Rs ul [21! M MMR -'M Friedel halb-süß. Roman von Fedor von Zobeltiß. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) [D»^^.-'E?^Erzienrat spielte wieder den Erklärer. Ein Knall, wie von einem Pistolenschuß, hatte den Herzog leicht znsammenKucken lassen. „Sapperment," rief er, „werden uns Ml Ehren Böller gelöst?" „Fassen Sie es als Ehrung auf, IDIurchlaucht," er- wrderte der Kommerzienrat, „tatsächlich ist es eigent- lrch nur eine Unart. Es ist eine Flasche geplatzt. Früher, als wir noch nicht so weit in der Technik vorgeschritten waren, ist das vielfach passiert, und man erzählt von Pom- merh und Greno, daß die Herren einmal von zehntausend Flaschen nur Kweihundertunddrei übrigbehalten hätten. Heute ist der Bauch ein verhältnismäßig geringer. Seit man mittels des Gleuko-Oenometers den Zuckergehalt in der Euvöe genau feststellen kann, läßt sich auch die Entwicklung der Kohlensäure so ziemlich regulieren. Vor allen Dingen aber hat die Flaschenfab'rikation sich wesentlich verbessert." „Ah ja," meinte der Herzoge „das Was! Stammt es aus deutschen Hütten?" „Ganz allein, Durchlaucht. Und lange Jahrzehnte hindurch haben unsre deutschen Glashütten ihre Flaschen auch nach ^Frankreich geliefert. Das Glas einer Champagner- iflasche, die einen kolossalen Druck auszuhalten hat/darf selbstverständlich keine Blase haben und muß an allen Stellen gleichmäßig dick sein, damit beim Wechsel der Temperatur keine ungleiche Ausdehnung eintritt. . . ." Er nahm eine der Flaschen in die Hand. . . „Sie sehen, hier befindet sich der Wein noch im Anfangsstadium seiner Entwicklung. -Aber ich will Ihnen auch lebhaftere Geister zeigen. Westermann, die Lichter!" Der IKellermeister stürzte schon mit Laternen herbei. Und nun stieg man eine Treppe zu noch tiefergelegenen Lagern hinab, deren einzelne Quartiere durch Plakat- tafeln bezeichnet warm, die Gattung und Alter der ©orten Notierten. r Auch hier zeigte der Kommerzienrat dem Herzog verschiedene jProben. „Sehen Sie diese Flasche, Durchlaucht !—i da ist der Wein vollständig getrübt, er ist absolut undurchsichtig. In dieser bereitet sich die Abklärung schon Vor h— Sie finden da Flocken und wolkige Streifen — und hier hat sich die Hefe bereits gesetzt, quillt aber bei leichtem Rütteln noch immer umher. Nämlich die Rüttelung, die Remuage. . . ja, da muß ich Sie schon bitten, uns noch lein paar Schritte weiter zu begleiten. . . Hören Sie —" -dr blieb einen Augenblick stehen — „klingt das nicht wie jein Trommelsignal?" In der Tat vernahm mäN aus dem Nachbärgewölble jein .lebhaftes xhWmisches Klopfen, einem DrommelwiMl sucht unähnlich. Hier standen die Gestelle für die Rsmuüge, jene Erfindung, die eine vorlaute Legende der alten Beuve Miquelon zuschrieb, die aber tatsächlich auf den glücklichen Einfall eines deutschen Küfers zurückzuführen war: dreieckige Böcke mit schräggebohrten Löchern, in welche die Flaschen, den Kopf nach unten, hineingesteckt wurden. Arbeiter schritten von Gestell zu Gestell, nahmen jede Flasche 1 heraus, rüttelten sie mit einer kurzen Rundbewegung der Hand und steckten sie dann wieder in die Oeffnungen. „Voilä,“ sagte der Kommerzienrat, Abeelen eine der Flaschen zeigend, „da sehen Sie, daß sich die Hefe tolä fingerdicker Satz am Stopfen festgelagert hat, während oer Wern in hellstem Glanze schimmert. Die Flasche ist reif. Die Remuage ist eine der wichtigsten -Erfindungen in der Technik unsrer Fabrikation. Ein einzelner Arbeiter kann täglich etwa zwanzigtausend Flaschen durchrüttelu. Aber wenn Sie bedenken, daß die Rsmuage jeder Flasche gjtonate in Anspruch nimmt, so werden Sie auch begreifen, daß in unfern Kellern immer ganze Arbeiterkolonien tätig sein müssen. Und nun beginnt die eigentliche Fabrikation des Schaumweins. Erstes Stadium: die Dosage. Aberzwischen dem ersten und dritten Stadium liegt eine Reihe von vier bis acht Jahren. . . ." r Wer Aufzug brachte die Herren in eine große Und lichte Halle, in der eine Kompagnie von Arbeitern an den der?- fchiedensten Geräten und Maschinen tätig war. „Der Degorgeur," sagte der Kommerzienrat lächelniß „oder reden wir deutsch: der Entkorker, was dasselbe be- S, obwohl man in unserm Berufe die französischen Aus- ke noch immer vorzieht. ..." Er war bei einem Mann im Schurzfell stehen geblieben, der vor einem Fasse mit weitgeschnittener «Oeffimng stand. Seine linke, durch lederne Armstulpen geschützte Hand hielt eine Champagnerflasche mit ansgereiftem Wein, und zwar so, daß ihr Kopf gegen die Faßöffnung geneigt war. Seine Rechte handhabte einen kleinen Haken, den „Chrochet", mit dem er die Eisenklammer, die den Pfropfen festhielt, löste; dann lockerte er den Korken mit einer Scherenzange sehr vorsichtig H und nun gab es einen gewaltigen Knall, und der Korken flog inmitten sprudelnden Schaums in das Faß hinein. „-Eine leichte Arbeit, nicht wahr?" meinte Fritz, zu Abeelen gewendet. „Wenigstens sehe ich keine besondere Schwierigkeit iN ihr," erwiderte dieser. „Und doch ist der Entkorker einer der am höchsten bezahlten Arbeiter, Durchlaucht. Mau muß festen Verlaß auf sein Auge Und seine Hand haben. Da haben es diel Fabrikanten, die das Jmprägnierverfahren benützen, ungleich leichter." „Was ist das: Jmprägnierverfahren?" „Die Herstellung von Schaumwein durch künstlich eingepumpte Kohlensäure." „Pfui Deubel," sagte der Herzog. 650 „Ich wiederhole Ihren Ausruf," entgegnete Fritz,,„aber die meisten sehr billigen Schaumweine, rind inrmer die aus Obst- uud Beerenweinen bereiteten, werden so hergestellt. Es gibt eine ganze Anzahl von Apparaten zur Zuführung von flüssiger oder gasiger Kohlensäure in den Wem. Dann können Sie aber auch schon eine Flasche schön moussierenden Schaumweins für eine Mark zwanzig bekommen." „Merci,“ sagte der Herzog, „ich- birr nicht für billig und schlecht." „Nurr zur Dosage!" ries der Kominerzienrat. Er zeigte auf ein sich durch besonders geschmackvolle Ausstattung aus- zeichnenoes Faß. „Das ist mein Likör, Durchlaucht. Ich sage mein Likör, weil jede Fabrik ihre Mischung als Ge- hetmnis der Firma hütet. Doch- Ihnen will ich es Preisgeben. Mein Likör besteht aus den feinsten! und edelsten Weinbeeren." „Das ist mir außerordentlich angenehm," entgegnete der Herzog; „nun bin ich ja vollkommen orientiert. Man nimmt also manchmal auch noch — anderes dazu?" „Aber ja. Und nicht nur bei uns — auch im Mütterlande des Champagners. Wenn Sie beispielsweise Ihrem Schaumwein das Bukett des Cliquot geben möchten, so brauchen Sie dem Likör aus Zucker und Kognak oder ent- fuseltem Sprit nur ein bißchen Johannisbrotextrakt, Bai- nilleessenz und Aprikosenäther zuzusetzen. Und wenn Sie Duc de Montebello wünschen, panschen Sie Maraschinoschnaps mit Essigäther zusammen, und um den Mummgeschmack zu erzeugen, nehmen Sie Apfel- und Himbeeräther mit Sellerieessenz, wogegen bei Roederer Bittermandelessenz wohltut." „Hören Sie auf!" rief Abeelen; „mir wird schon -ganz anders! Und so etwas gibt es?" „Jawohl — und sogar in größeren Häusern jenseits der Vogesen, wo man auf die sogenannte Blume hält. Und das ist eben der Vorzug unseres rheinischen Schaumweins, daß wir keines künstlichen Buketts bedürfen, weil die feine Blume unserer Traube sich ohnehin schon bemerkbar macht. Nach diesem schönen Selbstlob wollen wir uns aber wieder dem Dosierer zuwenden. Durchlaucht sehen, daß der Mann die Flaschen mit dem sogenannten Likör auffüllt. Der Wein hat nämlich während der Flaschengärung seinen ganzen oder doch fast ganzen Zuckergehalt verloren, probieren Sie bitte einmal einen Schluck undosierten Sekts." Er füllte ein Was und reichte es Abeelen. „Erfrischend, aber höllisch sauer," erklärte dieser. >,Seien wir ehrlich: für die deutsche Zunge kaum zu genießen. Das würde ,brut nature* sein. Aber auch den so benannten Marken wird immer noch ein kleiner Likörzusatz beigegeben. Je nach der Quantität des Zusatzes haben, wir nun verschiedene Sorten: den Friedel herb, den Friedel halb-süß und so weiter. Der Excelsior ist unsre herbste Marke und zugleich die feinste, weil sie aus den besten Meinen her-gestellt ist. Denn natürlich unterscheidet auch die Güte des Weines die einzelnen Marken, die wir darnach- mit „Extra", mit „Reservierte Füllung", „Extra-Cuvöe" oder so ähnlich bezeichnen. Auf das Etikett läßt sich bekanntlich alles schreiben, aber die Abnehmer wollen doch einigermaßen Bescheid wissen. Dann haben wir noch die Farben- bezeichuungen: grün, weih, orange, gewissermaßen die Ueber- tragung der Geschmacksrichtungen der einzelnen Länder in bunte Töne. Rußland und Skandinavien sind für das Bolle und Schwere, Deutschland ist mehr für das Flüchtige, Elegante, Bukettreiche, England für das Reife und Herbe. Durchlaucht sehen also, daß man bei der Champagnerfabrikation auch ethnographisch geschult sein muß." „Ich sehe und staune," entgegnete Abeelen, „Und schüttle den Kopf vor Verwunderung und neige das Haupt in ersterbender Hochachtung. Die Dosage hätten wir nun hinter uns — jetzt ist der Schaumwein fertig." „Fertig bis auf die Verkorkung. Das Schlußstadium, und wiederum von großer Wichtigkeit. Darf ich Sie bitten." Er führte den Herzog in eine Ecke der Halle, wo zwei -Pfropfenprüfer ihres Amtes walteten. Es waren Spanier von Geburt, und auch die Korken kamen aus ihrer Heimat: aus einer großen Fabrik in Barcelona. Die beiden Arbeiter untersuchten jeden einzelnen Korken genau, indem sie ihn Von allen Sellen betrachteten und daran rochen. Die Nase zeigte ihnen am besten, ob! das Material gesund und fehler- ftet war, und die .Leute waren so, in der Uebung, Hatz sie sich selten täuschten. Die unbrauchbaren Korke kamen in einen Korb, die brauchbaren in einen anderen, wurden dann mit dem Brand der Firma und der Marke versehen Und schließlich mit siedendem Wasser überbrüht, um sie elastisch zu machen und zugleich vom Staub und von Fermentkeimen sowie von löslichen organischen Stoffen zu befreien. Und nun gelangte der so fertige Stopfen in die Hände des Verkorkers. Eine Maschine nahm ihn noch einmal! unter zwei Walzen, deren Druck ihn erweichte, eine zweite Maschine preßte ihn in eine zylindrische Röhre und dann drückte ihn ein Hebel eisernfest in den Flaschenhals, so daß nur noch der dicke runde Kopf hervorschaute. Die „Verbinder" beschlossen den Reigen der Mrbeits- kräfte. Sie legten den in Form des sogenannten Cham- pagnerknotens gekreuzten Bindfaden um Flaschenhals und Korken und ließen sodann.den Drahtverband folgen. Auch ihnen halfen praktische Maschinen bei der Arbeit, die sie blitzschnell erledigten. Für das Ausland und besonders Marken fanden anstelle der Verdrahtung fertige Draht- agraffen und Stahlhauben Verwendung. Nun blieb nur noch die äußere Toilette der Flaschen übrig; Wieder stand! der Herzog beobachtend vor einer kleinen Maschine: ein hydraulischer Druck setzte eine schmucke Staniolkapsel fest auf das Haupt der Flasche. Bei der Marke „Orange-Etikett" wurde der Flaschenkopf in orangefarbenen geschmolzenen Lack -getaucht. Man hatte dies seinerzeit des „Aparten" wegen eingeführt und beibehalten. Aber noch war der fürstliche Gast nicht am Ende seiner Rundtour. Der Kommerzienrat mit feiner Suite führte ihn zu einem Schwarm junger Mädchen (wieder in den berühmten roten Miedern), die das Etikettieren und das Einschlagen der Flaschen in Seidenpapier besorgten. Hier hatte Fritz'sich eine scherzhafte kleine Ueberraschung Vorbehalten, die ein Zufall ihm nahegelegt hatte. Als letzte in der Reihe der Mädchen saß ein draller Rotkopf und schaute keck den Herzog an. Natürlich wurde er sofort auf die Kleine aufmerksam. „Netter Käber," flüsterte er Fritz zu. „Nicht wahr? Fragen Durchlaucht mal, wo er her ist!" Abeelen näherte sich dem Mädchen, klopfte ihr gutmütig auf die Wange und faßte an ihren Zopf. „Alles echt?" fragte er. Die Kleine schnellte in die Höhe, wurde purpurrot, antwortete aber flink: „Alles echt, Euer Durchlaucht." „I sieh," sagte Abeelen verwundert, „Sie wisseU, wer ich bin?" Da zeigte das niedliche Dirnchen alle Zähne und erwiderte: „Jawohl, Euer Durchlaucht, ich bin nämlich auch aus Berheyden." Es war wirklich eine Holländerin, und bet Durchsicht der Arbeiterlisten hatte Fritz zufällig entdeckt, daß sie aus dem Geburtsort des Herzogs stammte. Abeelen befragte die Kleine noch nach diesem und jenenk und schenkte ihr dann ein Goldstück. Das Mädchen dankts mit zierlichem Knix und reichte dem Herzog die Flasche, die sie soeben etikettiert hatte. „Als Probe, Durchlaucht," rief Fritz. „Die erste Flasche, die aus dem Hause gehen soll!" Abeelen las das einfach -gedruckte Etikett: „Excelsior. K. A. Friedel. Schrattstein." Er drückte Fritz und dem Kommerzienrat die Hand. „Tausend Dank. Excelsior —! das ist Ihre und meine Hoffnung. . . ." Er schaute mit etwas unsicherem Mick aus die Flasche und klemmte sie dann unter den Arm. Der Kommerzienrat nahm sie ihm ab. „Wir lassen sie Ihnen gratis und franko zuschicken," scherzte er. „Nun könnten Durchlaucht noch einen Einblick in die Bureaus nehmen, wo Kesselholz der Allgewaltige ist. Aber das Bild bietet nichts Neues. Ich schlage Ihnen deshalb! vor, datz wir uns von den Anstrengungen der Tournee jii erholen suchen und einen kleinen Imbiß zir uns nehmen." „Habe nichts dawider, lieber Herr Kommerzienrat. Bekenne im Gegenteil, daß sich auch bei mir der Appetit geregt hat —i vor allem aber angesichts der großen Fülle an trinkbaren Stoffen ein lebhaftes DUrstgefühl." (Fortsetzung folgt.) 651 — 3m bunten Nock. Erinnerungen eines früheren Einjährig-Freiwilligen.- Schier dreißig Jahre sind es' her, daß ich ein Jahr lang w® Kaisers Rock mit den rot-weißen Schnüren an den Achselklappen getragen habe. Ein Menschenalter ist es, aber wenn ich manchmal zurückdenke an jene Zeit, dann erstehen vor meinem geistigen Auge wieder in lebensvollem Bilde die Persönlichkeiten, Mit denen ich damals in Berührung gekommen bin, und die trüben pder heiteren Ereignisse, die ich während meiner Militärzeit erlebt habe. O, glückliche Jugendzeit, wie leicht und froh erträgt man in dir die Mühseligkeiten dieses Lebens, wenn man gleichgesinnte Altersgenossen um sich hat. Ich war 19 Jahre alt, als ich am 1. Oktober 187 . in das Großherzoglich hessische Artilleriekorps in Bessungen *) eintrat. Mit Lust und Liebe war ich Soldat geworden und war stolz darauf, dem deutschen Heere anzugehören. 'Die idealen Vorstellungen, die ich von dem deutschen Kriegerleben hatte, schwanden allerdings schon in den ersten Tagen. Der rauhe und anstrengende! Dienst mit seiner Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit in allen Dingen Und Gehorsam war so ganz anders, wie ich es mir vorgestellt hatte. Jeden Morgen um 3Vz Uhr erscholl der barsche Ruf: „Fahrer in' Stall!" Tagsüber wechselten Fußexerzieren mit Geschütz- exerzieren und Turnen ab. Die Offiziere in meiner Batterie waren durchweg tüchtige, pflichteifrige, junge Leute, die es mit der Ausübung ihres Berufes sehr ernst nahmen, besonders der Leutnant von Zedlitz, der die Einjährigen auszubilden hatte. Er war nicht nur ein kenntnisreicher, erfahrener Offizier, sondern auch ein edler Charakter. Durch seine meisterhaften und klaren Vorträge verstand er es vorzüglich, uns die zum Teil «echt schwierigen artilleristischen Kenntnisse beizubringen. Vor allem aber suchte er unsere Herzen zu entflammen in heiliger Begeisterung für unser Vaterland. Noch sehe ich ihn vor mir stehen, seine schlanke, elegante Gestalt in kerzengerader Haltung hoch ausgerichtet, das bleiche, tiefernste Gesicht, in dem ein Paar dunkle Augen glühten, uns immerfort Angewandt. Es mochte ihn wohl ein stiller Kummer drücken, denn manchmal in unbewachten Augenblicken zog es wie ein Schatten verhaltener Weh- MAt über sein Gesicht. Niemals haben wir ihn lächeln sehen oder einen Scherz von ihm' gehört. Dennoch war er der Lieb?« ling aller Soldaten. 1 Von den fünf Einjährigen, die noch mit mir in der X. Batterie dienten, waren zwei von Darmstadt, Roller und Gradiz, zwei Kaufleute. Die drei anderen waren Söhne von Rittergutsbesitzern Und hießen Pelwe, Kuno v. M. und Amsis. Es waren prächtige Burschen und treue Kameraden. Das Pferd, das mir zugewiesen worden war, entstammte! Ungarischer Rasse. Der Fahrer, der mich im Putzen und Füttern Unterrichten mußte, erzählte mir, daß es der beste Renner int! Regiment sei, und der Herr Hauptmann hätte bei Pferdewettrennen, schon dreimal den ersten Preis mit ihm gewonnen. Ach, wie bald sollte ich, ohne es zu wollen, die Schnelligkeit des Lysander, so hieß mein Pferd, erproben. Eines Tages wurden wir, wie schon mehrmals, im' Satteln Unterrichtet. Wes geschah immer istr Stall. Mein Pferd stand nicht weit vom Ausgang. Bald hatte ich mein Roß gesattelt/ auf meinen Ruf drehte es sich gehorsam in seinem' Stande herum, mit dem Kopfe nach dem Stallpfad, worauf ich ihm Zaum und Kandare anlegte. Nachdem ick noch einmal den „ungarischen Knoten" geprüft und ihn tadellos gesunden hatte, erwartete ich den Unteroffizier, der sein Urteil über meine Arbeit abzugeben fiatte. Aber der stand noch weit hink en im' Gange, mit der Be- ichtigung der Pferdesattelung meiner Kameraden beschäftigt. Die Geschichte wurde Mir zu langweilig, und ich schwang mich zür Ilbwechselung einmal in den Sattel. Aber während ich nrich zurechtrückte und, nichts Böses ahnend, die Zügel fallen lasse, schien, o Graus, ein dämonischer Geist in mein sonst so frommes Roß gefahren zu fein. In wilden Sätzen jagte es plötzlich dem Ausgange des Stalles zu. Im Kasernenhofe stand eine Anzahl Offiziere in eifriger Beratung, aber wie Spreu vor dem heran- hrausenden Sturm stoben die Herren nach rechts und links auseinander vor dem wilden Reiter, der mit unwiderstehlicher Macht daherbrauste. Dieses Karree war von mir mit Leichtigkeit gesprengt worden. Wie aus weiter Ferne hörte ich noch die zornigen Ruse: „Ist der Kerl verrückt?", „Der Teufel soll ihn holen." Geradeaus über den weiten Hof stürmte mein Roß, dann/ an der entgegengesetzten Seite angelangt, beschrieb es in rasender' Karriere die äußerste Peripherie des in dem großen Kasernenhode denkbaren größten Kreises. Krampfhaft hielt ich mich am Vorder- zwiesel des Sattels fest, die Bügel hatte ich verloren, sie schlugen, meinem Renner gegen die Weichen und machten ihn noch wilder. Niemals hätte ich geglaubt, daß ein Pferd eine solche Schnelligkeit entwickeln könnte, ich glaube, daß sein Bauch fast den Boden! berührte. Vor meinen Augen erschien alles grau, die hohe graue Kaserne schien ganz schief zu stehen und jeden Augenblick bereit, mich unglückseligen Reiter samt meinem Höllenvieh unter ihren Trümmern zn begraben. Wie ich später erfahren, hatten die Wachmannschaften die *) Bessungen war damals noch nicht mit Darutstadt ein- Lemeintzet, Ausgänge besetzt, damit ich nicht durchbreche And eine Panik Unter den harmlosen Bewohnern von Bessungen verursache. Wist lange ich in dem Kasernenhof wie ein rasender Kreisel herum- gesaust, kann ich nicht sagen, mir schien es eine Ewigkeit zu fein.. Endlich ein gewaltiger Ruck, zwei Kanoniere hatten den Durchgänger erfaßt. Blitzschnell flog ich über den Vorderzwiesel und umarmte wider Willen meinen Renner auf das zärtlichste, worauf ich schnell zur Erde glitt. Eine Flut von unguten Worten plätscherte auf mich nieder, aber kühl bis ans Herz hinan zog ich mit meinem Roß wieder nach dem Stalle. Wie froh war ich, daß ich mit meinen Beinen wieder auf Gottes Erdboden stand, anstatt wie ein Schemen auf Meinem Höllenvieh die Luft zu durchrasen.! Vor der Stalltüre standen meine Kameraden, eine lachende Gesellschaft, sie gratulierten mir ironisch zu dem kühnen und verwegenen, Ritt, den ich wider meinen Willen gemacht hatte. Die Schelme hatten schon Wetten eingegangen, wie viel Touren ich im Kasernen- hofe machen werde und wann wohl das Pferd unter mir „alles" werden würde. Kurz nach meinem Eintritt hatte das Regiment einen neuen! Abteilungskommandeur bekommen, den Major v. S., dem ein schlimmer Ruf vorausging. Es zeigte sich bald, daß er iwch viel schlimmer war, als Man ihn sich vorgestellt hatte, und ich gehörte unglücklicherweise zu seiner Abteilung. Schon fein Aenßeres machte auf den Beschauer einen unheimlichen Eindruck. Von sehr kräftigen Gestalt, hatte er schneeweißes, kurz geschnittenes Haar, obgleich er kaum anfangs der ,50 er Jahre stehen mochte, dagegen war ders Schnurrbart in seinem herzlosen, grausamen Gesichte, der wagrecht zu scharfen Spitzen ausgedreht war, kohlschwarz. Das unheimlichste an dem Manne aber waren seine Augen, sie waren schwarz wie die Nacht und funkelten wie ein Paar Degenklingen. Gleich am ersten Tage seines Eintritts in das Regiment besichtigte er dies Einjährigen, die in Batteriefront, in zwei Gliedern, zum Fuß- exerzieren angetreten waren. Langsam ritt er die Front entlang und faßte jeden mit seinem' Tigerblicke scharf ins Auge. Das Ergebnis seiner Besichtigung kleidete er in die in näselndem Tone gesprochenen Worte: Das ist ja eine janz miserable Jesellschäft/ Herr Leutnant, nehmen Sie die Leute man ordentlich ran. Das erste Opfer seiner Grausamkeit war mein Feldwebel.-, Reis, so hieß er, hatte 17 Jahre lang gedient, sich tadellos geführt und war wegen hervorragender Tapferkeit mit dem eisernen Kreuz geschmückt worben. Wegen eines geringfügigen Vergehens wurde! er von dem Major mit 3 Tagen Mittelarrest bestraft. Kurz nach Verbüßung seiner Strafe foing ich eines Abends mit Reis durch die Straßen Darmstadts, wobei mir der alte verdienstvolle Soldat weinend vor Zorn erzählte, daß er seinen Abschied eingereicht habe und sich dem Telegraphenfache widmen wolle. Der Major! sei der Vernichter seiner Ehre, und er könne der Versuchung, wenn er länger im Dienste bleibe, nicht widerstehen, ihn bei der ersten besten Gelegenheit niederzustechen. Wenige Tage später wurde uns mitgeteilt, Feldwebel Reis fei auf 6 Monate beurlaubt, um sich auf einen Zivildienst vorbereiten zu können. Mit Reis' Nachfolger, dem Feldwebel Zäuner, kamen wir Einjährigenganz gut ans, dagegen machte uns der Feldwebel einer anderen! Batterie unserer Abteilung viel zu schaffen. Dieser Mann, ich will ihn Spieß nennen, konnte die Einjährigen gar nicht leiden, weil sie ihm, wie er sagte, viel zu frech und zu naseweis seiend Er suchte sie zu belästigen, wo er nur konnte. Schon länger als' 30 Jahre war er Soldat und hatte für bürgerliche Angelegenheiten! und höhere geistige Interessen durchaus kein Verständnis. Seine ganze Äusdrucksweise war militärisch und das Soldatenwesen bei ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Es war ein richtiger alter Gamaschenknopf. Weit und breit war er bekannt wegen seiner! Beschränktheit und seiner Grobheit. Kuno v. M. wohnte mit mir in einem Hause, sein Simmer stieß an das meine und so kam es, daß wir nach dem Dienste! immer zusammen waren. An Zerstreuung fehlte es uns nicht. Wir wurden mit anderen Einjährigen oft zu Konzerten und Bällen der Bessunger Vereine eingeladen und besuchten häufig die Rsnnions, die jeden Donnerstag abend im Saalbau abgehalten wurden, wobei die Kapelle des 115. Jnf.-Regts. unten ihrem berühmten Kapellmeister Adam bis Mitternacht konzertierte! und von da ab bis 4 Uhr morgens zum Balle spielte. Gegen Frühjahr, nachdem wir abexerziert und in die Batterien eingeteilt worden waren, wurden Vorkehrungen zur Feier des, Geburtstages des alten Kaisers Wilhelm I. getroffen. Es sollte „Der Nachwächter" von Th. Körner gespielt werden. Die Rollen waren sämtlich an Einjährige verteilt worden, nur die des Nachtwächters Schulze wurde dem Unteroffizier Schulz übertragen., Kuno v. M. spielte das Röschen und ich den Studenten Wachtel. Die Hebungen wurden in dem großen Zimmer des Pavillons **) abgehalten. Die Leitung der ganzen Festlichkeit hatw der Leutnant Götz übernommen. Auch lebende Bilder, wie Szenen aus „Wallensteins Lager" und „Prinz Eugen" sollten zur Darstellung kommen. , Pelwe, der in meiner Nähe wohnte, war ein sehr guter! Violinspieler. Sein größter Stolz war seine Geige, eine kostbare Amati, ein Erbstück, das schon über 150 Jahre alt war. Nach der Vortragsfolge sollte nach der Aufführung des Theaterstückes' *) Dies war das Eckgebäude Um Seitenflügel der Kaserne, rechts, des Einganges. 652 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen, Sie spielt Grand und verliert es, obwohl die übrigen Wenzel nicht in einer Hand stehen. Vorhand hatte 14 Augen weniger in ihren Karten als Hinterhand. Wie waren die Karten verteilt und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer, Auflösung der Königspromenade in voriger Nuininer: Manch Kleinod, das von ihrer reichen Habe Die Jugend hinwar? aus der raschen Jagd, Hebt die Erinnerung, die treue Atagd, Dem Alter aus als goid'ne Freudengabe. vermischtes. O , 'ko, 8ous b ub, du bist es d o ch! Ein sreundlicher Leser teilt dem „Köln. L.°A." eine Erinnerung an den Aufenthalt des Staatssekretärs «.Stephan in Köln mit, die nur wenig bekannt sein dürste, imb die es verdient, der Oeffentlichkeit übergeben zu werden. Stephan war als ganz junger Postbeamter früher in Köln tätig imb verkehrte damals viel 'm der „Ewig n ein Jnstrumentalstück für Klavier und' Violine kommen, „Der Kalis von Bagdad", von Pelwe Md mir. Auch später hatten! wir beide noch einen Justrunientalvortrag, „Die Fledermaus- Quadrille" von Strauß, auszuführen. So kam denn der 22. März heran. Bei der Probe ging alles glatt und ohne Anstoß. Abends nur 7 Uhr begannen wir- uns zur Darstellung der lebenden Bilder umzukleiden. Unsere Uniformen, Säbel und Mützen wurden in einem Zimmer ebener Erde neben dem großen Saale abgelegt, und zwei Theaterbeamte waren uns behilflich, die aus der Vorratskammer des Großherzoglichen, Hoftheaters entliehenen Kleidungsstücke anzulegm. Die beiden Darstellungen gelangen vorzüglich, besonders die erste, „Wallensteins Lager", in der der Einjährige Gradiz die Kapuzinerpredigt hielt, während Roller die muntere Marketenderin spielte. Nach der Aufführung der lebenden Bilder spielte die Stadtkapelle, während sich die Mitwirkenden im „Nachtwächter" umkleideten. Da kam ein Zwischenfall, an den ich noch lange mit einem gewissen Beben zurückgedacht habe. Wir standen bereit und Leutnant Götz hatte gerade das Zeichen zum Anfang gegeben. Die Musik verstummte, aber als der Vorhang aufgezogen werden sollte, bekam der Nachtwächter Nasenbluten. Der Leutnant war in Verzweiflung, endlich kam er auf den unglücklichen Einfall, ich solle heraustreten und mit Pelwe, der irgendwo int Publikum saß, den Jnstrumentalvortrag ausführen.. Lautlose Stille herrschte im überfüllten Saale und die Zuschauer erwarteten schon mit Ungeduld das Aufziehen des Vorhanges., Ich bewaffnete mich .also mit aller mir zu Gebote stehenden Unverschämtheit, hob den Vorhang in die Höhe und sprang herab von der Bühne. Nur einen Blick warf ich auf die Kopf an Kopf in quetschender Enge sitzende Menge. Tausend Augen waren vuf mich gerichtet und ich sah, wie die Damen in den vorderen Reihen, als ich hocherhobenen Hauptes an ihnen vorüberschritt, ihre Fächer vor das Gesicht hielten und hörte sie vernehmlich kichern. Glücklich am Klavier arrgelangt, kramte ich in den Noten Und senkte den Kopf, um nicht in die lächelnden Gesichter sehest zu müssen. Jetzt kam auch Pelwe, der sich von seinem weit hinten inrt Saale befindlichen Platze nach mir durchgearbeitet hatte, aber uls wir anfangen wollten, ging der Vorhang in die Höhe und „Der Nachtwächter" nahm seinen Anfang. Das Nasenbluten des „Nachtwächters" hatte aufgehört und Leutnant Götz, der in seiner Aufregung ganz vergessen hatte, welchen Auftrag er mir erteilt hatte, den Befehl zum Anfang, des Theaterstückes gegeben. Schnell entschlossen sprang ich auf und verschwand wieder hinter den Kulissen. Das heitere Stück Wurde jetzt flott uiid ohne weiteren Zwischenfall gespielt. Als wir uns aber in das Garderobezimmer begaben, um die Uniformen wieder .anzuziehen, wartete unser eine unangenehme Ueberraschung. Während des Spiels war eine Diebsbande, die eine Scheibe des Ankleidezimmers eingedrückt hatte, eingedrungen Und hatte uns bestohlen. Sämtliche Mützen, Taschentücher und fast alle Säbel waren ihnen zur Beute gefallen, auch Pelwes > Violinkasten war gestohlen worden. Ich war noch am glimpflichsten weggekommen. Mir hatten die Diebe merkwürdigerweise den blanken Säbel gelassen, dagegen Koppel und Scheide mitgenommen. Als Entschädigung hatten mir die Spitzbuben in ' eine Rocktasche meines Waffenrockes eine blauseidene Krawatte mit goldener Nadel gesteckt. Unser Feldwebel, dem wir den Diebstahl meldeten, riet uns von einer Anzeige ab. Um Mitternacht wurde der Ball eröffnet und in der schönsten Harmonie und Heiterkeit endete gegen Morgen die kaiserliche ; Geburtstagsfeier. . Wer aber in der Morgendämmerung des 23. März die Heidelberger Straße hinauf gegangen wäre, dem würde eine höchst sonderbare kleine Gesellschaft von Einjährigen aufgefallen sein. Vier an ber Zahl waren es, sämtlich barhäuptig und ohne Säbel. Kuno gmg m der Mitte, beide Hände in den Hosentaschen, kaltblütig eine Opernmelodie pfeifeitd; Pelwe mit der alten Geig« Unter dem Arin^an seiner linken Seite, nur manchmal, wenn die Rede auf die Spitzbuben kam, die ihm seinen Geigenkasten ge- stohlen hatten, wütend mit dem Fiedelbogen in der Luft herum- fuchtelnd. Er sah aus tote ein fahrender Musikant, der sich sein tägliches Brot vor den Häuiern verdienen muß. Ich ging an Kunos rechter Sette, mit dem geretteten blanken Säbel in der Faust. Der vierte im Bunde toar Amsis, der in der 6eitertet .Stimmung tote ein lunger Ziegenbock bald vorwärts, bald rückwärts. hüpfte oder uns in zierlichen Sprüngen umtanzte, (Schlnß folgt.) Lampe", wo er Mitglied einer fröhlichen Stantmtischrunde war« Diesem Zecherkreise gehörte auch der damalige Rendant des Gym- nasialstiitungssonds, Th. W., an, ein Mainzer Kind. Ein Lieb- lingsansdruck des biederen Mainzers war Lausbub; seiner burschikosen Art blieb es vorbehalten, mit dieser Bezeichnung gar manchen, vielleicht jeden zu titulieren, mit dem er verkehrte. Aber man nahm ihm das nicht übel, man kannte ihn ja. Stephan wurde dem Stammtisch in der „Ewigen Lampe" untreu, denn er kam nach Berlin und machte die allen bekannte rühmliche Lausbahn. Im Jahre 1893, als der Prachtbau der Oberpostbirektion seiner Bestimmung übergeben würbe, kehrte Stephan nach Köln zurück; er war Staatssekretär imb der geleierte Grünber des Weltpostvereins, vom König in beit Abelstand erhoben usw. Der Staatssekretär erinnerte sich gar lebhait ber schönen Zeit, die er einst in Köln verbracht, imb er hatte bas Bedürfnis, die Zechgenossen von ehemals wieberzusehen. Die Herren würben, soweit sie noch in Köln waren, gebeten, mit ber berühmten Exzellenz zusammenzukommen, und Stephan begrüßte sie recht herzlich. Als bie Reihe an unseren Mainzer kam, ba klopfte er ber Exzellenz vertraulich auf bie Schulter unb meinte: „Also, Lausbub, bu bist es boch l" v. Stephan lächelte verstänbnisvoll; es war ganz wie bamals. * Ein englisches Loblied auf die deutsches Frauen. Den englischen Frauen, die so gern mit einem1 Lächeln gütiger Nachsicht auf ihre deutschen Gefährtinnen herabblickeN/ hält Franees H. Low in einem englischen Blatte eine strenge Predigt, die in einen Lobeshymmis auf die deutsche Frau ans-. klingt. „Zn Deutschlands herrlichstem Besitz gehören die schönen Und edlen Frauen." Sie sind aus dem Staatsleben nicht fort? zudenken, als tatkräftige, kluge Mitarbeiterinnen sind sie bei allen Dingen unentbehrlich, echte Vorkämpferinnen' des Fortschrittes! ihres Landes. Sie sind es, die das künftige Deutschland schaffen, indem sie ihre Kinder von Jugend auf zum vaterländischen Pflichtbewußtsein erziehen. Und sie herrschen im Hanse, herrschen selbst. Wenn die Einkünfte des englischen Gatten sich steigern, ist das das erste Ziel der englischen Frau, ihre eigene Verantwortung zN erleichtern, sie nimmt mehr Dienstboten. Die deutsche Fran aber regiert selbst ihren Haushalt, auch dann noch, toenn dar! Reichtum ihr keine Schranken auferlegt. Sie wollen ihr Hans nicht von anderen „geführt" wissen, wo Führerin zu sein fiel sich berufen wissen. Die Einfachheit und Würde und Einheit des Willens, das charakterisiert das deutsche Hans; in keiner Nation! der Erde lebt ein so reiner idealer Familieninstinkt, der sich $u| frohem Patriotismus und nationalem Pflichtgefühl erhebt. Di« moderne deutsche Frau hat nicht die blendende Lebhaftigkeit dev Amerikanerin, den raffinierten Geschmack der Französin, das Faszinierende der Südländerin und die frische gepflegte körperliche Schönheit der Engländerin. Aber unter allen Nationen ist fiel der größte „Besitz", die Hüterin der FlamMe, die .Deutschlands! Söhne das Vaterland über alles lieben läßt." * Benedikte te m bum. Diese „lateinischen" Worte standen, wie 'der ,)Korr. für Deutschlands Buchdrucker" schreibt, aus dem Entschuldigungszettel, den eine böhmische Mutter ihrem Buben, der einen Tag in der Schule gefehlt hatte, mit Ms den Weg gab, um dem Lehrer in lakonisches Kürze den Grund für die Versäumnis mitzuteilen. Der Lehrer zerbrach sich Mer dieses rätselhafte Worttrio lange den Kopf, kam dabei jedoch immer näher ans Ende seines! Lateins, so daß er sich aufmachte, um die Verfasserin selbst darüber zu befragen, wobei ihm folgendermaßen ein Licht aufgesteckt würde: „Maria Joseph ! Da wiollt Ihr ein Herr, Lehrer sein und könnt net lesen? Ich hab's doch gaM deutlich g'schrieben: Benötigte den Buben!" Skat-Ausgabe. Mittelhand erhält folgende Karten: