Samstag den Zebruar |9(0 — Nr. 28 M IM- Droesigl. Roman von Georg Freiherrn von OmPtedä. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die Herren sprachen nur von Herrn Droesigl. Als sie im Gänsemarsch durch das große Schweigen des Somnrer- Spatnachmittags schritten, klang es vorne, hinten, in der Mitte, gleichsam ein Zwiegespräch von Meinungen: ।— Tadelloser Kerl. — Wie kann man mrr Droesigl heißen. — Na, meine Herren, hieße er Herr von Droesigl, würden Sie nichts am Namen finden. — Er soll ja kolossale Lappen haben. — Die kleine Kölln ist gar nicht bunrnt gewesen. — O bitte, Lindenbachs sagen, es ivärc reine Neigung! r— Wo hat er denn wohl gedient? Irgendwo am Rhein. Er ist ja Rheinländer. -— Kavallerie? . . -— Sicher, bei so viel Geld! tlnd er reitet großartig. Der alte Kölln hat gesagt: „Der bringt jeden Verbrecher über den Kanal!" Von ganz hinten ließ sich eine Stimme vernehmen: — Die Lappen können auch mal futsch sein. Er jent blödsinnig.^ {am (>r tol)^ Sltm alten Kölln? Niemand vermochte es zii sagen. Vorn war ein Volk ■ Rebhühner aufgegangen, das brachte sie auf Jagdanssichten, und hinten hatte einer etwas vonr Reichstag gesagt, da ging D-ie Politik los. Ludwig saß noch immer auf der Terrasse. Der Graf hatte sich noch nie längere Zeit mit ihm allein unterhalten. Nun sand er seiner Mutter Behauptung bestätigt, wie allgemein unterrichtet Ludwig Droesigl sei. Aber Graf Liudeüöach, bei jahrelanger Kränklichkeit durch Leseir überein erhebliches Wissen verfügend, fand doch heraus, daß in Ludwig Droesigls Kenntnissen sich Lücken befanden. Und er unterhielt sich iin Stillen über die leise Eitelkeit, mit der der neue Schloßherr von Kölln, um sich keine Bloße zu geben, geschickt auf ein Thema überging, das ihnr besser lag. Inzwischen kamen die Damen wieder zusammen. Agathe zeigte ihrem Mann die Uhr. Sie fand, es sei für einen ersten Besuch lange genug. Doch Ludwig meinte, ehe Die Herren vom Spaziergang zurück kämen, konnten )te unmöglich aufbrechen. , , ,, Die Sonne stand schon tief, die alten Bannte verdeckten ihre Strahlen, so wurde die große Marquise aufgezogen, und würzig flutete die Luft ans dem Garten herauf. ■ Gräfin Lindenbach erzählte Agathe von Paijch, die bis zu ihrer Hochzeit mit der Prinzess in in der Welt umher- fuhr. Sie fand es nicht passend für' eine Braut, whne ihren Bräutigam in Wiesbaden oder sonstwo zu tanzen. Und die Hochzeit würde doch nach der Eltern Regnier Wunsch gar erst im Novenrber 'stattfiirden r — Wir haben Pauline eingeladen, aber sie kommt nicht. Mit Baly herumflitzen, das paßt ihr. Wenn wenigstens Ernst dabet wäre. Aber der sitzt in Haddensen! Der lange Regnier ist ein braver Mensch, ich verstehe nur nicht, was er au Pauline findet. So ein Allerweltsding ! Wer allen Herren gefällt, den heiratet man nicht. Da ist ferne Schwester freilich anders. ,c v Und sie suchte das Mädchen, wit dem Lstdwig sich ebe'u unterhielt, intt den Auaeir. ?Äs ihre Blicke zufällig sich trafen, spitzte die alte Dame den Mund, als schicke sie ihr int Scherz einen Kuß hinüber. Die Somre schien bereits blutrot durch die Zweige, da hörte man Stimmen im Park. Ludwig verabschiedete sich bei den Damen. Jeder machte er irgend eine Redensart, die sie erfreute, ebenso hatte er für jeden Herren ein treffendes. Wort. . „ ,, , .. Die alte Gräfin gab Droesigls das Geleit, ne sagw etwas von „zum Wend essen dableiben", aber Agathe prach von den drei Stunden Rückweg. Als nun des Grafen Tiefenau und der jungen Gräfin Rsguier große Gehalten in der Tür erschieiren, sagte Ludwig, und es klang nicht ganz so feinfühlend, wie bisher alles indenl er auf seine ungarischen Jucker wies: . . — Gnädigste Gräfin, mit denen fahren wir keme drei Stunden! ~ Der Wagen rollte davon. Sie kamen am Teich vorüber, dessen Ufer grün wären vor Schinutz lind mit unzähligen Entenspuren" wie mit Dreizacken bedeckt. , Die Leute vor den Häusern im Dorf grüßten. Es ging weiter und weiter. o Agathe schwieg, noch unter dem Banne de» Abschiede» von der Tante. Der letzte rote Schein am Himmel war erloschen, es wurde grau über den Feldern, feine Nebel schwebten. Agathe fragte: — Ist das nicht schön? Der schwarze Wald gegen den Himmel? Und wie das Lupinenfeld immer noch leuchtet! Ludwig schien zerstreut. Da schioieg sie, feinfühlig, und überließ ihn seinen Gedanken. Er fragte plötzlich: rt£ — Was ist Gräfin Tiefenau eigentlich für eine Geborene ? Dann war er wieder still, bis er erzählte, er habe mit jenem dies, mit diesem jenes gesprochen. Alle seien sehr liebenswürdig qetvesen. Alle hatten ihm gefallen, als ob er in ihnen sich gefiele. Er sprach voir den einzelnen Gütern, er schien genau iinterrichtet, und wo er schwankte, mußte ihm Agathe helfen. Er rieb sich die Hände und meinte mit einem Mal laut vor sich hinr — Es wird schon werden! — Wie meinst du? 110 Er erschrak beinahe: — Ich meine nur, wir werden uns unser Leben schon »Nachen. Ach Kind, ich bin ja so glücklich mit dir . . . Er legte mechanisch den Arm um sie und blickte in die Finsternis hinaus. Agathe lehnte sich an die Schulter ihres Mannes. Und nun in der Dunkelheit erzählte sie Don einem Gespräch, das sie mit der Tante gehabt. Die unerfahrene junge Frau hatte ihr allerlei Seltsames in ihrem Befinden gestanden, und lächelnd hatte die alte Dame die Rätsel zu lösen gewußt. Droesigl umschlang tief ernst seine junge Frau, und der Gedanke an einen Sohn — denn an ein Mädchen dachte er nicht — erschien ihm Erfüllung seiner stolzesten Wünsche. Er dankte Agathe wie für etwas Unsägliches, das sie ihm geschenkt. Sie hörte voller Glück seine Worte, so lieb, wie er noch nie solche für sie gefunden. Und müde von der langen Fahrt an dem heißen Tage, müde von den Gesprächen, müde vielleicht schon ein wenig wegen des Zustandes, in dem sie sich befand, fielen ihr die Augen zu. Bald vernahm er an ferner Brust ihre gleichmäßigen Atemzuge. Wie er dieses liebe, weiche Geschöpf an seiner Seite ühlte, das all seine ehrgeizigen Pläne zu erfüllen bestimmt schien, empfand er eine stärkere Regung für sie als • e bisher. Alles Absichtliche, das ihn zu ihr geführt, er» !osch, nur Dankbarkeit blieb in seinem Herzen und — Liebe. Nicht jene abgründige tiefster Naturen, nicht jene heiße junger, leidenschaftlicher Menschen, sondern jene hohe Achtung, die Manrr und Frau oft fester aneinander kettet als lohende Leidenschaft. * ’yc und mehr einem Vater. Sie fühlte, daß manches in seinem Leben doch ein giijg zügellos gewesen, und die Liebe und Bewunderung ihn erlitt in dieser Zeit einen kleinen Stoß. Urn so er zog es sie zu Ludwig. Wie er ihr erzählte von Ländern, die er bereist, begann sie mek mit seinen Augen gut sehen. Er sprach von s Ms Baseler Legende hatte der alte Herr ja selbst! zerstört. Nun trat an ihre Stelle Bewunderung für bie Leistung Durch Agathens Zustand waren alle Gedanken an vorzeitige Geselligkeit gewissermaßen von der Natur selbst ab- geschnitten. Jetzt mürbe auch Ludwigs Plan aufgeschoben, in den beiden Nachbargarnisonen bei dem Kavallerie-Regiment und der Artillerie-Abteilung Karten abzugeben. Nur den allernächsten Nachbarn machten sie Besuch. Den Damen hatte Agathe ungebeutet, daß ein Erbe in Aussicht stehe und gebeten, es den entfernter wohnenden als Grund mitzuteilen, warum Droesigls dieses Jahr noch nicht erschienen wären. Mlmählich ward nun alles unternommen, was Ludwig der Pietät halber nicht gleich tun zu können meinte*. Agathe unterstützte die Aenoerungen, denn sie sah, welche Freude es ihrem Manne machte, überall zu verbessern. Sie wollte ihn tätig wissen; eoen das gefiel ihr an ihm*. W und zu reiste er nach Plauen wegen seiner Fabrik. Kein Mensch in der Gegend erfuhr etwas davon. Dann tonnte die junge Frau die Zeit nicht erwarten, bis er wiederkehrte. Die Tage, wo er abwesend war, verließ sie nicht das Schloß. Sie fürchtete sich draußen, denn überall im Park waren Arbeiter beschäftigt die Gräben zu reinigen, die Mauern wieder aufzubauen, die umgestürzten Figuren instand zu setzen. Währenddessen ging Agathe daran, die Wäscheschränke durchzusehen und nut den Mädchen die Bibliothek in ihres Vaters Zimmer in Ordnung ui bringen. Außer den Renn- ralendern, dem Hubertus, dem Weidmann, den Jäger-, Jagd- und Stallschriften fand sie nur eine unglaubliche Menge von seltsamen Büchern mit „Akten", wie sie jetzt richtig sagte. Sie begriff nicht, daß ihr Vater derartiges aufgespeichert, und schämte sich vor den Mädchen, die ihr manches mit verstohlenem Lächeln gebracht. So ließ sie den Rest der Bibliothek, bis Ludwig zurückkam. Der sagte nur: „Laß mich das machen!" Dann geschah' eines Tages ein Eingriff, den sie in ihrer ersten Zert vielleicht schmerzlich empfunoen hätte: fast die ganze Bibliothek ward geleert. Agathe verlor kein Wort. Ihr schien, als sei damit Ktwas das Andenken ihres Vaters Beschmutzendes ans dem Hans entfernt morden. des alten Mannes, bem es gelungen, sich vom einfachen Arbeiter in höchste Höhe zu schwingen. Sie hatten lange vom Geheimrat nichts gehört. Briefe schreiben war nicht seine Sache. Da faßte sich Agathe ein Herz, und als der Arzt die Gewißheit ihres Zustandes bestätigte, teilte sie es ihrem Schwiegervater mit. Sie: dachte dabei an das, was ihr Ludwig, geraten und schrieb^ statt eines laugen Herzensergusses einen knappen, klaren Brief. Die Antwort auf Geschästspapier mit der Schreibmaschine geschrieben, schloß: Es wird mich stets sehr freuen, von dir etwas zst hören. Ohne mehr für heute Dein Vater Droesigl. Jetzt schrieb Agathe ihrem Schwiegervater ab und zu. Sie nannte das Ludwig gegenüber einen Stimmungsbericht. Und jedesmal bekam sie mit Schreibmaschine, auf Firma? Papier, eine Antwort. Eines Tages wagte sie die Anfrage, ob der alte Herr denn rijcht einmal nach Kölln kommen wollte. Ludwig behauptete, sein Vater mürbe sich hier nicht wohl fühlen; er hätte auch viel zu viel zu tun. Agathens feiner Sinn fühlte irgend eine Unstiunuig- keit heraus. Sie schickte den Brief nicht ab. * Die Hochzeit Paulineus fand nicht in so kleinem Kreise statt wie bie Agathens, denn wenn der alte Gras Regnier schon Geld springen ließ, so wollte er wenigstens etwas davon haben. Er fühlte stets das Bedürfnis, seinen Witz an den Mann zu bringen, und nicht zum wenigsten, das viele blinkende Blechzeug da an der linken Brust spazieren zu tragen. Seit Wochen war er nur mit der Liste der Eingeladenen und mit der Speisenfolge beschäftigt. Ein paar Tage vor der Hochzeit traf er Ludwig in Berlin auf der Leipziger Straße. Er ging ein Stärk mit ihm, schimpfte über alle Berliner Köche und Hoteliers und zahlte eine Anzahl von Speisen auf, die jene Berliner Ochsen nicht hätten machen können: eilt Smyrnaer Hammelragout, eine indische Rersart, etwas Südamerikauisches, dein zu Ehren er sofort eine Minute lang spanisch sprach, kurz lauter Nationalgerichte, die zur guten französischen Küche nicht gehörten. Da er nun noch etwas ganz Absonderliches haben wollte, nannte ihm Ludwig ein paar verrückte Namen, dis er irgendwo aus seinen Reisen aufgeschnappt. Darüber war der kleine bewegliche Gras so erfreut, daß er sofort Herrn Droesigl in sein Hotel begleitete, um sich alles aufzu- schreiben. Im Hotel Bristol Unter den Linden hatte er eine abgeschlossene Wohnung im ersten Stock, Zimmer, wo eigentlich nur Fürstlichkeiten oder amerikanische Milliardäre untergebracht wurden. Da gab es einen Salon, ein Speisezimmer, ein Rauchzimmer, zwei Schlafzimmer mit Bädern, und eine Kammer für die Jungfer. Agathe, gewohnt, sich selbst anzuziehen, hatte keine mitbringen wollen, aber das hielt Ludwig für unerläßlich. Die beiden Herren blieben eine Stunde sitzen, und Ludwig gab sich alle Mühe, sein Hirn zu zermartern, ja, er erfand sogar Dinge, die es gar nicht gab, nur um Gras Regnier zu unterhalten. Als dieser dann ging und Unter den Linden der alten Exzellenz von Dinckow begegnete, behauptete er,, es gäbe in ganz Berlin nur einen einzigen Menschen, mit dem man sich wirklich unterhalten könne: Herrn Droesigl. Die Exzellenz fragte: — Wer ist denn dieser Deusiel? Bitte, Droesigl. — So, so, habe den Namen nie gehört. — Der anständigste Kerl in Berlin. Von bem! sollten unsere Leute, die den Kopf nicht rausgesteckt haben, mal was lernen. Es ist so recht ein Zeichen für unsere kleinlichen 'Verhältnisse, daß man so'n Mann nicht kennt. In England wäre der selbstverständlich in der besten Gesellschaft. An der Ecke der Friedrichstraße trennten sie sich. Der Graf mußte weiter, den Koch zu entdecken, der Ludwig Droesigls selbsterfundene Rezepte ausführen Wune. (Fortsetzung folgt.) 111 Andreas Hofers Cod. Mil 20. Februar jährt sich zum hundertsten Male der Tag, an denk AndeaS Hofer, der F-ühter in dem Tiroler Befrei,mgskanipfv, der hetzte grosse Volksheld, aus der Bastei an der Porta Ceresa zu Mantua standrechtlich erschossen wurde. Nach dem schmählichen! Verrat und der brutalen Gefangennahme tote er nach Bozen gebracht Worden, wo er besser beharchelt wurde; dann brachte man ihn mit seinem getreuen Famulus Sweth, dem ivvrkeren „Tönninger", rrach der Festung Mantua; Er sollte nicht auf hei- mischem Boden sein Mut vergießen dürfen, wie er sich so sehn- lich gewünscht. Seine Freunde dachten noch an Rettung. Sie Hatten schon erwirft, daß Hofers Fran und sein Knabe, die mit ihm ergriffen worden io-aren, in die Heimat zurückgeschickt wurden. Mer über Hofers Schicksal selbst Hatte der französische Oberbefehls- Hab>er General Baraguay keine Macht; über sein Leben konnte Napoleon allein entscheiden. Man suchte die Vermittelung des Kaisers Franz zu erlangen, dessen Tochter Marie Luis« gerade in diesen Tagen die Braut des Frarrzvsenkaisers iv-urde; an' Metternich ging eine rührend herzliche naive Bittschrift ab; aber nicksts rührte sich am Wiener Hof. Der Vizekönig Eugen Beau- Harnais, der die llcberführung Hofers nach Mantua angeordnct Hatte,, empfing den ersten ausführlichen Rapport. Als er ihn an seinen kaiserlichen Stiefvater Iveitergab, ergriff er das Wort M gnnsten des Sandwirts: er habe in Tirol eine bedeutsame Rolle gespielt, der Schein verurteilte ihn; cs sei jedoch gewiße daß er überall, ict) er sich Gehorsam verschaffen konnte, viel Menschenfreundlichkeit gezeigt, viel Unordnung und Unglück ver- Mtet habe. Doch Äla,Poleon war solch menschenfreundlichen Rv- gunge-l nicht zugänglich; rasch und präzis traf er seine Anord- Mingen. Nachdem er zunächst dem Vizekönig den Befehl gegeben Hatte, Hofer nach Vincennes zu bringen, iw die Hinrichtungj des Herzogs von Enghien noch die Schatten einer grausigen Erinnerung heraufbeschwor, sandte er rasch eine andere Anordnung! wach, die den Ganxr der Exekution noch verkürzen sollte. „Da Hofer nun einmal in Mantua ist," heißt es in der Ordrö vvmi 11. Februar, „so geben Sie Befehl, eine Kriegskommission zu seiner Verurteilung zu bilden und ihn an Ort und Stelle erschießen zu lassen; all das' soll binnen 24 Stunden erledigt sein." Damit tote das Urteil gesprochen; was sich in Mantua noch ab- spie'lte, tote nur ein grausamer Formelkram. Hofer hatte unter- Dessen mit seinem Begleiter Töninger in dem gleichen Kerker- raum ein einförmiges Gesangenenleben geführt, das nur hier, And da durch ein Verhör unterbrochen wurde. Tie so länge, treu .im Herzen bewahrte Hoffnung auf die Hilfe seines Kaisers und Oesterreichs hatte ev nun aufgegeben; gefaßt und ruhig sah er dem Tode ins Auge. Es wird erzählt, daß er während des Trans- ipvrts von Bozen nach Mantua bei einer nächtlichen Feuersbrunst in Ala seinen Wachen leicht hätte entschlüpfen können ; aber, er half bei den Löscharbeitcn getreulich mit; er dachte für sich selbst nicht mehr an Rettung. Für andere Unglückliche aber sprach er auch jetzt iwch, suchte ihnen zu helfen und sie durch seine Aussage zu entlasten. Am 17. Februar kehrte Vizekönig Eugen Ms Paris nach Italien zurück; er gab sofort Napoleons Befehl Nach Mantua weiter, und am 19. trat das' Militärgericht zusammen, das da richten sollte „über Hofer, genannt Barbon«, 5 Schuh 8 Zoll groß, von ländlich rundem Gesicht, rötlicher und befleckter Gesichtsfarbe, offener Stirn, schwärzen Augen und langem schwarzem Bart". Tie Verhandlung nahm rasch ihren Fortgang; der Vorsitzende drängte mit sichtlicher Eile zum Schluß. Hofer toteben die Ketten abgenvmMen und er sowohl wie der ihm bestellte Verteidiger, der redegewandte Advokat Bassevi, durften! sich äußern. Nachdem sie erklärt hatten, daß sie dem, !vas sie gesagt, nichts mehr beizusügen hätten, wurde dann in geheimer Sitzung das Urteil gefällt, wonach der Angeklagte einstimmig für schuldig erklärt wurde, „nach der durch die Proklamation vom 12. Weinmonat bewilligten! Begnadigung als Anfiihrer die Waffen ergriffen und die Tiroler zum Aufstand gereizt zu haben" chnd HM 27. Januar in einem Stall mit einem Paar Pistolen und einem Segen ««getroffen worden zu sein, obgleich der Befehl vom 12. Weinmonat die Ablieferung der Waffen binnen fünf Tagen befohlen. In einer zweiten Abstimmung wurde dann die Todesstrafe ausgesprochen. In der Nacht zuur 20. traf Hofer seine letzten Anordnungen, die er in einer an seinen Freund Pühler gerichteten Verfügung niederlegte: „Liebster Herr Bruder! Ter göttliche Will« ist cs gewesen, daß ich hab müssen hier in Mantua Iroein Zeitliches mit dem Ewigen verwechseln. Aber Gott sei 'Tank um seine göttliche Gnade. Mir ist es so leicht vorgekvmmen, äls toten« ich zu etwas anderem ausgeführt würde. Gott wird Mir auch.die Gnade verleihen bis zum letzten. Augenblick, damit ich dahin kommen lärm, wo sich meine Seele mit allen Aus- terwählten ewig erfreuen wird, wo ich auch für alle bitten werde, besonders für die ich am meisten .zu bitten schuldig bi«. Ml« guten Freunde und Bekannten sollen auch bitten.für .mich und imir ans beit heißen Flammen helfen, wenn ich noch etwa in dem Fegfeuer büßen muß. Tie Wttesdiensts soll die liebste, mein Wirtin zu St. Martin beinr rvsenfarbenen Blut halten lassen Und bitten in beiden Pfarren. Ten Freunden ist Suppe und Fleisch zu gehen beim untern Wirt nebst einer Wein (beim Tötens tvunk). Das Geld, das ich bei mir gehabt habe, habe ich den Armen ausgeteilt. Jin übrigen raste ab mit den Leuten so rödl (redlich) als du kaniist, daß ich nicht zu büßen brauche. Bo« der Welt lebt alle wohl, bis wir im Himmel zusam'men'komntent Liebster Bruder, geh mir hinein und zeig die Sack) dem unter!«! Wert au. Er wird schon Anstalt machen, und mach es sonst niemand kündbar. Alle Passeirer und Bekannten sollen mir eingedenk sein im heiligen Gebet. Liebster Herr Bruder! sag zu der Wirtin, sie soll sich nicht so bekümmern, ich werde bitten füst sie bei Gott und für alle. Adie du schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, daß mir nicht einmal die Anteil naß Iverden. Geschrieben nm 5 Uhr in der Früh, und um 9 Uhr reis ich mit Hilf aller Heiligen zu Gott. Dein int Leben geliebter Andre Hofer am Sand. Int Namen des Herrn will ich die Reise vornehmen." Um 11 Uhr fand die Hinrichtung statt. Der Sandwirt — so schildert der Historiker von Tirols Erhebung, Josef Hirn, den später durch mancherlei Zudichtnngen entstellten! Vorgang — betrat festen Schrittes, geleitet von einem Grenadier-, bataiklon, die Bastei, ein Kruzifix in den Händen. Eine Augenp binde wies er zurück, stehend- gab er selbst das Kvmmandowort, tote auf zwölf schlecht gezielte Schüsse ihn zu Boden warfen!, ein dreizehnter Gnadenschuß aus unmittelbarer Nähe ihm das Leben nahm. „Voll Trost und Erbauung," so notierte der ihm beistehende Beichtvater, „bewunderte ich einen Mann, der als christlicher Held zum Tode ging und ihn als unerschrockener Märtcher erlitt." 3m 20. Jahrhundert? Ein Streifzug durch einen Vol'iskalender. Von K. Bartsch, Plauen i. B. Vor mir stiegt ein Vvlkskalender vom Jahre 1909. TW Kalender war einst fast das einzige Buch, das von der breiten! Schicht der Bevölkerung gelesen wurde, und heute noch fehlt wohl selten ein Kalender im Hause. Vollskalender heißt der, der vor mir, liegt, und ist sicher für das Volk, für die breite Masse: zngeschnftten und dem Bedürfnisse des „Volkes" angepaßt ist bezug auf seinen Inhalt. Studiert man ihn, so wird man erfahren, was bei denr kaufenden Publikum auf Interesse rechnen! darf. T-er Inhalt ist mit einigen Worten gekennzeichnet: Kw- lendarium mit Wetter tafeln und Jahrmarksangaben, drei kurz« Erzählungen, Witze und viel, viel Anzeigen. Tiefe Anzeigew werfen ein merkwürdiges Licht auf den Kulturzustand unserem Volkes. Ich beginne mit den Anzeigen praktischer Gegenj- stände. Es werden empfohlen: Jagdkarabiner uttd Fahrräder!, Harmonikas, Zithern, Trehorgeln, Geigen, Phonographen, Rasier? messer, Tudelsäcke, Stahlwaren, Seife, alles brauchbare Gegcn- Wnde. Tiefe Anzeigen sind die harmlosesten, wenn ich auch niemandem den Rat geben würde, eine solche augepriesene TascheNl- uhr für 2,50 Mk. oder echt goldene Ringe für 0,70 Mk. zu kaufen oder per Nachnahme schicken zu lassen. Weniger harmlos sind schon hie Anzeigen, die Heilmittel anpreisen. So heißt es z. B. t „Fort mit den Augengläsern, die beste Methode ist Massage ber Augen", oder „Gicht und Rheumatismus verschwindet schon nach wenigen Stunden", oder „Gegen Trunksucht das einzige Mittel — Preis 8,80 Mk.", ober „Lebensessenz, hilft gegen Lungeiv- und Halskrankheiten, heilt Leber, Magen, Gedärme, goldene Ader und Hämorrhoiden, führt ab, reinigt Nieren, benimmt HypochondriÄ und Melancholie, stärkt Appetit und Verdauung, dient vortrefflich bei Zahnschmerz und hohlen Zähnen, ist ein gutes Mittel gegen; Würmer, Bandwürmer und Gulepsie, ist ein gutes Mittel gegen alle äußerlichen Krankheiten, wie Wunden, Narben, Rotlauf, Hitzblattern, Fistel, Warzen, Brandwunden, erfrorene Glieder, Krätze, Müde, Ausschläge, rauhe Haut, nimmt Kopfschmerz, Reißen, Gicht und Ohrenschmerzen." Preis: 6 Tvppelflaschen 5 Mk. unverzollt (das Hättet kommt aus dem Auslande). In dieser Tonart werde« Tntzende von Heilmitteln augebvten. Und sicher toerben sie gekauft, denn sonst verlohnte es sich ja .nicht, sie anzupreifen. TeM Arzte ja kein Vertrauen schenken, lieber selbst kurieren und die Leiden verschlimmern. Solche Attpreisungen sind verderblich, tragest aber dem Volkse mpsinden Rechnung. Eitt «och viel trüberes Licht wirft eine dritte Art von Anzeigen auf die Kulturentwickelung des Volkes. Ich denke, so schreibt der Verfasser in der Volksbildung, der Zeitschrift der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, an die Astzeigenh die sich an den Aberglauben weichen. Jhlrer sind viele, z. B. „Tie gemeinten Liebesmächte, ein wunderbar hervorragendes, sehr seltenes Lehrbuch der geheimnisvollen Künste", oder „Sechstes und Siebentes Buch Mvsis, magisch-sympathischer Hausschatz nach uralten Handschriften", „Achtes und Neuntes «Buch Mvsis, diü geheimen Enthüllungen über die Zauberei und Hexerei und nmg- netitocn Wunderftäste". Tas genügt aber noch nicht. Zu diesen Büchern gesellt sich «och das „Zehnte imb Elfte Buch Mvsis, es enthält allerhand Heilmittel, dazu Zaubermittel zur Erlangung! wunderwirkender Strafte, Reichtum und Macht." Wer sich üben „Liebe und Che", „Menschensystem", „Häusliches Glück", „Künste jungen Männern zu gefallen", „Spiritismus" unterrichte« will, findet genug geeignete Lehrbücher genannt. Wer in der Lotterie! gewinnen will, bestelle sich für 3,40 Mk. das Werk „Wie gewinnt! man in der Lotterie, die geheimnisvollen Gesetze des Zufalles und die Magie der Zahlen, aiigeweudet auf das Spiel in der Lotterie, herausgegeben Vv« Tr. . . ." Die besten Bücher vpw allen sind jedoch das „Buch Jtezira" und „Salouwuis wunder- 112 bares Buch der wahren Tchwarzm Kunst". Tas Buch Jezüra ist „Das graste Buch aus ältesten kabbalistischen Urkunden". Es enthält: 1. Das wahrhaftige heilige Christvphgebet, 2. Zwmrg deS (---?—) Stlbiruth, 3. Zwei Zauberformeln, 4. Damelis Hasaru- Spiritus Fainiliaris 1730, 5. Eouelavis Roinaniss die krastigste Geistkunde, 6. Tie allerheiligste Beschwörung MvsiS, 7. und 8 Der goldene Habermann, 9. Habermann anno 1401, 10 uns, 11. Das Geheimnis der heil. Gertrndis, 12. Neuntagrges Gebet, 13. Tagelöhners Gebet, 14. Zettelchen gegen dm Hagel, 15. Ter heiligen Corona Schatzgebet, 16. Wie man emeu Schatz heben Wil, 17. T-as Geheimnis zur Erlangung zeitlicher Schatze, 18 W Be- schwörnng der heiligen G-rtrudis, 19. Daß durch einen Geist alle Tinge geofienbarct werden, 20. Arranum Expertente praetwium, 21. Johannes Kornreutheri, 22. Unterricht tont Gebrauch des Erdspiegels 1658, 23. Doctaris Johannis Faustr, 24. Entdeckte höhere Kenntnis des Geheimnisses, 25. Tie Salomonische Kmh- iuratwn, 26. Claviculae Salomonis, 27. Cabula,scher Schlussel, 28 Jesu Christi, 29. Himmelskönigin Maria, 30. Englisches Glücksgebet 1509, 31. Der magnetische Metallspiegel, 32 Be- reitung des Steins der Weisen, 33. Pins Quintus, 34. Ter Seelen Ruf, 35. Ter gerechte Kornreutrer, 36. Der goldene Brunn, 37. Das alte Colomanns-Büchlein, 38. Auserlesene Schatzschlülsel der heil. Acbtissril Gertrudis, Cölln 1502, 39. Magische, Astrologische, Geometrische und Chemische Weisheit, 40. Tas Buch Jtzzira, Preis 25 Mark, Nachnahme 30 Pfg. mehr. Salamonis Schwarze s Knust ist billiger, schon für 3,20 Mk. in«. Porto zu habe:, unb enthält den Schlüssel zur GeisteswÄt, den Stein der Weiten, Zauberkräfte der Wünschelrute, sowie die Ktutst, Gestohlenes wieder zti erlangen, im Spiel der Lotterie zu gewinnen, und es verrät Talismane znnr Siege in Kampf und Streit und zum Festmachen gegen Verwundung aller 9(rt. — Ein Streifzug durch den Bolls- kalender! Wieviel gibt es da noch zu hüt, Licht anzuzünden in den dunklen Köpfen unserer breiten Masse. von der Cypresse. Wer in der winterlichen Jahreszeit den gut gepflegten Friedhof einer Stadt durchwandert, dem fällt der ewig grüne, schlanke Baum auf, der die Gräber der Verstorbenen schmückt unb beschattet. Es ist dies der gemeine Lebeusbamn (Thuja occideutalis), der aus Nordamerika stammt unb seit dem 16. Jahrhundert bei uns heimisch geworden ist, und welcher sich in vielen Varietäten als Zierbaum in unseren Anlagen und Parks und als Gräber- pslanze auf unseren Friedhöfen findet. Meistens wird dieser Baum für identisch gehalten mit der Chpresse (Cupressns sempervirens), die aber in unserem Klima nicht verkommt, die selbst in Italien nicht recht gedeiht und dort keineswegs die Majestät erreicht, wie im Orient. Der Lebensbaum ersetzt in unserem Klima die Chpresse. Wie heute der Lebensbaum auf unseren Friedhöfen prangt, so ist auch die Chpresse den orientalischen Völkern ein heiliger Baum. Von ihrer Urheimat, dem Indus, wanderte die Chpreste mit deut iranischen Lichtdienste weiter nach Westen. Jtt der schlanken, vbeliskcnartigen zunt Hintmel aufstrebenden Gestalt des Baumes sah die Zenbreligion das Bild der heiligen Feuerflamme. Gleichzeitig mit bett ältesten Eroberungszügen der Assyrer und Babylonier war die Cypresse in die Lander der oramäisch-kauaanitifcheu Stämme auf den Libanon und auf die nach ihr 6dnannte Insel Cypern gelängt. Mit der religiösen Bedeutung verschmolz der technisch-praktische Wert, bat die Cypresse bei bett Phöniziern gewann und später durch das ganze griechische und römische Altertum behielt. Das harte, duftende Holz, das in der Flamme einen angenehmen Geruch verbreitet, galt für unvergänglich und für unzerstörbar. Zum Bau der phönizischen Handelsschiffe wurden die Cypressenbäume allen übrigen vorgezogen, und wie schon die Arche Noah ans Cypressenholz bestanden haben soll, so baute noch Alexander der Große feilte Euphratflotte aus diesem edlen Holze. Ebenso diente Cypressenholz zu den Särgen Verstorbener, denen es eine lange Dauer und Erhaltung versprach: besonders aber zu Bildern der Götter wurde gern duftendes, der Zeit und den Würmern tvidersteheudes Cypressenholz verwendet, wie matt sich auch das Zepter des Zeus ans diesem Holze bestehend dachte. Es ist daher natürlich, daß der religiös so hoch verehrte und technisch so nützliche Baum überallhin verbreitet wurde, wo das Klima sein Gedeihen nur ermöglichte. Da die Cypresse fein Fruchtbaunt ist, so wurden Schwätzer oft mit den fruchtlosen Cypresscn verglichen. Von Sizilien ist der Baum über Tarent ins Innere von Italien gelangt, wo er eine Zierde der Villen, der Parks und der Gräber wurde, und wo die Freude an der Schönheit des Baumes unb ber Nutzen des Chpresseuholzes ihm bald die weiteste Verbreitung verschafften. Int Zeitalter des Kaisers Augustus ist die Cypresse als Baum der Trauer, mit dessen Zweigen Leichenaltar und Scheiterhaufen besteckt wurden, und der gern in Gegensatz zum Genuß der heiteren Gegenwart gestellt wird, schon gewöhnlich und sehr verbreitet. Man Pflanzte den Baum auch bei der Geburt des Kindes, mit dem er als eilt Bild und Gleichnis emporwuchs, eine Sitte, die wir auch bis in die neueste Zeit hinein noch vielfach finden, und der Hebel in seinem „Schatzkästlein" so herzinnig gedenkt. G. Vermischter. * Aiis i>er Rontantik der Eh«scheidungen erzählt eine englische Zeitschrift allerlei seltsame. Fälle, in denen zwei Menschen, die aks liebende Gatten miteinander nicht zu lebest Vermochten, später doch nach übereinkamen, den mißglückten Herzeus- buud durch eine Verbindung rein geschäftlicher Art zu ersetzen. Als die Saharet sich von ihrem. Gatten, dem Impresario Jke Rose, scheiden ließ, schlossen die beiden vor dem Erlaß deS Scheidimgs- nrteils einen Kontrakt, worin Rose sich verpflichtete, int Falle der Bewilligung der Scheidung auch weiterhin die Geschäfte feiner; Frau zu führen, selbstverständlich gegen ein angemessenes Gehalt. Vor einigen Jahren ließ sich John C. Ptrtner, aus Daneville in Virginia von seiner Gattin scheiden, denn die. Erwählte entwickelte, in der Ehe ein so gewalttätiges und jähzorniges Temperaments, daß ein Zusammenleben unmöglich war. Dagegen war sie ehre ausgezeichnete Hausfrau und eine Meisterin der edlen Kochkunst. Niemand konnte diese guten Eigenschaften höher anerkennen als der geschiedene Gatte, der wenige Tage nach der Scheidung feiltet ehemaligen Fran den Vorschlag machte, als Haushälterin und Köchin tu seinen Dienst zu treten. Nach kurzem Bedenken willigte Mrs. Putuer ein, und als ihr Mann kurz darauf zürn' zweiten Mals heiratete, — diesmal eilte Fran von sanfterer Gemütsart, die aber dafür von der Knust des Kochens keine Ahnung hatte,bereitete sie dem jungen Paar das Hochzeitsmahl, und bei dein Hochzcitsessest konnte Mr. Putuer in einem Toaste sich rühmen, den bestorganisiep- te'it Haushalt Amerikas zu besitzen. Ein ähnliches Abkommen traf ein englisches Ehepaar ans Wales nach der Scheidung. Der Gatte schlug der ehemaligen Frau tot, als Haushälterin die Führung des Hausstandes zu übernehmen, nachdem sie seinen Antrag auf Wieder- verheirattmg abgekeliut hatte. Tie Frau nahm an, und seitdem' zerstört kein Zwist mehr den Frieden des Hauses. Auf die gleiche Weise sicherte sich ein anderer Engländer ans Laticashire big haushälterischen Talente seiner geschiedenen Frau. Der Zufall fügte es, daß die Haushälterin und Exgemahlin unerwartet zu einem ansehnlichen Vermögen kam, während zur gleichen Zeit ber Mann durch unglückliche Spekulationen feinen Reichtum plötzlich einbüßte. Er ahnte nichts von den veränderten Vermögensverhält- nissen seiner HaushälderiU uttb legts ihr eines Tages die neue Situation dar. Die Lösung war ziemlich einfach: nn-st engagierte die Haushälterin ihren früheren Gemahl und Dienst-, Herrn als Haushofmeister für sich, und als sie einige Jahre später starb, hinterließ sie „ihrem treuen Haushofmeister" eine JahreS, reute von 4000 Mk. Einzigartig in den Annalen der Ehefchvi- dungen steht wohl der Fall von George D. Fieldda, der feind geschiedene Frau 'nur deshalb wieder zu sich nahm, um — seine Schwiegermutter bei ftch haben zu können. Seine Frau war so utt- verträglich und jähzornig, daß er sich scheiden lassen mußte- mit der Trennung aber endeten auch die Besuche der Schwiegermutter, einer sehr geistreichen, Augen und liebenswürdigen Dame, deren weiser Rat dem Schwiegersohn in seinen Geschäftsängeleg eiche iten unentbehrlich geworden war. George D. Fieldda schwankte nicht lange, er zog di« Konsequenz: die Tochter Würbe bewogen, gemeinsam mit ihrer Mutter zu dem geschiedenen Gatten znrück- znkehren: als Gesellschafterin ihrer Mutter setzte ihr der geschiedene Mann ein Gehalt aus und alles war in schönster Ordnung. * Recht natürlich. Photograph: „Die Gruppe würde viel natürlicher werden, wenn Sie, junger Herr, die Hand auf die Schuld Ihres Vaters legten." — Vater: „Noch natürlicher wäre es aber, wenn er sie in meine Tasche steckt." * Kinderlogik. Vater (vorwurfsvoll): „Wie magst du nur deinen kleinen Bruder schlageii. Weißt du nicht, daß es feige ist, wenn der Stärkere sich an dem Schwächeren vergreift?" — Fritzchen: „Siehst du, Papa, und du verprügelst mich immer!" * Ganz die Mama. Klein Elschen: „Gelt, Mama, das sind doch nur die besseren Bogelklassen, die im Herbst nach dem Süden ziehen?" Diamattträtsel. Auflösung In die Felder nebeusteheiider Figur sind die Buchstaben a, b, c, d, e e e, f, h h, i, in m m, n n nun, o, r, s, ü ü, z derart einzutragen, daß die wage- rechten Reihen lochendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Himmelsrichtung 3. Feldherrn im 30jährigen Krieg. 4, Süddeutsche Stadt. 5. Eine Hülsensrnchl. 6, Stadt in Aftika. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagerechte Mitlel- reihe ergeben das Gleiche, in nächster Nummer. Auflösung der Verwandlungs-Aufgabe in vor. Nr.i Horst, Eden, Bader, Astern, ©unb, Leiter, bleich, Ablaß, Nadel, Brand, Braut, Geber, mahlen. Sebasiian V a ch. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch« unb Steindruckerei, R. Lauge, Gieß«»-