Wo Montag »en p. Januar ■-L. MM 4 rrhSM ÄÄm! g tS^Fif ui WW WZ «sm Sommerseele. Bon Helene Böhlam (Nackdruck verboten.) (Schluß.) Schwere Tage zogen über das kleine Haus hin. Die beiden jungen StoUbergs gingen ein und aus, als wären sie die Brüder der Pfarrerskinder. „Wir müssen ihm Nachricht bringen. Er verzehrt sich' dort unten vor Sorge." „Und kommt nicht ein einziges Mal," meinte die Pfarrerin. „Er kamr nicht," sagte der jüngere Stollberg. „Rechnen Sie ihm das nicht an. Und Mma will es nicht. — Beide sind sich gar wunderlich gleich — Rühren wir nicht daran!" „Ja," sagte die Pfarrerin; „Gott möge ihm helfen, baß er so lieben und leben tarnt, wie er lieben und leben muß. Wir anderen werden nicht gefragt, was wir wollen und tonnen." „Seien Sie nicht bitter, liebste Frau. Er ist wie aus einer anderen Welt, er steht unter anderen Gesetzen, und Mma, Ihr Kind, auch. Wir werden lebensstark durch unsere Liebe, unb Ihr Kind liegt davon niedergeschmettert." „Ich rühre ja an nichts," tagte die Pfarrerin trübe. — „Wir lebten so still und glücklich, und nun spüren wir mit einem Male die Hand Gottes, die uns einen schweren, nie gesehenen Weg auftut." * jJa, die Pfarrerin ging idbten schweren Weg. Ihr Kind blieb nicht in der tiefen, lautlosen Fieberdumpfheit Liegen wie in den ersten Dagen. Die lebensselige Sommernatur glühte in der Fieberglut der schweren Krankheit zu einem leidenschaftlichen Leben auf. Ohne Bewußtsein sang sie mit unendlich klarer, reiner Stimme Strophen aus dem alten heiligen Sommerlied: Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narcissus unb die Tulipan, Wie gießen sich viel schöner an, Ms Salomonis Seide. Hub sie sang dieselben Worte wieder und wieder. Oft Mch fand sie keine Worte, nur jubelnde Töne, hell, bebend vor Seligkeit, daß sich allen, die es hörten, das Herz vor Weh zusammenzog. Die Stimme war so überströmend von Erbenwomte, baß sie erschauern nrachte. Die Fenster mußten immer geöffnet sein, denn sie ertrug den geschlossenen Raum keinen Augenblick, und so drang die unaufhaltsame, kristallklare, schöne, selige Stimme hinaus Über die Felder bei Tag unb bei Nacht. „Anbetungswürdig ist diese Seele," sagte Uerle gur Pfarrerin, „daß sie solch große Seligkeit in sich trägt. —i So singt eine Lerche im Himmelsraum, wie ur?/>-e heilige Sommerseele. Hören Sie doch ihren Gesang, sündlos und rein — unb daß ein Geschöpf solche Wonne im Herzen trägt!" „Ja," sagte die Pfarrerin trostlos, „dazu muß es von Sinnen sein." „Wer sagt Ihnen das?" fragte Uerle. „Sie sieht nur uns nicht. — Sie weiß von nichts um sich her. Sie sieht nur in sich selbst hinein, und in ihr ist- es so weiß unb hell und wonnevoll, wie ihre Stimme ist. — In ihr ist eine große Herrlichkeit. — Geboren — gelebt, wie ein seliges Kind anfgesahren gen Himmel — sitzend zur rechten Hand Gottes!" Uerles Stimme bebte von verhaltenen Tränen. Er verbarg hastig sein Gesicht am Fensterkreuz, vor dem sie standen. „Uerle, was reden Sie?" sagte die Pfarrerin erschrocken. Uerle aber wollte die Pfarrerin mit solch wunderlich wehen Worten trösten. Kein Arzt brauchte ihm zu sagen, daß seine Sommerseele im Entschweben war. * Nachdem das Fieber alle Kräfte verbrannt hatte, sank die Lebenswärme zu einer schauerlichen Kühle. Die Schwestern sagten: „Das Fieber ist vorüber," Uerle aber unb die Pfarrerin wußten es anders. Ganz leise flüsterte das Mädchen, zu Uerle gewendet, der an ihrem Bette saß, unb so, als läge zwischen ihrem letzten unb wieder ersten bewußten Wort keine lange, bange Zeit: „Wo ist er?" „Er ist voll Bangigkeit um Sie, Mma." „Was mich hinderte, ihn zu lieben, ist nun fortgegllihk, — Nun liebe ich ihn bis in alle Ewigkeit. Sag ihm, nun werd' ich ihm nah' sein." Uerle hatte ihre letzten Worte gehört — ihr letztes Bewußtsein empfunden. Bon nun an sank sie in eine kühle, bleierne Ruhe, die dem Tode voranging. * Im Hanse regte sich stundenlang kein Laut. Die beibett StoUbergs standen draußen an einem der niederen Fenster, durch die der warme Sommerwind ins Zimmer drang, unb schauten auf das stille Verlöschen unb den schweigenden Schmerz derer, die zurückblieben. Die Pfarrerin hielt die erkältende Hand ihres Kindes in der ihren, mit der Ruhe, welche das Leben jenen Schmerz-- geprüften gibt, die den größten Teil des Weges schon gegangen sind. Die sind so schmerzbekannt, so schmerzver- wandt, daß sie sich mit einer Würde betragen, die bett Jungen, Ungeprüften wie ein Wunder erscheint. Die drei Töchter hingen mit ihren Blicken au ihrer Mutter, als käme von ihr in dieser fremden, bangen Stunde Rat und Hilfe. Ms die Pfarrerin sich über ihr Kind beugte und ihm die Hände ineinander faltete, da wußten sie alle, daß es geschehen war. Die Pfarrerin blieb stumm über ihr Kind gebeugt —, Uerle staub am Fußende des Bettes, und die 34 jOrei Schwestern knieten, wo sie gestanden hasten, die eine verbarg ihr Gesicht in den Händen, die beiden anderen suchten Schutz in enger Umschlingung. Lautlos kamen die beiden Stollbergs herein, und der jüngere sagte hingerissen: „Sie hat sich ihm selbst entrückt, durch ihre große Liebe und ihr tiefes Verstehen. Das wurde ihr tödlich/ daß sie alles erkannte. — Ihn wollte sie nicht binden und euch nicht kränken." „Wir gehen zu ihm." * Die schöne Hülle der Sommerseele lag schlafend im weißen Sarg, unter Blumen, einen weißen Rosenkranz. auf dein bleichen Haupt. Mutter und Schwestern, Uerle und die Stollbergs hegten Und schmückten das stille Geschöpf. Nachts vor dem Begräbnis wurde sie im offenen Sarg poil Uerle und einem chraven Menschen, den er rannte, sowie den beiden Stollbergs nach Süßcnbortl getragen. Die zwei Söhne des Lehrers von dort trugen Fackeln und- wechselten mit den Trägern. Tas alles hatte Uerle so gewollt. Ulrikchen blieb bei der Mutter und beim Bübchen. Die beiden anderen Schwestern folgten dem Sarge. Es war eine schöne, milde Sommernacht. Tie Pfarrerin sah, wie sie ihr gutes Kind den schmalen Weg durch bis, Felder trugen. Der Himmel war 'LWM'ukelud. W sanfte Nachtluft strich über das geliebte, tote Gesicht. Und aus der Ferne hörte die Mutter zwei verschleierte Mdchenstinlmen eine Strophe mi» ihres Kindes Lieblingslied singen. Der Weizen wüchset mit Gewalt,, Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte, Test der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt, Das menschliche Gemüte. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten fein, Wie muß es da wohl klingen? Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm' Ihr Halleluja!) singen. Das mochte der Pfarrerin eilt gar schmerzvolles Lied lein. Das stille Mädchen lag ihre letzte Nacht auf Erden in dem Süßenborner Kirchlein zwischen sechs brennenden Kerzen. Ihre alte Kinderfrau, die noch im Süßenborner Pfarrhaus bei den neuen Psarrersleuten ihres Amtes waltete, gatte es sich nicht nehmen lassen, bei ihrem guten Kinde zu wachen. Uerle und die beiden Mädchen gingen langsam und schweigend dem Häuschen aus dem Horn wieder zu. Die beiden Stollbergs aber eilten. „Wir müssen zu ihm! Wir sahen sie in ihrer Schönheit bis zu dieser Stunde. Es war ein so ruhiges Verlöschen, so begreiflich, als wenn die Sonne untergeht. — Er kämpft mit Unbegreiflichem. Uns zeigte die Natur im Bilde, wie weit ije begriffen sein will. Er geht ins Ungemessene. Er leidet tiefer als wir alle." * Aus Goethes Gartenhaus an der Ilm schimmerte spät in der Nacht ein einsames Licht aus offenem Fenster heraus auf die nebligen Wiesen. Die hohen Wipfel der Bäume jm Garten und in der ganzen Weite, am Horn und an den Ufern der Ilm wurden von keinem Windhauch berührt. Die Nebel lagen wie schimmernde Schleier. Mts dem Garten begannen zarte Geigentöne sauft hiu- aus in die Nacht zu klingen. Zwei Freundgestalten standen unter dichten Bäumen nicht allzufern vom erleuchteten Fenster und spielten eine ernste Weise.' Sie wollten eine große, beraubte Seele beruhigen, eine, der alles Lebensleid zu Musik werden sollte. Auf ihren Geigen spielend, gingen sie lautlos im Grase Ms und nieder, so daß die Töne dem', der int erleuchtetetz Stübchen war, bald nah, bald fern klingen mochten. Ein' kaum vernehmbares Aufschluchzen vom Hause her ließ die Geigentöne verstummen. Ter Morgen graute. lieber die Wiesen sah man die beiden Gestalten durch die Nebelschleier gehen, immer geigend, der schlafenden Stadt zu. *) Der zu astronomischen Zwecken benutzte Tenr'MturM vv'st Bvrsippa bei Babylon hieß „Ter Tempel der sieben Befehisüoer- mittler Himmels und der Erde". Tie Tempeltürmc! waren stehest-, stufig und stellten die „Plaiwtenbahsten," vvr. Unter dem Sternhimmel. k-k. Tie am Jahresbeginn 72 OOO Mitglieder umfassende Kvs- MVS-Gesel'lschast bietet ihren Mitgliedern zur Orientierung über die Wunder des Weltenraumes ein von Robert Heuseling geschriebenes, sehr preiswertes „Sternbüchlein für 1910" dar. Tie «M Ems- gange des Buchest gegebene stimmungsvolle Schilderung des Nuchh- himmels lassen wir hier folgen: Ein Tom von erhabenster Majestät, so dehnt sich über Uns! das Firmament in sternenklarer Rächt. Tas Gleichnis ist, gckviß abgebraucht, aber es trifft doch wie kein zweites. — Tritt cttfl in den Kreis auswärts strebender Pfeiler. Tie Scharen derer, die sich hier versammelt hatten, sind hinausgerntscht. Wenigs Nachzügler suchen die Portale. Tie Türen schlagen ent. Deck letzte Orgelton verhallt. Nun schweigt es. Hoch und fern rungt Mocken ton. Ta redet der Raum seine eigene, große Sprache. An weiten Gewölben, fühlt sich der Blick empor. Die ausgcspanntej Weite hebt dich über dich. Tein Inneres öffnet sich zn Höhen und Fernen. Tn selbst wächst in die Weite; dir schwenden drei engen Gefühle des Jchs. Uraltes Sehnen der Menschheit, hier erfüllt es sich: du schwebst! Frei tem. Ketten körperlicher schwere schwebst du, frohen Fühlens unbegrenzter Freiheit Vock. ist, wie Schwind Meister Erwin schaute. Komm hinaus wo über dunAes 'Erdenfeld die Sterne der! Nackt herausgestiegen sind. Weit hinten lärmt die Stadt. Tort herrscht in allem Treiben, Drängen, strecken das All- töglich-Enge, Kleine. Tort ist der Mensch das Maß der Truge Was aber ist der Mensch, was.sind all seine Sargen, was' Inta alle menschlichen Tinge, gemessen an. der Größe des' Kvsmos? In Wahrheit imendNch spannt sich die Weite dieses Tomes'. Abgründe des Raumes tun sich ans. „Wenn du droben einen Hammer würfest, sieben Tage und sieben Nächte würde er fallen, bis er! zur Erde gelangte." Unzählbar flimmern, funkeln, stammen oorr die Sterne. Still ziehn die .Scharen ihren Weg. Wie sie uni Westen sinken, so hebt der Osten sie.empor. Die eherne Große! des ewigen Gehens und Kommens berührst, befreit. Ruhevoll glänzt der nächtliche Bogen des Friedens, das hehre, silbergewebte! Band der Milchstraße, dort, „wo Heros Milch verschüttet ivard". Friedvoll umhüllt der Mond die Dinge der Erde mit miidweißeist Licht, große stetige Gesetze verkündend im immer gleichen Wandel seiner Lichtgestalt. Leichter atmet sichs hier draußen, und deck große Anblick des Himmels ist glättendes Cd über erregten Wellen des inwendigen Menschen. So mag der Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts fühlen'. Vieles bedeuteten seit Urzeiten dem Muschei» die Lichtzeichest des Himmels. Tage und Monde, Jahre, Lustren und mancherlei räumliches Maß lernte er nach fcen wechselnden Erscheinungen zu bemessen. Vom kosmischen Frühausgang der Pleraden rechneten die brasilianischen Tapnjas' und manche Jndiauerstämme Nordamerikas den Anfang des Jahres; ebenso bestimmen vte Tajaks ans Bornes noch heute.den Beginn der FeldaestellnNg, die Atchinesen die Zeit zur Aussaat des Reises. Mit Gölteclraft erfüllte die ehrfürchtige Meinung des alten Slegyplers denLicht- könig Sonne (Osiris oder Ra). Als Herrn der Oberwelt und Vater der Götter verehrten die Babylonier den Mond,, und dw Sterne verkündeten den babylonischen Weisen das Schicksal der Götter und Menschen. Die „sieben Planeten" mit ihren stsisaM verschlungenen Bahnen waren ihnen die Dolmetscher des göttlichen Willens, nnd der Tierkreis, in dem sie sich bewegen', war der Ort, an den sie ihre WeisHettche»chM schrieben,, nnd den FixsternhimMel der ans den Rand des Htmmelsbnches geschrieben« Kommentar.*) Dem Babylonier war der Himmel das Vielbebeutende Urbild alles Irdischen. — Richt unähnlich diesen Alien! schaute der swm'me Christ des europäischen Mittelalters zum Himmel: wenn ungewöhnliche Zeichen; seine»» Blick auf sich lenkten, so waren sie ihm besondere Verkünder des göttlichen Willens. Als im Jahre 1466 derselbe Komet am Himmel stand, der. nach vierundsiebzig jähriger Panse im Jahre 1910 wieder in unserem Gesichtskreis erscheint, da ergriff alle! Völker der Christenheit ein großes Entsetzen vor dem Bloten des göttlichen Zornes, und Papst Calixtus ordnete Gebete zum Schutze vor den Kometen (— und vor den Türken) an. — Roch vor wenigen JahrhuUderteul war die Astrologie in höchster Blüte, und ernste Männer mühtest sich, aus den Sternen. Völker- und Menschenschicksale zst ergründen; noch ein Wallenstein glaubte mit der ganzen! Kraft, seiner seelö an sein Horoskop. Und in vielerlei Gestalt des Aberglaubens Deutschland auf -er Weltausstellung Brüssel RO. bwa. Der Zeitpunkt nähert sich- da die Weltausstellung Brüssel 1910 ihre Tore öffnen wird. Am 23. April 1910 soll die Er- -fftnmg vor sich gehen. , v „x Das deutsche R e i ch hat die Einladung der belgi;chen Regierung zur Teiluahuie an der Ausstellung amjenommen und chte beträchtliche Summe für diesen Zweck ausgesetzt. Für diese Bereitwilligkeit waren verschiedene Gründe ausschlaggebend, einmal das freundliche Verhältnis zwischen Deutschland und Belgien, ferner die Bedeutung, die Belgien für den deutschen Handel besitzt, und nicht zum wenigsten der Umstand, daß diese Weltausstellung besonders geeignet erscheint, den Interessen der deutschen Industrie zu dienen, weil auf ihr gerade die technischen, Gebiete der Industrie hervorragende Berücksichtigung erfahren sollen und Deutschland auf diesen Gebieten mit allen übrigen Landern mit besonderem Erfolg zu konkurrieren imstande ist. Tas erste Ziel mußte natürlich sein, Deutschland aus der Weltausstellung einen guten und angemessenen Platz zu sichern. Tics gelang dem deutschen Ausschuß, dem auch Kommerzienrat Gaste l l (Mainz) augehört, nach Verhandlungen mit der belgischen Ausstellungsleitung, ohne Schwierigkeit und es wurde der deutschen Abteilung ein Platz von mehr als 30 000 Quadratmetern an günstig gelegener Stelle zugewiesen ..... Dabei erhielt die ganze Anlage der deutschen„ Ausstellung von vornherein dadurch! ihr charakteristisches Gepräge, daß in Brüssel — u. W. zum ersten Male — säintlichs Ausstellungsgegenstände in deutsche n H a l l e n untergebracht werden, mit anderen Worten, daß auch die Halle» selbst von Deutschland^^ errichtet und als ein Teil der deutschen Ausstellung selb» hergestellt jv.erdesi. Diese Gebäude bilden in ihrer.Gesamtheit eine.architiü-. Herrscht- solche WifsenschM V'ekgäiigdner Zeiten '«och heute ist so Manchem ungeklärten Kopf. Und wie der Mensch aws Himmel- Götter Und -Schichalsperkündcv sah, so sand- er dort auch die Zweiheit wieder, den Kämps nm« Sern und Nichtsein zwischen den Mächten des Lichtes und der Finsternis, der iit der Menschenbrust tobt. Tiefer und tiefer dringt heute der forschende Geist! ein iit den Wunderbau des Weltalls. Er mißt Räume aus, die vvrzustrllm aller menschlichen Phantasie versagt ist. Er mißt und wögt ferne Weltenkörper. Er schaut mit ungeheuren, komplizierten Werk- zeugaugen, au deren Erfindung der Scharfsinn vieler Generationen gearbeitet hat, hinaus zu Welten, von deren Dasein die Voreltern! nichts ahnten. Er bannt Millionen Sternenbilder, die kein noch so gewaltiges. Teleskop dem Menschenauge zeigt, auf die photographische Platte. Er säugt und filtert mit Spektroskopen das Licht, das von den Sternen herüberstrahlt. Er bestimmt die Natur und den Zustand der Stosse, die da droben ihr Licht aussenden. Er zwingt bett Lichtstrahl, seiner Rechnung zu helfen und ihm die Geschwindigkeit zu nennest, mit denen die Himmel«. körper den Raune durcheilen. Ist, er beginnt die Jahrmillivucn des Entstehens und Vergehens der Sternensvnnen, ja ganzer Fixstern- wrfte.it nachzurechnen. Irr die Natur der großen, rätselbollest Kraft, die das All zusaistnieuhält, dringt er ein. Ster neu ströme spürt er ans; die Harmonie ihrer Bahnen beginnt,er zu ergründen. And erhabener noch als dem! inneren Ohre eines Pythagoras braust uns der gewaltige Sphärengefaug. Sv stehen wir heute unter dem! schweigsamen Himmel der Nacht. Als Inbegriff alles dessen, Wsts ist, steht der Kosmos mit feiner Unendlichkeit von Raum und Zeit vor uns, als höchstes Mer Wunder vor unseren Augen. Er ist das- Land, das alle Mecker trügt, auf denen menschlicher Geist sucht und Erkeuut!- nissen uachgrnbt. Und der engere Kreis in diesem All, der das Menschheitsleben umspannt, ist uns der große Schauplatz des Dramas, das durch alles Kämpfen hindurch in stetigem Gang hinanführt von tiefsten Stufen, des Urdaseins zu immer höheren! Formen körperlichen und geistigen Seins. Und trotz aller Gedanken über Acuderung der Entropie im! Weltall und über einen möglichen Wärmetod, über ein Zurück- fallen dieser schönen Welt in ein starres Nichts, dürfen wir allo sie freudig in unserer eigenen Brust lebendig fühlen, die heilige^ hie tief geheime Kraft des Ruswürts in der Welt. Mir ist, wenn ich unter dein! reinen .Sternenhimmel! stehst, als wäre ich in einem erhabenen Tom, und Beethovens' neunte Symphonie erfüllte seine Räume. Freude heißt die starke Feder In der ewigen Natur. Freude, Freude treibt die Rädert In der großen Welteuuhr. Blumen lockt sie aus den Keimen', , Sonnen aus dem! Firmament. Sphären rollt' sie in den Räumen', Tie des Sehers Rohr nicht kennt. Froh, wie,seine Sonnen fliegen. Froh, wie seine Sonnen fliegen Durch des Himmels prächt'gen Plan', Wandelt, Brüder, eure Bahn, Freudig, wie ein Held, zum Siegen, Freudig, wie ein Held, zum' Siegen! (Aus' Schillers Lied an die Freude.) tonische Einheit, in deren Mittelpunkt das selbst die, größten' Riesenhallen weit überragende Deutsche Haus steht. Tie innere Ausgestaltung der einzelnen Hallen ist verschiedenen Künstlern von ausgezeichnetem Rufe übertragen, wie Peter Behrens-Berlin, Martin Tülser-Tresden, Bruno Paul-Berlin, Otto Walter-Berlin. Tie Gesamtheit der Gebäude ist heute schon unter Dach und Fach. Sie wurden in der kurzen Zeit von Mitte Juli bis Mitte Dezember hergestrf.lt, in der Frist von kaum 5 Monaten sind somit Bauten int Umfange von mehr als 30 000 Quadratmeter errichtet worden. Immerhin bietet die deutsche Abteilung augenblicklich noch ein unfertiges Bild. Trotzdem kamt man sich b'r- reits eine Vorstellung davon machen, wie sie sich nach ihrer Vollendung den Besuchern darbieten wird. Tie deutsche Abteilung lehnt sich an den Pare du Solbosch an und wird sich in ihrem Gesamtcharakter dieser ländlichen Umgebung auch anpassen. Die Entwürfe für das Deutsche Haus ebenso tote für sämtliche ander« deutsche Bauten hat Professor Emanuel von Seidl, der bekannte Münchener Architekt, ausgeführt, der im Ausstellungs? wcseu ausgezeichnete praktische Erfahrungen besitzt. Ohne ängstliche Innehaltung eines einheitlichen Stils scheint das DeutsoW Haus in der Gestalt, die Emanuel von Seidl ihm gegeben HM vorzüglich geeignet, seine Zwecke zu erfüllen'. Einige vortrefflich« Werke deutscher Malerei und Plastik werden als Jnneyschmuck Verwendung finden. Und im Rebenbäu des deutschen Hauses ist bist Deutsche Weinstube untergebracht, wo ein Weinausschank von den in der NahrnngSmittel-Abteilung vertretenen deutschen.Weinausstellern erfolgen soll. Den Schwerpunkt der industriellen Beteiligung Deutschlands bildet die M a sch in en abterlnng , die in drei großen HaUni untergebracht ist. Die Hauptmaschinenhalle, die, in der Mittj -der deutschen Halleubanten liegt, ist für wichtige ,Zweigs des Spezialmafchinenbaues bestimmt. Daneben befinden, sich die HaM für landmirtschaftliän' Maschinen, sowie die KraftmasckineuhallS mit dem Kesselhause, der Rückkühlaulage und den übrigen Enr- richlungen für den technifchen Betrieb. In der K'rastmafchiuenyailü werden Mafchinen von zusammen etwa 20 000 Pserdekräften vereinigt sein. . Von anderen bedeutsamen, Industriezweigen wird man nr M deutschen Jndnstriehälle in erster Linie der E isLN' ndu str i«, ferner der Kraftwagen und L »s tsch is sin du irr,. - nM ihren Hilfsindnstriew, der Plauener Spitzensndustrre, dr» Spielw arcnindustrie, der der Herstellung von Musik- in str nm ent en u. a. m. begegnen. Das deutsche Eisenbahnwesen gelangt umsangretch und anschaulich zur Tarstelkuug, unter Beietliguug beinahe aller großen Firmen des Lokvmotivbaues. In ähnlicher Weise wie ans den srüheren Weltausstellungen in Paris und St. Louis werd ein« Ausst e i I un g deut scher Ingenienrw er ke besorgt >oer- den, und dos preußische Ministerium der öffentlichen Arbeitest wird fick auf dem Gebiete des Wasserbaues beteiligen. Di« deutsche Landwirtschaft ist durch eine Saatzuchtau s st e l l n n g vertreten, die von der deutschen Landwirtschafts'gesellschast vorbereitet wird, , , . ,, , „ Auch eine Unterrichtsausstellung wird veranstaltet; Preutzen, das Königreich Sachsen !>nd Hamburg beteiligen sich daran. Hiev soll ein Ueberblick über das deutsche Schulwesen geboten werden. Vollständig eingerichtete Schulzimmer werden ein wirksames Bild von dem Aussehen deutscher Schulräume vermitteln und d'.e moderne Entwicklung des Unterrichts in Deutschland wird durch Lehrmittel aller Art, sowie eine vollständige Lehrer- und Lchüler- bibiiokyek usw. veranschaulicht. Tas Hilfslchulivesm mit ben' Blinden- und Taubstummenanstalten ist dabei nicht vergessen worden. Räumlich schließen, sich an die linterrichtsansstellung die Abteilungen für Feiumechauik, Optik, Chirurgie« M e ch a it i k und die Ausstellung des deutschen B u ch g e w e r b c s Diese Auszählung erschöpst aber noch nicht alle Fächer deutschen Wissens und deutschen Könnens, die auf der Brüsseler Weltausstellung 1910 den Fremden gezeigt werden. Die Fülle des Gebotenen ist groß und mannigfach und Deutschiand tritt gut geivappnet und gerüstet in den sriedlicheit Wettstreit der Völker ein, dessen! Schauplatz die belgische Hauptstadt während der Sommermonate dieses Jahres sein wird!... Vssmnehtss. * Sen Eise n b a h n -Direktor, so naliltte der Haml- blirger Witz den verflossenen Tireklor des dortig«» Neuen Schauspielhauses, jetzige»» Direktor des.Wiener Burg-Thkaters', weil er während seiner Hamburger Amtsführung dauernd auf der Eise!!- bahn (nach Wien) tag. Im! „Tag" plaudert h'eiite ein Ent- täuschter: An der Kirchenallee steht bekanntlich das Deutsch!« Schauspielhaus', vis-ä-vis davon aber befindet sich der Haupk- bahnhof, und es hieß, der Boron stehe, wenn er in Hamburg weile, immer nur mit einem Fuße in seinem geliebten Theater^ mit dem anderen aber vor dem Billettschalter. allwv man die Hahrkarten nach Wien löse. Tatsächlich erschien Baron Berger in den letzten Jähren säst nur noch zu den Einstudierungen ihn persönlich interessierender Stücke in Hamburg; war die Premiere vorüber, so forderte er schleunig eine Fahrkarte nach Wien. M’O« Frage: die Entwickelung des! Schanspielhauses' Hat unter dieser 36 ftrtWäHrendM Abwesenheit seines Leiters beträchtlich! gelittütt. Hätte eS nicht das in jeder Beziehung ausgezeichnete Künstler- EnsömWe, die Uebelstiände hätten fidj iwch viel offsnlmrer gezeigt. Der Baron ist sicherlich ein genialer Thsatermianw. Seine EiN- studiermtaen waren ersten Ranges, Vv'll Gröhe in der Auffassung, teil Feinheiten in der Ausführung. Mer das Schauspielhaus lieh sich in den letzten Jahren alle Erstaufführungen von Bedeutung wn anderen deutschen Bühnen wegnehmen. Mit Berlin zu wetteifern — was es Hütte können, was es auch hätte müssen, wenn es tvirMch auf der Höhe bleiben wollte — den Ehrgeiz hatte es schon lange nicht mehr. Aber auch München, Köln, Düsseldorf, Mannheini!, Stuttgart zeigten größeren Ernst und Eifer und kanten ihm stets' und ständig zuvor. Es folgte nur immer „getreu in glänzender Spur". Es zeigte ferner zu wenig Interesse am Experiment, das nicht nur der Entwickelung der Schauspielkunst- svndem auch der Förderung der Bühnendichtung notwendig ist. Baron Berger hat in Schriften und Vorträgen Mancherlei Ideen zur Entwickelung und Unterstützung beider aus- Ssprvchen. Er hat aber nicht einmal den kleinen Finger gerührt, : praktisch zu erproben. Er tat seine Pflicht sozusagen; aber nicht mehr. Zuletzt fast noch weniger. Viele Einstudierungen Überließ er seinen Regisseuren, die anerkannt tüchtig und strebsam' sind; aber das schlaffe Regiment führte doch zur Annahme einer ganzen Reihe sehr minderwertiger Stücke, die nie auf dieser vor- nehmen Bühne hätten erscheinen dürfen. Der Baron stand eben Mit enrern Fuße immer im Hauptbahnhof; er blickte wie hypnoti- siert nach Wien, und wenn er nur irgend abkontmen konnte, ent- schwand er für Wochen nach der Kaiserstadt an der Donau. Es war schließlich ein offenes Geheimnis: er benutzte seine hiesigen Leistungen nur, irtn1 den Wienern zu zeigen, welchen Hexenmeister sie an ihrer verschkentherten Burg haben könnten, wenn sie nur wvl'lteu. Es kam die Schlentherkrtft, und dev Baron ward immer üusickstbarer. Nun natürlich, man wußte ja, er hatte seinerzeit die Leitung des Schauspielhauses nur unter der Bedingung über- NvMinen, daß eine Berufung cm die Burg alle Verträge null. Nird nichtig mache. Aber, wie gesagt, man verließ sich„da>-.gnf baß ««viss« Hindernisse in Wien Wh-Uni der'MKomatie Bergers Nicht Überwunden werden Grauem So erschien der Bawn Plötzlich nn S?«tte 'ititer Lieben, der Schauspielhausi-Getreuen, redete- ch'Iicre ihnen die Hände, hatte Tränen im Auge, sagte MM Schluß mit belegter und bewegter Stimme: „Run habe rch's überwunden, ich bleibe auf immer eiter!" Diese Wirkung! Man haschte nach der Hand des edlen Mannes, Man drückte sie — Rührung auf der ganzen Linie! Und der Baron, der immer eine leise Schwäche für melodramatische Effekte hatte, erschien auch auf der Bühne unter seinen Schauspielern, und die gwße Szene spielte sich noch einmal ab. Gegenseitiges' Treuegelübde war ihr krönender Schluß. Schöner Traum ! Aber: weg, du Traum, so Gold du bist. Johanna geht, und nimmer kehrt sie wieder! Tie witzigen Hamburger waren platt. Ihre Gesichter zogen sich in eine ganz unwahrscheinliche Länge. Tas eben noch so gerührte Schauspielhaus-Konsortium schrie nach niederschlagenden Pulvern. Nach fürchterlicher Verwirrung sammelte es sich denn Mt einer männlichen Erklärung. Aber zwischen den Zeilen klang der fassungslose Grimm, düpiert worden zu sein, nur allzu deutlich hervor. * Ei n ergötzliches Geständnis hat ein der Berliner Kriminalpolizei als Stellenschwindler bekaimter Theatergarderobier Stanislaus Weyreuther im Justizgefängnis zu Stettin abgelegt. Der Verhaftete hat folgendes Selbstbekenntnis niedergeschrieben: „Ich habe im Januar 1906 in Sorau in der Niederlausitz mit einen« impatentierten Pappkarton und einem schwarzen Lappen ehte Unmenge Geld unredlich verdient. Tie Sorauer Polizei wird sich mit Hilfe der Polizeiakten erinnern, daß in den ersten Januartagen 1906 in dem Eckhotel auf dem Markte eilt Künstler wohnte, der mit seinem Apparat in der Stadt und Umgegend Aufnahmen machte, nteist Geschäftsleute, Hotelivirte, Fleischer nsw. besuchte, dieselbigen, nachdem ihm zehn bis zwanzig Mark angezahlt waren, in Positur stellte und, nachdem er seinen Riesenapparat mit einem großen, schwarzen Lappen bedeckt (unter welchem er sein Lachen verbeißen mußte, was ost nicht leicht war) zu photographieren vorgab. Tie von mir „Äufgenominenen" bekamen ihr Bild nie zu sehen, nur ick« ihr Geld, den Vorschuß. Nachdem die Zeitungen mir mein Arbeiten durch ihr Zetergeschrei unmöglich gemacht, suchte ich anderswo Kundschaft. Der Riesenapparat war nichts anderes als eilt Pappkarton, der durch geschickte Hände das Aussehen eines photographischen Apparates erhalten hatte. Bevor ich die Stadt verließ, bezahlte ich meine Hvtclrechnung. Wegen eines Diebstahls, .den ich zu gleicher Zeit bei einem Sorauev Malermeister verübte (W. mietete sich bei diesem als Geometer ein und stahl unter anderem zwei Bilder im Werte von 450 Mark. T. Red.) bin ich in Posen abgeurteilt. Tiefe Sache habe ich immer bestritten, mich auf mein verändertes Aussehen stützend. Und habe dann nichts weiter gehört. Daß ich auch einen Kvnp kurrenten hatte, der später auch „alle" wurde, ist mir bekannt. Derselbe war mir nicht so ganz fremd, denn ich wohnte oft mit thm in demselben Hotel. Bitte nnt weitere Anzeige an die Staatsanwaltschaft. Stanislaus Weyreuther, zurzeit Stettin, Justiz-Gefängnis, ab Januar 1910 in Kiel im Jüstizgefäugnis zu finden." . . "re e t g c N a r t t g' e W e t t d, die iM Lauft 'dieses JähreS noch ihre Erledigung suchen wird, wird, wie man bent Tag miss-, teilt, zurzeit in Paris viel besprochen. Ms die Welt-Ausstellung' von 1900 geschlossen wurde, ließ man die große Uhr des' sogeuanniKst „Petit Palais" an der Alexaitderbrücke stehen und zog sie seither nicht wieder auf, vermutlich', weil kein Funktionär als Uhraufzieher im Budget der Stadt Paris stand. Ein Amerikaner, bet! Paris gut kennt, wettete damals mehrere tausend Dollar, daß die Uhr wenigstens zehn Jahre lang unaufgezogen stehen bleiben, werde. Jetzt sind mehr als neun Jahre unt, und die Uhr zeigt! noch immer wie beim Schlüsse der Welt-Ausstellung sechs Ulm zehn Minuten. Pouvard, der Architekt der Stadt Paris, stellt nun aber den Antrag, gewisse Reparaturen am' Petit Palais auszuführen, unter denen auch das Wicderaufziehen der 'Uhr figuriert. Es fragt sich Nun, ob diese schwere Arbeit bis zum November dieses Jahres getan sein wird oder nicht. J'm letzteren Falle hätte der! Amerikaner seine Wette gewonnen. . * Eine sympathische Sekte. Im Kaukasus hat sich emo neue L>ekle gebildet, bereit Grundsätze geeignet sind, ihr tit der ganzen Welt zahllose begeisterte Anhänger zu verschaffen. Schon ihr Name klingt äußerst sympathisch. Sie nennt sich die -L-ekte der Faullenzer. Ihr Stammgebiet ist Grusien. Dort tanchtö vor kurzem ein Prophet auf, der von der herrlichen Faulheit zu predigen begann. Er erzählte bm Leuten, biß von allen Seitost herbeiströmteit, intti die neue Heilsbotschaft zu vernehmen, daß matt bloß 3'A Tage in der Woche arbeiten dürft, die anderen 8’1/2 Tage aber dem köstlichen Nichtstun weihen müsse. Diese angenehme Weisheit fiel sofort auf fruchtbarsten Boden. Zu Hunderten be* kehrten sich die Hörer zu der neuen Lehre. Sie arbeiten fortMtz nur um Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Die anderen Tage bleiben „blau". Wer sich eines Ungehorsams gegen die Satzung zu schulden kommen läßt, muß Straft zahlen. Die Geldstrafen schwanken zwischen 25 und 50 Rubel. Bon Grusien aus vev- breitet sich di-e neue Lehre auch auf andere Gebiete des Kaukasus, und- hgjftnklich wird sie in hinein die russische Westgrenze dmch Mitteleuropa hin überschreiten. Man darf annehmen, daß sich bald auch eine radikalere Gruppe bildet, die sich gegen die noch übrig gebliebenen 31/2 Arbeitstage wendet. * Verdächtig. „Was würden Sie tun, wenn Sie auf der Straße einen Hundertmarkschein fänden?" — „Ich würde mich nmsehen, ob der Verlierer tn der Nähe ist." * Widersprach. „Huber, jetzt sollt Ihr Euch doch etwas vorbereiten zur Reise in die Ewigkeit." — „Wissen Sie, Herr Pfarrer, vorläufig bin ich gar nicht reiselustig!" * Zerstreut. Professor: „Also Sie sind der Mann, benii ich vor drei Jahren den Magen operierte; ich wollte mich immer mal nach Ihnen erkundigen, — sind Sie denn damals am Leben geblieben?" Literatur. — „Musik für Alle". Das soeben im Verlage von Ullstein u. Co., Berlin, erschienene neueste Heft der Zeitschrift „Musik für Alle" bringt Lortzings „Wildschütz". Die sonnige Heiterkeit, die über dieser Partitur liegt, wird in dem Heft vortrefflich zum Ausdruck gebracht. Es sind die schönsten Szenen aus diesem Meisterwerk der „Komischen Oper" zum Abdruck gelangt. — Die Innendekoration, die von Hofrat A. K0ch herausgegebene angesehene Zeitschrift für Wohunugskuust und den gesamten inneren Ausbau, beginnt mit dem eben erschienenen Januarheft den 21. Jahrgang. Was die „Innendekoration" in den 20 Jahren ihres Bestehens geleistet hat, kann nur der Fachmann ermessen, aber auch der Laie weiß, daß sie Führer auf bent Gebiete der Wohnungskunst gewesen ist. Daß sie diese bedeutende Stellung nicht aufgeben, sondern in erhöhtem Maße in bestem Sinne ausbauen will, das beweist der reich illustrftrte Inhalt des neuen Heftes, das folgende Aufsätze umfaßt: Arch. E. Newton u. C. R. Ashbee-London: Englische Landhäuser: Prof. Emanuel v. Seidl-München: Billa Dr. Richard Strauß und Landhaus v. Seidl-Murnait; Prost Bruno Paul-Berlin: Speise- und Schlafzimmer ; Prof. Carl Sieben-Aachen: Herrensitz Hupertz-Aachen; Arch. I. A. Campbell - München: Landhaus Schickendanz; Die Arbeiterwohnungs-Ausstellung in Zürich. Ferner: Halle im Schlosse Baron v. Waldhausen, von A. Bembs-Mainz; Caftz Palace-Wien, von Leopold Forstner-Wien; Mosaiken, Korb- und Gartenmöbel, Blumentische, Vorhänge, Beleuchtungskörper usw.» und viele anregende Text-Beiträge. — Verlag von Alexander Koch in Darmstadt. Rätsel. An den Ufern des Rheines war einstmals unsere Heimat! Schlägst du ben Kopf uns ab, ivinkt dir ein labender Trank. Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des Rätsels in voriger Nummer r P a r s e v a l, Parsiial. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brtthl'fchen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.