Samstag den 26. Februar Mv o. LMU EagSgjS Mk»! LA",SMW nÜÄäSiTBJ*! aTJislS® ^gggggä WUM K«SxrfJO/.i Droesigl. fitüniati von Georg Freiherrn von OmptedL (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Nun ließ Frau von Eysz nicht locker, sie verteidigte Ludwig so sehr, daß eine der Damen sagte: — Du bist ja ganz Feuer uitb Flamme! Frau von Eysz wurde immer lebhafter: — Allerdings, wenn jemand angegriffen wird, dessen schönes Diner inau einsteckt, das kann ich nicht vertragen. Ich finde das überhaupt niederträchtig. Ja, seht mich nur an. Wer schimpfen will, denr steht's frei, aber der darf so ne Einladung nicht annehm en. Ein Diner können wir uns selbst zahlen, dazu» brauchen wir Herrn Droesigl nicht. Mer sich einladen lassen und dann schimpfen, pfui Teufel! Dio anderen lachten über die wütende, kleine Frau, die so laut gesprochen hatte, daß ihr Mann herüberkam, groß, wohlbeleibt, die vollendete Ruhe: — Marka, was ist dir denn wieder in die Krone gefahren ? Eine der Damen meinte: — Ach, wir kennen doch Mark«. Im Stift tvar sie schon genau so. Wissen Sie, Herr von Eysz, wie sie hieß? — Na, da bin ich doch neugierig! — und er legte den Arm um die Schulter seiner blonden Frau, die anfing, jetzt selbst über ihre Wut zu lachen: — Die Rakete hieß sie, weil sie immer los ging. Fran von Eysz wandte sich heftig zu ihrem Mann: — Ich habe nur gesagt . . . Frau von Liegen nahm schnell ihren Arm und drückte ihn, daß sie schweigen sollte, denn Agathe trat in den Kreis. Alles war totenstill. Die junge Frau sah sich erstaunt um: — Was habt ihr denn? ■ Freifrau von Mengen geborene Honig tvar mit einem Mal verschwunden. Frau von Liegen antwortete: — Ach, nichts weiter, tvir reden nur so. >— Aber Mark«, du warst ja ganz böse? Sie nahm ihre Gutsnachbarin beim Arm und lehnte ihren Kopf an den blonden der anderen. Da begann die immer offene kleine Frau zu allgemeinen Schrecken: — Ich will dir sagen, was es ist, Aga! Man hielt sich darüber auf, dah dein Mann hier zu viel geändert hätte. Und da meinte ich, das sei eure Sache und ginge andere nichts an. * Agathe verfärbte sich. Als Graf Tiefenau ihr verstörtes Gesicht sah> rief er mit seinem dröhnenden Baß : — Gnädige Frau, wissen Sie nicht, daß über uns alle ieschimpft wird? Haben Sie nie erlebt, wenn ne Jesellschaft beisammen sitzt, und einer raus teht, daß, sobald sich dia Tür hinter ihm jeschlossen hat, die anderen sagen, tvas er fürn Schweinehund ist? Seine Frau machte ihm ein Zeichen, solche or-e nicht zu gebrauchen, doch er streckte die Hand aus: — Laß mich man reden. Neu Schweinehund nenne ich neu Schweinehund, und wenn Damen dabei sind, bleibt er’S trotzdem. Er rüttelte Herrn von Eysz, in dessen Arin er seine Hand gelegt hatte: —' Weißt du, wie neulich bei der Jagd jeredet wurde, ehe ich den Kerls das Maul stoppte? Nu »vollen wir mal deutlich sprechen. Wenn ich einen nicht mag, und ivemt er tausend Millionen hat, in det Haus sehe ich nich. Wenn hier'n amerika»'scher Milliardär herkäme und wollte meine alte Klitsche kosen und der Kerl paßt mir nich, der kann mir seine janze Milliarde hinlegen, meinen ollen Kasten kriegt er doch nich. Solange der preußische Adel so beit ft, wird er ooch nich nnterjehen. Kosen tann man uns nich. Aber »venu mir ener Paßt und is'n anständiger Mensch, ob der nu Jvaf is oder Meyer heißt, det es mir janz schnuppe. Agathe stand da, totenblaß. Ihre Hände zitterte»» leise. Graf Tiefenau sah es. Er beugte sich zu ihr: — Na, gnädige Frau, ich habe doch bloß int allgemeinen jesprochen. Nehmen Sie's nich übel, und seien Sie auch nicht traurig. Es schadet nichts, daß ich das jetzt jesagk habe. Meine Frau hat mir zwar immer Zeichen jemachst aber ich nehm's doch »ich zurück. Wir Preußen sind nich hintenrum. Wir sagen, »vas wir denken, und wenn man ooch mal ins Fettnäpfchen tritt. Auf mich können Se sich verlassen. Kommen Sie her, geben Sie mir Ihre Hand, nein, nein, geben Sie nur her. Glauben Sie, daß über mich nich ooch mal jeredet worden ist? Nur »venn mir'Ä einer ins Jesicht sagt, der fliegt mit den» Kopp zuerst die Treppe runter. Der riesige Mann nahm Agathens Hand und drückst einen Kuß darauf. Und Herr voit Eysz, der trotz seine» derbe»» Knochen zartfühlend war ivie eine Jungfer, meinte dunkelrot geworden: , — Gnädige Frau, kränken Sie sich nicht, gerade ait so einem Tage wie heute! Du, .tröste sie mal! Er sagte es zu seiner Frau wie einen Befehl, gege» bcn es keinen Widerspruch gab. Dann ging ev mit seiner» Freunde Tiefenau davon und brummte: — Verfluchter Weiberklatsch. Aber der Graf meinte: — Wir sind jeuau so. Ich achte übrigens jede Meinung, Wenrt einem Herr Droesigl nich paßt, dann schneidet man ihn übers janze Jesicht. Mer Fladusen sagen, sich bew Bauch voll schlagen, jute Weine trinken und sich svaziere» fahre»» lassen und dann hinterher von Plebejer reden und Knatlprotz? Ick weiß, wer der Jemeine W von den beide» Rich der Droesigl.: — 126 — es mit ihm getan. * hatte. (Fortsetzung folgt.) Tie Nachbarn waren abends heimgefahren, nur bie Werffener blieben. Ebenso Agathens Schwestern und Spaniers. Seine Exzellenz wollte einfach nicht fort. Die Küche war tadellos, das Schloß „erster Klasse geführt, nein, er ging nicht weg. vz _ , ___ Am Morgen besah man die Stalle. Pferde waren zwar nicht soviel da wie einst beim alten Grafen Kölln, aber! immer genug, daß die Gesellschaft reiten konnte. Gräfin Patsch hatte sich telegraphisch ihr Re,tNeid schicken lassen. Ihr Mann war in die Garnison zurnckgekehrt. Er hatte sie gebeten, bald nachzukommen. In dein Ton, ut dem sw kurz ablehnte, lag nicht die Sehnsucht, bei ihm zu sein, so daß Gräfin Lindenbach sagte: „Man sollte nicht denken, daß ihr kaum dreiviertel Jahre verheiratet seid." . Ludwig übersah scheinbar die Nichtachtung seiner Schwägerin. Bei den Spazierritten war er immer an ihrer Seite, ragte, ob das Pferd ihr gefiele, bereit, ihr sofort ein anderes zu geben. Tas nahm sie als Selbstverständlichkeit ClltQCQCll» , Auch Vie junge Gräfin Regnier ritt, und an ihrer Seite war stets der Kürassier. Der Gesandte hatte ein paar Breeches von Ludivig angezogen, denn er war nicht aus das Reiteil eingerichtet. Er hockte, die Kiriee hochgezogen, aus dem Pferde wie ein Affe, saß aber fest und ritt wie der Teufel darauf los, mit der Erklärung: — Ich tbnne die Pampas, — hier kann überhaupt nicht reiten! Und er erzählte Geschichten, daß der Kürassier des alten Herrn Tochter immer ein wenig fern hielt, denn fur Madcheu- ohren waren sie nicht eben berechnet. Gräfin Patsch konnte sich schief lachen über Seine Exzellenz, der ab und zu mit ihr einen Spritzer Über Feld machte, während der Kürassier erschrocken rief: — Exzellenz, Flurschaden! Flurschaden! „ Doch in großartiger Unbefangenheit meinte der Kaiserliche Gesandte zur Disposition zu Ludwig: , — Lieber Freund — anders nannte er ihn setzt nicht mehr — bei Ihnen kommt's ja nicht darauf an. Ludwig verbeugte sich: . . . — O bitte, Exzellenz, es ist m nur eine Kieling kett., Der antwortete so lautz daß die hinten es hören mußten: — Mein verehrter Freund zahlt alles, alles,, alles! Der Prinz, der zwar nicht Jagd ritt, aber gern sich au I solchen Ausflügen beteiligte, runzelte die Stirn. Ludwig biß j die Lippen aufeinander und machte das Gesicht, wie einst, als er die Kränkungen des alten Grafen Kölln eingesteckt Wie