p ■ar äJjTsT® JTiis »! MW WS MW WM «ÄJes Das schlafende Heer. Roman von Clara Viebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Lehrer Rudas Besuch war heute nicht der einzige in der Propstei. Draußen sah Förster Frelikowskis Tochter schon eilte lange Weile bei der Köchin Zuzanna und wartete auf Vorlaß. Die blonde Stasia sah verweint aus und gar nicht guter Dinge. Auf ihrer weichen Wange brannten fünf rote Striemen, als hätten fünf kräftige Finger ihren Abdruck daraufgelassen. War's möglich, sie war entlassen worden von der gnädigen Herrschaft in Chwaliborczyce? Und so auf einmal, mir nichts dir nichts, Knall und Fall? Wegen dieses kleinen, kleinwinzigen Späßchens, das man sich gemacht hatte?! Die Pfarrköchin tat ganz außer sich und schlug die Hände zusammen: „Heilige Mutter!" Aber im .Grunde gönnte sie es der Stasia wohl: die war denn doch gar zu üppig ! „Was wirst du nun beginnen, mein Täubchen, mein armes, was fängst du nun an?" sprach sie. „Einen so guten Dienst kriegst du nie wieder! Heilige Mutter, erbarme dich um deines heiligen Sohnes und seiner heiligen Wunden willen!" Stasia saß auf dem Schemel beim Küchenherd, holte nun ihr Schnupftuch hervor — ein batistenes der Herrin — Und wischte zierlich die Tränen, die ihr über die Wangen tröpfelten. Ja, und der Vater war so entsetzlich grob geworden! Beim Arme hatte er sie gegriffen und gerüttelt, daß ihr die Nadeln aus den Flechten geflogen, die schönen Schildpatt-Nadeln, und zerschellt waren auf dem Ziegelboden! „O heilige Mütter!" Sie schluchzte laut auf. Und gar nicht behalten wollte er sie zu Hause, sie sollte gehen und Geld verdienen — aber wo denn jetzt so schnell? Sie mußte sehen, daß sie Stellung fand in der Kreisstadt oder in Posen — ach, und die Pani hatte sie doch mitnehmen wollen nach Paris! Es war viel Schmerz in diesen Tränen, immer reichlicher begannen sie zu tröpfeln. Aber noch mehr Wut war dabei: also das war der Lohn dafür, daß man all die Jahre ein Sklave gewesen war, weiter nichts als ein Sklave?! Mochte die Pani ihre Blusen für sich behalten, die Schmuckfachen und den Sonnenschirm auch! Aber beit Schlaf der Nächte sollte sie ihr ersetzen, den jungen gesunden Schlaf, den sie versäumt hatte, weil sie immer aufsitzen gemußt beim Kratzen der alten Nepomucena! So viele Nächte geopfert! Und nun ntait einmal eine einzige Nacht für sich genommen hatte, da, ja da — ei, was hatte die Pani für einen Lärm geschlagen: „Verführerin, Dirne, Kanaille!" Und der Herr würde ste niedergeschmettert haben mit der erhobenen Faust, wäre nicht grade der Vikar dazu gekommen und Hätte sie geflüchtet aus'dem Zimmer! Das hübsche Gesicht des Mädchens verzerrte sich, bei der Erzählung, das weiche Grau der Augen bekam einen schielenden, grünlichen Schiller, auffahrend ballte sie di« Faust. Aber dann lachte sie spöttisch: nun, eine Erinnerung würden die auch behalten! Bolek, das gehütete Herrens söhnchen, war nun auf eium'al kein Kind mehr; mochten sie ihn nur hüten, das nützte jetzt alles nichts mehr! Et, war der ein verliebtes Jungchen! Und betrunken hatte ec sich, daß er krank gelegen hatte drei Tage lang! Das gönnte sie ihnen. War sie denn eine Nepomucena, so ein altes dummes Tier, das die Hand noch leckte, die es quälte?! Nein, ein Gutes war doch dabei, daß die Deutschen ins Land gekommen: nun wußte man, daß man nicht mehr eilt Sklave luar wie früher! 1 Die Zuzanna sah ganz verblüfft drein, so heftig lachte: jetzt Stasia. ', „Weißt du," sprach sie dann und, trocknete sich ebenso zierlich die Lachtränen, wie vorher die Schmerzenstränen'/ „ich wundere mich nur, daß der Herr Propst noch immer nicht wird gerufen zur ulten Nepomucena. Sie hat Wasser. Wenn sie sich bückt beim Kratzen, so gluckst es!" „Sie wird doch nicht gerade sterben zur Winterszeit?" sagte die um ihren Herrn besorgte Pfarrköchin. „Da darf! der Herr Propst nicht selber hin zur Oelung! Mer, mein Seelchen, titein Täubchen, was schwatzen wir! Geh du jetzt und klopfe un — der Hungerleider, 6er Lehrer, ist fort, ich hörte die Tür klappen. Sieh aber zu, daß du dich beeilst! Polnischer Karpfen ist fett und süß und das Leibgericht von Hochwürden, da muß er um sechse schon nachtmahlen, damit er ihn im Bette nicht drückt!" Der Köchin Zuzanna Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, ihre Karpfen drohten zu zerfallen, so lange blieb die Besucherin drinnen. Ein paar Mal schon hatte sie an dec Tür gehorcht — was redeten die?! Ins Studierzimmer hineinzugehen getraute sie sich nicht, so blieb ihr.nichts übrig, als mit den Herdringen zu rasseln, mit den Topfdeckeln zu klappern und das Mädel zu verwünschen, die He^e, die schielige, die einen nicht gerade ansehen konnte. Die war sicherlich, bevor sie getauft war, dreimal unter einem Tisch und zwischen dessen Beinen durchgezogen worden! Betrachte nur einer ihre Augen: der Augenstern war ja nicht rund> sondern länglich wie bei einer Katze. Die hatte den bösen Blick. Alles, was die anschaute, mußte eingehen! „Auf den .Hund den bösen Blick!", Zuzanna spuckte dreimal aus und bekreuzte sich dann dreimal. Die würde doch nicht etwa Pfarrköchin werden wollen?! Es war schon längst dunkel, als Stasia aus der Studier-' stube wieder herauskam. Sie hatte dem Herrn Propst gebeichtet und viel dabei geweint. Sie schluchzte noch, als der Herr Vikar sie hinausgeleitete in den Flur. Er schloß fest die Küchentür, die Zuzanna aufgelassen hatte; so konnte diese gar nichts mehr hören. Es dauerte wiederum noch eine geraume Weile, bis die Haustür klappte und der Herr Vikar zurück ging ins. Studierzimmer. 446 Winzigen Sternen gleich' flimmerten die Lichtchen von Uociecha-Änsiedlung, auf die Stasia jetzt zuschritt. Sie eilte, denn sie fürchtete sich ein wenig. Das Dorf lag 'weit hinter ihr, schwach hörte sie nur noch sein Hundegebell, unb sonst war ringsum nichts als die ungeheure nächtliche Weite. Ihren Rock raffend-, schritt sie hurtiger aus. Pah, an Gespenster glaubte sie nicht, tvie die dummen Bauern — was schwatzten die da vom Lysa Gora?! Wenn wenigstens ein Feuer dort brennen würde, wie im Berg der heiligen Dreifaltigkeit bei Miloslaw! Dann würde sie hingehen, selbst wenn der Teufel dabei säße und den brennenden Schatz bewachte, und sich die ganze Schürze voll Goldstücke raffen; sie fürchtete den Teufel und alle Geister nicht. Wer jetzt hatte sie Angst; es war so einsam hier, schon-so spät und sie ganz allein. Wenn nun einer käme und sie anfiele?! Huh, trappste da nicht schon hinter ihr ein Schritt?! Sie traute sich nicht, nach hinten zu schauen, aber-hastig fuhr ihre Hand nach den langen baumelnden Ohrgehängen — wenigstens die retten, wenn ein Räuber nahte! Aber sie hatte die Ringe noch nicht ausgehakt, als der Gefürchtete auch schon neben ihr war. , Sie guckte von der Seite. So viel sie sehen konnte beim schwachen Sternenlicht: ein blonder Krauskopf, breit in den Schultern und doch schlank wie eine Fichte. Gin Schwabb! Richtig, er redete sie cm auf deutsch: „’n Wend, Mädchen, gehst du" — er verbesserte sich rasch, als er ihr vornehmes Kleid sah — „gehen Sie so allein, Fräulein?" Sie lachte leise: nein, der tat ihr nichts! Aber dann schauerte sie zusammen wie ein banges Kind und- sprach auch Ws deutsch: „Ich fürchte mich!" „No, warum dann? Bor mir doch etwa nit?" Sie nickte. Nein, das hatte sie wirklich nicht nötig! Gutmütig! lachend ging er ein wenig von ihr ab auf die andere ©eite der Straße. „Ich tu Ihnen nix, Fräulein," sagte er treuherzig, „wahrhaftigens Gott nit! Wer wenn et Sie nit geniert, -geh' ich en Stücksen mit Ihnen längs! Wohin wollen -Die dann, Fräulein?" Sie sagte ihm, wer sie wäre, und! daß sie zurück ins Forsthaus wolle. Aha, da hatten sie ja bis in die Kolonie denselben Weg! Er nannte ihr auch seinen Namen. Das beste Haus in der Ansiedlung — 's war ihr gewiß schon aufaefallen? —-das Mit den Fenstern rechts und links von der Haustür,-mit den Ställen 'apart und mit der Scheune, die das Viereck schloß, gehörte seinem Vater. Es tat ihm gut, ihr das zu sagens, sie war so ein hübsches Mädchen und gefiel ihm wohl. Bewundernd betrachtete er den zierlichen und. doch vollen Wuchs. Hm, die polnischen Mädchen waren alle nicht übel, Über die hier stach doch jede andre aus! Behend ging sie und so leicht, Man hörte kaum ihren Tritt. Das matte Sternenlicht zeigte nicht viel, aber es zeigte doch genug; es um-' flimmerte ein blaßrundliches', blutjunges Gesicht mit einem weichen Stumpfnäschen. Als sie ihn anlächelte, sah er Grübchen. Und blonde Haare kamen Unterm Hut vor, eine ganze mächtige hochgekämmte Tolle über der Stirn. Er machte verliebte Augen. Um sie beide war eine große Stille; wohin mau auch blickte: nirgendwo ein Mensch, nicht einmal ein Tier. Die flinzelnden Lichtchen der Ansiedlung blinkten noch fern, kein Hundegebell aus dem Dorf war mehr zu hören, selbst der Wind hielt sich still und pustete nicht. Dg Machte er wieder rasch die paar Schritte über die Straße zurück an ihre Seite und legte keck den Arm um ihre Taille. Sie trug kein Korsett, er fühlte die weiche Biegung ihrer Hüften. Stumm ließ sie sich's gefallen, und als sein Arm etwas fester drückte, ließ sie auch das sich gefallen. Dicht nebeneinander, bei jedem Schritt auf deM holprigen Landweg Schulter au Schulter reibend, gingen sie in die Einsamkeit. UnwillWrlich. dämpften sich ihre Stimmen, zuweilen nur girrte ein Lachen des Mädchens auf. Als sie in die Kolonie kamen, ließ Valentin den Arm von ihren Hüften, aber sie gingen miteinander weiter. Der Bursche ging än seines Vaters Haus vorüber — dort war's, gefiel es ihr? — gemütlich fiel Lampenschein durch die Ladenritzen.- Jetzt brachte die Mutter die kleinen Schwestern zu Bett, und- dann würden sie mit dem -Nachts essen aus ihn Warten. Zum Pferdemarrt war er gewesen, einen Gaul sollte er kaufen — zum Frühjahr vielleicht noch einen zweiten mochten die zu Haus nun denken, -daß er Ach dabei verspätet hätte! Das ging doch nicht an, daß eine so Hübsche allein durch die Nacht wanderte! „Gelt?" Er faßte sie wieder um die Taille — die paar Häuser lägen bereits hinter ihnen — und zog sie näher an sich.' -Sie ließ sich ziehen. Und durch ihre Gedanken schoß -es r zwei Pferde, das' ging an! Hofbesitzers Sohu, der einzige noch dazu, das ging auch an! Und ein hübsches Haus, besser fast als die Propstei! Nach Posen in Stellung zu gehen, sich wieder quälen zu lassen von einer neuen Herrin, das war doch gar nicht angenehm! Sie murrte und ballte die Hand: „Psia krew!" „Wat gefällig?" fragte er, „sag'st du wat?" Da lächelte sie ihn an und lehnte sich für einen kurzen! Augenblick ganz weich gegen seine Schulter. „Ich danke der heiligen Mutter, daß sie mich hat lassen dich treffen!" Fest drückte sie seine Hand: „Wälenth!" Wie seltsam sein Name aus ihrem Munde klang, ganz anders als sonst! Aber hübscher, viel hübscher! „Säg et noch einmal!" Und als sie mit schmeichelnder Stimme wiederholter „Walenty, Walenty-," seufzte er in plötzlichem Begehren auf: „Stascha, Stascha!" Sie korrigierte ihn: so wär's noch! nicht ganz recht gesprochen! Zehnmal wohl ließ sie ihn sagen: „Stasia." Nun war's richtig! O, er hatte eine gelenke Zunge — wie ein Pole —, er würde gut lernen! Und sie redete ihm Schmeichelnamen vor: „Moja duszko! Moje ferce!" Er wiederholte gelehrig und lachend; dies Lernen machte ihm viel Spaß. Dann machte sie sich plötzlich von seinem Arm frei! und stellte sich vor ihn hin. „He, apfgepaßt: daj tni buzi!" Was hieß das? „Rate!" Die Hände auf den- Rücken gelegt, den Ober-, körper immer mehr nach ihm hinneigend, lachte sie schelmisch und sah ihn doch zärtlich dabei an: „Däj mi buzi!" Sie spitzte den Mund, Da begriff er. Mit beiden Atmen sie UM! die Schultern fassend- zog er sie gegen sich und drückte ihr einen derben Schmatz auf. — Es war ihm; als hätte er eins über den Durst getrunken, als er endlich zu Haüse war. Schon manches Mädchen hatte er geküßt; schon ehe er zu den Soldaten kam!, und dann erst recht — da war sogar eine in Köln, dem! schönen Städtchen, Die wartete nur darauf, daß er sie hierher nachkommen ließ, und die war eine Bürgerstochter und hatte auch 'Geld — aber er dachte jetzt nur an Siasi-a. AM die war doch ganz was andres! Seine Augen glänzten. Er tvar viel zu spät heimgekom- Men, sie hatten schon gegessen und- sich auch fast schon ge-t ängstigt um ihn. Die Mutter hatte ihm Kaffee warm gehalten, nun prasselten noch die Bratkartoffeln in der Pfanne, und zwei mächtige Scheiben schnitt sie ihm vom Schinken ah. Der Junge müßte ja tüchtig hungrig sein. Das war er auch aber er saß beim Tisch, hintenüber! gelehnt tot die Bank, die Faust mit der aufrecht darin-« steckenden Gäbel neben dem Teller und spießte doch keinen Bissen auf. „Jung, haste nit Hunger? Du bist wohl arg müd?" fragte die Mutter. Und der Vater, der, seine Pfeife rauchend, in der Stube auf utrd ab ging; wollte gern etwas vvM Markte hören. Aber Valentin blieb einsilbig, nur das Notwendigste brachte er heraus: ja, ja, sie würden schon einen Braunen kriegen, aber nicht vom Markt in der Kreisstadt, da wurde man nicht handelseinig, die Polen wollten einen ja alle übers Ohr hauen. Ein Glück, daß er den Löb Scheftel aus Miasteezko getroffen! Der war mit seinem Sohne und dem Wägelchen dagewesen. Mit zurücknehmen hatten sie ihn auch freundlichst gewollt, daun hätte er schon am Nachmittag daheim fein können — aber mit ’nem Juden fahren, nein, da hatte er sich doch bedankt. Morgen würde der Scheftel ihnen nun em Pferd vorführen, zu zivilem Preis, und ein viel besseres, als die Ware auf dem Roßmarkt gewesen: Morgen — ja, morgen! Den Teller zurückschiebend, versank der junge Mann mit offenen Augen in ein Träumen: morgen, ja morgen! Ob! er die Stasia vielleicht dann wieder traf ? , (Fortsetzung folgt.). * 447 vor vierzig Jahren. Von Pfarrer Werner in Nidda. 3. Die ersten Truppen. Man spricht manchmal von „langer Weile". Wenn uns je die Zeit lang geworden ist, so war es in dec Zeit vom 19. bis 31. Juli 1870. Als nach der Kriegserklärung! die Franzosen nicht gleich kamen, beruhigten sich selbst die etwas, die vorher von einer militärischen UeberrumpelUng sprachen Und schimpften. Laß nicht gleich ein Regiment zum Schutz der guten Stadt Birkenfeld bereit stand. Da war mein Nachbar, ein Kaufmann Namens Göring, der stets ein Haus- käppchen mit langer Troddel trug. Was flog diese Troddel hin und her, wenn der gute Mann, besorgt um seine Heringe 11113 sonst was, den Kopf herumwarf und! mit den Händen gestikuliertet Aber daß man gar nichts von der Außenwelt erfuhr, oder daß das, was man erfuhr, am nächsten Tag widerrufen wurde! Das eine wußte man nur, daß in Saarbrücken nur vier Kompagnien 40 er Infanterie und einige Schwadronen 7 er Ulanen lagen. Dann hieß es wieder, es zögen drüben am Rhein mächtige Heeressäulen nach Frankreich. Eins hatte man ausgemacht — und das war uns ein großer Drost —, daß die gefürchteten Turkos, für die Pfalz bestimmt, an der dortigen Grenze standen. Hätten doch die Pariser Zeitungen alles aufgeboten, um diese Scheusale recht anzureizen;! hatte doch die Pariser Halbwelt sich ein Geschäft daraus gemacht, die Turkos auf die „blonden Gretchen" zu hetzen. Eine Woche nach der Kriegserklärung geschah etwas, was Uns sehr be- rrlhigte. Die Militärbehörde hielt in aller Ruhe eine Pferdemu st erung ab. Nun, da mußten ja die Franzosen noch nicht so nahe sein. Der 27. Juli war ein denkwürdiger Tag — da wurde der allgemeine Buß- und Bettag gehalten. So voll habe ich noch nie eine Kirche gesehen, wie damals, es war erhebend. Doch konnte es ein fteireligiöses Blatt nicht lassen, sich darüber aufzuhalten, daß man von deutscher Seite Gott anrief, während ihn die Franzosen doch auch anriefeu. .Deut war aber doch nicht so. Die Proklamation Napoleons schloß mit den Worten: „Der Gott der Schlachten wird mit euch sein." Das ist denn doch nicht der Gott gewesen, zu dem die Deutschen beteten. Endlich, am 30. Juli, hieß es: Morgen gibt es Einquartierung. So war es. Am 31. Juli kam ein Regiment des 8. Armeekorps, die 28 er von Aachen. Die Leute machten so keinen guten Eindruck wie die späteren Truppen. Sie fühlten sich, weil sie meist aus streng katholischen Orten kamen, hier nicht recht heimisch. Ich hatte sechs Unter» osfiziere im Quartier, die betrachteten mich mit so argwöhnischen Blicken, daß ich es mir anfangs nicht erklären konnte. Erst als sie eine Karte forderten und! ich ihnen eine der damals zahlreich zum Verkauf angebotenen Spezial- karten schenkte, tauten sie auf: „Wir wollen gerne wissen, wo wir sind", meinten sie. Bei einem Gymnasiallehrer einquartierte Soldaten sagten: Unser „Herr" (Pfarrer) hat gesagt: „Von de Vorderste brauchte Mer net zu sin." Nun, sie haben sich aber nicht weniger tapfer gehalten als. ihre Kameraden. 4. Der Krieg beginnt. „Was kraucht dort in dem Busch herum? Ich glaub', es ist Napolium" fangen unsere Buben auf der Straße. Auf einmal aber krauchte er aus dem Busch heraus. Am 2. August kommt auf einmal die Nachricht: „Saarbrücken ist von den Franzosen besetzt" — was jetzt? Bis heute abend haben wir die Franzosen hier. Nun, es war uns nicht einerlei — aber Furcht hatte niemand, man hatte sich schon auf alles mögliche gefaßt gemacht. Doch die Franzosen kamen nicht. Dagegen kam am 3. August die Kunde: Heute nacht kommt das ganze 1. Armeekorps in unsere Gegend ; es waren Ostpreußen. Und nun hatte die Behörde einen großen Fehler gemacht: Sie quartierte die Leute ohne Verpflegung ein, um die Bürger nicht so sehr zu belasten. Nachts 12 Uhr standen die 41 er in der Stadt, sie waren vom Bahnhof Birkenfeld den 1 Stunde langen Weg nach der Stadt marschiert, nachdem sie 3 Tage und 3 Nächte in der Bahn gefahren Ivaren. Nun sollten diese Leute sich selbst verpflegen oder auf ihre Rationen warten? Da hätten sie lauge warten können. Natürlich sanden sie gedeckten Tisch vor. Und! wie gern gab man es ihnen! Trotz ihrer Müdigkeit stießen sie ihre Gewehre auf den Boden und sprachen: „Unser König kann sich auf uns verlassen!" Was sonst, für Truppen in der Umgegend lagen,- erfuhr man in der Stadt nicht; Signale hörte man nicht/ Ich hatte außer 6 Mann noch den Hauptmann von Döring im Quartier. Der wollte gern an die Stätte, wo die alte Burg Birkenfeld vor Alters stauch die Stammburg der jetzigen bayerischen Königsfamilie. Aber er erklärte, daß er nur hinkönne, wenn sie ganz nahe liege, weil die Soldaten jederzeit bereit stehen mußten, wenn es zum Abmarsch gehe. Die Anwesenheit deutscher Truppen übte eine belebende Wirkung auf jung und alt aus; namentlich der Umstand bestärkte die Zuversicht, daß die Soldaten stets operierten und Sturmlaufübungen gegen den Burgberg machten. Leider wurden jetzt die Lebensmittel knapp. Zwei Tage lang hatten wir fein Salz; unser Hauptmann bekam! die letzten Eier zum Abendessen. Am 5. August früh rückten die 41 er ab, die Feldflaschen wurden mit schwarzem Kaffee gefüllt. Sofort nach dem Abmarsch kamen die 43er, auch Ostpreußen, aber furchtbare Schnupfer. Während des 5. August wurden verschiedene militärische Gottesdienste mit .Abendmahlfeier in der Kirche gehalten. Mittlerweile war die ganze Umgebung der Stadt von Soldaten belebst Lazarett-Kolonnen lagen im Freien; die Trainsoldaten mußten im Stall kampieren und sehen, wo sie sich ihr Mahl kochen konnten. So kam einer in 'unsere Küche (er war aus Memel) und brachte im Taschentuch feingeschälte neue Kartoffeln mit Petersilie und einem Stück Rindfleisch. Nachdem er sich feine Mahlzeit gekocht hatte, wollte er auch noch einen alten Hering skalpieren. Damit verwiesen wir ihn jedoch in den Hof. Zum Schluß kam er und wollte zahlen. Natürlich lachten wir ihn arrs. Da rief er ein um das andere Mal aus: „Holt fiepen." Was will der Mann? Endlich machte er es klar: Er wollte Holz kaufen, d. h. er wollte das Holz bezahlen, was sein Kochen gekostet hatte. Am 5. August kam die Kunde von Weißenburg; doch wurde man der Sache nicht recht froh, weil sich das Wetter in der Nähe zus ammenzuzi eh en schien. Am 6. August marschierten in! aller Stille die 43 er ah. Nachmittags hatte ich aus einer Filiale eine Privat- kommission. Mein Weg führte mich über einen Berg, wo die Ackerleute lauschend standen. Was war das für ein dumpfes Knallen in der Ferne? Ach, Herr Hfarrer, riefen die Leutch als ich näher kam, was schießt es schon die ganze Zeit; was wird das werden? (Es'war die Schlacht von Spichern.) Ich beeilte mich, wieder aus den Heimweg zu kommen, und! als ich eben an der Stadt wieder angekommen war, dä schmetterten die Trompeter ihre Signale und aus allen Gehöften der Umgegend kamen Truppen aller Waffengattungen heraus, das 1. Jägerbataillon, ein Kürassierregimenfl Leute, wie ich so stark noch feine gesehen hatte. Ich beachtete, wohin sie sich! wendeten — und- siehe, es ging langsam nach Westen, nach Frankreich zu. Jetzt war? der Bann gebrochen, dort oben hat es Lust gegeben,- darum geht es vorwärts, und daß es hier la u g s a m vorwärts geht, ist ein Beweis dafür, daß keine Gefahr ist. Und so war es. In der Nacht bekam ich einen Lazarettinspektop und einen Intendanturbeamten (in der Soldatensprache? Mehlwurm) ins Quartier, die waren auch 3 Tage Und 3 Nächte unterwegs gewesen und sehnten sich nur nach etwas ftischem Wasser und einem Bett. Als ich Sonntags von meiner Filiale heimkam, waren sie schon über alle Berge, mau hatte sie an der Grenze nötig gehabt. Zeit tvauii wird tierische Milch getrunken? Es ist hochinteressant, an der Hand der Kulturgeschichte die schwere, harte Arbeit des Menschen bei der Sorge um das tägliche! Brot in den einzelnen Entwickelungsstadien bis zu ihren Anfängen zurück zu verfolgen. Wenn wir uns dabei die Frage vorlegen- welchen Weg der Urmensch bei seiner Ernährung eingeschlagen hat und welche Art von Nahrung als die älteste der Menschheit zu gelten habe, so könnte man leicht in der Art des moberneirt Vegetarismus sich die Urzeit als eine anheimelnde Idylle vor-. stellen und meinen, das; für den Kindheitszustand der Mensch-, heit es das passendste, naturgemäßestc unb gesündeste gewesen sei, von Milch zu leben. Die Forschung hat jedoch gezeigt, daß diese Annahme nicht richtig ist. Gerade die Fähigkeit des Menschen, sich der verschiedenartigsten Nahrung anzupassen, nicht an einerlei Nahrung die Bedingung der Existenz geknüpft zu sehen, vielmehr pflanzliche wie tierische genießen und verdauen, sich mit jeder für sich begnügen, aber auch beide wieder verbinden zu können^ gerade diese Fähigkeit ist einer der wesentlichsten Vorteile für die Verbreitung und Entwickelung der Menschheit gewesen. Daß zu diesen mannigfaltigen Nahrungsmitteln gleich anfänglich die Milch der Tiere gehört habe, das hat nur die Dichtung im ent- 448 totebenflett Gegensätze zur Wahrheit der Forschung behauptet.. Wie Gewinnung der Milch von Tieren für den menschlichen Ge- nuß gehört einer verhältnismäßig sehr späten Zeit cm, und selbst bis jetzt ist nur eiic Teil der Menschheit dahin gelangt. Es ntag ja naturgemäß erscheinen, die Fortsetzung des Nähr- geschäftes von der Mutter auf das Tier zu übertragen; aber dem widersetzt sich sehr ernstlich das noch ungezähmte Tier. Die Mythe von der säugenden Wölfin in der Urgeschichte Roms ist aus einem Kulturgedcjnken entsprungen und gibt uns keinen Anhalt für das Leben der Urzeit. Selbst mit der Zähmung des Tieres ist die Kunst des Melkens, wie der Gewinnung und Aufbewahrung der Milch noch nicht erfunden. Der Zulu, der zu bett, tüchtigsten Viehzüchtern der schwarzen Rasse gehört, hatte es in der Kunst des Melkens bis ans unsere Zeit nicht weit gebracht, denn er sog die Milch mit den Lippen ans und ließ sie danic aus dem Munde in das Sammelgefäß laufen. Der Kaffer verschmäht den Milchgenuß ganz und verwendet nur das säuerliche Molkenwasser als Genußmittel. Bei anderen Stämmen der Negerrasse mit blühender Viehzucht verbietet die Sitte aufs strengste den Genuß der süßen Milch, sobald der Mensch aufhört, als Kind betrachtet zn werden. Nur der Hottentotte, der über-, Haupt nichts verschmäht, trinkt auch als Erwachsener süße Milch. Der Häuptling von Muazi in Kasungu, westlich vom Nyassasee, hatte, als ihn Livingstone besuchte, prächtige Herden von Buckelrindern, die. aber nicht gemolken wurden. Weit verbreitet in ganz Afrika ist aus alter Zeit ein Aberglaube, nach welchem der Gebrauch der Milch durch den Menschen dem Vieh großen Schaden bringe; Milch zn kochen gilt als sündhaft, denn es^schadet der Kuh. Weiß der Karagwahneger von jemand, daß er Salz zu den Speisen. genießt, so gibt er ihm gewiß keine Milch von seiner Kuh. Diese im Aberglauben begründeten Gebräuche lassen darauf schließen, daß in ganz Afrika die Gewinnung der Milch als Nahrungsmittel niemals eine Rolle gespielt hat. Auch die altenl Megypter machten davon keine Ausnahme, denn ihre Züchtungs-, versuche haben nicht einmal bei jenen Tiergattungcn begonnen, bei denen cs auf die Milchgcwinnung hätte ankommen können. Der Milchgenuß war im Altertum nur in Vorderindien bekannt, wo der Brahmane, der die Arbeit des Ackerbaues scheut und nur von den Gaben und Stiftungen der Frommen lebt, die süße Milch zu jeder Tageszeit genießt. Aber erst im Laufe der Zeit hat der Brahmane gelernt, die Milch zu verwerten, denn die Arier, die von den Hochsteppen Asiens nach Indien kamen, waren Mferdenomaden, denen der Genuß der Stutenmilch kein volkstümliches Nahrungsmittel, sondern das säuerliche Molkenwasser nur ein Genußmittel der reichen Leute war. Diese Sitte reichte bis nach Litauen, und die Esten tranken nicht die frische Milch, sondern ebenfalls nur den durch Gärung aus ihr gewordenes Molkensaft. Auch die zahlreichen Volksstämme in Amerika, Australien Und Nuf den Südseeinseln haben vor ihrer Bekanntschaft mit den Europäern den Milchgenuß nicht gekannt und dann den Gebrauch der Milch nur zögernd nachgeahmt oder znm Teil bis heute noch übgelehnt. Die Amerikaner besaßen als eigentliches Haustier nur den Hund, und die Südseeinsulaner betrachteten nur Hunde, Schweine und Ratten als Nahrungstiere, von Milchgenuß wußten sie nichts. Obwohl sie von den Engländern in der Milchgewinnung unterwiesen wurden, wiesen sie die Milch als ein ekelhaftes Getränk zurück und spotteten der Europäer ob ihres unsauberen' Gebrauches, indem sie auf ihr Borstentier als Nahrungstier hin- wicsen. — Wenn wir so aus der Geschichte der Kultur in des Menschen Sorge .um seine Nahrung gesehen haben, daß die schwarze Bevölkerung Afrikas, bei der die Viehzucht auf einer hohen Stufe steht, eine bessere Methode der Milchgewinnuug bis an die Neuzeit nicht kannte, daß die den Negerstänmien über- lMencn Aeghptcr kein Milchvieh züchteten, so muß es als sehr wahrscheinlich gelten, daß die Heranziehung gewisser Säugetiere zur Gewinnung der Milch ein Mittel war, zu dem die Not die nördlichen Völker im Kanipf ums Dasein gedrängt hat. Aber auch hier kann der Mensch nicht früher zu dieser Erfindung ge- langt sein, als bis der Strom der braunen Rasse sich bereits nach Afrika ergossen hatte, das damals noch mit größeren Brücken mit Asien verbunden gewesen sein mußte. den alten Traditionen' hangen, Und iir erster Linie alte slawische Märchen nnb Legenden, alte Volkslieder und Volksdichtungen lesen, in denen sich das russische Leben und die Geschichte des Zarenreiches spiegeln. In den größeren Städten dagegen werden die Uebersetzungen aus fremden Literaturen bevorzugt, hauptsächlich Abenteuer- und Detektiv-Romane vom Genre der , Sherlock-Holmes-Erzählungen. Unter den Volksschriften stehen die Werke religiösen Inhalts oder religiöser Tendenz a'N zweiter Stelle; es wccrden 1150 Bücher und Broschüren dieser Richtung ausgegeben. Sie übertreffe« aber bei weitem! die Verbreitung der russischen Romane und der einheimischen Theaterstücke, denn die Zahl der erschienenen russischen Romane betrug 931 Werke und die Theaterliteratur 487 Bücher. Nationale Gedenktage wie das Gogol-Jubiläum und der Jahrestag der Schlacht von Pultawa gaben Anlaß zu zahlreichen Publikationen., Auch das Zeitungs- und Zeitschriftenwesen läßt eine kraftvoll aufwärts steigende Entwicklung beobachten. Insgesamt erscheinen m Rußland heute 2173 Zeitschriften; 1643 davon werden in russischer Sprache redigiert, 218 in polnischer und 69 in deutscher Sprache. Die französische Presse in Rußland hat Schritt Mt Schritt an Boden verloren. Es erscheinen nur noch 4 Zeitschriften^ und. eine Zeitung, das Journal;be St. Petersbourg, in französischer Sprache; und selbst diese Tageszeitung hat nur 250 Abonnenten. Dem Rückgang der französischen Zeitschriftenliteratur steht der Aufschwung der deutschen Presse ist Rußland, gegenüber; nicht nur in den polnischen Gegenden besitzest die deutschen Gemeinden besondere Presseorgane, auch in allen größeren Städten, in Petersburg, Moskau, Odessa, Tiflis usw. erscheinen deutsche Blätter, von beit baltischen Provinzen ganz abgesehen.. Unter beit russischen Zeitungen hat bas Kopekenblatt, bte „Kopsika", mit einer Auflage von 160 000 Exemplaren, die größte Verbreitung. Ihr folgen die „Börsenzeitung" mit 142 600, die Moskauer „Rußkoje Slowo" mit 131030. Das bedeutendste; jüdische Blatt, „Unser Leben", erscheint in einer Auflage von 53 000 Exemplaren. Der Warschauer Kurier verzeichnet 33 000, die „Nowoje Vremja" 66 500, der „Retsch", das Organ der Oppositionspartei, 38 000, und die „Rußkoje Znamya" 4900 Exemplare. Der Dorfboote, der als offizielles Organ ausgegeben wird, erscheint mit einer Auflage von 65 000 Nummern, von denen 17 000 gratis ausgegeben werden. viichertisch. 1— Tempel-Klassiker. Die ausgezeichneten Klassiker- Ausgaben des Tempel-Verlags (Leipzig), die an dieser Stelle bereits charakterisiert wurden, sind um folgende Bände vermehrt worden: In der G o e t h e - A n s g a b' e sind-. 3 neste Bände C,©turnt und Drang", „Die Leiden des jungen Werther" und „Wilhelm Meisters Lehrjahre"), in der Heine-Ausgabe „Shakespeares Mädchen und Frauen, Pantomimen und Memoiren" neu herausgekommen. Die Kleist-Ausgabe liegt mit dem fünften Bande, der eine Abhandlung von Dr. Artur Tloener über das Leben und die Werke von Heinrich v. Kleist enthält, abgeschlossen vor. Dieser Band bringt in biographischer Folge alle Erklärungen und Erläuterungen zu den Werken Kleists. — I) r. m e ä. F. D tt in st r e y. Die Körperpflege des Kulturmenschen in gesunden und kranken Tagen. Leipzig,' Helios-Verlag Franz A. Wolfson. Dumstrey gibt in seinem Buche auf Grund einer langjährigen ärztlichen Praxis mit warmem Herzen die Leitlinien, nach denen der Kulturmensch seine Körperorgane behandeln muß, wenn er seinen Körper gesund erhalten will. Seine Verhaltungsmaßregeln für Herzkranke und Arteriosklerotiker sind sehr- lesenswert, ist doch die Arteriosklerose, die Verkalkung der Blutgefäße, das Gespenst der überernährten und überreizten Kulturmenschen. Den Magen- und Tarmkrauken ist ein besonderes Kapitel gewidmet, sie erhalten Aufklärung darüber, welche Diät sie einzuhalten haben, um die Verdammgsorg-ane zu schonen und wie sie die Möglichkeit finden, ohne scharfe Arzneimittel ihrem Blagen und Darm Widerstandskraft zurückzugeben. Besonders reizvofl liest 'ich das Kapitel über das Geschlechtsleben des Kulturmenschen, in dem der Verfasser frei von falscher Prüderie, aber überaus dezent, dieses Gebiet ber Körperpflege mit dem warmen Herzen eines menschenfreundlichen Arztes erörtert. Der Nervenschwäche und der Schlaflosigkeit ist ein anderes Kapitel gewidmet. Die Pflege des Haares, der Haut und der Zähne findet eingehende Erörterung. Ten 8 Kapiteln des Werkes folgen 19 Merkblätter, die schnell und gewissenhaft für viele Fälle plötzlicher Erkrankung ärztlichen Rat erteilen. Antlmsgriph. 12 13 wirst du als Lasttier kennen, 13 2 1 sich manche Mädchen nennen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Königspromeuade in voriger Nummer: Wo stets die Sonne brennend scheint, Dort wird auch reiches Land zur Wüste, Kein Mensch wird tragen stetes Glück, Der's nicht durch Herzverscmdung büßte. Vermachtes. , * Rus si s ch e Kul t ursta tistik. Im Auftrag und unter ber Aufsicht des russischen Ministeriums des Innern findet gegenwärtig in Petersburg eine Bücherausstellnng statt, bte einen interessanten Ueberblick über bas Bücher- und Zeitungswesen; Rußlands gibt nnb zugleich zeigt, wie in bett breiteren Volks-, schichten geistige Interessen sich entwickeln uitb stetig wachsen Im vergangenen Jahre sinb von russischen Verlegern 2783 Werke Mehr als im Jahre 1908 veröffentlicht worben; insgesamt würben 26638 Werke ausgegeben in einer Auflage von zusammen 101 4o6 908 Exemplaren, ber Verkauf hat nahezu 30 Millionen Rubel eingetragen. Unter bett Werken, die in russischer Sprache erschienen, nehmen bte billigen Volksausgaben durchaus die erste Stelle ein. Das sind Bücher, bte sich vor allem! an die bvestü Masse ber Landbevölkerung wenden, an bte Bauern, bte treu aN Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch, und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,