Bl g h LZLK ^sser^_ LS MV MP F fefel Friedel halb-süß. Koman von Fedor von Zabeltitz. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) rnit ibiejer beiläufigen Phrase antwortete, fühlte er, daß das. Auge der Gräfin Hoche musternd auf rym ruhte. Und dann mußte er sich ihr zuwenben, Henn sre sagte plötzlich: „Wissen Sie, Herr Friedel, daß Sie mrr kein Fremder sind?" Er sah sie überrascht an und suchte dabei hurtig in fernem Gedächtnis; war er denn mit dem reifenden Mädchen schon einmal zusammengetroffen? Aber nein, das war üstnz unmöglich. Er hätte auch bei flüchtigster Bekanntschaft sich dieser hübschen braunen Augen und dieses nied- lrchen Gesichts sicher entsonnen. _ ..In leichter Verlegenheit entgegnete er: „Gnädigste Gräfin, ich frage mich vergebens, wie, wo und wann " Aber da fiel sie lachend ein: „Nicht doch! Sie zer- gualen Ihr Erinnerungsvermögen unnötig, Herr Friedel. Persönlich haben wir uns heut erst kennen gelernt Aber -fhren Namen kenne ich seit langem. Und nicht nur den ^hrer Firma. Vielleicht lichtet sich das Dunkel, wenn ich ^hnen sage, daß ich zu den Hoches des Hauses Miquelon gehöre." Fritz nahm den Hut ab. „Ich salutiere zunächst der berühmten Konkurrenz. Zugleich dämmert etwas in meinem Gedächtnis. Vvii altersher schlingt sich ein gemeinsames Band um unsre beiden Firmen." „So ist es!" rief die kleine Gräfin Munter. „Mein Urgroßvater hat in Ihrem Geschäft seinen Beruf erlernt." „Ah ja!" — Jetzt wußte Fritz Bescheid. Die Erinnerung kehrte zurück und zugleich das unangenehme Bewußtsein, daß das „gemeinsame Band", das die beiden Firmen verknüpfte, arg morsch und rissig geworden war. Aber er behielt seine liebenswürdige Mene bei) von Nikodemus Kesselholz und seinem geschäftlichen Martyrium ahnte das hübsche Mädchen wahrscheinlich gar nichts. „Es ist mir eine besondere Genugtuung, gnädigste Gräfin," sagte er, „und auch eine Ehre, daß Sie sich der Tatsache gern zu erinnern scheinen." „Aber ja — und weshalb denn nicht!? Wir haben so eine Art Fanrilienchronik, .und in i.hr sind alle diese Geschichten genau verzeichnet. ' Kommen Sie nicht einmal nach Epernay?" „Ich habe da gelernt — bei Sonnois und Mignot —" „Nun also," fiel die Gräfin ein, „da haben wir ja gleich einen Verbindungspunkt! Wenn Sie Ihren alten Lehrmeistern einmal Guten Tag sagen wollen, besuchen Sie auch mich bei Lieser Gelegenheit'" Sie hatte das mit der guickigen Frische gesagt, die ihre ganze Erscheinung ausstrahlte. Wer vielleicht dünkte der Fürstin diese Ursprünglichkeit des Temperaments doch zu viel. Sie zog den Arm des Mädchens unter den ihren uM sagte: „Schauns, lieber Herr Friedel, so ist die Jugend. Immer vorweg mit dem Plappermündchen. Wie Komteß ladet Sie ein, sie in Epemay zu besuchen — und wenn das Jahr um ist, sitzt sie selbst wahrscheinlich ganz wo anders — aber jedenfalls nicht im Stammhause der Miquelons. Sie ist nämlich mit dem Marquis d'Argenteau verlobt." Die Fürstin betonte das keineswegs; Wer Fritz verstand doch. Er sah die unsichtbare Scheidelinie, die die alte Dame zwischen dem päpstlichen Grafeuhause und der Bürger- familie aus dem R-Heingau gezogen haben wollte. Und' das amüsierte ihn. Die Aristokratin verleugnet sich nicht — trotz der demokratischen Anwandlungen ihrer lustigen Jugend und den liberalisierenden Neigungen auf der Höhe ihrer Frauenjahre. Und dann wieder machte ihn eine Bemerkung der Gräfin stutzig. Die Aeußerung der Fürstin schien sie zu verstimmen. Eine ganz kleine Falte trat zwischen ihre Augenbrauen. „Auch als Marquise d'Argenteau bleibt das Stammhaus der Miquelons meine Heimat," sagte sie kurz. Der Ton fiel Fritz >a uf. Aber er bemühte sich, das Gleich- gewicht wieder herzustellen. „Gnädigste Gräfin sprechen ein so ausgezeichnetes Deutsch, daß man Ihnen die Französin gar nicht anmerkt," flocht er ein. „Elle parle aussi le franyais comme une Parisienne,“ sagte die Fürstin. „Schlimm, wäre das nicht so, DUrchlaUcht," rief die Gräfin. „Ich bin ja doch eine geborene Französin — freilich deutscher Abstammung und «auch in Deutschland erzogen." Die Fürstin nickte lächelnd. „Etwas verwickelt in der Nationalität. Ich kenne derlei. Ich bin Ungarin, hab« zwanzig Jahre in Paris gelebt, gehöre zur bayrischen Fürstenklasse, bin österreichische Untertanin und als Herrin von Jgelsberg auch getreue Vasalliu des deutschen Kaisers." „Und fühlen sich auf Schloß Jgelsberg immer am glücklichsten, wie man sagt," warf Fritz ein. „SBer sagt das? Aeh — die Press^ Die klatscht viel. Mein fieber Herr Friedel, Jgelsberg ist für mich wie ein Mausoleum mit vielen Epitaphien. Und wie eine große Kiste mit tausenden von vergilbten Briefen — und wie ein Erinuerungsschrank. Da habe ich einmal frohe Tage verlebt. Aber das liegt weit zurück. Heut stöbert da oben nur noch die Tradition durch die Luft. Und der Weindunst. Wir sind Krämer geworden — nicht mal Großkaufleute wie Sie — nein, plötrige kleine Krämer, die auf den Pfennig sehen. Sogar meine Rosen hat man ausgerjssen und dafür Rebstöcke auf die Terrassen gepflanzt — bis unter die Schloßfenster — mir dicht vor die Nase. Geld muß eingebracht werden — bah! Ich soll mich glücklich fühlen in Jgelsberg? — es ist zum Lachen, lieber Herr Friedel! Ich lebe da bloß, weil ich mich kasteien will. Es ist meine Jahresmr. . , 662 Die alte Dame stieß heftig Mit der Schirmspitze auf das Geröll des Weges. Man war jetzt in die Nußbaumallee Wrückgckehrt. Die Equipage der Fürstin rollte heran; der Diener stand am Schlage, der Kutscher hielt die Hand an den Hnt. „Nix für ungut," sagte die Meinkirch, und . auf ihre, mit zarter, rosiger Farbschicht überzogenen Lippen trat ein freundliches Lächeln. Sie stützte sich auf den Arm des Dieners und stieg in den Wagen. Die kleine Gräfin hatte Fritz die Hand gereicht. „Auf .Wiedersehn, Herr Friedel. . . Sie nickte ihm zu. Ihr feines, keckes, brünettes Gesicht war wie in Sonne getaucht. Der Wagen fuhr davon. Aber die Erinnerung an das reizende Mädchengesicht wirkte in Fritz noch nach, als er langsam die Allee hinabschritt. Es lag so viel Jugendreiz Und eine so köstliche Unberührtheit auf diesen keineswegs regelmäßigen, aber in der Gesamtheit ungemein anziehenden und sympathischen Zügen. Sie war verlobt — und natürlich mit"'einem Marquis. Tas war so Sitte bei den Champagnernotabeln der Marne; da heirateten die Töchter zumeist in den alten Adel Frankreichs hinein. Der Traubensaft wurde zu Gold, und das Gold frischte auch die verblichensten Marquisats- und Herzogswappen wieder aus. Bon dem Wagen der Steinkirch war nur noch eine Staubwolke sichtbar, die zwischen den Nußbäumen aufstieg. Fritz schob den Hut in den Nacken; er fühlte den Schweiß auf der Stirn. War es ,so heiß? Gewiß, es war ein, wärmer Tag, aber auch die Fibern brannten und die Nerven zuckten Unruhig. Gibt es einen Zufall? fragte er sich. Oder war das Zusammentreffen mit Maud eine jener Vorherbestimmungen in der Dramaturgie des Lebens, die unfehlbar eintresfen müssen? — „Ich muß Sie Wiedersehen," hatte sie ihm zugeflüstert, „es gilt uns beiden. . . ." lieber die Jahre ihrer Ehe und über die Tragödie auf dem Niederwald hinaus hatte sie ihn also nicht vergessen. Und auch in Fritz regte sich ein eigentümliches Gefühl: es war halb Mitleid, halb auch jenes noch wehere Empfinden, das eine erstorbene Zuneigung in uns zurückläßt. Sie wollte ihn Wiedersehn. Und warum? .Zu neuen Anknüpfungen? — Ah nein, das war unmöglich! Die Witwe dessen, der von seiner Hand gefallen war, konnte nicht nach den zerrissenen Fäden ,der Vergangenheit suchen. Schon Pls reinen Aeußerlichkeiten war ein Wiedersehen undenkbar. Os führten keine gangbaren Wege von den Friedels zu dem Weinbergschalet der Spannuths; das Duell hatte auch hie letzte Möglichkeit eines Verkehrs zwischen den beiden Häusern ausgeschlossen. „Ich muß Sie Wiedersehen," hatte sie gesagt. Er hatte nicht antworten können. Es gab auch keine Antwort darauf. Fritz wischte mit dem Taschentuch über seine Stirn Und Kte den Hut wieder grade. Er wollte praktisch denwn. d das Zweckmäßigste war: vergessen. Auch Maud mußte sich das sagen. Gegen das Unmögliche ließ sich nicht an- kämpfen. *— ■' Ein kurzes, schmetterndes, nicht ganz rein klingendes Irompetensignal hemmte seinen Fuß. Er schaute um sich tlnd sah Unten im Gärtchen des Prokuristen Kesselholz Erich von Feßler stehen, wie es schien, auf einer Bank, in der Rechten ein gelbes Posthorn haltend, mit der Linken sein Taschentuch schwenkend. Und dann tauchte Kesselholz neben ihm auf und schwenkte auch etwas in der Hand; es war Wohl ein Blatt Papier. Und schließlich wurde noch Fräulein Dora sichtbar, legte die Hände als Schalltrichter an den Mund und rief; es war nicht recht zu verstehen, was sie rief. .Jedenfalls wollte man ihn sprechen, und da Fritz jowieso nicht in der Stimmung war, sich von seinem Vater ausfragen zu lassen, der sicher bereits ungeduldig auf ihn wartete, so schlug er den Weg rheinwärts ein. Kesselholz kam ihm in einer Schürze entgegen, einen riesigen Strohhut auf dem Kopse, die Gartenschere am Gürtel hängend. „Bitte um Entschuldigung, Herr Friedel," sagte er mit seiner gewohnten Kurvenverbeugung, „es ist ein allzu gesegnetes Jahr. MeineObstbäume brechen unter der Blütenlast — da muß ich kupieren, sonst bringt mir der Reichtum Schaden." „Salve,“ rief Feßler hinter ihm. „Haben Sie gehört, wie ich blasen kann?" „Es wär ein verunglücktes Feuersignal," „Nein, es war der Ansaüg der „Post im Walde". In vierzehn Tagen kann ich das ganze Lied. Fräulein Dora! hat behauptet, ich sei gänzlich Unmusikalisch — nun will ich ihr das Gegenteil beweisen. Anfangs dachte ich daran, mich der Pauke zu widmen, dann wollte ich mich an das Triangel gewöhnen, aber ich bin auf das Posthorn gekommen. Es ist das Poetischste. Es erinnert an die Romantiker." „Es ist ein Spektakel ohnegleichen," sagte Fräulein Dora! und knixte höflich. „Kein Ton ist richtig. Aber der heftige Lärm vertreibt die Spatzen; so lasse ich ihn mir denn zeit-! weise gefallen. Herr Friedel, wir sind grade beim Kaffee. Darf ich Sie laden?" „Ich blase dazu!" rief Feßler. „Ich kann auch noch die Tonleiter." „Er nimmt uns die Ruhe," klagte Dora. „Dieser Mensch ist selbst wie eine Trompete." „Herr von Feßler, pch bitte Sie, müßigen Sie Ihre Talente," bat Kesselholz. „Hier ist kein Konzertgarten. Ver-. ehrter Herr Friedel, darf ich geneigtest bitten: in die klassische Fliederlaube. Der Flieder blüht zwar noch nicht, aber er setzt doch schon Knospen an. Das' ist einx köstliche Zeit. Erst die Obstbäume, dann der Flieder, dann Rotdorn und Schneeballen, dann die beiden Akazien und zuletzt meine große Linde. Wir kommen aus dem Blühen nicht heraus." In der Laube stand der Disch gedeckt und Fritz mußte Platz nehmen. „Der Kaffee lockt," sagte er, „aber war es die einzige Lockung? Mich dünkt, Sie hätten mir mit einem Papier gewinkt, Kesselholz. War es eine Berlobuugsi- anzeige?" Dora errötete leicht. „Ah — auch noch! Wie käme die her?! Milch, Herr Friedel? Diesen Kuchen empfehle ich. Das ist Selbstlob, ich weiß es. Aber das Rezept stammt noch von meiner Mutter; ihr kommt der Ruhm zu." Kesselholz reichte Fritz den berühmten Kuchen. „Nehmen Sie beruhigt, Herr Friedel. Ich kenne ihn; er hat es mehr in sich als an sich. Heut ist mein Hochzeitstag, daher die feierliche Handlung. Diesen Kuchen gibt es' nur an bestimmten. Tagen. Und wenn Sie sich gestärkt haben, erzähle ich Ihnen auch das Geheimnis des geschwenkten Papiers." „I ch brachte es mit," sagte Feßler. „Kothe hat es mir gegeben. Es ist nichts als eine geschäftliche Anzeige, aber immerhin eine merkwürdige." „Eine erfreuliche?" fragte Fritz. „Das kann ich nicht behaupten. In Zusammenhang gebracht mit anderen Geschehnissen dieser Tage, möchte ich sogar sagen: Nein — nichts Erfreuliches." „Unter Umständen etwas Gleichgültiges," bemerkte Kesselholz. „Also, Herr Friedel, um Sie nicht länger auf dem Torquierbrett zu lassen: Miquelon et sils zeigen ihren Kunden das Engagement eines neuen Agenten an." Fritz setzte seine Tasse hin. „Derlei kommt öfters vor. Oder ist der Agent von besonderem Interesse für uns?" „Doch nur für Sie. Weil Sie den Mann kennen und', wie ich glaube, nicht sonderlich schätzen: Miquelon filsi geigen ergebenst an, daß sie die Vertretung ihres Hauses für die Rheinlande dem Herrn Theo Grafen von Eldringm übertragen haben." (Fortsetzung folgt.) Ein Spaziergang durch $es. In großer, von zahlreichen Bächen durchströmter Ebene liegt zu beide» Seiten, des glitzernden Perlenflusses Fes, die Stadt der Alauji und vielen Heiligen, das Zentrum geistiger fi'ufe tur in den Mlasländern, als letztes Bollwerk im Westen ein fester Hort des starrsten Islam. Ist die südlichste Hügelwelle des Dschebbel Serhun überschritten, so zeigt sich die Hauptstadt des Scherifenreiches mit den 100 000 Einwohnern als lange weiße Linie, glänzend im grellen Sonnenlicht, überragt von einem Wald aus Zinnen, Palmwipf'eln und Gebettürmen, umgeben von zahlreichen Dörfern und Zeltlagern. Durch die weite' Ebene schlängelt sich gleich einem Silberfaden der Fluß, zu bei-, den Seiten üppige Gartenflora und mächtige Fruchtfelder. Dazwischen dunkles Grün von Mqulbeer- und Feigenbäumen iut$ lauge Reihen abgrenzender Alven. Geräumige Moscheen, eins Gelehrtenschule, an Rang der großen Ashar in Kairo gleich, eine weithin berühmte Bibliothek, den gewaltigen Sultanspalast- *) Wir entnehmen diesen Aufsatz mit Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung Streü'er & Schröder in Stuttgart dem. in diesen Tagen erscheinenden Buch: „Artb auer. Kreuz und q u ei; durch Marokko, Kultur- und Sittenbilder ans dem Sultanat .des Westens." 663 In dessen Umwalluug ungeheure Gärten und spiegelnde Seen angelegt sind, riesige Warenhallen und zahlreiche Herbergen für Meirsch und Teer und viel anderes umschließen die zinngekrönten Mauern der sagenumwobenen Stadt. Hier strömt der Handel des Reiches und die Zentralgewalt von Marokkos despotischer 3te? AssssMH zusammen, von hier aus werden Europas Werschlaue Diplomaten lahraus, jahrein zum besten gehalten. Die Gunst der Lage schuf an den Ufern des Uadi Sbu einest Handelsplatz, in dem alle Karawanenstraßen des Landes zn- sammenlaufen, dem Marrakesch, die zweite, südlichere Hauptstadt des Sultanats, zu kernen Zeiten den Rang abzulaufen vermochte. Wer auch Fes ist herabge>unken von der glänzenden Höhe, die p inncgeöabt. Von 800 Gotteshäusern riefen vor einem Jahrtausend Tenipeldiener zum Gebet — heute steht kaum ein Fünftel davon. Wie Werall in der mohammedanischen Welt ist auch User an die Stelle früheren Glanzes und Ruhmes unaufhaltsame^ Zerfall und Elend getreten, denn Verharren in erworbener Kultur bedeutet Rückgang gegenüber Vorwärtsschreitenden Völkern' ,, r -Innern alles noch unberührt von abendländischem Ein- zlnp Kein Haus europäischen Stils, kein Lebewesen mit fränkischer Kleidung in der ganzen Stadt. Nur lange irackte Häuserfronten, hohe fensterlose Mauern voll klaffender Risse mit regel» W8 angebrachten Gucklöchern. Enge winklige Gassen, die bald neu aufsteigen, bald rapid abfallen. Bedeckt mit Schmutz und! Steingeroll und Bergen von Abfällen jeder Art, gleichen die bogenbedeckten Wege riesigen überwölbten Kehrichtlöchern. Wer PA ortsheimisch ist, gerät fortwährend in dunkle Sackgassen Mit feuchter, moderiger Luft, bedeckt mit Kadavern faulender Tiere und fußtiefem Staub. Neber den ekeln Abfällen fummen a aste Fliegenschwarme, die unfreiwilligen Besuchern in Ohren, Mund kriechen, fürchterlicher Gestank legt sich lähmend ast' die Brust so sind die Straßen der prunkvollen Sche- ruenresldenz. „./Die streite Hauptverkehrsader mit ihrem pulsierenden Leben laßt an Mannigfaltigkeit wenig zu wünschen- übrig. Sie zieht sich vom Bab es Segma durch die ganze Stadt in unzähligen Biegungen, oftmals unterbrochen von großen Plätzen, häufig gesperrt durch schwere Pforten, deren es achtzehn gibt in den Straßen von Fes, gemäß den 18 Hauamats. Ihre hufeisenförmigen, Bogen sind wunderbar verziert mit kunstvoll verschlungenen Arabesken und religiösen Inschriften, aber diese Merkmale einstigen Könnens sind verfallen, die S-chrift ist unleserlich geworden, die "'"A erkennbar. Darunter wandelst gemächlich Acht el Fast, von Erinnerung zehrender Bewohner der Stadt, sie träumen von der Kulturblüte ihrer Ahnen. Niemandem wird es emfalleu, die prächtigen Zeugen alter Kunst vor dem Ruin bewahren zu wollen. Wenn Allah es nicht wollte, würden die hauten mcht verfallen. Und gegen seinen Ratschluß handeln iit lundhast. n ^^.gpaten auf einen freien Platz. Rechts und links starren hohe nackte Wände empor. Auf -einer Seite drei Dore, das mitt- m L °us .unauffindbaren Gründen vermauert, sie führen zum belebte Karawanenstraße nach Tanger mün- brer Pforten gegenüber ist der Haupteingang zum Dar P M-LK^u, dem Haus der Regierung und Heim des Gebieters über Marokko. An der Außenwand des Sultanspalastes stehen lust'Ze Zelte unter zinnengeschmückter Mauer. Hier weilt Murn/ Garde und frönt geliebtem Nichtstun. Ein Muhasni halt träumend das Pferd am Zügel, ein anderer bessert Sattelzeug aus. Eine .Gruppe läßt die Sibsi kreisen, die andere betrachtet die bunten Bilder, Ivie sie in rascher Folge voruberziehen: Reiter in schneeweißem Selham auf kohlschwarzen Berbergaulen, vornehme Mauren auf wohlgenährten Maultieren ^uden in schwarzem Kaftan und zerlumpte Dorfbewohner, Berg- berber m kurzer Dschelabbä, keuchende Träger schleppen unglaubliche Lasten, vermummte Weiber drücken sich scheu die Wände entlang, dicke Würdenträger kommen des Weges in Begleitung grinsender Negersklaven, ein Askri treibt seinen altersschwachen Esel Vor sich her und läßt den Kopf ebenso trübselig hängen wie der Grauschimmel. Dazwischen Wasserträger, arabische Schuhflicker, indische Näherinnen, gravitätische Mauren — ein Getriebe, würdig der größten Handelsknoten unserer Erdhälfte. Jetzt gelangt man auf den Markplatz. Suk el Chmis, d tz Donnerstagmarkt, heißt er, da er besonders an diesem Tage stark besucht wird. Unzählige Hütten umsäumen ihn, luftige Häuschen aus Schilf und Weidengeflecht, auch viele Zelte, errichtet aus zu anderen Zwecken unbrauchbar gewordenen Säcken und- Matten. Darunter wird alles seilgehalten, was das Land hervorbringt. — pEstn Funadik vorbei erreichen wir die Basare, oder wie der .'.'caghrebi sagt, den Suk, der zu den berühmtesten in mohammedanischer Welt gehört. Schattige Gänge mit dichtgereihten Buden, die angesüllt sind mit Erzeugnissen heimischer und fremder Kunst. Ueberall wimmelt es von Kapuzenmänteln, die den Marokkaner von Glaubensgenossen anderer Länder unterscheidet. Aus'- tofer durchdrängen anpreisend- die Menge. Weiße und blaue Burnusse hängen an den Wänden, herrlich eingelegte Steinschloßflinten und moderne Schießwaffen, alte Reiterpistolen, Schwerter Und Degen oller europäischen Armeen, wuchtige Sikkin mit auf» warts gebogenen Parierstangen und Kumias Volt typisch marost- Form mit übermäßig gekrümmter Scheide. Dazwischen prachtvolle Teppiche aus Rabat und Kasablanka und schöne Leder- arbeiten aus Saffi, Fes Und Marrakesch. Da sind Berge gelber Lederpantoffeln, im Gebrauch vom Atlantischen Ozean bis an die Küste von Kyrenaika, rote Schuari, die jeder Marokkaner unter dem Mantel trägt, Massen tönerner Kühlkrüge, Schnitzereien und! viel andere Zeugen Heimischer Industrie. Aber auch sehr viele Waren europäischer Abstammung. Wir gehen vorüber an der Karnin, der größten Dschama von W unA -r" rener, die den beiden Jdriseu gewidmet ist, dem Nationalheiligen Marokkos und dessen Sohn, der das stolze Fes gegründet. Aus kühlen gedeckten Gängen betritt man durch aufwärts steigende Straßen Fes el Dschdid, Neu-Fes. Daran schließt im Süden das Mellach, das Judenviertel. Die vielen Tore durchschreitend, erreicht man die freie Umgebung, von allen Richtmrgest führen belebte Straßenja den Eingängen der Stadt. Diese Pfor- wohl durch dicke Balken verschließbar und mit riesigen! Schlossern versehen, aber heute tun sie andere Dienste wie zst lenen Zeiten, als prachtliebende Herrscher die Werke aufgestellt: heute hemmen sie den Verkehr und geben lichtscheuem Gesindel erwunfchten Unterschlupf. Das Tor, durch das wir herausgetreten stnd, heißt Bab el Machruk und dient noch anderem Zweck: ast seine Zinnen werden die Köpfe derer befestigt, die in marokkanischfe Enrzgewalt gerieten. Selten durchschreitet man seinen belebtest Doppelbogen, ohne den mittelalterlichen Schmuck sehen zu müssest. Alle Rassen sind da vertreten, trotz gemeinsamer Todesbleiche kennt Man den Schädel des Negers vom braunen Araber oder hellhäutigen Bergbewohner. Verzerrte Gesichter, im TodeSkampi erstarrt, Streifen gestockten Blutes laufen die weiße Mauerwand herab. Man nimmt es nicht allzu genau in Marokko: ob der Misfetäter einen Hammel gestohlen oder seinen Vater erschlagen-, vo er die Weisheit des Einen Gottes zu leugnen gewagt, oder gegen den Landesherrn gekämpft, oder mehr Geld und Gut besessen,- als dem Statthalter seiner Provinz gutdünkte — nicht auf das Vergehen kommt es an, sondern auf hundert andere Kleinigkeiten. Wollte die Regierung Empörer schrecken und -ließ unschuldige Marktbesucher gleichen Stammes einfangen und nm Kopfeslänge kürzen oder kehrte -ein Tabor von seiner letzten Snga mit diesen! blutigen 'Trophäen? Viele der Köpfe sind mit Honig 'bestrichen, um Fliegen cmMloiken, manche sind von Blutkrusten umgaben, andere säuberlich gewaschen. Hier verschmorte Züge, im Faulest begriffen trotz des Sonnenbrandes, dort eist iwch blutendes Haupt, das vielleicht Heute noch die Sonne aufgehen sah — stumme Zeugen barbarischer Jnstiz, rauher Sitten eines rauhen Landes! — So warm pulsierend das Leben in der Stadt, so ernst gemahnt die Umgebung äst vergangene Zeiten. Der Perlenfluß schlau-, gelt sich- durch die Scherifenresidenz und' teilt sie in zwei Hälften. Durch alle Straßen, in alle Häuser und Moscheen, durch die Gärten und Basare erstreckt sich ein Bewässerungssystem, wie es! ähnlich keine zweite Stadt des Morgenlandes aufzuweisen hat, zu dessen Herstellung heutige Maurengeschlechter nicht mehr fähig wären. Die halbe Stadt ist umgeben von dem belebenden Element, das in Form von tausend Bächen und Kanälen unter den Mauern rinnt, überall saftiges Grün dem sonngedörrten Badest entlockend. Baufällige Befestigungen steHen auf den Hügeln um Fes. Ihre langgestreckten, verfallenen, zerbröckelten Mauern mit vielen halb und ganz eingestürzten Türmen und Zinnen lassen erkennen, daß diese Reste der einst so glanzvollen Stadt nur das Gerippe sind von dem, was ehemals hier gestanden. Wuchtige Ruinen gewaltiger Festungen, die ihr Entstehen tatkrästigest Tyrannen am SultanZMon verdanken, sie träumen neben Resten verfallener Klöster und Paläste. Alte Kastelle, von denen kaum mehr Außenmauern vorhanden, eingestürzte Bogen vernachlässigter Wasserleitungen, H-eiligengräber, deren Dächer und Kuppeln der Zahn der Zeit zernagt — — fie alle sind Zeugen längst versunkener Größe, entschwundenen Glanzes. Heute rauschen Palmkronen über eingestürzten Grabstellen frommer Männer und deren Nachkommen. Unkraut wächst über diese Stellen, die jedem Verfolgten Asylrecht gewähren. Rundum! drängen sich- Pilgerherbergen, Priesterwohnungen und Karawansereien, beschattet von Feigen- und Oelbäumen, umgeben, vost langgestreckten Hecken riesiger Kakteen. Friedlich weiden Ziegen und Schafe zwischen Bauten einer neuen Zeit und Trümmern! vergangener Glanzperioden einer Volk- und gewerbreichen Stadt, deren Ruhm weit über Afrikas Heißen Boden hinausgedrungen' in alle Welt, die ehedem das Mekka des Westens geheißen. —. Die Pfahlbauten im Atterfee. Kaum sechs Dezennien ist es her, als infolge eines ungewöhnlich- niederen Wasserstandes, wie es seit Jahrhunderten nicht der Fall war, die Schweizer Seen ein Geheimnis der Menschheit -enthüllten, welches feit Jahrtausenden in ihrer bergenden Tiefe geschlummert. Dem Lehrer Aeppli zu Obermeilen am Zürichersee war es vergönnt, im Winter 1853/54 in der Nahe seines Wohnhauses Ueberreste alter, menschlicher Siedelungen zu entdecken, auf welche er die antiauarische Gesellschaft in Zürich aufmerksam, machte. Ein Mitglied- derselben, Dr. Ferdinand Keller, widmete sich von nun ab dem Studium dieser ffebexreste Md haj dtd Ergebnisse [einer Forschungen in [ieggn 664 — Schachaufgabe. Schwarz. hat sich der Verein „Deutsche Heimat" über Anregung seines rührigen Obmannes Herrn Dr. ffi. Stepan entschlossen, aus volkserzieherischen Gründen als auch um den Fremdenverkehr zu heben, ein steinzeitliches Pfahlbaudorf zu rekonstruieren, dessen Eröffnung am 14. August zu Kammer am Attersee stattfand. Die Wiederherstellung wurde im sogenannten Sturmwinkel in Kammerl unweit der Bahnstation und Dampferlandungsstellö Errichtet. Sie besteht aus fünf Hütten, welche auf 190 Piloten aus Lärchenholz ruhen, darüber ist der Rost aus Querbalken gelegt. Besonderes Gewicht wurde darauf gelegt, daß nur ungeschältes Holz zur Verwendung gelangt. Die Hütten zeigen genau die Form der beiden wissenschaftlich festgestellten Typen, des Blockbaues und Flechtbaues. Der Grundriß der Hütten ist rechteckig, die Dimensionen der größten 5,8:5,1 m, die der kleinsten 4,7:3,75 m, der Flächenraum des Rostes beträgt 357,16 m2. Die Innenwände der Hütten wurden mit Lehm verputzt, nachdem die Zwischenräume der Balken und des Flechtwerkes mit Mvos ausgestopst waren. Zwischen den Hütten befindet sich, ein Meines Idyll inmitten der traulichen, mit Moos verkleideten und Schilf gedeckten Hütten, umrahmt von dem bläuliche wogenden Seö mit lachenden Uferlandschaften, ein kleiner Hofraum mit einem Vorrat an Holz, das sich die Bewohner hierhergeschlcppt, und einem Steinbohrapparat nach einer Herstellung des Grafen Wurmbrandt 1875 gearbeitet, womit die Pfahlbaubewohner ihre Beile und Aexte zu durchbohren pflegten. In ein Stück gespaltenen Baumstammes sind vertikal zwei Balken eingelassen, verbunden durchs ein Querstück, welches in der Mitte durchbohrt ist Durch diese Oeffnung ist ein an seinem Ende gespaltener Stab gesteckt uird in diesen Spalt ein zylindrisch ausgehöhlter Endsproß von Hirschgeweih eingelassen, welcher die Durchbohrung erzeugt, wobei befeuchteter Quarzsand als Agens verwendet wird. Das In Verbindung mit dieser Wiederherstellung hat der Verein „Deutsche Heimat" ein Museum im Schlosse Kammer errichtet, worin,, prähistorische Funde hauptsächlich aus der Pfahlbauära der jüngeren Steinzeit zu sehen sind. Flachbeile in verschiedensten Größen und aus verschiedenartigem Material, durchbohrte Steinäxte und Hämmer in schöner und feiner Ausführung bieten sich dem erstaunten Beschauer dar, als Beweis großer, manuellen abcdefgh Weiß. Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt.^ Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer: Kops ohne Herz macht böses Blut, Herz ohne Kops tut auch nicht gut; Wo Glück und Segen soll gedeih'», Muß Kops und Herz beisammen sein. Pfahlbauberichten der „Mitteilungen; der antiquarischen Gesell- I Pfahldorf ist durch «inein 40 m langen Steg aus Knüppelholz schäft in Zürich" niÄergelegt. Ein achter Bericht erschien von | mit dem^Festlande verbunden, seinem Schüler Viktor Groß und ein neunter von Jakob Heierli, tvelche neben dem zuerst Genannten sich einen berühmten Namen in der Pfahlbauforschung erworben haben. Als eigentümliche Erscheinung konnte festgestellt werden, daß die Pfahlbauten der Westschweiz die jüngere Steinzeit, in welcher die Siedelungsart, auf schimmernden Seeflächen, umgeben von dichtem, schattigem Urwald und sumpfigen Niederungen, seine Behausung aufzu- ... ...... ------- .... .... ------- schlagen, zuerst auftritt, überdauern um» noch bis in die späte I Geschicklichkeit vergangener Zeiten. Zahlreiche Ueberreste der Eisenzeit hinein besiedelt sind, so daß selbst die jüngere Eiseir- I Keramik aus Ton, welcher durch Beimischung von Quarzkörnern zeit noch nach einer ausgedehnten Pfahlbaute den Namen La I gefestigt ist, sowie namentlich eine Reihe von Gefäßbruchstücken Tene-$ei:iobe erhielt. A:rders dagegen ist es in der Ostschweiz ! mit Ornamenten, die in das Gefäß eingegraben und durch weiße! und in den österreichischen Seen, wo man aus dem Mangel I Kalkfüllmasse hervorgehoben wurden, machen den Besuch des an Bronzefimden schließen muß, daß diese Besiedelungsart mit | Museums zu einem lohnenden. Durch das Entgegenkommen der dem Ende der Steinzeit verschwindet. Wenn aucfy vereinzelte I k. u. k. Intendanz des k. k. naturhistorischen Hofmuseums ist der Bronzefunde gemacht wurden, so z. B. hat der Schiffmeister j Verein in der Lage, dem Besucher des Museums auch einx Theodor Wang aus Seewalchen am Attersee an der Stelle der I Reihe von Ghpsabgüssen von Werkzeugformen der Bronze zett daselbst einstmals gegen die Ager zu gelegenen Pfahlbaute vor i und Eisenzeit vorzuführen. Sehenswert sind ferner Nachbildungen einigen Jahren zwei bronzene Gewandnadeln gefunden, welche j von Flechtwerken der steinzeitlichen Pfahlbaute Robenhausen am ihr Besitzer Herr Ferdinando von Peratoner dem Museum des I Pfäffikersee, welche Herr Direktor Gustav Funke der k. k. Lehr- Vereines „Deutsche Heimat" in Kammer geschenkt hat, so sind j und Versuchsanstalt für Korbflechterei und verwandte Techniken diese als aus dem Süden importiert anzusehen. In Oester- I dem Museum geschenkt hat. Endlich sind noch Funde der La reich hat Graf Gundakar Wurmbrandt zuerst 1864 mit seinem I löue-Periode zu nennen, welche aus einem vom Museumsleiter! Freunde Grafen Hans Wilczek gemeinsame Nachforschungen in I F. Schenda aufgedeckten Tumulus zu Ober-Egg bei Pichlwang den Alpenseen, hauptsächlich im Attersee, vorgenommen. Er wies I herrühren, zwei Gefäße mit Graphit geschwärzt, welche Leichen- zu Seewalchen beim Agerausflusse, zu Attersee, Aufham, sowie I brand enthielten, zwei Armspangen aus lapis lazuli, sowie eine zu Weyregg und Puschacher Pfahlbauten nach. Eine große Menge I Gewandfibel und ein eisernes Gürtelblech. In rastloser Tätig- von Steinartefakten, durchbohrter und undurchbohrter Hämmer, I keit strebt der Verein darnach, das Museum zu einer Sehens- Aexte und Beile, Geräte aus Hirschhorir und zahlreiche Gefäß?- I Würdigkeit ersten Ranges auszugestalten und hat bereits die Gs- reste waren das Ergebnis seiner mit der Baggerfchaufel vor- I nugtuung, darauf Hinweisen zu können, daß sich das Ausland, genommenen Untersuchungen. 1872 hat Regierungsrat Dr. M. I selbst England uud Amerika, ftir seine Unternehmungen am Alter- Much zu See am Mondsee eine ausgedehnte Pfahlbauansiedlung I fee interessieren und telegraphisch Abbildungen der gelungenes nachgewiesen und noch heute sieht man am Seegrunde Gruben I Wiederherstellung und eingehende Berichte verlangen. Er gibt sich dicht aneinandergereiht, die Spuren der Forschungsarbeit des I der frohen Hoffnung hin, daß sowohl das Pfahlbaudorf als auch verdienstvollen, im Vorjahre verschiedenen Forschers. Wir finden I das Museum, welche den ganzen Tag über gegen geringes Ent- die Pfahlbauten in ganz Europa, mit Ausnahme des hohen I gelt der Besichtigung offen stehen, sich reichen Zuspruches er- Nordens und Ostens verbreitet; auf der Balkanhalbinsel findet I freuen werden. sich diese Siedelungsweise noch zu Lebzeiten Herodots im 5. Jahr- I hundert vor Christi Geburt vor, welcher uns in anschaulicher I Büdherfiith Weise von dem Pfahlbau der Päonier am See Prasias in I . . ™. . . ' ’ * ,* . ... . , Thrakien berichtet. Die Pfahlbaubewohner waren Jäger, Hirten I . .dNutt er , ^donatsschrrft für die Verbreitung Und Fischer und betrieben neben der Viehzucht in bescheidenem I unerkannter Eesundhetts- und Erzwhungslehren (Verlag: El wist Maße Ackerbau. Ihre wichtigsten Haustiere sind Rind, Schaf, Staude, Bmlrn W. 35) Ms vorliegende Heft 10 dreses Jahr- Ziege, das Schwein und der Hund; der Ackerbau lieferte Weizen, Zanges enthalteineRerhe von lehrreichem Arttkeln, durch die die Gerste und Flachs. Nach ethnographischen Analogien zu schließen billige Monatsschrrst zu einer wertvollen Ratgeberin für Mütter ist es wahrscheinlich, daß die Frauen sich mit dem Ackerbau be- I ltni) t-;“ern ivrrd. schäftigten, während die Männer wohl vorwiegend der Viehzucht, | *— Der Beginn der KoNzertzeit bringt auch die Jagd unb Fischerei huldigten. In der Nahrung waren sie nicht I Fortsetzung der Mitteilungen der Musikalienhandlung Breitkopf sehr wählerisch; neben dem Fleische des erlegten Wildes, der und Härtel in Leipzig. Nr. 101 ist soeben erschienen. Die Hausttere und Fische aßen sie alle Arten von Baumfrüchten Mitteilungen werden allen Interessenten von den Verlegern ftuj und Beeren, deren sie habhaft werden konnten. Den Pfahlbauten I Verlangen .kostenlos übersandt. der Steinzeit hat man ein Alter von 5000—7000 Jahren zu- * gesprochen, soviel ist sicher, daß sie lange Zeit bewohnt wärest und ein wichtiges Glied ttt der Kette der Entwicklung menschlicher Kultur in unseren Alpenländern bilden. Aus diesem Grunde Redaktion: K, Neurath, Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen ttniversttäts-Buch- rmd Steindruckerei.' R, Lange, Gießen,