W Samstag den 25. April p »]• iiniiii BJlV -en HWW^^M i'uEÖ MktT^ Äl628 Ihres Vaters Tochter. Roman von Lulu von Strauß und Torney. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tilla totit* aufgestanden, ihr sonst so passiv schönes Gesicht wetterleuchtete. „Daß ich mir das bieten lassen soll, in meinem eigenen Haus -—" Ich will nicht weiterschreiben. Böse, scharfe, kurze Worte -zwischen den beiden; Worte, die man vergessen soll und in den Wind werfen — Worte, die vor keines «Dritten Ohr gehören. Ich habe den ganz verängstigten Jungen auf den Arm genommen und bin aus der Tür gelaufen. An Babys Gitterstallchen habe ich auf der Erde gehockt und herzklopfend gehorcht, bis ich das Zukrachen der Tür pnd Georgs heftigen, sporeuklirrenden Schritt auf dem Gang hörte. Da bin ich die Treppen hinaufgelailfen und habe mich oben eingeschlossen, ehe Tilla kam. Ich habe auch niemand wiedergesehen heute. Mein Mendefsen brachte mir das Mädchen herauf: die gnädige Frau hätte Kopfweh und müßte Ruhe haben. Sie brauchte nicht zu fürchten, daß ich sie störe. Sie braucht überhaupt nichts mehr von mir zu fürchten, ich werde ihr nicht zur Last fallen. «Keinen Tag länger hier im Haus', das ist das einzige, was ich klar sehe. Der Boden brennt mir unter den Füßen, seit ich weiß, daß sie mich los sein möchte. Ich bin zu hochmütig, um nur geduldet zu sein'. Fort, lieber heute als morgen! 'Aber wohin? Rach Hauses Nein, nein, nur das nicht! Ich kann das nicht ertragen! Wieder allein sein mit der ganzen Qual, Tage und Rächte? Ich würde wieder krank werden, ich weiß «es! Wochen und Wochen habe ich so gedankenlos hingelebt, mich treiben lassen auf der Oberfläche, wo Sonne war und Frische, und habe vergessen, baft da unten irgendwo in der Tiefe doch noch die alte Last lag und «auf ihren Tag wartete. Jetzt hebt sie sich wieder, steigt, ivill sich mir auf die Seele werfen und mich hinunterziehen. Wohin soll ich mich retten? 17. Dezember. Es ist alles entschieden. Ms mein Licht diese Nacht heruntergebrannt war und ich verfroren und übernächtig wein Fenster schloß, ivußte ich, was ich wollte. Ich bin heute morgen bei Frau von Gelsa gewesen, Lottes toller Einfall wird Wirklichkeit. Die alte Dame war erst überrascht, unschlüssig, aber schließlich versprach >ls imr doch, mir Lotte nach München mitzugeben. Das ist mein Ausweg, um nicht nach Haus zu müsse«. Auf diese Weise nützt meine zwecklose Existenz doch- wenig« stens noch einem Menschen. Wie das Kind glückselig war! Sie faßte mich umhalb lachend, halb weinend und walzte mit mir durch die Stube. Sie zündete alle sieben Kerzen ihres jüdisches Sabbatleuchters an, um zu illuminieren, und steckte uns beiden rote Rosen hinters Ohr. Sie merkte in ihrer Freud« meine gedrückte Stimmung gar nicht. Und heute .nach Disch habe ich es den beiden auch gesagt. Es war erst einen Augenblick still, Georg hob« den "Kopf und sah Mich mit einem erschreckten Blick an, ohne Hu sprechen. Tilla war dunkeirot geworden. „Ist Frau von Gelsa denn mit dem Plan einverstanden?" fragte sie zögernd. Draußen klingelte es: die Ordonnanz mit bent Dienstbuch, Georg staub hastig auf: „Bitte um Entschuldigung," Ms wir allein waren, beugte Tilla sich plötzlich vor unb «nahm meine Hand. „Aga, ich bin gestern heftig gewesen, du weißt, sitz' Hatto Kopfweh. Ich hoffe, bu hast das nicht ernst genommen, was ich sagte. Es täte mir leid, wenn du bösh wärst, und wenn das die Ursache wäre." Ich sah ihr ruhig ins Gesicht,' „Böse bin ich nicht, Tilla. Aber ich habe doch heraus!» gefühlt, daß du — mich entbehren kannst. Und Lotte Gels« erfülle ich einen Lebenswunsch damit. Ich- muß in Heck nächsten Tagen fort Und Vorbereitungen machen." „So schnell schon?" Das kam ehrlich erschrocken Heraus. Ich« sah es ihrem Gesicht an, ivie leid es ihr tat. „Aga, so ein paar Tage vor dem Fest darfst bu mir bas nicht antun. Was brauchst du benn für Vorbereitungen? Sieh, wenn bu jetzt gleich gehst, -muß ich mir doch Vorwürfe machen, es ist, als ob ich dich aus dem Haus triebe. Bleib doch wenigstens Weihnachten hier, da kannst du doch nicht so.mutterseelenallein sitzen. Versprich mir das." Ich wollte erst nicht, aber sie war plötzlich« tote umgewandelt, herzlich und liebenswürdig hartnäckig. „Nach dem Fest ivill ich dich ja auch lticht halten, Aga, so gern ich es täte — ja wirklich! So viel wie -eine Großstadt können wir dir ja auch hier nicht bieten.« (Und «einsam bist bu dann ja auch nicht, to«emt du Lottes Gelsa bei dir hast. Mer Weihnachten allein —, nein, Kind, das 'erlaube ich einfach nicht. Ich würbe mir das me verzeihen, wenn ich dich jetzt gehen ließe, unb« mein Mann auch nicht!" Ich habe es ihr also versprochen. Die Sache bleibt ja an sich bio gleiche. Ich gehe, weil ich fühle, baß iw überflüssig bin. Aber so wird wenigstens jede Bitterkeit und äuchere Dissonanz vermieden. Ich ivill tiicht so kleinlich sein, Tilla etwas nachzutragen, weder ihre unbedachten Worte noch die Gesinnung, die 250 — darin lag. Ich fühle ja auch nicht viel ioürmer ihr gegenüber. Wie kann ich von ihr mehr fordern, als ich gebe? Sie weiß ja auch gar nicht, was sie mir nimmt! Und das Beste kann sie mir doch nicht nehmen, was diese Wochen mir gegeben haben; meinen Freund, meinen guten Kameraden! 18. Dezember. Tilla ist seit gestern strahlend freundlich. Ist es, weil sie wieder gut machen möchte? Oder freut sie sich, den iunbegriemen Hausgast bald los zu sein? Sie plant em Wiedersehen in München, Georg soll im Frühling Urlaub nehmen. Sie blieb gestern abend sogar etwas länger, war lebhaft und angeregt. Das war ganz, gut, denn aus mir lag es wie ein Druck. Georg sprach auch kaum. Wir saßen auch nachher nicht mehr lange zusammen. Meine Augen waren noch schwer von der durchwachten Nacht, das Lampenlicht tat ihnen weh. Und wir hatten Uns Leide nichts Rechtes zu sagen. Es war, als ob wir uns vor dem Thema fürchteten, das uns heute doch am Nächsten lag. Ich stand müde auf. „Lassen Sie uns nur schlafen gehen, Georg. Ich tauge doch heute zu nichts mehr." „Sie haben Ihre Gedanken Wohl schon halb unterwegs," sagte er plötzlich in bitterem Don. Das Hatto ich nicht verdient. Aber ich antwortete nichts, ich iah ihn nur an. Er verstand mich! sofort und kam rasch durchs Zimmer zu mir her. „Verzeihen Sie, Agnes. Ich will Sie auch nicht zu- rüökhalten, es ist vielleicht am besten so." Er sah mich nicht an, während er sprach. Und auf einmal hielt er meine Hand in seiner, ganz fest. „Sie wissen nicht, wie Sie mir fehlen werden, Agnes, Und was Sw mir sind." Wirklich, wirklich? Bin ich ihm etwas? Ebenso wie Mir? r— 25. Dezember 1900. Es ist doch gut, daß ich gehe. Sie haben beide nichts davon gemerkt, wie schwer der Dag gestern mir war.. Weihnachtsabend mit allem Zubehör: Glocken und Sterne draußen, und drinnen weiße Tische und der brennende Baum. Und der Junge! Dieses lachende, blonde, kleine Geschöpf, das mit Händen und Füßen und Augen jauchzend in all das Licht strebte! Es liegt so viel wundervolle Symbolik in diesem Fest. Don Anbeginn ist es das Fesh die Apotheose der Mutter mit dem Kind gewesen.. Tilla hatte Baby auf dem Arm, sie war strahlend hübsch in ihrer Freude an ihm. Alles Egoistische, Unsympathische abgesallen und aufgelöst in ihrer Mütterlichkeit. Sie setzte sich mitsamt dem Jungen lachend auf ihres Mannes Kmee. Ueber alles Mißverstehen, alle Dissonanzen weg waren sie eins in dem Kind. Ich sah das an wie eine Offenbarung, die ich doch nur halb verstand, weil ich nur von außen hineinschaue. An dem Abend war ich doch Fremde. Auch für ihn! Ich will mich nicht besser machen, als ich bin. Was ich fühlte, war Neid, bitterer, brennender Neid. Am liebsten wäre ich aus der Tür gelaufen, hinauf in meine dunkle Stube. Ich suchte nach irgend etwas, mich daran zu halten. Dio früheren Weihnachtsfeste sielen mir ein. Der Saal äu Haus, die hohe, dunkelgrüne Tanne mit den Lichtern, und ein Gesicht, immer nur ein Gesicht. Mein Vater! Und auf einmal ging mir alles andere unter in der großer: Qual der Sehnsucht, ihr: wieder zu haben. Nicht äußerlich, die Stimme, die Augen — es wäre mir genug, wenn ich ihn in meiner Seele wieder hätte. Den Glauben an ihn! Aus ben Knien wollte ich dem danken, der ihn Mir gäbe! Tu bist sehr Mm, Agnes Weddigen. Der ärmftje Mensch, den ich kenne! Darmstadt- 3. Januar,1901. Der letzte Wend. Morgen sehe ich Georg nicht mehr. Weil er sehr früh zum Dienst muß. Und an diesem letzten Wend habe ich ihm das Letzte! und Höchste gegeben, was ich Ku geben hatte: mein volles 9$CTfTCrU6Tt. Es Ivar ein trauriges Geschenk, Geben und Nehmen zugleich. Ich mußte am dem Piedestal seines Heroenbildes rütteln. Seit der Szene damals hat er den Namen Peter Florenz Weddigen nicht 'wieder genannt. Wer ich weiß ja, wie hoch er ihn stellt, was er ihm bedeutet. Ich habe ihm alles erzählt. Ich beobachtete sein Gesicht, während ich sprach, aber ich konnte nichts darin lesen. Er sah vor sich, hin mit zusammengezogenen Brauen. Es hatte mich furchtbar erregt, davon zu reden. Meine Hände waren eiskalt, als ich. sie an den schmerzenden Kops legte. Uns war beiden nicht nach vielen Worten zumute. Er dankte mir für mein Vertrauen. „Wenn mir die Sache nah geht, ist es nm Ihretwillen, Agnes. Ich sehe sie von anderm Standpunkt aus. Aber zu dem kann ich Sie nicht hinführen. Sie müssen ihn ans sich selbst herausfinden." Er fühlte wohl, daß er für eine verlorene Sache,redete. Zwischen mir und der Vergangenheit kann mir niemand die Brücke bauen, weder ich noch ein anderer. Aber es ist mir doch freier zu Sinn als seit lange. Es tat mir gut, ihm alles zu sagen. > Es ist nun kein Tor in meiner Seele mehr, das meinem Freund nicht offen Wir wollen uns schreiben. Er sagte es. mir, als wir uns vor meiner Tür die Hand gaben. Wir konnten beide das letzte Wort nicht finden, standen! und sahen uns an. Bis er sich plötzlich hastig beugte, und meine Hand küßte, zwei-, dreimal. So sind wir denn ohne letztes Wort auseinander-» gegangen. Auf Wiedersehen! Wann? Wo? (Fortsetzung folgt.) Das Ghmgebiet in vor- und frühgeschichtlkcher Zeit. Auf Grund der Ergebnisse der modernen Naturforschung ist es möglich, daß wir uns ein ziemlich zutreffendes Bild früherer Entwickelungsstufen unserer Erde machen können. Zwar ist jene märchenhafte Welt versunken, glücklicherweise aber nicht, ohne Spuren zurückgelassen zu haben. Da finden sich in versteinerten Ueberresten die mächtigen Pflanzenformen einer entschwundenen Zeit, aufgespeichert in den ungeheuren Kohlenlagern der Erde; riesenhafte Tiere werden als steingewordene Formen ausgegraben, und das vom Forscher zusammengestellte Bild von Gestalt und Größe dieser Pflanzen und Tiere gibt dann wohl auch der Maler mit kunstgeübter Hand wieder. Auch aus den von Menschenhand gefertigten Werkzeugen und Geräten ehemaliger Geschlechter, welche Jahrtausende dem forschenden Blick entzogen waren, hat man auf Lebensweise, Beschäftigung, Sitten und Gebräuche dieser Menschen Schlüsse gezogen. Trotzdem ist noch manches dunkel, so auch die erste Existenz des Menschen. In Europa führte man bisher nach den ältesten Funden das Dasein des Menschen bis in die Alpliozänzeit zurück. Nach den neuesten Funden in Belgien ist man geneigt, seine Existenz in eine noch frühere Zeit zu verlegen, als der Mensch noch kein Werkzeug anzufertigen tm- stande war. Selbst die Art der Bestattung läßt die mannigfachsten Folgerungen zu. Der Brückerwald bei Amöneburg umschließt zahlreiche Hünengräber. Eine heidnische Grabstätte ist auch die alte Schanze bei Bürgeln. Keine Art der Beerdigung! hat wohl so lebhaft die FMchung beschäftigt tote die Hocker- bestntiung im vorgeschichtlichen Europa und auch in den übrigen Erdteilen. Man vermutet, die Stellung des Toten mit aufgezogenen Knieen in den Hockergräbern, welche auch in Hessen sich finden, sei aus Raummangel geschehen, während andere die Nachahmung der Lage des Embryos im Mutterleibe als Grund für diese Art der Bestattung anführen, und daß der hockende Tote so bte Auferstehung erwarte. Neuerdings nun ist die Forschung zu dem Ergebnis gelangt, daß die Leiche in dieser Lage möglichst stark gefesselt werde, um die schädliche Wiederkehr des Toten aus dem Grabe zu verhindern. Nach dem Volksglauben der alten Germanen kann bekanntlich die Seele den Körper verlassen und als zweites Ich fortleben. Als persönliches Wesen bedarf sie Speise und Trank und erhält überall Opfer. Damit der Tote aber die notwendigsten Bedürfnisse bestreiten könne, gab man ihm mancherlei mit in die Gruft, Dinge, die ihm im irdischen Leben besonders! teuer und unentbehrlich schienen: Trinkhörner, Messer, Waffen, Schmucksachen, Tabakspfeifen und bergt, alles Gegenstänbe, welche besonders die vielfachen Funde in Hügelgräbern zutage gefördert haben. .Viele Urnen bat man oberhalb von Schröck, auf dem sog. Hemmerich, am Abhang des Lahnberges, gefunden. Selbst Kieselsteine gab man den Verstorbenen als Schutzmittel gegen Geister mit, welche bis Grabesruhe zu stören vermochten, Man 251 — -.weiter Akt damit schließt, daß der Komiker nach einem kleinen Abenteuer, das er am Tage gehabt und das er dein Publikum erzählt, sein Lager aussucht. Immer noch plaudernd und mit einem heiteren Lächeln auf den Lippen legt er ein Kleidungsstück nach dem anderen ab und geht zuletz« . . »x । in Unterhosen zu Bette. Er zündet das Lämpchen au, das Dar Niedrig-Uomlsche aus der Vühne.) neben ihm aus dem Nachttische steht, zieht die Schlafmutze Von Wilhelm Rullmann. über die Ohren, und während er noch den Namen des Worauf beruht die komische Wirkung auf der Bühne? 1 ^^A^°eu?'hatt? fällt lang sau? der Vorhang. Man Auf denselben Gesetzen — werden manche meinen — auf das Abenteuer narre, s u ai ni2t ^cht, bis denen die Wirkung des Komischen überhaupt beimht. Das man llattck,t Beifalld d O l ) ist aber nicht richtig. Es ist eine Tatsache, daß die komische ^ Vorhang stch wieder £«»• £ ^^Anen, aber man Wirkimg, die von Darstellungen auf der Buhne ausgeht, I - . Sckolz liegt noch im Bett, er hat sich etwas sehr oft ganz anderen Quellen entspringt als die Heiter- ^^ZLe^ und ist dami beschäftigt, eineu Flol/einzu- keit, die ein guter Witz am Biertisch erregt, oder das Er- ausgerichtet und ,r o ^ schrt hat. Sein Menen- götzen, mit dem wir ein Werk von Reuter oder Rosegger l g bie $*gb erfolgreich war, bei dem Scheine ’**. M»M »m, d-m, »I.JfMW wi-N und d«--mp->-ns KAlch^And und was in der Wirklichkeit gar nicht wirken oder vielmehr , ß schließend wieder im Bette aus. Schallendes Genus einen abstoßenden Eindruck inachen würde erzählt uns I 9 Beifallklatschen, das so lauge andauert, daß der Floegel in seiner Geschichte der komischen Literatur: Der | - „.Mimals beben muß Nun hat sich Scholz Engländer Moore gesteht, daß er vom italienischen Theater Vorhang ^"^^ichstt und mit Donnerstimme ruft er *) Aus dem soeben im Verlage von Egon Neischel u. Comp. [ nent’^gai^Ea ^uh^)ab'il??^M>rau/ der Vorhang in Berlin erschienenen Buche über „Witz und Humor". denn heut gar ta muy yuu Münzen gehören der älteren Periode keltischer Prägung, welche etwa 400 v. Ehr. beginnt, an, als man versuchte, die mazedonisch- griechischen Vorbilder nachzuahmen, zuerst die schönen Münzen des Königs Philipp von Mazedonien (359—336 v. Chr.): dann verfertigten die Kelten auch Münzen nach ihrem nationalen Empfinden, und dies sollen, wie festgestellt ist, die sogenannten Regen- bogenschüsselchen sein. Der zur kaukasischen Rasse gehörige Zweig der Kelten oder Gallier, die alten Bewohner von Norditalien, Frankreich und England, sind von den Römern, und später von den Germanen, verdrängt worden und haben sich mit anderen Römern, Litauern, Slawen, Persern und Indern stammen die | zu lachen anfrng. . . rrf.„n+ol. Kelten von dem germanischen Urvolk ab, dessen Urheimat un- 1 Zu der Tat spielt das Niedrig-Komische im Theater bekannt ist. Früher nahm man an, dieselbe sei in Mittelasien zu I e|ne ltDCg größere Rolle, als int Leben. Wenn ein. JJctmn suchen, während man gegenwärtig auf Grund der prähistorisch- I - bn. Straße stolpert und fällt, so lachen nur sehr rohe archäologischen, d.h. vorgeschichtlich-altertumskundigen Forschungen, smeben- brinat eine Posse eine derartige Situation, so sie in das mittlere und untere Donaugebiet verlegt Bereits beim bas Lacken nicht bloß auf die Galerien beschränkt. „Der Beginn des zweiten Jahrhunoerts v. Ehr. wohnte der Stamm stt da» Oach cy h. ! seiner Abhandlung über der Germanen zwischen Elbe und Oder bis zur Ostsee, und etwa Hanswurst - fegt » m ^er Anyanoiu^g seit dem dritten Jahrhundert v. Chr. finden wir den, den Ger- das Erhabene und das Komische. r „ergögt "as tzumirum manen, und zwar dem Frankenstamme, angehörigen Zweig der I durch eine derartige Komik, aber zu diesem Publikum ge Chatten, die gleich den Friesen ihre ersten Wohnsitze in Germanien, I gijren wir |djte, denn es bilde sich Niemand em, dem Gin- nnd deshalb auch die Sitten und Gebräuche von damals un- bntcf be§ Medrig-Komischen ganz entwachsen zu sern. — verändert beibehalten haben, in dem heutigen hessischen Berg- -x,as Motiv darf nie in den versteckteren Fäden menschlicher und Hügellande, in dem „malerischen Hessen". Jahrhundertelang Nortzöltniske lieaen sondern nur, wenn es Ohrfeigen und hatten die Kelten durch ihre Kultur über die germanischen Stämme ^ryai 01 » ' ' . d t ftreufce." geherrscht; nun folgte der Einfluß der Römer, die, wenn nicht Prügel regnet, ist es eine reajie tyumv Varus, zu streng, hochfahrend und eitel, den vollen Haß der I Vom Komiker zum Hanswurst ist bekanntlich gar ost Deutschen auf sich gezogen hätte, durch ihre nach Deutschland nur ein Schritt. Wenn wir sehen, Ime jemand (td) einen gebrachte römische Kultur die Deutschen besiegt haben würden, »loh fängt, so kommt uns das sehr wemg komisch vor. Als einflußreichstes Glied des Frankenbundes halfen die Chatten, S ' ^ders auf der Bühne. Neben Nestroy war bekannt-- die älteste germanische Bevölkerung von Hessen, die römische Welt- I .... her beliebteste Kvniiker des Wiener Karl- Herrschaft stürzen und behielten auch in den gewaltigen Bewegungen 7 Er durfte sich alles erlauben und die Heiterkeit der Völkerwanderung ihre Wohnsitze mne. Dagegen besteht kerne rhearers. ou 1 > Seitensprüngen. Sicherheit darüber, wann die Germanen die Kelten verdrängt des Publikums foigre iyrn au, 0 autmütig- haben • auch sind durchaus sichere Spuren einer dauernden An- Eines Abends spielte ^cho/z tzie moue eines guiniuiig Wesenheit der Kelten nicht nachweisbar. Doch sind viele Forscher beschränkten Wiener Vorstadt-Philisters in einer Poste, deren der Meinung, daß die meisten und sichersten Zeichen eines Auf- ' 1,11 rfl einem enthaltes der Kelten in Hessen auf die Oh m g eg end (Mar- dorst hindeuten. Wenn nun auch behauptet wird, die Schwalmer seien ein Rest keltischer Bevölkerung, so muß dem entgegengehaltcn werden, daß gerade der Schwalmer ein echter Chatte ist. entnähme diese Steine heiligen Quellen und Brunnen. Weil I sehr niedrig gedacht und geglaubt habe, es werden einem sie Feuer enthalten, dessen Funken durch Stahl entlockt wurden, I Manne von Geschmack diese Possen nicht einmal ein Lächeln galten dieselben für Attribute des Heilgottes Donar, welcher das | abgewinnen, indem sie nur für den niedrigsten Pöbel gut Himmelsfeuer, den Blitz, sandte. Andererseits brachte man der I Mit diesen Gesinnungen — so erzählt Floegel weiter Frau Holle, welcher alle Brunnen und Teiche gehörten, eine Münze habe er den Herzog von Hamilton in die Komödie zu als Trankopfer dar, wie die vielen Funde aus diesen bewiesen. m healeitet Die Bauvtverson im Lustspiel, das da fiÄ’ste “Ä« » «« ?LchÄ«st° CS tofSta«) bie sich kichern, und das erscheint dann um so glaubwürdiger, je größer I an dieser possenhaften Darstellung eines Naturfehlers er- oie Anzahl und je nachdem die Lagerung der gefundenen Münzen I gbtzte, nur verachten und gaben dies durch eine bedeutende — in Töpfen und bergl. — ist. Unser schönes Ohmtal, in dessen I Ernsthaftigkeit ihres Gesichtes zu erkennen. Der Stot- Mittelpunkt ungefähr die stolze Amöneburg thront, ist in der | tCTnbc lvaT atzen zu dem gichtigsten Punkte einer längeren angenehmen Lage, einen „Goldberg" und einen »Goldborn" em Erzählung gekommen, worin er einem ungeduldigen Zu- eigen nennen zu dürfen. Beide liegen südlich von Amöneburg f h rftp hro verborgen sei, als er bei dem durch die große Fruchtbarkeit seiner Fluren ausgezeichneten | Hörer sichten w , I 1 tziz si-tzen Silben Orte Mardorf, too man, außer Münzen neueren Datums, unglücklicherweise über em 200 alte Goldmünzen aus Elektron, vier Teile Gold und em stolperte. Er versuchte es nachmals und abermals und Teil Silber enthaltend, die sogenannten Regenbogenfchüsselchen I immer vergebens, über dieses Wort hmwegzukommen. tmo oder Iriden, welche merkwürdigen Münzen gerade in Hessen am I sich schien es bis zu Krämpfen zu kommen, er sperrte den meisten verbreitet sind, gefunden hat, und über deren Herkunft I Mund auf, zitterte, würgte, das Gesicht schwoll auf, es die beiden angeführten Gründe maßgebend gemacht werden. Diese 1 toai. a[§ roenn bfe klugen zum Kopse herausspringen woll- Münzen gehören der älteren Periode keltischer Prägung, welche I . ' ^arleEin knöpft ihm die Weste, den Halskragen des t k,„ - ^amdes auf, fächelt ihm mit der Mütze Luft zu und hast ihm etwas zu riechen vor die Nase. Da alles vergeblich ist und zu befürchten steht, der Arme möchte den Geist aufgeben, ehe die erwartete Nachricht zu Ende gebracht ist, rennt er in einem Anfalle von Verzweiflung dem Stotternden mit dem Kopfe wider den Leib: und stehe da, das Wort fliegt nun so laut aus seinem Münde, daß man in dem entferntesten Teile des Hauses hören konnte^ Die beiden Engländer brachen jetzt in ein so starkes und 252 unter dem Lachen des Publikums rasch wieder fällt. An derartigen Späßen haben die Wiener jener Zeit ihr Vergnügen gefunden! Vermischte». * Wie wird das Wetter im Sommer werden? — biefc Frage beschäftigt schon jetzt manchen Reiselustigen, der seine Pläne für die Ferien macht. Wie schön wäre cs, könnten uns bte Meteorologen schon jetzt sagen, in welchen Wochen bte Sonne scheinen und wann es regnen wird. Aber mit der Witterungs- Vorhersage für längere Zeiträume ist es noch ungünstig bestellt. Natürlich kann cs sich, wie Dr. Ernst Kleinschmidt im Maiheft von „Westermanns Monatsheften" hervorhebt, bei solch langfristigen Prognosen nicht um die Vorhersage des Wetters an einzelnen Tagen handeln, sondern nur um den Witterungscharakter längerer Perioden, z. B. der Jahreszeiten. .In den letzten Jahren sind zu früheren einige neue Untersuchungen hinzugekommen, welche die Möglichkeit der Vorausbestimmung des Witterungscharakters für längere Zeit wenigstens in einzelnen Gegenden nähergerückt haben. So konnte z. B. der bekannte schwedische Meteorologe Hildebrandsson feststellen, daß am Nordkap die Temperatur des Sommers ein entgegengesetztes Verhalten zeigt gegenüber der des folgenden Frühlings in Island. In der «Tat muß eine hohe Sommertemperatur über dem arktischen Meer , ein starkes Schmelzen des Eises Hervorrufen: infolgedessen wird der im folgenden Frühjahr in Island ankommende Polarstrom, der etwa drciviertel Jahre früher die Gegend des Nordkaps verließ, größere Mengen von Eis und kaltem Wasser mit sich führen als sonst. Beachtet man, daß nach Pettersson schon eine Temperaturänderung von 2—3 Grad an der Meeresoberfläche zur «Erzeugung erheblicher Menderungen der Lufttemperatur in weiten Gebieten genügt, so erscheint der angegebene Zusammenhang verständlich. Der im März in Island ankommende Polarstrom gelangt erst im folgenden Winter in die Baffinsbai. Dementsprechend hat die Lufttemperatur an der Südwestküste Grönlands int Frühling denselben Charakter wie die an der Nordostküste Islands im März des vorausgegangenen Jahres. Es ist folglich ein leichtes, durch Beobachtung der Temperaturverhältnisse im Frühjahr zu Island die mutmaßlichen Wärmeverhältnisse an der Südwestküste Grönlands um ein ganzes Jahr vorher zu bestimmen. In ähnlicher Weise läßt sich ein Zusammenhang seststellen zwischen der Temperatur des am Ende des Winters an Island vorbei nach der Nordsee fließenden Polarstroms und der Witterung in Mitteleuropa: ist der Polarstrom kalt, so entwickelt sich über ihm ein Gebiet hohen Luftdrucks, das seinerseits nordwestliche Winde und damit die Zufuhr kalter Luft nach Mitteleuropa bewirkt. Ist also im Spätwinter der Polarstrom bei Island kalt, so haben wir ein ebensolches Frühjahr zu erwarten. Für die Lufttemperatur der baltischen Länder im Sommer konnte Hildebrandsson nachweisen, daß sie stets der vorausgegangenen Wintertemperatur zu Thorshavn (auf den Färöer) entspricht. Wir dürfen hoffen, daß es mit Hilfe weiterer derartiger Forschungen gelingen «tottb, für immer größere Gebiete ähnliche Gesetzmäßigkeiten aufzudecken. Dabei kann es sich aber intmer nur um die Vorhersage des Witterungscharakters für größere Zeiträume handeln: das Wetter eines bestimmten Tages in unfern Breiten auch nur auf Wochen vorherzusehen, wird auf diesem Wege wohl nie gelingen, wahrscheinlich auch auf keinem andern. * Ein Idyll aus der Vogel ivelt wird aus dem westfälischen GrenHdorfe Eschenbach, Post Nephten, berichtet. Ein Söhnchen des dortigen Einwohners Karl Elina fand im Herbst des Jahres 1908 im Walde ein Buchfink Weibchen, das nicht weiter konnte, weil ihm durch einen Schuß aus einer Flobertbüchse ein Flügel gebrochen war. Der Junge nahm den Vogel mit nach Hause und versah den lahmen Flügel mit einer selbstgefertigten Schiene. Die Wunde heilte ziemlich rasch. Im Frühling 1909 wurde der Buchfink wieder in Freiheit gesetzt. Vor einigen Menden pickte es plötzlich von draußen heftig aus Fenster, und der kleine Vogelfreund sah seinen Buchfink davor sitzen. Das Fenster wurde sofort geöffnet und hereinspazierte stolz das Buchfink-Weibchen vom Jahre 1908. Der Buchfink — der sicherlich den Winter mit seinen Genossen fern im Süden Zugebracht hat — hüpfte sofort ganz zahm wie früher in alle Ecken, an alle Plätzchen, wo er früher geweilt, setzte sich auf seinen alten, vor Jähr und Dag innegehabten Platz auf einer Stange über dem Ofen, kurzum, «benahm sich, als wollte er sagen: Jetzt bin ich gottseidauk nach den vielen Reisestrapazen wieder zu Hause. * Die „gesellschaftliche Stellung" des Schoßhundes. Von der unsinnigen Liebe, die die Gesellschaftsdame ihrem Schoßhunde entgegeubringt, und von der oft wunderlichen Fürsorge, mit der der Liebling umgeben wird, erzählt eine englische Wochenschrift. „Der moderne Schoßhund soll so klein als möglich sein; es scheint fast, als ob die den Lieblingen dargebrachte Zärtlichkeit in dem Maße wächst, als die Körperverhältnisse des Hündchens abnehmen. Je kleiner er ist, je kostbarer wird er und je größer ist der Stolz der Besitzerin. Es gibt keine größere Beleidigung, als den Schoßhund einer Modedame so zu betrachten, als ob er nur ein Tier wäre. Wie die Französinnen zur Zeit des Sonnenkönigs ihre Puppen zu Menschen machten, die ausfuhren, Besuche abstatteten, Gesellschaften gaben und nur bei den ersten Schneiderinnen arbeiten ließen, so genießt heute das Schoßhündchen alle Bequemlichkeiten eines gütergesegneten Menschenkindes. Viele englische Damen setzen sich mit ihrem Schoßhündchen zu Tisch, das kleine gebrechliche Hündchen hat seinen besonderen Stuhl, sein besonderes Porzellan, und er ißt, was seine gütige Herrin ißt. Eine in der «Londoner Gesellschaft sehr bekannte Dame geht in ihrer liebevollen Sorgfalt so weit, daß sie stets eine kleine Flasche Apollinaris bei ihren Ausgängen bei sich trägt, für den Fall, daß ihr Hündchen Durst bekommen sollte. Es ist bezeichnend für den Umfang, den dieser Hundeknlt Stonnen hat, daß eine verarmte englische Aristokratin in London dadurch ihren Lebensunterhalt gewinnt, daß sie die Hunde bekannter Damen in den Vormittagsstunden pflegt und spazieren führt. Hier wird das Hündchen gebadet und massiert, ihm werden die Locken gebrannt und es wird parfümiert; -täglich muß die Garderobe besichtigt werden, denn der moderne Schoßhund hat natürlich auch eine reiche Aitswahl von „Toiletten". Er hat seinen Straßeitanzug, sein Hausröckchen, sein Gesellschaftskleid und seine Autkleidung. Sogar Autbrillen sind nicht vergessen, «auf daß die Augen des zarten Lieblings beim Fahren nicht der Unbill der Witterung ausgesetzt sind. Bei feuchtem, nassem Wetter legt der moderne Schoßhund natürlich Schuhe an; die sind aus zartem, weichem Leder gefertigt und genau nach dem Fuße des Hundes gearbeitet. Selbswerständlich wechselt der vierbeinige Liebling seiner Herrin auch täglich die Wäsche; allmorgendlich wird ihm ein neues Halsband umgelegt, und daß die Farbe dieses Halsbandes auf den gesellschaftlichen Anlaß abgestimmt ist, bleibt außer Frage. Um 1 Uhr trägt „Herr Fido" das rosige Bändchen zum Besuche der Herrin in ihrem Ankleideraum; für das „Boudoir" wird ihm ein blaues oder heliotropfarbiges Bändchen umgebunden, wenn die Familie trauert, trauert „Herr Fido" mittels eines schwarzen Florbändchens mit. Wenn er ausgcht, trägt er ein Kleidchen aus demselben Stoffe wie das seiner Herrin. Einige Damen haben für ihre Hunde sogar Besuchskarten drucken lassen, die bei jedem Besuche mit abgegeben werden, und eine bekannte Londoner Schönheit erklärt selbstbewußt!!), daß sie jede Einladung schlankweg ablehnt, in der nicht „Mlle. Juliette", ihr Schoßhündchen, eigens mit aufgefordert wird . . ." * Verfehltes Kompliment. „Alle meine Bekannten versichern mir, daß mich der Aufenthalt an der Riviera sehr zu meinem Vorteil verändert hat." — „Aber bitte, gnädiges Fräulein, Sie können sich überhaupt nur zu Ihrem Vorteil verändern." * Treffend. „Ich möchte einmal ein sehr hübsches Mädchen heiraten, das aber nicht weiß, daß es schön ist!" — „DaS arme Wurm!" — „Wieso denn?" — „Na, weil sie dazu blind und taub sein müßte." Rösselsprung. Auflösung in nächster Nummer. der leicht Falte der Weh nicht Lust eh's die Kind- Traum welkt eine Abend ihr sie stammt Kinder mtS eine minder schmerzt Blum' sie mehr den heit roenn die herzt weil ver- sie des flammt als Antlitz' du psen schmerzt nicht nicht erfrischt wohl labend deine wischt achtlos Alte Morgen Herz int dich Tro- es Tati längst stör' mancher; am trägt der das den Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Ein eigenes Auge ist besser als zwei fremde. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«.