MV - Nr. \\\ den 20. M MX UM r^7L^; W^ML MMM I Das schlafende Heer. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) das Blut zu Kopf; er sah ein Lächeln unt ^on Mund des Vikars. „Antwort," sagte er sehr laut d°a Peitsche, die er noch in "der Hand hielt, L-in?’ ^ckbett, daß die Hühnerfedern, mit denen es ge- flopir^war, aus dem verlumpten Ueberzug herausfloaeu „Sprechen Sie polnisch, mein Herr!" sagte der Bikar. "^rn Nume M Dvleschal, Baron von Doleschal!" Es klang hochfahrend. „Ich glaubte von Ihnen gekannt Au । ein { it k^er ^^stliche sagte lächelnd: „Pardon, Herr Baron!" Und dannm verbindlichem Ton: „Wenn ich raten darf: sprechen Sie hier polnisch, Herr Baron!" ; „Bedaure!" Wieder dieses Lächeln! Es raubte Doleschal jede Be- fmnung. Also so weit war es gekommen, daß man gezwungen werden sollte, polnisch zu sprechen?! Die' Empörung machte fernen Ton rauh: „Hier ist deutsches Land und hier wird deutsch gesprochen!" Er wendete sich rasch, so daß er dem andern den Rücken kehrte, und ging mit erhobenem Kopf davon. , Wie ein Sieger ging er, aber innerlich fühlte er sich doch geschlagen: der andre blieb! Draußen vor der Hütte hörte er jetzt die sonore Stimme —die sprach polnisch! Ein bitterer Geschmack kam ihm auf die Zunge. Undankbares, ivankelinütiges Volk! Wie hatte das Weib ihn neulich mit Segnungen überschüttet — und heute?! Warum war sie heute nur so ganz anders? Pah, es war nicht ivert, weiter darüber nachzudenken; die Sache war erledigt, mußte erledigt sein! Hatte der Landrar nicht grade heute noch zu ihm gesagt: „Sie nehmen alles zu persönlich warm. Wenn ich so wäre, ich käme M vor Aerger um bei den hiesigen Verhältnissen!"---, Stt, ja, der Landrat hatte ganz recht, man mußte gelassener sem! Aber freilich, der hatte gut reden, war ihm dieses Land denn Heimat? Vom Staate ward er bestellt, vom Sraate bezahlt, er tat seine Pflicht. Aber lieben kann uur der die Provinz-, dem der Wind über die eigne Scholle vlast. Der allzeit steht an seiner Grenze wie eine Schild- wach t tu finstrer Mitternacht. Das alte Soldatenlied, das er in seiner Kürassierzeit so oft gehört, beim Biwak, um stille Lagerfeuer, von kräf- tiigen Soldatemtimmen hinansgesungen in die dunkle Nacht, L „durch den Sinn. Und wenn er jetzt ßiihwTpa er wähnen, auch dort auf dem des Lysa Gora brenne ein Feuer, und, getragen Vom Wind, klang s stark hinaus über unabsehbares Land: ch^eht' ich in finstrer Mitternacht Sy einsam auf der stillen Wacht —" So einsam — ja, einsam! Er senkte den Kopf. Da gab es kern Verhehlen: ja, er hatte sich in letzter Zeit oft einsam gefühlt, einsam, trotz Weib und Kind! Man verlangt nach männlichem Austausch gleicher Gedanken, gleicher Meinungen. Das hat etwas so Kräftigendes; es gibt das beruhigende Gefühl, Freunde, Gefährten hinter ftch zu Nüssen, nicht allein zu stehen auf verantwortlichem Posten. Freunde?! Paul Kestner war abgereist, aber wäre der auch hier, ändern würde das doch weiter nichts; er war ein guter Mensch, eilt lieber Freund, aber was kümmerten den Land und Leute?! Ob polnisch, ob deutsch?! Der führte sein Leben in der Garnison. Der säte ja auch nicht und erntete nicht — die Ernte interessierte ihn nur insoweit, als stch feine Extraausgaben bei guter Ernte noch vergrößerten. Der Einsame seufzte: kam das mit den Jahren, daß man die Unbefangenheit verlor, grüblerischen Gemüts wurde und mißtrauisch fast? Oder spitzte sich wirklich alles zu? War's nicht recht, geheuer im Schoße dieser hartgefrorenen Erde, über die der Wagen jetzt mit Poltern holperte?! Im Rollen der Räder klang ein Grollen mit. Tief unter dieser Ackerkrume schlief etwas, das schlief nicht in ewigem Frieden. Hier war gedüngt mit Blut. Noch war kaum ein halbes Jahrhundert verstrichen, daß die Kdschiniere*) zwischen diesen Feldern gezogen waren, ihre blinkenden Sensen geschultert, und daß der weiße Adler auf rotem Grund seine Krallen gestreckt hatte. Daß die Posener Infanterie die Saaten zevstampft und die Breslauer Jäger dte Empörer zusammengeschossen hatten ivie Hasen auf der Treibjagd. Nein, diese Erde konnte noch, nicht ruhig sein, dieses Land hatte noch nicht vergessen! Würde es je vergessen? Das walte Gott! Mit Schwermut ließ der Deutschauer Herr seinen Blick über die winterliche Ebene schweifen. Von der sieges-, sicheren Freudigkeit, die er an jenem Sedantag beim Auf- Pflanzen der Fahne auf dem Lysa Gora empfunden hatte, war jetzt nichts mehr in ihm. Man hatte die Fahne vom Gipfel gerissen und in den Schmutz getreten — es galt, sie wieder neu aufzurichten. Aber wer, wer half dabei?! „Kulant, tolerant," hatte der Landrat gesagt und die Achseln dabei gezuckt, „es hilft nichts, wir müssen es sein! Mit der Faust ist hier nichts zu machen. Ich werde dem Herrn Schulinspektor Dzieemchowiez Ihre Klagen wegen des mangelnden Deutschs beim Unterricht sehr schonend stecken — wir stehen uns gut, ich denke, er wird entgegen-« kommen — aber, sehen Sie: auch eutgegenkommeu, so weit als möglich, das ist meine Taktik!" Immer entgegenkommen? „Nein!" Doleschal hatte es so laut gerufen, daß der Kutscher sich erschrocken nach seinem Herrn uurdrehte. Tief verstimmt saß der Deutschauer in seine Wagen-, ecke gedrückt. Wohin er auch sah: nirgend ein Stützpunkt, *) Sensenmänner, 442 Aber, jetzt ist der Niemczhcer in der Stadt gewesen und bat mich verklagt. Und der Landrat hetzt mir die Schul- insvektion auf den Hals — heilige Mutter! Sie werdew mir vom Gehalt abziehen, mich vielleicht gar meine» Amts entsetzen!" Er hustete und hielt sich die eingesunkene Brust, „Hab' ich doch erst gestern drei Mark in der Apotheke gelassen und eine Mark bei Doktor Wolinski in der Sprech künde. Ich habe mir nichts gespart. Was soll ich machen. Spreche ich deutsch, kommen mir die Mütter in bte Kists e, chreien sie mir nach auf der Straße, und die Väter rempeln mich an. Ich bekomme das Brennholz nicht, das dre Kinder onst oft mitbringeu in die Schule, kriege nie einen Fisch n der Fastenzeit, kein Stückchen Speck, wenn )te schlachten, auch zu Ostern kein einziges Ei,-kein Bröckchen vom Küchen. Ich biii schlecht zu Fuß und muß oft zum Arzte, da ist keiner? der mich aufsitzen hieße nach Miasteczko! Wenn ich Hemd und Strümpfe zum Sonntag wasche und hänge sie auf, daß ie trocknen, kommen meine Hausleute heimlich und gießen Wasser darüber; sie feigen, das Dach ist schadhaft. Undchalte ich Klasse, schlägt nebenan der Schmied so hart aufs Elfen, daß ich nicht verstehen kann mein eigen Wort und schreien muß, bis ich fürchte, die Brust springt mir Ich soll die Kinder lehren: „Ihr sollt Nicht stehlen" —■ „ihr sollt den Kaiser lieben!" Wie mache ich das?! Mit der Anschauungslehre schaffe ich nichts; ich kann wohl einen Ochsen an die Tafel malen und auch eine Kuh, aber das Stehlen kann ich doch nicht malen! Spreche ich aber polnisch, so schlägt der große Ansiedler Lärm — Löb Scheftel sagt, daß er kommen wird, mich zu verhauen — ach, ach, was soll ich machen?!" Ratlos faßte sich der Lehrer au den Kopf und rang nach Atem. , , m „Hochwürden wissen, ich bin ein friedfernger Mensch, 's ist ein saures Brot! Weilir Hochwürden doch wurden sprechen mit dem Herrn Schnlinspizieutcn, daß er ein Einsehen hat mit meiner Lage. Ach ach!" Der armselige Mensch blickte ganz verzweifelt. „Psia krew!" Piotr Stachowiak strich sich über den runden Leib. „Das ist eine dumme Geschichte! Deutsch ist die Lehr spräche, aber es ist ganz in der Ordnung, daß bit polnisch sprichst — hm, hm, was macht mau da?" Das Gesicht des Lehrers wurde immer angstvoller, ganz kreidig, die Backentüochen glühten. , Der alte Herr sah's mit Bedauern. „Nur kerne Angst, man muß keine Angst haben," tröstete er. Und dann, wie selber von einem erlösenden Gedanken beruhigt, sprach er: „Warten wir, bis der Vikar kommt!" — Gorka hatte derweilen bei der Ciotka gesesfen. Das ging doch nicht an, daß sie ihr Recht nicht bekam, sie war ein armes Weib und der Niemczhcer ein reicher Herr — nicht ungestraft spielt der Deutsche mit polnischem Leben! Sie war verpflichtet, zu klagen, schon um der guten Sach des Vaterlandes willen! Einen Rechtsanwalt mußte sie sich anirehmeu! Wer weiß, ob sie je wieder arbeitsfähig wurde? Der Niemczhcer durfte ihr eine jährliche Rente nicht versagen! Auf diese Weise zu einem schonen Geld zu kommen alle Jahr, ohne auch nur die Hand darum zu regen, das hatte der Ciotka eingeleuchtet: nun natürlich, heute noch würde sie klagen! c n f Als der Vikar heimkehrtc, fand er den Lehrer, sehnsüchtig seiner harrend, vor. c , Ein Schauer der Ehrfurcht lief Ignaz Ruda über den Rücken: was 'war der Herr Vikar doch für ein kluger, für ein seltener Mann! Es tat gar nicht not, daß er dem fein Leid klagte, der wußte bereits schon alles. „Sie tun Ihre Pflicht, Sie dürfen keine Augst haben! Das klang ganz anders als die Tröstung des Herrn Propstes. Aber ein banges: „Ich bin staatlich angestellt —, und der Erlaß, ach, ach!" konnte der Aengstliche doch nicht! ganz unterdrücken. , c . „Schämen Sie sich, Ruda!" sprach da ernst der Vikar. „Wir sollen nicht Menschen fürchten. Erst Gott, bann das Vaterland, dann erst —" er sprach nicht zu Ende. In leichterem Ton fuhr er fort: „Glauben Sie übrigens daß Herr Dzieciuchowicz so löenig Einsicht hat?" Er lächelt^ „Fahren Sie ruhig fort wie bisher, und was man auch gegen Sie in Szene setzen wird, ich" — seinen nachdenklich ein wenig geneigten Kopf richtete er kräftig auf, und es blitzte in 'seinem Blick, — „ich werde auch das meinige tun! (Fortsetzung folgt.) nirgend ein andrer Anhalt für das schweifende Ange als hier der schwarze Turm von Pociecha-Dorf und dort der Lysa Gora. Zwischen diesen beiden rollte sein Wagen dahru, fortgerisseu von den schnaubenden Pferden. Hinterm Fenster der Propstei hatte Piotr «kachowiak dem herrschaftlichen Wagen nachgeschaut, dessen Rasseln rn der Stille des oben Dorfes einen großen Lärm machte. Tie Schweine in den Koben fingen erschreckt an zu grunzen, und die Habichte, die dort in den zwei Pappeln am Pfuhl auf die Enten lauerten, flatterten mit gellendem Schrei davon. , . Auch der Propst war unsanft aus feinem Mittagsschlaf — den er jetzt, in der dämmernden Winterszeit, bis Abend auszudehnen pflegte — geweckt worden. Sich nut der einen Hand am Tifchrand haltend und mit der andern aus den Stock stützend, humpelte er ans Fenster seiner Studrer- stube. Er mußte doch was sehen. Aha, der Niemczhcer. Psia krew, was brauchte der einen solchen Skandal zu machen! Jä, diese Herren, die denken, sie können sich alles herausnehmen! War der ein Schwabb, daß er nicht lesen konnte, was auf gut polnisch am Eingang des Dorfes angeschlagen stand: „Schritt fahren" — ?! Es hatte schon einer von diesen Deutschen einmal ein Kind überfahren und ein junges Ferkel dazu. Jetzt hieß es: Bauer, hüte dich! Daß diese Herren der Wolf auffresse! Ueberhaupt der Niem- czycer, das war der Allerschlimmste, hochmütig। tme Satanas vor dem Fall, ein rechter, dicker, eingebildeter Deutschschädel! Ünd in alles mischte er sich. Gorka hatte schon recht, auf den hieß es doppelt Obacht geben! „ , . Piotr Stachowiak stand und guckte uoch tit müßiger Langeweile, als das Gefährt längst außer Hör- und Sehweite war. Auf dem Pfuhl vorm Haus schwammeil zwei Enten und ein Erpel; der Erpel mühte sich galant mit seinen stärkeren Ruderbewegungen das freie Wasserloch in der Eiskruste für seine Schönen größer zu machen, das wachte dem Propst Spaß. Als er iivch nicht Hochwurden war, syndern der kleine Piösio, der mit nackten Füßen lief wie asle Dorfkinder, hatte er gern mit Steinen nach Enten auf Pfuhlen geworfen, — o la, wie alle Kinder! Er fächelte in der Erinnerung: es war zu entschuldigen, man hatte ja damals noch nicht die Bildung! Es klopfte. Aus feinen JügenderimierungeN aufgeschreckt, rief der Propst: „Herein!" Aha, der Ruda! „Gelobt sei Jesus Christus," sprach der Lehrer und stolperte mit seinen aus Tuchleisten zusammengenähten Flickenpantoffeln über die Schwelle. Er schien erregt, das Hektische Rot auf seinen herausWhenden Backenknochen brannre abgezirkelter. „Hochwürden, Hochwürden," stammelte er hastig, „haben Hochwürden nicht den Niemczhcer durchfahren sehen?" „Nun wohl, er fuhr wie der Teufel — was sonst?" „Hochwürden, er ist in her Kreisstadt gewesen! Sein Kutscher hat es dem Löb Scheftel gesagt, derweilen er, per Niemczhcer, drinnen war bei der Ciotka! Der Lob Scheftel nun hat es mir wieder gesagt." „Nun, und was denn?" Piotr Stachoimak sah den Aufgeregten verständnislos au und lachte dann gutmütig. „Laß ihn doch fahren in die Kreisstadt! Hat er sich auch einmal ein Vergnügen gemacht!" „Nein, nein," jammerte der Lehrer, „er ist beim Landrat gewesen, Hochwürden! Bciut Landrat, sagt der Löb Scheftel. ’ Und ich weiß, warum. Hat sich der Ansiedler Bräuer bei dem Niemczhcer beklagt; der ist mit dem Niemczhcer unter einer Decke. Und der Niemczhcer wieder hat sich beim Landrat beklagt. Das ist so sicher Wie zweimal zwei vier ist. Löb Scheftel hat es mir vorgerechnet ,an seinen fünf Fingern!" „Ei, daß dich! Wer gibt sich denn mit dem Juden 'ab!" sprach verweisend der Propst. „Halten zu Gnaden, Hochwürden" — den Lehrer in seinem abgeschabten Röckchen fröstelte vor Kälte und Angst —, „man kann sein Ohr doch nicht verfchließeu. ter Löb Scheftel hat Eier gekauft von der rheinländischen Frau, da hat er mit ihr geschwatzt irrt Hühn erstatt. Ihr Manu ist sehr böse auf mich sagt sie, daß ich habe seine Tochter geschlagen. Hochwürden, bei meiner Gesundheit schwör' ich's, geschlagen nur mit dem Recht, d as mir zusteht — nur einen kleinen Streich über die Hände 443 Stille Zeiten und die ltmst. Bon .Staatsanwalt !Tr. Kurt H e i n z m nun --Leipzig. Sonderlich zart wird die deutsche Schaubühne von der hohen Obrigkeit nicht gerade behandelt. Ihrer ästhetischen Würde eni- kleidet, sind selbst die bedeutendsten Opern- und Schauspiel-Instituts stiit Jahrmarktsbuden und Tingeltangeln so ziemlich aus eine Stufe gestellt. 'Der Gewerbeordnung unterstehen diese wie jene. Herr Friedrich v. Schiller aus Marbach-, seines Zeichens verpfuschter Regimentsfeldscher, hatte noch die liebenswürdige Naivität, Kirche, Schule und Theater feierlichst als gleichberechtigte moralische Volksbildungsanstalten zu proklamieren. Während aber Kirche und Schule sich einer ständigen opulenten fiskalischen Förderung erfreuen, ist das Theater so recht ein Stiefkind des modernen Staates geblieben. Nur durch Zensur und manche mehr oder minder weise Polizeimaßregel wurde dafür gesorgt, daß es dem Aschenbrödel ja nie zu wohl würde. «Tenn bei der Kunst, so meint der weise Herr Gesetzgeber am grünen Tisch, geht's lasterhaft zu. „Ernst ist das Leben, heiter die Kunst." Manchmal sogar sehr heiter! 'Denn wenn die armen. Komödianten draußen in der Provinz im eisigen Winter von frlih bis abends in den Proben frieren; wenn zarte Händchen ganz dieselben paar Flitter und Kleidchen immer und immer wieder „stilisieren" und „modernisieren"; wenn die Vielgcplagten bis tief in die Nacht hinein sich mit fieberhafter Hast ihre Rollen einpeitschen müssen — ist das nicht lustig? Ist das nicht heiter? Gerade, die Bühne zieht ja viele der begabtesten und genialsten Naturen einer Nation an sich. Der magische Zauberglanz des Rampenlichtes, die Sehnsucht nach Ruhm, Und das Ringen nach dein ewig Schönen lockt sirencnhast alljährlich Hunderte von begeisterteil Mädchen und Jünglingen zur Bühne. Aber die Ideale vergehen im bitteren Kampfe ums tägliche Brot. Bei weitem die meisten dieses sonnigen Jugendfrühlings müssen Untergehcn in den Gefahren dieses Berufes. Und das ist ja das tragische Geschick des^ Bühncnlebens. Finanziellen Spekulanten fallen sie in die Hände. Und ivie Sklaven iverdeii die jungen schassensfreudigen Seelen verhandelt. Und sie hatten doch so unendlich viel schassen wollen, diese schwärmerischen Menschenkinder ! „Biele sind berufen, aber wenige sind auserwählt": sic, die Koryphäen der Kunst, die die steile Höhe erklommen, verwöhnt itnb blasiert geworden durch die maßlosen Gunstbezeugungen, der Menge, -— sie, die oft den armseligsten Verhältnissen ent?. stammen und nun aus fürstlichem Fuße leben. Tenn jeder trägt bei der Kunst den Marschallstab im Tornister. Notabene: mit gewissen Einschränkungen! Tie große Masse der Bühnenmitglieder aber vegetiert darbend in den 'dürftigsten Verhältnissen. Und doch haben auch die „Meerschweinchen" bei den „Schmieren" ihre sonnige Poesie. „O glaubt mir: wie Euch, schlagt voll Lust und Leid Auch in des Gauklers Brust ein Herz — Wie Euch, quillt lindernd ihm die Trane!" Jin Bajazzo-Prolog siugk's uns der Dichter mit ergreifenden Akkorden, das Weh der Cabotins. Was kümmert es' aber den blasierten Helden vom hohen C, der täglich gelangweilt ein Dutzend Blumenspenden und- küssedurstige Verehrerinnen, oft ans der höchsten Aristokratie, zu enlpsangen hat, wenn die lumpigen Komödianten draußen in der Provinz bei den „Schmieren" verhungern? lind wenn auch im Scheinglanze der Weltstadt die Heerscharen des Chores bittere Not leiden. Und doch« sind es nicht immer die Besten, die unter gütiger Beihilse einer bezahlten Elaqne und Reklamepresse, oder noch« besser einer feudalen Liebelei, auf die Höhe kommen, und nicht immer die Schlechtesten, die verzagen und verderben. Ja, die Kunst geht nach Brot. Aber selbst der magere Brotkorb wird dem armen Bajazzo manchmal noch höher gehängt. Und das nennt man dann: still e Zeiten. In stillen Zeiten sind die Theater ganz zu schließen. Lange Wochen währten sie in mittelalterlich finsteren. Zeiten. Und denen steuern wir ja, so scheint's fast, wieder entgegen in der Aera, da die schwarze Partei das Zepter schwingt, hinter dem Rücken des ehernen Gebildes des großen „Handlangers" — in. dem mächtigen Kuppelbau am Berliner Tiergarten, dort, wo Tausende und Abertausende gar nicht so „schwarze" Pärchen in schönen Sommernächten frohselig lustwandeln. Gegenwärtig sind aus religionspolizeilichen Gründen nach landes-, nicht aber nach reichsrechtlichen, also auch nicht eilt? heitlichen Bestimmungen die Theater zu schließen am Karfreitag, an den Bußlagen (Preußen hat nur einen), vielfach auch (z. B. in Sachsen) am Gründonnerstag und am Samstag vor Ostern. Am Totensonntag darf vielfach gar Nicht, anderwärts nur Ernstes gespielt werden. In Sachsen hat sich eigenartigerweise dieser Tag gerade zum theaterreichsten des ganzen Jahres, entwickelt. Tenn gerade infolge des Verbotes der Ballmusiken werden alt diesem! Tage unzählige billige' halböffentliche Vereinstheatervorstellungen veranstaltet, geduldet und zahlreich besucht. Aus ernste Stücke beschränkten sich auch die Vorabende der Bußtage. Tie Hofbühnen katholischer Fürstenhöfe (Wien, Dresden, München) tun poch ein klebriges und feierst bie ganze Karwoche. Von dem Standpunkt aus aber, daß gerade die Bühne berufen ist, zu begeistern, zu läutern und zu veredeln, ist es entschieden zu bekämpfen, daß überhaupt an einzelnen Tagen aus religions'polizeilichen Gründen die Theater geschlossen bleibest Müssen — so gern man auch manchem geplagten Mimen ein paar Ruhetage gönnen mag. Mindestens aber ist aus Beschränkung, etwa nach preußischem Mstster (auf den Karfreitag und nur einen Bußtag) hinzuwirken. Tie Gesetzgebung drückt durch solche Verbote eine Mißachtung der Kulturaufgaben des Theaters aus, die entschieden zu bedauern ist. Wer in Großstädten mit offenem Auge beobachtet, welche Vergnügungen z. B. an Bußtagen an die Stelle des Theaterbesuches treten..— der, mit rechtem Ernste geübt, wohl die mächtigste und reinste geistige Anregung bieten kann, die nur denkbar ist — der wird sehnlich wünschen, daß endlich einmal aufgeräumt wird mit diesem veralteten Reste aus einer Zeit, da das Theater nur Harlekinade, nur Bolksbelustigmig war. Beobachte man nur an Landesgrenzen die zahllosen Ballmusik- und Tingeltangel-Anzeigen aus dem Nachbarlande, wenn drüben kein Bußtag ist. Und nicht minder bte wahre Landflucht aus katholischen Ländern am Fronleichnamsfeste. Auch Landestrauer hat stach landesgesctzlicheu Vorschriftest in den einzelnen Bundesstaaten den zwangsweisen Schluß aller Bühnen ans ein bis drei Wochen zur Folge. Hätte ein deutscher Fürst nur Gelegenheit, perfonlich zu beobachten, wie unsäglich viel Elend eiste Landestrauer über bie „kleinen" Thespiskarrenschieber bringt, die aus der Hand in dest Mund leben und deren Gagen laut Vertrag sofort aufhören — wie freudig würde dann auf diese unfreiwillig« letzte Ehrung verzichtet werdest! In der Reichshauptstadt will man in einem der letzten Falle (1901 beim Tode einer Kaiserin-Witwe, die