Vornrrrtag den 25. Zunl W Das schlafende Heer. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) kiio seine Gattin mit ihrer Vorliebe für btr» F°r,ter netI^ und Jadwiga schlechter Stimmung war. Pflegte fte von einer Wüste zu svrechen, in der man emen grünen Fleck schon einen Garten nennt Dam! 'Sie* r1^ mc^r' TT 'Gegenteil, er pflichtete ihr bei. iinfioF rei^V ^re anders war es früher hier gewesen! »län/enA^m> Ton, heiterer die Geselligkeit, gradezu EsU^ud. Man hatte amüsiert auf den Bällen in hp? ^stolnC-r? bte,et‘ Bälle hatte er die schöne Tochter ^,1^,^uhen Warschauer Bankiers kennen gelernt, dessen Reichtum weder noch dessen Katholizismus ererbt war uuch dre Kasino feste in der Kreisstadt waren sehr angenehm gewesen. Man war eben unter sich. Aber Lnfirrw«'« bem ^ande wenigstens, eingekeilt zwischen UnY fmünS t-rrn' ed möglich, exklusiv Ul bleiben. £ nuher ruckte einem Plebs auf den Hals. Wer »ebn Ä%cr ■ktne Seute gekannt? Leute, die kaum zeyn Hektar ihr eigen nannten — oft nicht einmal so viel erhoben letzt den Anspruch, wie Besitzer gegrüßt zu werden Schmarotzend, wie Milben auf der kranken Rose, hockten die Ansiedler im Land. Unerträgliche Zustande! »»«r' ufrt Garczynski vergaß ganz, daß in seiner Jugendzeit Przhborowo, und vor allem Nieinczyce, längst schon in deutschen Händen gewesen waren: aber er hatte Dav damals nicht so unliebsam empfunden. Woran lag das?! diun, woran es auch liegen mochte, jedenfalls jetzt so schnell tote möglich verkaufen! Und so hoch wie möglich! Wenn Garczynski an die Ansiedlungskommission dachte, suhlte er sich sehr erleichtert. Ueberdies waren ihm die letzten Jahre nicht günstig gewesen, und die Bank Ziemski*) wurde nicht in oer Lage sein, ihn so mit einem Ruck sicher hinzustellen. ' , ,;i . Noch an diesem späten Abend beschäftigteil ihn solche Gedanken. E beschäftigten ihn so lebhaft, daß er, trotz oer Teure an seinen Fingern und, ohne den Rock zu wechseln, der von der Nähe des Schreibers unliebsamen Duft an- gezogen hatte, seine Gattin aufsuchte. Stasia konnte einen kleinen Freudenschrei kaum unter- drucken, ms der gnädige Herr so unvermutet eintrat. „Soll ich jetzt gehen und die Nepomucena wegschicken?" sagte sie geschwind. „Sie wartet schon zwei Stunden'" Aber fte kam so leicht nicht fort, wie sie gehofft hatte. „Laß fte warten," war die Antwort. „Und dtt wartest auch!" ,, "Es _ist nur Stasia," sagte Jadwiga zu ihrem Gatten, als sie seinen unwilligen Blick bemerkte. *) Polnische Landbank, „Ich Möchte etwas allein mit dir besprechen!" „Nun, so sprich doch!. Wir sind ja allein. Null? Mas' willst du?!" Sich auf die Seitenlehne ihres Sessels setzend, nahm! er spielend ihre .Hand. Und dann sagte er ihr, daß er eben vom Schreiber habe ausrechnen lassen, daß Chwa* ltborczyce im Verkauf so und so viel bringen müsse, wenn der Verkauf lohnen sollte. ,,, "Du bist eine kluge Frau, Jagusia," murmelte er zärb> lrch und küßte ihre Hand. „Und —" er hielt an und ließ fernen Blick über sie hingleiten mit einem leichten lächelnd den Nicken — „du bist eine sehr schöne Frau! Was würdest du davon halten, mein Täubchen, wenn wir die Herren von der Kommission zum Diner einlüden? Doleschal mochte ich auch dazu bitten. Er ist mir wichtig. Er ist Mit.der Regierung liiert: ich habe gehört, daß er erst neuliü) in Posen war, beim Oberpräsidenten. Ist dir's recht? Mach's echt national, mein Seelchen: Barschtsch*) und Eiltenpotravcka und — ach, du wirst schon wissen! Und viel alten Ungar! Ich sage dir, sie trinken beim Dessert aus deinem Schuh. Sag, was hältst du davon?" „Sehr viel," sagte sie lächelnd und lehnte den Kopf an seine Schulter. „Und dann ziehst du auch mit mir hin, iw nnr's gefällt, nicht ivahr, Olek?" Er .strich ihr sacht über die gelöste Frisur: „Dein schönes Haar!" „Laß doch!" Aergerlich bog sie den Kopf zur Seite: es fing an in ihrem Gesicht zu zucken, als wollte sie weinen. „Verkaufe doch endlich! Was habe ich davon, wenn's zu spät ist! Sieh, hier" - sie ließ die Strähneit durch die Finger gleiten — „ich werde grau! Schon lange Faden! Aus Kummer, aus lauter Kummer! O, unser armes Polen! Täglich gelobe ich bei der heiligen Mutter: tem Kleid aus Berlin — keinen Hut aus Wietl — nicht Wiesbaden, nicht Homburg im künftigen Jahr — nicht einmal in die deutsche Kvnditorei zu Posen! Ach, hätte ich dich doch nicht geheiratet! Wäre ich in Warschau geblieben! Lieber unter Russen leben als in dieser langweiligen Oedenei!" Er wollte etwas sagen, aber sie ließ ihren Mann gar Nicht zu Worte kommen, heftig schrie sie ihn an: „Gedenke demer Pflichten gegen Boleslaw! Wenn Gorka von hier fortkvmmt, was doch gewiß bald der Fall sein ivird, was dann? Dann ist alles aus! Diese Hauslehrer mit den schwarzen Nägeln, die mit allen Mägden herumliebelu :— pfui, widerlich! Wir haben das doch vorher, denke ich, zur Genüge durchgemacht. Gorka sagt: „die Zukunft Polens ist in der Mütter Hand gegeben" — nun wohlan, ich bin eine Mutter! Und ich sage dir, wenn du nicht bald verkaufst, so ziehe ich allein mit Boloslaw in die Stadt. Ich bin es meinem einzigen Sohu und meinem Vaterland schuldig!" *) Rote Rübensuppe. 382 — Der Gatte erhob- sich leise. Seine Frau auf die Schulter küssend, machte er keine weiteren Unterhaltungsversuche wehr. Wer er trmßte, nun konnte er getrost die Einladungskarten verschicken. „Schlafe wohl, mein Herz! Stasia —" die Zofe fuhr Mf — „rufe die Nepomueena!" Herr von Garczynski. ging wieder ins Bureau zurück, w!o der todmüde Schreiber noch immer saß und jetzt krampfhaft die verschlafenen Augen ausriß. Die Einladungen wurden noch diese Nacht postfertig gemacht. — Oben, ins Zimmer der gnädigen Frau trat derweilen die alte Mpomncena eilt; ihr schneeweißes Haar war mit Fett unter die Haube gestrählt, und sie hatte sich-gewaschen. Zu den Füßen der Herrin, die regungslos saß, das Gesicht in den Händen verborgen, kauerte sie nieder und begann die Pantöffelchen und Strümpfe abzuziehen. Sacht strich sie dabei über den hohen Spann und dann Wer die Waden, immer hinauf, herunter — und wieder: herunter, hinauf. Seit fünfzehn Jahren, seit der Geburt dxs jungen Pa- nitsch schonte die Nepomueena ihre Nägel und nahm sie in acht, daß sie nicht immer wieder abstumpften bei der-Arbeit; die Pani liebte das Kratzen mit stumpfen Nägeln nicht. Garczhnski hatte seiner Frau schon mehrmals einen hölzernen Kratzer mit langem Stiel aus Posen mitgebracht, auch ein Händchen aus Elfenbein mit spitzen Krällchen, auch ein Bürstensystem; aber das Streichen und Kratzen der alten Hand, deren Haut von der schweren Arbeit ihres Lebens so rauh geworden wie ein Reibeisen, war nicht zu ersetzen. Nun schnitt die Filomena, die Tochter der Nepomueena und die Mutter der Michalina, schon ihre Nägel spitz, denn Großmutter Nepomueena fürchtete, daß bald der Tod kommen würde, sie zu holen — uty> wer sollte dann die Herrin kratzen?! Auf den schwachen Knien liegend, bückte die alte Nepo- Müeena ihren alten Rücken geduldig. Wie früher hinterm raschen Schnitter im Korn, so hielt sie ihn in einem fort gebeugt; sie richtete ihn gar nicht auf. Die Uhr schlug Mitternacht, da ließ sich die Herrin ins Bett helfen. Das Gesicht nach der Wand gekehrt, auf der Seite liegend, ließ sie sich nun auch den Rücken kbatzen. Immer auf, ab —> ab, auf. Stasia schlief in einem Winkel. Der hübsche Kopf war ihr hintenüber gesunken — so pflegte sie immer am Abend zu sitzen, ein Fettfleck an der rissigen Tapete bezeichnete die Stelle — sie hielt den Mund halb geöffnet und lächelte wie ein Kind im Traum. Auch Frau Jüdwiga fielen endlich die Augen zu, aber sie riß sie immer noch einmal auf und dehnte und reckte sich im überrieselnden Wohlgefühl. Die alte Nepomueena kratzte und kratzte — die Waden, den .schlanken Mcken herauf — den Rücken, die Waden herunter — auf, ab ab, auf — hin, her — her, hin. Mit seltsamer Kraft strömte etwas aus von diesen ver- m-beiteten Fingern, Von dieser Hand, die noch diente an der Schwelle des Grabes. 4. Wie eine Offenbarung kam es über Herrn Kestner auf Byb-orowo, als er, unter seinem Hoftor stehend, von Mia- ^ko h er zwei Wagen in der Richtung nach Chwaliborezyce :en sah. Sie nahmen nicht die Straße über Przhborowo- Memczhce, sondern den viel schlechteren, aber direkteren Landweg quer durch die Felder. Ma, also es war wirklich so, die Kommission, die heute vormittag die Parzellierungen beim Städtchen in Augenschein genommen hatte, fuhr jetzt zu Garezynski?! Ja, der Pole tvar ein Schlauer, der wußte es geschickt anzu- faugen! Und hier waren sie nicht einmal vorgekommen! Sie hatten Przyborowv links liegen lassen, als wäre das gar nicht vorhanden! Der Przyborowoer zog die Stirn kraus: man lyuß eben Pole sein, um SZide zu spinnen! Diese Bevorzugungen von feiten der Regierung gingen doch wirklich zu weit: das war ja schon das reine Kokettieren! Die Sonne blendete. Der Gutsherr trat unter die Akazie beim Hostor, die wenigstens einigen Schatten gab, und blickte, die Hand über die Augen gelegt, hinaus auf sein -Reich Ueberall Schober. Räder knarrten. Weich über die Str,atze weg, drüben auf der ersten Stoppel standen drei große Weizenschober, und vier, fünf hochbepackte Erntewagen schwankten eben von weiterher noch heran, um auch hier ab-zuladen. Die Schober standen wie im Feuer; gleich hinter der Stoppel, die mit scharfem Rand gegen den Himmel abschnitt, stand das Riesenrund der Sonne. Ms tauchten die Wagen aus der Sonne empor, so erschien es; feinem! Gespinst gleich hoben sich die Speichen der Räder gegen die goldrote Scheibe^ und die Rothemden, die hoch oben auf dem! Korü thronten, flammten. Sie stakten die Bunde auf und schwangen sie, mit starkem Arm die Gabel hochhaltend, Don1 obest niederwärts. Jedes Garten'bündel schwebte für Augenblicke, wie ein dunklerer Fleck, Wer von einer Gloriole umstrahlt, mitten im Rund der großen Sonne, als teile die selber gütige Gaben unendlicher Fülle aus. Der Przyborowoer rechnete: was kostete das nun wieder für Arbeitslöhne! War die Ernte geringer, brachte sie nichts ein — war sie gut, brachte sie erst recht nichts ein. Man wußte wahrhaftig nicht, um was man heutzutage bitten sollte! Bor sich hin grämelnd stand' er. Gelächter schallte von der Stoppel herüber und dazwischen Kommandorufe des Vogtes. Beim neuen Schober tummelten sich die Arbeiter. Ein paar Abstakerinneu, die kattunenen Kopftücher tief über die Mützchen gezogen, kamen jetzt in flatternden Röcken gegen das Hostor geweht mit dem staubigen Wind. Ihre geleerten Wasserkrüge brachten sie. Aber mit strengem „dalli, dalli" und - in die Hände klatschend, wie man die Gänse scheucht, jagte der Herr sie zurück an die Arbeit: hier wurde nicht beim Brunnen gelungert! Kestner schüttelte den Kopf: ja, Therese hatte ganz recht, der Hoppe war gar nicht mehr auf derst Posten, seine Ohren und Augen waren nicht mehr scharf genug, die Leute tanzten ihm ja auf der Nase! Wenn der Inspektor schneidig wäre, würden auch die Vögte schneidiger sein — wie dürften die Dirnen sich sonst unterstehen, mitten aus der Arbeit fortzulaufen?! Ja, wenn man den Szulc aus Chwaliborczyce kriegen könnte! Der verstand die Bande zu nehmen! (Fortsetzung folgt.) Sommersonnenwende. Fest der Sommersonnenwende, Fest der Blüten ohne Ende. Fest voll Hoffnung licht und klar! Was in Blüten eingeschlossen, Möcht' zu reifen Saaten sprossen, Herzerhebend, wunderbar! Wo das Auge hin sich wendet. Wird es tausendfach geblendet Von der Sonne Licht und Glanz. Auf den Feldern reiches Schimmern,- In den Lüften weiches Flimmern, Alles schwimmt in Wonne ganz. Nur im Menschengeist verborgen, Ringen unter Qual und Sorgen Die Gedanken groß und frei. Was im Geiste wir gesehen, Mög' im gold'nen Licht erstehen Daß das Reich begründet sei! Es ist hoch am Tage; es ist Mittag! In lichter Bläue wölbt sich droben das Firmament. Die Sonne, die herrliche, lichtspendende Königin des Himmels, leuchtet in wunderbarer Pracht und sendet ihre glühenden Strahlen zur Erde, ihrem Töchterlein, und umarmt es in seligem Verlangen., Sie möchte es hinaufziehen mit ihren Strahlenarmen an das- glühende, gleißende, heiße Sonnenherz. Und sie, die Erde, dis lichtgeborene Tochter — sehet nur, wie sie in neckischem Spiele! bald näher, bald ferner die Fülle ihres Lichtes trinkt und ihr in seligem Erbeben ihre Seele offenbart. Ihre Seele? Ja, ihre! Seele! Sie hat eine Seele, die Erde! Errietet Ihr schon diese Seele? Errietet Ihr, meine Brüder, schon ihre Gedanken, diese! farbensprühenden, lichtschimmernden, grünen Erdgedanken, diese weichen, sehnsüchtigen, überquellenden, jubilierenden und schmerzlichen Erdgedanken, die sie in berauschenden, berückenden Synw phonien hinaussendet zu ihr? Sie möchte die Schwere überwinden und hinaufwachsen zu dem Urquell allen Lichtes. Sie möchte selbst eine Sonne werden mit glühendem, heißem, schenkendem Sonnenherzen. O, meine Brüder, verstehet doch das Gleichnis! Es ist Mittag; die Zeit ist hoch und trägt blühende, lachende Rosen im Haar! Die Zeit, diese nimmermüde Tänzerin, diese Erstgeborene der Ewigkeit, begreift Ihr sie? Seht Ihr, wie sie bald andante, in zierlichem Menuettschritt, daherschreitet und bald con fnoco, im' 383 Sturmschritt daherbraust, immer vortvärls ihrem Ziele zu? Sie sah Sonnen gebären und Sonnen verschwinden, Reiche kommen Und Reiche vergehen. Sie eilt über schneebedeckte Eisfelder des hohen Nordens, wie über sonnendurchglühte Wüsten des Südens; über weite Steppen des Ostens, wie über endlose Prärien' des Westens, immer zu, immer zu. Den lachenden, blühenden Lenz! mit seinem Tändeln und Kosen, den glühenden Sommer mit seinen ahnungsvollen Träumen, den goldenen Herbst mit seiner Fülle und Pracht und den eisigen Winter mit seinem Zauber und seiner süßen Heimlichkeit; den blauen Himmel, den lachenden Sonnenschein, die nnrbelnden Flocken, den 'Blitz und den Donner, und meine Lust und meine Qual und Euere Lust und Euere Qual dazu, meine Brüder, bringt sie, immer dieselbe und doch immer xine andere. Sie scherzte mit den Göttern Griechenlands und zürnte mit dem alten Jehova. Sie klagte bei dem Brande Roms und auf den Trümmern Carthagos. Sie lauschte dem Freiheitsgesang der alten Deutschen und den ergreifenden Hymnen der christlichen Märtyrer, Nichts ist ihr dauernd und doch trinkt sie aus dem Ewigen. Dem Heulen des Sturmes, dem Bränden des Meeres, dem Säuseln des Windes und dem Brausen des Waldes lauscht sie, wie dem Plappern des Kindes und dem Stammeln des Greises; das Geflüster der Liebenden, wie den Schmerzensschrei des Ber- zweifelnden umfaßt sie in einer großen, gewaltigen Melodie. Ihr Wesen ist der Wechsel — und doch ist sie beständig! Nur einmal besann sie sich, schien sie in Entsetzen erstarrt/ stille zu stehen. Dort aus jener Schädelstätte, auf Golgatha wars, als man ihn, der die Fülle der Liebe im Herzen trug, ans Kreuz heftete. Da ging ihr ihr innerstes Wesen auf, da ahnte sie's, da sehnte sie sich nach ihrer Vollendung. Erfaßt Ihr, meine Brüder, nun die Zeit? Schaut ihr nur in das tiefe, dunkle Ewigkeitsauge; sehet nur, wie sie mit ihrem jüngsten Kinde der Zeitlichkeit, der Gegenwart, die Vergangene heil an die Zukunft heftet und ihrer Vollendung entgegeneilt und sich im lebendigen Geiste zu erfassen und zu umfassen sucht! Im Geiste! O, meine Brüder, versteht Ihr, begreift Ihr! den Geist? Ist er nicht Anfang und Ende, Ursprung und Ziel, nicht Grund und Folge, Form und Inhalt aller Dinge? Ist er nicht Allgemeines und Besonderes, Ewiges und Zeitliches, nicht Freiheit und Gesetzmäßigkeit? Nicht Subjekt und Objekt, nicht Unendliches und Endliches, nicht Einheit und Vielheit und Allheit dazu? Ist er nicht Ruhe und Bewegung, Sein und Werdet? Erfaßt und umfaßt er nicht sein Wesen mit seiner unendlichen Lichtfülle im Werden? Und sucht er ui.cht im Werden sein Sein zu erfüllen? Betrachtet er sich nicht im Subjekt als Objekt und sucht sich als Objekt zu begreifen? Wohin wir uns auch wenden mögen, wir sind in ihm Und durch ihn und sind ein Teil von ihm stnd sind er selbst. Wär finden ihn im andern und in uns, und wir fühlen ihn in seiner Unendlichen Lichtfülle, in seiner Abgrundtiefe beim Anblick des gestirnten Himmels üoer uns, wie bei Betrachtung des moralischen Gesetzes in uns. In seiner ganzen Herrlichkeit und Ewigkeit geht er uns auf in der Allanschauung, die über jede gegebene Größe in Sternenweiten hinausgeht, und in der Vernunftanschauung, die sich in her absoluten Fülle, in der absoluten Idee offenbart und sich als integrierenden, ewigen, ureigensten Teil seiner selbst, im geistigen Ich erfaßt. O, meine Brüder, verliert Euch nur erst selbst, Ihr werdet Euch dann selbst und ihn schon wieder finden und Euerem inneren Blick wird Raum und Zeit entschwinden.. Versteht Ihr den Geist? Seht nur hinaus, wie er sich im Kleinsten und Größten, in glühenden Bildern und in berauschenden, berückenden Gestaltungen pffenbart und sich in zweckmäßiger Zielstrebigkeit zu immer höheren Formen hinaufschafft, um sein Wesen in der Erscheinung zu verkünden. Und blicket in Euer Herz, meine Brüder, füljlt Ihr ihn? Fühlt Ihr, wie er Euch emporhebt über die Schwere, wie er Euch läutert und Mitempfinden lehrt für alle Kreatur? Und wie er Euch den Weg zeigt zur Höhe, den Weg zur Persönlichkeit, zur sittlichen Größe, zur Freiheit, den die wahrhaft Großen der Menschheit gewandelt, und wie er die Liebe als Höchstes preist? Und' schauet in die Geschichte — die doch nur eine zeitliche Betrachtung des Geistes in seinem Bewußtwerden in der Erscheinung darstellt —, wie er sich dort als der heilige. Geist offenbart, der alles belebt und alles umfaßt und alles zur Höhe, zum Lichte, zur alles umspannenden Liebe, zum Vater führt. Verstehet, meine Brüder, so die Geschichte, erfaßt so die Ungeheure Perspektive, die das Ziel aller Entwicklung in sich schließt! Erkennt, wie der Gottmensch den Tiermenschen, den Menschen der Schwere, in langem- heißem Kampfe niederzwingt, damit des Reich heraufsteige in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit, in feiner Lichtfülle, das Reich des heiligen Geistes, das Reich der Wahrheit, Freiheit und Schönheit. Es wird kommen in seinem Glanze, und alles, was im Geiste und in der Lieble wandelt, wird teilhaben an seiner Herrlichkeit! Und es muß klommen, das Reich, — weil der Geist in seinem innersten Wesen die alles umspannende, alles tragende und alles verstehende Liebe, weil er die absolute Lebensbejahung ist! So, meine Brüder, verstehet den Geist! Es ist hoch am Tage; es ist Mittag voll! 8n lichter Bläue wölbt sich droben das Firmament. Und onne, die herrliche, lichtspendende Königin des Himmels, leuchtet in wunderbarem Glanze und sendet ihre glühenden Strahlen zur Erde, ihrem Töchterlein, und umarmt es in seligem Verlangen, Sie möchte es hinausziehen mit ihren Strahlenarmen an das glühende, gleißende, heiße Sonnenherz. Und sie, die Erde, die lichtgeborene Tochter — sehet nur, wie sie in neckischen! Spiele, bald näher, bald ferner, die Fülle ihres Lichtes trinft und ihr in seligem Erbeben ihrer Seele offenbart. Ihre Seele? Ja, ihre Seele! Sie hat eine Seele, die Erde. Errietet Ihr schon diese! Seele? Errietet Ihr, meine Brüder, schon ihre Gedanken, diese farbensprühenden, lichtschimmerndenj, grünen Erdgedanken, diese weichen, sehnsüchtigen, überquellenden, jubilierenden und schmerz- lichen Erdgedanken, die sie in berückenden Symphonien hinauf-, sendet zu ihr? Sie möchte die Schwere überwinden und hinauf-, wachsen zu dem Urquell allen Lichtes. Sie möchte selbst eins Sonne werden mit glühendem, heißem, schenkenden! Sonnenherzen« O, meine Brüder, verstehet doch das Gleichnis! Es ist Mittag! Die Zeit ist hoch und trägt blühende, lachend« Rosen im Haar, und wir — wir feiern das Fest der Sommer,-! sonnenwende, das Fest der Rosen, das Fest der Liebe. Ludwig Uhk Der erste Star im Lande der Dollars. Am 23. Juni feiern wir den hundertsten Geburtstag vch« Deutschlands größter Tänzerin, von Fanny Elßler; in ihr hat die leichte Anmut und der sinnlich heitere Rhythmus des ».Wiener Blutes", der dann in den Klängen der Walzer von Johann Strauß die verführerisch weiche Schönheit des Kaiserstadt überall hintrug, zum erstenmal die Welt erobert. Die „göttliche Fanny", in deren Tanz man Goetheschen Geist und den „Tiefftnn der! Weltgeschichte" wiederfand, ist, nachdem sie durch ihre Pariser! Triumphe zur europäischen Berühmtheit geworden war, vergöttert worden, wie kaum je eine andere Künstlerin. Die gewaltigsten Erfolge aber errang sie in Amerika, wo bei ihrem Erscheinen eine Massenhypnose, ein verzückter Taumel der Begeisterung sich über das ganze Land hin verbreitete, der zum Vorbild für manch andere Modeschwärmerei der Bankees geworden! ist. In seiner trefflichen Biographie der Tänzerin, die soeben! in einer deutschen Uebersetznng von Moritz Recker erschienen ist, erzählt der Lyoner Professor August Ehrhard lustige Einzelheiten von dieser Revolution der Geister, die die Tänzerin in der Neuen Welt hervorrief. Zwei Jahre und 55 Tage währte der! Aufenthalt Fannys in Amerika; sie trat in 199 Vorstellungen! auf und erioarb sich damit ein Vermögen von 742 000 FranB., Zn 52 Ansprachen, die zumeist aus harmlosen Sätzen bestandet aber mit hellstem Jubel aufgenommen wurden, wandte sie sich an ihr Publikum, und diese Leistungen veranlaßten ein Newyorker Blatt zu der triumphierenden Frage: „Sind das nicht zugleich Arbeiten des Herkules und des Demosthenes?" So lange sie auftrat, war das Newyorker Parktheater stets bis auf den letzten Sitz gefüllt. „Der enge, schmutzige Saal schien die Spuren eines! wunderbaren Staunens zu tragen. Die Sitze ächzten unter ihrer ungewohnten Last, und die Sicherheit der überfüllten Galeriqnt wurde von manch furchtsamem Gemüt bezweifelt." Nie vorher waren elegante Leute in den letzten Reihen der zweiten Galeriü erschienen, jetzt Ivar „diese Hölle in ein Eden verwandelt, in dem die aufgedonnertsten und stolzesten Huris von Newyork glänzten"« Wo Fanny erschien, entstand ein Aufruhr. Man behauptet^ daß schon ihr Gang bezaubernd sei, aber ihr Tanz sei mit nichts zu vergleichen. Die kleinen Leute, die sich den Luxus, ihre Vorstellungen zu besuchen, nicht erlauben konnten, erwarteten sie am Tor ihres Hotels, in den Straßen und beim Bühnenausgang« Ueberall hüpften Kinder um sie herum mit dem fröhlichen Rufe:' „This is Fanny!" Geschenke regneten auf sie hernieder. Außer kostbaren Jutvelen erhielt sie z. B. in Havanna ein prachtvolles spanisches Kostüm, in dem sie später ihre berühmte „Cachucha" tanzte. Von seltenen bunten Vögeln, die man ihr überreicht hatte, brachte! sie einen ganzen Käfig voll nach Europa. Bei ihren Vorstellungen wurde sie mit Blumen überschüttet; aber auch Goldstücke und Banknoten fielen ihr zu Füßen. Man ließ Tauben an weißen Bändern mit silbernen Glöckchen am Halse zu Fanny flattern/ um ihr Verse und kleine Sträuße zu überbringen. Daß man ihr die Pferde ausspannte, war damals noch eine seltene Ehrung; fie wär por Fanny nur einer Person zuteil geworden: dem General Lafayette. In Neu-Orlsans wurden die Kissen ihres Wagens zu unerhörten Preisen versteigert. Lange Festzüge und Fackeltänze wurden zu ihren Ehren veranstaltet; die dargebrachten Ständchen hörten bis tief in die Nacht nicht auf. In Washington rief ihr Auftreten eine ernste Störung in den Regierungsgeschästen hervor. Fanny wurde auf dem Kapitol empfangen, Ivobei sich die Abgeordneten von ihren Plätzen erhoben und sich um die Ehre drängten, ihr vorgestellt zu iverden. Vom Sitze des Präsidenten; aus blickte sie zu der hohen Versammlung hernieder. Der Präsident empfing sie dann auch in feierlicher Audienz. Während die Elßler tanzte, waren die Parlamentssitzungen so schwach besucht, daß sie bis zu ihrer Abreise aufgehoben werden mußten. „Es scheint," klagte ein Regierungsmitglied in öffentlicher Rede, „daß Fanny Elßler populärer geworden ist als unsere Angelcgenheiteit 334 des Landes, die doch gerade jetzt aller Aufmerksamkeit würdig! sind." Da Fanny sich lebhaft für die Marine interessierte, wurde sie auf einem großen Kriegsschiff, der „Nord-Carolina", empfangen, die ihr zu Ehren int Galaschmuck prangte. Nach einem Diner auf einer amerikanischen Fregatte machte sie dadurch Furore, das; sie bei dem ihr dargebrachten Ehrensalut von 24 Schüssen das erste Geschütz abfenerte. Jn^Boston gab sie eine Privat-, Vorstellung für 250 Matrosen und Schiffsjungen des „Kolumbus"; auch die Insassen der Gefängnisse erfreute sie durch ihre Gegenwart und ihre Anmut. Die höchsten Triumphe aber erreichte sie, als sie die Geistlichkeit und die Puritaner zit der frivolen Kunst des Balletts bekehrte. Die Quäker hatten zunächst am eifrigsten gegen sie gewütet, aber bald wurden auch sie von dem allgemeinen Strudel hineingerissen und strömten ins Theater; ja, ein besonders frommer Quäker üt Boston suchte sich sogar um jeden Preis einen Tanzschuh der berauschenden Tänzerin zu verschaffen. Hatte Wan schon in Paris einen Modestvff nach ihr „Elßlerine" getauft Und in Wien süße Speisett „ä la Fanny" genossen, so wurden in Amerika nur noch Fanny ElUer-Hüte und Fanny Elßler-Schuhe verkauft. Aber diese hochgehenden Wogen einer nationalen Erregung brandeten über die Ufer des TheaterejnHusiasmus und richteten Verheerungen auf dem Gebiete der Politik an. Die, zahlreichen Deutschen dev Vereinigten ßtzaaten nahmen die berühmte Landsmännin für sich in Anspruch und gestalteten aus ihrem Anf- trcten einen patriotischen Triumph, wodurch sie die Wut der deutschfeindlichen Elemente erregten. So entstanden Straßen- krawalle und cs bedurfte des taktvollsten Benehmens von feiten der Tänzerin, um die wilden Konflikte zn beschwichtigen. Durch ihr zurückhaltendes und feines Benehmen erwarb sich Faitny nicht Unr die Liebe, sondern auch die Achtung ganz Amerikas. Ihre unermüdliche Tätigkeit imponierte diesem arbeitsamen Volke, ihre Güte gewann ihr alle Herzen. 21 mal trat sie zu wohltätigem Zwecke auf und gab mit vollen Händen für die Armen. Als Inbegriff einer höheren Kultur, eitler wundervollen, fremdartigen Schönheit zog Fanny Elßler tute ein phantastischer Traum an dem damals noch eng begrenztett Horizonte der Amerikaner vorüber, ____________ vevinischtes. * Die Verbreitung vonJul ins Wolffs Werken. Es gehörte zu den Eigentümlichkeiten Julius Wolffs, daß er in biographischen Nachschlagewerken, Literaturkalendern und dergleichen nie die Auflagenzahl seiner Werke angab. Seiner Bescheidenheit widerstrebte es, damit zu prunken. Und, doch hätte er lalle Ursache dazu gehabt, denn von den lebenden deutschen Dichtern hat nicht einer auch nur annähernd die Berbreitnng erlebt, wie Wolff. Die authentischen Auflageziffern seiner Dichtnngen und Romane mögen hier folgen, wobei das Erscheinungsjahr in Klammern beigefügt ist: „Till Eulcnspiegel" (1875) 25. Tausend; „Der Rattenfänger von Hameln" (1876) 74. Tausend ; „Der wilde Jäger" (1877) 103. Tausend; „Tannhäuser" (1880) 43. Tausend; '„Singuf" (1881) 17. Taufend; „Der Sülfmeister" (1.883) 50. Tausend; „Der Rauhgras" (1881) 61. Tausend ; „Lurlei" (1886) .65. Taufend; „Das Recht der Hagestolze" (1888) 39. Taufend; -„Die Pappenheimer" (1889) 24. Taufend; „Renata" (1890) 31. Taufend; „Der fliegende Holländer" (1892) 34. Tausend/ -„Das schwarze Weib" (1894) 23. Tausend; „Ässalide" (1896) .16. Taufend; „Der Landsknecht von Cochem" (1898) 21. Taufend; ,,Der fahrende Schüler" (1900) 14. Taufend; „Die Hohkönigs- burg" (1902) 26. Taufend; „Zweifel der Liebe" (1904) 19. Tausend : „Das Wildfaugrccht", 18. Tausend; „Der Sachsenspiegel", 16. Tausend. — Rechnet man hierzu noch die Gedichtbände und Dramen, so ergibt dies eine Verbreitung von rund 730000 Exemplaren innerhalb eines Menschenalters. * Was wird a. u s d e n a l t e n K o n s e r v e n b ü ch s e n? .Sie werden auf den „Müll" geworfen, antwortet die Hausfrau, Und in der Tat ist es noch nicht langte her, daß sie dort, ivont Rost verzehrt, ihr Daseiit beschlossen. Aber in den letzten Jahren hat man angefangen, bett Müll zu verbrennen, und dazu mußten die leeren Blechhülsen natürlich ausgeschieden werden. So wurde die Frage ihrer nutzbringenden Verwertung dringender, und man sah sich die Büchsen genauer daraufhin an. Sie bestehen Uns Weißblech, d. h. Eisenblech mit einem dünnen Ueberzug ans !3htit. Die Ausarbeitung der Weißblechabfälle kann nur darin bestehen, daß man beide Metalle von einander trennt. Das ist chemisch betrachtet gar kein schwieriges Problem, aber wie viel komplizierter wird die Aufgabe, wenn sie im Großen gewinnbringend gelöst werden muß. Nach vielen Versuchen und manchen Mißerfolgen hat endlich Dr. Karl Goldschmidt in Essen ein Verfahren erfintben, das sich als technisch brauchbar bewährt intbi eine neue Industrie, die Äeißblechentzinnung begründet hat. Das Verfahren beschreibt Dr. Kurt Dammann in der Naturwissenschaftlichen Rnndschau des Juliheftes von „Westermanns Monats- Keften": Die ans allen Weltteilen einlaufenden Weißblechbüchfen werdem zunächst mit möglichst geringen Kosten gereinigt. Die viel Raum einnehmenden Büchsen werden plattgewalzt und gleichzeitig durchlocht, so daß sie mit Alkalilauge gewaschen werden können. Nachdem auf diese Weife Fette, Lack u. dgl. gelöst find. wird das zum Löten benutzte Blei durch Erhitzen änsgeschmolzest und dabei die zum Dichten benutzte Kautschukeinlage zerstört^ Die orgaittfchM Stosse find damit vollständig entfernt. Die Büchsen werden jetzt noch zu großen Paketen zusammengepreßlj und sind damit zur Entzinnung vorbereitet. Die Entzinnnn'gi wird durch Chlorgas bewirkt, das mit dem Zinn Chlorzinn, eine rauchende, etwas höher als Wasser siedende Flüssigkeit, bildet, während es das Eisen unangegriffen läßt, vorausgesetzt — und hier liegt der Schwerpunkt des Verfahrens —, daß jede, auch die kleinste Menge Wasser ferngehallen wird. Man packt die Blcch- pakete mit Hilfe eines Kraus in den großen zylindrischen Ent-, zinnungsapparat, der sich vollständig ,luftdicht verschließen läßt, und preßt. ChlorgaS hinein, bis dessen Druck mehrere Atrno-t fphären beträgt. Das Chlor verbindet sich begierig mit denk Zinn, und der Druck des Clorgases im Apparat sinkt so lange/ als noch unverbnltdenes Zinn vorhanden ist. Bleibt der Druck konstant, so ist das ein Zeichen dafür,, daß alles Zinn in Zinna chlorid nrngewandelt ist. Jetzt iuirb dnrch eine Luftpumpe das über) cfj.it ffige Chlor und das Chlorzinn aus dem Apparat bis, aus die letzte Spur herausgesangt und das zurückbleibendc Eisenblech, um geringe Mengen entstmtdenen Eifenchlorids zu entfernen, sorgfältig mit Wasser gewaschen, womit der Prozeß beendet ist. Das Eisenblech wird dann mit andern Alteisenabfälleit als sogenanntes „Schrott" zu Stahl verschmolzen, während das Zinnchlorid größtenteils in die Färberei wandert, um dort , als. unentbehrliches Hilfsmittel bei Herstellnng der farbenprächtigen Seidenstoffe für unsre Damen Verwendung zu, finden. — In Deutschland werden jährlich etwa 75 000 t Weißblechabfälle, und zwar von der Goldschmidtschen Fabrik in Essen allein 50 000 t, verarbeitet, im übrigen Europa etwa 25 000 t und in Nordamerika 6000 t, im ganzen also 160 000 t, aus beiten 3000—3500 t Zinn oder die entsprechende Menge Chlorzinn gewonnen werden, abgesehen von den recht beträchtlichen Eifcnmengen, die bei dec immer schwieriger sich gestaltenden Beschaffung von Erzen der Eisenindustrie sehr willkommen sind. "-Fortschritt. Neugebackener Gemeinde-Vorsteher, der mit dem Schreiben schlecht fortkonnte: „Na, Alte, jetzl geht's schon besser . . . jsetzt darf mir schon einer znfchau'n und ich schreib doch!" * Ber schnappt. Junge Frau: „Schämen Sie sich, Lina, Sie haben ja ganz dickgcküßte Lippen!" — Dienstmädchen: „Sie aber auch, gnädige Frau." — Junge Frau: „Ja, ich hab' fte von meinem Manu." —• Dienstmädchen: „Und ich. auch!" Bachertisch. — Dr. M. Wilhelm Meyer, Die Welt der Planeten. Herausgegeben vom Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Stuttgart, Franckh'sche Verlaashandlung). Bis zum Beginne der Neuzeit galt die Erde als ruhender Mittelpunkt der Welt. Erst Kopernikus gebührt der Ruhm, die wahre! Natur unseres Heimatsterns und die Art der Bewegungen dep Planeten erkannt zu haben. Kepler fand dann die rechnerischen! Gesetze, nach betten sich diese Umläufe vollziehen; aber erst bet! berühmte Engländer Newton, der Vater der modernen Sternkunde und Physik, fand eine Antwort auf die Frage nach der) Ursache dieser Bewegungen durch seine Lehre von der allgemeinen! Schwerkraft. Obwohl diese wissenschaftlichen Ergebnisse weiten Kreisen vertraut sind, vermögen sich doch nut, wenige Vorzug stellen, daß unsere große Erde ein kleines Glied in einer höheren! Organisation fein solle, in dem - Planetensystem, in dem Welt-, körper, zum Teil noch viel größer als die Erde, Spiclbällcit gleich, mit ihr gemeinschaftlich um die Soutte kreisen. Das Thema ist so interessant und wissenswert, daß der Naturfreund sich darüber gern von einem anerkannt tüchtigen Fachmann belehren lassen wird. Mit den früher erfchienencn Meyerscheit Kosmosbättdenl bildet der vorliegende Band, eine vollständige Himmelskunde/ Skat-Aufgabe. Q Q Der Spieler hofft seine Asse und die beiden Zehnen durch- znbringen, wird aber schwarz. — Wie saßen die Karlen und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Luit — Schiss — Luftschiff. •...... I I ■■■ ■■■ I !■■■!■........""....... I I ■ ........ II I I .....I ———— Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brlihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,