Donnerstag den \9. Mak MO — Nr. 76 '#1 : jj «UM Ihres Vaters Tochter. Roman von Sulu von Strauß, u n d Torney. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 2. Mai. Nun ist es also doch gekommen. Die Vergangenheit ist aufgestanden und sieht mich mit bösen, unerbittlichen Augen au. Diese Vergangenheit, die ich zngedeckt glaubte von vielen neuen, glücklichen und bitterschweren Stunden., daß sie nie wieder lebendig werden könnte! Ick) weiß nicht, wo ich anfangen soll zu "denken. 'Es ist alles wie früher und doch fremd und anders, weil ich es durch eines andern Augen sehen soll. Ich ging mit dem Professor nach Tisch durch den Garten, Um zu sehen, ob unser kleiner Kranker sich eine Stunde sonnen darf. Es ist sommerlich warm, die Büsche hell von jungen Blättchen und Knospen. Der Professor blieb auf eininal mitten auf dem unkrautüberwachsenen Kiesweg stehen, die Hände in den Joppentaschen, und sah am Haus hinauf. „Was haben Sie da denn für eine verwunschene Btau- bartkammer? Ich warte schon drei Tage, daß einer die Fensterladen aufmacht." „Ich benutze das Zimmer nicht." „Warum nicht? Es muß ja der schönste Raum im Haus sein?" Ich zögerte einen Augenblick. „Es war meines Vaters Stube." Der Professor schwieg erst. Und plötzlich klopfte er mich auf die Schulter. „Kind, alles, .was recht ist! Aber auch die Trauer hat ihre Grenzen.' Sie müssen sich das mal vernünftig sagen." „Es ist nicht Trauer —" Er ließ mir nicht Zeit zum Erklären. „Ja, was denn sonst? Nun seien Sie 6taü und kommen Sie mal mit, wir zwei wollen zusammen hineingehen und wieder Licht und Luft in das dunkle Loch lassen. Das sieht sich alles anders an, wenn man so tvas nicht allein tut. Und mir als altem Kameraden Ihres Toten dürfen Sie das schon erlauben." Er hörte gar nicht auf meine Gegenrede. Noch ein paar Minuten, und er drehte den Schlüssel und riß, mit kräftigem Ruck die verguollene Tür auf. Es !var fast dunkel, nur durch die kleinen Ausschnitte in den Holzladen kam das Licht auf einer schmalen Bahn von Sonnenstaub herein und uralte ein verschobenes Herz auf den Fußboden. Ich tastete mich dein bißchen Helligkeit nach und schlug die Laden zurück. Das Licht blendete mich. Als ich mich umwandte, lag es grell in dem großen Raum und füllte ihn aufdringlich bis in die Ecken. Ein plötzlicher Schreck kam über mich. Alles wie damals, als ob ich erst gestern herausgegangen wäre. Jeder Stuhl auf dem alten Fleck, die Bilder und die ljohen Bücherregale, das Glas mit den vertrockneten Rosen und der breite Schreibtisch voll Papiere. Aber nicht nur das greifbare Aeußere wie damals, auch die unsichtbaren Dinge tonten auf einmal wieder da. Die erste starre Hilflosigkeit des Schmerzes, die Scham, der ganze Zorn und Jammer. Es fiel über mich wie eine erstickende Last. Der Professor war mit ein paar starken Schritten zum Fenster .gegangen und machte beide Flügel weit auf. „Zuerst ein bissel Gottesluft in den Moder herein," sagte er laut neben mir, „und dann wollen wir einmal ruhig von ihm reden. Es ist nicht recht, daß wir unsere! Toten auch noch totschweigen." Ich sah ihm gerade ins Gesicht. Und ich empörte mich plötzlich innerlich gegen diesen Menschen, der da schon wieder mit derben Händen unbekümmert in mein Leben eingrisf. Warum störte er auf, was schon in Ruhe war? „Ja, gut, wir wollen von ihm reden. Aber nur, wenn Sie nicht mehr Komödie mit mir spielen!" „Ich? Komödie?" Ohne eine Spur von Verständnis sah er mich an. Mer er sollte verstehen! „Ja, Sie! Ich weiß, daß Sie die Vergangenheit meines Vaters kennen, aus Dutzenden von Briefen da im Schreibj- tisch weiß ich es. Und ich weiß, daß Sie ihn verdammen, und doch tun Sie, als ob er Ihr bester Freund wäre und Ihnen wer weiß wie hoch stände." „So, das wußten Sie alles?" Er kam mir auf einmal fast drohend Nah und stand breit und groß vor mir. „Wissen Sie denn, daß ich da eher das Recht habe. Ihnen etwas vorzuwerfen? Ich denke mir da, das arme Kind weiß nichts von den dummen, alten Geschichten, also, den Mund halten und Rücksicht nehmen, ihr ja nicht wehkun. Und Sie sehen das alles ganz ruhig an und haben nicht mal so viel Vertrauen, daß Sie mir ein Offenes Wörtl gönnen!" Ich lachte, aber nur mit den'Lippen. „Also Sie haben auch das schöne Bertuschungssystein, das er selbst hatte? Nur alles gut zudecken, dann ist es einerlei, was an Lüge und Häßlichkeiten drunter stecht! So war sein Leben ja auch!" „Still! Sofort! Versündigen Sie sich nicht!" Er packte mein Handgelenk, daß es mir wehtat. „Sie sprechen von einem Dolen! Und von Ihrem Vater!" „Gerade weil xr mein Vater war! Weil er es litt, daß ich an ihn glaubte, ihn beinah anbetete! Weil er das alles sich gefallen ließ und dabei doch wußte, daß er es nicht wert war, daß ich ihn verachtet hätte, wenn ich ihn wirklich gekannt hätte —" — 302 Die Säße überstürzten sich, es wttr mir eine Erlösung, Alles herauszusagen. Er hörte mir zu ohne ein Wort. Meinen Sinn hatte er freigelassen und lief in der Stube auf und D, die Hände auf dem Rücken, den Kopf vorgebückt. Schließlich blieb er vor mir stehen. Ich wußte auf einmal nichts mehr zu sagen, als ich fein Gesicht sah. Es war schwer ernst, beinah streng. „Das ist eine böse Geschichte, Kind. Es ist schlimm, wenn wir mit Toten im Streit sind. Die ziehen immer den kürzeren, weil sie sich nicht wehren und uns Rede stehen können. Da muß es denn ein Lebendiger für sie tun. Sie sind noch so jung und daruni sind Sie hart. Genau wie die Anna damals, Ihre Mutter. Sehen Sie, wenn Ihnen meine alten Briefe in die Hände gekommen sind, dann wissen Sie wahrscheinlich noch mehr von mir. Auch das andere —" Er räusperte sich und schob mir einen Stuhl hin. „Da, setzen Sie sich her, und hören Sie zu. Schauen Sie, ich war damals ein junger K^erl von zweiundzwanzig Und toie närrisch auf das Äennchen. Ich hab sie angeschaut wie die Zenz ihre Heiligenbilder. Ich wußte ja, ich war «in gröber Klotz und nicht güt genug für sie. Und wenn Mir's auch hart war, ich hätte sie keinem lieber gegönnt Äs dem Peter Florenz Slls dann nachher die böse Geschichte kam — erwürgen hätt ich ihn können mit meinen Fäusten —" Er wechselte mit einem Ruck die Stellung und schüttelte den Kopf. „Ich will Ihnen ja aber erzählen, wie ich heute die Sache anschaue, und nicht, wie ich's damals tat. Da war ich eben ein Hitzkopf und sprach wie Sie jetzt. Ich will ja nun auch nicht schwarz weiß und bös gut nennen, aber man hat sich doch allerlei Wind um die Nase wehen lassen Und selbst manches auf dem Kerbholz." Die Pausen, die er machte, waren sonderbar schwer in denk großen, stillen, toten Raum voll Vergangenheit. Ich mochte- kein Wort sagen und mich nicht rühren und wartete nur, bis .er wieder anfing: „Sehen Sie, ich bin nie ein frommer Mann gewesen. Mas der Seppl davon hat, das kommt von seiner Mutter, die war eine Katholikin, eine von den ganz strengen. Slber sp manches ist mir doch aus der Kinderlehre sitzen geblieben. Irgendwo in der Bibel steht da von einer, die gesündigt hatte: wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Der das gesagt hat, der hat das nichtsnutzige Menschenvolk gekannt. Und heute wollte ich fast wünschen, Oie wären nicht so ein Kind und weißgewaschenes Seelchen, das nichts erlebt hat. Dann würden Sie mich besser verstehen. Und es wäre auch leichter, davon zu reden." Mir brannte auf einmäl das Gesicht. Ich nichts erlebt! Der Professor sah Mich nicht an. „Der Peter Florenz und ich! sind immer sehr verschieden gewesen. Ich grob und gradeaus und mit dem Köpf durch die Wand. Und alles hab ich mir mühsam erarbeiten müssen, auch die gute Meinung der Menschen. Und er so ein vornehmer, feiner Mustlermeusch, der alle Ecken und Kanten nicht sah oder sacht darum herumging, Und dem nach den ersten paar schweren Jahren alles glückte und nur so in den Schoß fiel. Besonders die Frauen, die waren wie toll auf ihn. Er brauchte nur eine auzu- schauen, da war sie schon weg. Und er — je nun, er ließ sich ganz gern verziehen und anfeiern. Heißes Blut hatte er auch, aber es verflog schnell, und dann kam das böse Ende nach, weil er schwach war und keiner wehtun möchte und die Geschichten dann nicht los wurde. Wir haben ihn oft damit geneckt." Meder eine dieser Pausen. Eine plötzliche Ungeduld packte mich. Was jetzt kam, kannte ich, konnte es ihm selbst erzählen, Wort für Wort. Was konnte er mir da Neues sagen? Die nackten Tatsachen blieben die gleichen. Glaubte er denn, daß er mich darüber wegtäuschen könnte, wenn er ihnen ein Mäntelchen von schönen Wörten um» hängte? Wenn ich nur nicht hätte zuhören brauchen! Wenn ^ch mich in andere Gedanken hätte retten können vor dieser verhaßten Geschichte, an der ich mich zermartert habe, Wochen und Monate! Wer die laute Stimme neben mir war ein rein phh- sifcher Zwang, ich mußte sie hören. „Es war da ein Mädel, ein hübsches, kokettes Dingt Die Geschichte spielte, ehe er sich verlobte, Einzelheiten sind ja überflüssig. Als er nun verheiratet war uud viel herumkam wegen seiner Ausführungen, fand er sie an einer BühNe wieder. Sie mag ihn auch wirklich gern gehabt haben in ihrer Art. Und er — lieb hatte er feine Frau ja. Aber die Anna war zart und brauchte Schonung. Und dann, seit das Kleine da war, lebte sie nur für das, und der Mann spielte zweite Geige. Das war deö Peter Florenz nicht gewohnt. Und wie da die andere ihn richtig zu nehmen wußte, steckte er bald wieder im Netz." Ich konnte mich nicht mehr halten, ich mußte dazwischen fahren! „Ist das Ihre Version des „wer unter euch ohne Sünde ist"? Um ihn weißzubreunen, packen Sie dem Mädchen die Last auf? Er, er, er allein hat gesündigt! Er mußte wissen, was ek seiner Frau und seinem Kind schuldig war." Eine undeutliche Erinnerung blitzte mir durch den Köpf während meiner eigenen Worte. Hätte ich das schon einmal so gesagt? oder sagen hören? Und auf einmal wußte ich es: Tilla! „Mein Mann weiß, was er seiner Frau und seinem Sohn schuldig ist." Pfui! Wie kam mir der Vergleich? Er brannte mich wie Feuer. Was hat mein heiligstes und schwerstes Erleben gemeinsam mit dieser schmutzigen „Theaterliebschaft", wie die alten SSxicfc nennen ? Was Tilla mir da ins Gesicht warf, berührt mich und ihn nicht. Schuldig ist inan nur dem etwas, der uns selbst gab. Was gab sie ihm denn? Jhöe Liebe, ihr eigenstes! Ich, wie die Frau es dem Mann geben soll? Sie .hat gnädig feinen Namen angenommen imb .sich nachher der Mesalliance geschämt. Das hätte ich ihr sagen müssen damals, wenn mir nicht der Ekel an der häßlichen Szene den Biuud verboten hätte! '■ „Ich will ihn nicht weißbrenncu.. Schuld bleibt Schuld. Ich will nur nach beiden Seiten ab wägen. Ein Splitter-, richter bin ich nicht, das haben Sie wohl daraus gesehen, wie ich die Sache mit dem Dollkopf, der kleinen Gelsai -auffasse. Scher wo fremdes Eigentum ist, da heißt es für mich: Hand davon. Vor allem bei eines andern Mannes Ehe. Stehlen, was des andern ist — pfui Kuckuck! Sluch wenn man gar keine Religion hat, ist das einfach Sache der moralischen Reinlichkeit, des Ehrgefühls. Slber ich will auf das Mädel auch keinen Stein werfen. Wer weist wie die ausgewachsen war. Woher soll so was Ehrgefühl haben?" Ich starrte ihn an; ich war so tief in meine eigenen Gedanken verfangen und verwirrt, daß es mir einen Augenblick war, als ob er direkt zu mir, von mir sprach. Ein p-aar schwere Herzschläge nahmen mir fast den Atem. Ich besann mich sofort. Es war ja lange her, wovon er sprach. Der Professor zuckte die Schultern. „Wozu weiter von ihr reden? Sie ist später verkommen. Der Peter Florenz hat schwer für die Sache gebüßt. Erst hatte er gedacht, seine Frau wüßte von nichts. Dann, als sie ihm darüber schrieb, hat die Person Ihm eingeredet, das leicht zu nehmen. Bis die Sin na dann plötzlich aus seinem Haus ging. Er war außer sich, als er das hörte, sofort hat er die tolle Geschichte abgebrochen uud Himmel! und Erde in Bewegung gesetzt, um seine Frau zu versöhnen. Wer die Anna — solche kleine Heilige haben das manchmal so art sich. Weil sie das sündhafte Gelichter nicht verstehen, darum können sie nicht verzeihen. Grade wie Sie. Es war da nichts zu machen." (Fortsetzung folgt.) Die Städtebau-Ausstellung. Der Inhalt des großartigen und einzigartigen Unternehmens das ernt 1. Mai unter dem Namen der „Städtebauausstellung" seine Tor« geöffnet, ist das gewaltigste Kunstgebilde unserer modernen Zeit: die Weltstadt. Der von den Stadt- und Land- gemeinLen Groß-Berlins ausgeschriebene Wettbewerb Mr den Grundlinienplan eines einheitlichen Weltstadtgebildes liefert bat Kern und Mittelpunkt des Ganzen, um den dann ein reicheres illustrierendes Material gruppiert würde. Es galt nämlich zu 303 — »leigen, daß diese Berliner Bestrebungen durchaus nicht allein standen, daß sie, besonders in Amerika, bedeutende Vorgang er haben uitb daß sie nur ein einzelnes Glied in einer das heutige Leben durchziehenden Kette ähnlicher Versuche sind. Das ist glänzend gelungen. Ter Wettbewerb „Groß-Berlin", der sich im unteren Geschoß der kgl. Akademischen Hochschule für die bildenden Künste darbietet, bleibt jedoch der eigentliche Mittelpunkt. Zahlreiche Entwürfe dafür sind an den Wänden zu sehen; während einige sich- mit wenigen, inr Großen skizzierenden Blätter» begnügen, besteht der umfangreichste aus 73 Plänen, Ansichten Und einigen kleinen Modellen. Dias größte Aufsehen erregen natürlich die preisgekrönten! Entwürfe,Bon denen der von GeNzmer mit Brix und der Hochbahn- .Gesellschast durchgeführte besonders den Ausbau des Verkehrs betont, während die anderen das Hauptgewicht aufdie-architektonische Gliederung und Gestaltung der Ansiedlungen legen. Aber in! wichtigen Punkten ist doch durch diesen Wettbewerb eine Einigung erzielt und ein bedeutender Schritt vorwärts gemacht auf dem Wege einer eigentlichen städtebaulichen Entwicklung. Es handelte sich ja bei diesem Ausschreiben nicht in erster Linie um praktisch^ Ergebnisse, sondern um die Gewinnung von Gesichtspunkten, nach denen sich der Städtebau in ökonomisch, hygienisch und ästhetisch bcsriedigenden Formen entwickeln kann. Solche Richtlinien sind, gewonnen worden, z. B. in der von allen Bewerbern, durchgeführten Sonderung von Geschäfts- und Industrie-Zentren einerseits und Wohnstädten andererseits. -Die Wohnstadt wird möglichst weit hinaus an die Peripherie gelegt; sie soll durch Freihältung um» fangreicher Flächen von der Bebauung eine große Ausdehnung bekomnien und muß daher vor allem durch ein systematisch durch- gebildetes Verkehrsnetz mit dem Mittelpunkt verbunden sein. Dieses eiserne Schienengerüst soll dann die Grundlage für die Ausgestaltung von Straßen, Plätzen und Häuserblöcken werden. Vielfach wird ein strahlenförmig aussinanderstrebendes Netz befürwortet; Über die ganze wichtige Frage unterrichtet eine eigene Wteilung der Ausstellung, die „Verkehrs- und Transportmittel" umfaßt und eine Reihe tnoderncr Großstadtverkehrssysteme vorsührt. Von deutschen Lösungen interessieren da besonders die Pläne und Mlo- delle der Berliner Hochbahn-Gesellschaft. Tas Großartigste aber bietet das von der Pennsylvania-Eisenbahngesellschaft ausgestellte Modell Newyorks, das 10 Meter lang ist und einen Querschnitt durch die amerikanische Metropole zeigt im Verhältnis von 1:100 mit einer UebertreibuUg der Höhenverhältnisse um 50 v. H. für alle Darstellungen von Bahnen. Die gewaltige Untertuuuellung des Hudson verfehlt auch in dieser Liliputwiedergabe nicht ihre bedeutende Wirkung. Tie Wohnstadt, wie sie für eine Weltstadt und int besonderen Falle für Groß-Berlin gefordert wird, muß aber durch einen zusammenhängenden Gürtel von Grünanlagen und durch Wälder zu einem gesunden, von dem Zentrunt streng geschiedenen Aufenthalt gemacht werden. Diesem Gedanken der Parkanlagen ist dic zweite Abteilung der Ausstellung gcwidutct. Mit ihm steht im engsten Zusammenhang die Schonung der Wälder, die Erzielung großartiger Waldgürtel, für die Wien und Boston vorbildlich sind. Beide Städte zeigen diese höchste Zier einer Stadt in auf schaulick;en Vorführungen. Das Weitschauendste und Hervorragendste solcher Anlagen ist der mit einem Aufwand von 150 Millionen Mark geschaffene riesige Parkbezirk von Groß-Boston, der die 40 Gemeinden der Stadt in einem wundervollen Rahmen zur Einheit zusammenschließt. Die Anlage ist von den berühmtesten amerikanischen Garten- und- Parkarchitekten; den Brüdern Olmst-ed, ausgesührt, die auch für Saint Louis und Chicago große Spielplatz-Anlagen geschaffen haben und ihr reiches Wirken in vielen andern Städten Amerikas in anschaulichen Bilder» erkennen lassen. Die von btit Olmsteds eingeschlagenen Pfade werden von den modernsten deutschen Gartenkünstlern ausgenommen, wie interessante Beispiele aus Köln, Magdeburg, Hamburg erkennen lassen. Auch für die Architektur dieser Wohnstädte, in. denen das Problem der Kleinwohnungen die tvichtigste Lösung fordert, sind die Anlagen der amerikanischen Arbeiterkolonienj wichtige Vorarbeiten. Neben ihnen verlangen die von der Firma Krupp geschaffenen Arbeiterwohnstätten besondere Beachtung, dann die Anlage der „Margarete Krupp-Stiftung" bei Essen, die durch ein besonderes schönes Modell nach dem Enttvurf von Georg Metzendorf dargestellt wird, endlich die Gartenstadt Hellerau mit ihrem prächtigen Modell von Riemersschmidt und andere mehr. Diesen mit der Gartenkunst in enger Beziehung stehenden Städtebauanlagen ist eine Vorführung moderner Friedhofsgestaltungen und Grabdenkmäler angegliedert, die i» ihrer garteip- und parkartigen Schönheit den letzten weihevoll ernsten Ausklang der Wohnstadt bilden sollen. 1 Tas Innere von Groß-Berlin soll der Geschäftsstadt Vorbehalten sein, für die dann auch eine höhere, als bisher polizeilich gestattete Bebauung, wenn auch nicht von Wolkenkratzerhöhe, so doch wenigstens von 8—9 Geschossen gestattet werden soll. Mit dieser „City" wird eine Monumentalausbildung einzelner Plätze und Straßenführungen verbunden, die in einem „Pantheon" alle öffentlichen Bauten monumentalen Charakters, Museen, Hoch- schulen, Kirchen, Stadtpaläste, Theater vereinen soll. Zu diesem Zwecke werden gcwalttge Umgestaltungen vorgeschlagen, wie sie tvohl am kühnsten der Architekt des mit denk vierten Preise ausgezeichneten Entwurfs, Bruno Schmitz, plant. IN seinen großzügig geschauten Skizzen zaubert der bekannte Bannteister stolze Gebilde künftiges Stadtschönheit vor, die von einer mächtigen Raum- und Formphautasie beseelt werden. Mögen es auch Kunsttcr- träume sein und bleiben, sie schaffen doch ein Idealbild des Möglichem, aus dem auch die nüchtern Praktische Wirklichkeit Gewinn ziehen wird. Zunächst wird bei diesem und bei anderen Entwürfen' von einer Zusammenfassung aller Einzelbahnhöfe zu zwei riesigen Hauptbahnhösen ausgcgangen, einem südlichen und einem nördlichen, der'en Verbindung unterirdisch hergestellt werden soll. So sind etwa Anhalter- und Stettiner-Bahnhof zu Mittelpunkten des Verkehrs ausersehen. Aus dem Potsdamer- und Leipziger- Platz soll ein einheitlich- in sich geschlossener Monumentalplatz werden, während unter den Linden sich ein wundervolles prunk- haftes „Forum der Kunst" erhebt, auf dem Gelände des Insel-, speichers in der Innenstadt als Bibliothcksgebäude ein „Forum der Arbeit" errichtet wird und aus dem Tempclhoscr Feld eilt großartiger Platz größten Stiles entsteht. So phantastisch diese Pläne auch klingen, so sind sie dcch nur folgerichtige Fortbildungen der Ideen, die auch schon der eigentliche geistige Vater unserer modernen Städtebaukunst, Ccp-. millo Sitte, ausgesprochen und die in bescheidenerem Maße schon prakttsche Ausführung gefunden haben. Für die einheitliche Gruppierung öffentlicher Bauten, für die Anlage solch neuzeitlicher! „Foren", die dem antiken Marktplatz ein modernes Gegenbild! schaffen, sind z. B. St. Louis und Boston anzuführen, wo die bekannten amerikanischen Städtebauer Robert Mnlford Robinson und John Noten imponierende Anlagen geschaffen haben. Wie hier ein großer Gedanke der Antike ausgenommen wird; so will überhaupt die moderne Städtebaukuust an die Vergangen-! beit auknüpfen und die eine Zeit lang unterbrochene historische! Entwicklung tveitersühren. Diesen Zusammenhang mit dem schöne» Werk der Väter betont die historische Abteilung, die die Entstehung der Großstadt im. Wandel der Zeiten vorführt. Besonders wichtig sind hier die wertvollen alten Pariser Stadtpläne, die den Umbau; der inneren Stadt und die Anlage der Boulevards veranschaulichen! und die Bedeutung der vom Stadtpräfekten Hausmann systematifch unter Napoleon III. durchgeführten Umgestaltung von Paris erkennen lassen. Auch für viele Einzelheiten. der Neuanlagen, für! die Gestaltung von Plätzen und Straßen, von Briicken und Bau- blöcken, für die Aufstellung von Denkmälern und Brunnen bietet die historische Mteilung, die aus dem unerschöpflich reichen Quell der gesunden und ästhettfch hochstehenden alten Städtekultur schöpft,- wertvolle Gesichtspunkte. Von dieseie Grundsätzen der Städte- bauer der Renaissance und des Barocks ist baS' meiste beeinflußt, was heute in der Innengestaltung, in der Fortführung und Erweiterung bestehender Anlagen, in der Umformung von Plätze», in der Ausführung von Straßendurchbrüchen geleistet wird. In der Mteilung, die die Probleme der neuzeitlichen Jnncn- stadt behandelt, zeichnen sich besonders Wien und Stuttgart aus. Ter geniale Wiener Stadtbaumeister Prof. Friedrich Ohmamt bekundet in seinen zahlreichen Schöpfungen auf der Ausstellung,- seincr Umgestaltung des Karls-Platzes, seiner Wienüberwölbung, seinem Kaiserin-Elisabeth-Tenkmal und den Arbeiten für Karlsbad und Salzburg, seine seine Anpassung an die gegebenen Verhältnisse, seinen unfehlbaren Geschmack; er läßt aber auch einen Einblick tun in die großen Schwierigkeiten, mit denen der moderne Städtebauer aus Schritt und Tritt zu rechnen hat. In Stuttgart ist eins der kompliziertesten dieser Probleme, die modente Umformung der Altstadt, glücklich vollbracht tvorden. Tas von Seligerer ausgestellte Modell läßt die romantische Schönheit ahnen, die diese» giebelgeschmückten Gassen erhalten worden ist. Prächtig ist der! von Theodor Fischer geschaffene Bahnhofsumbau in Stuttgart. Auch mit der Frage seiner Theaterbauten hat Stuttgart ein interessantes architektonisches Problem aufgeworfen, das einige be-. deutsame Entwürfe mit Geschick zu lösen suchen. Sehr sckwn sind auch die Modelle aus Dresden, bereit wichtigstes wohl die Theatcr- platzumgestaltung nach den Entwürfen von Stadtrat Erlwein barstellt. Dieser Platz, für den einst Semper eine großartige momo- mentale Umbauung in Aussicht genommen hatte, ist hier feiner! historischen Bedeutung würdig ausgestaltet worden. Es ist unmöglich, die Fülle des auf der Ausstellung Gebotenen auch nur nach den großen Gesichtspunkten hin zn erschöpfen. Wie interessant find z. B. alle die Darbietungen der Berliner Vororte, so wenn Schöneberg seine Entwicklung voM Banerndors zur Weltstadt betont und Weißensee ein um eine» Wasserspiegel gruppiertes Forum zu schassen beabsichtigt! ^Nichlt nur der Architekt und der Künstler, der Nationalökonom uno der Verwaltnngsbeamte, sondern jeder den wichtigsten Fragen unserer Gegenwart zugewandte Mensch wird hier seinen besonderen Unteressenkreis finden, in den er sich vertiefen kann und beffan Studium ihm Anregung bieten wird. C. W. Die Heimat der arischen Nasse. Dr. Hans Heiderich beleuchtet im Aprilheft der „Welt des Kaufmanns" (Verlag von Georg D. W. Callwey, München) »„das Nassenmosaik Europas" und kommt dabei auch auf den ,Ursprung! der arischen Rasse zu sprechen. Er schreibt: , Die große Masse, welche Europa besiedelt und welche ihm feine» heutige» geistigen und kulturellen Stempel .aufgedrückt -- 304 -hat, sind, in erster Linie die Arier. Ztvvr war schon vor den! Ariern die aus Asien eingewanderte (alpine) Bevölkerung vorhanden, welche von jenen teilweise ausgerottet, teilweise ver- knechtet und in die mitteleuropäische Gebirgskette zurückgedrängt wurde und über welche die hereindringenden und eroberudenl Arier in verschiedenen Schichten sich lagerten. Doch tritt diese alpine Rasse in kultureller Beziehung jenen gegenüber zurück und vermag sich mit ihnen an geistiger Produktivität nicht zu vergleichen. Wer sind nun diese Arier? , Bis vor kurzem noch war man geneigt, die Heimat der Jndo- germanen oder Arier in den.asiatischen Hochlanden zu suchen, bis neuerdings eine mächtige wissenschaftlicha Strömung unter Führung der Anthropologen Penka und Wilser hervorgetreten ist, welche die Heimat unserer Urureltern nicht tut Inneren Asiens, sondern int Norden Europas selbst annimmt und welche neuerdings Beweise aus Beweise häuft, um sie endgültig daselbst festzustellen. Und nicht ohne Erfolg. „Das unausbleibliche Hinwelken der weißen Wenschcn in Indien, welches an den eingewanderten englischen Familien beobachtet wird und welchem chie arischen Bestandteile der indischen Bevölkerung längst zum .Opfer gefallen sind, läßt darauf schließen, daß die asiatische Herkunft der Arier nichts ist als ein Märchen," sagt Otto Ammon in seiner „Gesellschaftsordnung und ihre natürlichen Grundlagen". . „Einzig und allein der in dem rauhen Klima.Nordeuropas unter Jagd, Krieg und ritterlichen Hebungen ausgewachsene Mensch bietet diejenigen Anlagen, welche die Zierde der Arier ausmachen, nämlich Kraft, Energie, Tapferkeit, Selbstgefühl, Wahrhaftigkeit, Mitleid mit Schwachen und echte Menschlichkeit, und darum haben wir die Urheimat der Arier in Nordeuropa zu suchen. In günstige Klimate verseht, mußten solche Stämme die herrlichsten Früchte zeitigen, ehe sie schließlich den Schädlichkeiten erlagen." In diesen nördlichen Gegenden hätteit wir also von nun an die ursprüngliche Heimat der .arischen Massen zu suchen. „Es sind nicht bloß verwandte Stänime, sondern es ist im Grunde dasselbe Volk, das.den größten Teil Europas und weite Gebiete in Asien teils, besiedelt, teils unterworfen und einer höheren Gcjiltnug zugeführt hat. Die dänische Halbinsel Jütland führt noch mit ganz geringfügiger Lautverschiebung den Namen ihres Stammlandes, des schwedischen Götaland (sprich Jötaland). In gänzlich unverschleierter Weise trägt die spanische Adelsfamilie Gutmait (Gothmann) ihre nordische Abkunft zur Schau. Aus Spanten stammt auch der Ausdruck „blaues Blut". Der dort Ünsässige Gotcnadel wurde int Gegensah Mm dnukelhäuttgen Volke als „blattblütig" bezeichnet, da durch die lichte Körperhaut das Venenblut bläulich durchschimmerte" (Pösche, die Arier). Auda- lusien (Wandalusien) ist bekanntlich das Wandalenland, Cata- lonien das Land der Goten und Alanen. Etwas schwerer erkennbar, aber doch nachweisbar ist der Name des zweiten nordischen Hauptstammes, der Schweden, bei Schwaben und Schwei- gern. Der Schweizer nennt, ganz wie der alte Göthe, seinen Vater Noch heute „Aett". Und luemt wir weiter zurückgehen, so werden wir tinden, daß das gricchische „ühhgaler" und das deutsche -„Tochter" im Grunde noch immer dasselbe Wort ist, Agesilaos! ist Axel und Claudius ist Claus. Die Silbe „Ach" deutet in fast allen indogermanischen Sprachen auf Wasser hin: Acheron, Acke- loos (übertragen überhaupt für Wasser gebraucht), aqua „Acha" vder „Aha" (dänisch-norwegisch das Wort für „Bach"), bezeichnen denselben Begriff. Der ittdische Goll Ahi, Achilleus (der Sohn ettter Meeresgöttin!) und Aegir sind nahe Verwandte." Dcrmncbtcs. . .* • • ■ ■ UN d h a t derselbe .... In drei Wörtern zwet Verstoße, der eine gegen die Rtchtigkeit, der andere gegen dte Schönheit der Sprache. Den Schönheitsfehler — das papierene „derselbe" statt „er" — wollen wir heute nicht besonders hervorheben, wohl aber die falsche Umstellung des Satz- gegenstaudes nach »und" — „Inversion" Mnnen's die Gram- mattter. Im deutichen Aussagesatz Hal das Aussagewort (Prä- dtkat) stets die zweite Stelle inne, denn es gibt dem Satzgegen- stand, der die erste Stelle emzunehmen hat, erst Leben: „Der Lehrer lobt den schuler. Soll das Aussagewort vorangestellt etwa betont werden, so muß „es" als Vertreter des Satzgegenstandes davorgesetzt werden: „Es lobt der Lehrer den Schüler " Beim Fragesatze aber steht das iAussagetvort, weil es den Hanpt- ton trügt, stets an erster Stelle: „Lobt der Lehrer den Schüler?" Ebenso steht es vor dem Satzgegenstand, wenn ein Umstandswort oder das Ochekt den Satz beginnt: „Gestern lobte der Lehrer . . .; den guten Schüler lobt der Lehrer", — und in dem Hauptsätze, der auf einen Nebensatz folgt: „Wenn er feinen Fleiß merkt, lobt der Lehrer . . .". Das sind ganz einfache, über auch unumstößliche Regeln des deutschen Satzbaues', gegen dte aber ttod). immer und allenthalben gesündigt wird, ioeil man meint, unser „und" könne die Bedeutung „und daher" o ä haben, was aber nicht der,Fall ist. Einige Beispiele: 1. Der Dieb ist durch das- Fenster eingesticgen und hat derselbe sich dabei einer Strickleiter bedient. 2. Der Prinz ist gestern hier ein- petrosfen und fand auf der Straße trotz der Dunkelheit lerne begeisterte Kundgebung statt. 3. Die Majestäten trafen zur Eröffnungsfeier Punkt 12 Uhr aus dem Festplatz ein und läutete^ alle Glocken. 4. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragö und lautete das Urteil auf ein Jahr Zuchthaus. 5. Der Salmen- fang ist in den letzten, Tagen sehr ergiebig gewesen und wurde gestern wieder eine große Aitzahl derfelbett (!) zum Verkauf gebracht. 6. Die Pferoe (!)chaben sich um 4 Uhr auf dem Sammelplatz einzufinden und hat der Besitzer die Ankunft seines Pferdes bei Herrn N. N. anznuteldenl. 7. Wir haben Ihre Bestellung erhalten und wird dieselbe bestens effektuiert (!) werden. 8. Den Vorsitzende eröffnete die Versammlung ,und wurde das Protokoll, verlesen. 9. Der Vorsitzende schloß die Versammlung und forderte sodann Bürgermeister Z. (was hier nicht etwa Wenfall ist, wiel man meinen sollte, sondern Werfall!) zum Verlassen des Saales auf. 10. Für ein größeres Gut wird ein Hirt gesucht. Der Mann muß verheiratet sein und muß die Fran mit melken/ 11. Der Schwerverletzte wurde nach Hause gebracht und schwebte sein Leben lang in Gefahr. 12. Von Dienstag auf Mittwoch hält das Regiment eine größere Nachtübung ab. Mittwoch erhält dasselbe (!) feldmäßige Verpflegung und wird auf dem Geländej geschlachtet nud abgekocht (in Deutschland, .nicht etwa in Afrika!). Dieses letzte Beispiel — matt könnte Hunderte zusammenstellen — zeigt so recht deutlich, wohin dieser Fehler führen kaitn. Aber das liebet ist leider sehr weit verbreitet, selbst üt Erlassen und Dankschreiben u. bergt, aus der kaiserlichen Kanzlei ist die Umstellung immer wieder zu finden; und jedesmal, wenn der Reichstag einberufen wird, laufen beim Sprachverein Klagen und Bitten ein, unter Hinweis auf den Fehler in dieser Verordnung! gegen das Hebet neuerdings anzukämpfen. , Sie tautet ja immer noch: „Der Reichstag wird berufen, am .... in Berlin zu- sammenzutreten, und beauftragen Wir den Reichskanzler mit den zu diesem Zwecke nötigen Vorbereitungen." — Schriftsteller, die sorgsam auf ihren Stil achten, vermeiden diese Umstellung oder Inversion, besonders weil sie so häufig zu lächerlichen oder häßlichen Verdrehungen des Sinnes iührt; bei Lessing z. B. ist sie überhaupt nicht zu finden. Was klingt besser: „Wir haben Ihre Bestellung erhalten und tvird dieselbe bestens effek- tuiert werden" — ober: „Wir haben Ihre Bestellung erhalte!» und werden sie bestens ausführen"? (Man beachte die Vermeidung des überflüssigen Fremdwortes und des abscheulichen „dieselbe"!). — Dem jungen Mädchen, das der Freundin mit- teilt: „Ich habe meine erste Balleinladung erhalten uird ist meine Freude über dieselbe lehr groß", kaitn man nur den Rütl wiederholen, den der junge Goethe seiner Schwester Kornelie gab/ wenn sie in ihren Briefen eine Neigung zur Umstellung ver-i riet: „Streiche das „und", setze davor einen Punkt und beginne! einen neuen Satz!" Also: „Ich habe meine erste Balleinladung erhalten. Meine Freude darüber ist sehr groß." Wenn jeder diese Vorsicht gebrauchte, dann wurden alle diese undeutschan Fügungen glücklich vermieden und — die armen Soldaten des xten Regiments wären weder geschlachtet noch abgekocht Worben, HumoriMches. * I m Di l e t t a n t e n k v n ze r t. „. . . Warum sinb Sie denn nicht erbost über den schlechten Gesang bieses Herrn?" — „Ich . . . ich sing' nachher auch was . . ." * I m Literatencafch „Was ist bte Vorbedinguug für die Aufnahme in Ihren Modernen Literaturkalender?" — „'Dreimalige erfolglose Pfändung." * De r Optimist. „Haben Sie sich die Nummer von dem Auto, das Sie überfahren hat, gemerkt?" — „Jawohl." — „Na, und was haben Sie denn da getan?" — „Ich hab' sie in die Lotterie gesetzt." * T r e ffeu d. Zwei Geschäftsleute hatten einen Handel miteinander abgeschlossen, als ber eine noch zwei kleine Punkte einzuschalten forderte, worauf sich der andere nicht einlassen wollte. Die Sache kam zum Prozeß. Als ein Witzbold von dem Rechtsstreit hörte, sagte er: „Wenn auf den Handel noch zwei Punkte! kommen, wird immer „Händel" daraus." Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Versteckrätsets in voriger Nummer: Wer befehlen iv i l!, muß gehorchen lernen. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießen.