I V i 191(0 - Tlx. 97 ''«ÄW ti|s MW IrWTWF'’ " v ■ ■ un irrgiiny.BMi WgM »fessP '”!& WWM 4m!l®wel ■2 '( ".' -~7 MW Das schlafende Heer. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) r Mit weitausholenden Tritten schritt Rittergutsbesitzer Kestner über die Straße auf die Stoppel und weiter über orese auf den neuen Schober z>u. Dieser fing schon an, sich 8U erheben. Die unterste Runde war bereits gelegt; in Mute stand ein Rothemd und ordnete die Bündel, und dre Magde fingen an, hinaufzuklettern und die Mandeln festzutrampeln. Die Knechte starrten mit lachenden Mäulern nach den vom kitzelnden Stroh zerstochenen Waden. „Wlodasch!"*) brüllte der Herr mit aller Kraft. „Wlodasch!" । Der Bogt, der dem eben anrumpelndeu nächsten Wagen entgegengegangen war, kam eilig gesprungen. „Wlodasch, daß mir hier ordentlich gerichtet wird! Setzt den Schober nicht auch wieder so schief wie die andern! Wie steht denn das aus? — Wo ist denn der Inspektor?" Der Bogt wußte es nicht. Natürlich, wo wäre denn je ein Inspektor da, wo er sein sollte! Der Herr ließ die Bliche über die Endlosigkeit seiner Felder schweifen. ■ . Aha, ganz dahinten, wo die Rübenfelder des Vorwerks einen grünen Strich unter dem Himmel zogen, tauchte jetzt etwas auf: ein krabbelndes Käferchen! So lcntgsam, wie eine Schnecke so langsam! Man sah kaum das Sichbewegen der Pferdebeine. Wahrhaftig, nicht mal mehr reiten konnte der! Nein- nein — Kestner schüttelte energisch den Kopf man mußte Hierzuland keinen Deutschen nehmen; der Hoppe chatte sich kolossal früh verbraucht! ' Mit entern „padam do nog" knicksten die Erntearbeiter, äls der «gnädige, Herr musternd seinen Blick über sie hingleiten ließ., Die Männer sahen rotbraun aus, kupfern wie die Indianer; das Jpemö stand ihnen auf der Brust offen, die Hosen in den hohen Stiefelschäften waren bei der angestrengten Bewegung gerutscht, kaum hielt sie noch der verschabte Ledergurt, darin der Wetzstahl für die Sense steckte. Auch die Mädchen waren halb aufgelöst. Wie eine Wolke hüllte ein ätzender Schweißgeruch den Schwarm und den Schober ein. Befriedigt nickte Kestner: die konnten arbeiten! Schafften in einer Stunde mehr als deutsche Leute in dreien! „Wlodasch, laßt den Leuten heut Sie doppelte Ration geben! Auch den Weibern das Mätzchen voll!" Der Bogt bückte sich. „Ich falle zu Füßen!" Und dann ermunterte er mit einem Blick ringsum: „Pan Keszner gibt euch doppelt so viel Schnaps heut — dalej, dalej**), arbeitet flink! He, *) Vogt. **) voran! aufgepaßt — wir danken!" Er riß den runden Hut bis! zur Erde: „Daß der gnädige Herr lebe!" Schnaps, die doppelte Ration Schnaps heut?! Alls Hüte flogen herunter. „Wir danken! Daß der gnädige Herr lebe!" Alle Arbeitenden stimmten tu den Ruf mit ein: in einem kurzen Aufjauchzen schoß das Lebehoch über den Schober. — Als Kestner in sein Hoftor zurücktrat, prallte die Sonne noch sommerheiß; nur an beit verlornen Mehren, die vor den geschlossenen Türen der Scheunen zertreten lagen, und an denen sich eine Schar von Gänsen und Enten, rot- gelappter Puten und Perlhühner gütlich tat, merkte malt den Herbst. , Wie ein Ungetüm staitd unterm schindelgedeckten Remisendach die Lokomobile. Der Monteur aus der Kreisstadt schaffte um sie, und der Stellmacher vom Dominium leistete ihm Handlangerdienste. Morgen sollte sie' hinaus und den Aufaug machen auf der entferntesten Stoppel und fauchen und fressen, stöhnen und Garben schlucken, ass wären's Halme, und sich so immer weiter durchsressen, immer näher heran, bis zu den setzten Weizenschobern auf der nächsten Stoppel beim Hoftor. Aergerlich genug, daß man schon ausdreschen mußte, aber was sollte man machen?! Die Scheunen waren gestopft voll, man würde viel zu früh verlaufen müssen! Mit hochgezogeueit Augenbrauen stand der Przhboro- woer vor der mit eisernen Bändern beschlagenen Tür seines Kornspeichers und besah sich das langgestreckte, das etnzigs massive Gebäude des Hofes vom untersten Mauerstein bis zum obersten Dachziegel. Für diesmal war's viel zu klein — und doch ein andermal wieder viel zu groß! Die Mauer entlang, auf dem schmalen Pflasterstreiftn, zwischen dessen spitzen Steinen Stechapfel wuchs und sehr viel Brennessel, saßen Weiber, den Rücken gegen die Speicher- Wand gelehnt, die Beine platt in den Hof hinaus gestreckt. Das waren die Frauen der Komorniks, Mütter und Großmütter, die jetzt die Kornsäcke zu flicken hatten, die von den Mäusen zernagt waren, Alle Säcke würde man brauchen. „Dalli, dalli," sagte der Herr wieder. Sein Blick streifte die lange Reihe. Wahrhaftig, da hatte schon jede einen großen Topf bei sich stehen! Da würden sie nun sofort in den Knhstall rennen, sowie nur die Glocke zur Melke ertönte, gierig auf ihr Deputat — keine kleine Abgabe, diese zwei Liter fette Milch täglich! „Ksch, lsch — wollt ihr gehen?!" Ärgerlich trieb Kestner das Federvieh auseinander, das um verlorene Körner zankte. Wo war denn die Hütemagd? „Marhnka, MaryNka! h Unverschämtes Viehzeug, ksch, ksch!" Schnatternd watschelten Gänse und Enten dem kleinen Pfuhl zu, der, mitten in der grasbeibachsenen Narbe des un- gepflalsterten Hofes, iuie ein rundes, tiefes Loch sich auftat, während die Hühner verängstigt umherrannten. „Ksch, ksch, ksch!" Zornig schleuderte Kestner seine» 386 *) Pferdeknecht. -**) kurze pluca — ein Hühuergcspenft. ©todf mitten unter sie —' ein junges Perlhühnchen sank um niw ständ nicht mehr auf. Hatte er nicht schon hundertmal befohlen, das Federvieh sollte sich nicht hier bei Futter« spercher und Tennen herumtreiben?! Me leicht, daß sie ein Loch fanden, um bequem hineinzuschlüpfen und zu fressen und zu fressen! Das verstand Therese nun eben doch nicht, im Kleinen mußte auch gespart werden. Die Ausgaben wurden zu groß, — was kosteten die Jungen nicht alles! Es war schrecklich. Sie dachten wohl gar, des Vaters Tasche Wäre unerschöpflich? ! Mit erneue Seufzer bückte sich der Vater und las eine Handvoll der verstreuten Aehren zusammen. Sie wie einen Strauß in der Hand haltend, blickte er, den Kopf nach« denklich loiegend, darauf nieder. Die Hühner, die sich vom ersten Schrecken erholt hatten, kamen schoil wieder dreist nach denr Futter gerannt; auch die Enten, ein blaugrüner Erpel vorarr, nahten mit,katsch, hatschi Selbst die Tauben, die bis dahin in ihrem Schlag, der sein hölzernes .Häuschen mit dem runden Durchschlupf- türchen ans baumhoher Stange beim Pfuhl erhob, gegurrt hatten, ließen sich jetzt nieder vorm Scheunentor wie eine besonnte weiße Wolke. „Marynka! He, Marynka!" Laut hallte der Ruf über den weiten Hof und weckte das Echo, das hinterm Kuhstall wohnte. Zum Kuckuck, wo schlief denn die faule Dirne? ! Natürlich, die hatte der Hoppe engagiert — wie der Inspektor, so das Gesinde! Hatte denn niemand Ohren? ! Vom verborgenen Plätzchen hinter den Pferdeställen kam jetzt ein Formal*) gestürzt. O weh, der gnädige Herr war böse! Scheu guckte der Knecht. Es war seines Amtes, draußen bei den Gespannen zu fein, aber die noch grünen Winteräpfel und die Mistbeetmelone, die er heut nacht mit dem Stroz zusammen aus dem Herrschaftsgarten geholt, kollerten ihm arg im Leibe. Sich mit beiden Händen rasch die Hose Hochziehens, schnitt er ein vor Schmerz und Verlegenheit klägliches Gesicht. Aber der gnädige Herr bemerkte es nicht. „Wo ist die Marynka — he? !" Der Pferdeknecht atmete erleichtert auf, tvenn ihm auch aerade wieder ein Schneiden durch den Leib ging wie mit dem Messer. „Ah, die Marynka?! Die Marynka, da ist sie, heim Kompost!" Der Schmerz verzog sein grinsendes Gesicht, er verschwand eilig. Auch Kestner verließ geschwind den Hof; durchs Gittertor Mit den Eisenfpitzen schritt er in den Garten. Dort lag hinterm Treibhaus der Kvmposthaufen, an dem Frau Therese hie Champignons züchtete, die sie frisch oder auch in Wichsen eingemacht den Söhnen schickte. , ^Wollte das.Frauenzimmer, die Hühnermagd, etwa auch Champignons pflücken, jetzt, wo alles draußen auf dem Felde war und sie sich unbeobachtet wähnte?! Das wäre! Ganz sachte schlich der Herr sich heran, den Stock erhoben — weiß Gott, dal kniete die Diebin vorm Kvmposthaufen, ganz vertieft in ihre Mauserei! „Daß dich die KNrzepluca**) hole! He, du!" Schwer ließ der Herr seinen Stock auf die Knieendo Niederfallen. Mit einem erschrockenen Aufschrei fuhr die kleine Ma- VYnka herum. Ihr Gesicht tvar ganz von Tränen überström^ ein sich sträubendes, junges Perlhuhn hatte sie unter den Händen, zwischen den Zähnen hielt sie das zum Schlachten bestimmte Messer. „Werd' ich es ja schlachten, gleich, gleich!" schluchzte sie. ,O/ wein liebes Hühnchen, so jung und soll schoil sterben! Sagt die Mamsell, gnädige Pani hat bestimmt dieses, es jnuß gebraten werden und fahren weit, wo ist Deutschland. Hat es gelbe Füßchen und ist so schön schwarz und weiß! Ach, Pauje Keszner" — sie drückte das zitternde Hühn an ihr Kindergeficht und sah den gnädigen Herrn unter Tränei, blinzelnd und bittend an: „Muß Hühnchen wirklich sterben? !" So hiü — also Therese schickte schon wieder einen Freßkober nach Berlin? Als ob man da nicht genug zu essen kriegte! Der Junge ließ sich doch wahrlich nichts abgehen ! Kestner zog die Augenbrauen hoch, aber dann sagte er unwirsch: „Dalli, dalli, laß die Pani nicht warten! Schlachte sofort das Huhn! Und hier" — er scharrte mit dem Stock TT „hier gräbst du die Eingeioeide em!" Das gab guten Dung für die Champiguonbrut, die wuchs danK reichlicher! Er ging am Bienenstand und an den Spargelbeeten^ die jetzt in hohen grünen Bäumchen mit roten Beeren standen, vorbei und durch das Blumenrondell zur Veranda auf der Rückseite des Wohnhauses.^ Die kleine Marynka, das Messer zwischen den Zähnen, sah ihm traurig nach. Ach, armes Hühnchen! Wenn sie „put, put" gemacht, war es immer Werst gekommene Unwillkürlich lockerten sich ihre Hände — mit einem Auflrähen entwrschte ihr das Huhn, fort war es, saß ans dem Gittertor und drehte äugelnd das Köpfchen, war jetzt schon drüben auf denk Hof und stob mit gespreizten Flügeln davon. Sie war ihm nachgelaufen, die Hände ausstreckend, um es zu greifens Ueber den Hof bis zur ersten Scheune hin! ging die Jägds Es ließ sich nicht fangen. „Put, put — put, put!" Da hielt es zutraulich an, plusterte sich auf und pickte ein Körnchen. Heilige Maria, nein, sie koimte es nicht schlachten! Vater, Mutter waren im Himmel, Hühnchen purste nicht auch dahin gehen! Sich niederkauernd beim pickenden Liebling, weinte die Keine Marynka aufs neue bitterlich. Hilfesuchend irrte ihr Blick über den öden Hof. Da — sah sie recht? Wie Sonnenschein blitzte es .plötzlich durch den -Schlerer ihrer Dränen, schnell war sie auf den Füßen, schnell zugesprungen — da lag wäs am Boden zwischen Unkraut und Spreu, mit gelben Füßchen und schön schwarz und weiß, und das war schon tot! „Heilige Mutter, heilige Schutzpatronin, du hast gesehen armes Waisenkind!" Entzückt stammelte die kleine Marynka; das Messer entglitt ihren Zähnen, flugs nahm sie es zur Hand: rasch das tote Hühnchen noch abg e sch lach- tat! Perlhuhn ist Perlhuhn — toter wird es merken?! (Fortsetzung folgt.) Die Postkarte. !8u ihrem vierzigjährigen Jubiläum (25. Juni), Von Dr. Hermann Wiegand (Berlin). Wer sich heute den Spatz machen will, für 10 Pfennig eins Nachricht um den ganzen Erdball herumzujagen, versieht eine Weltpostkarte (Carte postale internationale), auf der er srch mit Name und Wohnung genau als Absender bezeichnet hat, mit der Adresse einer beliebigen, fingierten Person in San Franzisko« setzt den Vermerk hinzu: „Wenn Adressat abgereist, nachschicken nach Peking, deutsche Post" und kann, da feinen Angaben genau! gefolgt wird, damit rechnen, daß die Postkarte, nachdem sie in China die gesetzliche Zeit gelagert hat, nach einigen Monaten über! Sibirien wieder an ihn zurückgelangt. Die eben geschilderte) von Sammlern nicht selten geübte Methode ist im allgemeine!»! Verkehrsinteresse gctvitz zur Nachahmung nicht zu empsehlen« illustriert aber wie keine andere den ungeheuren BerkehrssortschritÜ der einen seiner größten Sprünge machte, als vor nunmeW 40 Jahren die Institution der Postkarte ins Leben trat, die wir uns heute kaum mehr aus dem Nachrichtendienst entfernt denken! können. Vor 2000 und mehr Jahren war es anders. Der Krieg! aller gegen alle oder zum mindestens eines jeden Volkes gegeü feine Nachbarn stand noch so in Blüte, daß die unbedingte Geheimhaltung fast aller Nachrichten das erste Gebot des Bricfverkehrs war. Bei den nordgermanischen Stämmen schlachtete man, sobald eine blutige Fehde in sicherer Aussicht stand, ein Rind und versandte die einzelnen Stücke an die befreundeten Sippen als Zeichen, datz man ihres Beistandes bedürfe. Me Nordamerikas Nischen Indianer yaben ihren Boten aus Seemuscheln angefertigU Wampnngürtel mit, die, wenn sie weiß ivüren, Freundschaft bedeuteten, während schwarze Gürtel Krieg ankündigten und rote! Gürtel samt einer Rolle Tabak ein dringender Notschrei nach Hilfe waren. Recht umständlich machten sich persische Könige und Satrapen die Beförderung geheimer Botschaften. Sie schrieben! die Nachricht einem Sklaven auf den glattrasierten Schädel und entsandten ihn, sobald das wachsende Haar die Schrift verdeck* hatte, worauf der Adressat den lebenden Brief seinem Hofbarbieir! überlieferte, der die Schrift durch neuerliches Abscheren wieder lesbar machte. Langsam vervollkommnet sich das Schreibmaterial. Der babylonische Ziegelstein, auf dem auch der Kellner Schar im „Schwarzen! Walfisch" zu Askalon dem Gast die Rechnung darbringr, weicht dem Pergament, den mit Wachs überzogenen Bein- Md Holztäfelchen und den Papyruspollen und endlich erscheint das Papier, 387 tfaß jiiito schon vor 1800 Jahren in China erstmven wird, sich itt Europa aber erst sehr spät Einsang verschafft. Die sich metzr trnd mehr verbreitende Fähigkeit des Lesens uui> Schreibens macht ttber eine Geheimhaltung des Textes noch notivendiger als früher. Man erfindet sich also den mit Siegel uno Stempel verschließbaren! Briefumschlag, den sich mänuiglich mehr als 100 Fahre lang! [wer nut der schere unter beträchtlicher Papiervergeuduiig zurecht- schneidet, bis man endlich nach dem Jahre 1830 in England zn der ueberzcugung kommt, daß es viel ökonomischer ist, die Um!- schlage fabrikmäßig herznstelten, wobei obendrein ein viel elö- ganteres und gleichmäßigeres Produkt zustande kommt. . o, Nach einem iveiteren Dutzend Jahre ist man endlich auch 1844 so Weik, die Umschläge nicht mehr durch Handarbeit, sondern! Mit Hilfe der weit schnelleren Maschine herznstelten. Das Bedürfnis nach Geheimhaltung der Nachrichten besteht aber schon längst nicht mehr in dem alten Umfange. Trotz der höhest Nouenportos laufen täglich schon Hunderttausende von Briefen in die weite Welt hinaus, in denen Meyer st. Co. bei der Firmst Müller n. Schirltze zwanzig Sack Kaffee bestellen oder diese ast reue von der Absendung Mitteilung machen. Ob der Postassistentj !mld der Briesträger diese höchst unpersönlichen Mitteilungen lesen, ist sehr gleichgültig, und in den meisten Fällen haben sie gar! sticht einmal die Zeit dazu, den Briefschrcibern aber machen dies Höflichkeitsfloskeln nur ganz überflüssige Mühe. Mie Welt ist also für eine neue Form der Benachrichtigungen reif ßetwrMn, bei der auf einer Seite eines viereckigen Kartons mifr dw Adresse steht, während auf der anderen der Schreibende dem Adressaten die Mitteilung in so knappen Worten macht, ioie sie dem Telegrammstil zu eigen sind. Die Erfindung der Postkarte schwebt also, um es mit anderen Worten auszudrücken, in der! Lust, und es handelt sich nur um die Frage, wann Sankt Burcau- rratlus, von dessen Gnade schließlich alles abhängt, sich dazu bequemen wird, den wichtigen Schritt $it tun. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß zugestanden werden, daß in diesem Augenblicke auch wirklich einmal in postalischen Mrersen der richtige Mann sich fand, der iinbeirrt durch öde und kleinliche fiskalische Rücksichten dem Gedanken die richtige Forin gab, und ihn den Postverwaltungen, die sich immer schieben zn lassen gewöhnt sind, unterbreitete. Aus der fünften Konferenz des deutschen Postvereins, die im November 1865 in Karlsruhe ab gehalten wurde, verteilte der damalige Oberpostrat Stephan, der nachmalige Staatssekretär des Reichspostamts, der als Begründer des Weltpostvereins sich unvergänglichen Ruhm erworben hat, eine auf mechaniichem Wege vervielfältigte Denkschrift über die Einführung des ,-Postblattes", wie er damals die später in den Verkehr gesetzte „Post-" oder „Korrespondenzkarte" nannte. Sein Vorschlag >var nur privat und nicht offiziell, weil die Zentzak- behörde der preußischen Post, die damals gerade die Aufhebung! des Drei-Zommportos plante, über die fiskalischen Bedeiiken nicht hinauskam, obwohl Stephan für sein Postblatt den Preis von! einem Silbergroscheu vorschlug, mit dem die PostverivaltMig ein glanzendes Geschalt gemacht haben würde. Seine Begründung enthält folgende besonders' bemerkenswerte Stellen: „Die Form der Briefe hat wie viele andere menschliche Einrichtungen cm Lause der Zeiten mancher Wandlung unterlegen. Aus den verschiedenen Wandlungen ist die Form aber immer einfacher hervorgegangen. Dies durfte zum Teil auch von