MU M 6 M-üW MW W W ; »SUWW AöMigin Crnse. Zu ihrem IGO. Todestage — 19. Juli. Von Max Bcwer (Laubega st- Dresden). (Nachdr. Verb.) Nehmt alle Rosen, die in Deutschland blühen, Und legt sie dieser Königin auis Grab, Tie ihrem Volk im feurigen Erglühen Sieh selbst dahin ivie eine Rose gab. Ein Liebling auf dein Schoß von Goethes Mutter, Ins Leben schritt mit sreigeweekiem Sinn, Für Schiller schwärmend und erfüllt von Luther, Geschaffen wie zur Deutschen Kaiserin . . . Sie trug den ersten Kaiser unterm Herzen, Ter aus bem Sande Brandenburgs entsproß, Als ivenn ihr Golt bestimmt, daß sie in Schinerzen Das harte Land mit Tränen erst begoß — Ach, der Geschichte göttlich dunkles Weben Ist rote ein Mutterherz an Schinerzen reich, Ihr Sohn gekrönt, sie ein zerschmettert Leben, Der Ernte er und sie der Furche gleich I . . Wie aus dem Schoß der heil'geu Mutter Erde Jn> Frühling strömt ein warmer Schollendust, Weht ivie ein Mittag-Rauch vom Heimatherde Ein blätter Hauch um ihre Atarmorgruit — Sie ist das Erdreich, deut wie gold'ne Aehren Entreift ein neues herrliches Geschlecht, Das mit der Wucht von unbesiegten Heeren In Frankreich furchtbar ihren Tod gerächt! Ter jtmge Bismarck tveittte lief erschüttert, Als bitter er Deitt Schicksal mitgefühlt, Ernahm die Fahne auf, die schaitzersplittert Heinrich von Kleist im Tod umklammert hielt, Der wie ein Ritter mit zersprung'nem Degen Lttisens Throit verbltttend noch bewacht, Uitd Bismarcks Wut entflantmt zu Hantnterschlägen Jin Donner einer tteiteit HertnannSschlacht I Hier rauscht ein Tiesguell deutschen Seelenlebens... Hier kniee Volk! . . itstb schöpfe mit der Hand Das Jordanwasser heiligsten Bestrebens gu neuer Tat fürs alte Vaterland, ier fließt die Träne, die Ltiise weinte, Als Schillers edler Dichtermttnd sich schloß, Zermalmt sich mit Andreas Hofer meinte, Als man sein Herz in Mantua zerschoß! . . O lernt ivie sie die deutsche Heimat lieben, Die feindumdroht der Liebe stets bedarf, Auf die mit Kolbenschlag und Säbelhieben Sich mehr als einmal halb Europa warf, Ultd der doch Gott auf diesem Kampsplaneten Hat anvertraut das hehrste Menschengut, lind die schon inanchmal lag in Staub getreten, Wie einst Luisens königliches Blut! . . Wie eine Rose, deren Blätter fallen, Das Land erfüllt mit wunderbarem Duft, Quillt tröstlich wie gesandt aus Himmelshallen Ein blaues Licht aus ihrer LeidenSgruft. Schmückt ernst ihr Bild mit einem Efeusträußchen Und bindet eine Rose still hinein, Bewahrt es treu in jedem Schloß und Häuschen • Und laßt es heilig jedem Deutschen feilt! Das schlafende Heer. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.). Der Propst sah seinen Vikar voll Bewunderung an. „Du verstehst's!" — „Doktor, da sehen Sie Mal" — er streckte das eine umwickelte Bein steif von sich — „was sollt' ich bloß machen, wenn ich den Gorka nicht hätte?!" „Nicht so viel trinken," mahnte der Arzt. „Trinken — trinken, Ma krew, was Sie da sagen! Mal ein Gläschen! Was soll man denn machen die ganze Zeit?!" „Na ja, man weiß schon!" Wolinski lachte. „Abertz eh' ichs vergesse, sagen Sie ntal, Hochwürden, säuft das Weib, die Ciotka? Die Nasse sieht so aus; der Puls ist auch danach." Piotr Stachowiak machte ein Gesicht, wie weiland seitt Ahnherr, Pieczor Stachowiak, der Dorfgeiger — der, trunken von einem Tanze heimkehrend, in die Wolfsgrube fiel und dem Wolf, der drunten saß, aufspielen mußte, damit ihn der nicht fresse — so bittersüß, so gegen den Strich. „Mas ein Gläschen, ein Gläschen!" stammelte er, „iver wird nicht?! Aber sausen, was denken Sie? Hier säuft kein Mensch!" „Na, (Die müssen's ja wissen!" Der Arzt empfahl sich der Vikar gab ihm höflich das Geleit, Draußen schnob der Wind, das Dorf lag still und dunkel, die Hütten ruhten wie schwarze Särge, in denen kein Leben mehr atmet. Als die davonrumpelnde Doktor- kalesche längst nicht mehr zu hören war, stand der Vikar noch immer unter der Haustür — — —i ganz fern, in Chwaltborczyce, faßen sie jetzt noch beim Jagddiner -i wie Frau Jadwigas iveißer Nacken blendete!--Diener in der Garczhnskischen Livree präsentierten! Als die Gorkas noch ihre Güter besaßen, hatten sie auch Jagddiners gegeben und schöne Frauen gehabt und — bah, alles vergänglich! Der junge Geistliche hob sein blasses Gesicht: nur, was) zur Ehre Gottes geschieht, das allein bleibt! * Als der Niemezycer am andern Vormittag zeitig in Pociecha-Dorf einritt, saßen bei EljakiM Eiweih ihrer etliche im Wirtshaus. Als sie den Hufschlag des Pferdes hörtech stürzten sie alle neugierig vor die Tür. Der Herr hielt an. Der Wirt zerriß sich fast: wollte der gnädige Herr nicht! einen trinken, 'nen ganz extrafeinen, eiweih, viel zu fein für die Bauern?! Nein, trinken wollte der Herr nichts. Er fragte nur den sich immer wieder von neuem tief bückenden Wirt nach der Wohnung der Ciotka Ah, der Herr Baron wollten zur Ciotka?! Durfte man dem Herrn Baron zeigen?! Durfte Man dem gnädigen Herrn Baron das Pferdchen halten?! 434 Alle waren dazu erbötig. Ein zerlumpter Bursche trabte vorauf. Doleschal trabte nach; seine Augen waren nicht hell, der Kopf war ihm schwer. Die Weine beim gestrigen Diner konnten das nicht gemacht haben, die waren gut gewesen, aber doch war ihm, als hätte er einen Katzenjammer. Helene hatte schon geschlafen, als er nach .Hause gekommen war, und es hatte ihm leid getan, sie zu wecken. Er hatte nur an ihrem Bett gestanden, die Kerze hochhaltend, daß ihr Schein voll auf das helle Gesicht fiel, und ihren Schlaf betrachtet. Die Lider waren so sauft geschlossen, die Stirn glatt — sollte er diesen Frieden stören? Es dünkte ihn grausam, wußte er doch, beim ersten Wort würden sich diese graben Brauen gespannt ängstlich hochziehen —• nein, nicht sie erschrecken! Warum hatte er sich auch zu einem Benehmen fortreißen lassen, das ihn jetzt reute?! Er hatte das Gefühl, etwas Dummes gemacht zu haben und wußte doch nicht recht, was — nein, zu erzählen ivar da eigentlich gar nichts! Und das mit der Ciotta erfuhr sie morgen noch zeitig genug! Am andern Morgen aber fühlte Helene sich nicht ganz wohl, und so 'konnte er ihr dann auch nichts erzählen, würde sie doch sicher darauf bestanden haben, ihn trotz ihrer Erkältung nach Pociecha-Dorf zu begleiten. Also später, später einmal! — Der Niemczycer mußte sich bücken, als er jetzt unter der Ciotka Tür trat. Er fand sie nicht allein, ein halbes Dutzend Weiber waren bei ihr; die Stube war voll von Ge-- schwätz und Gestank. Es verneigten sich alle ties. Die Ciotta, die bäuchlings zwar, aber sonst ganz vergnügt auf der Ofenbank lag, erhaschte seinen Mantelzipfel: „Ter gute gnädige Herr, der beste gnädige Herr im ganzen Königreich! Jesus Christus und feine Mutter Maria sollen es ihm geseguen, millionenmal, ihm und seinen Kindern und seinen Kindeskindern!" Nein, es ivar gar nicht schlimm, es hatte ihr gar nichts getan, nur der Schreck hatte sie zu Boden geworfen, nur der Schreck! Wenn der gnädige Herr nur ein paar Groschen würde geben, um Feuerung zu kaufen, und ein paar Groschen für Brat, würden alle Heiligen es ihm gesegnen Hundertmillionenm al! Wie? Hatte sie denn noch kein Geld bekommen?! Er hatte doch Frelikowsti solches für sie eingehäudigt! Nein, so wahr ihr Gatt Helse! Gleich auf der Stelle wollte sie sterben, fahren in die unterste Hölle, wenn sie schon hatte einen Pfennig gesehen. „Daß der Wolf in fresse, der Donnerstein ihn erschlage, den Dieb, den Schinder, den Räuber, den Zagac!" Sie schrie Zeter. Mit glänzenden Augen lugten die Weiber: nun würde der Herr Baron gleich seine Börse ziehen! Ach, sie lvaren auch alle sehr arm, sehr bedürftig! Kalte Zeit und keine Feuerung, hungrige Zeit, kein Mehl im Kasten, die Kartoffeln schlecht geraten -- bitte, bitte! Sie drängten sich alle um ihn und küßten seinen Nock. Die Giotka ließ den Zipfel seines Mantels nicht fahren Er teilte noch einiges aus, vertröstete auf Frelikowsti der mußte das Gelo ja bald bringen! — und entkam so altS der Hütte, von den Segnungen der Weiber umrauscht. Draußen bei dem Burschen, der das Pferd hielt, hatten sich einige Männer, eingefunden. Demütig zogen sie die Hüte tief: sie waren auch Treiber gewesen'gestern bei der Jagd, iveuig gefehlt, und der Herr Baron hätte auch ihnen eine Ladung Schrot zu kosten gegeben — sollten sie denn gar nichts haben? Ein Äröscbchen für ein Bier, ein halbes Gröschchen nur für einen Wodka! Aber Doleschal schwang sich aufs Pferd: „Ans dem Weg!" Das fehlte noch, das Schnapstrinken nnterstützen! Rasch ritt er davon.' Eine große Erleichterung fühlte er, als er zum Dorf hinaus ivar: Gott sei Dank, mit der Ciotka stand es gar nicht schlimm! Ter Kopf war ihm auf einmal viel leichter, der Nebel, der ihm vor dem Blick gefegeit, verschwand. Ter schwarze Kirchturm blieb hinter ihm zurück, vor sich sah er die sauberen Häuschen der Ansiedler und drei kleine Mädchen, die auf Pociecha-Kolonie znwanderten. Alle drei waren in wolleneu Käpüzchen, darunter hingen die blonden Zöpfchen ordentlich geflochten. Als drei trugen Tafel und Griffelbüchse und ein Büchlein unterm Arm, Aber was wär ihnen denn? Tie Größte in der Mitte weinte laut, und die Kleineren, rechts und links, troddelten still betrübt. Arine Kleinen! Ter: Wind hätte sich: in ihre Röckchen verfangen und trieb sie vor sich her Ivie vom Stengel gerissene Blumen. Doleschal hielt sein Pferd an — das waren deutsche Kinder! „He, ihr da, warum weint ihr?" Zu Tode erschrocken blickten die kleinen Mädchen auf. Er lächelte sie freundlich an, aber scheu sich an den Händen! fassend, rannten sie davon, querfeldein, bis sie sich duckten im nächsten Graben. — Doleschal ritt durch die Ansiedlung. BoM Haus der Rheinländer her wurde ihm ein Gruß. Tas stand nun schon seit Ende Oktober recht stattlich unter Dach, aber die Hilfe der Kommission hatte man doch noch in Anspruch nehmen müssen, sonst wäre es nimmer so rasch fertig geworden, der Winter wäre einem über den Hals gekommen. Peter Bräuer -stand unter seiner Tür, breitbeinig die mächtige Gestalt hingestellt. Aber seine Stirn war nicht' frei; dem Wind entgegen, der ihm ganze Hände voll Winterhärten Ackerstaubes ins Gesicht warf, blinzelte er finster in die Weite. „Kommen Sie von Poeiecha-Torf, Herr? Haben Sie mein' Kinder nit unterwegs gesehen?" „Ich sah drei kleine blonde Mädchen unterwegs —i lveun das die Ihren waren?" Doleschal hatte angehaltech Bräuer kam dicht zu ihm heran. „Wissen Sie, Herr," sprach er gedämpft, „mer darf et ja nit laut sagen —: hier nebenan die polackschen Weiber tun einem sonst gebrannt' Herzeleid an, die Poln'schen hängen ja all zusammen wie die Kletten — aber dem Ruda, dem Kerl, dem Schwein, dem brech' ich noch cns dal Genick! Tat will 'ne Lehrer sein?! De verwechselt ja die Antillen un mir un mich, wie die ganz gewöhniglichen Leut'! Aber de soll't dat doch besser toi)feit, de soll doch die Kinder wat lernen!" Er schüttelte ärgerlich den Kopf. „Ich begreife Sie nicht" Doleschal war ungeduldig, immer, wenn er den Mann traf, hatte der was zuüiägen — „der Ruda ist doch ein tüchtiger Mensch uiib auf dem! deutschen Lehrerseminar in Fraustadt gebildet!" „No, da hat de aber sein Deutsch schnell verschwitzt!" Bräuer lachte erbittert. „Un denn hat er mich bat Sett- chen als schon e paarmal nachsitzen lassen. Dat is! doch en klug' Kind un macht fein' Arbeit — bat darf de Kerl nit tun! Tat hat mer nit nötig, sich gefallen zu lassen! Hören Sie, Herr," — etwas ruhiger werdend lenkte er das Pferd am Zaum seinem Hause zu — „steigen Sie 'ne Momang ab! Tat Kettche möcht' Ihnen doch so gern' wat sagen!" Was war denn nun schon wieder?! Es war wirklich schlimm mit den Bräuers, so .umgänglich sie auch schienen, so kribbelig waren sie! Und so breitspurig! Tie klobige Gestalt des starken Mannes füllte fast bett! ganzen Flur aus. Bor seinem Gast herschreitend, ritz er die Tür zur Küche auf: „Kettche, da ist de voni Doleschal!" „O, nit hier ereilt," rief erschrocken die Frau, die beim Abwaschfaß stand-, „drüben in die gute -Stilb’!" Und die nassen Hände an der Schürze trocknend, stürzte sie vor den Männern her und riß das weiße Schutzlaken vom Kanapee. Nun stand es, prangend in seinem geschonten grünen Rips mit seiner Garnitur Häkeldeckchen unter dem Glaskästchen mit dem Goldrahmen, darin die Frau ihren Brautkranz verwahrt