nun das Kind leise weinend sich in den Kissen oe- wegte, wurden Agathe die Augen feucht. Um es zri verbergen, hob sie das kleine Wesen und drückte es an ihre Brust. Als sie feinen Slitern, feine Wärme spürte, war alle Bitterkeit vergessen im seligsten Mutterglück.. ■ Cie hatte etwas-wehen gefühlt, jemand voruberschre,ten. Als sie aufblickte, war der Altar leer. Das Harmonium, vom Lehrer aus dem Dorfe au /Stelle der Orgel gespielt, deren Zinnpfeifen längst irgend einer eingeschmolzen hatte, summte leise. Agathe stand auf. Sie drückte noch einen Küß auf des Kindes Stirn, zog den Schleier vor und legte ihren Sohn in die Arme der Kinderfrau. Dann nahm sie Lubwigs Arm: heute führte er sie. Wie sie neben ihm schritt, Preßte sie ihn an sich, zog ihn in das Bilderzimmer hinüber, um- schlang ihn unb flüstepte ihm ins Ohr: — Habe mich immer lieb! Er sah sie erstaunt au. Dis Feierlichkeit hatte ihm gefallen, voi, dem Gesichtspunkts aus, daß die Menschen versammelt waren zu Ehren seines kleinen Sohnes Erich, den er vorwärts schieben wollte und emporbringen, genau wie sein Vater, ohne es zu wollen, Das Ziel der Wgtechnik. Bon Gustav Lilie ntyal. _ ; ■ Tie praktischen Erfolge unserer modernen Fingnnischinw sch-inen das Interesse, nicht nur daS große Publikum, wnoer« , auch die Fachleute, völlig zu fesseln, da man von neuen eingehenden! Arbeiten zur Erkenntnis der noch lange nicht geniigenb gell arten Lnstwiderstandsgesetze recht wenig hört. .... Tiefe Vertiefung der Mkenntnis der LustimderpandsgeleM. darf nickt ctnfeilig auf rein xnathem.aiisch Mchanischex Grunvi-. gehörig betrachtet. . c „ .. Sie beugte sich nieder auf ihr Kind, in dem fie die Mag wieder zu ernennen meinte des Mannes, dem sie sich für ihr Leben gelobt. Und sie dachte daran, daß sie eigentlich doch allein stand. Die Tante luar wohl gut gegen sie, aber fie besaß selbst Sohn und Enkel. Gabes eine Brücke.zu Valh, I die nur in Aeußer lichkeiten lebte und im Grunde für niemand etwas empfand, wahrscheinlich nicht einmal für ihren Mann? Fühlte Agathe sich ihrer Schwester Patsch nahe, diesem pou Herren umschwärmten,, nur au Eitelkeit und. Vergnügungen ! denkenden oberflächlichen Wesen? Und wen besaß sie noch auf der Welt? Der kleine Regnier? War er ihr nicht eigentlich ein gleichgültiger Mensch, den sie, seit sie verheiratet, I heute beinahe zum erstenmal sah. Und der Prinz? Ter Liebe, Gute! War das einer, der ihr, trotzdem er es ihr so rührend versprochen, wirklich hätte helfen können? Da kehrten ihre Gedanken zurück zu ihrem Maiin. War er nicht der einzige Mensch, der im Augenblick des Zu- | fammeubruchs sich ihr genähert hatte? Und den wollte mau kränken, ihn einer Unzartheit zeihen? Aber trotz allem, was sie für Ludwig fühlte, war es ihr, als sei etwas daran. Empfand fie nicht selbst manchmal ein Sich-vordrängen, bei seiner Sucht, schenken zu wollen, buch solchen Leuten, die vielleicht verwundert fragen wurden: wie komme ich dazu? Und doch, sie, wußte eine Erklärung — bie der Wirklichkeit nicht entsprach, die sie aber vor sich selbst als Rechtfertigung empfand, in diesem Augenblick, wo fie au ihrem Manns zweifelte: es war sein gutes Herz, das andern eine Freude machen wollte. Und bitter fraß wieder die Kränkung an ihr, an diesem Tage geschehen, der ihr schönster hätte werden müssen. Dann dämpfteuer seine Stimme: ; , . I — 's ist ja irgend was dran bei dem Manne, was wir I nictz jewöhnt sind, irgend was Frembes, ich weiß nn), I wo's steckt. Er heißt eben Droesigl unb du Ehsz itud ich j Tiefenau! Und wenn ich meine Tochter verheiraten will, » ist nnr's lieber, sie heißt Arnim oder Bulow als.Droepgi. I Aber anständig wollen wir bleiben, und so was sind fern eine I Fesiunimqeu. Nu komm mal mit., . ■ _ • I Tic beiden .Herren gingen aus Ludwig -roe,tch zu I und beglückivünschteu ihn noch einmal zu seinem sohu. I Gleich Türmen standen sie neben ihm, der doch auch nicht I klein war, wie vielleicht vor fünfhundert v,al;reit «UI demselben Boden in Helm und Harnisch ihre Vorfahren I stauben. * Dw kleine Hauskapelle, einst von dem bilderstürmerischen ersten lutherischen Kölln halb zerstört, hatte Ludwig wieder instand setzen lassen. Da er schone, gotische SkülPUircn I befaß, so waren die verwendet worden. Em Flugelaltar I von Memling hing an der Wand. Tn: FvnMr zeigten I alte Glasmalereien. Als nun die Taufaesellschast^ Platz nahm, der Pastor in seinem schwarzen Talar durch die . beiden Reihen der Andächtigen zum Wtare schritt,, der Täufling gebracht wurde, kam trotz der heiligen Handlung eine feierliche Stimmung nickst recht auf. Man blickte sich zu neugierig um. Die alte Gräfin sagte zu Gräfin Tiefenau: Hier sieht's ein bißchen katholisch ans. Auch über Agathe war nicht ganz das weihevolle Gefühl der jungen Mutter gekommen, die zum ersten Mal f ein Kind unter die Taufe hält. Obwohl sie sich Muhe gab, i auf die Worte des Geistlichen zu hören, zitterte tu ihr nach, was sie vorhin erlebt. Man redete schlecht von ih em Manu! Wahrscheinlich hatten ihr die Damen Lar nicht einmal alles gesagt l Da drückte sie ihr, sein Kind, den kleinen Erich, einst, so Golt wollte, Herr auf Kölln, um so zärtlicher au die Brust. Während sie beit Täufling auf den Knien hielt, tarn über fie eilte seltsame Weichheit, ihr sonst eigentlich fremd. Als fie die Wärme des kleinen Wesens fühlte, als fte das Kmb- lein, weil es leise zu weinen begann, in den Schlaf zu wiegen suchte, da hatte sie ihre Umgebung vergessen. Zum ersten Mal, seitdem sie verheiratet war, dachte fte über soziale Unterschiede nach. Sie hatte sich nie Gedanken darüber gemacht, daß sie auf dem Schloß ihrer Vorfahren lebten, umgeben von alteingesessenem Adel, der ihr nahe staub, aber nicht ihrem Man u. Sie war nie baranf gekommen, baß tiefe Menschen etwa nicht bie Begeisterung teilen könnten, bie sie für ihn empfand. In ihrer großen Liebe hatte sie ihn gleichsam als selbstverständlich zu sich 127 ebene • Fläch« MS. ■ «ne gegen einem Winkel,.von' ■ vier französisches AesZllschastrlehen unter Napoleon- Es sind jetzt gerade 100 Jahre her, daß Napoleon, durch seine tzeirckt mit der österreichischen Msterstochtw Marie Luise seinem Hofe einen nenen GlanK verirey und durch seine enge Berbiudnüg mit den, habsburgischen yurstenq Hause auch die hartnäckigsten Mitglieder der hohen ckristo- kratie, die sich bisher noch von den Tuilerien herngehalten hatten, sich und seinem Hof verband-. Diese großartige Zeit - des napoleonischen Hof und Gesellschaftslebens hat pmmtl eine anschauliche Darstellung erfahren in dem Werke „Geselligkeit" (Julins Hoffmann, Stuttgart), 111 dem A. von Gleichen-Rntzwnrm einen Ueberblick über Sitten und Gebräuche der europäischen Welt in den fahren von bis 1900 bietet. Als sich der Korse vom einfachen Osfi- «er Mm Herrscher Frankreichs emporgeschivungen, Hane, spürte er den Regeln der alten Geselligkeit bis in die kleinsten Tinge nach und suchte sie in ihren verschiedensten Formen wieder anfleben zu lassen, weil er sehr,wohl er- kannt batte, „daß man die Menschen am begnemsteii durch die Eitelkeit regiert" und daß ein zeremonielles Gesell- schaftsleben die beste Brutstätte für alle schwacher!, und Leidenschaften des Menschen sei. .Obwohl er nn Salon leicht verlegen und linkisch war, h-mfia Frauen gegeimbev brutal anftrat und durch sc-neu südlichen Akzent wie durch seine souveräne Nichtachtung der Grammatit ungebildet, erschien, wußte" er doch bisweilen durch seinen geselkschastq. liehen Ehrgeiz in der große,i Welt so zu glanzen rote nur dem Schlachtfeld und im Staatsrat. Seme Üitterhaltiing konnte von hinreißender Gewalt sein, seine Rednergabe fesselte mit ihren überraschenden Bilder!, und pragnantt.» Formulierungen. Freilich M er Mnrrchtungen schnell wieder fallen, die seiner Laune oder Stimmung nicht uii- lage beruhe», sondern cs müssen diejenigen Bcrhältnineberücksichtigt, werden, welch.' bei dem- Bau von Flugzeug in Anwendung kommen. Es handelt sich hierbei vor allen Dingen nm die FimehaminK solcher Dimensionen und Konstruttionsrerhaltniffe, w:c s« «er Menschenslug erfordert. Die Bersuchsresiiktale müssen mü Flache -erzielt werden, welche möglichen tralles auch einer entsprechenden! Belastung widerstehen können. Vergia »stachen von Kartenblatt, gröste- sind»zu .Vergleichen mit den BerichUnincn Machen v-tM- zrugs-unbranckbar. Ich stchc ans dem Standpunkt, dm, auch an bekannlen Lilientl.alschen Mes.resultale mit ebenen und gewölbten Mnci -n noch einer Wiederholung nut größeren Flachen bedürfen. Untere Messungen im Winde wurden nut Flachen vom Ur- Quadratmeter Größe angestellt; dies, halte ich wtztinch^ mehr pn ausreichend. Zwar waren d«, Sprunge nnt Glritslwgein, in deneiv mein Bruder eine sehr, große Gesckstcktickc!eit erlangt hatte, em! hinreichender Beweis mit größeren Flachen ur dir. Ueberemstnw- mnitg der Lustw ider standSverh a ltmsse der Glertfkicger mtt beit vorbezeichneten Messungen ; für, die Truckwerte der feinnen Winkel genügten sie aber nicht. Ganz besonders ansbildnirgsfahrg sind doch das Studium des besten .Profils für die Tragflächen, der Einfluß und die Verminderung der Flächenreibnng-nnd die Untersuchungen über die so viel angezweifelte. aufwärtstreibende Wirkung des Windes auf schwebende Körper. Wir. haben diese Wirkung, des Windes bis zu' Höhen von 10 Meter gemeßen, ^eber Flngtechniter wird zngeben, daß diese Höhe noch keine ^chlusie zulaht für den Gebrauch, wirklichen Flugzeugs in Hohen von mehreren. 100 Metern. Ich habe trotzdem nicht gehört, daß irgend i.emand nach uns diese Wirkung nachgeprüft hist. .. . ' . . Aber noch viel näher liegende Fragen s,nd noch nicht endgültig beantwortet. Ta ist z. B. wer Lieliunstrittene Wert des Widerstandes, welchen eine ebene Flache, erfahrt, wenn dieselbe senkrecht zur Bewegnngsrichtuug gestellt Wird, wiesen sogenannten Normaldruck haben wir mit 0,13 Kilogramm pro Qiadratmeter M 1 Mter Sekundengeschtvindigkeit ermittelt. Eistet hat für die Berechnungen seines Turmes einen niedrigeren Wert ringe stellt. Für ihn handelte, es sich aber wohl Mhrum sehr lange und schmale Flächen, welche, einen ««feeren Truck erhalten als größere zusammenhängende Flächen. Dieser.wrumverl von 0,1.; Kilogramm muß unbedingt für solche Berhrltiiisie geprüft werden, wie. sie für die Herstellung von Flugzeug angenommen find. Fläcken von 2X10 Meter müssen mir einer Gefchlvindigteit b,s »u 20 Meter in der Sekündel lew,egt und der Truck gemessen werden. Es ist mir nicht bekannt, daß, dies bis jetzt geschehen ist. Was nutzen uns die Berechnungen von Konstruktionen, Wn der erste wijw stein, der Normaldruck der ebenen Fläche noch aus zu waistendeH Unterlage ruht? Ter Mert des Normaldruckes liegt zeder Be- rechnnug zu Grunde, und keine Rechnung kann überzeugend fein, wenn dieser Wert nicht cinwandssrei ist. — Als wir iinsere Messungen begannen, war nicht viel mehr über die Lustwiderstandsgesetze bekannt, als daß der Truck mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst und, der Druck auf eine schräg gestellte Fläche steigt oder sinkt mit dem Linus des Winkels zur Bewegungsrichtung. Ich, werde .mich stets 'der ckmregung erinnern, als wir Pfingsten 1887 in der Turnhalle der Berliner Gemeindeschule in der Wilhelinstraß.e zuerfl sestltellen tonnten, daß eilte gewölbte Fläche selbst bei horizontaler Lagepung noch einen Vertikäldruck erfährt von mehr .als ein Drittel be» Normat- druckcs, ja daß die Fläche noch init der Vorderkante 9 Erao tiese» gegen die- Hinterkante gKieigt sein känu, bevor dieser Vernkaldrnq ganz aufhört. Von da ab würden wir uns bewußt, daß wrr uns gleichsam in einem ganz dunklen Raum mit unsrem1 Wifst» besau den, iildent "wir uns nur durch langsames WvrwartStaftM orientieren konnten. Jetzt untersuchten wir auch die Mcher gemach e Wahrnehmung am Bogelflug und die von uns schon 186' erkannte Erscheinung der Erhöhung! des Luftwiderstandes durch die schlag- wipknng von Flügeln. Wir haben hierbei festgesteut, daß sich ! der Druck aus eine schlagartig bewegte Fläche um das Zehn- bis Zwanzigjachie steigern kann gegenüber bem Druck, welchen ine gleiche Flache bei einer gleichen aber stetigen Geschwindigkeit, erfährt. Wenn diese Resultate aber auch schon einen tiefen Einblick in das Geheimnis des Vogelftnges! uns gestatteten, ,o konncen wir doch noch nicht alles erkennen. Noch immer reichten öte gemessenen Werte nicht ans, um durch die Rechnung den Beweis zu liefern, daß der Vogel fliegen kann. Ta kam uns ein günstiger Zufall zu Hilfe. Richt zusriedeii! mit den Messungen von Flächen, welche an langen Arme,! befestigt sich bei Windstille um eine Achse drehten, setzten wir solche Flachem auf besonders gebauten Stationen an einen Heoetarm mit, ent- sprech ndem Gegengewicht; so daß völliges Gleichgewicht bestand. Wir setzten diesen Apparat dem Winde aus. _Unter gleiAXMgev Beobachtung des WinogeschwindigkeitSmeiiers stellte« nur mm mit selbstgebauten seinen Fed'erwögen fest, welchen Druck dir .MLgeMt-.^Flache rimn sollt en Truck erfährt, daß die -Rrchttmg. iNes^.-Druae» ;<« - nur 1 Grad nach vorne, also.entgegen der Windriostnng, vittt, so tvürde dies genügen, nm den Segelflug nut bew^nngslofen- FWgeln zu begreifen und dann alsbald nachzuahNien. Der Vogel- sÜiqel besitzt jedensalls diese EigAifchast. -sie liegt entweder m dentz feineren Prosit gegenüber unseren ttqistlick-en Uachen oder sw liegt in der. eigenartigen WeichM Oberfläche., des Ge,iedcrs, wod«tÄ dasselbe unserem groben Flugzeug uberlegeii ist. Es ist aitchmoglH daß die Kunst, fees Segelns nur ausgeubt iver.den kann bei staikbicM Wind in höheren Regionen. Tie treiwnde Beilegung, welche dm Vögel häufig ohne UügelsckMg aus fuhren, ist nicht abfolut znM Segeln nötig. Wir hüben, wiederholt Storche in grader LmW ohne Ftügeischlag abstreichcn sehen und den 'Albatros,habe ich stundenlaug beobachtet, w er tu wder Richtung opw FlugeUnstag selbst durch das Tauwerk des Schistes hchdurwfegelt Dies^k Segelflng- zn ergründen und nächznahlnen, ist das höchste-. Ziel, der Flugtechnik. Ter' Weg- hierzu wird nur gesunden durch wisieiv- schastliche Studien und Er-perimentS. — 128 — Vüchertlsch. beigegeben sind, Redaktion! K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, « Lange, Gteben» Kreuzrütkel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a, d d, eeeeeeee, g g g g, i1 iii, 11, n nnnnnnnnn n, o o, s s, 11, u u u u, w w derart einzritragen, daß die wage- rechten und senkrechten Reihe» gleichlautend folgendes ergeben! 1. Asiatisches Reich. 2. Schmackhafte Fische, 3, Einen Badeort, Müsirnd ist, wirb Heute uiomaub mehr gfauben ober vecterbigenl, toienn auch hin und wieder von Leuten bie Rebe ist, die hmrbert Iaihre alt geworben sind, und sich fast nie ordentlich gewaschen! Oben. Tas Schwein selbst ist nach einer fachnrömuschün An- schnnung^ viv i.n „Lancet" zum Ausdruck kommt, von Natur ein sauberes und nickst ein schmutziges Tier Wenn cs sich int Schmutze wälzt, so verfolgt es damit bie Absicht, ferne Haut zu reinigen, und wenn es diesen Znn-ck nicht erreicht, so liegt es Nicht an ihm Zunächst wirb sein Aussehen damit nicht gebessert, aoer der anfangs anhaftende Schmutz fällt, nachdem er getvoMet ist ab und nimmt gewisse Nnreiulichkeiten von der Haut desSchwem-es! Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des LvgogripN in voriger Nummer: Soda, Sofa. Vermachter. * Das saubere Sch w o in. Das Schwein wirb in unserer Gesinnung und Sprache fast noch ungerechter behandelt als der Esel. Ob man den Esel für dumm ober klug halten will, kaust jedem überlässen bleiben. Wenn aber das Schwein als abschreckendes Urbild schmutziger Getvöhnimgen tagtäglich hundertmal ins Feld geführt wird, so hat wahrscheinlich niemmtb anders diq Schuld daran als der Mensch selbst. Es hat wie eine vollkommen neue und deshalb höchst überraschende Entdeckung gewirkt, als m'1 ^Beleidigt. „Du bist Schusteckhr'liug — nicht wahr?" —. „Erlaoben Se man! Ick nenne mir BKontär der FusMektei-- chmgsknnst." — Aus bcm Seelenleben höherer Tiere von Dr. Alexander Sokolowsky, zoolog. Assistent in Karl Hagenbecks Tierpark in Stellingen. Mit 10 Knustbeilagen von Tiermaler W. Heubach in München. Mk. 1—, Leipzig, Verlag von Tbeodor Tho m a s. Der vorliegende Band erscheiist in geschmackvoller „„„ „ Ausstattung als dritte Buchbeiiage zur „Natur", Zeitschrist der Nicht, einen literarischen Salon einzurichten und eine feinere I Deutschen Naturivissenschaltlichen Gesellichast. Ter bekaunw Ver- ' . ■ L..- ", --------- I 5nj|-ei. die Beobachtungen der höheren Tiere in der Freihest ein, da der veränderte Aulenthai', der Tiere, wie ihn die Gefangenschaft mit sich bringt, das Heransreisteu aus dein Zusammenhang mit der Natur, die Entziehung der Tiere vom Kampf ums Dasem, Veränderungen mit sich bringen, die mächtig auf die Tierseele em- wirken- Aii der Hand zahlreicher Beispiele wird geschildert, tute sich bei den verschiedensten höheren Tierarten in der Gesangcnichast eine Anhänglichkeit an ihre Wärter, ja sogar eine Seelengemem- schalt zwischen Tier nnb Aieusch herausbildet. Wir können un Rahntctt dieser Besprechung nicht näher atü das anregend geschriebene Buch eittgeheit, dem 10 schön ausgeführte Kunstverlagen sah dem goldschimmernden fRcigen zu und zog sich nm 9 Uhr Mik seinem Hofstaat zurück. Das letzte große Fest des Kaiserreichs fand statt nach der Taufe des Königs von Rom, der Kaiser durchschritt mit großem Gefolge die Säle, in denen sich die Eingeladeneil drängten. Er ging so rasch, daß alle, die ihm folgten, selbst die Kaiserin, laufen mußten, ivas der Würde und Anmut einigen Abbruch tat, aber das glätt« Geselligkeit zu pflegen, wie dies noch die Frauen des Direk- toires vermochten. Als die spätere Großherzogin von Florenz, Elisa Bacciochi, einen solchen Salon zu grünben suchte, stritt man sich zunächst weidlich über die Wahl erner Ber- einstracht und kam schließlich auf ein Kvstüm, in dem griechische, römische und alttestamentarische Erinnerungen vereint waren, kurz alles „außer dem guten Geschmack." Aller Glanz des Gesellschaftslebens ströntte in dem einen Mittelpunkt des kaiserlichen Hofes zusammen, dessen Feste mit würdiger, wenn auch etwas aufdringlicher Pracht ausgestattet ivaren. Die Maler David und Jsabey brachten eine geschmackvolle Note in die Kostüme und Aufzüge. Der Kaiser war der einzige, der die neue goldgestickte Hoftracht nach den ersten Empfängen wieder ablegte und auch, auf den: Parkett als einfacher Soldat erschien; sottst mußten die waffen- ergrautcn Marschälle ebenso ivie die jungen Offiziere sich zu den kleinen Schuhen, weißseideneir Hosen mit Strümpfen und gesticktem Frack bequemen. Während die alten Krieger „tote geborgt aussahen", machten die frischen Leutnants so gute Jigitr ivie früher die Kavaliere von Versailles. Die iÄnladrmgskarten zu. den großen Hofbällen wurden in verschiedenen Farben ausgegeben. Jede FarVe berechtigte zum Eintritt in einen bestimmten Saal. Rasch hielt der Kaiser Cercle unter bett Damen, tanzte höchstens eine Quadrille, «. w »Ägi'ttysK I US® ANS zaubernd, das dritte Mal zerstreut und kalt, em viertes I Mal ließ er die Gelehrten und Künstler überhaupt nicht zusammen kommen. Das Theater begünstigte er, weil er darin ein wichtiges Mittel zur Erweckuttg der Begetstet.mtg und zur Beeinflussung der Menge sah. -Seit 1803 bildeten auch Oper und Komödie einen wichtigen Mittelpunkt geselliger Zusammenkünfte. Die berühmten offentttchen Opernballe nahmen am 25. Februar 1800 ihren Anfang Dort vereinigten sich in phantastischen Maskenkostümen Welt Kaiser mn den öieitint i. i kaiserttcben Hof Würde I nicht als {ein LebenSelement nötig hat, stmbem auch in stubover fern bleiben mußten. Um 'etnem ka seUtchen Hof ^vuroe $ j l|nb Umgebung durchaus gut nnb vielleicht sogar besser und Glanz zu verleihen, erstrebte Napoleon eme grandiose I gefec'i(1| Seitbent erscheint es auch nicht mehr iwhtfenNi, daß Wiederbelebung all der Pracht und Ordnung, ivie sie der- I t)?v vergleich mit einem Schweine stall unter allen UmstSud«« einst unter den legitimen Herrschern Brauch gewesen. Die I tinen Ausdruck tiefster Herabsetzung für irgendeine Behausung ober Fragen der Etikette wurden mit höchster Wichtigkeit be-, I eilKn Wvhuraum bedeutet. Doch das ist für den Landwirt im tändelt; man suchte in der Bibliothek von St. Cloud den I wesentliche» vielleicht eine Kostenfrage. Immerhin läßt sich sehr gewaltigen Band hervor, in dem Ludwig XIV. alle Hof- viel dazu tun, bett Zustand, der Schwemestälte und damit beti l^Äch-njchm- u imj«nchst Mit .» d-, H-! gezogen, um ^hre Erinnerungen an die alte^Ho^rdnung ^^heitsMegL sehr zu betonen. An dem Wusig gehörten Satz, Mitzuteilen, und Napoleon berjentte sich nut Dalleyrand m ja Schmutz warm HM, mag vielleicht etwas fern. Daß Schmutz die Erzählungen der einstigen Zofe, behandelte alle lieber- « - - - • • - • • • * , bleibsel aus der Zeit toter Majestät als große Kostbarkeiten. Prunkvolle Feste wurden mit Hilfe des Malers Jsabey veranstaltet. Josefine mußte sich als Kaiserin,pon. ihren frühe- ... ten Freundinnen zurückziMen nnd Zich mit hocharistokratt- I jchcmung, die letzt un ^-schWDvsdckMen umgeben. Sie war aber nicht imstande, sich -^"wirklich zum geistigen Mittelpunkt des Hofes zu machen, sondern das Gefühl ihrer Würde und Macht entlud sich in seltsamen Einfällen und Lannen. In einem Werk über die Ueppigkeit der römischen Dekadenz fand sie z. B. eine Beschreibung luxuriöser Gastmähler und wollte nun ihren Damen ein Diner ä la Heliogabal geben. Der Koch mußte im jardiu des plantes die seltensten Vögel, ja sogar einen Strauß und Papageien requirieren und bei den Händlern Nachtigallen zusammenkanfen, um den Damen der Kaiserin die Sensation antiker Gerichte zu verschaffen. Aber die Speisen schmeckten schlecht, die EnMrnschung über das Damendiiier erregte Spott und Josefine mußte den Zorn des Kaisers auf sich nehmen, dessen Lieblingspapagei ihrem gesellschaftlich-antiken Ehrgeiz zum Opfer gefallen war. Auch den anderen führenden Damen der Gesellschaft gelang es