Donnerstag den 20. Januar M MW S Droestgl. Noman vvn Georg Freiherrn von Ompteda. (Nachdruck verboten.) (fiortfEBimg. i Herr von Liegen, der mit seinen langen, schwarzen Wimpern trotz seiner Jugend etwas Nachdenkliches hatte, ließ die Blicke über den silbernen Taselschmuck gleiten: — Er ist wohl sehr reich - — Kolossal! Wir wissen's ja durch meine Kusine Hohengart. Des Grafen Kölln Kopf glühte schon beim Fische Er erzählte rechts der Gräfin Linoenbach und links der Gräfin Sczogony, der Frau des österreichischen Botschaftssekretärs seine berühmte Geschichte von der nächtlichen Parforcejagd. Aus der anbrecheuden Dunkelheit, in der in Wirklichkeit einst die Jagd geendet, war im Laufe der Jahre längst Mitternacht geworden. Heute kam das Hallali, als schon die Mvrgensonne schien. Inzwischen schenkten die Diener, die Marken nennend, besondere Weine ein. Die jungen Herren aber ließen alles stehen um den Sekt, der beim Grafen Kölln neben den übrigen Weinen sofort nach der Suppe gegeben wurde. Der alte Herr zwinkerte mit den Augen, und die langen Enden des gewaltigen weißen Schnurrbartes zitterten: — Das macht Stimmung, und bei mir soll man sich Unterhalten! Ms die Eisbombe kam, hatte denn auch der Champagner seine Schuldigkeit getan, und die Herren hoben eifriger die Gläser gegen einander. Wer sich wegen der Blumensträuße in Iden blitzenden Silberschalen, wegen der Flammen der großen Armleuchter nicht sehen konnte, stand von seinem Sitze auf und hielt die Sektschale in die Höhe. Immer liefen die Diener herum, nachzufüllen, denn der alte Graf konnte kein leeres Glas sehen. „Das ist wie ein Mensch ohne Seele" Pflegte er zu sagen. Dabei ließ er den Wein durch seine ausgepichte Reiterkehle laufen, zehnmal, fünfzigmal, daß jeder andere untpr den Tisch gefallen wäre. Ihn rührte es nicht, nur sein Gesicht wurde röter und röter und der riesige Schnurrbart naß. Als eben lebte Lachsalve scholl, sah er Gräfin Ltndenbach an: — Hören Sie, wie sie sich freuen? Ich kann die Trauer- klöter nicht leiden. Der Wein ist nach dem Pferde das Edelste, was Gott uns geschenkt hat. — Und die Frauen? Graf Kölln machte runde Augen und blähte die Rüstern auf, als sehe er in jungen Tagen ein begehrliches Mägdelein vor sich: — O liebe Gräfin, die Frauen waren immer Nummer ieins. Heute nur noch die D a m e nl Man wird eben alt — Die Gräfin lachte: i—. Es ist ganz gut, daß es mA ein Ende hat! Aber heute sagen Sie, ist das Pferd noch Nummer eins... na ... noch ein paar Stürze, so wie voriges Jahr —. und es geht auch zu Ende. — Dann bleibt der Wein! Die alte Dame drohte mit der schmalen, ringbedeckten Hand, die trotz dreiundsiebzig Jahren noch immer schön war: — Na, na-- Graf Kölln hob das Glas gegen seine Nachbarin Hur Rechten, dann gegen Gräfin Sczögony und ließ seine Bucke über alle anderen Damen gleiten, sie gleichsam einschließend in t>en Wein, nun bald den iyrost seiner alten Tage. Und er behauptete, fünf Flaschen Sekt würfen ihn nicht um. Als die ungarische Gräfin ihr Entsetzen nicht verbarg, rief er: — Gräfin, ich will Ihnen nach fünf Flaschen Sekt die Namen aller Pferde au> schreiben, die ich je besessen habe. Nach fünfzehn Flaschen mache ich mein Testament mit drei- hundertfüufundsechztg einzelnen Bestimmungen. Nur die Interpunktion.... Die Gräjin gab lackend zurück: — Sie wollen schon Jyr Testament ntachen? In Ihrem Alter? Er drückte mit beiden Händen den Schnurrbart tote Watte zusammen: — Denke nicht ans Sterben. Mein Vater hat immer gesagt, die Köllns werden horrend alt. Uebrigens wurde er zweiundneunzig. Schätzen Sie mal. Wie alt bin ich? Er richtete ferne hagere Gestalt noch straffer auf und fah sie an mit seinen scharfen Augen, die wirklich etwas Jugendliches hatten. Die Gräfin zögerte: — Anfang sechzig--- Danke sehr, ich will es Ihnen sagen, aber nur für Sie: Vierund siebzig! Gräfin Sczogony war erstaunt, doch nun entdeckte sie die gleichsam verknorpelten Hände und den hageren, faltigen Hals. Graf Kölln erzählte aus feinem Leben. Sein Vater hätte spät geheiratet, er selbst wäre, als er an den Altar getreten, auch schon ein hoher Vierziger gewesen, und habe sich nur entschlossen, weil nach einem schweren Sturz während feines Krankenlagers der ihn pflegende Kammerdiener mit einem der Hausmädchen durchgegangen sei. Der Graf hatte eine alte Ballfreundtn zur Frau genommen, an die er im Grunde genommen seit zwanzig Jahren gedacht, nur. war er nie dazu gekommen. Er erzählte das mit der Natürlichkeit eines Menscheih der bei entern gerüttelten Maß fröhlicher Selbstsucht di« größte Aufrichtigkeit besitzt. Die junge Gräfin meinte: — So kommen nun Ehen zustande! r-, Viel mehr als Sie glauben! Die Bande ist nut — 42 — W feige, es zu.gestehen! Ich Mer habe m»s meinem Herzen nie eine Mördergrube .gemacht! Dann sprach er vom Tode seiner Frau, die bei der Geburt seiner jüngsten Tochter Pauline ihr Leben gelassen, nicht sentimental, sondern ivie von etwas, das eben so hatte sein müssen. Die junge Gräfin, seit wenigen Fahren erst verheiratet, fragte naiv: Ist Ihnen denn das nicht nahe gegangen? Da erwachte ein Ton warmen Gefühls: — Soll nran allen Leuten seine Herzensangelegenheiten aufbinden? Jammern und Heulen habe ich nie vertragen Wunen. Habe auch nicht gejammert und geheult, aber mir war, als hätte ich den bösesten Sturz eines Lebens getan.... Er lächelte vor sich hin, die aufsteigende Weichheit durch tzinen Scherz dämpfend: — Mir war, wie wenn man eine einzige Flasche alten Schloß-Abzug, auf die man sich Fahre gefreut hat, öffnet tmb sie schmeckt nach dem Pfropfen. Mir war, als wenn man mittags aufwacht und einem einfällt, daß man in der Nacht achtmalhundertdreiundsechzigtausend Mark verjeut hat. Zwanzig Jahre hatte ich gewußt, einmal nimmst du sie! Sie hat ja auch Körbe ausgeteilt, weil sie auf mich wartete. Dabei will ich nicht sagen, daß ich nicht auch mal dativischen in Flammen gestanden hätte, aber ich bin immer in Gedanken zu ihr zuruckgekehrt. Sie hat mir drei Töchter geschenkt: Meine älteste, Paly Hohengart, die zweite, Aga, a sitzt sie, der kleine Wonnekloß, bißchen au§| der Art geschlagen, denn die Kölln sind nie fett gewesen. Na, und iwtnt die kleine Pauline — Gräfin Sczügony nickte: — Gräfin Patsch, nicht wahr? Ja, das sagte sie nämlich schon als Mädchen von Lehn Jahren, wenn's bei der Jagd ins Wasser ging, denn da ritt sie mit. Na, und das „Patsch" ist dann an ihr hängen geblieben. Also fünf Jahre bin ich verheiratet gewesen, dann war's aus! Können Sie sich so was vorstellen? Und wie hätte die Frau die Mädel erzogen! Wauben Sie, daß die siebzehn Mademoiselles und Misses, die hier ihr Wesen trieben, was Vernünftiges fertig gekriegt haben? Und was hat sie für einen guten Einfluß ans mich gehabt! Als er die weichen braunen Augen der jungen Frau meinte feucht schimmern zu sehen, schüttete "er ihr sein Herz aus, als ob sie seine älteste Freundin wäre: — Damals durfte ich vor der Jagd nicht frühstücken! Darum bin ich auch beinahe gar nicht yingeflogen! Und wenn wir hier saßen, hier in dem Saal — ein Blick von ihr, und ich setzte das Glas ab. Und wenn irgendwo die Karte gebogen wurde — Szenen hat sie mir nie gemacht, hätte auch nichts geholfen, aber angeguckt hat sie mich. Da bin sch mehr als einmal anfgestanden, obgleich ich höllisch drin saß. Damals war ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Vielleicht hat nur eines gefehlt, daß ich keinen Jungen hatte, aber darüber mußte sie eben sterben, so habe ich nur die Mädel ! Ms er einen Augenblick inne hielt, sagte die junge Frau: — Dis Fürstin ist sehr sympathisch ! . Graf Kölln lachte: • Ja, Balh, wer hätte das gedacht — na, wissen Sie, verehrte Gräfin, mein Schwiegersohn ist ja ein ganz braver Kerl, aber keen Murr! Ich möchte ihn mal in die Lust gehen sehen! Das sind furchtbar vornehme Leute die Heiden — — Sie hätten wieder heiraten sollen, Graf Kölln! — Rach meiner Frau? Gräfin Sczägony senkte etwas beschämt die Augen. Drüben im großen Saat wurden Kaffee und Schnäpse gereicht. Die Gräfinnen Aga und Patsch, boten Zigarren und Zigaretten an. 9tnn höben sich von dein riesigen Gobelin, der mit seinem grünen Ton die ganze eine Wand beherrschte, wundervoll die roten Fräcke der Herren ab, und bas Licht der Lüster fiel auf die weißen Schultern der Damen. Graf Sczögony stand mit seiner Frau abseits. Sie erzählte ihm von dem Gespräch, das sie eben gehabt. Der dunkeläugige, ichwarzbärtige Mann zog die Hand seiner Frau an die Lippen: ■ Ich hab' dich zwar nicht zwanzig Jahr gekannt, fett- .der.n nur zwei Tag', nachdem ich aber ohne dich nicht mehiz hab' sein können — — Sie sah auf M ihm, der viel größer war, und legte die beiden schlanken, bloßen Arme auf seine Brust, indem sie die Aufschläge seines Frackes umfaßte: Schau, wenn ich dem', wie du zum Papa gekommen bist, und ich Hub nicht einmal bestimmt g'wußt, wie bn mit Vornamen heißt. Ja, da hält' ich hineinfallen können. — Bists nicht? Er gab ihr einen Kuß auf den Mund. Dann blickten sie.sich erschrocken uni, ob es auch niemand gesehen hätte. Nur der Haushofmeister stand in der Nähe. Und in des alten, wohlerzogenen Mannes glatt rasiertem Gesicht rührte sich nichts. Graf Sczögony schlug vor, sie wollten sich zusammen in eine Ecke setzen. Aber sie buhte: — Koloman, wir müssen doch mit jemand sprechen! Da sie Prinz Hohengart allein stehen sahen, gingen sie nebeneinander über den Teppich, und die lange Schleppe der schönen jungen Frau rauschte hinter ihr her. - Nun, Fürst Hohengart, Sie waren ja nicht bei der Jagd? — Ich bin erst kürz vor Tisch- gekommen. — Die Fürstin war doch schon hier? — Ja, sie ist, glaube ich, gestern schon gekommen. Sie tvar mir Benannten an der Riviera ! Prinzessin Hohengart lehnte am Kamin, eine.Hand auf den Sims gestützt, und spielte mit einer Orchidee. Eine Anzahl Herren umgab sie. Während Gräfin Lindenbach eine komische Geschichte aus ihrer Mädchenzeit erzählte, sprach ihr Sohn, trotz seiner fünfzig Jahre älter aussehend als seine Mutter, mit Herrn von Mellin. Der war Abgeordneter, und Gras Lindenbach erbliches Mitglied des Herrenhauses. Sonst ein eifriger Parlamentarier, hatte er in der letzten Zeit toegen Kränklichkeit fehlen müssen. Nun fragte er seinen Parteifreund: — Sag mal, Mellin, des alten Droesigl Rede klang in der Zeitung so persönlich, geradezu gehässig! Was hat ihm denn der Minister getan ? — Ach, fein Sohu hat von der Tochter des Ministers einen Körb gekriegt, und da läßt er seine Wut politisch aus. Pfui Teufel! Graf Lindenbach flüsterte seinem Freunde zu: — Nimm dich in acht, da ist der junge Droesigl! — Wo? — Dort, am Kamin! — Ach der! Man versteht nicht immer gleich die Namen. Sieht übrigens sehr anständig aus. Weshalb mag die wohl nein gesagt haben? Den hätte ich doch genommen, und einer der reichsten Leute in den Rheinlanden! Graf Lindenbach setzte seinen Kneifer auf, um den Herrn, von dem sie sprachen, noch genauer zu betrachten : — Die Droesigl sollen eine rheinische Patrizierfamilie sein. Na, und der Minister ist doch erst vor zwei Jahren geadelt worden! Aber den alten Droesigl kann, ich nicht verstehen. Er ist ein gescheiter Mann! Na, wenn die Menschen in ihrer Eitelkeit gekränkt werden, sind sie eben alle verrückt! Er setzte sich, denn er konnte nicht lange stehen.! Leutnant Graf Lindenbach kam zu ihm: —• Fehlt dir etwas, Papa? Nein, es wird schon vorübergehen. Laßt mich mal! einen Augenblick ruhen. Er nötigte die beiden, ihn zu verlassen, und nahm ein Buch vom Tisch, ein Prachtwerk über englische Fuchsjagden, das ihn nicht unterhielt, denn er pflegte ernste Dinge zu lesen. Kortsetzung folgt.) Sui) specie aetenritatis. Ein geologisches Zukunfts-Märchen. Von Dr. Lachmann. Es war ein Ereignis von größter Wichtigkeit! Der König eines befreundeten Reiches kam zu Besuch und man erwartete viel von seiner Anwesenheit. Alles war prächtig geschmückt, und die ganze Bevölkerung der Hauptstaot befand sich in freudiger und gehobener Stimmung. An diesem Tage stieg das Grundwasser, das tief innen Mter dem Boden, unter den Fundamenten der Häuser, unter den Tunnelbauten der Untergrundbahn ein verborgenes Dasein führt, ein kleines Stuck in die Höhe. Nur ganz wenig, kaum einen Millimeter. Niemand wußte es, niemand bemerkte eS; es hätte auch niemand daraus geachtet, wenn man es selbst gewicht hätte. Wer wird auch -an das Grnndwasser denken! Es steigt und fällt und steigt wieder und fällt wieder. Dieses Mal' fiel es aber nicht, es stieg weiter. Ganz, ganz langsam; und als oben auf der Erde ein Jahrhundert vergangen war, da war das Wasser doch schon ein ganzes Stückchen höher gekommen. Die Menschen achteten nicht darauf. Es gab ja soviel Wichtigeres, was sich da oben ereignete, Krieg und Frieden, Liebe und Haß, neue Erfindungen und Entdeckungen, die in unaufhaltsamem Siegesläufe der Menschheit aste Ratur- kräfte der Reihe nach unterwarfen. Freilich, hier und da, in tiefen Kellern, zeigte sich etwas Feuchtigkeit.^ Aber die konnte leicht beseitigt werden, die Technik des Häuser- banes wurde mit solchen Kleinigkeiten schon noch fertig. - Als aber Jahrhundert ans Jahrhundert verrann, da Mehrten sich doch die Unzuträglichkeiten. Die ganze norddeutsche Tiefebene wurde eigentlich die Nässe überhaupt nicht mehr los. Es war auch ein ungesundes Land, und man begriff gär nicht, wie die Menschen das alles früher so leicht ertragen hatten. Es regnete doch fast ununterbrochen, und wenn es schon einmal aufhörte, so zog das Wasser trotz aller sorgfältig angelegter Drainoaer nicht tu den Boden ein. Ein feuchter Nebel lagerte unablässig über der Erde, dicke Wolken bedeckten ständig den Himmel. Früher, so lehrte die fast zur Sage gewordene Geschichte, wuchsen verschiedeue Grasarten in Deutschland, deren Samenkörner gemahlen und zu Brot gebacken wurden. Jetzt gab es ja genug künstliche Nährmittel, man war auf den Ertrag des Bodens nicht mehr angewiesen. Aber das war auch recht gut so! Denn was der Boden jetzt hervorbrachte, hätte sich zur Nahrung wenig geeignet. Schilf und Sumpf- pflanzen bedeckten die nasse Erde, die Frösche und Unten hatten sich in ungezählten Scharen überall ausgebreitet, Störche, Reiher, wilde Gänse und Enten fanden den Tisch reich gedeckt, und nahmen mehr und mehr von den Stellen Besitz, wo früher große Städte gestanden haben sollten. Denn den Menschen konnte mau es wirklich nicht mehr zumute», dort wohnen zu bleiben. Die verheerenden Seuchen nahmen gär kern Ende. Früher hatte es wohl schon in den sumpfigen Tropciu-Läudern giftige Fliegen und Mücken gegeben, deren Stich unheilbare Krankheiten auf den Menschen übertrug. Was war das aber gegen die Millionen von Insekten, die die Luft über derr deutschen Sümpfen durchschwirrten! Jeder Stich voll ihner, brachte bett sicheren Tod. Auch, das Reich der Pilze, das ja schon früher mit einzelnen Bakterien Angriffe auf das Menschengeschlecht unternommen hatte, entfesselte jetzt ganz neue Gewalten. Harmlose Fäulnis- und Schimmelpilze, deren der Mensch früher nie geachtet hatte, entwickelten auf den günstigen Nährböden ganz neue und furchtbare Ergen- scha ten. Wehe dem Menschen, der von den sicheren Wohn- K hoch oben in den Vergelt hätte herabsteigen wollen ile todbringende Atmosphäre! Und indem in Jahrtausenden das Wasser langsam aber stetig weiter und weiter stieg und iintner^ größere Teile der bewobnten Länder der Erde bedeckte, zog sich die Menschheit höher und- höher hinauf in die Berge zurück. 9r, der rasch beliebt gewordenen Familien-Zeitschrist, lesen wir nachstehenden hübschen Ulk: „lieber das geheimnisvolle Verschwinden des Mister Cook, der bekanntlich beinahe den Nordpol entdeckt hat, liefen allerhand böswillige Gerüchte um. „Der Cookkasten" ist nun in der Lage, einige drahtlose Depeschen zu veröffentlichen, die in der Universitäts- Sternwarte zu Kopenhagen eingegangen sind und Licht in das dunkle Geheimnis bringen. 1. Eben Sternenbanner auf Mars gehisst. Reiter Empfang. 81. 12. 09. Cook. 8. Stellte fest: Mars ist Planet, gehört zum Sonnensvstetu. Aequator 6735, Dichte 0,7 der Erde. Zwei Monde (Phobos und Dennosf entdeckt. Weiteres stehe Konversationslexikon, Morgen Rückfahrt. 1. 1. 10. Cook. 3. Mein Aeroplau in der Dunkelheit mit dem „Grotzen Wagen" karamboliert. Kleine Aeropanue. „Grober Wagen" kamst. Meine Papiere und Jnstrtlutente leider von Mondkälbern mckgefressen. 2. 1. 10, Cook. 4. Aeroplan im „Bär"ingSmeer versunken. Komme 10« mit Schnellzug. Cook, NB Die Begeisterung über diese neueste Cookerei ist in Kopenhagen grenzenlos." * Schneller Wechsel. „N-o, Ncmdl, jetzt bringst beit Hut zur Frau Baronin, läufst aber schnell, daß er urt ans der Bl-od' iiomint bis buhl hinbringst." * lieber führt Er: „Ich soll gestern nacht beim Mchh hausekommen betrunken gewesen sein? Nicht die Spur!" — Sier „Mir hast du einen Kus; gegeben!" — Er: „Soov —. ■— Literatur. — Ludwig R e l Ist a b, 1812. Ein historischer RontE (12. illnstr. Auflage.) Mit 10 Szenenbildern und 6 Porträts, nebst einer Uebersichtskarte. Leipzig, F. A. Brockhons. Eine« der mrgesehensten Vertreter der beutf’djen Presse, Ludwig Rcllstcib, der als Musikiritiker und Nedaktenr in Berlin Von 1828 bis zn seinem Tode 1860 eine ungewöhrstiche Popularität besäst, hat außer ferner journalistischen Tätigkeit noch ein überaus umfangreiches und vielseitiges literarisches Wirken entfaltet. Sein Meisterwerk ist der historische Stemmt ,,1812", der den Feldzug NapoleonÄ und den schreckcnsvolleit Rückzug der französischen Armee cuiS dem brennenden Aivskan zum Hintergrund hat. Tas Werk ist im Jahre 1834 zum erstenmal erschienen. Zum 75. Geburtstag veranstaltete der Verlag F. A. Brockhans eine völlig neue illustrierte Ausgabe, die mit Reproduktionen hervorragender Ori-» ginalgernälde der damaligen Zeit geschmückt ist. Voran geht dieser Ausgabe eine Biographie Rellstabs von ,Tr. H o u b e n. Rellstabs Roman ist ent Denkmal feiner Zeit, er zeigt das damalige Eitvopa, wie es fast hilflos im Barm des Korsen lag, utn erhöht dadurch nur unsere Mwnndernng Vor der Kraft, die sckstiestlich jene Fesseln zu brechen vernwchte. — Diese dteuausgabe verdient! aber. noch aus einem anderen Gesichtspunkt Beachtung. „DÄ! Entwicklung der neueren Literatur selbst," sagt der Herausgeber, „hat dafür gesorgt, da st die ältere so leicht nickst auSftirbt: sie hat zeitwch'e die Kunst spannenden Erzählens in MiWredik gebracht und doch durch alle Künste der Stimmnngsuurlerei und Psychologie das eigentliche Volk der Leser nickst zu ftsseln vermocht. Sie trägt deshalb selbst einen Teil ber Schuld, dast heute der Lesepöbel sich mit erschreckende- Leidenschaft den Machwerken der üppig aufschie-s st e n d e n S ch u n d l i t e r a t n r zmvendet unb letztere immer: inehr an Boden getohrnt. Diese Zeükrcmkheit ist .durch kein besseres Mittel zu heilen als durch die Berschreibung der starken Erzählertalente, dir die deutsche Literatur, tosten auch vorwiegend in eine« älteren Periode, sv gut anfznweisen hat, wie die englische und französische. Eines von biefett deutschen Erzählertalenten war Ludwig Reklstab. Alt dem gerechten Feldzuge gegen die Schundliteratur soll daher auch diese Menausgabe von Rellstabs „1812" teil-- nehmen, und es ist zu hoffen, dast der altgedietrte Krieger auch jetzt noch seinen Posten aussüllen wird. Tie Gegenwart selbst tritt ihm ja wie eine schützende und initkäinpfende Göttin zur Seite. Bald nmbet sich ein volles Jahrhtmdert nach den Ereignisfest jener mächtigen Zeit; Tag für Tag richten sich unsere Blicks hundert Jahre zurück in eine Vergangenheit, die ans Mut und Zerstörung, aus dem langjährigen erbitterten Ringen der Völker eine neue, unsere jetzige Welt erfteben liest. Als bescheidener Herold der glorreichen Jahrhundertfeier, die Deutschland erwartet, wünscht deshalb auch diese neue Ausgabe von Rellstabs „1812" empfangen zu werden." Kapselrätsel. Schwemmt — Zunge — Kaspar — Wohltäter — Blmnenkorb —- Hammel — Thürjchild — Rattenfänger — Danzig — Bosnien — Dachshund — Wagendeichsel — Mehlspeise — Fenster. Aus dem ersten der vorstehenden Wörter sind drei, aus jedem er übrigen Wörter zwei zusammeiMngende Buchstaben zu ent* ehmen, so daß sich daraus ein Sprichwort ergiebi, Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Gittervätsels in voriger Nummerst S B B Semiramis man ihn Brahmanen a a n m n s Binnensee s n e Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stelndruckerei, R. Lange, Gießett.