Eä® HB Mittwoch den 25. November (9(0 — Nr. (83 MleßEWMilley^. % IntechaltunMall;um!.GießenerAn;eiger Gemml-AHeiHer) (Sortierung.) (Nachdruck verboten.) Friedel halb-süß. Noman von Fedorvon Zobel11tz. Rechtsanwalt Rittland war ein alter Freund des Hauses, dem man vertrauen konnte. Er sollte zunächst die Entmündigung des Kommerzienrats in die Wege leiten; dann hieß es, den Verbindlichkeiten Karl Augusts nachzuspüren 'und eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen, soweit sich dies ohne .gerichtliche Beihilfe ermöglichen ließ. Es hieß endlich, der Firma wieder eine wirkungsvollere Basis zu schaffen uitb sie aus den ewigen Geldverlegenheiten herausznretfien. Dazu mutzten die gesamten Geschäftsbücher durchgear'veitet werden, und dann kam vielleicht neuerdings die Frage der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft tu Erwägung. Auch die Prozeßangelegenheit mit den Miquelons wurde nochmals besprochen. Rittland erzählte, in, der OÖffentlichkeit sei die Meinung verbreitet, die beiden Parteien wünschten sich zu einigen. Er war der Ansicht, daß dies da Vernünftigste sein toi'uue, schon um den ins Ungeheure anwachsenden Inserat- und Prozeßkosten zu entgehen. Aber auch sonst lagen für die Firma Friedel gewichtige Gründe vor, einer Einigung nicht auszuweichen. Allerdings: früher oder später mußte das Zeugnis des Herzogs von Weelen ja einmal eintreffen, und es war nicht zu bezweifeln, daß er das verabredete Abkommen bestätigen würde. Fraglich wäre aber auch dann noch geblieben, ob er für den Abschluß eines solchen Abkommens', das sich zudem nur auf Beredring und eine qelegentlichiHKorrespondeuz begründete, die Kom- petenz besessen hätte. Und schließlich: immer konnte Lesson, dem vom Hause Friedel kein schriftlicher Vertrag vorgelegen hatte, die Ausrede eines Mißverständnisses gebrauchen. R.tt- land hielt einen moralischen Sieg der Friedels für nicht unmöglich, aber an einen rechtlichen wagte er nicht zu glauben. ■ o , Da wurde noch einmal tu dem alten Opa das Kaus- mannsblut rebellisch. Er begann zu schimpfen. Woran lag es, daß dieser ganze lärmende Reklamefeldzug so kläglich enden mußte? Doch nur daran, daß man mit dem Herzog kavaliermäßig, aber nicht kaufmännisch verhandelt hatte. Schöne Worte hin und her, Komplimente und Lre- beitswürdigkeiteu, doch kein fester Vertrag. Wenn Fritz mit Weelen einen Kontrakt geschlossen hätte tote Eldrtngeu mit Lesson, dann toürden die Miquelons vermntltch den Mund nicht so gewaltig aufgerissen haben! Das war richtig, nur kam das Domtertvetter de» Alten leider zu spät. Fritz gab auch keine Antwort darauf. Er hatte der Zusage des Herzogs ohne weiteres vertraut, und das letzte Telegramm, das er von ihm aus Uttenhooven erhalten, war der Beweis daftir, daß Abeelen selbst bts zum letzten Augenblick geglaubt hatte, sein Versprechen erfüllt zu haben. Es handelte sich also in der Tat,nur um die Kompetenzfrage. Wer war Direktor Lesson in dieser Beziehung auch wirklich im Recht (und das schien er nach den vom Grafen Eldringen dem Gericht vorgelegten Kopten seiner Verträge mit der Gesellschaft zu sein), so hätte eß doch die Kulanz und der Respekt vor dem Präsidenten der Vereinigung erfordert, den Wünschen des Herzogs Rechmmg zu tragen. An ein Mißverständnis glaubte Fritz nicht, wohl aber an eine Bestechung seitens des Hanfes Miquelon, doch eine Beweisführung darüber hatte das Gericht ab- gelehnt. Run hatte allerdings Rittland gegen diesen Beschluß begründete Beschwerde erhoben; aber selbst wenn das Gericht noch nachgab, war es zweifelhaft, ob der Beweis gelingen würde, da Lesson als Ausländer sich jederzett der zeugeneidlichen Verpflichtung entziehen konnte. In seiner Medergeschlagenheit und Müdigkeit hätte Fritz sich nunmehr auch am liebsten einen ehrlichen Friedensschluß mit den Miquelons gewünscht, schon deshalb, um unbehindert durch den Streitfall sich der Ordnung der neuen geschäftlichen Schwierigkeiten widmen zu können. Aber wie sollte dieser Frieden herbeigeführt werden? Daß die Miquelons nicht zuerst die Hand bieten würden, war vorauszusehcn; es ließ sich auch schwer eine Basis für die Einigung finden. — Fritz hatte sich die gesamten Geschäftsbücher von Kestel- holz in seine Wohnung bringen lassest. Er benützte die Nacht, um sie nochmals durchzuarbeiten. Eilte tiefe Bitterkeit erfüllte ihn. Im Grunde genommenwar es ganz zwecklos gewesen, daß er den Beruf gewechselt hatte. Er hatte dem alten Geschäft seine junge Kraft zusühreti wollen. Er war mit Feuereifer an die Arbeit gegangen, dem auch ein gewisser moralischer Impuls nicht fehlte. Tatkräftige Leistung sollte einer großen nationalen Industrie zu neuen Siegen' verhelfen und sie dem bisher übermächtig gewesenen Ausland gebührend zur Seite stellen. Und eS. hatte sich so gefügt, daß auf einen Sieg zu rechnen war. Nach beut Urteile der Kenner übertraf die neue Schaumweinmarke alles, was bisher in Deutschland auf dem Wege der Flaschengärung produziert lvorden war; und nicht nur das: sie hielt auch den Vergleich mit dem besseren französi- scheu Champagner aus. Eine ungemein geschickte Reklame, die sich air ein epochales Ereignis anknüpfte, begünstigte die Einführung der neuen Marke und führte sofort einen lebhaften Absatz herbei. So war die beste Aussicht für eine neue Blütezeit des Haiises Friedel vorhaudeil. Und plötzlich kam der Rückschlag. Die Klage der Miquelons war der erste starke Stoß. Selbstverschuldetes sprach dabei mit. Fritzens persönliche Anwesenheit tu Uttenhooven wäre eine Notwendigkeit gewesen. Er hätte auch versuchen sollen, die Versprechungen des Herzogs in bindende Form zu bringen: wenn nicht sofort nach den ersten Verhandlungen, so doch nachträglich, als ihm klar geworden war, daß Weelen die Last der Geschäfte auf anderer Schultern bürdete und sichtlich gar feine Zeit faM — 730 Aus dem Jahre 1848. EiM wahre Dorfgeschichte von Herrn. Strack, RuppertenroT- (Bei unserem Preisausschreiben lobend- erwähnt.) „Freiheit u.nb Gleichheit!" Dieser Ruf 'des Jahres 1848 drang auch in die abgelegensten Ortschaften und Dörflein des Vogelsbergs obwohl damals noch keine Eisenbahn den Vogelsberg sich um die subtile Ausführung seiner Zusagen zu tümmern. Mer die Gegenminen der Miquelons waren nur ein Wetterleuchten gewesen; der Sturm sollte noch kommen. Der Werschwendungssucht der Mutter war glücklich ern 31!0e* angelegt, das ganze Hauswesen vereinfacht worden: erus Zeit vernünftigeren Lebens und größerer Sparscrmreit sollte beginnen. Da ging Fritz mit dem guten Beispiel voran; unter straffer Selbstzucht verlor sich das Interesse für spielerische Unterhaltungen; die kindische Freude an nutzloser Geldverschleuderung schwand; das Pflich.bewußtiern wurde reifer, sein ganzes Dasein nahnl Ordnung und Fefttgtert an. Und dann kam lvie ein Blitzschlag der jähe Sturz des Es stand nun fest: der Kommerzienrat siechte an jener Unheimlichen Geisteskrankheit dahin, für die es keine Heilung gibt. Wie sie entstanden war, ließ sich mct)t sagen; auch der Arzt mußte sich auf Vermutungen beschranken. Daß sie sich lange vorbereitet hatte, war zweifellos Die allmähliche Vernichtung der psychischen Persönlichkeit des armen Mannes hatte wohl schon vor Monaten begonnen. Wäre Fritz ein Pathologe gewesen, so hätte er aus gewissen symptomatischen Kennzeichen, die ihm in der letzten Zeit an seinem Vater aufgefallen waren, auf das sich entwickelnde Leiden schließen und im Interesse des 0e,chafts Borbeugungsmaßregeln treffen können. Shut aber war nichts mehr zu wollen. Vielleicht ließ sich mit den Prtvat- gläubigern eine Einigung erzieleii, bei der ent paar tausend Mark zu ersparen waren, zumal der Kommerzienrat auch Wucherern in die Hände gefallen zu sein schien. Aber die Geschäftsakzepte bei den Banken mußten trotz der Namensfälschung bezahlt werden; das erforderte der Rus der Firma. Hie und da: tappte Fritz noch völlig: tin Dunkeln- Da die Korrespondenz des Hanfes durch seine Hand ging, so war es ihm unklar, daß er nicht schon vor Wochen die Sachlage entdeckt hatte. Der Kommerzienrat mutzte mit ganz besonderem Raffinement vorgegangen sein, und auch das war wieder charakteristisch für seine Krankheit, in deren Anfaugsstadien häufig schlaue Berechnung und klug erwogene Kombination mit blödester Gedankenlosigkeit wechseln. Aber alles das mußten die nächsten Tage ergeben; da bekam man auch erst einen Ueberblick über die schwebenden Verbindlichkeiten. Die Tatsache, daß sich ein dem Hause Friedel befreundeter Frankfurter Bankier gleichfalls als Privatgläubiger mit einer erheblichen Summe gemeldet, ließ befürchten, daß der Kommerzietlrat auch jenseits des Gaus seine Streifzüge ausgedehnt hatte. Und immer noch war es Fritz unklar, wo der Vater das ganze Geld gelassen hatte. Es ließ sich, mit annehmen, daß er der rechtzeitig abgereisten sogenminten Gräfin Orczelska auch viel in baren Summen geschenkt hatte. Wie unsagbar gleichgültig er mit dem Gelde umgegangen war, bewies drastisch, daß man in eiltet Tasche seiner Hausjoppe ein paar zusammengeknäulte Dausendmarlscheine gefunden hatte. — . v Es war vier Uhr morgens, als Frttz sich mit bleichem Gesicht von seinem Arbeitstische erhob. Er klappte das Geheimbuch der Firma zu, dem seine letzten Rechenkünste gegolten hatten, öffnete das Fenster und zog die Ja- lonfie auf. Er hatte sein altes Zimmer im Schlößchen behalten, die große Erkerstube über bem Mittelbalkon, die er ihrer Aussicht halber besonders liebte. In der Frühe dieses Spätsommertages strichen noch feine Nebel üher den Rhein, durch die das smaragdene Wasser leuchtete. Das Ufergolände gegenüber badete sich in einem zarten Dunst, in dem alle Farben des Sonnenaufgangs sich mischten, und darüber spann das Blaßblau des Morgenhimmels sich wolkenlos aus. Ein heiterer Tag erwachte. Unten im Garten stritten die Vögel miteinander; auf der BalkoN- balustrade lärmten ein paar inuntere Buchfinken; dicht am Fenster vorüber flog ein Blaukehlchen, das trug einen Grashalm im Schnabel. Fritz fuhr unwillkürlich zurück. Fast hätte die Flügel- spitze des Tierchens sein Gesicht gestreift. Dann lächelte, er. Diese Berührung war wie ein Gruß aus einer anderen Stimmungswelt, aus freudiger Natur. Und einige Minuten hielt diese Wandlung an. Es war ein reges Leben im Garten. Ein Fliegenschnapperpärchen haschte sich; das Männchen suchte in raschem Fluge das schäkernd fliehende Weibchen zu erreichen. Spatzen huschten mit heftigem Gezänk über den weißen Sand der Wege; um die letzten Rosen vollführte ein weißer Schmetterling 1 einen heiligen Taumeltanz zu Ehren der Sonne. Aber das Lächeln auf dem Gesicht des jungen Mannes erlosch wieder. Der Tag wurde strahlend-Aus taufeuchtem glitzerndem Blättergrün tauchten Häuserfirste auf. Ganz unten eine rote Dachecke: da wohnte der Opa. Weiter links blauschwarzer Schiefer, unter dem Kesselholz und seine Dora schliefen. Und dann jenseits der Nutzbaumallee, aufstarrend zwischen den dunkeln Zuckerhuten! hoher Lebensbäume, die Zinnen, Türmchen und Kupfer- Hauben der Helldorfschen Billa: halb! englisches Kastell) halb Abtei. o„, r , Die drei Häuser waren es, deren Anblick das Lächeln auf dem Gesicht Fritzens löschte. Alle Stimmung heiterer Morgenlust verflog. Aus einem Augenblick sonnigen Träumens Rückkehr in scknvarze Wirklichkeit; die Gedanken, die wie der weiße Schmetterling in holdem Taumel getanzt, suchten unwillkürlich nach dem Kausalzusammenhang, zu dem der Blick auf die drei Häuser aufforderte. 'Die Zähne des jungen Menschen küirschten. Es war ein Elend. Ein blödes Ungefähr, eine Erkrankung, riß alle Stützen um. Und da brach der Bau, und die Feinde jenseits des Rheins konnten lachend ihren Triumph vollenden. ..., Es war eigentümlich: der Gedanke fttt die Möglichkeit eines triumphierenden Sieges der Miquelons scyob alle näher liegenden Sorgen in Fritz zurück. Dieser Gedanke verletzte seinen Stolz umsomehr, als er sich moralisch im Recht fühlte. Und trotz seines inneren Rechts würde er dem Gegner auf der Stelle die Hand zu friedlichem Ausgleich gereicht haben, wenn der fie geboten hätte. Der Zusammenbruch seines Hauses war erschütternde Tragik. Vor ihr neigte auch neidische Konkurrenz respektvoll das Haupt, denn die gleichen Gewalten, die aus dem Unbekannten kamen und ehrlich kämpfende Mannheit im Sturme vernichteten, konnten jedem Kaufmann gefährlich werden: keine Rechnung stellt das Unvorhergesehene als Faktor nt ihre Zahlenreihen ein. Aber der Sieg der Miquelons, imb Menu auch nur der formalrechtliche, würde den grimmigsten Hohn entfesseln, ein schallendes Lachen, ein Au, heulen giftiger Freude. . . und unwillkürlich ballte sich ^ritzens Hand und wieder knirschten die Zähne. . . . Die beiden kleinen Kupferhauben der Villa Helldors deckte die höher rückende Sonne mit Gold ein. Unwillkürlich dachte Fritz, während sein zwinkerndes Auge über die goldenen Lasuren schweifte, an den letzten Besuch Heudorss zurück. Damals war es noch an der Zeit gewesen, dem Streite ein Ende zu bereiten, ohne daß eine der Parteien sich gedemütigt hätte. Und vielleicht empfing man ihn da unten auch heute noch mit geöffneten Armen. Denn noch hatte er ja Geltung im Meise der Gesellschaft, und! die blonde Dirne wartete nur auf das Sesam, das ihr die verschlosseiien Tore öffnen sollte. Und immer noch ging Eldriiigen als guter Vertrauter bei ihr ein und aus — es war gar nicht unmöglich, daß er von den Miquelons bereits Auftrag hatte, zu horchen und zu lauschen, wie man über eine Einigung dachte. Ein kurzer Weg, ein paar Schritte nur — und vielleicht, ehe es wieder Morgen gcr worden, war eine Sorge verscheucht. Aber nein — nein! Es gibb Widerstände, die nicht zu brechen sind. Auch ein Haß kann so ehrlich sein, daß an ihm sich nicht rütteln läßt; ein Wscheu so tief, .daß seine Ueberwindung einem Aufgeben alles Persönlichen gleichkommt. Noch fühlte Fritz, daß bei allen Sorgen die Selbständigkeit seines Innern nicht bedroht war; fühlte aber auch, daß die leiseste Abhängigkeit von jener Frau sie restlos vernichtet hätte. Denn Diane stand für ihn in der tiefsten Schichte der sozialen Gemeinschaft, und das war ein Empfinden, das nicht aus landläufigen Moral- begriffen hervorging, sondern aus einem starken Widerwillen gegen den Schmutz. Er nickte zum Fenster hinaus. Unten staub der Gärtner und grüßte ihn. (Fortsetzung folgt.) — 731 >b des hierher getragen. _ . „ t . Man glaubt den beiden Männern. Kem Verdacht fallt ans sie. Wie sollte das auch? Wer einen totschlägt, der bringt den Erschlagenen nicht seinen Angehörigen. Auf diesen Gedanken baut sich auch! das Mer trauen der Täter. Sie kehren gefaßt heim. Im Dorfe der beiden Männer erregt doch das Erschlagen des Beamten großes Aufsehen, wiewohl man insgeheim die Beseitigung des ftrengen Aufsehers als eine Befreiungstat begrüßt. Man hört ivohl die Frage: wer mag das getan haben? Niemals aber vernahm man den leisesten Verdacht gegen die zwei Tater aussprechen. ltnt> die Eingeweihten waren still rote das Grad. Der Totschlag deS Waldaussehers wird sogleich dem Landgericht des Bezirks gemeldet. Das Gericht erscheint, stellt die eingehendste Untersuchung an, nimmt umfassende Verhöre vor, die Tater bleiben verborgen. Dem Gericht entgeht allerdings nicht der Verdacht, ob doch nicht am Ende die beiden Ueberbringer des Wlagene« die Täter fein, könnten. Des Gerichtes Untersuchnng verfolgt diesen Weg. Allein, Zeugen bekunden, die Männer im Dorfe gesehen zu haben, dazu ist der Leumund der Verdächtigen tadettos Die ganze Gemeinde tritt auf in gewohnter Einmütigkeit und. bekundet, daß die beiden Männer emer solchen Tat nicht >ahtg wären. Kurzum, das Gericht vermag kerne Bewerfe der Schuld für die Verdächtigen aufzubringen, ist aber besten ungeachtet uber- zeuat daß die Täter in der Gemeinde der beiden M .suchen seien. Das Gericht setzt eine hohe Belohnung für dre Kenntlichmachung der Täter aus. Ohne Erfolg. Kein Verräter meldet sich; alles bleibt ruhig. . , Da entschließt sich die Regierung zu einer Maßregel, durch bereit Druck sie den Verrat der Täter erhofft. In dre klenre Gemeinde wird eine Abteilung Soldaten unter einem Leutnant ins Quartier gelegt. Man weiß, wie sehr die ärmliche Gemeinde i ihre Last hat, die Gemeindebedürfnisse zu bestreiten, wie Hari ihre Bürger eine Einquartierung drückt. Aber man hatte sich tin bett Annahme geirrt, daß dieser Druck zur Entlarvung der .Tater ^^Die^Soldaten lagen einen ganzen Winter über im Dorfe zum ! Leidwesen nicht nur der Leute, sondern mich des Leutnants. Der wußte in dem kleinen, abgeschlossenen Dorfe kaum die Zeit herumzubringen und totzuschlagen. Die Bibliothek des Lehrers mußte ihm den Zeitvertreiber spielen. rr. Der Frühling kam ins Land. Auf dem Dachfirst pfiff der | Star sein Frühlingslied. Im Felde trillerte die Lerche. Baume und Sträucher knospeten. Im Dörflern aber war iwch Nicht eine Haarbreite ©mir gefunden worden, die auf die Fährte der Tater stihrte Da kam der Befehl zum Abrücken der Truppen. Wre eine Erlösung begrüßte man ihren Wegzug. , Nun glaubte man, das Verbrechen würde niemals aiifgeklart werden. Doch der Verräter, sagt ein Wort, schlaft nicht Frauen- - znngen sollten auch hier die Träger des Sonnenstrahls werden, der das Dunkel der Tat erhellte., Im Frühling liest man alljährlich m den Dorfschaften Ne I Kartoffeln in den Kellern herum, d. h. man scheidet Ne gütens und schlechten Knollen voneinander. , So saßen eines Tages auch zwei Frauen des Dorfes in einem Keller, lasen die Kartoffeln und plauderten, und schwatzten von diesem und jenem. Die eine der beiden war eme Elngewnhte über Ne Täter. Sie mochte wohl denken, da das Gericht nichts herausgebracht, Ne Soldaten vergeblich den Winter lang da- I gewesen, sei nun für die Täter alles gewonnen, ^m Flüstertöne; erzählt sie ihrer Freundin die Geheimnisse der i,at in all ihren Einzelheiten, ja unterdrückt dabei nicht das Gefühl der tmtna das „sie" - sie meint die Obrigkeit - doch nfchts herausgebracht, ein.Gefühl, das auch dre andere Frau \ ^^^bcr die beiden Frauen waren doch nicht vorsichtig genug I gewesen - sie hatten vergessen, daß die Wände Ohren haben und die Kellerwände ganz große in den Kellerlöchern, insbefondere, wenn sie offen stehen, ivM eS ;m Frühjahr der Fall ist Mn Einwohner des Dorfes, einer, der einen Beweis> fux die I M^hrlreit des Wortes abgab, daß oft der Verräter schlechter rst I als der Täter, einer, der an Gottes Erdboden kein Terl hatte, | auch wenn er nicht aus einem Baume saß, einer, ber nichts zu | verlieren, aber alles zu gewinnen hatte, ging am Hause vorüber Die Sonne war längst hinabgesunken hinter dem Walde, . der die niedrige Hügelkette krönt, Ne westlich eures Vogelsberger Dörflrins hiirzieht. Die Abenddämmerung sentte sich herab. Die Abendglocken von den nahen Dorfüirmen waren schon geraume Beit verklungen. Da treten aus erner Waldbloße zwn rraftige Männergestalten heraus, jeder eine mächtige Last äusserlesenen Werkholzes auf der Schulter tragend Borstchttg lugen sie umher, blicken hinab nach 'der unweiten Straße, sehen hinüber zum ziahen,Hrimatsdo^f ^^^u Nachbariveiler ist seit einiger Zeit ein Waldaufseher gekommen, der scharf auspaßt, der schon manchen | angezeigt, und der keine Rüasicht kennt. , Die Gegend scheint sicher; die beiden Maniierschreitenlang- sanr weiter. Da ertönt cm kurzer, scharfer Pfiff. Blitzschnell stoßen die Männer ihre Lasten auf der, Boden. Sie kennen den Pfiff; er kommt von einer alten Frau, die es meisterlich verstano, auf dem krumm gebogenen Zeigefinger, zst pfeifen, so wie es der Schäfer macht, wenn er im Dorfe Ne Schafe zur Herde und zimi^lusziehen bisher unbescholtene Bauersleute, Ne durch den Freiheitsdrang des Jahres 1848 zu Freibeutern des Waldes geworden, wissen, was der Psifs bedeutet, nämlich daß der Aufseher ihnen aufpaßt und daß man sie warnen will. Kaurn haben die Männer überlegt, was sie ton wollen, da schallt auch schon der Ruf: „Halt! - Hältst' Ihnen entgegen tritt der Aufseher, der unter emer Hecke verborgen gestanden. Die Männer roerfen blitzschnell Me Holzlasten zu Boden, und der eine der beiden wendet sich zur Flucht- Da kracht auch schon ein Schub des Aufsehers. Mit dem Rufe: „Ich lxm getroffen! stürzte der Fliehende im Kreise herum. . Wutentbrannt greift der andere zur Axt und dringt auf den Aufseher ein. Ehe derselbe aufs neue ferne Flinte zu laden vermochte — man hatte damals nock) Vorderlader , saust Ne hoch erhob ene Axt aus ihn meder. Er sinkt zu Bodden. Nun eilt auch der vom Schuß Getroffene herzu; der schrotschuß des Aufsehers batte ihm nur leichte Streiswunden zugefugt. Unter ben wuchtigen Axthieben der beiden Wütenden haucht der Auf- seher^seiNchre^liche £Qt geschahen. SBaß nuit? fragen sich die Heiden. Jetzt gilt es die Spuren des Verbrechens zu berwrschen und jedes Zeichen eines Verdachtes fern zu halten. Beide w-isien, daß sie im Dorfe kernen Verrat zu furchten haben, da ja der 'Holzfrevel eine allgemeine Gewohnheit der den meisten Dorfbewohnern war und da man rnt Dorfs zufammen- hielt wie „Grind". Auch wissen sie, daß man den Ta strengen, unbeliebten Aufsehers als eine Befreiung auf ab, eine S8cfte.iu.ttcL jüic fte jd i>ci£? ^ctI)T 1848 veifftubet. Sorgfältig verwischen sie alle Spuren des Verbrechens am Tatort, bringen den Erschlagenen nicht wett vorn, Straßenrand, Kile.ii zurück yi! ihren Holzlasten und tragen diese heim. Im. -»-oise durchzog, Noch keine Telegraphen- und Telephonleitongen, tote । heute, die Dörfer mit den großen Verkehrsadern verband-. Mit der Abgeschlossenheit vom Verkehr verknüpfte sich naturgemäß eine Abneigung bei den Dorfbewohnern gegen Neues, Ungewohntes, Unbekanntes. Man hielt zähe an den alten Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen fest. Der neue Frethettsrus fand deshalb nicht gleich überall offene Ohren, willige Herzen. Erst als Freiheitsmänner und Freiheitsredner Versammlungen in den Dörfern abhielten und das Feuer der Begeisterung für Ne Befreiung von Gewalt und Bedrückung, von Knechtung und , Willkür entflammten, da wallten auch die Gemüter , der Dorf- | bewohner auf, da zündete das Freiheitsfeuer auch b er den sonst Stillen und Kalten. Dessenungeachtet hatte man, bet den Dorf- hewohnern für die idealen Richtungen der Freiheit wenig übrig, wenig Erkenntnis. Man wollte vielmehr handgreiflichen Nutzen, wirkliche reale Vorteile genießen. Deshalb faßte man m ben Dorfschasten den Drang nach Freiheit uild den Begrisi „Freiheit' meist auf als ein freies Tun und Treiben, Schalten und Walten. Zur Verwirklichung dieser Freiheitsgelüste bot der seither streng gehütete Wald-, die streng verschlossene Jagd das beste Gebiet. Viele Dorfbewohner, insbesondere Ne kecken, , rauhen Naturen, die sich noch spater nach dem Freiheitsjahr mit Stolz 48 er nannten und so auch noch später wohlgefällig nennen lietzen, zogen in den Wald, hieben Ne ersten, besten Bäume ab, Ne ihnen gefielen und fuhren sie am lichten, Hellen Tage heim. Andere, denen das Herz fürs edle Weidwerk schlug, Nngen Ne Flinte um ünd zogen zur Jagd, um zu erbeuten, toa^ da fleucht Ulli> Förster und Waldaufseher wagten sich nicht heraus, getrauten sich nicht, in den Wald zu gehen, weilsie wußten, daß bei dem elementaren Freiheitsdrang ein dienstliches Einschreiten mit wirklicher Lebensgefahr verbunden gewesen wäre . Lange dauerte jedoch der Freiheitstaumel nicht, nur einen Sommer lang. Dann kam der Mckschlag die Rückivirkung, Ne für Wald und Feld in einer verschärften Aussicht bestand. Allein, gar manchem Dorsbewohner war die Wild- und WalNreibeuterei zur zweiten Nattir geworden. Ja, fonft durchaus unbescholtene, biedere Bauersmänner 'frönten noch lange — selbstredend geheim — diesem besonderen persönlichen Freiheitsdrang. — * zeigen sich die beiden Männer verschiedenen Leuten, um später beweisen zu können, daß sie am Abend im Dorfe anwesend waren. Dann eilen sie zu bem Erschlagenen. Um ihre Schuld ganz zu verwischen, tragen sie den Leichnam — zu seiner Familie nach dem nur einen Büchsenschuß entfernten Weiler. Mit banger Ahnung eilt ihnen die schreckensbleiche Fräst des- Erschlagenen, als sie sich dem Hause derselben nähern, entgegen. Ein Blick auf die traurige Last, und sie sinkt mit erneut verzweifelten Aufschrei zu Boden. Der Aufschrei der Mutter' bringt die Kinder herzu, die weinend und flagend Ne Leiche des Vaters umstehen. , ,, Wie hämmerte das Herz der beiden Manner bei dieser Szene! Sie haben ja selbst Frau und Kinder daheim und sind hier Zeuge des unsagbaren Schmerzes, des tiefften Leids, das f i e verschuldet. Einzelne Tränen laufen ihnen über die Wangeil, aber sie fassen sich und erzählen ruhig, wie sie spät aus dem Felde gekommen, wo sie am Wege den Erschlagenen gefunden und ihn — 732 MV borke' Vas Gespräch bek veiverk Fräuen int Keller. Er horchte mit der gespanntesten Aufmerksamkeit, war es ihm doch selbst darum W tun, endlich zu erfahren, wer die Täter waren. Als die beiden Frauen ihre Unterhaltung beendet, da hatte derLauscher genug gehört. Er ging hin zum Gericht und verriet die ganze Geschichte. Nun schritt das Gericht zur Verhaftrtug der namhaft gemachten Täter. Jetzt half kein Leugnen, keine Beteuerung der Unschuld, die Beweise lagen klar. Die Angeklagten wurden verurteilt, der eine zu 3 Jahren, der andere zu 7 Jahren Zuchthaus. So war die Tat gesühnt. — Die Zeit heilt Wunden und läßt Gras wachsen auch scher die tiefsten Furchen. Im Dorfe dachte man nicht mehr an -diese Vorkommnisse des Jahres 1848, da brachte der Tod der beiden Minner diese wieder in frische Erinnerung. Beide Männer starben an der gleichen Todesursache — einem Blutsturz. Vorher wie den andern in glaube sah in dieser der beiden — die Die Stelle, an.welcher der Waldaufseher erschlagen worden war, galt fortan im Dorfe als nicht geheuer. Furchtsame Gemüter' schritten nachts nicht ohne Bangen an ihr vorüber. Eines Winters saßen abends der junge Lehrer des Orts mit 'zwei anderen Einwohnern in der Gastwirtschaft, sie war des Lehrers Kosthaus, und spielten Karten. Draußen lag der frischgefallene Schnee fußhoch. Da stürzte plötzlich der „Schröpfer" des Orts, ein ehrenhafter, biederer Ortsbürger, herein. — Damals gebrauchte man noch das Schröpfen gegen allerlei Gebresten intb Krankheiten, ja man hielt daS Schröpfen im Frühjahre für eine .nötige Reinigungskur. Wie manches blutarme Weiblein hat da zu ihrer Blutarmut noch den letzten Blutstropfen hergegeben und ist frühe dahingestorben! — Also der Schröpfer kam in die Gaststube gestÄWt und rief: „Herbei, ihr Männer! Mit!" 'Sie Kartenspieler werfen ihre Karten hin und eilen dem. Schröpfer nach, glauben sie doch, es sei Feuer lm Dorfe ausgebrochen. Doch der Weg des „Schräffers", wie man ihn im Volksmr^nd nennt, belehrt sie eines auderil. Dieser führt zum Dorfe hrnaus, dessen Ende nur zwei Häuser von der Wirtschaft entfernt war. Dann ging der Weg einen Büchsenschuß weiter, an die Stelle der Straße, in deren Nähe der Aufseher erschlagen wurde. Hier an einem Markstein, der an einer Wegmündung stand, machte der Schröpfer Halt. „Da guckt", sagt er zu öe,n inzwischen Angekommeuen, „in veil Schnee und betrachtet euch die Spuren! — Ich kam", erzählt ler, „in guten Gedanken, nichts Böses ahnend, von dem Nachbarort, wo ich geschröpft. 'Als ich hier in die Nähe des Marksteins komme, sehe ich ein kleines, graues Männchen deutlich bei 'dem hellen Mondschein sitzen, den Kopf gebeugt, mit beiden Händen das Gesicht bedeckend. Ich rufe hier", er zeigt die Spuren int Schitee, ,4vo ich gestanden: Wer da! Keine Antwort. Ich rufe nochmals : Wer da! Wieder keine Antwort. Da packt mich kaltes Entsetzen: ich mache einen Seftensprung und laufe, was ich kamt, in den Ort, wo ich twch Licht in der Wirtschaft erblicke, zu euch!" — Die Männer sahen im Schnee die Spuren des Schröpfers, genait tote er erzählt, aber von dem Mänitchen, das auf dem Mark- ftsitl gesessen, war auch nicht das geringste Zeichen attf dem hüllen Schnee zu entdecken. Der Schröpfer war aber ein Maitn, an dessen Aussagen nicht zu zweifeln war. — (Wir würden wohl heute diese Erscheinung erklären mit dem modernen Schlagwort „Autosuggestion".) Friedhossflora. Warnemünde, im November. ■ Wie rasch wird ein Grab, das sorgsame Hand nicht mehr pflegt, von Unkraut besetzt! In einem Gedicht, das von dem alten, neuerdings in eine Gartenanlage verwandelten Schifferfriedhof in Warnemünde handelt, habe ich einmal gesagt: Vom Strande her auf die Gräber stieg Bläuliches Gras und nahm sie ein; Graugrüner Wermut, Ringelblum Und Ginster mischen sich darein. Dasselbe rann auch schon von dem neuen Kirchhof hier (gesagt werden, der vor etwa dreißig Jahren angelegt worden ist. Auch hier ist eine sehr große Anzahl von Gräbern bereits von Unkräutern aller Art überwuchert, und eines nicht -geringen Teiles davon hat sich das bläuliche Strandgras bemächtigt. Unkraut ist ja sehr geneigt, von den vernachlässigten Gräbern auf die gepflegten überzusiedeln, es springen aber umgekehrt auch von oen gepflegten Gräbern Gartenblumen auf die andern hinüber. Eine große Sedum- oder Fetkü Hennenart hat sich auf dem Friedhof, von dem ich rede, in unzähligen Exemplaren über die Gräber verbreitet, für die keiner sorgt. Es ist das Sedum, das in ein Herbarium gelegt lange Zeit noch lebendig bleibt und fortwächst. Deshalb" heißt es wohl von diesem Krant im besonderen: wer es von einem Grabe abpflückt und mitnimmt, der findet keine Ruhe. Viele andere Gräber sind allmählich ganz eingenommen von dem hübschen bei uns heimischen, an Hecken und Wegrändern mit hellrosa Blüten prangenden Seifenkraut (Saponaria vfficinalis), von dem eine Spielart mit gefüllten Blumen in den Gärten gezogen wird. Aus dens Kirchhof ist die wilde Art von selbst gekommen, aber da-i neben die angepflanzte Gartenart verwildert unter Beibehaltung der gefüllten Blüten. So stehen sie da durcheinander als Blumengeschwister, die Landmädchen und die Städterinnen. Auf vielen Gräbern hat sich die schöne Nachtkerze (Oeno--, thera biennis) mit ihren schwefelgelber: duftigen Blüten, die am Nachmittag sich öffnen, angesät. Es ist die Pflanze, die kultiviert die Rhapontikawurzeln oder den Rapunzel-, sellerie liefert. Sie stammt aus Virginien, ist im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gekommen, dann verwildert und sehr häufig bei uns zu finden, besonders prt Waldrändern und auf Eisenbahndämmen. Auf den Kirchhof ist sie aus dessen Umgebung gekommen. Dann gibt es eine gleichfalls anmutige Pflanze, eine einheimische, die sich gern auf Kirchhöfen ansiedelt und auch auf dem, über den ich berichte, zu finden ist. Es ist eine Königskerze (Verbascum nigrum), die auch Unholdenkerze genannt wird und zwar deshalb, weil sie — was sehr für sie spricht — Unholde fernhält. Es war eben die Rede davon, daß die Nachtkerze aus' Virginien stammt. Außerdem habe ich hier auf dem Kirchhof noch drei aus Amerika eingewanderte Unkräuter gefunden. Es sind das: das kanadische Berufkraut (Erigeron canadensis), das 1655 in einem ausgestopften Vogelbalg nach Europa gekommen ist und dann, zu dem gemeinstes Unkraut werdend, sich so schnell verbreitete wie etwa in Nordamerika unser Sperling; ferner der niedliche 'gelbblütige Sauerklee (Oxalis stricta), der auch, wahrscheinlich mit Kulturpflanzen zusammen, aus Kanada gekommen ist; endlich die Galinsoga parviflora, die in Peru zu Hause ist. Von dort wurde sie in botanische Gärten der alten Welt importiert und ist aus diesen ans fast unbegreifliche Weise überall sonst noch hingelangt. Sie heißt bei uns Knopfkraut und wurde in Ostpreußen Franzosenkraut genannt, weil sie dorthin in der Napoleonischen Zeit durch französische Soldaten gebracht sein sollte. Jetzt ist sie sehv häufig in den Vorgärten Berlins und steigt auch bis zu den höchsten Balkons hinauf. Auch auf den Friedhöfen meiner Vaterstadt Danzig fand ich sie, und als Vorgartennnkraut auch in den Hauptstraßen von Newyork. Hier am Ostseestrand aber hat sie auf dem Friedhof einzelne Gräber völlig überwachsen. Daß Efeu 'häufig von einem Grabe auf ein anderes hinübergreift, ist selbstverständlich. Ausgefallen ist mir auf dem Friedhof hier ein Brombeerstrauch, der mit seinen Ranken mehrere nebeneinanderliegende Gräber überspannen; hat. Neulich bemerkte ich reife Beeren daran. Da fiel mir ein, wie ich in meiner Jugend einmal beim Wandern auf einen Kirchhof kam, der unmittelbar am Walde lag. Dq fand ich Gräber ganz überwachsen von Walderdbeerpflanzen, aus deren Grün — es war im Frühsommer —i zahlreich rote Erdbeeren hervorschimmerten. Die sahen sehr einladend zum Abpflücken und Aufesseir aus, mir aber war, als hörte ich eine Stimme sagen: „Tu's lieber nicht!" Unti so ließ ich sie stehen. I. Troja n, Gleichklang-RWer. Ein Neutrum, aus Bretteru, fdiliegt abends man spät, Damit uns kein ffremdlmg belästigt; Als Masculinum hats nur ein Brett, Doch das ist solide besestigt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Königszugs in voriger Nummer» Ein jeder Wechsel schreckt d e n Glückliche n. Redaktion: K. Neurath. — Nolatio.nsdruck und Verlag der Brtthl'jchen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Gieße«.