Mittwoch den 26. Oktober ’OPHiE? Friedel halb-süß. Montan von Fedor von Zabeltitz. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) .Nun war Fritz doch erstaunt. „Sapristi," rief er, „das tft tn der Tat eine interessante Neuigkeit! Eldringen hat sich ja freilich schon öfters als Champagneragent versucht. Um Beschäftigung zu haben, wie er sagt. Aber er hat nie sehr glücklich operiert." , „Jrroy hat ihn nach drei Monaten entlassen; bei Sou- tarne und Kompagnie dauerte es nur ein paar Wochen; guletzt vertrat er eine Lothringer Firma, und da wäre es beinah zu einer Klage gekommen." „Kothe meint, er habe mit den Provisionen Dummheiten gemacht," warf Feßler ein. „„Ist schon möglich," entgegnete Fritz. „Und nun hat er sich an Miquelon fils herangemacht." „Was. nicht weiter auffällig wäre," sagte Kesselho!tzi, >,wenn Miquelon fils es nicht liebten, uns zeitweilig durch ihre Ueberraschungen gin erfreuen. Die letzte war die unvermutete Anmeldung ihrer Marke Exeelsior." „Das hat aber mit Eldringen nichts zu tun," entgegnete Fritz. „Ich gebe zu, daß die Verbindung der beiden Namen Mich im ersten Moment auch stutzig gemacht hat. Indessen: was liegt denn por? Mir fällt em, daß die Epernayer ihren letzten Rheinagenten nach Newyork geschickt haben —" „Den Jonas Lichtenberger — es stimmt." „Nun also. Eldringen wird das gehört Und sich um die vakante Stelle beworben haben. Daß uns der Herr Graf eine unsympathische Persönlichkeit ist, wird die Miquelons nicht stören. Es könnte höchstens ein Reiz mehr für sie fein. Wer steht denn jetzt übrigens an der Spitze der Firma? Leben Vater und Sohn noch?" „Graf Ernest Hoche, der Sohn, ist meines Wissens vorjährig in Biarrih gestorben. Richtig —- jetzt entsinne ich mich: ihn hat beim Baden der Schlag gerührt. Da ist der alte Graf — Alfred heißt er, glaube ich — jetzt der alleinige Chef des Hauses. Hat aber, irre ich nicht, einen Schwiegersohn, der wohl auch in die Firma eintreten dürfte — wenn er ihr nicht schon angehört." „Außerdem ist eine Tochter da," sagte Fritz, „die mit einem Marquis d'Argenteau verlobt ist." .„Möglich," nickte Ke,sselholz. „Kennen Sie die Fa- Milienverhältnisse näher?" „Nein, ich kenne sie gar nicht, und deshalb fragte ich auch. Aber ich bin einer sehr niedlichen Komteß Hoche eben vorgestellt worden." Kesselholz sah ihn verwundert tot. „Was? Wie? «Einer von den Hoches? I herrjeh — aber wie ging denn das zu?!" Aller Augen am Tische richteten sich neugierig auf Fritz. Der erzählte kurz, was geschehen war. Das inter- essterte Kesselholz natürlich ungemein. Er wurde ganz auf«! geregt. „Zackerlot," meinte er, „da hätte man sie gleich ansfragen können! Von wegen der Marke- Exeelsior und von wegen Eldringens." Fritz lachte. „Bester Kesselholz, ich taxiere, die kleine Hoche hat gar keine Ahnung von all diesen Dingen! Sie macht den »Eindruck, als ob sie dem Geschäftlichen absolut fern stehe. Was auch begreiflich ist. Ein junges Komtessel, das einen Marquis heiraten will, wird sich den Geier um Flaschenetiketts und Agentenwirtschaft kümmern! In Eper- nah gibt es einen Champagneradel, hei uns nur eine Schaumweinbourgoisie." „Ich bitte," rief Feßler, „sagen Sie wenigstens ein Sektpatriziat!" „Ich sage es: also ein Sektpatriziat. Es klingt entschieden vornehmer." „Und diese junge Gräfin oder Marquise oder was sie ist," fragte Dora, „tat sie sehr hochmütig, Herr Friedel?" „Keineswegs, Fräulein Dora, nicht einmal herablassend. Sie entsann sich sogar mit sichtlicher Freude aus der Familienchronik, daß ihr Urgroßvater dermaleinst in unfernt Geschäft tätig gewesen ist." „Das ist alles mögliche," meinte Kesselholz. „Ich habe sonst ein ausgesprochenes Mißtrauen gegen die Mitglieder des Hauses Miquelon" „«Ein angeborenes, Kesselholz, und ein ererbtes. Und deshalb sehen Sie auch in dem Engagement Eldringens! eine Gefahr für uns." „Sehe ich gar nicht," erwiderte der Prokurist; „W wünsche ihm gute Geschäfte." „Er ist ein großer Ekel," sagte Feßler. „Er hat einen so sehr gefräßigen Unterkiefer," fügte Dora hinzu. Sie hatte inzwischen eine Zigarrenkiste gebracht und präsentierte sie Fritz. „Es ist Vaters beste Sorte; Herr Friedel. „Veritas" steht darauf. Aber es kann auch eine Lüge sein." „Dann soll sie erst recht in Rauch aufgehen. . . Er nahm eine Zigarre und zündete sie an dem Streichholz an, das Feßler ihm reichte. . . . „Merkwürdig," fuhr er fort, „daß wir allesamt den Eldringen nicht leiden können; Und hat uns eigentlich nie etwas getan. Ist immer höflich und liebenswürdig." „Nicht W bestreiten," entgegnete Kesselholz und hielt dann einen Augenblick inne. Ihm war eingefallen, daß Eldringen auch lauge int Hause seines Chefs verkehrt hatte; da wollte er vorsichtig sein. . . . „Mer man spricht so allerlei über ihn. Mit seiner Frau soll er völlig zerfallen sein." „Kein Wunder," sagte Feßler. „Sie lebt ganz einsam in ihrer Billa iam Neroberg, nur in Gesellschaft zweier Krankenschwestern und eines alten Weibes, das sie mit sympathetischen Kuren malträtiert. Inzwischen reift er umher und nährt sich vom Jeu. Drüben bei HelldorfS soll ganze Nächte durch gespielt werden." — 666 „Soll," wiederholte Keslholz. »Was redet man nicht alles zusammen! Uebrigens, Herr Friedel: hat der Auto- Mobilunfall vorhin ernsthaftere Folgen gehabt?" „Nein." Er stand auf. Ein unbehagliches .Gefühl ergriff ihn. Er hörte wieder das Flüstern Mauds: „Wir müssen uns Wiedersehen. . . Er verneigte sich leicht vor Dora. „Liebes Fräulein Tora — nulle fois merci für Speis' und Trank... Feßler, wieweit ist das Plakat für den Excelsior?" „Wird morgen fertig. Eine Flasche mit dem Etikett der Marke, von der der Pfropfen springt, und aus der alle flüchtigen Geister des Champagners jauchzend in die Lüfte steigen. Auch ein paar Entwürfe für die ersten Juseraten- bilider Hegen schon vor. Darunter ein Bild, das auf den Aufstieg der Abeelenschen Luftdrvschke Bezug nimmt. Aber ich kann es erst weiter ausführen, wenn ich die Oertlichkeit des Aufstiegs kenne: das Aerodrom von Utteuhooven. Ob Ihr Herzog uns nicht eins Photographie verschaffen kann?" >,Fragen Sie ihn. Heute und morgen ist er bestimmt noch in Wiesbaden. Nötigenfalls reisen Sie selbst nach Uttenhooven. Das Beste wäre schon, Sie wohnten dem Aufstieg bei und brächten mit dem Reklamebild zugleich eine Illustration des Vorgangs. Und dann noch eins, Feßler —' etwas sehr Wichtiges: Sie müssen uns schleunigst eine Zeichnung für die Hülse zu unserm Taufsekt fertigen —" „Bene,“ sagte Feßler und zog sein Notizbuch hervor. xMas soll das für ein Ding sein?" „Ich denke mir eine silberne Flaschenhülle — durchbrochen .— Filigranarabesken, so etwas — mit der Aufschrift „Excesior". Natürlich darf die Hülfe die Flasche nur zur Hälfte umschließen oder muß wenigstens den Hals freilassen, der gekappt wird. —- „Bin mir schon klar," erwiderte Feßler und machte sich ein paar kürze Notizen. „Und dazu einen Korb für die llebersendung der Flasche, der natürlich auch künstlerisch gehalten sein muß: außen vielleicht mit den Wappen des Deutschen Reichs Und der Niederlande — darunter das Familienwappen der Abeeleus. Wird gemacht. Aber wem: Goldarbeiter, Medailleur, Juwelier das alles noch rechtzeitig fertig kriegen sollen, müssen wir uns beeilen!" „Ich habe nichts dagegen," sagte Fritz, und Fräulein Dora meinte: „Hängen Sie Ihr Trompetentaleut vorläufig an .beit Nagel, Herr von Feßler, und stürzen Sie sich in fruchtbringendere Arbeit. Das wird für uns alle wohltätiger sein." Worauf Feßler sich tief verneigte und respektsvoll entgegnete: „Ich danke submissest für gütige Belehrung, sehr geehrtes Fräulein." , Fritz griff nach seinem Hut. Kesselholz wollte ihn begleiten. Seine freie Mittagsstunde war vorüber: er mußte wieder in das Bureau. Dora nahm ihm die Gartenschürze ab und zupfte an Weste und Rock und reichte ihm anstelle des Strohernen den Kalabreser. Die Beiden schritten zurück nach der Allee. Fritz erzählte von der Champagnerprobe und dem Reinfall des Herzogs. Er hätte gewünscht, Kesselholz wäre dabei gewesen und hätte mitgeprobt. „Vielleicht wäre es Ihnen ähnlich ergangen wie Abeelen," meinte er. „Nicht unmöglich, Herr Friedel. Auch, die gewiegteste Zunge kann sich einmal täuschen. Aber ich glaube es nicht. Ich hätte schon an hem viel kräftigeren Alkoholgeschmack das französische Produkt erkannt. Was mich natürlich kein Vorzug dünkt. Keineswegs. Aber unter uns, Herr Friedel:» ich habe mir den Spaß gemacht und neulich mal den Oeko- uomierat Dreher und den kleinen Ringer zu mir geladen — zwei Leutchen, die doch gewiß ihre Sache verstehen. Denen habe ich die besten deutschen Schaumweine, die besten, Herr Friedel, abgegossen vorgesetzt — und dazu unsern Excelsior. Einstimmiges Urteil: der Excelsior gehe hoch, hoch, hoch über die andern Marken. Da freut sich das alte Herz." „Tag, Hannemann," sagte Fritz, „etwas für mich?" Das galt dem Briefträger, der den beiden begegnete. „Jawohl, Herr Leutnant," antwortete der alte Soldat und stand einen Augenblick stramm. Er hatte einen Militari abrief für Fritz, über den zu quittieren war. Fritz gab die Unterschrift und dem Manne ein Trinkgeld. Dann erbrach er den Brief, der das Siegel des Divisionskommandos trug, und durchflog ihn. „Die Ladung zur Hauptverhandlung, Kesselholz. Am siebzehnten Juni. Da könnt Ihr alle den Daumen für mich Aalten. Hrf ein Jahr rechne ich." „Gottlob, daß Sie noch jung sind, Herr Friedel," erwiderte der Prokurist. Er empfahl sich mit abgezogenem! Kalabreser und seiner KUrvenverbeugung. Er mußte nach dem Bureau, während Fritz nach der Villa zurück wollte. „Gottlob, daß ich no ch jung bin," wiederholte er sich in Gedanken und schob den Brief in die Tasche. Das klang wie ein Trost und eine Beruhigung. Beides hatte! er nie bedurft, aber er fühlte: heute tat ihm das Wort wohl. 9. Die neue Marke der Firma K. A. Friedel lag nun! versandbereit, und das Quantum war genügend groß- um selbst einem unerwartet heftigen Ansturm au Bestellun-- geit standhalten zu können. Zudem war bereits eine zweite Füllung auf Lager genommen worden, und in den Kellern reifte eine Cuvee aus Wachstümern heran, die im Geschmack den Weinen ähnelten, die zur Herstellung des „Excelsior" verwendet worden waren. Ebenso war an guten Reserven kein Mangel, so daß. nicht zu befürchten stand, bte übernächste Füllung würde geringfügiger ausfallen. Es' kam derlei zuweilen vor. Kenner wußten, daß die Marken der Gebrüder Spannuth mit der Zeit au Güte nachgelassen und daß auch die „Reservierte Füllung" von Kupka Söhne nie wieder die Höhe des ersten Jahrgangs erreicht hatte. Niin wurden für kleinere Marken natürlich vielfach auch weniger gute Wachstümer verwandt, und die Schaumwein- industrie leistete dem deutschen Weinbau gerade dadurch treffliche Dienste, daß sie die Erzeugnisse selbst schlechterer Jahre aufnahm und durch geschickte Cuveezusammeustetlun- gen zu Perwerten verstand. Aber bei bereits populär gewordenen Marken, namentlich teuereren, war die Verwendung mißlungener Weine ein gefährliches Spiel, das den Ruf der betreffenden Firma für immer schädigen konnte. Auch der Opa war zufrieden. Er probte nie mit den anderen; das vermied er, weil er ungern auf der Stelle sein Urteil abgab. Er hatte sich ein paar Flasch"' ' > cclsior in sein kleines Hänschen kommen lassen uuo uui.- sich da allein an die Arbeit der Probe. Dies geschah in seinem Keller, ober aber, wie der alte Herr zu sagen Pflegte, in seiner „Raritätenbude". Es war auch so etwas ähnliches. Graf Eldringen, der den Opa in früheren Tagen hier einmal besucht hatte, nannte den Keller das „Sanktuarium! eines Vinophilen". Ein Keller wie jeder andere, nur daß er behaglicher ausgestattet war Und eine in Holz gern feite, sehr gemütliche „Trinkecke" besaß. Sein« Merkwürdigkeit aber bestand in einer Sammlung von Seltenheiten, die alle auf die Firma oder die Familie undl deren Kreis Bezug hatten. Da waren zunächst noch zwei Flaschen der ersten Schaumweinmarke, die K. A. Friedel 1838, ein Jahr nach Begründung der Fabrik, in die Welt geschickt hatte. „Goldperle" war dieser Anfangsversuch genannt worden, aber wenn man die Flaschen gegen das Licht hielt, sah man nur noch eine trübe Masse: der Wein war selbstverständlich längst tot und untrinkbar geworden, wie die meisten übrigen „Seltenheiten" dieses merkwürdigen Archivs, lieber den beiden Flaschen, die abgesondert lagen, hing ein verblaßtes Daguerreotyp an der Wand, das einen behäbigen Herrn in breiter Halsbinde und mit über die Wangen reichenden Kragenspitzen darstellte: Herrn Gottfried Hoch, derzeit Küfer bei K. A. Friedel, späterhin Assvciö der Beuve Miquelon Und: noch später ihr Gatte. Als solcher französierte der ehrlich« Elsässer seinen Namen dadurch etwas mehr, daß er ihm ein e anhing; ein Jahr vor seinem Tode erhielt er dank der Bemühungen des Marquis o'Anvers, der damals beim Heiligen Stuhl akkreditiert war, das Patent als päpstlicher Comte, so daß Herr Godefroy Hoche der Stammvater dieses gräflichen Champagnerhauses wurde. Und noch einmal berührten sich in einem anderen Angestellten der rheinischen Industriellen die Firmen Miquelon und Friedel. Es waren da einige Flaschen mit weißen Lackköpfen und Etiketten- auf denen die Inschrift „Creme de Sillery Friedel" kaum! noch zu entziffern war. Aber darüber am Regal hing ein' Täfelchen, auf dem man lesen konnte: „Die ersten Flaschen, bei denen die Technik der Römuage zur Anwendung Pam. Erfinder: Nikodemus Kesselholz, geb. 3. 8. 1807, f 27. 10. 1868, 1842 Küfer bei Miquelon et fils in Epernay, 1843 erster Kellermeister bei K. A. Friedel in Schrattstein." Es war derselbe Nikodemus, dessen Porträtbüste im Probiersalou stand und den der Prokurist seinen glorreichsten Ahnen nannte. "Fortsetzung folgt.) ■1 667 Küsilier ttutschke. Eine Erinnerung von Gustav U h t. Wer ist beim das, der Füsilier Kutschke? — So wird heute sicherlich schon mancher fragen, der diese Zeilen' liest, und vor vierzig Jahren war der Füsilier Kutschke eine der populärsten, Persönlichkeiten des ganzen großen Krieges, populärer als Napoleon und Mac Mahön, ja als Bismarck und Moltke! Wenn sein Name genannt wurde, so verklärten sich aller Mienen zu einem heiteren und behaglichen Lächeln, .und als in dem Städtchen Frankenberg in Sachsen angeregt wurde, ihm' eine Liebesgabe! LU verehren, da kam schnell ein nettes Sümmchen zusammen., Vs kamen auch goldene Uhren und Ringe, und die Fama wußte sogar zu erzählen, ein reiches Erbfräulein habe ihm 'ihre Hand angeboten — freilich unter dem Vorbehalt, daß Kutschke zuvor feine Photographie einseuden solle. Um es gleich von vornherein zu sagen: einen Füsilier Kutschke — hat es überhaupt nicht gegeben! Jedermann erzählte, daß der Füsilier Kutschke im 40. Regiment stehe, und an dies Regiment wurden denn auch die oben erwähnten Liebesgaben gesandt., Aber eines schönen Tages erhielt der Bürgermeister von Frankcn- herg folgendes Schriftstück: Fleury, deu 21. Oktober 1870. Die allgemeine Beliebtheit, deren sich Kutschke in der Presse erfreut, besonders aber Ihr freundliches Anerbieten wurden Ber- änlassung zu Recherchen nach seiner Person, die das Resultat ergaben, daß er im Regiment nicht existierte. Die vielen Verluste, die einen großen Teil der Mannschaften in alle möglichen • Lazarette Deutschlands führten, machten diese Recherche, die sich Nus die Frage, ob Kutschke- ein Spitzname irgendeines Mannes gewesen, erstrecken mußten, zu einer sehr weitläufigen usw. v. Reinicke, Oberstleutnant., Also, cs wurde behördlich fcstgestellt, daß ein Füsilier Kutschke Nicht existierte. Und doch, war er berühmt als der Versasser des Nach ihm benannten „Kutschkeliedes", das weit und breit mit Begeisterung gesungen wurde: Was kriecht denn da int Busch herum, Ich glaub' es ist Napolium. Als Verfasser — mit Verlaub, auch das stimmt nicht, denn die hier angeführten Verse, mit denen das vielgesungene Scherzlied begann, waren schon lange Jahre vorher bekannt und gehören zu dem Sange von der Krähwinkler Landwehr, der seinen Ursprung in Süddeutschland hat und durch allmähliche Zudi.cH tungen im Laufe der Generationen auf einige vierzig Verse an- geschwollen war. Wenn dies Lied int geselligen Kreise äuge- stimmt wurde, so sang der Chorus: Immer langsam voran, immer langsam voran, Daß die Krähwinkler Landwehr nachfolgen kann, stnd den nun folgenden zweiten Teil mußte einer der Gesellschaft als Solo vortragen. Waren nun die bekannten Verse zu Ende, so wurde improvisiert, und solch ein zugedichtetes Einschiebsel waren auch die Spottverse aus Napoleon, der in den sechziger Iahten ja in der Politik bei allen großen Angelegenheiten seine Hände im Spiel hätte. Diese Spottverse waren, wie schon gesagt, jn Süddeutschland wohlbekannt, aber in den Begeisterung durch- glühten Zeiten des Nationalkrieges gegen Frankreich wurden sie allgemein bekannt doch erst — durch das D! ahei m. — Und! das kam so. Es war in jenen schwülen Julitagen des glorreichen Jahres, als alles in peinlichem Bangen dem Ausbruche des Krieges ent- gegcnharrte. Schon wechselten an der Grenze bei Saarbrücken die Vorposten die ersten Schüsse, schon war Blut geflossen. Auf die kleine Schar vom 40. Regiment „tzohenzollern", die den schweren Grenzdienst mit so viel Tapferkeit und Geschick besorgte, schaute damals das ganze Vaterland. Jeder glaubte, dort würde der erste große Zusammenstoß erfolgen, dorthin sandten die deutschen Zeitungen ihre Korrespondenten. Auch der Berichterstatter des Daheim zog damals über Trier in das liebliche Saartal., Er schlenderte mit den Patrouillen der Vierziger umher unb' schilderte seine Eindrücke. Das Manuskript dieses Aussatzes war am 2. oder 3. August in der Redaktion (die Leser werden gleich feljen, warum dies Datum so genau bezeichnet werden muß!). Da das Daheim mit seiner sehr hohen Auflage aber lange Zeit zum Drucken braucht, so konnte er erst in der Nummer 46 erscheinen, die das Datum des 13. August 1870 trägt. Dort nun tst wörtlich folgendes zu lesen: „Unfern braveit Vierzigern ging der Kalauer nicht aus. Links vom Wege, der an der Saar sich hinzieht, lag ein kleines! Holz. Es wurde abgesucht. Die Spürkraft der Augen ist verdoppelt, der ganze Mensch scheint Ohr und rückt vorsichtig vorwärts.. Da raschelt etwas — freudige Erregung blitzt durch die Gesichter, haben wir den Feind? Aber es ist nichts, und nur Füsilier! -Kutschke Macht die schlechte Bemerkung: Was kriecht denn da im Busch herum, Ich glaub' es ist Napolium." Tie zahlreichen Aufsätze dieses Berichterstatters siird von den Lesern des Daheims damals ausnahmslos verschlungen roorben.- Ganz besonbers aber packte dieses so anschaulich hingeworfene Wild, und die „Kreuzzeitung" fühlte sich veranlaßt, die ZeUenj jn ihrer Nummer vom 14. August nachzudrucken. Durch eine Mefxp beiden Veröffentlichungen lernte dte Scherzworte auch her, Pastor und Präpositus Hermann Alexander Pistorius in Basedow bei Malchin in Mecklenburg kennen. Er war ein humorbegabter- fröhlicher Herr von erstaunlicher Versgewaudtheit, dazu alter! Soldat (er hatte bei den Sechsuudzwanziger gedient), und so regte ihn, die Bemerkung an, das Lied zu erweitern und fertig zu dichten., Seine Verse erschienen in der „Rostocker Zeitung" und wurden viel belacht. Die Redaktion des „Rheinischen Kurier" fügte nach eine Strophe hinzu, und in dieser Form wurde das Lied nun! von unzähligen Zeitungen nachgedruckt und nahm geradezu einen,' Weltlauf. Am 7. September erschien dann im „Berliner Fremdenblatt" ein zweites Kutschkegedicht, das diese Zeitung angeblich durch Feldpostkärte empfangen hatte. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Füsilier Kutschke auch zum ersten Male ein Vorname beigelegt, und unter dem Namen August Kutschke nahm dies! zweite Scherzgedicht wieder seinen Weg durch alle beuttoen Zeitungen. Dasselbe war der Fall mit sieben weiteren Kutschke- liedcru (das letzte vout 5. März 1871), die sämtlich von dem! damaligen Redakteur des „Berliner Fremdeublattes" G. Schenck herstammten, dem späteren Besitzer der Buchhandlung R. von Deckers Verlag in Berlin. Außer den bis jetzt genannten Kutschkeliedern gab es übrigens! noch andere, die mehr im verborgenen blühten, aber auch ihr« begeisterten Liebhaber hatten. Ich meine besonders das eines! Soldaten Hofstnanu aus See bei Niesky. Er war übrigens nicht! Füsilier, sondern Grenadier und gehörte nicht zum 40. Regiment, sondern diente im 1. westpreußischen Regiment Nr. 6. Hoffmann hat die damals schon in weiten Kreisen bekannten! Verse: Was kriecht denn da im Busch herum, Ich glaub' es ist Napolium uach seiner Versicherung nicht gekannt, sondern hat sie am; 3. August abends zwischen elf und ein Uhr vor Weißenburg selbst gedichtet. Das ist, so seltsam es klingt, wohl zu glauben und sehr leicht möglich, denn ähnliche „Doubletten" kommen gar nicht so selten vor. Diese Verse sind ja auch wirklich nicht geistreich, sondern nur scherzhafte Erzeugnisse eines fröhlichen, Humors. — Dieser ehemalige Grenadier Hoffmann hat nun Jahrzehnte später den Namen H of sm a nn-Kut schke angenommen. Wie er dazu gekommen ist, ist nicht recht erfindlich. Die berühmt ge- wordeneu Zeilen auf Napolion mag er neu gedichtet haben, obgleich sie schort existierten. Aber auf den Namen Kutschke hat er nicht den geringsten. Anspruch, beim den Namen Kutschke hat der Berichterstatter des Daheim frei erfunden, das steht urkundlich fest! Warum dieser Berichterstatter des Daheim trotz aller Aufforderungen, die Maske vom Gesicht zu nehinen, bis heute ungenannt geblieben ist, verdient ein Wort der Erklärung. Ers lebt heute noch und ist ein berühmter Gelehrter geworden; aber er legt auf die Lorbeeren des Journalisten, die er im Kriege.1870 mit seinen Schlachtberichten und der Erfindung des Zkutschke 'errungen hat, nach Gelebrtenart keinen Wert. Originell ist übrigens, wie dieser Herr dazu gekommen ist, gerade den Namen Kutschke zu wählen. Wenige Monate vor der Mobilmachung ging er über die Leipziger Messe und schritt auch die schier endlosen! Budengassen ab, in denen die Schuhmacher ihre Waren feil Boten. Da fielen ihm an einer Ecke drei Firmenschilder auf, die sämtlich in schön verschnörkelter altmodischer Schrift den Namen Kutschke aufwiesen. Dieser Name erregte im Augenblick seine Lachlust. Warum? Er hätte es gewiß nicht sagen können, denn auf der! großen Leipziger Messe waren sicher komischere Namen Vertreten-i Genug also, der Name Kutschke reizte ihn zum Lachen; er giugj an die Buden heran, kaufte ein Paar Stiefeln, biederte sich mit den freundlichen Meistern an — und vergaß die ganze Sach«, Als er dann am ersten Tage des August jenen Bericht über den Zug des 40. Regiments durch das Saartal schilderte, flocht er die Reminiszenz von dem im Busch Hxumkriechenden Napoleon! ein und legte dem die Worte aussprechenden Füsilier den Namen Kutschke bei. Das ist der Zusammenhang. Das Kutschkelicd hat damals übrigens auch die Gelehrten! beschäftigt, und zwei auch Hute noch ganz interessante Bü.cheü aus jener Zeit legen Zeugnis davon, ab. Das eine führt den! Titel: „Das Kutschkelied auf der Seelenwanderung. Herausgegeben zum Besten der deutschen Jnvalidenstistung von Wilhelm! Ehrenthal (Leipzig 1871, F. A. Brockhaus)", das zweite abep heißt: „Das Kutschkelied vor dem Unterfuchuugsrichker. Bon Hermann Grieben (Berlin 1872, Franz Lipperheide)," Aus sitz einzugehen, würde hier zu weit führen. 3m Hause der Grimm. Bon Julius R o d e n b e r g (Berlin). *) An jedem Abend seh ich in einem Fenster des Hauses gegenüber ein Lichtlein schimmern, das mir, mehr als jedes andere, von Dingen der Vergangenheit erzählt. Das Hans steht am Matthäi- kirchplatz und in ihm wohnte jahrzehntelang Hermann Grimm, wohnt jetzt noch seine Schwester Auguste, die letzte der Grimms, *) Aus dem ersten Oktoberhest der bekannten Halbmonatschrist „Das literarische Echo" (Herausgeber Dr. Joses Ettlingcr, Verlag Egon Fleischet u. Co., Berlin), die damit ihren 13. Jahrgang eröffnet. .• „ 668 tinb aus ihrem Fenster leuchtet mir das Abendlicht, das so viele liebe Erinnerungen in mir weckt. Ueber mehr als ein halbes Jahrhundert, über last sechzig Jahre wandert mein Geist zurück zu jenem Frühlingsmorgen im lieblichen Wesertal, im altersgrauen Gymnasium zu Rinteln und meinem Stübchen, das ehedem eine Klosterzelle war. Da, mit dem Rieseln des Baches der Exter unter mir und dein Blick über die ivogende Blasse des Grüns bis zu den lernen Bergen der Süntelkelte schrieb ich auf das, erste Blatt eines kleinen Buches die Verse: Dem Alaune, dem vor allen Der Wald der Sage rauscht, Ter in beit hohen Hallen, Drin deutsche Helden wallen, Den Geist der Vorzeit hat belauscht — Der Mann war Jakob Grimm, und das kleine Buch enthielt die Dichtung im Nibelnngenversmaß „Dornröschen", die ich während des leisten Jahres meiner Gymnasiastenzeit versaßt hatte. Lange trug ich sie, wie ein süßes Geheimnis, mit mir herum, ich schrieb darin in den Winternächten, wenn meine Schularbeit getan war, ich schrieb daran an den Sommertagen, den glücklichen Juliserien, anl den heidebewachsenen Hügeln meiner Heimat, bis endlich nach meinem ersten Heidelberger Semester das Büchlein wirklich int Truck erschien. Das erste Exemplar ging nach Berlin, an Jakob Grimm, dem es gewidmet rvar, und dies ist der Anfang meiner persönlichen Beziehungen zu dem Hause der Grimm. Denn die begeisterte Verehrung für beide Brüder war sozusagen eine Tradition unserer Schule. Wir wuchsen darin aus; sie standen unserem Empfinden näher als irgendwelche Großen jener Zeit. Waren sie Nicht Hessen wie wir selber? Und in keinem deutschen Volksstamm vielleicht ist dies Gefülst der Zusammengehörigkeit stärker als in dem hessischen. Daß Grimms Märchen die Wonne unserer Kinderstube gewesen, ist nichts Besonderes, denn jedes deutsche Kind hat sie geliebt, wird sie lange noch lieben. Aber wir, in den oberen Klassen, hatten auch diejenigen ihrer wissenschaitlichen Werke gelesen, die unserem Verständnis einigermaßen zugänglich waren, Jakob Grimms „Deutsche Mythologie" und Wilhelm Grimms „Deutsche Heldensage"; wie ein Doppelgestirn, zu dem wir auf- schauten, standen die beiden über unseren jungen Jahren. So geschah es, daß Fräulein Auguste Grimm, als ich ihr, im Sommer 1853, in einem befreundeten Kreise unserer Landesuniversität Marburg begegnete, mir nicht wie eine Fremde vorkam. Wie reizvoll war die Umgebung — der Schloßberg, das Haus, in dem Savigny gewohnt hatte, der Turm, den Bettina berühmt gemacht. All diese Fäden vereinten sich in der jugendlichen Phantasie; und besser hätte ich im daraus folgenden Winter, dem von 1853 aus 54, in das Haus ihrer Eltern und ihres Oheims nicht emgeiührt iverden können als durch die Tochter des Hauses. Wie kalt und kahl erschieit mir Berliit, als ich es an einem trüben Oktobertag zuerst betrat; mit welchem Bangen näherte ich mich dem Hause Nr. 7 in der Linkstraße, und wie warm wurde mir mit einem Male zumute, als ich in dem behaglichen Zimmer des zweiten Stockes mich inmitten meiner Landsleute befand I Denn dieses Geiühl übertönte momentan jedes andere, als Sie vertrauteil Lauie der guten hessischen Mundart an mein Ohr klangen. Die würdige Frau Dorothee, der ich von ihrer Tochter, Fräulein Auguste, vorgestellt wurde, empfing mich; bald kant auch Wilhelm Grimm herein — eine hohe Gestalt, an die mich in späteren Jahren die seines Sohnes Hermann auffallend erinnerte. Zuletzt folgte Jakob Grimm, der Onkel, der „Herr Hoirak" — kleiner von Statur, gedrungener, beweglicher, mit leuchtenden Augen. Wie er nun vor mir stand, der so lang und aus weiter Ferne Verehrte — wie er mir die Hand drückte, mich willkommen hieß, da schwand jede Befangenheit, und ich hatte nur das eine Empfinden, des Glücks dieser Stunde teilhaftig geworden zu sein. Und war es dem» nicht ein Glück für den kaumZiveiniidzwaiizigjährigen, einen Eindruck empfangen zu haben, der in der Seele des fast Achtzigjährigen noch immer so lebenSig ist? Noch eines Abends erinnere ich mich, an dem ich in diesem mir so gastlich geöffneten Hause eine junge Dame kennen lernte, eine schlanke, anmutige Erscheinung, mit geistvollen Zügen und ungewöhnlicher Originalität in der Unterhaltung: es war Gisela von Arnim, die Tochter Bettinas und nicht lange darnach die Gemahlin Hermann Grimms. Als ich dann nach manchem Jahr wieder und nun für immer nach Berlin zurückkehrte (1859), war Wilhelm Grimm nicht mehr unter den Lebenden, und Jakob sah mir noch vier Jahre lang aus seinem Arbeitszimmer in das vereinsamte, leere des Bruders. Was Hermann Grimm seit dem Wiederbegegneii, und nicht nur als freundlicher Nachbar, mir geworden, das steht in den Bänden der „Deiitschen Rundschau" verzeichnet. Dahin gegangen ist Gisela Grimm — sie hat ihre letzte Erdenstätte an dem Orte gefunden, bet beiden teuer war, in Florenz, unter den Lorbeerbäumen des Friedhofs „AgF Allori“. Dahmgegcmgen ist Hermann Grimm, der seit neun Jahren mm schon neben dein Vater und dem Oheim auf dem Matthäikitchhof ruht. Aber etwas von ihm scheint noch zu leben in den Räumen, in denen er gewohnt hak, — in dem schattigen Hinterzimmer, aus dem man auf die Gärten der Regentenstraße lieht; in den Vorberzimmerii, mit dem Blick a«f den Matthäikirchplatz und jener Reihe von Fenstern, atts bereit einem an jedem Abend das Lichllein schimmert, das mich an ihn und alle die erinnert, die nicht mehr finS, Vermischte». I * V o m Klavierspiel. Ueber die Schnelligkeit deff I S inneseindrücke und die Raschheit der Bewegungen beim Klaviers I spiel ergab nachfolgende Mitteilung, die auf einer MnsikerkonferenK I in Dublin gemacht wurde, interessante Aufschlüsse. Demnach muß I bei genügender Geläufigkeit im Spiel das Auge des Ansfühvendest I imstande sein, 1500 Noten in der Minute zu leseir, während seine I Finger gleichzeitig 2000 Bewegungen machen; das ergibt eines I Tätigkeit des Gehirns, die 3500 Einzelmomente pro Minute,um- I faßt. Bei der Wiedergabe eines Klavierstückes von K. M- v. Weber I handelt es sich z. B. darum, in 3% Minuten 4541 Noten zu I lesen; in einem Teil einer Chopinschen Etüde wurden sogar nicht I weniger als 3950 Noten in 2yä Minuten „bewältigt". Es folgt I aus diesen Zahlen, daß der Spieler in einer Sekunde stets eines enorme Anzahl von musikalischen Zeichen (über 20!) gleichzeitig sieht und wiedergibt. * seitens. Dieses in den Kanzleien gebrütete Verhältniswort .greift immer mehr um sich; dadurch entsteht ein scheußlicher Stil. Einige Bespiele: 1. „Ich möchte sie meinerseits nicht missen" -- wo das „meinerseits" meist überflüssig ist oder durch „auch", „gleichfalls" oder nur durch schärfere Betonung des „ich" ersetzt werden kann. —i 2. „Für die Annahme von Orden seitens auswärtiger Souveräne soll eine Taxe von 100 bis 1000 Mk. erhoben werben" — ganz undeutlich! wer zahlt denn? die Souveräne etwa? — 3. „Seitens des Bürgermeisters wird festgestellt, daß — kürzer wäre doch: Der Bürgermeister stellt fest. —- 4. „Bei dem Verkauf von Zuchtstieren seitens des Kreises sind seitens des Schauamts die nachbetzeichneten Stiere gei kört worden" — durch den Kreis, vom Schanämt; aber, weshalb überhaupt „sind gekört worden" statt „hat das Schauamt die und die Stiere gekört"? Wer spricht denü so? Memand. 1— Aber schreiben? Leider Zehntausende.. Diese Sucht, in der Leideform zu schreiben, macht auch den Leser leiden. — 5. „Eine Entgegnung ist seitens der Bereinigung erfolgt" —■ weshalb denn nicht: „Die Bereinigung entgegnete"? . 6. „Alle Belebungsversuche seitens der Krankenschwester und Chirurgen blieben erfolglos" — besser, Krankenschwester und Chirurgen machten Belebungsversuche — leider erfolglos" oder „die leider erfolglos waren". — 7. „Es ist seitens der Regierung darauf hingewiesen worden". — 8. „Es ist nun auch seitens verschiedener Redner gesprochen worden". ■— 9. „Diese Berechnungen sind seitens der Verwaltung aufgestellt worden." — 10. „Wenn von feiten der Regierung nicht auf alle Wünsche geantwortet wird." — In den meisten Fällen genügt „von", und noch besser werden die Sätze statt in der schwerfälligen Leideform in der lebendigeren Tatform gegeben: Die Verwaltung hat diese Berechnung ausgestellt; Wenn die Regierung nicht auf alle Wünsche antwortet, usw. usw. * Krach. Die Küchentreppe herunter fiel das Servierbrett mit dem gesamten Geschirr von der Mittagstafel. Im Eßzimmer saßen der Ehemann und seine Frau und starrten sich sprachlos an. Tann stürzte die Frau zur Tür hinaus. „Johanna, Johanna!" rief sie, „was haben Sie getan?" — Johanna lächelte. „O, gnä' Frau," antwortete sie, „es ist nur das Geschirr, gnä' Fran,^ Wie gut, daß ich es noch nicht ausgewaschen hatte!" Rätsel. Mein kleines Wort, das drei Zeichen dir sage». Zeigt einen Vogel aus uralten Tagen. Und fetzest dem Wort du ein „K" noch voran, So fängts ohne Flammen zu brennen an. Nun tausche das Haupt gegen „S, c" und „h*: Sogleich ist ein seltsamer Bursche da. War einst nur ein Knecht, doch man haßte ihn sehr, Er meiuts aber heut gar so böse nicht mehr. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung bet Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1) v g 8 — d 5 f K c 6 n. d 6 ob. A.) 2) K a 4 — b 5 e 7 — e 6. 3) L e 8 - b 7 f und Matt. A) 1) ...... K o 6 — b 6. 2) D d 5 — b 7 f K b 6 — c 5 3)Db7 — b 5 f und Matt. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag bet Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.