Kinder in den Herbsh- ferien zu uns heraus laden." „Die Kinder,— in den Ferien?" Sein Gesicht wurde laug. „Muß das sein?!" „Ich bitte dich, Moritz, es muß nicht grabe fein, aber" — eine kleine, ungeduldige Röte Weg in ihr Gesicht -H „wenn wir verkaufen wollen! Uno — da es mir gerade einfällt —, du hättest auch längst mal einen Besuch bei Doleschal machen können! Garczhnski ist zehnmal klüger — neulich sollen sie sogar zusammen spazieren gefahren! fein. Das weißt du doch selbst ganz gut, wie man sich heutzutage dazuhalten muß!" „Gott weiß es — das muß man!" Gr stieß einen! tiefen Seufzer aus.; ; Ueber den Hof kam jetzt der Inspektor Hoppe. Breitbeinig ging .er, man sah's, er war steif vom Reiten. Therese, die schon im Gehen begriffen war, zögerte« noch. Da konnte sie ihm ja gleich wegen morgen sagen! Hoppe trat zugleich mit seinem Klopfen ein; mit den schweren, vom Ackerstaub wie mit grauem Mehl befielt eit Stiefeln tappste er achtlos in die Stube. Ein unwilliger Blick der Gutsherrin traf ihn: hatte der denn noch immer nicht gelernt, eine saubere Diele zu schonen? Womöglich lief er so auf den Teppich! Und nicht einmal die Mütze nahm er ab ! Die Miene des Inspektors war erregt, die Zornesader seiner Stirn dick geschwollen; aber um den Mund lag Bekümmernis. „Herr Kestner," sagte er hastig, „kommen -Sie doch, bitte, mal 'raus! Herr Kästner, bestm neuen Schober machen sie Skandal!" „Wo, wer? Ach was!" Ungläubig sah ihn der Herr am * Frau Dherese lächelte ein wenig spöttisch: d(a wurde mal wieder aus der Mücke ein Elefant gemacht! „Herr Hoppe," sagte sie, „ich brauche morgen den Landauer. Bitte, um zwei Uhr! Und schicken Sie gefälligst den Milchwagen statt um vier schon um drei Uhr nach Miasteezko. Eine .Kiste muß. zur Frühpost zurecht kommen!" Er hörte sie gar nicht. „Sie glauben es nicht, Herr Kestner?! Sehen Sie!" Er nahm die Mütze ab. Ueber den grauen Kopf, mitten herüber, lief eine tüchtige Schmarre ; das Blut war geronnen und hatte ringsum die Haare verklebt. Der wetterharte Mann schloß einen Moment loie int Schmerz die Augen, und dann machte er sie groß und vorwurfsvoll auf. „Sie haben den Leuten die doppelte Ration Schnaps geben lassen, Herr Kestner! Auch den Weibern! Nun find sie aus Rand Und Band. Halb acht Uhr Arbeits- schluß wollen sie jetzt haben. Der Bogt hat mich zu Hilfe gerufen, er ist ihnen nicht gewachsen." „Und Sie auch nicht," brüllte der Przhborowoer. „Dummes Zeug! Warum haben Sie nicht drunter gehauen?" „Ich habe." „Aber wie! Ich weiß ja, es widerstrebt Ihnen. Sonst wäre die Sache sofort erledigt gewesen! Mso heute' abend gibt's keinen Gurkensalat fürs Gesinde und die saure Milch pur zu beit Kartoffeln! Und den K'oinorniks erlaube ich, es nicht mehr, eine Sau zu halten, wenn sie nicht kuschen, lieber den Scheffel Weizen reden wir auch noch einen Ton zusammen. Und den Wanderarbeitern, den Russen, sagen Sie nur: pascholl! Einfach: pascholl!" „Herr Kestner, wir brauchen aber die Leute — alle Leute!" „Ach was! Offener Aufruhr — was wollen Sie denn?" Er.zeigte auf des Inspektors blutrünstige Schmarre. „Sie sind Zeuge. Na, die haben Ihnen ja ordentlich eins aus- gewischt! Mütze vom Kopf 'runter geschlagen, und bann mit ber Gabel gestochen — was? Und die Weiber waren natürlich die tollsten! Haha, kenne ich! Auf mich sind auch schon mal ein paar Abstakerinnen losgegangeit — wegen ’ner Lappalie, sozusagen aus Uebermüt — ich habe sie aber umgeritten, und nachher waren wir gut Freund. Wie die Kinder sind sie, wie die Kinder. Nicht wahr, Therese?" Frau Kestner nickte stumm. Sie ärgerte sich über den Inspektor. Der Gutsherr hatte sich nach und nach beruht'gü „Keine Sorge, Hoppe, die Kerle laufen nicht fort — wohin sollen sie denn auch jetzt? Rur immer gedroht: Ruhe, sonst pascholl! Ich brauche nur zur nächsten Behörde zu schicken, und — eins, zwei, drei — über die Meitze sind sie per Schub!" l. (Fortsetzung folgt.). — 391 — Von französischen Truppen ist Staufenberg vorn Jahre 1807, ab gänzlich verschont geblieben. Die erste Einquartierung, die hierher kam, waren die verbündeten Truppen, Preußen imb Russen, in den Jahren 1812 und 1813. Die Stärke läßt sich ebenfallA nicht seststellen, dagegen, aber die Kriegskosten. Diese betriig«« 2936 Gulden 20 Albus 6 Heller. Besonders groß sind die Lieferungen an Schnaps. Aus einigen Mahnzetteln ist zu ersehen, daß Staufenberg damals nicht mehr in der Lage war, seine Stenern 8it bezahlen. Die Mahnzettel sind ziemlich kurz gefaßt: Binnen, Ich will hier noch bemerken, daß den Ausgaben von 311 Gulden 31 Albus für das Jahr 1807 keine Einnahmen gegenüber- standen. . Snt Marz 179a kam auch ein Transport Invaliden aus den Niederlanden in Staufenberg, Ruttershausen und Lollar an. Das Kommando verlangte von dem Schultheis in Lollar 8 Magen zum Transport der Invaliden nach Langgöns. Dieser schickte nun seinen Flurschützen, ans Oberamt nach Gießen, tim rtncn lckiriftlichen Bescheid zu holen, auf dem angegeben sei, wie pte, 8 Wagen auf die 3 Gemeinden zu verteilen seien. Der Flur- schütz hat aber dem Oberamt in Gießen irrtümlicherweise anstatt 8 Wagen 8 Karren, angegeben, und so kam es auch, daß in dem Schreiben, das er mitbrachte, angegeben war, Lollar solle 3 Karren, Staufenberg 3 Karren und Ruttershausen 2 Karren stellen. Als aber das Kommando auf Wagen bestand, da machte der Schultheis von Lollar m dem Oberamtschreiben mit Tinte aus Karren Wagen und erläßt an die Gemeinden Staufenberg und Rutters- hausen ein Schreiben, das hier wörtlich folat. e LH Habe den schütz nach Giesen geschükt der Hat an statt «. Wagen 8. Karn bey oberamt an geben. Es müsen aber 8 Wagen sein, |o 5pabe ich es in dem obergmt schreiben aus Karn Wagen gemacht. Lollar 25 März 1795. Schultheis Klinke l.j >" Damit sich Jede gemeinde da nach Kan richten. Am 17. August desselben Jahres bezog die Grenadier-Komp, des Herzog!. Braunschweigschen Jufanterie-Regt. auf dem Marsche von Offenbach nach seinem Standquartier auf einen Tag in Staufenberg Quartier. Die Kompagnie tvar stark: 6 Offiziere, 4.3 lliiteroffräierc^ 4 Spielleute, 155 Grenadiere, 12 Knechte, 6 Weiber. Ob die sechs Weiber zu den sechs Offizieren oder zu den Mannschaften gehörten, darüber gibt die Urkunde keine Auskunft. Das Jahr 1807 weist nur eine Einquartierung von 5 franz. Offizieren mit 2 Kompagnien Soldaten auf. Näheres ist auch nicht nichr festzustellen. Die Berpflegungskosten betrugen 301 Gulden 9 Albus und für den, in Lollar in Quartier gewesenen Franz. Obrist Leutnant Simon 10 Gulden 25 Albus. Die Kosten der Verpflegung mußten, tveil kein Geld vorhanden tum-, nacheinander an die Ortsbürger bezahlt werden. Darüber gibt uns eine Urkunde Auskunft. Der Herr Bürgermeister kann dem Johs. Keil einstweilen auf abschlag seiner führten 4 Gulden geben, weil er sich beschwert, daß er feinem Bub noch etwas an Mondiruugs-Stäcke kaufen! müste. gez. Braun, Stadtrechner. Im ^ahr 1796 hat Staufenberg keine Einquartierung auf» AUweisen. Dagegen mußte die Gemeinde an Kaiserliche Husaren chtd Artillerie nach Gießen, Badenburg und, Ruttershausen folgendes liefern: 463 Rationen Hafer von je 6 Pfund, 110 Rationen Hcu (10 Pfund), 1797i/2 Rationen Brot (2 Pfund). Iw Jahr 1797 wurde die Stadt Staufenberg viel von sran- öömcher Einquartierung Mitgenommen, , Vom 26. April bis Ende August wurden verpflegt: 68 Ossi- üere mit 72 Pferden,« 127 Unteroffiziere und 1250 Gemeine. Die Verpflxgungskosten betrugen während dieser Zeit für 132 0-182 Gulden 2 Albus 7 Heller. Von dieser Summe entfallt allein auf die Berpfleau.ua der französischen Offiziere das folgende: 1. Für Fleisch, Federvieh, Wild, Fisch, Gemüs, Ge- ^u-z, . Zliroueii, Baumöhl, Essig und Qbst usw. 466 Gulden '* Heller-, 2 für Weißbrod und Weitzenmehl 24 Gulden 3 Albus, 3. für Kaffee und Zucker 141 Gulden, 4. für Wein, ««mdwrnn ullb Bier 640 Gulden 7 Albus, 5. für Rauch- und Schnupftabak erdene Pfeisen und Lichter 18 Guldeii 7 Albus, . ■—<, b- l>rr SLreibmatermlien 12 Gulden 21 Albus 4 Heller 7 für ! 8 Tage sollte die Steuer bezahlt werden. Geschiehet dieses nicht, ^Bchc-^eife, Puder und Pomade 6 Gulden 14 Albus. Summa! | erfolgt, ohne weiteres die Auspfändung, ■ 0 ^Gm den 8 Mus 1 Heller. , I Im Jahre 1814 hat Staufenberg nur eine Einquartier'uNjg twere Dfsiziere einen guten Appetit hatten, I aufzuweisen. Trotzdem betrugen die Kriegskosten 704 Gulden #iflt Mit*, folgendes .Verzeichnis, Es ist aufgestellt von Herrn 1 15 Albus, Die letzte Quittzing über Kriegsentschädigung kommt Staufenberg während der Franzosenzeit i § - - M Kirchberg, der 4 franz. Offiziere am (Nachdruck verboten.) I IVe Pfd. Kalbskarnmaden, 4 Kalbsfüß, 1 Pfund Reis, 1/4 Psd. Wenn man mit der Bahn von Gießen nach Kassel fährt, I andeln, Zimmet, Kapern, Kohlrabi Gemäß, Gurken und Zwiebel, so sieht man hinter der Station Lollar, rechts auf einem Berge I " Psd. Weißmehl, V4 Pfd. Baumöhl, 1fr Psd. Kaffee, 3 Pfd. die alte Burgruine Staufenberg. Staufenberg wird zum ersten I !PetJe Zucker, 2 paar junge Tauben, 1 paar junge Hahnen, 1 altes Male im Jahr 1223 genannt. Die alte Burg, in der so manches.1 K"hn, 8 Pfd. Butter, 5 Pfd. Fisch, 48 Stück Eier, 44 Stück Rittergelage veranstaltet wurde, blieb von den Stürmen des I F^Lstdrod, 140 Stück Krebse, 2 Zitronen, 1 Maas Schmaad, dreißigjährigen Krieges nicht verschont.. Im Jahre 1647 wurde I Milch, Pfd, kl. Rosinen, Bohnen, Salat und 18 Maas die obere Burg von schwedischen Truppen zerstört. Besonders! I Blei:!. wju.rde die Stadt Staufenberg während der Franzosenzeit hon I .Den Betrag ^von 46 Gulden 18 Albus obiger Verpflegung .1794—1813 arg mitgenommen. | mußte die Stadt Staufenberg bezahlen. Den 4 Offizieren muß Am 22. Oktober 1794 hatte Staufenberg zum ersten Male I kS sehr gut in Kirchberg gefallen haben, denn sie habeii sich später Einquartierung und zwar 136 Mann Kaiser!. König!. Cara- I Wh dreimal nacheinander auf 3 Tage daselbst eingefnnden und hiniers mit 153 Pferden. Darunter befanden sich 22 Kranke I jedesmal eine Rechnung von ungefähr 50 Gulden der Stadt Und Verwundete. Die nächste Einquartierung bekam Staufen- I Stmchenberg hinterlassen. berg wie. folgt: I Daß zu der damaligen Zeit die Stadt Staufenberg öfters in 1795. 23. und 24. Februar: 4 Komp, des Herzogl. von Braun- I Zahlungsschwierigkeiten kam, läßt sich wohl denken, und deshalb! schweigischen Jnf.-Rgt. (705 Mann); 26. und 27. Februar: 4 I auch dazu gezwungen wurde, auswärts Gelder aufzunehmen. Denn Komp, des Regts. Prinz Heinrich (629 Mann); 1. und 2. März: I alles mußte den Herren Franzosen gut bezahlt werden, erhielten 4 Komp, des Regts. von Kleist (649 Mann); 4. und 5. März: I Jle nicht das Verlangte, so mußten sie dafür entschädigt werdens 4 Komp, des Regts. Prinz Ferdinant (605 Mann); 7. und! So heißt es in den Urkunden: .1; Einem französischen Soldaten, 8. März: 4 Komp, des Regts. König!. Garde (489 Mann); | als solcher eine Fuhr verlangt und keine erhielt, abgewiesen mit! 10. und 11. März: 4 Komp, des Regts. von Cronhaz (535 | r8 Albus. 2: Einem Offizier damit solcher gute Mannszucht Bet) Manu); 13. und 14. März: 1 Handwerks-Kolonne (44 Mann). | Xer hiesigen Einquartierung gehalten, bezahlt 5 Gulden 15 Albus. Bei der Leib-Kompagnie des Regt. Prinz Heinrich mußten | f: ffitttan französischen Offizier, daß solcher die dahier zur Unter» auch des Kapitäns Köchin, sowie tveitere zwei Frauen mit einem | Haltung getvesenen Artillerie Pferde, Bmr hier weg und in das Kind verpflegt tverdeti. Daß auch ein Sergeant feine Frau mit | Londorser Gericht verschaffte 8 Gulden 19 Albus. snh führte, darüber gibt uns eine Quittung von einem Staufen- I ^m. 10. bis 20. September hatte Staufenberg nochmals bcrger Ortsbürger Auskunft. Folgt wörtlich: > 340 Soldaten und zwei Offiziere zu verpflegen. Hierüber ist Nota. Was der Sergant mit seiner Frau bei mir Verzehrt hat I pur ine Quittung über die Verpflegung der beiden Offiziere vor- den Erste«: Tag vor brandwein 32 Albus, vor Kaffee und 2 Weck I Händen, und folgendermaßen aufgestellt. Für 2 Offiziere 10 Tage 20 Albus, den abend vor Sub und. Eher und Brot 16 Albus, den I Lu verpflegen: Für Weißbrod 1 Gulden 30 Albus, für Fleisch, Zweiten Morgen, Kaffee und Weck 20 Albus, den Mittag vor Sub I p^rvieh und Gemäß usw. 34 Gulden, für Kaffee und Zucker gemäß und fleisch 32 Albus, und vor brandwein 6 Albus V, I 6 Gulden, für Wein und Brandwein usw. 26 Gulden, für Schreib- maas hier 2 Albus, 1 Bagueth Tabak und 2 Pfeifen 10 Albus | material 40 Albus. Summe 68 Gulden 10 Albus. Summe 2 Gnld. 18 Albus, ' | Besonders gern müssen die französischen Offiziere fette Hümmel Innd Kälber gegessen haben, denn daß solche masseiihast an sie geliefert wurden, geht aus vielen Quittungen hervor. Im Jahr 1798 hat Staufenberg wieder viele Franzosen zu! beherbergen und zwar nahmen Quartier am 26. April: 1 Offizier und 400 Gemeine 2 Tage lang, 28. April: 1 Offizier und 160 Gemeine 5 Tage lang, 80. April: 1 Offizier und 160 Gemeine 3 Tage lang, 3. Mai: 6 Offiziere und 168 Gemeine über 6 Wochen, 31. Mai: 1 Offizier und 100 Gemeine 10 Tage lang, 26. Juni: 1 Sergeant und 30 Gemeine 13 Tage lang, 10. Juli: 1 Offizier und 30 Gemeine 3 Tage lang, 15. Juli: 1 Korporal und 38 Gemeine 2 Tage lang,' 17. Juli: 1 Korporal und 36 Gemeine 8 Tage lang, 25. Juli: 1 Korporal und 40 Gemeine 30 Tage lang, 24. August: 1 Leutnant und 22 Gemeine 2 Tage lang, 28. August: 1 Sergeant und 34 Gemeine 3 Tage lanm 1. September: 1 Sergeant und 30 Gemeine 4 Tage lang, 4. September: 1 Sergeant und 29 Gemeine 5 Wochen lang, 6. September: 1 Sergeant und 41 Gemeine 8 Wochen lang, welches die letzten Franzosen allhier in Staufenberg waren. Bon jetzt an ist Staufenberg auf einige Jahre von Einquartierungen verschont geblieben. Die ersten Franzosen kamen am 24. Juni 1806 hierher ins Quartier und blieben bis zum 2. August. Die Stärke läßt sich nicht mehr feststellcn, nur, daß die Berpflegungskosten 659 Gulden 26 Albus und 1 Heller betrugen. 392 im Jahr 1815 vor imb lautet folgendermaßen: Zehn Gulden, welche ich unterzeichneter Vom Jahr 1814, Wegen der gehabten Unruhen, Tag und nacht, bei Einquartierung der Verbündeten Truppen, znfordern gehabt, sind mir von dem 1815 ten Burger-» Weister Schultheis Ludwig Vogel bezahlt wurden, welches ich Quittire. Staufenberg d. loten Nov. 1815. gez. Christopf Bogel. Noch lange Fahre hatte die Stadt Staufenberg an den von auswärts aufgenommenen Kapitalien, die sie zur Bestreitung der Kriegskosten nötig hatte, zu bezahlen. Seit den 70 er Jahren hat auch Staufenberg einen blühenden Aufschwung genommen. Fast alle Bürger der Stadt können als wohlhabend bezeichnet werden. Bon der Gemeinde gilt dasselbe. Die grossen Wal- dungen bilden eine gute Einnahmequelle für sie, so daß ein jeder Ortsbürger, obwohl Feldbereinigung und Wasserleitung sehr viel Geld gekostet hat — noch jedes Jahr eine Vergütung an Holz erhalt. vermischtes. * Bon der it eit eit Felduniform. Man schreibt uns: Die letzten großen Kriege, namentlich der Burenfeldzug und der russisch-japanische Krieg, haben einen großen Einfluß auf die Ausrüstung und die Ausbildung unseres Heeres aus- geübt. So erhielten wir das wesentlich vereinfachte Exerzierreglement Voit 1906, in dem mit den unnötigen und überflüssigen Bewegungen, Griffen usw. aufgeräumt ivurbe, so erhielten wir die neue Felddienstordnung und Vor allem die neue Uniform. Das ist der größte Erfolg, den die moderne Kriegstechnik der altpreußischeu tteberliefernng . abgeruugen hat,. denn das blaue Tuck schien unausrottbar zu sein. Zwar hatte man sich schon lauge Vorher dazu entschließen müssen, unsere Kolonialarmee den Verhältnissen entsprechend zu kleiden, aber zu einer Aendernng in unserem Landheer hat das nicht geführt, obwohl man wußte, daß Napoleons russischer Feldzug allein au der ungünstigen Ausrüstung seiner Truppen gescheitert war. Zwar, der Korse hatte an alles gedacht, srgir an Schneebrillen, nur nicht an eine Aende- rnug der Kleidung, die für das russische Klima vollständig ungeeignet Ivar. In dieser Beziehung hat erst der Burenfeldzug eine Aendernng geschaffen, und es war die englische Armee, die hier bahnbrechend wirkte und schlankweg eine neue, den südafrikanischen Verhältnissen angepaßte Uniform einführte, bereit Farbe ein Gemisch von Graubraun unb Gelb barstellt und unter dem Namen Khaki bekannt ist. Auch in den anderen europäischen Staaten trug man sich seitdem mit dem Gedanken au eine Aende- rung der Kleidung, aber mau war sich bewußt, daß das „Khaki" für unsere Verhältnisse nicht geeignet ist, weil die vorherrschende Farbe unserer Landschaften grün ist. Langwierige Versuche führten dann zu der Ueberzeugung, daß eine Mischfarbe aus Gran und Grün — „feldgrau" — die für unsere Anforderungen günstigste Farbe sei. Mit Uniformen dieser Farbe wurden bann zuerst bie Maschinengewehrabteilungen ausgerüstet, unb es geschah nicht selten, baß bie „Blauen" im Gefecht bicht bis an die „Grauen" herankamen, ohne sie überhaupt zu bemerken. Gleichzeitig mit der Aenberuitg bet Farbe erwog man auch eine Aendernng des Schnittes und einigte sich auf einen der heute noch gebräuchlichen Litewka ähnlichen Rock mit Verfchließbaren Taschen und brünierten Knöpfen. An Stelle des Stehkragens kam der Klappkragen, an Stelle der Halsbinde ein graues Halstuch. Behalten würde allerdings der lästige Helm, den man mit einem schilffarbenen Uebetzug Versieht, und behalten wurde auch zum größten Teil die große Belastung des einzelnen Mannes, die bei einem modernen Feldzug mit seinen ungeheuren Entfernungen die Bewcglich- teit der Truppe in hohem Grade behindert. Was man seither zur Erleichterung des Gepäcks getan hat, ist noch lange nicht genug, wenn man sich auch nicht verhehlen kann, daß es ungemein schwierig ist, die au sich schon aufs 9totivenbige beschränkte Ausrüstung zu vermindern. Ob sich diese neue Kleidung aber in allen Fällen bewährt, das ist eine andere Frage. Ich habe es stets als sehr störend und schädlich empfunden, daß uns unsere Uniformen ganz und gar nicht vor der Nässe schützen. So haben wir das letzte! Manöver fast von Anfang bis zu (Silbe in nassen Kleidern mitgemacht. Schon nach dem ersten Vorpostenbiwak erkrankten uns tuehrere Unteroffiziere und Leute. Wenn es dann noch der her Himmel will, daß man mit durchnäßten und dadurch un- burcfilaffigen Kleidern in der Sonne marschieren muß, dann ist kaum noch ein Vorwcirtskommen. Das Umhängen der Zeltbahnen Ist völlig unzureichend, da es auf dem Marsche die Ausdünstung erschwert und bie Körperwärme noch mehr steigert. Es müßte deshalb bie Kleibung selbst wasserdicht sein, ohne aber bie Ausdünstung zn hindern, denn nur dadurch wäre ein wirklicher Erfolg zu verzeichnen. So wurde kürzlich ein öffentlicher Wettbewerb vorgeschlagen zu dem Zweck, ein Verfahren zn erfindens, das den Stoff der militärischen Uniform für Wasser undurchlässig macht, für Luft dagegen durchlässig 'beläßt. Ob dieses Mittel allerdings zum Ziele führt, ist sehr fraglich, wen» es auch in hohem Grade erwünscht wäre. Die seit Jahren unter verschiedenen Namen bekannten Mittel haben noch zn keinem brauchbaren und zuverlässigen Ergebnis geführt. Für Erfinder wäre aber hier ein Weg, der ihnen nicht 'nur viel Dank, sondern auch viel Geld einbringen könnte. Es würde dadurch manches Leben weniger durch Gelenkrheumatismus bedrückt, eilt liebet, das bett meisten Soldaten im späteren Leben häufig zu schaffen macht — und damit hätte auch der Staat viel gewonnen. Wer selbst einmal in der Nässe biwakierte und am anderen Tage im Sonnenbrand marschieren mußte, oder gar bei bedeckten! Himmel, der wird ermessen, was eine wasserdichte Uniform zu bedeuten hätte. Hand in Hand müßte damit aber eine weitere Gepäckerleichterung angestrebt iverden, nm alle Kräfte für bas Gefecht bereit zu haben. Denn darauf kvnimt es an, daß man die Kräfte der Mannschaft nach Möglichkeit schont, itm sm entscheidenden Augenblick mit Einsatz allen Könnens den „letzten Atemzug" hergeben zu können. Darüber darf matt sich wohl nicht hmwegtüuschen, daß im Falle eines Krieges die Reserven unter der übergroßen Last sehr leiden werden und beit Marschleistungen, die von ihnen verlangt werden, nur in bett seltensten Fällen gewachsen sinb, weil lihncist inzwischen jede Hebung gefehlt hat. So können wir uns' (öe£ bisher Erreichten wohl herzlich freuen, es darf uns aber über die Mängel, die ihm noch anhaften, nicht hinwegtäufchett. N. * „G r a u d Hotel", Bad Salzbrunn. Zn bem Kapitel der französischen Speisekarte!! tu beutjdicn Kurorten sendet ein Leser bet D. T. einen Zeitungsausschnitt ein, in dein das „Grand Hotel" in Bad Salzbrunn seine Speisekarte vom 12. Juni 1910 veröffentlicht. Tas „Menu" weist Mgenbe Herrlichkeiten au!: Hora d’oeuvres variös Consom mA ä Flnfante ober Creme ä la. Martha Filets de Soles Heloise ober Oeufs ä la Provenzale Poulet poele 6, la Bouquetii ober Buffet froid assorti Pommes Fondant.es Petits Pois au beurre Salade Gateaux St. Honor6 Käse mit Butter. Leiber ist bem genialen Chef de euisine sein klassisches Französisch zum Schluß bes „Menus" auSgegaugeu, er hätte sonst statt bes pöbel- hasteu deutschen „Käse mit Butter": .Fromage avee beurre“ schreiben müssen, schon um im Stil seiner ' übrigen gallischen Sprachglanzleistung zu bleiben. Weiter besagt bie Anzeige noch, baß „in der großen Halle Five o'eloek-Tee mit Wiener Gebäck" verabreicht wirb. Auch hier muß die Durstigkeit des deutschen sprachlichen Entgegenkommens im Grand Hotel zu Bad.Salzbrunn jeden Ausländer schmerzlich berühren. Das kleiusie Sprachivörterbuch hätte doch bie Möglichkeit gegeben, auch ben imgebitbeien deutschen „Tee" in die feinere englische Sprache zu übersehen. Ter Einsender deS Ausschnittes bemerkt mit Recht, daß in Bad Salzbrunn so gut wie feine Ausländer verkehren. Wenn sich bie deutschen Kurgäste beit Unfug dieser Halb- oder Viertelsbildung verratenden Sprachmängel gefallen lassen, so ist bas ihre Schillb. Zur Entrüstung sehen wir allerbiugs angesichts so erheiternder Sprach-Akrobalie keinen Anlaß. Warten wir es ruhig ab, tu einigen Menschenaltern wird vielleicht auch da? „Grand Hotel" in Bad Salzbrumi sich nicht nur zu einer deutschen Speisekarte, sondern auch zu einem deutschen Namen ausgeschwungen haben. Bis dahüt werden tvohl die deutschen Gäste, die sich für das „Menu" des „Grand Hotels" nicht genügend vornehm fühlen, auch in Bad Salzbrunn Gaflhöic finden, wo man deutsch versteht. Als erfreuliches Gegenbeispiel möchten wir anführen, baß kürzlich bei bem Festessen, welches bie Hamburg- Amerika-Linie an Bord ihrer Kaiserin Auguste Victoria der Deutschen Laubwirtschastsgesellschast gab, eine rein deutsche Speisekarte aufgelegt mürbe, an der bas „Grand Hotel" in Bad Salz- brrnm noch einige? lernen kann und ztvar nicht nur in sprachlicher Hinsicht! _______________ humoristischer. * Zu gutmütig. 91.: „Wollen Sie den Manu, der Sie neulich in der Dunkelheit braun und blau geschlagen hat, nicht wegen Körperverletzung verklagen?" —B.: „I wo, das war ja nur ein Irrtum Von ihm, — dsie Prügel galten ja gar nicht mir!" * Bescheiden. Richter (zum Gauner.: „Sie waren schon einmal zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt?" — „Nee, Herr Richter, so weit hab' ich's noch nicht gebracht!" * Rechtsbelehru ng. „Herr Schwiegersohn, Ihr Stubenmädchen ist mir zu hübsch!" — „Für Sie habest wirs auch gap nicht engagiert, Frau Schwiegermama!" Nagischss vreirck. ■■ In bie Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben, aabeegggiirssss derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: 1. Einen Bildhauer. 2. Griechische Göttin. 3. Ein Fahrzeug. 4. Altrömische Münze. 5. Einen Buchstaben. Auslösung in nächster Nummer - Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer! Käser — Dchfenauge — Rieritz — Robert — Aargatt — Dante — Ingwer — Neumark Konradin K r eul; e v. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitStS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen