M b s» ^KMMM; :;'L W M Weihnacht. O Weihnachtsfreude, Weihnachtslust Willst wieder Einkehr bei uns halten, Dir öffnet gern sich jede Brlist, Das Herz der Jungen wie der Alten» Dem Kinde, daS mit Sehnsucht harrt Der ihm verheihnen Liebesgaben, Die um den Christbaum bunt geschart Sich bieten, Äug' und Mund zu laben, Dem noch des Lebens Sorge fern, Das nur mit Lust genießt das Heute, Dein Kinde, dem man gibt so gern. Ihm bist du reinste Herzensfreude. Auch denen, die erfahren schon: xAls Nehmen sel'gec doch ist Geben', Die ihres Daseins höchsten Lohn Hinieden finden im Bestreben All ihre Lieben 31t erfrcu'n, Blumen zu streu'n auf fremden Wegen, Der Nächstenliebe sich zu weihn, Für sie bleibst wahrer Himmels fegen. Und ihnen, die vereinsamt stehn. Von denen längst die Teuren schieden, An deren Seite hinzugehn Ihr Glück bedeutete hinieden, Wenn sie der Weihnachsglockenschakl Erreicht, mahnt an vergangne Stunden, Im Herzen findet Widerhall, Dann wirst du Balsam ihrer Wunden» Drum Weihnachtsfrcude, WeihnachtSlust, Komm, Einkehr wiederum zu halten, Dir öffnet gern sich jede Brust, Das Herz der Jungen wie der Alien» j. v. Reichtumsnot. Skizze von HeinzWiedensahl (Breslaus , (Nachdruck verboten.) IDetbe schauten zerstreut tu den Trubel tieS großen Weianachts-Wazars, der die Ausstellungshallen durchwogte. Endlich zuckte Dr. Detlev Kolland aus seiner nachdenklichen Haltung auf. ,Missen Sie'—les ist ein rechtes Malhdur, daßSieso unvernünftig viel Geld Haben." Ellen Wichhardt verzog keine Miene. Mlv ein nervöses Zerren cm ihrer Nerz-Stola ließ erkennen, daß sie gehört Hatte und sich Ärgerte. „Nee ‘-i tatsächlich," bekräftigte der junge Arzt seinen Stoßseufzer, indem er den Kneifer mit einer geübten Dreh» fingerbewegung zurechtrückte. „Natürlich soll ich Sie nun fragen, weshalb."i „Keineswegs. Ich sag's Ihnen auch so, gnädiges Fräulein. Sehen Sie mal —, Geld ist schon an sich ein Malheur. Alle Schwierigkeiten des Lebens rühren zur einen Halft« timt den Frauen, zur andern vom Geld her, sofern man nämlich zu viel oder zu wenig davon hat. Hat der Mensch zu wenig, — wie ich beispielsweise, — dann ist er schüchtern und zaghaft. Das Herz kann ihm noch so voll sein, daS Glück ihm noch s onahe sitzen, die Gelegenheit noch ftt günstig sein--" „Ich habe Ihr Wort, Herr Doktor!" „Das werde ich halten. Selbstverständlich. Mer ''Sie sehen, ein armer Mensch mit ßsogar sein Wort verpfänden, wenn ihn nicht jede Möglichkeit genommen werden soll H,< „Herr Doktor!" „Na schön. Reden wir von 'was anderm. Utn auf das besagte Geld zurückzukommen: hat jemand wiederum zu viel, — wie Sie beispielsweise, — so wird er hartherzig, mißtrauisch und eigensinnig." Ellen Wichhardt zuckte die Achseln. „Sie sind angenehm heute -7' „Es ist das Schicksal aller Wahrheitsfanatiker, sich unbeliebt zu inachen. Won mir hoffe ich das übrigens nicht, da Sie ein gut Stück Wahrheit vertragen können, t—: Ms meinten Sie?" „Ich sagte nichts." tüQT fo." Detlev Gollaud sah in das flirrende Licht der nächst- stehenden Riesentanne. „Wissen Sie," fuhr er fort, „wenn ich überhaupt einen Weihnachtswunsch habe, so ist es der, daß Ihre Bankiers mit sämtlichen Depots ausivandern, daß Ihre Bergwerks ersaufen und Ihre Hütten abbrennen möchten —" „Weiter wünschen Sie nichts?" „Fürs erste nicht. Alles andere würde sich dann schon finden." „Ihr Selbstvertrauen j,n Ehren, aber Sie sind int Jrrtmn." „Erlauben Sie gütigst „Nein, bitte, nun lassen Sie mich einmal reden M und zwar ernsthaft, Herr Doktor. Wenn ich Sie aufgesucht habe, nachdem ich hörte, daß sie beruflich hier sind, so geschah das nicht, um Ihre frommen Wünsche anzuhören, — Wünsche, die etwas Dekoratives haben für den, der sie ausspricht, auf mich aber keinen besonderen Eindruck machen. Ich bin Ihnen dankbar, daß Sie auf die Mtte meinek Oheims so freundlich sich memer angenommen haben." „Hat mchts zu bedeuten. Wir haben mindestens noch ein halbes Dutzend Museen zu besuchen, und nervös sind Sie auch noch." 802 „Trotzdem muß das ein Ende haben, Herr Doktor. Nus verschiedenen Gründen. Der eine ift, daß ich ab- reifen tvcTbc/' . Detlev Gollaud stutzte, dann rückte er an fentern Augenglas. „Hm', — und die anderen?" . ,±. „Die anderen," sagte sie zögernd und unter fluchtigem Erröten, „nun, die liegen in der Art, in der Sie mit nur Verkehren. Lassen Sie mich ausreden, bitte. Sie haben er nicht einmal das Opfer eines Berufswechsels bringen kann ---" „Pardon. Welcher Beruf erscheint Ihnen denn als der würdigste?" „Frei und unabhängig in meinem -Sinne ist jedenfalls der des Landwirts.' Wozu aber die vielen verlorenen Worte! Morgen und übeimurgen den Heiligabend und ersten Feiertag werde ich auf Kaltzien bei meinem Oheim Verleben. Er beabsichtigt, das Gut zu verkaufen, und da ich als Kind dort gelebt habe, möchte ich noch einmal dort weilen. Am Montag gehe ich auf Reisen und werde voraussichtlich einige Jahre sortbleiben." • „Ist das Ihr Ernst?" \ „Mir ist nicht scherzhaft, Herr Doktor." „Dann müßte ich mich also beeilen, jene Form zu finden." ™..,, Das werden Sie nicht tun!" sagte das junge Mädchen erregt. „Widmen Sie sich Ihrem geliebten Berufe, her Ihnen sicher nicht einmal gestattet, mich zu begleiten." „Nur bis zum Portal, gnädiges Fräulein. Es könnte sich jemand schon hier an Ort und Stelle mit Wohltätig- ffeits-Konfekt den Magen verkorksen, sich die Finger ver- ernten oder —" .... ,, , „Nun also! Lassen Sie suh, bitte, nicht stören! Adieu" Brüsk wandte sie sich ab und verschwand im Gewühl. Dennoch umspielte ein leises, übermütig glückliches Lächeln Vie Lippen des jungen Arztes. Er hatte einen feuchten Schimmer in ihren sonst so kühl und hochmütig blickenden Augen gesehen. * ' Weihnachtsabend ----- Auf der behaglichen Diele des Schlosses Kaltzien war pur ein kleines Bäumchen hergerichtet, wie es für zwei alte, Meinstehende Leute genügte. Gegen Mittag war ganz unerwartet Ellen Wichhardt gekommen. Jetzt saß man beim Tee, — Kammerherr von Gröve in seine Zeitung vertieft, die Damen im Gespräch. Wer die Unterhaltung wurde ziemlich einseitig von der kleinen, schneehaarigen Gutsherrin geführt-, und auch ihr unverwüstlicher Redefluß erlahmte schließlich unter der wortkargen Zurückhaltung ihrer Nichte. „Fehlt dir etwas, Kind?" „Nein, Tante." , „Hast du Aerger gehabt?"- . „Ja, Tante. Das heißt — nein, ich habe keinen Aerger tzehabt." • „Was ist denn nur mit dir! Du bist schon immer etwas Verschlossen gewesen. Wer so — „Frag' mir das Mädel nicht nervös, Alte," mischte sich der Kammerherr ins Gespräch, indem er von der Zeitung und über die Brille hinweg aufschaute, „Und wenn du schon fragst, dann so, daß sie nicht immer bloß mit ja vder nein antworten kann. Paß auf, wie ich das mache. Hör' mal, Ellem >— zunächst leg' den Teelöffel hin, du zerbrichst ihn; Tante weint dann drum, — also, was ich fragen wollte, — sage mir rund und offen: wie heißt er?" „Aber Mann!" fuhr die quecksilberne kleine Frau erschrocken auf. Ellen Mchhardts Antlitz aber überzog sich mit einem glühenden Rot. Sie stand aus Und wandte sich zur Tür. Mer ein ernster Anruf des Oheims hielt sw zurück. ’ „ „Hierbleiben, bitte ich mir aus! Das Ware ja noch chöner! Ms alter Soldat bin ich gewohnt, auf eine Frage auch eine Antwort zu bekommen. Bist du ein verschüchterter Backfisch oder das tapfere Frauenzimmerchen, als das ich Ellen Wichhardt immer geschätzt habe? Also noch einmal Die junge Dame atmete befreit auf, als ihr Oheim von einem Diener abqelenkt wurde, der eine Karte überreichte. Gleich darauf lehnte sie sich in einer Anwandlung Von Schwäche gegen den Tisch. „Nanu, — am Heiligabend Besuch?" murrte der alte Herr. Dann hellten sich seine Züge auf. „Golland, Detlev Golland! Sapperlot, das ist doch der Prachtkerl, der mich in der Frensdvrffschen Klinik behandelt hat und au den ich dich mit deinen Nerven veriviesen habe, Ellen! Du hast übrigens noch keine Silbe davon erzählt, r—, selbstverständlich, ich lasse bitten!" Der Arzt trat ein und fuurbe von dem Kammerherrn mit geräuschvoller Herzlichkeit begrüßt. „Das ist ja eine freudige Festuberrasehung, lieber „Verzeihung, wenn ich zu so ungewöhnlicher Stunde lästig falle. Aber der Anlaß, der mich Herfahrt, ist ebenfalls ungewöhnlich und leidet keinen Aufschub." „Je nun, — zunächst werden Sie eilte Taste Tee mittrinken. Meine Frau keuuen Sie, und meine Nichte wohl auch: oder--" , , . , „Ich hatte die Ehre," sagte der Arzt unter einer tiefen Verbeugung vor der alten Dame und einer zweiten nach der Fensternische hin, in die Ellen Wichhardt sich zurück^ gezogen hatte. Nichts verriet die nähere Bekanntschaft. Er ließ sich in einen Sessel nieder und nahm auch die ihm gebotene Zigarre. „Und wie ift’3 Befinden, Herr Kammerherr? „Dank Ihrer Behandlung und der Verhaltungsmaß, regeln, die Sie mir gegeben, ausgezeichnet, lieber Doktor. - „Das freut mich. Ergo kann ich gleich an unser Geschäft gehen. Sie beabsichtigen, Kaltzien zti verkaufen?/« „Allerdings." „Kostenpunkt —t" i „Achtmalhundertfünfzigtausend Mark." •_ „Das ist nicht teuer," bemerkte Detlev Golland mit iefem Ernst und rückte an seinem Augenglas- „Wir könnten »fort abschließen, wenn Sie mit einer Anzahlung von tebeit Milte zufrieden wären." Der alte Herr lachte laut auf. „Wie kommen Sie denn gerade auf bteje unmatztge Summe?!" „ ... „Weil ich im Augenblick nicht mehr habe. Das heißt, Nchtig besitze ich bloß etwa fünfzehnhundert. Der Rest sind am 1. Januar fällige Honorare, und was dann noch. fehlt, könnte ich mir vielleicht pumpen." „Sehr konsolidierte Verhältnisse!" ries Kammecherr von Gröve anfs höchste amüsiert. „Und wie steht's. nut dem! Betriebskapital?" „Pardon, — was ist das?" „Nun, Sie müssen doch Mittel hinter sich haben, lun wirtschaften zti können!" . » „So . . . Muß man das? Daran habe ich allerdings noch nicht gedacht." ®er alte Herr brauchte einige Zeit, um sich von feutemi Entzücken über den originellen Käufer zu erholen. „Nm alles in der Welt, Doktor, — verstehen Sie de ml überhaupt was von der Landwirtschaft?" „Nicht die Bohne. FJch Tann zur Not Roggen von Hafer und eilte Runkelrübe von einem Kahlkopf unterscheide^ Das ist alles." > , „ r.z „ „Ja, woraufhin wollen Sie denn da Grundbesitzes werden?" „Das möchte ich auch wissen. Ich weiß nur, daß ich es werden muß, — wenn auch fürs erste nur nebenamtlich. Damit Sie mich ab^r nicht länger als nötig für verdreht halten, bitte ich. Ihnen mitteilen zu dürfen, daß ich liebe. Und zwar, nicht wie man als Student liebt, sondern mit denk positiven Gefühl: diese ober keine! Nun ist die Dame leider sehr reich und deshalb fürchterlich eigensinnig. Sie beharrt auf dem Standpunkt, daß der Arzt ein unfreier und qualvoll abhängiger Mensch sei. Nur der Berus des Land-. Wirts sei unabhängig und eines Mannes würdig." — 803 Jost Grimmingerr schönster Weihnachtsabend. v Bon G. S. IV. , .. Langsam, wie ein riesiger, dnnkelroter Feuerball, gmg btf Sonne am Heiligabend zur Rüste. Die Weihnachtsglocken Nangenl vom nahen Kirchturm. Vom Himmel hoch, da komm ich her! | sangen wir mit der Gemeinde im nahen Gotteshaus« und gleich M *»« chatteAhn- D-nn-ch '»-ZL'KmK"md « » N-L verlor er die Zigarre aus dem Munde, als seme hochmütige ^rer y-rue.vm, Mchte neben dem Sessel des Arztes in die Kme glitt und I & fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts- Heide Arme nm seinen Hals legte. I 8eit"',' sangen wir. , „ t Die alte Dame aber hatte längst begriffen. Sie nickte I Das jubelnde Kind, die glückliche Braut, der Greis nn Silber- Wchelnd vor sich hin und entzündete die Lichter am Baum. I haar möge versuchen, sich in unsere Lag zu versetzen. Niemand J 1 I L imstande in Worten auszudrücken, was wir damals fühltem, 1 Es gibt Augenblicke im menschlichen Leben, die unvergeßlich sind — aber nicht viele. Unsere feierliche Verlobung hatte stattgefunden; der große Jröbel war verklungen, wir saßen beim Abendbrot und ließen uns (Schluß.) I die Weihnachtskarpfen schmecken. Neugierig schaute ich die Arbeit an. „Sonderbar Jost!" | Da wurde die Haustür ungestüm aiifgetali, hastige L.chritte bemerkte ich 3 „es scheint fast, als hättest du deine Augen und | erklangen auf dem Flur, es klopfte an und Tryichen trat bleich bn" »**"" ®k »—— ««* $tiw-”»nt w - «ww d.« Eörbe hätte ich gerne ausgeteilt, aber meine kleine Figur I man könnte mit ihm sprechen. Vorhin, als ^§,^^^sglockest Mrd '^s Jrlwelenkästchen aus U Rücken standen im Wege, klangen, kam ein Extrapostbote gelaustn: er in hnfiiptt ^rthre sina ich Ml zu kränkeln. Nur IN den I Brief Mit fünf Siegeln. Hastig rifsen wir da» schreiven anb Wäldern Nmenheims, in der Nähe des Pfarrhauses kannst du I da fielen zehn. ^aue Hundertscheine herMls — und ~b“ub ^ * *“** Ä-Ä“£ Sä ® N°» A ... ■»'}M-- M» W* ", M du l» » «mal jQ«rp|£« «r W'„®W®K?'fteul mich. Smsl »-« o«n> Wftlfe# ”etd> »S* ich nicht; hier, auf der Burst, in der Lunge, ist die Maschinerie mit imr^ehts zu Ende - ich - ich - will mein . ^eßnmenr •* *" tm I« WM •* l'° mm | V4»* «m Hatz es kaum noch etwas gibt, was ihr Freude macht. Du ieber Gott, — ich bin wirklich kein poetischer Mensch. Dazu hat unsereins mit zu viel Erdennot iinb Elend zu tun. Und >och, — als ich durch die weihnachtliche Landschaft fuhr, aus den Hütten die Christbäume blinzelten und die Glocken ein Wohlgefallen kündeten denen, die eines guten Willens sind, da ist's mir warm ums Herz geworden. Ich habe mir gedacht und gewünscht: wenn sie jetzt an deiner Seite wäre und diesen Gottessrieden mitgeuießen könnte, i— viel- ,,Nehmen Sie mir's nickt Übel, Herr Doktor, Uiüß das i SeME M ich ** M Mtffe dumme Gans sein!" rief der Kammerherr. , Was A^aus^dem j^de ^es Frmhemn^ge^^d^^^ Detlev Gollaud sog einen langen Zug aus feiner Zu- ®ier Wochen sandte ich es ab. — Wie ich mich sonst! , varre und betrachtete bann angelegentlich deren Brand. durchschlage? Diese Frage schwebt dir auf den Lippen, ich. lese Nicht einen Blick sandte er in die Richtung, wo Ellen am I in deinen Augen — und — und — pumpen wirst du mrp Fenster lehnte. , I einige Taler, wenn ich sie nötig hätte!" „Damit tun Sie ihr unrecht," sagte er dann bedächtig. I „Erraten, Jost, du bist von reher ein Schlaukopf gewesen, SÄ&ÄWÄ ALL« “ÄS «-b'-i-in. w°m'Ä «* gebe, den sie nicht ausstehen kann. Auch Witze und Scherze für die „Fliegenden Blätter" und so.n- „Das werden Sie doch nicht tun, Doktor! rief der alte I gige Zeitungen lohnen sich. Unsere Bauern besitzen Mutterwitz, Herr in Feuer und Flamme. „Ein Mädchen, das solche, I |n Silber umgcwandelt werden kann. So läppert sich em Pardon, alberne Anforderung an einen ernsten Mann stellt, I Sümmchen zusammen. Juhuh! Es liebe die Liebe! Aus Deuig- das so wenig Respekt für Ihren edlen, menschenfreundlichen abend feiern Trinchen und ich feierlichen Verspruch. Sie — bas sä m hat Aber das ist nicht ^machen-bennich hebe. I^Achutzgeis^meln^ Jugen . ^^m^ bui^ Und da ich gewohnt bin, selbst in der Liebe nicht meyr i , . ^El„n{0QTt.. Dummheiten zu machen, als unbedingt erforderlich sind, I $$ fl)mme Jost, verlass' dich drauf!" antwortete ich und so werde ich einen Kompromiß versuchen. Ick werde mir I g^g nach Hause, zunächst auf dem Laude eine Praxis suchen und mich dabei I III. mit dem wirtschaftlichen Betriebe vertraut machen. Viel- -„Woher stammt Jost Grimmiger?" fragte ich die Wern als leicht, baß ich Geschmack daran finbe unb. bie Sicherheit ^ch heim kam. „ aewinne, auch auf diesem Gebiete was leisten zu können. I „Niemand weiß es" antwortete der Vater. „Vor etw« Das ist die Hauptsache. Das Mädchen, das ich Hebe, Über- I dreuindzwanzig Jahren kam seine Mutter, krank und abgerissen, oder einfach die Revenuen zu verguetschen. Ich muß beit I ^ieltSrau milf, in gefunben Tagen ungewöhnlich schön gewesen! Watz, aus dem ich stehe, ausfüllen können. I rein Noch ehe die Frau ganz gesund war, zogen die Gaukle« „Sehr richtig!" stimmte jder alte Herr begeistert zu. ^on bannen. Später ließ die Mutter ihr Kmd im Stich und „Und das sieht die nicht ein!?" I lief auch davon. Man hat nie wieder etwas von ihr gehört., „Vielleicht doch," erwiderte Detlev Golland ernster als Wer? und wo? der Vater ist, weiß man Nicht. Jost ist M Lisber und mit einem gewissen Nachdruck. „Wer ihr Reich- Wachstum zurückgebliebeii, aber er hat Anlagen und besitzt einen M > 4 '-ichfdi- ^rnunft, S andern den verwohnten Eigenwillen, nicht das Herz, I ich kürzlich von Bürgermeister Winter. Meines Erachtens bnbern bie Laune sprechen. Deshalb ist sie so bitterarm, Pärchen anständig durch die Welt schlagen. Was! t " .......’** 1 meinst du Mutter?" , x m „ ... , „Trinchen und Jost smd. zwei gute Menschen; beide soltt^tz Ims Heiraten unterlassen, weil sie schwach von Gesundheit und.. Es wird eine Ehe geben, in der viel Leid zu tragen ist, mW wartete die weitblickende Mutter. 804 Oyne Gruß lief das Mädchen htstwM „Nun will das Glück Einkehr halten und der Me Mensch« tv'rrd abgerufen," seufzte die Mutter. „Meine Wege sind nicht Eure Wege" erlmderte der Baker! tztit gepreßter Stimme. , , . . Ich eilte hinweg, nach wenigen Minuten trat rch bet Jost em. Sein Aussehen war besser, als ich fürchtete. Dr. Schwarz antwortete auf meine Bemerkung lateinisch: Patient wird den nächsten Tag nicht erleben; nehmen Sie seinen letzten Willen auf. Bürgermeister Winter erschien. Jost bestimmte: „Da ich keine Verwandten auf dieser Welt habe, soll Trinchen Kapesser alles erben. Mein Freund, Assessor Hans N. soll das Testament ausführen, zum Andenken empfängt er das Bild des Freiherrn von Fürstenstein. Diesem bitte ich einen Dankbrief zu schreiben. Nachdem, das Tefllament noch einmal vorgelesen, unter» schrieben und besiegelt worden, sprach Jost: „es wird mir besser" ! „Das Zeichen dafür, daß die Krisis naht", sprach Dr. Schwarz Lateinisch und nickte ein wenig dazu. Draußen vor dem Fenster hörte man laut sprechen l eine Fran richtete Fragen an einen vorübergehenden Mann.. „Hier wohnt er!" verstanden wir deutlich. Gleich darauf wurde die Tür leise auf getan:' eine Frau, in zusammengestoppelten Kleidern trat ein. Scheu blickte sie umher. Ihre dunklen Augen flimmerten, graues Haar drang unter dem Mopstuche hervor. < „Was wollt Ihr? sprecht leise!" befahl Dr. Schwarz. „Meinen Sohn noch einmal sehen, dann sterben," kam es der Frau kaum hörbar über die Lippen. Wir waren starr! Verständnislos schauten wir uns an. Die wenigen Worte wirkten zu gewaltig. Seife schlich die Unglückliche an das Bett des Sterbenden, wo sie niederkniete, die Hände faltete und ängstlich in das blasse Gesicht des schwer atmenden Sohnes schaute. Langsam hob dieser die Augenlieder empor. < „Tu bist Jost, mein Sohn, ich kenne Dich an Deine» Auge», die denjenigen Deines Vaters gleichen", sprach das Weib. „Durch die Welt fuhr ich dahin, hatte einst Wagen und Rosse, jagte durch drei Weltteile, nun bin ich wieder arm wie Hiob. Mit nkir ist es aus. Es trieb mich. Dich noch einmal zu sehen. Vergib mir, so wird Gott mir vergeben." „Wenn Ihr meine Mutter seid —, so vergeb’ ich Euch. —> Was — Ihr an mir — gesündigt habt, vergalten gute Menschen reichlich — lebt wohl!" Langsam erhob sich das Weib, wie hilfeflehend irrten ihre Blicke durch die Stube. Plötzlich erschaute sie das Bild des Freiherrn von Fürstenstein. Ein heiserer Schrei entrang sich ihrer Kehle; sie reckte Heide Arme mit gespreizten Fingern Vor sich hin und brachte mit furchtbarer Anstrengung die Worte hervor: ;,Jost, Tein Vater!" Keine menschliche Feder vermag zu schildern, !vas in uns vorging. „Hab' Tank Du gütiger Gott im Himmel" sprach Jost leise ttber vernehmlich, „hab' Dank für den schönsten Weihnachtsabend meines Lebens, an dem ich Vater imd Mutter schauen durfte." Leichenblässe breitete sich über das Antlitz des Sterbenden. Nach wenigen Minuten hatte er aus gerungen. Mit einem herzerschütternden Schmerzenslaut sank das Weib 'zur Seite und verschied. Am Nachmittag des zweiten Weihnachtstages betteten wir Mutter und Sohn nebeneinander in die kühle Erde, vermischter. "Deutsche Weihnachtsbäume in London. Aus London wird berichtet: In Covent Garden hat nun der große Weihnachtsmarkt begonnen und der mächtige Platz ist in einen stattlichen deutschen Tannenwald verivandelt. Denn weitaus der größte Teil der Weilrnachtsbänine, die in London getauft werden, kommt aus Deutschland. In Covent Garden ragen nicht weniger als 13 000 Tannenbäume empor, die noch vor wenigen Tagen an den Abhängen des Harzes grünten und eine große Sendung von weiteren 3000 Bäumen aus Deutschlcme ist von Hamburg aus bereits unterwegs. Daneben verschiviitden die in England gewachsenen Tannen fast völlig, von den 20 000 Bäumen, die jetzt auf den Londoner Markt gekommen sind, stammen kaum 4000 auS England selbst, meist aus den Forsten von Sussex und Sttrrey. Die alte deutsche Sitte, am heiligen Abend den Tannenbaum zu schmucken, faßt in England immer mehr Fuß; in diesem Jahre fällt es auf, daß gerade die niederen Volksschichten, die Arbeiter, auf den Christbaum nicht verzichten wollen. Tie billigeren kleinen Bäume finde» einen reißenden Absatz, während die großen kaum einen Zuwachs tn der Nachfrage zu verzeichnen haben. Auch in den Kasernen der englischen Truppen flammen am heilige» Abend die deutschen Baume im Lichterglanz auf; die schottische Garde hat auf dem Markte einen prächtigen, über acht Meter hohen Baum erstanden, der 33 Jahre laug im Harz stand und nun in eine Hochburg der englischen Geschichte, in den Tower, triumphierend seinen Einzug gehalten hat. * Da s Banner! KSt W itw en schüft. Jin Gebiet Bef französischen Kongos haust ein Stamm, der eigentümliche Einr ich-, hingen für seine Witwen hat. Die Dauer der Witwenschast hängt dort vom Wind ab. Nach dem Tod ihres Mannes ist die untröstliche Witwe dazu verpflichtet, eine Fahne am Ende einer langem Stange, die auf dem Dache des Hauses angebrackst wird, auf^w pflanzen. So lange die Fahne unbewegt bleibt, darf die Witwe ihren Sinn nicht von dem Verstorbenen abwenden, sobald jedoch ein Windhauch, sei es ein Sturmwind oder nur ein Lüftchen, das Banner bewegt, ist sie nicht nur frei, sondern sogar beinah«! dazu verpflichtet, sich wieder zu verheiraten. Wenigstens gehört es bann zum guten Ton. Die ganze Windprobe fällt indessen weg, wenn der Mann an einem stürmischen Tag gestorben, ist; in diesem Fall hat die tiestrauernd binterbliebene Witwe es gat nicht nötig, das Witwenbanner erst aufzupflanzen; sie kann sofort und ohne weitere Zeremonien, einen neuen Mann sich nehmen^ Weihnachts-Preisrätsel für die Zugmd. Wie in früheren Jahren haben wir unseren jungen Lesern auch diesmal eine besondere Freude für die Weihnachts- tage vorbehalten, indem wir wiederum ein Preisrätsel aus- fchreiben, an dessen Lösung sich alle unseren jungen Freunde beteiligen können. Das Zmiebelfischrätsel mit seinen spaßhaften Schwierigkeiten hat euch ja eine besondere Freude bereitet und ihr sollt deshalb auch diesmal ein ähnliches Rätsel zu lösen bekommen, an dessen Durcheinander aber kein Setzerlehrling schuld ist. Es ist nicht besonders schwer und wenn thr ordentlich zuseht, dann werdet ihr es schon rasch heraushaben. Als Preise haben wir wieder eine Anzahl hübscher Geschenke ausgewählt, die euch sicher viel Freude bereiten werden. Die Lösungen sind bis zum 30. Dezember, abends « Uhr, an die Schriftleitung der Gießener Familienblätter einzusenden und müssen auch die deutliche WohnungSangabe enthalten» Rätsel. Die weite Doch Die kurzen Wald grün Ersten Tage war und durch dunkelten, tief leuchtend die Der verschneit, sttttkellen, Einsamkeit, Die Und Das Zum Ersten eine Ganze Weihnachtsfest sind Pflanze strahlt in das ist nach Schloß dritte das heilgem und auch dritte. Brauch Hütte. ft N. weihnachls-Uonigrzug. Rebus. Austösmtg tn nanntet Rümmer., W Auflösung des Weihnachts-Rösselsprungs in voriger Nummer' Zwar ist das Jahr an Festen reich, Doch ist kein Fest dein Feste gleich. Worauf wir Kinder jahraus, jahrein Stets harreit in süßer Lust und Pein. O schöne, herrliche Weihnachtszeit, Was bringst btt Lust und Fröhlichkeit, Wenn der heilige Christ in jedem HauS Teilt seine lieben Gaben aus. Hoffmann von Fallersleben. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»,