der Form des Inhalts gelten, wie der Schwulst des Briefstils früherer Zeiten, die Hausung der Titulatureir usw. beweist. Die jetzige Form gewahrt für eme erhebliche Anzahl von Mitteilungen nicht die geiiligende Einfachheit. . . . Diese Betrachtungen lassen bei dein Postwesen eine Einrichtung etwa in nachstehender Art viel- leicht als zeitgemäß erscheinen. Bei allen Postanstalten, sowie bei den Briefträgern und Landbriefträgern kann das Publikum Formulare zu ossenen Mitteilungen erhalten. Ein solches Formular „Postblatt" hat die Dimensionen eines gewöhnlichen Briefkuverts größerer Art und besteht aus steifem Papier, entspricht! Mithin etwa den Dimensionen der in einigen deutschen Postbezirken neuerdings cingeführten Postanweisungen. Die Vorderseite würde oben als Ueberschrift die Benennung des Postbezirks und eine, entsprechende Vignete (Landestvappen usw.) tragen, links einen Markierten Raum zum Abdruck des Postaufgabestempels, rechts die Postfreimarke, gleich in das Formular emgestempelt. Dann ein Raum zur Adresse nut Vordruck „An", „Bestimmungsort" und LFMnnng des Empfängers", sowie die vorgedruckte Notiz „Die Rückseite kann zu schriftlichen Mitteilungen jeder Art benutzt Publikum dürfte die Einrichtung, zumal, wimir die anfängliche Scheu vor offenen Mitteilungen überwunden! ßPj trnr?, >ür viele Gelegenheiten und Verhältnisse ivillkommen nnistnndlich r,t es >z>. B. oft auf Reise«, unterwegs eine briefliche Nachricht von der glücklichen Ankunst, von der Nachseiidung eines vergesseiien Gegenstandes usw. an die Anae- m)ri■?L?t mlangen zu lassen; künftig wird ein Postblatt aus dem Portefeuille gezogen, mit Bleistift im Kuptze auf dem Perron usw «eiW1111 U”b in ben nächsten Briefkastenvder Eisenbahnpostwagen toertonlS^ der Versenkung und blieb Freien Presse" «2 Abendblatt der „Neuen ™ rJ. e t .ut Artikel „lieber eine neue Art der! Korrespondenz erschien, ut dem sein Verfasser Dr. Emanuel Herrmann, Professor der Nationalökonomie an der Militäraka- ^uie zu Wiener-Neustadt, später Dozent an der Universität Graz,, den Gedankeii Stephans fast nut derselben Begründung wie jener 1 k!1 s6rlmihm die Stephaiiscke Denkschrift! von 1865 damals ichon bekannt geworden war, wie vielfach angenommen wird, läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen, und auf dieser unlösbaren Frage beruht der Streit, ob die Postkarte ttntf einmal (von Stephan) oder, wie Hermann behauptet, noch ein! zweites Mal erftinden worden ist. Aus reden Fall aber bleibt der österreichische>l Verwaltung, yle. isch obendrein für das billige Porto von zwei Kreuzern ent-i schied, das große Verdienst, im Verein mit dem ungarischen! Handelsministerium als erste Postbehörde zur faktischen Ausführung geschritten zu sein. Verschiedene vom Geist der Bureau-, kratie beabsichtigte Einschränkungen, wie z. B. die kindische Bor-, schnft, den Text auf 20 Worte zu beschranken, nmrden schon damals chs undurchführbar erkannt. Wie man damals aber noch Bedenken suchte, wo keine Vorlagen, geht aus dem Einwand dös damaligen österreichischen Handelsministers ^gnaz von Plener hervor, daß die Post lvohl sehr häufig m die Lage kommen werde, ehrenkräiikeiide oder unsitf Ilche oder tote immer beleidigende Mitteilungen an beit Adressaten spedieren zu müssen, sobald sie sich des Rechtes bembt derlei Korrespondenzen zii unterdrücken, oder nicht ausdrücklich erklärt, für den Inhalt der Mitteilungen keine Veranh- Wörtlichkeit zu übernehmen. Unter diesem doch eigentlich selbstverständlichen Vorbehalt- der ut einer besonderen Anmerkung aus der Rückseite zum! Aus-, druck kam, wurden die Karten vmu 1. Oktober 1869 im inneren! österreichisch-ungarischen Verkehr in Umlauf aesetzl. In den ersten Monaten wurden sie wegen des Reizes der Neuheit viel gekauft, dann sank der Absatz und hob sich später nur langsam, so daß im ersten Jahre nur knapp 10 Millionen Stück abgesetzti werden konnten. Eine weitgehende Popularisiermig erfuhr die! Postkarte erst, als Stephan, der inzwischen Generalpvftdirektsri des Norddeutschen Bundes geworden war, am 2 5. Juni 1870 un norddeutschen Postgebiet die Postkarte zur Einführung brachte- die gleich am ersten Tage in der Höhe von 45 000 Stück gekauft wurde, obwohl sie einen Silbergroschen, also fast dreimal soviel kostete wie in Oesterreich-Ungarn. Gleichzeitig hatten auch dw süddeutschen Staaten mit selbständiger Post die Karte zur Einsührung gebracht, für die im Ortsverkehr in Bayern und Württemberg der billige Preis von nur einem Kreuzer festgesetzt! wurde. Wenige Wochen darauf brach der deutsch-französische Kries aus, der der deutschen Postkarte eine ungeheure Verbreitung verschaffte, weil die Verwaltungen Portosreiheit für zwei verschiedene Arten von Feldpostkarten, für Sendungen an die mobile Armee und von Kombattanten nach Hause bewilligten, die inj vielen Millionen Stück im Laufe des Krieges benutzt wurden. Schon am 1. Oktober 1870 folgte England mit seiner Post- dem österreichischen und deutschen Vorgänge, in schneller! Reihenfolge schlossen sich die anderen Länder an, nur zögernd Italien, und als letztes der größeren Kulttirstaateu 1879 auch Frankrelw, das zur Zeit der Belagerung von Paris sogar eins Luftschlffkarte mit der Aufschrift,,par ballon moiftö" besessen, sie nach der Einnahme der Hauptstadt aber wieder abgeschafft hatte, ohne der auf gut Glück durch unbemannte Ballons hinausspediertenj Karte die eigentlich selbstverständliche Nachfolgerin zu geben- Frankreich ist auch dasjenige Land, das am längsten au einem hohen Postkartenporto festgehalten hat, und' noch heute entbehrt die Postkarte dort der großen Beliebtheit, die sie ander-wp Wie mi Fluge errungen hatte. Die postalisch-technischen Schönheitsfehler, die der Posttarte' bei ihrer Geburt anhafteten, sind im Laufe der Jahre so ziemlich durchwegs geschwunden. Die Einführiulg der Weltpostkarte, der Postkarten mit Rückantwort, der Bücherbestellkarten mit Drucksachenporto smd nur einzelne Etappen aus dem 40 jährigen Wegei bis zur Gegenwart. Im Jahre 1907 belief sich der Postkarten- verkehr m Oesterreich auf 480 Millionen Stück, von denen 70 Prozent auf den inneren Verkehr entfielen. In Deutschland ist die Gesamtleistung der Post an beförderten Karten selbstverständlich noch viel höher. Sie belief sich im Jahre 1908 auf 1623 Mikl. Stuck, darunter 55 Mill. Sttick, die aus den deutschen Schutz- ^?ud 56 Mill., die dorthin gingen, während 351/2 Mill, un Durchgangsverkehr behandelt wurden. .. Dank der menschlichen Inkorrektheit und Vergeßlichkeit ist die Postkarte btejemge Art von Briefsendimgen, bei der ohnei Schuld der Verwaltung am hüilfigstei! der Fall der Unbestellbar-, kett eintritt. Bald ist die Adresse falsch oder unleserlich geschrieben, wobei die Karte günstigenfalls an den Absender zurückgelangt- bald kann die unbestellbare Karte auch an den Wseuder nicht mehr zurückgeleitet werden, weil er feinen Namen und Wohnorts nicht angegeben hat. Endlich kommt, namentlich bei den An-, sichtskarten, der häufige Fall vor, daß der Schreibende über-z Haupt vergißt, die Adresse und seine genaue Bezeichnung darauf zu schreiben. Aus diesen und ähnlichen Gründen fallen in Deutschland alljährlich mehr als I1/2 Mill. Postkarten der Vernichtung anheim, ein Los, das aber immerhin nur jede tausendste Postkarte ereilt. 288 Vie Fahrt des 3. VII“. Schon aus den Drahtberichten des Gieß. Anz. über den glücklichen Verlauf der Fahrt des „L. Z. VII" von Friedrichshafen bis Düsseldorf war ersichtlich, wie vortrefflich sich die Einrichtungen des ersten deutschen Lenkballons, der für Fahrgaste eingerichtet ist, bei der ersten Fernfahrt, bewährt haben. Von eurem Fahrt- teilnehmer erhält der „Tag" eine ausführliche Schtlderiing der Lustreise, die in jedeur Punkte bestätigt, daß das neue Fahrzeug des Grafen Zeppelin eine Leistung ersten Ranges vollbracht hat. Das Wetter schien nicht besonders günstig werden zn wollen, als der „L. Z. VII" in seiner Halle znr Fernfahrt klar gemacht wurde. Eine Depression war von Irland her im Anzuge, und die Wolken sah man vor dem Mond bereits schnell in west-östlicher Richtung vorbeiziehen. Der Gedanke, eine Klärung der Wetterlage abzuwarten, wurde deshalb gar nickt erwogen. Es hieß nur möglichst viel Benzin für eine eventuell lange Reise mltnehmen. Das Personal wurde deshalb in letzter Stunde noch um vier Mann vermindert und mit 13 anstatt mit den vorgesehenen 1/ Personen in den Gondeln ging es um 3 Uhr nachts ans die Reise. Der Wind wehte zunächst aus nordöstlicher Richtung, also dem Schiff entgegen. Bald aber, in größerer Entfernung vom See, ließ dre .Gegenströmung nach, und wenn überhaupt ans den fast senkrecht änffteigenden "Rauchsäulen hier und dort auf eine Luftbewegnng geschlossen Iverden konnte, so >var es nun eine leise mitlaufende. Das Schiff konnte also unbehindert seine Geschwindigkeit entfalten. Schnell ging es unter steter höchster Anspannung der Motoren über die. im Halbdunkel des anbrechenden Morgens daliegenden schlafenden Dörfer und Städtchen hinweg. „Vorwärts", hieß es mit aller Kraft, um vor einem eventuellen Wettersturz noch Dussel- dorf zu erreichen. Das Getöse der ratternden Schrauben scheucht die Bewohner von ihren Lagern auf. Erstaunt, verwirrt blicken sie zu dem fliegenden Holländer der Lüfte empor, der wie ein Spuk aus dem Dunste austaucht nud dariil wieder verschivnidet. Immer geht es auf kürzestem Wege voran. Kurven der Bahnlinie werden abgeschnitteu. Es geht nicht über Städte und Dörfer, um den Einwohnern das Schiff zn zeigen, sondern quer durch aus gerader Linie. Die Geschwindigkeit beträgt zuerst .60 Kilometer, daun steigt sie ans 65 und 70. Als die ausgehende Sonne den Osten flammrot malt, liegen schon 70 Kilometer zwischen dem See und dem Luftschiff. Eben drückt cs sich dhuannsch über die Höhen bei Biberach hinweg und steigt zur Donau nieder. Ulm kommt. Gerade wird die Sonne wie eine blutige Scheibe in gewisser Höhe über den Horizont sichtbar und in Ulm ist schon mancher auf den Beinen. Man streift aber nur den Ort und fliegt mit S ch n e l l z ii g s g e s ch !v i n d i g k e i t beit Alphöhen 'entgegen. Diese nimmt man s o n i e d r i g w i e i r g e n d möglich, um Gas zu sparen. Bor Geislingen geht man tief in die Talzüge hinab, denen man mit gehorsamem Schiff wie mit einem Automobil folgt. Die S e i t e n st e n e r u n g w i r k t g a n z vortrefflich. Göppingen, Eßlingen, Cannstatt erscheinen int Fluge, man ist bereits 200 Kilometer von Hause entfernt und die Uhr zeigt erst sechs Uhr. Vorwärts! Vorwärts! Den Motoren ivird nicht die geringste Ruhe gegönnt. Stuttgart selbst läßt man links liegen. Denn schwarz und drohend sieht ringsum der Himmel aus. In schnurgerader Linie geht es über Vachingen auf Bretten los. Der Wind wird hier, wie Rauchfahnen zeigen, bisweileit leicht hinderlich, aber die Reisegeschwindigkeit sinkt nicht unter 60 Stundenkilometer. Eine unübertreffliche ■ Leistung! In der bequemen Passagierkabine sitzt man derweilen behaglich und läßt, während man auf Alnminiumtellern sein Frühstück sich bereitet, die wechselnde, wundervolle Landschaft im Fluge unter sich vorübergleiten. Und wie viel sieht man aus dieser luftigen Warte! Aber es ist doch kein bloßes Schauen, wie aus dem Freiballon: Man arbeitet mit, man stürmt und drängt vorwärts auf gewollten Wegen gewollten Zielen zu. Es ist ein Gefühl souveräner "Macht, das einen durchbraust. Bruchsal bleibt weit links liegen, es geht in dickem Rheintalnebcl auf Mannheiin zu, das auch nur, trotz seiner jubelnden Zehntausende, an der Peripherie gestreift wird, und dann hält man genau nach Konipaß auf daS Loch bei Bingen zu. Kurz nach 9 Uhr biegt das Schiff hier wie durch einen engen Paß in das Rheintal ein, und nun beginnt die wundervollste Strecke der Fahrt, über Burgen und Rebhügel, malerische Städtchen und Inseln, Dampfboot und Eisenbahnen dem gewundenen Strom nach. Wir machen mit Lust fast alle seine Krümmungen mit und freuen uns der unendlichen Schönheit der Szenerie und des Jubels der Menschen. Denn wir haben jetzt .Zeit und Ruhe. Hinter Mannheim ist ein schöner Südostwind von drei bis vier Sekundenmetern durchgekommen, und .wir fahren zeitweise mit 70—75 Kilometer die Stunde. Gar zu bald ist die schönste Strecke des Rheins hinter uns. Bei Bonn geht es in ebeneres, nüchterneres Land hinein und zugleich in einen dicken L a n d r c g e n, Der Wind wird u n g ü n st i g , er kommt bald von den Seiten, bald von vorn, aber das schnelle Schiff bringt uns doch rüstig vorwärts. Köln erreichen wir schon um 11 Uhr, und wir erlauben uns den Luxus, die Stadt mit halber Kraft ganz langsam zu überqueren. Hinter Köln wird dann der dritte Motor wieder angekurbelt und es geht wieder in Windeseile dem Ziele entgegen, wo wir nach einer halben Stunde Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der uns einfinden, ehe noch die Bevölkerung, schier überrumpelt. Zett gefunden hak, sich zum Landeplatz hinausznbegeben. Die Fahrt wird sür lange bemerkenswert bleiben. Nenn Stunden lang nut einer Eigengeschwindigkeit von 55—60 Kilometer ist noch nie ein Luftschiff gefahren, und als wir landeten, war B e n z i n f ü r wettere 1 4 S t n n d e n im Schiff und die Maschine n w a r e n v ö l l i g i n t a k t. ...... Die Fahrt Friedrichshafen—Düsseldorf galt als Abuahme- fahrt. Sie ist so sehr zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgefallen, daß die Luftschiifahrts-Aktiengesellschast das Schiff sofort nach der Ankunft in Düsseldorf abgenommen hat. Damit ist das Fahrzeug in den Besitz der Lustschiffahrts-Aktiengeseltschaft über-i gegangen, ___________ * Desinfektion der Hände. Das preußische Kriegs- iniitifteritmi hat durch seine Medizmnlabteilmig Untersuchungen über die wichtige Frage der Hünde-Desiukektion anstellen lassen. ES handelt sich vor allem darum, ob Waschen mit Seife oder nut Alkohol sür die Desinfektion in Frage käme. Die Untersuchung hat zugunsten des Alkohols entschieden. Das Waschen und Bürsten der Hände mit Seife und heißem Wasser beseitigt, selbst wenn es lö bis 20 Minuten lang fortgesetzt wird, gar nicht oder nur zum geringsten Teil die au der Gebrauchshand haftenden Teile. Dagegen können durch Waschen der Hände mit möglichst absolutem Alkohol fast ausnahmslos 99 v. H. und mehr der Haiidbaktcrieu unschädlich gemacht werden. Zu einer Waschung genügen 200 Kubikzentimeter Alkohol, der mit Mullbäuschchen oder mit Watte mit die Hand gebracht ivird. Statt des absoluten Alkohols kann mit genau dem gleichen Ersolg der geivöhutiche denaturierte BreunspiritiiS Anwendung finden. . . — E in Zitat. Dem Direktor des Gymnasiums tit P., einem Stistsgeistlichen und hervorragenden Humanisten, brockte der aus den Schülern der höheren Klassen zusammengesetzte Sängerchor der Anstalt anläßlich seines Namenstages vor der Tür seiner Wohnung ein Ständchen dar. Freudig überrascht von der spontanen Ehrung erschien der Direktor, nachdem btc letzten Töne des weihevollen Kantus verklungen tvaren, und hielt an die Sänger eine Ansprache, die mit folgenden Worten begann: „Bestiae ipsae cantu domabantur (Selbst die ivitbeit Tiere wurden durch den Gesang gezähmt), auch ick bin tief gerührt. . ," (Aus der Muskete.) . ViiHertisch. — Tristan und Isolde. Den Wagnerheften der „Musik für Alle" reiht sich nun auch Tristan und Isolde an. Es ist natürlich, daß aus dieser umfangreichen Partitur nur die Hauptstücke herausgenommen werden konnten. Das Heft gliedert sich in vier Abteilungen. Den Anfang macht das toundervolle Vorspiel. Wie die Ueberschriften erweisen, hat der Herausgeber die einzelnen Motive (Leit-Motive) mit charakteristischen Namen gekennzeichnet. Dem zweiten Teil, „Die Nacht der Liebe", dem Höhepunkt des Werkes, folgt „Die ernste Weise", die den dritten Teil der Nummer beherrscht. Zum Schluß des Heftes ist „Isoldes Liebestod" im knappen Rahmen wiedergegeben. Ganz besonders sei noch auf die beiden einleitenden Artikel hiugewiesen, die den textlichen Ivie den musikal. Gang der Handlung eingehend erläutern. Silbenrätsel. aar, an, bert, ban, fer, gcm, gc, mark, ing, ka, neu, nie, och, ritz, io, [en, te, wer. Ans vorstehenden Silben und Buchstaben sollen achl Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs» buchstabcit von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines Komponisten ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Ordnung der Insekten. 2. Einen Schmuckslein. 3. Beliebten Jugendschriftsteller. 4. Männlichen Vornamen. 5. Schweizerischen Kanton. 6. Italienischen Dichter. 7. Tropische Gewürzpflanze. 8. Name mehrerer Städte. Auflösung in nächster Nummev. Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr‘^= Treff, p — Pique, c Eoeur, car = Gmi'emt, trB = Tresf-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame u. s. f. Mittelhand erhielt: pB, cB, cZ, eK, carZ, carK, earD, car9, car8, car7, im Skat lagen tr7 und c7; Nest sür Hinterhand. — Verlauf des Spieles: 1) V. cA M. c8 H. carB 2) H. pD V. pA M. cB 3) M. carK H. trB V. carA 4) H. pK V. pZ 2)1. pB , Vorderhand bekommt auch int weiteren Verlaus keinen Stich, da Mittelhand mit Coeur und Carreau am Spiele bleibt. ck'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R, Lange, Gießen,