hielt. Doleschal wollte ihr ein Vergnügen machen und sah sich um. „Wie hübsch haben Sie's hier!" sagte er, obgleich ihm die seuchtiaite Luft im Zimmer unangenehm aufsiel. An der Wetterwand drohte die neue Tapete schon wieder abzufallen; das Haus war gar zu schnell bezogen worden. „Gelt ja, dat is ganz nett hier," seufzte die Frau und strich wie zärtlich mit der Hand über die Häkeldecke der Kommode, auf der Familienphotographien standen und bunte Tassen mit Goldrand. „Se sagen all, bat wär ’ne Unsinn, dat wir so viel hierhin mitgeschleppt hätten, aber mer kann sich doch nit von allen Andenken trennen! Taust fühlt mer sich ja nie zu Haus!" „Und geht's denn jetzt besser?" Doleschal nickte ihr zu; ihr Wesen und- ihr Gesicht, das einst hübsch gewesen seist mochte, -als es noch rund war, gefielen ihm wohl. „Och -eja, danke, et is ja soweit ganz gut hier! De Herr Probst is 'ne freundliche Mästst, und de Herr Vikar hat uns als en päarmäl besucht, IN der ersten Zeit, als 435 ich eso unglücklich war und mich gar uit schicken könnt', hat De mich immör so schön getröst'. Un et is ja auch schon besser geworden, Gott sei Dank!" Sie faltete die Hände. „Un et wird noch immer besser, sagt de Herr Bitar. Aber traurig is dat doch> bat ich nit verstehen kann, wat Je in der Kirch' sagen. AM zweiten Wrihnachtsfeiertag kriegen ivir en deutsch' Predigt, sagt de 5zerr Vikar, aber wat is dar doch noch eso laug hin! Ich soll mir nur Müh' geben, sagt de, bat ich sein' Predigt verstehen lern', — und wenn ich se auch uit verstäub', zum Segen töt se mir doch gereichen. Dat soll ja wohl eso sein, wann de Herr Vikar bat sagt — -aber, kucken Se, lieber Herr, er hängt doch un jeder an seinem Glauben, und et is mich doch immer so, als wär bat hier wat ganz andres. Ich sagt' als zum Peter, ba^ drum möcht ich de Herr Baron wohl em al fragen, bat wird ße sicher verstehen, wenn de auch nit nnsern heiligen Glauben hat!" ' Sie sah den Herrn vertrauend an, über und über errötend ob ihrer Kühnheit. (Fortsetzung folgt.) Was Mich der Reisende von fremden sprachen wissen? Von Eduard Engel- Berlin. (Nachdruck verboten.) Ich kehre von einer Reise nach Aegypten zurück un!) Habs dort, wie so ost in fremden Säubern mit schwieriger, wenig bekannter Sprache folgende Beobachtung gemacht: überall stieß ich auf Reisende, die mit Fremdenführer oder Dolmetscher ihre Wanderungen und Besichtigungen vornahmen und dadurch natürlich jede Selbständigkeit, nach meiner Meinung den größten Reiz einer Reise, einbüßten. Alles wurde ihnen in ihrer Sprache bequem entgegengebracht, das eigene Aussuchen wurde ihnen erspart, Abenteuerliches, Unvorhergesehenes war ausgeschlossen, und vor allem irgend eine menschliche, geistige Beziehung zu den Eingeborenen! gab es nicht. Diese Art von Reisenden reist nicht, sondern sie! wird gereift, wenn die Grammatik diese Wendung zuläßt. Die anderen Reisenden sehen alles, was die von Fremdenführern und Dolmetschern herumgeschleppten Reisenden zu sehen bekommen, aber sie sehen noch etwas mehr, denn sie werfen doch hier und da einen Blick in die Seele des sie umgebenden Volkes — und, was auch nicht zu verachten ist, sie behalten das Geld! für die Reiseführer in ihrer Tasche. Daß sie obendrein sich ihre Unabhängigkeit, ihre freie Bewegung wahren, ist noch mehr wert, als die ersparte Ausgabe für die Fremdenführer. Das Geheimnis besteht natürlich in der Kenntnis der fremden Sprache. — Ganz gut, denkt der Leser, aber man kann doch Unmöglich die Sprachen all der vielen Länder beherrschen, hie heutzutage nacheinander von einem Reisenden ausgesucht werden; das würde ja einen so ungeheuren Aufwand geistiger Kräfte, eine solche Anspannung des Gedächtnisses fordern, daß nur außergewöhnliche Menschen mit besonderer Sprachbegabung dem gewachsen wären. Da ist es doch wohl zweckmäßiger, man spart seine Geisteskräfte für wichtigere Lebensaufgaben, bezahlt einen Fremdenführer, sieht alles aufs bequemste, strengt sich geistig nicht an und kehrt, zwar ohne eigene innere Reisetätigkeit, aber behaglich und reich belehrt in die Heimat zurück. Oder, .was das Beste ist, man schließt sich gleich von Hause aus einer Reisegesellschaft an, also ein Deutscher etwa der deutschen Führung von Stangen, und laßt sich als Nummer soundsoviel einer. Stangenschen Reisegesellschaft durch das fremde Land schleppen oder, wie man es höflicher nennt, bugsieren. Für eine Reise nach Frankreich und England hält sich der gebildete Deutsche zur Not auch ohne Stangen und Fremdenführer für genügend vorbereitet; dagegen schon nach Italien reist er unter Umständen „geführt"; denn Italienisch hat er in der Schule nicht gelernt, und für Länder wie Spanien oder gar für den Orient, also die Türkei, Palästina, Aegypten, auch Griechenland, glaubt der durchschnittliche Reisende ohne Führer unmöglich auszukommen. Ich kann von mir nicht behaupten, daß ich. die Sprachen aller Länder, in denen ich gereift bin, beherrsche; dennoch habe ich niemals einen Fremdenführer gebraucht, habe mich auch nie-! Mals einer Reisekarawane angeschlossen, sondern bin stets meine eigenen Wege gegangen und — bin keinen besonderen Schwierigkeiten dabei begegnet. Ich führe das letzte Beispiel aus in einem Reiseleben an: meine Reise in Aegypten. Ich hatte wenig Zeit, um ägyptisches Arabisch gründlich zu lernen, konnte auch meinem strapazierten Gedächtnis nicht mehr eine so schwierige Aufgabe zumnten. Ich habe es aber so gemacht, wie ich es in ähnlichen Fällen seit vielen Jahren zu machen pflegte: ich habe die Grammatik und das Wörterbuch des Reisenden vorher in iveniger als einem Monat gelernt, bin vortrefflich damit dnrchgckommen und teile jetzt meine Erfahrungen zum Nutzen hoffentlich recht vieler Nachfolger mit. Sie lassen sich natürlich auch auf alle andern Sprachen anwenden, die ein Reisender braucht. Ueber die sprachlichen Anforderungen an einen Reisendien int Orient herrschen die übertriebensten Anschauungen. Selbstverständlich gehört ein Studium von mindestens einem Jahr dazu, um es in einer so schwierigen, formenreichen Sprache wie Arabisch so weit zu bringen, daß in ast über alle Gegenstände eine flotte! Unterhaltung mit einem Aegypter, nun gar mit einem gebildeten, führen könnte. Für Reisende, die sich die höchsten Ziele stecken, die Land und Leute gründlich erforschen wollen, bedarf es natürlich eines gründlichen Sprachstudiums, und für Reisende dieser Art sind meine Betrachtungen nicht bestimmt. Dagegen braucht der flüchtige Reisende, der „Tourist", der ohne wissenschaftliche Zwecke reift, der gewissermaßen nur den leichten Schaum von der Oberfläche des Lebens eines fremden Landes abschöpfen will,- eine erstaunlich geringe Sprachkenntnis. Wir wissen ja aus. eingehenden Feststellungen, daß überhaupt der Verbrauch von. Sprachstoff für das gewöhnliche Leben, zumal in den unteren Gesellschaftsschichten, ein äußerst geringer ist. Sprachforscher haben feftgeftellt, daß z. B. der ganze Wörterschatz eines Bauern in abgelegener Gegend Höchstens 400 Wörter umfaßt. Es wäre also möglich, nach Erlernung dieser 400 Wörter sich mit einem! solchen Bauern über alle Gegenstände zu nnterhalten, die in den Kreis seines täglichen Lebens und Denkens fallen. Ich behaupte nun, daß ein Reisender, zumal im Orient, nicht annähernd soviel Wörter zu lernen braucht. Ich habe für meine Reise nach Aegypten! höchstens 150, sorgfältig von mir ausgewählte, gelernt, das heißt, mir so eingeprägt, daß ich ohne Besinnen darüber verfügen konnte, und ich habe davon noch eine ganze Anzahl ungebraucht zurückgebracht. Man bedenke wohl: einen wesentlichen Teil der Sprache! eines fremden Reisenden, also eines sprachkundigen, bildet die! Gebärde. Mit der bloßen Gebärdensprache drückt der Reisende vielleicht mehr als die Hälfte aller seiner Wünsche und Bedürf-, nisse aus und wird damit meist besser verstanden, als mit seinen schlecht ausgesprochenen und falsch betonten Wörtern der fremden Sprache. Wenn ich also das Wörterbuch des Reisenden auf höchstens 150 bemesse, so erhöht sich durch die Gebärdensprache dieser Wörterschatz mindestens auf 300, wahrscheinlich auf 4—600, nutz damit kann man schon das meiste ausdrücken, was man bei den vorübergehenden, wenig tief dringenden Beziehungen des Reifenden zu den Bewohnern eines fremden Landes braucht. Obenan steht für mich als Reisenden in Ländern fremder Zunge die genaue Kenntnis ihres Geldes. Nicht nur den Geldwert sollte man kennen, sondern auch die Münzstücke selbst, was ja nicht übermäßig schwer vor Antritt einer Reise zu bewerkstelligen ist. An Wichtigkeit in der eigentlichen Sprachkenntnis stelle ich zu oberft die Zahlwörter. Diese nicht sttimperhaft, sondern mit möglichst richtiger Aussprache flott anzuwenden, bedeutet drei-, viertel der Grammatik und des Wörterbuches eines Reisendem Es ist nicht nötig, zu wissen, wie 1902 auf Aegyptisch-Arabisch! heißt; dagegen muß man die Zahlen von eins bis zwanzig am| Schnürchen haben. Sehr nützlich, wenn auch schon weniger wichtig, ist die Kenntnis der höheren Zehner, deuii der gewöhnliche Tages-, verkehr des Reisenden bemegt sich meist innerhalb des Zahlen-, gebietet von eins bis zwanzig. Fast allen Sprachen gemeinsam' ist die Erscheinung, daß nur die Zahlen von eins bis zwölf als ganz fremde Vokabeln auswendig gelernt werden müssen, während sich die Zahlen von dreizehn bis zwanzig aus den Grundzahlen keicht ergeben. Die Erlernung der Zahlwörter stellt also keine! allzu hohen Anforderungen an das Gedächtnis. Wie nützlich es fein kann, die Zahlwörter mindestens bis 100 zu beherrschen, das habe ich in dem einzigen Falle erfahren, in dem ich während! des ganzen Aufenthaltes in Aegypten vorübergehend in einen schwierigen Lage war. Ein Kutscher, den ich auf Zeit genommen hatte — der Ausdruck „auf Zeit" gehört natürlich auch zu den notwendigen Vokabeln des Reisenden — und dem ich vorher deutlich und von ihm richtig verstanden gesagt hatte, was ich alles 4» sehen wünschte, versuchte unterwegs beit Vertrag nmzustoßen durch die Behauptung, ein bestimmter Punkt des Weges liege außerhalb des Gebietes für den Zeittarif. Er stieg vom Bock, hielt mir mit orientalischer Lebhaftigkeit eine längere Rede, biß ich nur zur Hälfte verstand, die mich aber gar nichts anging, dck wir uns vorher über Weg und Berechnung geeinigt hatten, und wurde ungemütlich. Ich blickte auf seine Droschkemtummer, sie war 109, sie lag innerhalb der Grenze meines bescheidenen Wörterbuches, und ich hielt ihm folgende eindrucksvolle Rede auf Arabisch: „Mije tissa! Karakol!" Meine Rede wirkte wie ein Zauber: lachend stieg er auf den Bock, und alle Schwierig-, keilen waren gehoben. Die Uebersetzung meiner großartigen Rede lautet einfach: „109! Polizei!" Abkürzung für: „Du wortbrüchiger Schlingel, deine Droschkcnmimmcr ist 109, und wenn du jetzt nicht auf der Stelle tust, was wir verabredet haben, so zeige ich dich der in Droschkenkutschersachen unerbittlichen Polizei von Kairo an, und bann weißt du, was die Folge ist." Außer Wörtern wie Ja und Nein, Halt und Vorwärts'/ Langsam Und Schnell (bei der Benutzung von Kamelen oder! Eseln) muß der Reisende int Orient — im Okzident schaden sie auch nichts — einige kräftige Wörter der Abwehr fertig bei der Hand haben. Ein gewisser Reichtum auf diesem Gebiete macht sich gut bezahlt. Man muß wissen, wie man sich freche Bettler Mit heilen Gliedntaßeit vom Leibe schafft, was im Orient mit einer liebreichen Wendung wie: Gott möge dir geben! wirkungs- voller geschieht als durch liebloses Fortweisen. Man mutz aber 'auch über einige recht kräftige Redensarten verfügen, um den sich um die Person des Reisenden balgenden Eselstreibern und Fremdenführern die Wege zu weisen. Gegen das allbekannte! „Jmschih" sind die Söhne des Deltas wie der Wüste schon ab- gebrüht: man suche sich also aus den Sprachführern oder Grammatiken einige derbere Wendungen aus: mit angemessener Betonung losgelassen, erfüllen sie meist ihren Zweck. Noch immer kommen dann in der Reihenfolge der Wichtigkeit weder Hauptwörter noch Zeitwörter, sondern wichtiger sind einige Fragewörter: Wo? Wohin? Wieviel? („Kostet" ist nicht unbedingt notwendig.) Alsdann erst empfehle ich, sich die wichtigsten Zeitwörter, obenan die Wörter für: „Gib mir! Bringe mir!" einzuprägen, Und dann beginnt die Reihe der Zeitwörter für die menschlichen Bedürfnisse: Essen, Trinken, Waschen usw. Daß der Reisende« ferner imstande sein muß, auf anständige Weise sich nach gewissen Verschwiegenen Oertlichkeiten zu erkundigen, sieht der Leser ein. Erst dann präge man sich die wichtigsten Hauptwörter, aber 'äuch nur die allerwichtigsten, ein. Mit 50 wird man reichlich Auskommen, wenn man jedes zu erlernende Wort auf seine Unentbehrlichkeit prüft. Unentbehrlich sind Wörter wie Wasser, mehr Wasser — Brot, Fleisch, Eier, Handtuch: vielleicht noch die Benennungen der wichtigsten Wäschebestandteile, die Namen den mit häufigsten genossenen Landesfrüchte und dergleichen. Ich wünschte, unsere bekannten Reisebücher oder ein erfahrener Reisender mit philologischer Bildung stellte einnnal nach sorgfältigster Prüfung das wahre Notwörterbuch eines Reisenden zusammen, der eben nur ohne Schwierigkeit sich in fremden Ländern durchhelfen will. Der Verfasser eines solchen Notwörterbuchs wüßte sich aber selbst die niedrigste Grenze ziehen, die etwa zwischen 150 und 200 Wörtern zu liegen hat. Jedes gelernte und zu sofortigem Gebrauch bereite Wort eines solchen Notwörterbuchs wird dem Reisenden ein bis zwei Mark ersparen, wird ihm überdies seine Unabhängigkeit, die so notwendige Einsamkeit der Seele sichern ulnb die Grundlage bilden für ein tiefer eindringendes Studium der freinden Sprache, zu dem ja durch eine Reise oft genug angeregt wird. So viel steht fest: bei schärfster Prüfung der unabweislichen Bedürfnisse eines Reisenden wird sich Herausstellen, datz er viel Weniger Wörter nötig hat, als er selbst und die Verfasser dep bekannten Sprachführer für Reisende glauben. Aus dürrer Heide. Warum sollt ich denn im Gehn Durch mein Perspektiv nicht sehn? Schön ist es auch anderswo. Hier bin ich mal sowieso. Hier habt ihr ihn in Buschs wohlwollendem Konterfei, hem ihr in erfreulicher Wirklichkeit auf jeder Sommerwanderung in deutschen Landen, zumal an Aussichtspunkten begegnen könnt, Pon einem vielbesuchten Berge meiner Heimat sieht man weit in eine gesegnete Ebene hinaus. Draußen im blauen Duft wird an klaren Tagen ein letzter vereinsamter Bergkegel schwach sichtbar. Rach ihm fragen die Perspektivleute zuerst. Sehen sie ihn nicht, find sie schwer enttäuscht, steigen wohl auch bald wieder ins Tal und fühlen sich kaum ein wenig getröstet durch das Gefühl, >,dagewesen" zu sein. Zu ihren Füßen lag im schöngeschwungenen Flußtal ein Garten in voller Sommerpracht, ein feingeformtes Bergland, die im Sonnenglanz schwimmende Ebene — aber was hilft ihnen das alles, den „Punkt am Horizont" haben sie nicht gefehlt, den Punkt, der doch ausweislich der Karte — am weitesten Weg ist. Ihr Gilten, seid ihr denn eigentlich gekommen, um irgend etwas Abstraktes zu genießen? Das Bewußtsein, ausgemessene Ititb -gerechte dreißig Meilen weit zu sehen? Es kann wohl Nicht anders sein: ja, ihr genießt abstrakt. Dagewesen sein/ konstatieren, was andre gesagt haben, Entfernungen zurücklegen !und prüfen, darin besteht das Genießen der Augenlosen. ArMei Teufel ihr, hat man's einmal erkannt, so kann man nicht einmal über euch lachen. Wie ärmlich, wie armselig steht ihr oft mitten tut lleberreichtmn der schenkenden Natur! Am Gardasee, an einem tiefsounigen Tage, da die Olivenwäldchen wie silberne Nebel an den edelgeforntten Felsbergen schimmerten und der See in dunkelstem Veilchenblau leuchtete, hörte ich, wie zwei Gymnasialprofessoren den Ponalefall beim ersten Anblick mit der Gasteineh Ache verglichen und ihlt doch recht geringfügig fanden. Ein solcher Vergleich itnd die enttäuschte Miene, mit der er angestellt wird, spricht Bände. Alles nur durch die Sinne zu Erfassende war für diese Männer der Wissenschaft und der Schule nicht da, sie gingen vuf den Kern: Verdient der Wasserfall nach dem Begriffe „Wasserfall" als solcher eine gute Zensur? Der Trost, wenn einem weh werden könnte aus Mitleid mit ihnen und ihresgleichen/ ist nur der: sie alle ahnen so wenig wie der Blindgeborene) was ihnen fehlt und entgeht. • Das könnte berechtigen, die da nicht sehen können, sich selber zu überlassen. Wurmte nicht das Bewußtsein, daß auch .ihnen! das himmlische Licht mit aller Fülle scheinen könnte, wenn nut! ihre Sinne geübt, wenn ihre Augen nur nicht verkümmert tuntenti Und dann der Gedanke: datz sie auf die Welt wirken nach dem! Maße dessen, was sie von ihr sehn. Daß sie besten Glaubens! und sichersten Gewissens das ihrige tun können und tun werden! und tun, um auch im vollen Lebensgarten um sich nur das arme! Stückchen Dürrheit zu pflegen, das ihnen als Alles erscheint,« Und daß deshalb die Blinden zu solchen werden können, W andere blenden. K. Hermann.« VeekMehtes. * Die! schwarze! Frau im Charlottenburger! Schlosse. Wie an den Tod so vieler anderer fürstlichen Persönlichkeiten knüpft sich, auch an das Dahinscheiden der Königin Luise im Juli 1810 ein geheimnisvoller Vorfall, der von der abergläubischen Hofgesellschaft als ein gespenstisches, übernatürliches Vorzeichen .des nahen Todes der Königin gedeutet wurde. Am 14. Juli, also fünf Tage vor Luisens Ableben, war der Hof in Abwesenheit des Königs dabei, den Tee im Gartensalon des Charlottenburger Parkes einzunehmen, als eine in tiefster Trauer- kleiduug gehüllte Fran plötzlich, ohne datz ein Lakai sie hätte kommen sehen, vor der Glastür des Salons stand und sich, zum Eintreten anschickte. Dem General von Kökeritz, der aufstand, um sie nach ihrem Verlangen zN fragen, erwiderte sie, daß sie! dem König eine überaus wichtige Mitteilung zu machen habe. Von Kökeritz, der sich erbietet, ihr Anliegen dem König vvrzu- tragen, um ihre Wünsche befragt, besteht sie darauf, den Monarchen persönlich zu spreehen. Was sie mitzuteilen habe, sei in drei Worten gesagt. Man deutet auf den Kronprinzen und sagt, er sei der König, worauf sie erwidert, sie wisse sehr gut, daß dies nicht wahr sei. Wahrend darüber noch hin- und hergeredet wird, greift der Kronprinz in der von ihm beliebten scherzenden Art in das Gespräch ein, erhält aber schroffe Vorwürfe von ihr, daß er sie unschicklich behandele. Gleich darauf ruft sie: „Nun kommt der König" und richtig tritt auch einige Augenblicke später Friedrich Wilhelm, dessen Nahen niemand gehört, in den Saal. Als man ihm meldet, daß die fremde Frau behaupte, ihm mit wenigen Worten eine Angelegenheit von höchster Wichtigkeit, aber auch nur ihm allein sagen zu wollen, wird der König ärgerlich. „Sie solle gehen, dummes Zeug wolle er nicht hören. Sei es etwas Vernünftiges, so solle sie es frei sagen, sei es eine Bdttelei, so werde sie Geld erhalten." Die Fran besteht nochmals darauf, nur ihm eine Sache von höchster Wichtigkeit initteilen zu wollen, Geld brauche sie nicht. Fortgewiesen, bricht sie in die Worte aus: „Nun! ich iverdö gehen, weil der König mich nicht hören will. Aber er wird es bereuen; denn ein nahes großes Unglück bedroht ihn und durch meine Warnung hätte es abgewendet werden können." Als sie beim Passieren des Vorzimmers sich noch immer unwillig über die Abweisung' und das schnöde Anbieten von Geld äußert und die Lakaien ihr Vorwürfe darüber machen, daß sie es nicht genommen habe, greift sie in die Rocktasche und hält den verblüfften Bedienten eine ganze Hand voll Louisdor unter die Nasen. Dann ist sie verschwunden, als ob die Erde sie verschlungen. Als die Nachricht von der schweren Erkrankung der Königin bekannt wurde, erinnerte utitn sich des Vorganges, der nach Luisens Tode zu einer unheimlichen Sensation für die Hofgesellschaft .wurde. Die Charlottenburger Polizei erhielt den! Befehl, nach ihr zu forschen, war aber nicht imstande, auch uuy die leiseste Spur ihres Verbleibens zu ermitteln. * Ohrenschmaus. „Eulalia Lämmerschwanz hat alls Augenblicke neue Handschuhe." — „Ja, im Ledermannschen Geschäft ist jetzt ein hübscher junger Mann, und wenn sie den sagen hört: „Darf ich um Ihre Hand bitten, gnädiges FrAch« lein?" — dann ist sie im siebenten Himmel!" Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Joel — Öctave — Haleb — Akademie — Nesseltuch — Niger — Palme — Eiderstedt; Johann Peter Hebel. Redaktion: I V.: E. Hetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen«