gTZTijjiirS MM «kSM Droesigl. Moman von Georg Freiherrn von Ompteda. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Nun sah man sich auch im Saale um. Die Kunde von den neuen Rubens war zu aller Ohren gedrungen, und man suchte die Fensterseite auf, um die farbenfrohen Schöpfungen besser übersehen zu können. Irgendwie hatte sich das Gerücht von der Erwerbung verbreitet; auch die Schenkung für Wien war ans Licht gekommen. Wahrscheinlich hatte der Hosrat selbst etwas gesagt oder ein Dienerohr es vernommen. „Das könnten wir auch brauchen," meinte einer. Und nun wurden Ludwigs großartige Stiftungen wieder erwähnt. Einer der Herren gehörte einem Komitee an, das bei den wohltätigen Anf- wendungen etwas abbekommen, ein zweiter hätte noch gern etwas für ein Rettungshaus, dem er Vorstand, gehabt. Alle waren der Ueberzeugung, es könne nicht schaden, Ludwig Droesigl ein wenig um den Bart zu gehen. Da im Rubenssaal noch immer die Künstler umlagert wurden und nur allmählich einzelne Mütter, die ihre Kinder tanzen sehen wollten, sich den Weg zum Gartensaal hatten zeigen lassen, so zog sich die Gruppe der Herren in das große Renaissancezimmer des Hausherrn zurück. Von ihm war jetzt allein die Rede. (Sin, solcher Mann konnte dem Staat wirklich nützlich sein. Er mußte nur in der richtigen Weise herangezogen werden. Die Herren konnten sich nicht einigen. Da fand der eine, reiche Leute müßten zu Schenkungen veranlaßt werden an gemeinnützige Anstalten, für die im Staatshaushalt nichts vorgesehen sei. Staatssekretär von Gloeven, der immer an sein Ressort dachte, meinte, sie hätten einzuspringen, wenn zum Beispiel die Gefahr bestünde, daß große Künstschätze ins Ausland wanderten. Ein anderer erklärte, in Anbetracht der Notwendigkeit einer starken Flotte solle das Kapital angespornt werden, Interesse für den Wassersport zu zeigen. Wie wenig Menschen nur in Deutschland könnten sich eine große Jacht leisten, die, abgesehen vom Ankaufspreis allein an Unterhaltungskosten ein Vermögen jährlich verschlinge. Das erregte den Widerspruch eines Autlers. Die heimische Fn- dusirie müsse unterstützt werden. Man solle den Franzosen keinen Borsprung gönnen. Wenn Leute wie Droesigl nicht große Rennwagen anschafften, wer sollte es dann wohl tun? Ein älterer Herr aber, ehemaliger Kavallerie-Osfizrer, der bei Rennbahnen lute bei Tattersalls, bei Preisreiten wie bei Ankauf von Hengsten seine Hand im Spiele hatte, ließ die Jacht- und Automobil-, die Tuberküloseheim- und Museums-Menschen ruhig reden. Er sagte sich: Nach dem Souper wird sich wohl Gelegenheit finden, wo man Droesigl mal beiseite nehmen kann und ihm seine Pflicht klar machen, haß er die Bollblutzucht heben muß. Kurz, es gab kein Gebiet der Wohltätigkeit, des Sportes, des Geldgewinnens und -Ausgebens, für das nicht irgend einer den großen Geldsack des Herrn Ludwig Droesigl ins Auge gefaßt hätte. Er sollte weidgerechter Jäger werden, sich für chemische Untersuchungen interessieren, die Volks- gesmldheit fördern, die Jugend durch Sport und Spiele 'kräftig erhalten; für Volksbäder eintreten, sich für Schüler- Rudern begeistern, Flugtechniker unterstützen oder verarmten, adeligen Fräuleins behilflich sein, gerade weil er ein solches geheiratet hatte. Die Phantasie der Leute warf immer höhere Blasen, bis schließlich jemand allen Ernstes behauptete, er müsse seinem Volke ein Panzerschiff stiften. Da klang schallendes Gelächter. Und just in dem Augenblick erschien in der Tür eine Gestalt im glatten, schwarzen Frack, ein Schneeglöckchen im Knopfloch. Alles wandte sich um. Es herrschte eisiges Schweigen. Nun ging es zum Souper. Es war nicht gesetzt worden. Da gab es vornehmste, vornehme, weniger vornehme Leute. Da gab es ganz große und ebenso große Künstler. Wer hätte entscheiden mögen? Die Feinschmecker hatten außerordentliches erwartet. Es gab auch eine Speisenfolge von auserlesenstem Geschmack. Aber nur der wirkliche Kenner konnte es würdigen, denn alles war so selbstverständlich, vornehm über jeden Tadel, daß man es hinnahm gleichsam wie etwas, das in diesen Räumen nicht anders sein konnte. Das Souper machte bei der Genauigkeit und Schnelligkeit des Auftragens den Eindruck fast, als würde im kleinen Kreis gegessen. Die Diener kreisten und nannten Namen itnb Jahrgang der außergewöhnlichen Weine. Man sprach ihnen denn auch tapfer zu, und wenn schon die Stimmung angeregt gewesen, so wuchs sie bald zu frohester Laune. Dazu half die Musik, die von allen Seiten klang. Der Minister, der Agathe zu Tisch führte, sagte chr ein paar Artigkeiten über ihr Haus. Er, der in einem langen Dienstleben gelernt hatte, sein Herz nicht auf der Zunge zu tragen, mußte wohl davon Überzeltgt sein, denn er begann ein zweites Mal, als der Champagner eingefcheukt wurde. Bei Musik, Lächelt und Stimmengewirr War feine Gefahr, daß ein dritter gehört hätte, was er sprach. Er hob sein« — Gnädigste Frau, es hat wohl maitcher gedacht, daß hier eilte offizielle Rede gehalten werden würde. Ich glaube Ihr Haus besser zu kennen. Die bescheidene Art gefällt mrr gerade so gut an Ihrem Herrn Gemahl. Pardon, wenn ich bescheiden sage, aber er ist es Wirklich. Er hat von seinen! Stiftltngen, wie sie in Preußen nicht oft vorgekommen ftnb,: gar kein Aufhebens gemacht. . „ Agathe meinte in weiblicher Schlauheit Wie ärgerlich: — Aber Exzellenz, es hat doch in den Zeitungen ge- stjandeu, nrld mein Mann hat sich sehr darüber geärgert. — 186 — Beitbient tetr verheiratet sind, hat ihn nichts so aufgebracht. £ , , e, Der Ministler nahm bett Kneifer ab, unb ferne klugen Augen bekamen etwas Leeres, als er bas Mas mit dem Taschentuch wischte: -— Gnädige Frau, ich begreife bas. Wir find über alles unterrichtet, obgleich man es im Reichstag hebt, unv hinzustellen, als ob wir vom Hellen, lichten Tage nichts wüßten. Es ist angenehm vermerkt worden, daß stch ^zhr Herr Gemahl nicht vordrängt. Er hat sich nicht Kum Präsidenten irgend welcher Klubs oder Vereine wählen losten, Um sich an allerhöchste Personen heranzuschceben. Was erleben wir da für Sachen! Sehen wir nicht täglich Leute einen Renitstall halten, die nie in ihrem Leben auf einem Pferde gesessen haben. Andere machen in Patriotismus in Kriegervereinen, in Schüler-Rudern und Jachtfegeln, in Automvbilreunen. Hat bas Ihr Herr Gemahl getan? Hat W sich gewaltsam in Kreise gedrängt, zu denen er vielleicht mehr Recht hätte als andere? Gnädige Frau, Sre stammen vus einer der ältesten preußischen Familien. Ihre eine Schwester gehört einem unserer Fürstenhäuser an. Ihre ytuoerc einer der vornehmsten unserer Emigrantenfamilien. Ihr ganzer Verkehr, ihre ganze Familie fußt in der Aristokratie. Wäre es da etwas so Besonderes, wenn die Familie Ihres Herrn Gemahls ttobilitiert würde? Das soll nicht geschehen gewissermaßen als Quittung vom Staat aus oder als Belohnung für politisches Wohlverhalten, wie es die Wegner der Regierung nennen würden. Hat Ihr Herr Wemahl sich je politisch betätigt? Rein. Aber eine Staudeserhöhung wird erwogen. Das ist es, was ich Ihnen heute sagen wollte. Natürlich toiirbe das von uns nur angeregt und befürwortet werden, wenn der Betreffende, dem es gilt, einverstanden ist. Der Minister hatte seine dicken Augengläser geputzt, setzte sie auf und blickte Agathe durch den Kneifer an, als wolle er ihr tiefstes Innere erforschen. Sie hatte mit klopfendem Herzen, die Augen niedergeschlagen, zugehört. Nun fand sie in ihrer Liebe zu ihrem Manne Worte, die sie früher vielleicht nicht über die Lippen gebracht hätte: ।— Er würde Ihnen sehr dankbar sein, Exzellenz! Seine ganze Familie sind ja wir. Er hat keine Angehörigen mehr. Er ist erzogen wie wir, lebt wie wir, denkt wie wir. Wenn Sie das, was Sie anbeuteten, täten, Exzellenz würden Nie mir eine große Freude machen. Mir vielleicht mehr jals ihm. Der Minister meinte lächelnd: Sie kehrten dann wieder zurück in . . .> Aber sie unterbrach ihn sofort: — Exzellenz, ich habe mich als Frau Droesigl nie de- plaziert gefühlt! Sie hatte einen so Heben Ausdruck dabei, daß er sie beinah verlegen anblickte. Dabei erzählte er ihr, wie er von der Provinz nach Berlin versetzt, unter Kollegen gekommen sei, die alle Orden besaßen, nur er habe keinen gehabt. — Damals als reiferer Mann unter den jüngeren Leuten schämte ich mich fast. Wie dann das erste Bändchen kam, war ich vor Freude halb verrückt. Und, gnädige Fran, halten Sie mich nicht für leidlich vernünftig? Er lachte mit leisem Meckern und nahm wieder seinen KUeifer ab, den er aus Angewohnheit zu putzen schien, und bei feinen Worten hatte er nicht einen Blick getan zu der ganzen Reihe von Sternen, die auf seiner Brust flimmerten. Ein Teil der Tische leerte sich. Man ging hinüber, um idem Tanz zuzusehen, der längst wieder begonnen hatte. Der Minister erhob sich: —- Gnädige Frau, vielleicht sehen wir uns einmal die JUgend an? Sollte man nicht jung bleiben? Sie haben doch Jungen. Ich habe schon von ihnen gehört. Das gäbe einmal ein paar Diplomaten. Uns fehlt ja so der Nachwuchs. Die Karriere ist beinah für alle unsere Familien zu teuer. Und ist doch das Schönste, das es gibt. Da sagen jetzt die Leute, auch Unbemittelte müßten heran. Es sollte nur nach dem Gehirn gegangen werden. Gut, bann mag aber der Reichstag auch andere Gehälter bewilligen. Der Minister schlug einen Ton an, beinahe als ob er vor den Volksvertretern stünde: i— Wir müssen im Ausland repräsentieren. Unsere Herren müssen denselben gut geschnittenen Rock tragen und das gleiche mitmachen können tote jeder andere. Wir wissen genau, daß es darauf allein nicht ankommt,.sondern daß man auch etwas im Kopf haben muß. Aber wenn die Vertreter Englands ober Rußlands Grasen und Barone sind, ist es besser, unsere sind's auch. Sie müssen Fühlung haben mit den anoeren, und dazu gehört der Name. Man kcmn's albern finden, aber es ist so. Na, und da wollen wir mal gleich reine Arbeit machen und den Freiherrn beantragen. Frisches Blut muß herein. Familien, die das nötige Kleingeld noch haben. Ich rede von der Leber weg,, gnädige Frau, ich weiß, Sie nehmen mir's nicht übel. Sie wie ich sittd von einer alten Familie, beinahe zu alt, denn das Pulver ist verschossen. Na, da kommen auch mal Neue in die Höhe. Die Droesigl sind eine gute, christliche Familie, solche Leute wollen wir ranziehen. Kommt's ntcht auf Gesinnung an und Manieren und Charakter? Ob einer von heute ober von gestern ist, das wird bald vergessen. So, nun habe ich Ihnen meine Weltanschauung auseinandergesetzt. Ich denke, Sie werden bald wieder davon hören. Gnädigste Frau, meinen Dank. Er hob noch einmal das gefühte Sektglas und leerte es, während Agathe sich mit einem glücklichen Lächeln schweigend verneigte. Dann bot er ihr den Arm. Aus dem Gartensaal tönte ihnen schon von weitem Musik entgegen. Der Cimbal raste, die rumänische Panflöte klang beinahe wie eine Orgel, und die Geigen summten und sehnten und fangen. Da fant Ludwig, zwischen den tanzenden Paaren hindurch sich schlängelnd, auf seine Frau zu und machte Ufr teilte kleine, förmliche Verbeugung. In gleicher Zeit aber dem Minister neben ihr, indem er sagte: >— Gestatten Exzellenz? Mste! Doch schnell flüsterte der Minister noch Agathe ins Ohr: — Wollen ©te mich entlassen, gnädige Fran? Teilen Sie's ihm mit. Er wird sich freuen. Aber mir soll 1er nichts sagen. ' Dann, als wollte er sich dem Dank entziehen, reichte er Ludwig kurz die Hand. Er hatte noch Stöße von 'Akten zu Haus. Und er ging mit seinem müden, etwas gebückten Gang davon, um nach dem Rttbenssaal und dem Treppenhaus zu verschwinden. Ludwig umfaßte Agathe und sie schwebten dahin durch die Reihen der Tanzenden. Als sie am oberen Ende des Saales stehen blieben, erzählte ihm Agathe in kurzen Worten, was der Minister gesagt. Ludwig konnte es im erften Augenblick nicht glauben. Er dachte: Einmal in Jahren vielleicht! Und es kam schon in so kurzer Zeit? Da war es ihm, als tob der Saal sich um ihn drehe. Am liebsten wäre er feiner Fran um den Hals gefallen. Wer er blieb ruhig stehen in seiner ganzen Gemessenheit und Haltung und sagte nur, indem er ihr in die Augen sah: > •— Agathe, das habe ich dir zu verdanken! Sie fdjüttette den Kops: >— Gar nicht! — Doch, ich weiß wohl. Wie er sich beherrschend kaum eine Regung zeigte^ meinte sie vorwurfsvoll: — Freust du dich denn nicht? Er antwortete so warm, wie wohl nie zuvor feine kühle Stimme geklungen: — Ich bin so, so, so glücklich! Unsere Jungen, unfere lieben Jungen! Es war ein Tott, als lösche er sich schon aus, »als dächte er bereits an die nächste Generation. In diesem Augenblick kam die Ueberraschung des Balles, lieber dem Gartensaal lag unmittelbar der Boden. Dort hatte Ludwig in der Decke eine große Anzahl Oefsnungeir anbringen lassen. Und auf eine Trompelenfansare schwebten an langen, rotfeibnen Bändern hunderte von Rosen- sträußen nieder. Jeder mit dem Namen der Dame versehen, der er gebracht werden sollte. Die Zigeuner rasten und tobten etwas wie einen Tusch- Alles drängte in die Mitte des Saales, das Wunder zn sehen. Ms die Herren die Blumen nahmen, erklang/ine zweite Fanfare, senkten sich für die Herren an grünen Bändern Tafchenkalender herab, mit Radierungen von Meisterhand, Jagdszenen aus Kölln darstellend. N..u griffen die Damen zu. Nachdem Blumen und Kalender von den Bändern gelöst, schwebten diese ein Stück in die Höhe und blieben-dann — 187 » Schätzer des Landbaues, gewrchter, beso-iders heiliger Tag war, ehe er als christlicher Feiertag auftrat. J>n OdeMvald undm der Wetterau, auch in einem großen Teile Norddeutschlands benutzt man ihn mit Vorlieb« zum Säen, das gern unter dem,Gel.ante der Micken geschieht. In Ostpreußen muß, em diesem Tage du. älteste Jungfer des Bauerngutes rüÄings von« Tisch springen, dann wird her Wachs recht lang. In Holstein schöpft nmn h-ilktaftig^ Wasser aus Quellen und Brunnen, und am Rhom hecht es, wer in in Gründonnerstag fastet, bekommt das ganze ^hr kein Zahl -- E IN Westfalen braut m!an an bttW Tage die Remu tarrr. R i. ein Gemisch! tt»t neun verschiedenen FruhlmgSkrautern., Weser Trank soll das ganze Jahr hindurch gesund und Mk erhalten. Vielfach werden am Gründonnerstag besondere «Pusen -gegessen, besonders ist es allgemein üblich, etwas Grünes zu genießen, denn dann bleibt man nach denk Volksglauben gestlnd- und ist das ganze Jahr vor Geldmangel geschützt. Am grünen Tmmers- ßage gelegte Eier gab man den Dieirstlenten, damit sie besser Geben und trage» können. Sie, hießen dMaäner, wvü «A«. WIbendmähl Vergebung dm Sünden hatte. Ebenso sollte Mali alle V'ei dein' leisen Luftzug der au steigenden Wärme hin- und , w der Geiüemde vorhaudmieN Hexen erkenüdn, Wenn MaU fich mit NoMopbend in den» Gewirr von Rosenairlanden hängen I einem! solchen El IN der Tasche auf emen Kreuzweg stellte oder wenn B Gtipr £ Man in der Kirche bei Sonnensck;ein durch dasselbe hindurchsah. Gras R6gmer, der die Rosen für: Agmye erwtsmr harte, I ^Wlischen Landern ist es Sitte, daß am Gründonnerstag ikam auf fte zu, und IN dem Gedränge wurden Mann und I tiolt M^ags 12 Uhr an die Kirchenglocken schweigen und erst! amt Frau getrennt. I Samstag abend 6 Uhr wieder geläutet werden. Es! heißt dann: Ludwig fürchtete, er möchte in diesem höchsten Augen- I „Die Wochen gehen nach Rom". Nick seiires Glückes gestört werden, wenn eine Dame ihm I Ein ganz eigentümlicher, wenig bekannter Brauch ist das seilten Kalender brächte. Und ihm kam der Scherz, den er I ,Hüdasgericht", das am grünen Donnerstag in vielen Orten Polens! lieh ausaedneht so sebal und läppisch vor, angesichts dessen, I abgehalten wird. Schon am frühen Morgen wird an die Ktrchentür »U« S'ÄÄÄÄ«S er nur einen Gedanken hatte, zu entfliehen. I schall des Klöppels an der Tür und sofort verstummt das Glocken- Er hätte am liebsten seine Frau mit entführt. Aber I gMute im Turm — auf drei Tage. Um Mittag sammelt sich die er konnte sie nicht finden. So schlüpfte er hinter den I ganze Männliche Jugend des Ortes, mit allerlei Lärminstrumenten Borhanq, hilrter dem eine Tür in den Garten führte. Er I ausgerüstet, und unter großem Spektakel geht es zum Sause des W-ÄÄ N W8KTÄ £S K‘S«Ä 'MfÄÄS Schnee hatte den Rasen bedeckt und türmte sich auf den I Peitschx-n. Sie ist schon einigermaßen zerzaust, wenn he jefrt Westen, während am klareii, dunklen .Himmel die Sterne I eine Stange gesteckt und zum Friedlfoft, in dessen Mitte! zitterten. Ab und zu siel in dem kalten Schwergen von I gewöhnlich die Kirche steht, getragen wird. Dem Zuge voran einem der dünnen Zweige eine Schneelast herab. Man 1 schreitet ein Bursche, der eine Katze zwisck^en Solzschüsseln tragt, hörte irgendwo in der Ferne Husschläge oder ein Geräusch I Die Katze soll wahrscheinlich die Falschheit, des Verräters an- der Großstadt. Ludwig dachte an seine Kinder, an seine I deuten,nnddieSchüssÄnandasAbendmahlerrnnmn. KhAdaM ™ S nff .a war wirr in seinem Kopfe es die Tvrfftraße entlang und seder Zuschpuer halt es für srme, Jrom an fernen Vater, alles war wrrr | ?! I ^ssicht, der Puppe Scheltwvrte nachzurusen und fre mrt Schnee Vor Sellgkeit. , , . . . I und Schmutz zu bewerfen. Dann erklettern einige Burschen mit Da streckte er rn Geda'cken spielend die Hand aus rn N Judas dm Turm und so bange sie darinnen weilen, schweig« das Schncepolstcr, das dre Brüstung der Veranda zollhoch fcct. ßäTm gr ge^t aber sofort verdoppelt wieder los, sowie sw bedeckte, und schrieb mit dem Zeigefinger gleichsam tote I ö6flt mn Fenster oder auf der Galerie erscheinen, und nurt vse Erfüllung seines Zieles die Worte: | kommt der H'Mptakt, Judas, und leider auch die Katze, lverdeu ' 1 MMwia Freiherr von Droesigl" hinabgeschleudert, und auf die Fetzen der Figur werden die Sund« «,Ludwig Frelyrrr von -oroe;igi. I ' w gh neuerer Zeit schreiten die Behörden, nnd das ist ------------ 1 schon wegen der damit verbundenen Tierquälerei gut, gegen das! „ . I „Judasgericht" ein. _____________ Ä1! Gründonnerstag. I Der fünfte Tag der Men Woche heißt Gründonnerstag. Am I Geschichten VON schiaMN TlelSN Gedächtnistag der Einsetzung des heiligen Menwnahls i» er interessanten Aufsatz der Revue, SÄ£Ä*Ä1* Ä N'S-LLS ÄSÄ vnwres Derrn Auch wurde, er dies absolutionis, d. h. Tag bet I von Ursache und Wirkung bewußt wahrzunchmen., Von Katzen Lossprechung, genannt, iveil an diesen! Tage die m der Kirche liegen zahlreiche beglanbiOe Bwbachdmgen vor, m denen dw Ausgeschldsseuen wieder ausgenommen wurden. Diese Ausge- I ^iere es erlernt haben, Türen zu öffnen, sie nähern sich der UMsenen, von deren Wiedergufnahme in die Kirche der Tag vielfach I Tür springen plötzlich zur Klinke Hinauf, drücken mit eaier psvte mich Antlaßtag, d. y. Ablaßtag!, heißt, mußten mährend der Fasten-- <• M^ke herunter und stemmen sich dabei mit den HMterbeinenj zeit bei jedem Gottesdienst in Bußgewündern an den Kirchturm I Türrahmen, womit iie dann leicht ihre Wsicht. erreichen, stehen, aber am Tage ihrer Wlederausnahme schmückten ste sich I • ■ yon einer Katze, die man eines TageSs Mit dem ersten Frühlingsgrün, eie hießen daher Wrzwog die I verschlossenen Speiseschrank öffnete, um! & wSffit GriMdwnnelstag so lange Schläge, bis das fefc leicht gchende Sckchoß s^offnew. Nach anderer Deutung sind die viridesdie Minen, FleckeM Der Erzbischof WhaÄehbe^Z.^ ya, toten Gliedern wieder lebendig Gewordenen, eine bild- I mal, wenn sie den mwn verlasten !iche Anschauung, die auf Lukas 23, 31 zurückgeyt, wv vom dürren damit ihr die Tür gEnet Werde. Als fte das-erstemal MaJ mtb grünen Solz« die Rede ist. So wäre Gründonnerstage der! I Versuch machte, war es Mitternacht. Das ganze Ham wurde Tag der Sündenreinen. Beachtenswert ist, daß auch das uns als hmfl bcn tonten Schall der Glocke alarmiert, man glaubte art Farbe der Unschuld geläufigere Weiß zur Bezeichnung des Tages Einbrecher und War nicht wenig erstaunt, zu scheu, daß die Katze verwendet wird imd Fifchart vom grünen oder weißen Donnerstag Glvckenzug in Tätigkeit gesetzt hatte. Später wurde das spricht. Heißt der Tag bei den Tauen und^chweden„der reine oder Singeln der Katze zur Gewohnheit. Rae erzählt von einem peinigende TvnnerStag, so kenmelchrnt auch der französische Name 1 mntttojen Terrier der das Eigentum eines' Freundes war. ^rd^die Benennung „Gründonnerstag", die zuerst um das Jahr klingeln. Um zu untersuchen, ob der Sund wirklich auch >den 1200 wrkomMt, auch noch abgeleitet von dem ihn «wSzeichnenden I Zweck seines Mngelns erfaßt habe, gab er dem kleinen 'Tier den- Weseabschnitt PsalM 23, 2 („Er weidet mich auf einer grünen Aue ) I BeseU zum Klingeln, als das Dieiistmädchpn gerade nn Zimmer loöer von der noch heute verbreiteten Sitte, an diesem Tage grüne I der Terrier blickte mit seinen klugen Augen >erst mif Frühlingskräuter zu genießen, denen Man eine heilbringende Knast , . n Ö€rrK/ flUf das Dienstmädchen und rührte sich nicht. ÄÄ« « WSsFS XXTSfcÄ**Ä ÄW Beobachtung dazu kommen, von selbst! Turnopser in Bewegung zu fttzcu, ist sehr »ft beobachtet worden. Durean de la Mall« erzählt von seinem Terrier, wie der Hund die Handhabung des Türklvpfers beobachtet und verstanden hat. Das Tier hatte un Gelegenheit gehabt, einen Türklopfer zu sehen. Bei emeiu ^pazierst gang in Paris wurde der Terrier müde und eilte allein heim: Mr Tür war geschlossen. Umsonst suchte sich der Hund durch Bellen bemerkbar zu mache». Zufällig trat ein Derr au das Seins, klopfte und wurde eingelassen. Der Terrrer benutzte ue Gelegenheit, um ins Saus zu schlüpfen, aber die Lehre vergaß er nicht: iwch am selben Nachmittage verließ er mehrfach das Saus und jeMsmal, Wenn er zurückkam, sprang er an der Tür empor, setzte den Klopfer in Beweanug und verschaffte sich so Einlaß, -'«to interessanter ist der Fall eines schlauen Katers!, den ein Mit-, arbeiter der englischen Zeitschrift Nature berichtet hat. Der Herr des Katers Pflegte im. Winter stets Brotkrumen für die Vögel 188 ttt beit Garte» zu fueiteit. Mr Kater bemerkte bald, btt ft dies ■fljff die Sperlinge große Anzirhungskvafk auMbte; jedesmal, wenn Bvotkrumen ausgswvrfen wurden, verbarg! er sW in der Nähe Guter einem Busch und unternahm mehr oder minder glückliche Angriffe auf die Vögel. Eiites Tages Mürben die Krumen erst mit Abend ausgewarfcn, in der Nacht fiel Schnee und mit nächsten Morgen war das Vogelfutter unter einer Schneedecke begraben. Zn seinem Erstaunen konnte der Hausherr beobachten, tote sein schöner schwarzer Kater voll Eifer den Schnee beiseite schaufelte. Stück um Stück grub das Tier die Krumen heraus, legte sie sorgsam! auf die Schneedecke und schlich daun zu seinem Busche, wo er sich tote gewohnt auf die Lauer legte. Im Laufe des Winters hatte man noch oft Gelegenheit, den Kater zu beobachten, Wie er die Köder für die Sperlinge auf diese Weise stets sorgsam bereit legte. Mit Welcher Schlauheit ost F-üchse Fallenstellern ihre Streiche spwlen, bestätigen zahlreiche Erfahrungen. Dr. Rae hat bei seinen Jagden auf Polarfüchse in dieser Hinsicht verblüffende Erfahrungen machen müssen. Bitt der Zeit lernten die Füchse den Mechanismus der Fallen kennen und Wüßten stets der Gefahr zu entgehen. Schließlich ersann Dr. Rae eine neue Falle: er stellte ein Gewehr mit Schrotladung auf, dessen Drücker durch eine lange, unter dem Schnee verborgene Schnur mit dem Köder verbunden war. Das erstemal ging ein Fuchs in die Falle und erschoß sich sozusagen selbst; aber er-blieb auch der einzige. Die Füchse fanden sofort einen AuÄvdg, sich die Beute ohne Gefahr zu verschaffen. Entweder zernagten sie die Schnur ober sie gruben sich durch Schnee und Erde eine Art Kanal zu dem Köder, so daß sie in dieser Versenkung verborgen, gegen den Schuß gesichert Waren. Nach den Schilderungen von Potoelsen, die später durch Dr. Henderson bestätigt wurden, wissen die Mäuse von Island durch regelrechte Schiffahrten Flüsse zu überqueren. Zehn bis zdvKf Mäuse tun sich zusammen, schleppen mit vereinten Kräften ein genügend großes Holzstück zum Wasser und vertrauen sich .auf diesem Fahrzeug furchtlos den Fluten au, Wobei sie mit den Schwänzen steuern. Ja bisweilen verfertigens sich, Tiere regelrechte Instrumente, um! bestimmte Absichten zu erreichen. G. E. Peal beobachtete mit Erstaunen, rote einer seiner jungen Elefanten trockene Bambusstauden ans den Hecken zog. Der Glesant prüfte einige Bambusstäm'Me, bis er einen geeigneten gefunden hatte, zerbrach ihn mit der Vorderpfote und nahm das Bambusstück in den Rüssel. Dann hob er das eine Vorderbein Und kratzte sich mit dem Holz stück sozusagen in der Achselhöhle. Welche Absicht er dabei verfolgte, wurde dem Beobachter klar, -M er schließlich einen großen Blutegel zur Erde fällen sah. In einem anderen Falle, in einer Jahreszeit, da die Stechmücken die Weßmten seh. plagten, ging der Dickhäuter in den Busch, riß sich eine große vielblättrige Stande los, entfernte sorgsam alle Blätter bis auf einen Büschel an der Spitze und hatte nun ein Instrument gewonnen, mit dem er die Mücken verjagte. Vermischtes. * Di« gesundheitliche Bedeutung des Zuckers. ?? «Ucker ein «ausgezeichnetes Mittel zur Muskelkräftigung P* W eurer Reihe von Jahren bekannt. Er vvrdienitj deshalb einen hervorragenden Platz bei der Ernährung der arbeitenden Masse, der Sportsleute, Touristen und Soldaten. Dr Gradmrscu hat vor kurzem bei Personen, die 20 Stunden gefastet gatten, den Grad der Ermüdung der Muskeln festgestellt und gefunden,, daß durch die Verabreichung von nur 25 Gramm Zucker dtz' .Zujammienziehungen der Muskeln viel kräftiger werden und die Ermüdung viel später eintritt. ... * ? d t1« S« d e s H a a r-e s. Ju langjährigen Studien und Versuchen hat sich ein französtzchet Mediziner, Dr. Gnekpa', mit der Hygiene des Haares beschäftigt und sich insbesondere mit ber Ursache des Ergrauens der Haare und mit der Kahlköpfigkeit Die ErgMiisse, zu denen ihn seine Forschungen geführt haben veröffentlicht der Gelehrte letzt in bet Revue und tritt Olmnt den Medizinern entgegen, die das Ergrauen der Haare Mikrobmr znruchüHren, die den Farbstoff töten. An der Hand zahlreicher Beispiele beweist Dr. Guelpa, daß die vielempfohlenen antiseptischen Waschungen, die Anwrnduug alkoholhaltiger Haar- toässer, kurz die gesamte Haarpflege, die überall geübt wird, ihrem Zwecke widersprechen nnd die Farblosigkeit und das Ausfallen der Haare ttt gefährlichem Maße steigern. Diese häufigen Waschungen lllt° i- B. auch die Ursache dafür, daß das Haar des Mannes in bei- Regel früher ergraut, wie das Haar der Fran. Die Fran pflegt im allgemeinen ihr Haar seltener zu Waschen und erhält damit .der Kopfhaut und den Haaren jene fettigen Bestandteile, die eine wesentliche Lebensbedingung für gesunde Haare sind. Anßervrdmt- rEui /utevessant ist Dr. .Guelpas Hinweis auf die ungleich kürzere Haltbarkeit der Farbe, bei den Barthaaren im vergleich zu den! Kopfhaaren. Man wird in den meisten Fällen beobachten, daß kurz nach denk Ergrauen ter Kopfhaare auch die Barthaare ihre Farbe verlieren, der Zeitabstand beträgt in der Regel nur wenige Jahre. Da die Barthaavc! erst mit beginnendem Mannesalter! wachsen und daher rund zwanzig Jähre jünger sind, als die Kopfhaare, ist ihre gesunde Lebenskraft und die Dauer ihrer Farbe also viel geringer als die der Kopfhaare. Der französische Gelehrte! erklärt dies durch die häufigen Seisenwaschuugen, denen die Barthaare ausgesetzt sind; das Gesicht Wird täglich zumindest einmal, wenn nicht noch öfter gewaschen, während mir wenige Männer täglich eine ganze Kopftoaschung vornehmen. Hiermit erklärt sich auch die Erscheinung, daß. in vielen Fällen die Augenbrauen zuerst zu ergrauen beginnen. Die! häufigen Reibungen rauben den Fettgehalt; ein Vergleich mit dem Tierreich bestätigt diese Beobachtung^ man Wirb stets finden, daß das Fell der Pferde zuerst an« der /Stell« ergraut, toi» durch das Geschirr Reibungen verursacht werten. Tas Gleiche beobachtet..man bei allen Tieren; stets ergraut das Haar zuerst an den Pfoten und au ter Schnauzt, also an den Stellen, die die meisten Reibungen erfahren. Jt dieser Hinsicht ist die eng anliegende Form der männlichen Kopf- bekteidung der Haarfarbe und der Dauer des Haarwuchses ungleich gefährlicher, als die weibliche Kopfbedeckung, di« niemals das Haar von ter Lust so stark abschlicßt, keinen so starken Truck ausübt und insbesondere die SchlKfengegönd freiläßt. Auch big männliche Mode, das Haar kurz geschnitten zu tragen, befördert das frühe Ergrauen und den Haarausfall; die langen Haar« der Frack werden der Absi«cht der Natur gerecht, die die Kopfhaut als einen empfindlichen Teil des menschlichen Körpers gegen alle Gefahren« besonders schützt und damit alle Störungen rät den Geweben unb* Drüsen fernhält. Dr. GuelPaS Forschungen gipfeln in einer neuert Hygiene des Haares, die die antiseptischen Waschungen bis auf Wenige, besondere Fälle fast völlig ansschaltet, dagegen die Behandlung des Haares mit fetthaltigen Substanzen und insbesondere häufige Köpfmassageu anrät. Tie Furcht vor starken Kopfmassagen! ist unbegründet; viele Leiite fürchten diese Massagen, Weil Haav dabei verloren geht, aber die' dabei ausfallenden .Haare sind! bereits krank und Würden so Wie so noch kurzer Zeit ausfallM Zahlreiche Versuche haben gezeigt, daß für jedes' ausgerissene Haap stets .ein neues, stärkeres gesundes nachwächst, während die von! selbst ausfallenden Haare nur durch schwächere ersetzt werten, die bald 'wieder ausfallen und so schließlich zur Kahlköpfigkeit führen. * Eine neuartige Entschuldigung für zu schnelles Fahren brachte ein Automobilist in Kingston vor, ter sich wegen« der Ueberschreitung ter Geschwindigkeitsgrenze zn verantwortet hatte. Er erklärte, eine beträchtliche Strecke hinter einem anderen! Krastwägen hcrgefahren zu sein, das so üble fünfte von sich gegeben habe, daß er es nicht länger hätte ertragen können, llirt dem' schlechten Geruch zu entgehen, sei er darauf eine kurze Strocks schneller gefahren, aber leider gerade an einem Punkt, WO sich eine Polizeifalle befand. Merkwürdigerweise erkannte der Gerichts!-' Hof diefs Entschuldigung an, ein Fall, deck sich so selten ereignet/ daß er besondere Erwähnung verdient. Gewöhnlich muß der! Autler in England zahlen, Wenn ein Schutzmann sagt, die Ge- schw'indigkeit habe 25 'Meilen betragen, selbst wenn der Waget nachweislich nicht in der Lage ist, mit einer größeren Geschwmdig«-! feit als 12 Meilen in ter Stunde zu fahren. * Käser ite!nho f Hüte. Unteroffizier: „Also Hofschaw fpieler sind Sie ? Schön! Aber trotzdem im'mler proper an treten, rate ich Ihnen! Lninpazivagabundus Wirb, nicht gespielt bei W!N Rätsel. Ich komme zu euch alle Tage, 's freut sich wollt jeder, das; ich da. Ich vielen Segen bei mir trage, Dies lange schon die Menschheit sah. 's war große Weisheit, als mir setzte Ter Herr der Schöpfung meinen Ort, Schon viele dadurch er ergötzte, Er ist fürwahr ein guter Golt. Er schickt mich treulich Sommer, Winter, Im Herbst und Frühling, allezeit. Auch habe ich viel heitre Kinder, Gar manches davon dich erfreut. Ich rüstete zu neuem Lause mich neulich, Habe viel im Sinn, Nun mußt du mir auch sagen freilich, Hast du erraten, wer ich bin. E. I. Auslösung in nächster Nummer. ^Auflösung des Leiterrätsels in voriger Nummert F N R I E T I I E ERNST D Z REIMS I C CATCH H E Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießern