Donnerstag den \l. Kebrnar MO SKI sCTsfii fet'"Hm ZFM U W ■ Droesigl. SRontan von Gev r g Fr ei h err n »vn O mp t e d«. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da Werffen, der Lindenbachsche Besitz, init dem Wagen in drei guten Stunden zu erreichen war, so schlug Ludwig vor, ob )ie nicht dort ihren Antrittsbesuch machen ivollten, denn in gesellschaftlicher Hinsicht wollte er ja nichts verfehlen. Agathe glitt darüber hinweg. Ms er nun immer wieder davon begann, meinte sie, es erwarte sie doch niemand. Das nahm er beinahe übel. Was? Sollte man auf bcn Besuch keinen Wert legen? Agathe kant nicht auf solche Gedanken. Sie wollte nur ihren ersten Glückstraunr nicht unterbrechen, denn werrn s:e etwas als besonderen Segen empfand, so war es, hast Saus und Braus und horrido aufgehört und sie nicht wie einst von einer Jagd, von einem Kartenspiel in das andere fielen. Aber bei fernem Drängen regte sich nun auch in ihr das dunkle Bedürfnis, den anderen zu zeigen, daß sie glücklich war. Nicht ihren Schwestern. Mit Gräfin Patsch hatte sie sich nichts, Mit der Prinzessin nicht viel zu sagen. Aber wenn sie sich ihres Schwagers stiller Freundlichkeit erinnerte, dann klopfte einen Augenblick ihr Herz. Und wenn das Bild der alten Gräfin vor ihr stand, dann empfand sie etwas, als müsse sie mit ihr sprechen. Der Wagen stand vor dem Portal. Gut wenig zu feierlich erschienen zivei Diener. White, der Haushofmeister, stand als reine Dekoration dabei, denn er sechst hätte nie etwas angerührt. Es ging am Kanal hin, uitb als drüben das Schneusen- tor in Sicht kant, drückte Agathe ihrem Manne die Hand: — Der arme Papa! Als die Landschaft sich weitete tmd auf den Wiesen in der Ferne das Zirpen der Grillen klang, da hingen die beiden im Wagen jeder seinen Gedanken nach. Ab und zu sah man auf einer Höhe einen Kirchturm, um den sich rote Ziegel- und attersdunkle Strohdächer lagerten. Und wie die Sontte warm auf Agathens Schost schien, lehnte sie sich in die Kissen zurück und blickte von der Seite Lud- Ivig an. Er dachte schon an Jagden int Herbst,. wo der ganze Adel und die Garnisonen der Nachbarschaft zusatutucn- kommen würden bei Ludwig Droesigl-Kölln, denn es war doch gewissermaßen feine Pflicht, die Ueberliefernng aufrecht zu erhalten. Er lächelte vor sich hin und griff spielend nach der Hand seiner jungen Fran. Sie aber war noch immer in Gedanken bei ihrem Vater: — Wenn Papa uns hier sähe! Ich glaube, er wurde sich gefreut haben für mich. Meinst du nicht? Ludwig fuhr ans aus seinen Träumen: r-rt Er war immer sehr lieb en swürdig gegen Mich. Sie begann noch einmal, ganz voit ihren Gedanken beherrscht. Wer da erhob er sich plötzlich im Wagen und sagte zum Kutscher: ... •— Die Pferde sollen nicht warm werden, sarolta hat schon dunkle Flanken. Fahren Sie etwas langsamer. Agathe hatte das Gefühl: „Er will nicht darüber sprechen. Der Arme, der Liebe denkt vielleicht, Papa wurde ihm einen Korb gegeben haben." , .. Sie waren schon Stunden unterwegs, als Agathe in die Hände klalscheno rief: — Werffen, sieh nur Werffen! .. Als sie im Schritt einen sanften Hügel hutaussuhren,- erblickten sie aus dichtem Grün emporwachsend etn grau- rotes Schloß mit hohem Dach ttnd riesigem altem Turm. Die Straße führte nm einen Teich, auf dem schnatternde Gänse mit breitem Schnabel die grüne Entengrütze scheu sich in ihre Behausung zurückziehen, sind die Tiere des Feldes und d«S Waldes darauf angewiesen, sich schützende Schlupfwinkel zu suchen, und dennoch lausen sie häufig Gefahr, ihr Leben durch die Mißgunst der Witterung einzubüßen. Trotzdem findet man im Winter und überhaupt selten ein totes Tier, wenn eS nicht gerade von einem mörderischen Feinde ereilt worden ist. Daher ist vielfach die Frage erörtert worden, ob die Tiere zum Sterbe»! mit Absicht verborgene Plätze aussuchen, an denen ihre Leichen nicht gesunden werden können. Wenn man bedenkt, mit .welcher Fülle tierischer Wesen di« Erde bevölkert ist, worin allchhrlich doch eine große Mizahl zugrunde gehen niuß, so ist bie (Tatsache, daß' man so selten ans ein totes Tier trifft, geradezu auffallend. Schon bei Lunden und Katzen zeigt sich die Gewohnheit, daß sie mit dem Eintritte des Todeskampfes den fernsten, dunkelsten Winkel ihres Ausenthaltsories aiiuuchen, um dort ungestört die letzten Augenblicke ihres Lebens zu ycrbmigeir. Die Kaninchen verlassen freiwillig ihren Erdbau, um fern von de», ihrigen zu sterben, ebenso machen es die Feldmäuse ffl® Genossen. Eine tödlich verwundete öfemfc sondert sich von dem 108 — Rudel ab, zieht sich an eilten verlasseMt Ort zurück, legt sich zwischen den Felsen nieder, leckt ihre Wunden und wartet aus Heilung oder Tod. Kranke Gemsen, die ihren Tod nahe slihleu, verbergen sich in einsamen Schlupfwinkeln, die nur ihnen bekannt sind. Die Lamas haben ihre besonderen! BeMkvzum stervM, 'wo sich ihre Gebeine zu wahren Knochenhügelu ansammelu. An den. User« mancher südasrikauischeu NW.fmdM sich Wte owM mit ihren bleichenden Gebeinen buchstäblich uber^at. ckus dieselbe Weise sind wahrscheinlich auch die großen Knochentager entstau - den, die sich aus den Ueberbleibseln ausgestorbener Büren-, vvaneu- und anderer Geschlechter in den Hohlen Mitteleuropas angemuimelt finden Besonders selten ist ein toter Bogel anzutrefsen, denn dre sterbenden Bügel fliehe» das Licht des Tages und suchen dre dunkelsten Plätze auf, um dort ihr Leben auSzuhauchen Dle,e eigentümliche, aber nicht unerklärliche Gewohnheit wird aber dock taum vo,r allen Tieren geteilt, und es gibt noch eumu zwerten Grund, warum sich das Absterben der Tierwelt dem Auge deS Menschen entzieht. Jedes tote Tier ist so und so vlelm Betteru und Genossen ein erwünschter Bissen, und Hunderte, gar tausende größere und kleinere Mäuler sorgen dafür,daß es bald zum Verschwinden gebracht wird. Mit Eintritt der Dämmerung erscheinen all die Marodeure des Tierreiches auf dem Plan, die oft so wenig sympathische» Verwandten. des treuesten MeuschensreundeS, des .Hundes, ferner die Geier, die Krähen, soioie Millionen von Insekten. und andere, um die Totenliste des zur Neige gegangen^ Tages , zu revidieren. In wenigen Tagen ist voll dem größten Riesen kaum mehr eine Spur übrig geblieben. So muß cs sogar dem ungeheuren Elefanten ergehen, denn niemals werden. -Skelette toter Elefanten airgetrosfen. Man schreibt die beinahe unglaublich erscheinende Vernichtung der kolossalen Elefantenkuochen der Tätigkeit von Wiederkäuern zu. Für diese gehört es zu den größten Liebhabereien, an Knochen zu nagen, und das mächtige Mesautcnskelett wird von ihnen in etwa zwei Jahren voWandig aufgezehrt. Auch bei unseren Haustieren, soweit sie der Wiederkäuersippe angehören, ist dir Vorliebe für Miueralstosfe, wie Mörtel, Gips und sogar Erde, soweit sie Kalksalze enthält, wahrzunehmen, und ihre wilden Geschwister suchen diese Stoffe in den Ticr- knochen aus, die ihnen von dem großen Sterben geliefert werden Daß tote Vögel nicht lange sichtbar bleiben, ist wohl um so leichter erklärlich, als ihr Fleisch für eine besondere Delikateste unter den Tieren gilt. Zunächst bleiben nur die Federn an der Stelle liegen, wo soeben ein größeres Tier sein Mahl gehalteii bat, bis auch diese verschwinden, zernagt und in Pulver verwandel durch Myriaden von Insekten und durch die gefräßige Welt der niederen Tiere, denen nichts Lebendes widersteht. u. Vermißtes. * Die große Fran. Die Fr-M wächst dem,Manu über den Kopf! . Die Gegner der Frauenbewegmrg haben diesen Alarmruf langst ausgestoßen. Und jetzt ist auch der wiss ensch'a ftl i ch-e Beweis für die Wahrheit ihrer Behauptung erbracht. Die englische Zeitschrift „Health and Streugth" — zwei schwer auszu- sprechende. aber schöne Worte, denn sie bedeuten „Gesundheit und Kraft" - teilt die überraschende Tatsache mit, daß mit dem Selbst- bswusftsein der Frauen auch ihre K ö rpe r grö ß e beständig wächst. Die jungen Mädchen Von fünfzehn bis achtzehn Jahren sind heute im Durchschnitt um zwei bis drei Zoll größer, als ihre Mütter in« gleichen Alter waren. Noch 1895 betrug die mittlere Größe eines suugcn Mädchens nach englischen Maßen fünf Fuß rmd drei Zoll. Heute wird sie auf mindestens fünf Fuß tmb fünf Zoll berechnet. Dieses beständige Wachsen ist nach dem genannten; Blatt der Frauew- lueti aller gebildeten Völker gemeinsam. Den Männern könnte diese Erscheinung als wirklicher Beweis für Gesundheit und Kraft des ganzen Menschengeschlechts 'nur Freude machen, wenn sie nicht mit einer unerfreulichen Erscheinung Hand in Hand ginge. Der Manu wird nämlich beständig kleiner. Er wächst nicht gleich seiner schönere» Hälfte. Seine Größe bleibt 'nicht einmal dieselbe. Nein, er wird kleiner und kleiner, Md erleichtert es höflich bed Fran, ihm über den Kvpf zu wachsen. Marcel Prövost untersucht int „Figaro" die Ursachen dieses Niedergangs der Männerwelt. Er ist mit der englischen Zeitschrift des Glaubens, daß die Frauen ihr körperliches Ausstrebeu dem Sport verdanken. Und er sieht eine Zeit heraunahen, in der die Frau den Man», beherrscht, da sie ihm' an Körpergröße und .Körperkraft über ist. „Moderne Männer, seid auf eurer Hut!" ruft Prävost warnend ans. „Niemals war eure bevorzugte Stellung .von ernsterer Gefahr bedroht. Haltet euer Klein erwerb en auf, -oder verhindert das Wachsen der Frau, solange ihr noch die größten und stärksten seid! . . . Noch einige Zoll, und das schwache Geschlecht seid ihr!" ins. Könne» Affen mit Puppen spielen? Ganz besonders interessante und -aufsehenerregende vsychalogische Untev- suchungeu über die Tierseele sind kürzlich, wie man der „Ins." schreibt, int .Zoologische». Institut von Antiverpe» von dem bö- TORtttcn Naturforscher Dr. van SennfeH -angestellt tvordeu, Ber- snche über das Erkenntnisvcrmögisn. die Unterscheidungöfähigftit lind den Spieltrieb von Aff- u. bei lebtosen Dinge». Nachdem scstp -geste-llt worden war, daß die Tier» erstens sehr schnell eßbar« Dinge ton nichtverzehrbaren zü imWrscheiden imstaüde ssrech ferner, daß, sie Holz, Stein, Metalle, Zerbrechliches und Un!-> Zerbrechliches -auseinander halten könnten, würde auch der Bep« such unternommen, den Affen Puppen zum Spiele» zu gebe». Ma» hatte zu diesem Zweck -eigens Puppe» Herstellen lassen, die in ihrem Aeusteren vollkoutmeu eiuent Aeffchen itachg-ebildet waren', ja, man war in. dieser Nachbildung sogar soweit gegangen, die. Puppen mit echten AWnhaareu zu überkleiden. Man hatte der Figur ferner um die Lenden einen kleinen Schurz umgehängt nnb das Uhrwerk, das sich im Innern befand, entsprechend aufgezogen, so daß, die Puppe in gewissen Zeitäbstäuden regelmäßig den einen oder den anderen Arm bewegte, sowie auch leicht mit dem! Kopfs nickte. Man setzte hierauf die Puppe in den Affenkäfig und be- vbachtete genau, wie sich die Tiere zu der für sie gänzlich neuen; Erscheinung verhielten. Vorerst betrachteten sie alle, in eine Ecke zttsammengedrängt, die Puppe von ferne und äugten mit großem! Mißtrauen zu deut Pseudoaffen hinüber. Daun aber be- gauu -eines der Tiere Mut zu fassen, kam, allerdings noch mit großer Vorsicht.rmd sehr langsam, näher, ergriff die Puppe schnell bei -einer Hand, sprang jedoch.hierauf sogleich zurück und lief fort, in der Besorgnis, -es könne ihm irgend -etwas zustoßen. Als aber, die Puppe sich Weiter ruhig verhielt, kam das Tier diesmal schoit in Begleitung von zwei ander», abermals hi» und nun begann man die Puppe von allen -Seiten zu betrachteit und z» beschnüffeln, da aber das Röckchen, das sie trug, vorher schon von einem kleinen Assen mehrere Tage getragen war und mit dem spezifische» tierischen. Geruch hinreichend durchtränkt toter, so konnten die Affen bei der Puppe vorerst doch nicht klug werden', mit was für einem Dinge sie -es hier zu tun hätten, einem s-ekt- samen Lebewesen ober einer loten Sache. Es würbe» wiederholt ton de» Affen schüchterne Versuche unteruommeit, sich Gewißheit z-u verschaffen, indem sie schnell heranhuschten und an der Puppe schnüffelten, stets aber siegte ft» letzten Augenblicke doch die Furcht und sie eilten immer wieder davon, um sich in einer gemessen eck, aber sicheren Entfernung zu halten. Als sie aber schließlich wahr- uahme», daß die Puppe, deren Uhrwerk inzwischen abgelauseck war, regungslos verharrte, kamen sie in größerer Zahl herauf Und begannen sich, nachdem die erste Scheu überwunden toordeck war, entgehend mit der Affenpuppe zu befassen, streichelten sie, und stiepen bei dieser Gelegenheit kleine, anfmünternde, Heisers Schreie ans, um die Puppe zu irgend einem Lebenszeichen zu bewegen. Eines der Tiere ging in seiner Vertrauensseligkeit sogar so weit, daß es versuchte, die Puppe nach Affenart zärtlich,zu: 'ientjen. Natürlich -ohne Erfolg. Schließlich schien bei den Äffen doch die Erkenntnis zu siegen, daß sie es nicht mit ihresgleichen zu tun hätten, sie kreischten und schrieen (iingc untere.innnbet und schienen sichtlich in eifriger Weise über die sonderbare Erscheinung zit streiten. Auf alle Fälle konnte ton dem Beobachter f-estgesteÄt werden, daß die Affen, wenn sie auch die Puppe als solche erkannt hatte», doch immerhin deutlich wahrnahmen, daß- die Puppe asseuähnlich sei. Den Schluß des Versuches bildete ein plötzlicher wüster Ueberfall der wütenden Affenherde, die mit eiuent Male von alle» Seiten über die Puppe hersiel und sie in Fetzen riß. * Boshaft. Fran (zum Hausierer): „Ne, ick brauche geeite Knöppe »ich!" ■- Hausierer: „Aber hier habe ich etwas, was Sie notwendig gebrauchen - Deutsche Grammatik für Anfänger!" * ll n s chnld vom Lande. Ei» Mädchen vom Lande kommt in ein Putzgeschäft,- um sich 'einen Hut zu kaufen. Die Ver- käuseri» -empfiehlt besonders einen, mit -einem Bogel garnierte»! Hut. Das Mädchen jedoch wehrt entschiede», ab: „Ree! Ree! Ich will nix Lewendiches u-sf meint Kopp hawe!" Literatup. — Das literarische Echo. Halbuwuatsschrift für Siterflturfreunbe (Herausgeber: Tr. Josef Ettliuger, Verlag; Egon Fleischkl u. Eo., Berlin SB. ist. Das zweite Februarhest ist sieben mit folgendem Inhalt erschienen: Theodor Poppe: Zur A-esthetik des Tragische». Karl Berger: Schftler-Schrifte» (II). Paul Friedrich: Napoleon - Dichtung"». Grete Massa: Neue Frauenlyrik. Fedor von Zobeltitz: Bibliophile Chronik. Echo der Zeitungen und Zeitschriften. Echo des Auslands (Englischer, amerikanischer, russischer Brief). Echo der Bühnen. Kurze Anzeige». Nachrichten. Der Büchermarkt. Berwandlmtgs Aufgabe. Hort — beit — Ader — Stern — und — Leier — Blech — blaß — Adel — Rand — Brut — Eder — male». Die vorstehenden Wörter sollen durch Hinznst'igen je eines Buchstabens derart in ebensoviele neue Wörter verwandelt werden, daß die hinzugeiügten Bttchstaben der Reihe nach gelesen den Name» eines Komponisten ergeben. Auflösung in nächster Nummer.f Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Bellen, Ballen, Bullen, Bollen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und ©teinbrmferei, R. Lange, Gießen.