Ur. 185 Samstag den 26. November cAa lFortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Friedel halb-süß. Roman von Fedorvon Zabeltitz. suchen, die Wirrnis zu lichten, in die der erkrankte Water das Geschäft gestürzt habe. Viel Hoffnung habe er nicht, fügte der Opa hinzu, aber jedenfalls könne man Lei geschicktem Lavieren der Gefahr eines Konkurses vorbeugen und dann immer noch in Ueberlegung ziehen, ob die Umbildung in eine Gesellschaft notwendig sein werde. Fritz wollte seine Reise um keinen Tag aufschieben. Er depeschierte nach Epernay: sein Vater befinde sich, infolge geistiger Erkrankung in einer Heilanstalt, und zweifellos sei auch der Brief vom 18. August bereits unter dem Einflüsse dieses Leidens geschrieben worden; zur Ordnung der Angelegenheit werde Fritz am Donnerstag persönlich nach Epernay kommen und bitte, mit den Herren Chefs des Hauses sprechen zu dürfen. Mit dem Abendzuge fuhr er nach Köln. Im Augenblick der Wfahrt sah er Kesselholz auf den Perron stürzen; der Prokurist brachte ihm noch einen Brief, auf dessen Adresse er die Handschrift der Frau Kommerzienrat erkannt hatte. Das war der Abschied von Schrattstein, Fritz wußte genau: auch dieser Brief der Mutter enthielt irgend eine Unannehmlichkeit Er steckte ihn in die Tasche; er hätte ihn am liebsten gar nicht gelesen. Aber schon im nächsten Augenblick zog er ihn wieder hervor und erbrach ihn. Margot schrieb noch immer aus Biarritz: zunächst ein paar Worte des Bedauerns über das Unglück chres Gatten. Sie klangen nicht herzlos; man konnte sogar etwas wie aufrichtiges Mitgefühl und wehmütige Stimmung herauslesen. Aber schon die nächsten Zeilen verwischten den Eindruck der Herz- lichkeit. Margot bat darum, die Trennung zu beschleunigen. Fritz habe ihr mitgeteilt, daß der Vater an Paralyse leibe, und das sei ihres Wissens eine unheilbare Krankheit, die an sich einen Scheidungsgrund gebe. Und nun fuhr Margot unbekümmert fort: sie warte nur auf diese Scheidung, um ihre Verlobung mit dem Marquis Pidal del Ramos Palacio bekannt geben zu können, einem liebenswürdigen Spanier^ dessen Lob sie sang; er sei Vizegouverneur von Pontevedrcch sehr wohlhabend, kinderloser Witwer und habe eine glänzende Karriere vor sich. Als Fritz dies las, schien ihm, als stehe seine Mütter leibhaftig vor ihm: mit ihrem immer noch schönen Kreo- linnengesicht und den dunklen Augen unter den dichten Brauen, dem hübschen sinnlichen Mund und der geschmeidigen Figur. Und ein Gefühl der Verachtung packte ihn. Nein, wahrlich — er hatte nie eine Mutter gehabt — diese Frau war ihm jedenfalls keine gewesen! Nun wollte er auch mit ihr abschließen. Sie hatte ihren Marquis gesunden — mochte sie glücklich werden! — Fritz nahm sich vor, sofort nach seiner Heimkehr bei Rittland eine Beschleunigung der Scheidung zu beantragen. Und das sollte das letzte sein, was er für die Mutter tat. Die Lokomotive pfiff, rasch und gellend, dreimal hintereinander. Dann fuhr der Zug langsamer und hielt endliche Er hielt auf freiem Felde. Fritz öffnete, das Fender nuiÜ , Bei Fritz war die anfängliche Entrüstung über den Brief seines Vaters einer eigentümlich freudigen Stimmung gewichen. Dieser unsinnige Brief gab ihm Veranlassung, bei den Miquelons vvrsprechen zu können, ohne sich selbst etwas zu vergeben; er war der „plausible Grund", nach dem er noch gestern abend gesucht hatte; er war der Hebel, den er gebrauchen konnte, um sich zu einer Zeit, die eine volle Anspannung seiner Kräfte erforderte, von einem lästigen Druck zu befreien. Er besprach auch mit dem Opa die Angelegenheit. Der alte Mann hatte sich Unter dem Zwange der Situation scheinbar verjüngt. Er kam täglich in die Fabrik und nahm den Platz des Kommerzienrats ein. Er war nicht ein Achtzigjähriger, er war wie ein Vierziger: trotz seines gichtischen Fußes noch rüstig, Und geistig von erstaunlicher Frische. Einen Augenblick hatte Fritz gezögert, ob es zweckmäßig sein würde, dem Opa offenherzig auch von den Vorschlägen Otto Span- nuths zu erzählen. Aber er überlegte: das war nicht nötig; es war zweifellos besser, zuvörderst das Nächstliegende zu erledigen und dem kostspieligen Streit mit den Miquelons ein Ende zu machen. Das konnte in wenigen Tagen geschehen. Der Opa war empört über den Brief des Kommerzienrats. Er sprach sich anfänglich auch entrüstet gegen jeden Einigungsversuch aus. Der alte Haß brach wieder hervor. War nicht Herr Gottfried Hoch, der spätere Gatte der Veuve Miquelon, aus dem Hause Friedel hervorgegangen, und hatten die Miquelons nicht dem Nicodemus Kesselholz, dem Küfer der Friedels, das Geheimnis der Romuage einfach gestohlen? — Wer Haß und Grimm klärten zu kluger Ueberlegung sich ab. Gewiß, es war schon richtig, man versuchte den Streitfall in Ehren beizulegen. Die ganze Sache war gründlich verfahren worden. Alle Beteiligten hatten töricht gehandelt: Fritz, dem es ein leichtes gewesen wäre,' sich von der Reise nach der Garnison entbinden zu lassen, nm statt dessen bei der Ballontaufe in Uttenhooven persönlich anwesend zu sein — Feßler, der sich um gar nichts gekümmert hatte — und nicht am wenigsten der Herzog von Weelen mit seinen schönen Versprechungen, die nicht gehalten worden waren. Auf das Gründlichste hatte man die ganze Geschichte verfahren. Nun konnte man zusehen, wie aus der Patsche wieder herauszukommen war, zumal allem Anschein nach das Gericht nur die formale Seite der Frage berücksichtigen wollte, statt der Moral zum Recht zu verhelfen. Schließlich wurde der Alte ruhiger und beschränkte sich auf eine Reihe guter Ratschläge. Fritz solle in Gottes Namen nach Epernay fahren; Inzwischen werde er gemeinsam mit Kcsselholz per —— 738 =— schaute in die Nacht hinaus. Die Schaffner liefen mit Laternen bin und her. „Was ist los?" fragte Fritz. „Es geht gleich weiter," antwortete eine Stimme. Lloer es ging keineswegs sogleich weiter. „Was ist los?" fragte Fritz nochmals. Die Zigarre, die er diesmal dein Schaffner reichte, stimmte den Beamten freundlich. „Ach Gott," antwortete er, „es hat sich jema.no auf die Schienen geworfen Und ist überfahren worden." „Herrgott," rief Fritz, tot? . . „Mausetot. . i,Ein Mann oder ein Weib? . . „Ein Mann. Gin sehr anständig geNeideter Mann." Nun pfiff es von neuem, und die Lokomotive begann wieder zu fauchen, und der Zug brauste weiter —- über die rote Stelle, da der Tote gelegen hatte —, als sei nichts geschehen. Fritz streckte sich müde aus der Wagenbank aus. „Gut, daß ich nicht abergläubisch bin," sagte er sich; der Bries und dieser Unglückliche, der den Tod unter der Lokomotive gesucht hatte, waren keine Anzeichen für ein fröhliches Gelingen dessen, was er Vorhalte. 13. Fritz traf am nächsten Abend in Epernay ein und stieg im Hotel de l'Europe ab, das er von früher her kannte. Bon Reims aus, wo er ein Jahr bei Sonnois Und Mignot in der Lehre gewesen war, hatte er zu öfterem Abstecher in die anderen Champagnerstadte gemacht, nach Sillery, Ay und vor allem nach Epernay, weil hier eitt Freund von ihm zu gleicher Zeit im Hause Moöt und Chan- Von eine ähnliche Tätigkeit wie er zu Reims entfalteten das heißt, sich nach Kräften zu amüsieren suchte Hundert Erinnerungen aus jener Zeit stiegen in ihm auf, als er am folgenden Vormittag durch die Straßen fctjtenberte. In der Nähe der Kirche mit ihrem schönen Renaissanceportal lag noch immer die kleine Frühstücksstube von Vernon, die man damals so oft besucht hatte, und hinter dem Justiz- Palast noch das Kaffeehaus, in dem die übermütigen Jungen beinahe einmal Prügel bekommen hätten, weil sie mit einigen chauvinistischen Spießbürgern zusammen geraten waren. In der alten Stadt schien sich wenig verändert zu haben; aber das Villenquartier hatte sich ausgedehnt, Und unter den schönsten dieser kleinen Paläste fand Fritz auch den des Grafen Hoche wieder; einen Sandsteinbau von ruhiger und stolzer Schönheit, hinter dem das Wipsel- meer eines ausgedehnten Parkes sichtbar wurde. Fritz wußte durch Kesselholz: Graf Ernest Hoche war nicht mehr am Leben; ihn hatte beim Baden der Schlag getroffen. Aber der alte Gras Alfred lebte wohl noch, denn das blanke Metallschild am Portal der Villa trug in zierlicher Gravierung den Namen „A. Cte. Hoche". Fritz hatte feine Lust, sich im Geschästshause der Firma Miquelon durck einen Angestellten abfertigen zu lassen; er wollte direkt mit dem Chef verhandeln. Er war bereits in Besuchstoilette: in Gehrock _ und Zylinder Hut. So drückte er denn ans den Klingelknopf und gab dein öffnenden Diener seine Karte. Der prüfte sie erst, machte dann eine tiefe Verbeugung und führte Fritz durch eine getäfelte Halle von etwas klösterlicher Feierlichkeit in einen großen lichten Salon, von dem aus eine Glastür auf eine breite Gartenterrasse führte. Der Diener war in Eskarpins und Frack. Im Salon verbeugte er sich zum zweiten Male mit großer Grandezza Und verschwand Ijiercuif, ohne ein Wort zu sprechen. Fritz beschäftigte sich in der Erwartung des alten Champagnergrafen inzwischen mit der Betrachtung der Bilder an den Wänden, die durchweg Landschaften darstellten, und trat dann in die offene Glastür, um einen Blick in den Park zu werfen. Zwischen der Orangerie auf der Terrasse standen Stühle aus Bambus und Strohgeflecht, auch ein paar Tischchen mit Büchern und Zeitschriften. Mit Verwundern bemerkte Fritz unter diesen einen vor kurzem erschienenen deutschen Roman und eine deutsche Monatsschrift. Eine Freitreppe führte von der Terrasse in den Park. Die 9tn= läge mußte alt fein. Korkeichen, Buchen urib Platanen bildeten den Hauptbestand. Eine Silberweide ließ ihr schillerndes Blattwerk leuchten, ein paar Zypressen umgaben die Marmorherme eines häßlichen Alten, der ebensowohl Sokrates als Dom Perignon fein konnte, der Erfinder des schäumenden Weins. Durch das Zypressendunkel blitzte der Widerschein eines Springbrunnens. stand/ (Fortsetzung folgt.) „Das ist hübsch von Ihnen, Herr Friedel," ließ sich hinter Fritz eine helle Mädchenstimme vernehmen, „daß Sie mich nun doch einmal besuchen. Eigentlich habe ich Sie schon früher erwartet." Fritz hatte sich umgewandt. Er sah sich einem jungen Mädchen gegenüber, in dessen freundlichem Gesicht einZiaar nußbraune Augen standen und über dessen helle Stirn Gelock fiel, das bie' Farbe frischer Kastanien hatte. Und bei diesem Anblick lachte sein Herz: er freute sich «Ulrich tig über das Wiedersehn. „Gnädigste Gräfin," sagte er lebhaft und ergriff ihre Hand, „das hätte ich wahrhaftig nicht erwartet, Sie hier zu treffen! — Ist meine Anrede richtig oder muß ich chon Marquise sagen?" , , Ein rascher Schatten flog über die Stirn des Mädchens; aber er verdunkelte sie nicht —> her Glanz kam wieder. _ . , „Weder heute Marquise noch morgen, Herr Friedel, erwiderte sie. „Die Verlobung ist aufgehoben. Meußere Gründe sprachen dafür." „O pardon, Komteß — ich konnte nicht ahnen —' „Selbstverständlich nicht — daher brauchen Sie sich auch nicht zu entschuldigen. Meine liebe alte Protektorin, die Fürstin Steinlirch, habe ich freilich schwer beleidigt, denn sie hatte die ganze Verlobungsgeschichte, eingefädelt --aber es ging nicht anders. Sprechen wir von etwa anderem." . „Ich freue mich immer wieder, wie tadellos Sie das Deutsche beherrschen." t . „Erzählte ich Ihnen nicht schon damals, day ich in Bonn erzogen worden bin? — In dem Pensionat der Frau von Kerssembroik. Ein Institut, das hauptsächlich für junge Französinnen bestimmt ist. llebrigens ।— da wir Elsässer sind und die alte Heimat nicht vergessen wollen, so versteht sich das eigentlich von selbst. Ein Bruder meines Großvaters war bei den Wahlen für die französische Nationalversammlung im Februar einundsiebzig der einzige, der die kleine Partei Deutschgesinnter vertrat. Natürlich wurde ihm das von den französischen Verwandten arg verdacht, aber es zeigt sich doch, wie stark sich in unserer Familie die Vorliebe für deutsches Wesen erhalten hat — und, wie ich glaube, hauptsächlich durch die Pflege der Sprache. Deshalb besuche ich auch so gern den Rhein. Gewiß r- uusre Interessen wurzeln in Frankreich; wir lieben es auch, und es vergilt unsre Liebe. Aber ein Stückchen Herz gehört doch dem Lande, in dem die Wiege unsres Geschlechts Aus der Seit des 7-jährigen Krieges: Die Zranzosen in Gießen.') (1758—^762.) Bis Herbst 1758 hatte der Herzog Ferdinand von Braunschweig, der Verbündete des Preußenkönigs Friedrichs II., den westfälischen Kriegsschauplatz gegen die Franzosen behauptet. Marschall C o n ! a d e s plante seinen Rückzug nach dem Rheim um dort Winterquartiere zu beziehen, nachdem er vorher zur Deckung seines Rückzuges den Marquis d'Armentisres aus Münster entsendet . hatte. Prinz S o u b i s e, der Führer des französischen Observationskorps im nördlichen Hessen, sah sich dadurch veranlaßt, gleichfalls aus sichere Winterquartiere Bedacht zu nehmen, verlieb seine Kantonierungsquartiere zwischen Kassel und Warburg und trat im November 1758 seinen Marsch in das südliche Hessen an. Seine Rückzugslinie von Kassel nach dem Main war bezeichnet durch Verwüstungen und Plünderungen schlimmster Art, die das flache Land und die Städte zu erdulden! hatten. Zur Sicherung seiner Winterquartiere in Hanau und Frankfurt legte er Besatzungen nach Marburg, Gießen und Friedberg. Marburg erhielt 1200 Mann unter dem Obersten Du Plessis, Gießen die Regimenter Courten und Löwendahl unter dem Marquis Des Salles, Friedberg das Regiment Dauphin unter dem Prinzen von Lothringen. Der Landgraf Ludwig VIII. von H essen-Darnr- st a d t, der wie die Franzosen auf Seite Maria Theresias stand« lehnte die Einräumung der Festung Gießen zum Winterquartier! der Franzosen ab; doch Soubise wußte seinen Willen durch- zusetzen, und Gießen mußte den Franzosen übergeben werden. Noch ehe die französischen Völker vor Gießen erschienen, trat der Senat der Universität unter dem Vorsitz des Rektors am 13, November 1758 zusammen, um zu be- *) Benutzt; Die Universitäts-Archivakten, Militär- und K r i e g s a n g e l e g c n h e i t c n usw. 1758 bis 1762, 789 der Capi tnf euren sey". für 1 Pfund Toback zum < . 6 Pfg., für 1 Matz „Brandwein' gßein" 72 Psg., für 1 Pfund Butter 39 Pfg. 17 Pfg., 1 L. .. . 12 Pfg., 1 Pfund Kalbfleis Strtetf, MS beim Heranstahen fce» Soubiseschen Arm« , zu tun, und was „zum besten der Universität, der Cavitn- lation (in dem Uebergabevertrag) allenfalls zu inserrren sey". Man ließ eine Vorstellung nach Darmstadt ergehen, tn der der Landessürst gebeten wurde, dafür Sorge zu tragen, daß „die iura der Universität nicht geträntt", datz bie Herren Professoren mit Einquartierung verschont, datz die Studenten an ihren Studien nicht gehindert, würden, und datz die sämtlichen Gebäude der Universität verschont bleiben sollten. Ter Landes- fürst antwortet, datz der Kommandänt von Gießen bei lieber gäbe her Festung eine „Ihme des Endes zugefertigte Capitulation erhal teil -habe, durch deren Inhalt Wir Euere Personen sowohl jai§ Euere offieia vor allen insulten und Beeinträchtigungen sattsam sicher gestellt zu seyn verhoffen". Em französisches Mömotre ,enthielt die Bedingungen des Vertrages, unter denen die Festung Gießen cum geräumt werden sollte. Nach Artitel 3 sollen in Gießen von den hessischen Truppen noch 150 Mann, in 2 Kompagnien eingeteilt, Unter dem Kommando des Brigadiers v. Drechsel Zurückbleiben, Um die Arsenale (Zeughaus), das Universitätsgebäude, die Kanzler, das Gefängnis, „iwnune Stockhüs", das Haus des Kommandanten zu bewachen, (v. Drechsel wohnte in einem Gartenhaus, dem heutigen „Steins ©arten"J Der französische Kommandant L-es Salles soll ein Teil des Schlosses, „nonrms le Gouvernement (Regierungsgebäude) bewohnen. Irr die Verwaltung der Stadt Und der Kirche hat sich das französische Kommando nicht ein- zumischen. Für bie Wohnung eines Obersten sollen monatlich vergütet werden: 20 livres = 20 Mark, für die eines Oberstleuch Uants 15 Mk., eines Majors 10 Mt., eines Kapitäns 8 Mk., eines Leutnants 5 Mt., eines Fähnrichs 4 Mt., eines Sergeanten und Soldaten 1 Livre 10 Sols = 1,50 Mt. Eine Verordnung vom 22. Nov. 1758 setzte folgende Preise für Lebensmittel fest: für 1 Pfund Weißbrot 3 Kr. 2 Pfg. = 11 Pfg., für 1 Pfund Schwarzbrot 5 Pfg.. für 1 Pfund Ochsen- - ------ ' Pfund Kuhsleifch 14 Pfg., 1 Pfund Lwmmel- x. x Pfuich Kalbfleisch 15 Pfg., 1 Pfund Schweinefleisch 15 W, 1 Pfund Salz 8 Pfg. Ferner sollte bezahlt werden für 1 Pfund „Toback" von der gemeinen Sorte 18 Pfg., ......." Schnuppen 96 Pfg., für 1 Matz Brer 1 ’ i" 84 Pfg., 1 Matz „gemeinen’ Am 18. November 1758 erschien folgende Polizeiordnung: , Zur Sicherheit der Stadt und Erhaltung guter Ordnung gehen die ganze Nacht überall französische Patrouilles und werden diejenigen, so Unordnungen anfangen, sie mögen seyn, wer sie wollen, studiosi, Soldaten oder andere Personen arretirt und auf die hessische Wacht gebracht."" Am 21. November 1758 fragt der Rektor bei dem Senat an, wer von den Herren Professoren eine „vacante Stube"" hätte, wöge dieselbe den französischen Offizieren nicht „als Einquartierung"", sondern „Lehnweise"" überlassen. Der Kanzler Pfaff erklärte, er könne, da er ein Haus leer stehen habe, einem Obersten eine Wohnung ohne Möbel, sowie Stallung für 6 Pferde hergeben. In der Versammlung des akademischen Senats wurde, weiter geäußert, man solle sich von den Franzosen ausbehalten, .„daß die Herren studiosi nicht auf ihrem Zimmer Molestirtwürde n"", und daß „al l e n d e nj en i g e n P er -- Ionen, die sind ent en an ihrem Tische speisten, die Küche nicht eingenommen würde, damit es nicht zum ruin der Universität gereiche". Arn 30. November 1758 teilt der Rektor dem' Senat mit, daß ihn der französische Kommissar Montfort besucht habe. Dieser habe anfangs mit großer Höflichkeit und Oietat „flatteusen Ausdrücken" zunächst von dem Quartier des Prinzen v. Soubise ge- fprochen (Soubise kam erst um diese Zeit mit dem Hauptheer bei Gießen an, während feine Avantgarde sckum m unserer Stadt Winterquartiere bezogen hatte). Montfort habe dann im Laufe des Gespräckies von dem Hospital für die Kranken gesprochen, der „sogenannte Löwe" (Neuenweg) sei wicht geeignet, Äenfö wenig die 3. Etage des Zeughauses, da sie zu hoch. Der Rektor habe dann den Gleiberg vorgeschlagen, worauf der, französische Kommissar erklärte, er tömie seine Kranken nicht „einem offenen Ort exponieren". Montfort habe dann das „auditorium t h e o l o g i e u in"" als geeignet für ein Lazarett vorgeschlagen. Der Rektor wies den Kommissar ab, weil sein Begehren „gegen den Buchstaben der Capitulation und die Intention des Landes- Am 25. Dezember überreichte der Intendant Foullon der Universitätsbehörde ein Mömoire, in dem er auseinandersetzte, es fei bedenklich, bei einer Einwohnerzahl von 3000 etwa 70 Kranke in die einzelnen Häuser « legen, die Studenten, wurden üus Furcht vor Ansteckniig die Stadt verlassen; die Unwersitich Müsse ihr Gebäude als Lazarett überlassen. Dagegen überreichte der Rektor ein Mömoire lunb legte dar, das Kolleig sei ein Gebäude*), das die Bibliothek, Registratur, Dokumente Und Papiere von hohem Wert berge und dürfe nicht mn Ort jein, ivo jedermann aus- und eingehen könne, sthon mit Ruck- *) Das alte Universitätsgebäude, das am „Braud"" an Stelle des jetzt nach vorhandenen alten Bibliotheksgebästdes stand, rvar rin grotzre, vierstöckiger Ban, sicht auf die Gefahr eines leicht entstehenden Brandes. Da das Kolleggebäude auch der Bersanimlungsort der Professoren, sowie eine Anstalt, in der auch öffentliche Akte abgehalten würden, so dürfe in einem solchen Gebäude kein Lazarett errichtet werden) weil damit eine große Ansteckungsgefahr verbunden sei. Darauf antwortete der Kommandant Des Salles, es gäbe in ganz Gießen nicht einen Platz, wo man 7—8 Kranke legen könne, und es stehe bevor, demnächst 300 in der Stadt unterzubringen. Würde man die ganze Stadt belegen, so wäre die Infektion für die Studenten^ die in ihrem jugendlichen Alter nicht widerstandsfähig seiem noch viel größer „de iaiffer les malades repandns! da ns tonte la Ville, y mettroit l'Jnf ection"". Am 6. Dezember 1758 erschien eine Polizeiordnung, die an- ordnete, daß seitens der Stadt eine „bürgerliche Nachtwache"" vonj acht Mann errichtet wurde mit Rücksicht auf die stets drohende Gefahr des Ausbruches eines Brandes, zumSl, die französische Patrouille nur bis 9 Uhr abends gehe. Ein jedes Haus soll,, „es mag frei fein oder nicht, wenn die Reihe an es kommt) 3 alb (27 Pfg.) zahlen, welches diesen Winter zwei- höchstens dreimal geschehen könnte"". , _ , . lieber das unbillige Benehmen des sranzosifchen Intendanten! de Foullon war nach Darmstadt berichtet worden. Der Landes- fürft ersucht den „Vesten und Mannschaften, Brigadier und lieben Getreuen Georg Christoph v. Drechsel"" um Abstellung der Gießener Mißstände. Es wäre ihm (dem Landgrafen) jener Vorgang höchst mißfällig, daß man etliche hundert Bauern aus denk Kasselfchen zur Schanzarbeit besohlen, welche man alte Nacht in das Rathaus zu Gießen einsperre. "Dadurch drohe dem Platz«! Feuersgefahr. Auch sei es unzulässig „wegen Bewahrung der Wetzlarer Brücken"" (Ausstellung von Beobachtungsposten), datz solches durch das dortige hessische Kommando besorgt werde, „indem Unßere in Wetzlar habende Guarnison eines Schecks zur! Ausüb- und Erhaltung Unseres dasigen Schutz--Rechts, anderen Tbefls zur Sicherheit des Kays. CammergerichtH bestimmt"". Obschon der Landesfürst am 7. Dezember 1758 erklärt hatte, das Universitälsgebäude soll nicht als Lazarett benutzt werden, sondern es solle bei „der Destination des Wirts tzaußes zum Löwen"" sein Bewenden haben, und obschon der Tyeolog>eprosessori Benner an den Rektor schreibt: „So lange mein Kopf stehet) werde ich in Güte nicht zugeben, daß ein Lazarett aus dem auditorium theologicum gemacht werde"", wurde am 12. Dezember das Auditorium dennoch besetzt. Den 15. Dezember wurde auch beml Universitätsgärtner durch den französisclum Feldmedrcmn uitd Commissarium Montfort angezeigt, daß er seine Wohnung raumen müsse, um den Direktor des Lazaretts daselbst logieren zu können.. Den 16. Dezember fand sich wieder Montfort bei dem Rektor etn! und verlangte den Schlüssel zum „auditorio iuridico'", „sie müßten! noch 2 Auditoria, das iuridienm und philofophicum haben . Er drohte mit Gewalt. Am 18. Dezember wurde von den Franzosen erklärt, daß man die Apotheke „in den E a r c e r bringe und! einige Chirurgiens oben bet) die Pedellen logieren wurde"". Am 4. Januar 1759 teilte der Marsclwll Des Salles ben Universität mit, daß er den Major Bourgeois angewiesen habe, sich mit 4 Garde-Grenadieren in das Kolleggebäude zu begeben,: um die Türen der noch näher zu bezeichneten Räume zu össnen, che faire ouvrir les Portes des dits Logemens, gut luy feront! mdiquös". Am 8. Januar erging „ex speciali connnifftone Serenissimi"", gezeichnet v. Schwartzenau und v. Rteoesel, an die Universität die Anfrage, darüber zu bencksten, daß einige Studiosi! auf ihren Stuben gewaltsam angegangen, andere aber auf andere Art daraus vertrieben worden, wann und welchen es wtder- fahren". Dabei wurde den Professoren anempfohlen: „Wir zweifeln nicht, daß Ihr mit Fleih die Haltung der Collegien sortfetzen und dadurch, so viel an Euch ist, die studiosos b e yzubehalt e n trachten werde t." Am 9. Januar 1759 erschien der Major Bourgeois mit feinen; Grenadieren und mit einigen Maurern im Kolleggebäude. Als die Pedellen die Schlüssel nicht hergeben wollten, antwortete er j „Der Rector und gesamte Prosessores stünden unter dem General, welcher sie allesamt könne i n A r r e st n e h m e n l a s s e n." Durch den Burger und Sch-offen Übrig ließ er gewaltfamerweise die Pedellwohnung öffnen und bereit Effekten durch die Grenadiere auf den Gang werfen und durch die anwesenden Maurer die „an die Registratur anstoßende Küche zu einem laboratorio vor die Apotheke Herrichten"". So mußte man der Gewalt weichen „und mithin den, ganzen Kostbaren Collegbau preitzgeben"". Der Senat hoffte, durch Vermittlung des Landesfürsten bei dein Oberkommandantar, dem snrituell v. Soubise, zu erreichen, „daß es bet dem bisherigen! occupirten Theile des Collegii fein Bewenden habe' Der Kommandeur von Schiffenberg habe auch bei Soub.se bewirkt, daß el , rJft| nahe, gegen Dero fstl. Lande gänzlich verschont ble.be Als am 20. Januar der Medicus Marchand ein weiteres Zimmer verlangte, wandte sich die Universität wieder nach Darmstadt und klagte, „es stehe zu befürchten, daß das ganze Collegium in em Lazaret verwandelt werden dörfste, mithin alle actus accademict snspendirt werden müßten, und folglich der völlige Ruin löbl. Universität erfolgen würde, » Rm 740 22. Januar wurde nach dem Bericht des Sekretärs Medel auch das medizinische und i u r i st i s ch e Auditorium durch die Grenadiere „mittelst gebrauchter Horbcl(?)" (Hebel ?) aufgesperrt. ..Folgenden Tages sind sogar die subsellia Professornm nebst dem forderen Thcil des Cathedcrs und das Zwerch übergehende Geländer abgebrochen worden." Am 23. Januar wird berichtet, „das; man sogar auch Vor den aufgestellten Porträts, deren fürstl. Hundatorum nicht die allergeringste Achtung bezeiget, und mit Beyseitsetzung alles rcspects, den Orth zu einer Pestidentzialifchen cloac zu machen im begriff ist". Im Januar 1759 schickte der General Du Mesnil den Kommissar Maupassant nach Marburg, um der dortigen Regierung anzuzeigen, daß innerhalb 15 Tagen „1100 Cordes de bois" nach Gießen geliefert werden müßten. Rektor und Senat werden in Marburg vorstellig, damit der llniv er sitä ts wa l d „Calber n e r Wald" (den die Gießener Universität 1650 bei der Rückverlegung von Marburg nach hier als Abfindung erhalten hatte) nicht berührt werden. Der Oeconomus Medicus von Marburg berichtete an den hiesigen Senat, daß er des Försters Sohn in Caldern beauftragt, habe, über den Calderner Wald zu warhen. Man habe bereits die schönsten Buchen in anderen Wäldern zu B a l l i s a d e n in Gießen hauen lassen und 2000 Klafter Holz müßten noch geliefert werden. Das Holz sollte nach Gießen geliefert werden, weil der Marschall Des Sallessich hier aufs ä u ß e r st e halten müsse, wenn „Hessen und Hannoveraner Miene machten, auf Gießen los- z u g e h e n". (Der Herzog Ferdinand v. Braunschweig plante um diese Zeit mit den Hessen, Kasselschen und hannoverschen Truppen den Marsch auf Frankfurt, wo er denn auch später, am 13. April, den Angriff auf Bergen gegen B r o g l i o machte. Sein Weg führte allerdings nicht über Gießen.) Aus Furcht vor dem Herannahen der „alliierten" Armee wurden zwei Außenwcrke am Seltersberg und an dem Neu- städter Tor angelegt. Auch wurde Befehl gegeben, sobald Hessen und Hannoveraner in Anmarsch wären, sollten alle Bäume And Gartensträucher rings um Gießeir abgehauen werden. Der Landesfürst lehnt cs ab, in der „Caldener Waldangelegenheit" etwas zu tun, da es nicht tunlich wäre, „inzwischen alles nni> jedes, sonderlich künftige Dinge, so in der Besorgniß beruhen, bey den vor Unser fürstl. Haus und Lande dcr - mahlen ohnehin nicht zum besten gesinnte com - mandirende französischen Generale anzubringen". Am 8. März mußte die Disputation (Doktorprüfung) des cand. iur. Th. Makinkrot aus Dortmund, weil jedes Auditorium im Kolleggebäude als Lazarett benutzt wurde, int „Paedagogio" (Gvmnasium, Ecke Sonnenstraße und Neuen Bäue: ein ehemaliges Antoniterhaus) gehalten werden, „die renunciatiou (Verkündigung) aber in der Wohnung des Dekans Jenicken verrichtet werden." Mm 31. März wurde auf französischen Befehl der hessische P o st e n vor dem Kolleggebäude eingezogen und die .Bewachung des Gebäudes lediglich der französischen Schildwache Aderlässen, so daß das ganze Universitätsgebäude „den franzosen Vollends Preiß gegeben". Der Landesfürst entscheidet am 15. April, es möge zur Zeit dahin sein Bewenden haben, „maßen mt übrigen wenn ein solenner actus daselbst vorgenommen, der Posten in so lange, asls solcher andauert, jedesmalen wiedeo gngestcllt werden kann". pto im Dezember 1759 Gießen blokiert wurde, verwandte stch der Rektor bei dem General Du Blaisel für 30 Studenten vom Land „d u p a i s" (von auswärts), die kernen Mittagstisch And kern Holz mehr hätten. Man möge ihnen erlauben, nach Hause zu gehen. Das Gesuch wurde von dem Baron Du Blaisel genehmigt. Am 1. Februar 1760 bitten die Professoren um Befreiung von den Einquartierungslasten. Sie hätten nun 14 Mo- uche dieses Ungemach erduldet, und jetzt noch müßten sie, obschon die Besatzung schwächer sei, noch den Einquartierten Licht und Holz stellen. Diese Last würde um so mehr empfunden, „indem betz dermahligen ohnehin sehr Theueren Zeiten der Universität Revenuen, folglich auch dre Besoldungen außen bleiben und Uns genötigt gesehen, das Unserige zuzusetzen, anderer Ungemach zu ver>chweigen, daß das ganz und gar ruinirte Colleg wieder große i fordert". Das französisä>e Öberkommando lehnt es ab, Erleichterungen zu schaffen, „zumal der Soldat und Offizier ohnedies m Gießen nicht zum besten einquartiert wäre". Auch eine Vorstellung wegen Entschädigung des zerstörten „ob- servatorlum astronomicum" (befand sich aus dem alten Universitäts- gebaude), in dem man smntliche Gefäße und Instrumente zerstört und eine große Anzahl Kupfer geraubt hatte, blieb erfolglos am 27. Marz 1761 gehen Beschwerdeschriften an den Landesfurs.en ab, in denen um Ersatz für die Beschädigungen gebeten w/rch die durch die Internierung der Kriegsgefangenen von der teE^ctl 7lrmee in Kirchen und Schulgebäuden, hauptsächlich im '„Paedagoglum entstanden seien. Es wurde unter anderem an- aefuhrt, daß man m dem für ganz Deutschland, hauptsächlich für Das Lessenland. so unglücklichen Krieg, der beständige Durch- knarsche, Fouragierungen gebracht habe, und durch die „den ruin aller Unterthaneit nach sich ziehende Einquartierungen" es auch hätte erleben müssen, daß man am vergangenen Ostertag die von dem Korps des Erbprinzen von Braunschweig eingebrachten Krickgs- gefangenen in die Stadt- und Burgkirche, in das Paedagoginnis und in die Mädchenschule einquartiert habe, zügellose Mannschaften feien ohne Vorwissen des „Paedagogiarchen" (Professor Benner) tn die Stuben, „wo die Lehrstuben des Paedagogium" gewaltsamere weise eingedrungen. Für die Universität sei dies besonders empfindlich, als sie im Paedagogium, „nach Verwandlung des Col- legii in ein Lazarett ihre actus publicos dort halten müßten". Am 29. November 1762 schlägt der Professor Benner vor, beim! Hof eine Vorstellung einzureichen, daß der Schaden französischer-! feits ersetzt werde. Es sei dies dringlich, „da die Fran-t zosen am ein packen begriffen sin d". Vor allem! möchte das Kolleg in den „statun quem restuiret" werden. Dem Fiskus sei dies nicht möglich. „Es «ist die höchste Billigkeit, daß der König in Frankreich vor seine Soldaten ein Lazaret halte, nicht der siscns acca- demicus zu Gießen." Die Reparaturen int Observatorium und in den Hörsälen erforderten mindestens eine Ausgabe von 2000 Talern. Mit einer gleichen Vorstellung wandte man sich an den Kommandanten Du Blaisel. Dieser versprach, sich in Frankfurt bei dem Oberkommandanten, dem Prinzen v. Soubise, fürl die Universität zu verwenden, und zwar „avec tout le zsle, dont! je puis" (so viel in seinen Kräften stehe). Die Verweisung des! Kommandanten Du Blaisel bei Soubise hatte keinen Erfolgs Noch int Dezember 1763 mußte sich die Universität direkt an den! König von Frankreich wenden wegen Erstattung der Reparaturkosten am Kollegienbau. Nach den beigefügten Rechnungen wurden; int einzelnen liquidiert für S ch re in e r ar b e i t en: 2078 sl.> für Glaserarbeit: 1157 fl., für Steindeckerarbeits 1010 sl., für Maurerarbeit: 85 ft., für Schlossen-, aröeit: 166 sl., für Weißbinderarbeit: 1736 sl., für! Zimmeravbeit: 150 sl., für Reinigen der Räume! (Putzen): 21 fl., für Wohnung und Umzugskosten der! beiden auslogierten Pedelle während vierer Jahre: 400 fl., insgesamt 6 8 0 3 f l. — 11 567 Mark. Dazu kamen noch die nicht liquidierten Verluste, hie die Universitätsvogteien inj Grünberg und Alsfeld durch Fouragierungen, Einquapi tierungslasten und Schadloshaltung der Gutspächter erlitten. Ob Frankreich jemals die Schadenrechnung der Universität beglichen hat, muß bezweifelt werden. Erst im Dezember 1762 wurde das Kolleggebäude geräumt^ Und damit werden die Franzosen auch die Stadt verlassen haben, nachdem sie vier Jahre, obwohl Freunde und Gäste des Landes- sürsten, sich nicht freundschaftlich in der Stadt gezeigt hatten. —■ Schildern aud> nur die Universitätsakten die Drangsale, die haupt- sichlich die Universität während des siebenjährigen Krieges zu erdulden hatte, so geben sie hoch ckuch int allgemeinen eint Bild von der bedrängten Lage, in der sich zu dieser Zeit dick ganze Stadt befand. —6—, humoristisches. * In der Kinderstube. „Was wollen wir spielen?" ■=> „Mann und Frau!" — „Ach ja. Du kannst anfangen!" — „Uchh halt' ich dich doch bloß nicht geheiratet." * Der Nächst e. „Jetzt hat Fran Zänker schon den dritten! Mann verloren —. ist das nicht traurig?" „O freilich für den vierten!" Sitatenrätsel. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß stch ein neues Zitat ergibt: 1. Weißt öu, worin der Spaß des Lebens liegt? — Sei lustig I Geht das nicht, so sei vergnügt! 2. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. 3. Glück ohne Ruh, Liebe, bist du! 4. Mehr Kredit als Geld: So kommt man durch bte Welt» 5. Tas geht nicht zu mit rechten Dingen. 6. Mittagsschlas ist ein brennend Licht am Tage. 7. Im engen Kreis verengert sich der Sinn. 8. Müdigkeit schnarcht aut dem Stein, und Trägheit findet hart das Daunenbett. 9. Alles in der Welt läßt sich ertragen. 10. Tie Wahrheit ist vorhanden iür den Weisen, Die Schönheit für ein fühlend Herz. Auflösung tn nächster Nummer; Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: 1)8 c 7 — b 5 K c 6 n. b 5 oder A. u. B. 2) D h 3 — d 7 + Beliebig. 3) D d 7 — a 4 seht A. 1)..... . L f 1 tt. b 5, 2)Dh3 — e8+ L d 8 — c 7. 3) D e 8 — e 8 seht Matt. B. 1) ..... . e 5 — o 4. 2) S b 5 — a 7 4- Keß — c 5 oder — e 7, 3) D h 3 — a 3 oder c 8 setzt Matt. Keöattton: K. Neurath. - Rotationsdruck und Vertag der Bruhl'Ichcn Universitäts-Buch- und Steindruckereh R. Langö, Gteßew