als geborene Ausländerin dein Herzen der «Deutschen nie so ganz nahe trat), festgestellt haben, daß ganz allein durch den »nerwarteten mehrwöchentlichen gagenlosen Theaterschluß junge Mädchen vom Theater der Prostitution in die Arme getrieben wurden. Ernst zu nehmende Blätter haben dies ernsthaft behauptet. Immerhin aber: bie Möglichkeit liegt nahe. Und diese traurige Folge war doch wahrhaftig nicht die Absicht! , . Wenn wir uns nur dazu ausrassen wollten, der -Lchaubuhne ihre hohe sittliche Bedeutung auch in der Praxis einzurauMest, so wird auch gründlich aufgeräumt werden mit dem,groben Unfug, den neuerdings einige Kommnnen mit der Einführung einest Theater-Billettsteuer versuchten, einzelne uiiverantwortlicher Werse sogar schon ausführten. Für ernstdenkende Menschen tollte eine solche künstlerische Roheit überhaupt nicht diskutierbar fein besonders, was die Plätze betrifft, die „das Volk" beluM Billiger müßte jeder echte Kunstgenuß werden, nicht teurer. Aufhoren muß der Theaterbesuch, ein Ausnahmegenust zu seist. Nicht em Vorrecht der Bemittelteii darf er bleiben. Zu seinem Volke soll der Dichter sprechen, nicht nur die „p. t." tzöchstbestenerten zu gefälliger bequemerer Verdauung angenehm amüsieren Notwendige Folge: die sattsam bekannten Schwankfabriken — Gott sei s geklagt' Auch mit Toiletten könnten schließlicy unsere Protzen? bänerinnen stoch anderswo paradieren als gerade tm Theater- Welch' eine köstliche sozialpolitische Idee im alten klassischen Athen vor mehr als zwei Jahrtausenden: die HochstbesteuertenI tragen als eine Art Ehreu-Vorrechtssteuer die Kosten der Flotte stnd die Kosten des für das Publikum völlig unentgeltliches Theater^ „Wär' der Gedanke nicht verflucht gescheit, M'au wär' versucht, ihn herzlich dumm zu. nennen Und in der Tat: gäbe es ein Mittel, sich mehr Tank zu er- Westben? „Wem et circenses" — Brot und Spiele verlangte auch der Plebejer im sinkenden alten Rom von den Kandidaten um die kurulische Macht 'und von ehrgeizigen Zäsaren. Im edleren Athen aber war edler der Inhalt der Spiele, edler auch die Absicht der Gebenden. Ja, das waren noch echte Volksvorstellungen, echte Bühnenwcihspielc — mit Hausdichtern vom Range der Herren Aeschylos, Sophokles nnd Euripides. Dort freilich sprachen Dichtest zu ihrem Volk. Und das Volk dankte jubelnd dem Dichtest. Was wir doch alles lernen könnten von den guten Alten, bet, «einem Stündchen Sinnen in stillen Zeiten. . . . Und der moderne Staat hat reiche Mittel für Museen und Bibliotheken. Völlig unentgeltlich stehen sie jedermann offen. Aber fein Stiefkind, das Theater, hat er ganz vergessen. Auch die Hofbühnen, die so viel leisten könnten, und meist so wenig leisten, sind ja nicht Staatstheater. , vi]. L .. . Adolf Wagner, der greife Kathedersozialist der Berliner Universität, betont ein Gesetz der wachsenden Lstaatsausgaben. Hoffen wir also, daß der sehr geschätzte Herr Fiskus — m grauer Znkiniftsserne natürlich — auch 'mal was_ übrig hat für fein Aschenbrödel! Doch davon sind wir stoch ein gutes Stuck entfernt . . , x _________________ Ver»mr?cl?Les. * Ein vergessenes Denkmal der Königin Luise. Aus einem künstlichen Hügel im Hildburghausenschen Schlosse Seidingstadt haben 1815 der Herzog Friedrich zu Sachsen- Hildburghausen uud seine Gattin Charlotte, eine Schivester der im» 444 vergeblichen Königin, ein Denkmal von Sandstein in antikem Stils setzen lassen. Ans der Vorderseite befindet sich das marmorne Re- ltetbrnstbild Luisens von dein Gothaer Bildhauer Schulz, aus der Rückseite die nachstehend wiedergegebene Antichrist und eine Reihe von Distichen, deren Versasser der Gymnasialdirektor Sickler war. Die Aufschrift lautet: Unserer unvergeßlichen Luise Königin von Preußen Friedrich R. Hzg. z. Sachsen Charlotte R. Hzgn. z. Sachsen M. D. CCC. XV. Von den Distichen lauten die letzten: Lebend erblickte sie nicht Teutoniens siegende Fahnen, Sah nicht Borussiens Aar sühren der Heere Triumph. Ach, sie ruhte, die Hand, im Dunkel der Trauercypressen, Welche die Fahne des Siegs, Freiheit sür's Vaterland hob. Doch aus der Sphäre des Lichts, wohin sie voran unS gestiegen, Aus der Gestirne Kreis thront sie nun freudig herab. Dort empfing sie die Helden, gefallen im heiligen Kampfe, Dort vertheilet sie nun ihnen die Kränze des Siegs. Und ivie die Blüthen des Lenzes entführt noch Düfte entsenden So noch spendet sie uns segnend den himmlischen Dust. * Soinrnerkonkurrenzen in den Seebädern. Das Automobil hat sich auch das Meer erobert; zwar nicht das ganze Automobil, aber doch die Pneumatiks, die großen luftgefüllten Gummireifen der Kraftwagen, Ein erfinderischer Chauffeur, so erzählt eine englische Wochenschrift, hat die neue Mode entdeckt. In Ostende tarn er auf den Einfall, einen luftgefüllten Pneuinatik- resien mit ins Wasser zu nehmen, er tummelte sich damit wie ein Kind mit einem Reiien, setzte sich in den Ring und ruderte mit den Händen und amüsierte sich nach Kräften. Die Strandgäste sahen zu und lachten, ein paar Damen baten, ihnen den Reifen zu leihen: die neue Bademethode war fertig; heute kann man in vielen großen Seebädern die wasserfreudigen Damen sehen, die sich nicht anders als mit ihren Automobilreifen den Wellen anvertrauen. Pneumatikregatten iverden abgehalten und tailsend Kurzweile getrieben. In den berühmten amerikanischen Seebädern beschäftigen andere Unterhaltungen die sommerlich heiteren Geister. Vor allein die Fußkonkurrenz. Hinter einer Schranke, die die Wettbewerberinnen den Blicken der Preisrichter entzieht, nehnren die Damen Platz und durch einen schmalen Spalt werden die nackten Füße herantzgestreckt. Mit gewichtigen Mienen prüfen die Preisrichter diese Fragmente weiblicher Schönheit, beurteilen mit Kennerblick die Schmalheit der Knöchel, die Form des Spannes und erteilen dann nach laugen Beratungen ihre Preise, die oft recht kostbar sind, juwelenbesetzte Schnallen, die am Schuh getragen werden sollen. Aber auch die Hände, die Augen und der Mund werden in solchen Sonder- konkurrenzen begutachtet nnb prämiiert. Die Mundkonkurrenz endete kürzlich freilich mit einem Zwischenfall, weil eine Dame einen Preis für den größten Mund erhalten sollte, diese „Auszeichnung" aber entrüstet ablehnte und empört den Strand verließ. * Berlioz einzige Liebe. Der Komponist der phantastischen Symphonie und von „Fausts Verdammnis" ist nicht nur in seiner Kunst, sondern auch in seinem Leben Romantiker gewesen. Berlioz hatte in seinem ganzen Leben nur eine einzige Liebe mnd ihr ist er auch bis zum Tode treu geblieben. In seiner Heimatstadt Grenoble verliebte er sich in den Schulserien als 12 jähriger Knabe in eine reizende junge Dame, Estella Gautier, die damals 18 Jahre zählte. Diese kirchliche Verliebtheit war für den Knaben eine glühende Leidenschaft, über die alle lächelten: die Königin seines Herzens selbst behandelte ihn als kleines Kind, Wenn auch nicht ohne eine gewisse freundliche Nachsicht. Der kleine Berlioz war furchtbar eifersüchtig; seine Lechen erreichten ihren Höhepunkt, als er eines Tages mit ansehen mußte, wie die Herzensgeliebte mit seinem Onkel tanzte. Die Erregung, die sich bei diesem Anblick seiner bemächtigte, war so heftig, daß er davonstürzte; hinter einer Maishecke im freien Felde warf er sich auf die Erde und ließ seinem Kummer freien Lauf. Erst ein halbes Jahrhundert später, so erzählen die „Annales", sah der Komponist die Geliebte wieder: sie war inzwischen eine ehrwürdige alte Dame geworden, der die Liebe zu ihren kleinen Neffen und Nichten Lebensinhalt war. Ihre Verblüffung mag nicht gering gewesen sein, als Berlioz ihr erklärte, daß er sie immer noch wahnsinnig liebe und daß er die Reise unternommen habe, nur zu hem Zwecke, um ihr dies zn sagen. Sie glaubte erst, daß Berlioz scherze, iaber bald' mußte sie sehen, daß es ihm mit seinen Worten bitterer Ernst gewesen war. Er überschüttete sie mit glühenden Liebesbriefen, aber alle Versuche, die Grausame zu bekehren/ blieben fruchtlos. Wie vor 50 Jahren, so behandelte sie ihn auch jetzt noch als ein Kind. In einem Briefe schrieb sie ihm: „Sie wissen, daß für Kinder Bilder die größte Freude sind: ich schicke Ihnen eines, um Sie zur Wirklichkeit zurückzurufen Md nm Ihnen zu helfen, die Illusionen der Vergangenheit zu überwinden." Bei dem Briefe lag eine Photographie, auf der man das ehrwürdige Gesicht der alten Dame mit weißen Haaren umrahmt geivahrte/ Redaktion: sorglich beschützt Volk einem friedlichen weißest Häubchen Wik dunkler Schleife, * Nai v. Zuchthausdirektor: „Na, wie gefällt es Ihnen denn nun hier?" — Sträfling: „Ausgezeichnet! Wemr ich mal entlassen bin, müssen der Herr Direktor mich auch wat besuch« n." Büchertlsch. — Ludwig Speidels Schrillen beginnen in dem neubegründeten Verlage von Meyer & Jessen, Berlin SW 11 soeben zu erscheinen. Allen Wissenden wird diese Nachricht eine srohe Kunde sein und ein literarisches Ereignis ersten Ranges bedeuten. In weiteren Kreisen ist Speidel, der am 11. Avril 1830 in Ulm geboren und am 3. Februar 1906 in Wien gestorben ist, allerdings iast noch gar nicht bekannt, da er zu Lebzeiten nie zu bewegen war, eine Sammlung seiner Feuilletons zu veranstalten. So existierten Ludwig Speidels Werke, die zu den köstlichsten Kleinodien der deutschen Sprache und Literatur gehören, bislang eigentlich nur für eine Anzahl Zeitimgsleser und die Abonnenten der Wiener „Neuen Freien Presse", und es ist aufs freudigste zu begrüßen, daß diese verborgenen Schätze mm endlich gehoben werden. „Persönlichkeiten" ist der erste Band betitelt, der eben zur Ausgabe gelangt. Er enthält eine Reihe von Charakterbildern, von denen jedes in geschliffener Form die Essenz eines ganzen Buches darbietet. Jedes dieser Stücke spricht von einem anderen Mcmne und schildert ihn, wie Ludwig Speidel, dieser Meister des deutschen Wortes, zu schildern verstand. Uno es ist eine Gesellschaft von erlauchten Geistern, die sich da zusammenfindet, Luther, Zwingli, Spinoza, Voltaire, Rousseau, Jakob Grimm, llhland, Heinrich Heine, Döllinger, Börne, Gustav Freytag, um nur diese zu nennen. Michael Stiemte, Nestroy, Daniel Spitzer vertreten Wien, Laube und Dingelstedt das Theater, Kaulbach, Leibl, Böcklin, Feuerbach, Natter, Meunier die bildende Kunst, Franz Schubert die Tonkunst, und auch Gustav Nottebohm läßt bescheiden ein paar Töne Musik dazwischenklingen, so daß man aus diesem ersten Baude immerhin ein Bild von Speidels vielseitiger Gesamttätigkell gewinnen kann, die alle Gebiete des Literatur- und Kunstgebietes umspannte. Als weitere Sammlung kündigte die Verlagshandlung die Bände „Wiener Frauen" — „Kunst" — „Literatur" — „Das Wiener Burgtheater" u. a. an; sie bemerkt aber gleichzeitig, daß jeder Band ein in sich abgeschlossenes Ganzes darstellt und einzeln käuflich ist, so daß also die Abnahme eines Bandes durchaus nicht zur Abnahme des Ganzen verpflichtet. Sie kann getrost seit«: wer einmal einen Band Ludwig Speidel gekostet hat, wird nur den einen Wunsch nach mehr noch habe»! — Zn Land nach Indien heißt ein neues Buch, mit deut Hedin seine Freunde in diesem Herbst überraschen wird, die Erzählung seines Karawanenzuges durch Persiens Sumpfwüsten, durch das steinige, schwer zugängliche Seistan und das heiße Belutschistan bis an die Grenze des Indischen Reiches, wo sein wundervolles Buch „Transhimalaja" beginnt. Erst mußten seine Entdeckungen in Tibet durch Veröffentlichung sichergestellt werden, ehe er seine Heimreise erzählen konnte. Auch diese war reich an Gefahren, so int fanatischen Persien, dem klassischen Land der Räuber und des Rassenhasses, und im pestverseuchten Seistan. Aber auch reich an Erfolgen in den mir wissenschaftlich fruchtbaren Salzwüsten und Sandwüsten. Hunderte von Skizzen und Photographien und zwei Karten tverden die beiden; Bände schmücken, die wieder bei Brockhaus erscheinen. Nönigspromenade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben mir in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld ans auf ein benachbartes übergeht. stets bre NN dort scheint wird wo te die ne end wird tra mensch fand büß son tes auch gen kein tvü ung uer du glück sie rei zur st- rch Herz nicht der's land ches Auflösung in nächster Nummer > Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Flöte, Flötze. I. B.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen