Mittwoch den |6. Wkuar AnlechalüMKsblatLM 9 frl'aufg. H.uoHrGTCsTgn -KMMW Droesigl. Bioman von Georg Freiherrn von Ompteda!. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wgatho trat sofort in den Saal. Alles !var geblieben, wie sie es kannte. Nur frische Blumen dufteten aus den Wasen. Sie öffnete die Tür zum Bankettsaal. Da stand die lange Tafel Ivie einst, an der so oft die fröhlichen Zecher gesessen, und die Zwauzigeuder an den Wänden schauten sie an, als tvollten sie sagen: es ist alles noch wie einst. Sie ging um den Tisch, während Ludwig an der Tür stehen blieb, vorüber am Platz, den einst ihr Vater eingenommen, zu ihrem alten Sitz. In dem hohen Saal hallten ihre Schritte, und das Echo klang wie der fröhliche Jagdruf: „Horrido! Hipp, hipp hurra!" Sie blieb stehen und hielt sich an einer der Stuhllehnen. Wie sie die Augen schloß, war ihr, als säße ihr gegenüber die hohe, hagere Gestalt mit dem roten, lüft- und wein- gefärbten Gesicht, dem gewaltigen weißen Schnurrbart, und Agathe sagte leise: — Der arme Papa! _ Ludwig schwieg und führte sie durch den großen Saal in das Bild erzimmer. Da lag nitb hing und stand noch alles wie einst. Nur von irgend einer unbetaunten Hand auf Befehl des neuen Leiters des Haushaltes, des vornehmen Herrn im Frack da draußen, vielleicht etwas peinlicher gereinigt und dieses oder jenes anders gestellt. Agathe wollte in das Zimmer ihres Vaters, doch Ludwig legte ihr den Arm auf die Schulter: — Agathe, es macht dich nur traurig. Ich habe Befehl gegeben, e§ sollte alles bleiben, ivie es ist. Geh jetzt nicht hinein. Wollen wir nicht glücklich hier sein? Sie preßte ihn an sich: — Du Lieber, Guter. Während sie langsam die Treppe hinanstiegen, sprach Ludwig etwas von Pietät, und als sie dem oberen Stock- werke näher kamen, etwas von eigenem Recht, vom neuen Geschlecht, und es könnte nicht alles hier so bleiben. Mehrere Mädchen standen da, in Schwarz mit iveißeu Häubchen im Haar. Allen reichte Agathe die Hand, während Ludwig ein wenig steif dabei stand, lieber alle die Gesichter ging ein freundliches Lächeln, schon als die junge Frau sich näherte, denn der erste Empfang unten an der Frei- treppe war längst weiter telegraphiert worden. Ludwig sagte: — Agathe, jetzt kommt das Nene! Unten die Gesellschaftsräume lassen wir, wie sie sind, wenn es dir recht ist. Sie sah ihn an, mit leichter Rührung kämpfend: — Aber das hast d u doch . . . r—: Nein, d u sollst bestimmen, t- Ich will ja alles, was du, willst. — Also Kind, eure Mädchenräume, sind geblieben, aber ich habe nie verstanden, warum gerade auf der Südseite, wo der wundervolle Balkon ist, die Fremdenzimmer liegen mußten. Die find dir doch nicht heilig, nicht wahr? Sie sand ihre alte Fröhlichkeit zurück und fing au zu -lachen: x — Und sie sind ja auch nicht schön. Sie traten in einen Salon mit Stuck und Vergoldung an Wänden und Decke, dessen Möbel, aus der Zeit Ludwig» des Sechzehnten, mit ihren herrlichen Tapisserieüberzügen und dem Alt-Gold ihrer Lehnen, Füße und Säulchen von allen Seiten in Spiegeln zurückgeworfen wurden. Ein venezianischer Lüster hing von der Decke. Der alte Kamin war benutzt, die bauliche Ausstattung jener Zeit übernommen. In dem Augenblick, als Agathe mit dem Rücken zur Feuerstelle in das Zimmer blickte, schlug es hinter ihr zwischen zwei hohen Kandelabern von Meißener Porzellan elf.,. Sie drehte sich um und lachte laut auf vor Freude, als sie in dem hohen Spiegel über dem Kamin die Uhr mit den zarten, neckischen Rokokofiguren und das ganze Zimmer gedoppelt erblickte: — Das ist ja süß, süß! Aber Ludwig ivie hast du das schön gemacht! Er strahlte. Daneben befand sich ein kleines Kabinett, auf dessen Schreibtisch die Silbersachen standen und alles, was Agathe in Paris geschenkt bekommen, als iväre es immer hiev gewesen. Sie sah die seidenen Vorhänge an den Fenstern und' blickte hinaus in den alten, lieben Park, in dem die hohen Buchen eben im Winde rauschten und die Akazien ihre Blätter zittern ließen. Dann gingen sie weiter; ein Raum kam zum andern. Einer etwa aus der Zeit um 1700, schwerer und dunkler gehalten: Ludwigs Zimmer. In der Bibliothek mit schönen Bronzebeschlägen stand in alten Ledereiubäuden Buch an Buch. Auf dem mächtigen Schreibtisch erhoben sich hohe Bronze-Leuchter, und rundum lehnten Stühle der Zeit mit breiten Armen. Jagdtrophäen gab es hier, alle von Lud- ivig einst erbeutet. Bon einer Indien reise hatte er Tigerfelle mitgebracht, in Spitzbergen einen gewaltigen Eisbären geschossen. Agathe eilte wie ein Kind von einem zum andern, nahm ihren Mann beim Arm und zog ihn hierhin und dorthin. Als sie zu einem Raume kamen mit Kredenz- und Eßtisch, italienische Fayeueeteller an den Wänden, fragte sie: — Ein zweites Eßzimmer? Er nahm ihren Arm: — Kind, denke dir, wir beide allein in dem großen Saal! — Du hast recht. — Und dann sollst du dich allmählich an alle die AeN- derungen gewöhnen. Hier wohnen wir in einer neuen Welt und doch in deiner alten Heimat. So habe ich mir das ausgedacht. 102 — zimmer und sprach — Kind-, die T & Sie traten in eilt Schtaszimlner. Wie überall deckten schwere Teppiche den Boden. .Hier stand auch ein kleiner Schreibtisch. Ludwig erklärte: , — Damit du nicht immer hinüber brauchst sruh oder 11 öch spät abends, lvenn du etwas schreiben willst. Ein bißchen verlegen, eine fletne Schelmerei nur den Mund, fragte Agathe: Und im bist nicht hier? . Er öffnete, die Tür zu einem zweiten, ähnlichen Schlafzimmer und sprach etwas kecker als sie: Er sprach die Wahrheit. Vielleicht war er sich selbst Vicht klar, daß ein Untergrund ihn Zu alledem uiit veranlaßt: dort unten fand er zwar die altererbten Hansstucke der Grafen von Kölln, aber manches schien ihnr nicht Prunkvoll genug. Dann wollte er, was er im Laufe der Jahre erworben, immer mit dem ungeborenen Plane, es einmal in einem Schlosse zusammen zu tun, auch aiisstellcii und Agathe fragte: t n ~ — Wie ist das nur alles fertig geworden? . Das ist ja die reine Zauberei. Kind, hier haben auch Hunderte Von Leuten gearbeitet. — Mer daß du an alles gedacht hat! Wann hast du denn das gemacht? Sie setzten sich in eine Wandvertiefung, in der einmal zur Treppe hinaus eine Tür geführt, die spätere Geschlechter zu gemauert hatten. — Weißt du noch, Kind, wie du mich in Paris immer fragtest, was schreibst du nur so viel? Als du müde warst von all dem Herumlaufen und Sehen und dich ausruhtest, habe ich geschrieben, gezeichnet und für jedes Stück den Platz angegeben. Nun, sie haben's so leidlich gemacht, wenn auch nicht ganz, wie ich wollte. Wir werden noch St tun haben. Ein Test der Leute ist ja noch hier. Mit men können wir umstellen. Du mußt nur sagen, was dir nicht gefällt. Dein Wunsch ist mir Befehl. Ich „bin dein Sklave, bin dein Knecht". Dabei kreuzte er im Scherz die Arme über der Brust n-b hprttP'iftit* fririft tief Agathe sank wie ein Kind auf die Kuiee, überwältigt Von ihrem Glück, von der Wiederkehr in die alte Heimat, And.umschlang seine Hüsten: — Ich danke dir, daß du mich genommen hast. Er beugte sich zu ihr: w— Du mir danken? Ja, mich armes Ding genommen. Er.hielt ihr den Mund zu: — Das darfst du nicht sagen. Dann zog er sie empor, nahm seine Frau beim Arm, And sie gingen zusammen durch die Wirtschaftsräume, loo alles frisch gemalt und gestrichen Ivar, durch die Küche, in der ein neuer Chef feines Amtes waltete, wo es auch das blonde Küchemnädchen nicht mehr gab. — Kind, oie Tür bleibt offen. IN beiden Räumen gab es keine Waschtische. Dafür zeigte er ihr nebenan je ein Bad mit versenkten Porzellan- badewaunen, die Waschtische daneben. Der Stall war abgeteilt, in einen Gaststall und einen eigenen. Die Leute standen da wie zur Parade, die Matten waren frisch geflochten, die Pferde kamen wiehernd an die Gitter der Boxen. Der Futtermeister meldete, und wie ein Schwadronsches nahm es Herr Drocsigl entgegen. Die Wohnungen für das Stallpersonal waren her- gerichtet, alles sah Ludwig mit seinem scharfen Auge, Lud- Urig, der Sohn des Geschäftsmannes und Kohlenbarons, Lumvig, der den Willen von ihm geerbt. Den Willen, fortzusetzen, was sein Vater begonnen, der sein Leben lang geschuftet, um Geld zu verdienen. Geld, zu dem der Sohn nun fügen konnte wozu dem- Vater die Zeit gefehlt: den Schliff des Lebens, alles, was auf der Leiter menschlicher Eitelkeiten emporführte, auf der Leiter, die einst genau so die alten Kölln erklommen, als einer ihrer Ahnen mit dem Schwerte sich hervorgetan, den Ritterschlag empfangen, Gut errungen und gehäuft, mit eisernem Arme oder durch den Ring am Finger. Den Willen, der gleich der Notwendigkeit des Atmens in diesem ruhigen, tadellosen Manne lebte, den Wlllen, der ihn durch Agathe geborene Gräfin Kölln die erste Staffel hatte erklimmen lassen Aach oben. Die Handwerker kamen nicht so bald aus dem Schloß. Ludwig war beschäftigt vom Morgen bis zum' Wend. Agathe folgte ihm überall hin, und nur wenn er Geld-, ängelegenheiten besprach, blieb sie in ihren Zimmern, die! er ihr eingerichtet hatte, Ivie sie es sich nie hätte träumen! lassen. Wenn es ihr auch in den ersten Tagen ein peinliches Gefühl gewesen, ein rätselhaftes zugleich, hier zu weilen unter so veränderten Umständen, so gewöhnte sie sich doch bald daran. Nicht zum mindesten half ihr dabei,- was ihr Mann zart vorher berechnet: daß sich an diese Räume keine Erinnerung knüpfte. Und doch waren sie ihr von Anfang an vertraut, denn wenn sie ans Fenstev trat, sah sie ja den lieben, allen Park, in dem sie groß geworden war. Ab und zu ging sie hinüber in ihr Mädchenzimmer. Mer seltsam: die allen Schatten wachten nicht auf, es kam ihr sogar manchinal vor, als habe sie da nie gewohnt, so glücklich fühlte sie sich drüben mit diesem! Mann, den sie täglich lieber gewann. Sie blickte das Schloß ihrer Väter mit anderen Augen an. Allerlei liebgewordene Unbequemlichkeiten, loie daß der Bankettsaal keinen Ausgang zur Treppe hatte, dev Anrichteraum ungenügend schien, empfand sie jetzt. Ihr! fielen die dunlleu, verräucherten Wände auf, daß sich imi Saal am Fenster die Ledertapete abgelöst hatte und imi Bilder zimmer von der Decke oer Stuck meterlang herab- gefallen war. t Ludwig selbst schlug keine Aenderungen vor, doch als sie die Mängel zur Sprache brachte, besprach er sich fofort mit dem Tapezierer und dem Berliner Architellen. Nicht allein int Schlosse wurde gearbeitet. Auch imi Park verspürte man die Anwesenheit des neuen Herrn. Das Verfallene ward in Stand gesetzt, der Rasen abgestochen und die Wege frisch beschottert. Die Einfahrt besser zu. gestalten, Durchhaue zu machen, überließ Ludwig vorerst der Zukunft. Ueber all der Tätigkeit und im ersten Glück ihres Honigmondes dachte die junge Frau nicht an die Nachbarschaft, ja nicht einmal an die Familie. Gräfin Lindcubach schrieb, warum Agathe nichts von sich hören ließe? toie antwortete, sie hätten so viel zu tun. Die Gräfin deutete erschrocken an, es würde doch hoffentlich nicht alles umgestürzt. ~ . Da Ludwig gerade dazu kam, als seine Frau den Bries las, so gab sie ihm die Zeilen. Er kam einen Augenblick aus seiner gewöhnlichen Ruhe: — Bitte, Kind, habe ich nicht immer nur das Notwendigste getan? Habe ich nicht nur, was verfallen war, erneuert? Sage mal! Agathe nickte. Sie ärgerte sich ein wenig über Gräfin Lindenbach, denn schon fing sie an, mehr auf Seite dessen zu stehen, mit dem sie ihr Leben teilen sollte, als bei denen/ die ihres Blutes und Stammes waren. (Fortsetzung lolgt.) Aus dem Ohmgebiet. 1. Ortsnamen im Ohm gebiet. Der Bezirk, Raum oder Umkreis, imierhalb dessen Grenzeik alle atmosphärischen Niederschläge, alte Quellen, Bäche und Nüßchen einem Flusse zufließen, heißt dessen Gebiet. Die mir eine kurze Strecke unserem Regierungsbezirk angehörige Lahn empfangt ihren bedeutendsten Nebenfluß in der der Gebirgsebeine des Vogelsberges, dem Oberwald, entguillenden Ohm. Auf ihrem etwa zwölf Stunden langen Laufe nimmt die Ohm von links: Rien und Rulfbach, voll rechts: Felda und Klein (vom Vogelsberg) und Wohra (vom Hainagebirge) ans ; die beiden letzteren Flüßchen münden unweit der Stadt Kirchhain. Oberhalb Schweins- bergs, eine halbe Stunde flußabwärts von Homberg, sagt die Ohm der darmstädtischen. Provinz Oberliessen Valet, tritt in den Regierungs-Bezirk Cassel ein und durchfließt in dreistündigem Laus in den Kreis Kirchhain, der' fast ganz dem Ohmgebiet angehört, um nach abermals beinahe einstündiger Wanderschaft bei Cölbe, etwa eine Stunde von Marburg, ihr Wasser mit dem der Lahn zu vereinigen. Dio Grenzen des Ohmgebietes mögen durch folgende Städte angedeutet werden: Im Norden. Gemünben an der Wohra; im Osten: Nenstadt und Rom- rod; im Süden: Ulrichstein und Grün berg; im Westen: A l l e n d o r f und M a r b u r g. Der Name Ohm entstammt dem Keltischen n. lautete früher Oma, Ama, Amana, Ohmene. Die Stadt Amöneburg, früher AmLnebnrg, Ohmeneburg und Aruneue- bnrgk (164'2) genannt, den einsam ans der Ohmebene aussteigenden und 363 Meter hohen Basaltkegel krönend, trägt den Namen! dieses Flusses. Doch wäre Eß die Erklärung nach dem la- *•* 103 teiuijtfjeii ftiHoii (angenehm, anmutig) bezeichnend; denn so wenig angenehnt das Ersteigen deS steilen Berges auch ist: umso reichlicher lohnt die herrliche Aussicht zum Hainagebirge, Knüll, Meißner, zur Rhön, zum Vogelsberg, Tann ns und sauerländischen Gebirge. Zn Fußen aber bietet sich unserem Auge ein Panorama von. seltenem Reiz, eine mit blühenden Dörfern und Städten übersäte Landschaft. Roch heut« heißt die L-tadt im Munde des Volkes Ameleburg oder Amelburg, und die Umwohnenden gehen knrzweg „ans'n Berg". Treffend Hai man ivohl die steile Basalt- knppe mit einem mächtigen Altäre oder dem Totenhügel eines Hünen verglichen. Ihren Namen hat die Ohm auch zweien Doriern, Ober- und Rieder-Ohmen, übertragen. Gleichfalls keltischen Ursprungs ist die Flußbezeichnung Klein, keltisch „Gleen" geheißen: an ihr liegen die Orte Ober- und Ni e d er kl ei Die heiligen Stätten der Kelten, welche nördlich vom Main wohnten und in einem Zustand zwischen Nomadentum und Seßhaftigkeit zu denken sind, Ringwälle ans großen Steinen, welche sie „Kirk" nannten, sind noch heute auf dem Altkönig und bei Oberursel (im Taunus) in ihren Resten zu sehen. Außer Bauten, Gräberfunden u. dergl. geben noch Sprachreste Kunde von der einstigen Anwesenheit dieses Volkes in unseren Gegenden, namentlich die Rainen von Orten, Flüssen und Bergen. Trotzdem sind s i ch e r e Spuren dessen, daß die Kelteri einst in nnsereni Lande gehaust, iiicht nachweisbar. Arnold hat eilte Sammlung von keltischen Namen herausgegcbeu, deren größere Anzahl jedoch zweifelhaft ist. Erwiesen scheint, daß die. Flüsse Main, Kinzig, Nidda, Weser, Diemel, Edder, Lahn und, wie wir hörten, Ohm und Klein, keltische Namen tragen. Bon ihrem raschen Lause und dem grünlichen, klaren Wasser hat die Edder ihren Name«, der Flammenbach bedeutet und althochdeutsch der Bezeichnung glänzender, leuchtender Fluß, gleichkoumit. Von Tacitus Adrana genannt, tritt sie 778 als Adarua und Aderna, 1244 und 124$) als Ederna und Edcre auf. Ucberhaupt haben die Namen stets, wenn auch nicht immer mehr nachweisbar, einen bestimmten Sinn, und sie sind nicht gedankenlose Lautverbindnugen. Aa, ach, althochdeutsch: aha, ist Bezeichnung für ein fließendes Wasser. So ist Werra und Weser aus demselben Wort „Wisuraha" (vielleicht Wiesen- oder Westsluß) abgeleitet. Ferner deuten Ortsnamen auf -pH«, -ass«, -an«, -born, -bach, uugen, -ingen, -münd, -münden die Lag« am Wasser an. Auch zahlreiche slawisch« Orts- Namen sind durch die slawischen Sicdelnugen auf deutschem Boden bei uns cingedruugcn. Im Laufe zweier Jahrtausende fast un- merklich von Osten nach Westen gezogen, wurden die germanischen Volksstämme erst nach der Völkerwanderung seßhaft und erbauten an der bestgelegenen Stelle das Dorf. Die ersten Städte in Deutschland haben wir den Römern zu verdanken, da sich dieselben aus deren festen Lagerplätzen (Burgen) an der Donau und deut Rhein entwickelten, wie: Regensburg, Augsburg, Straßburg, Mainz, Koblenz, Bonn, Cötn und Trier. Neben den Dieust- mmrnen der Grasen (z. B. von Gudensberg, Ziegenhain, Bilstein, Hanau und Isenburg) siedelten sich im Schutze der Burgen, auch nm Amöneburg, Schweinsberg n. a., Handwerker und Pächter (Hörige) an, und so entstanden auch hier im Laufe der Zeit Dörfer mtb Städte. Orte, deren Namen mit -bürg, -berg, -sels, -stein, zusammengesetzt sind, weisen aus solche Entstehung hin. Sch Weinsberg, vormals Suenesberg genannt, wehrt sich! ebenso wie Schweinfurt gegen die Zusammensetzung des Namens mit „Schwein", und doch liegt nichts näher als das. Schweinfurt erklärt man: Suevensurt; Schweinsberg soll von Suana, Suane, d. h. Gericht, Herkommen, oder von fuiuen, mindern, weil der Berg -bet Stadt minder hoch als der Hohenberg ist, endlich auch von 'Sttecn, d. h. Diener oder Hirt, was auch „der Schwein" bei den Herden bedeutete. Die Burg ist ein befestigter Ort zum Schutz, mittelhochdeutsch: burc, althochdeutsch: pure, purac: bergen hat die Bedeutung-: in Sicherheit bringen oder -halten. Der Tchloßberg von Rauschenberg soll von dem in seinem Innern geheimnisvoll rauschenden Wasser den Namen erhalten haben, das jedoch nur das Tier findet. Würde man eine Ent« in den Schloßkeller einlassen, so würde sie der Quelle folgen und dieselbe bei Wambach im Wohratal wieder verlassen. Straßburg ist ur- sprünglich dte Burg an der Straß«: Belt heißt Gürtel oder gürtelförmige Straße, woraus vielleicht auch Baltisches Meer abgeleitet ist; ob auch Beltershausen, scheint nicht ausgeschlossen. 3h den Bischofssitzen und Klöstern haben auch viele Städte ihren Anfang genommen, so z. B. Hamburg, Bremen, Lübeck, Hildesheim. Namentlich seit der Zeit Bonifatius' bildeten sich um die Kirchen und Klöster herum Dörfer und Marktflecken; in Hessen. Aus solchen Ursprung weisen Ortsnamen auf. Kirch-, kirchen,-kappet, Münster, -zell hin. Einer frommen Sage nach reicht die Entstehung, von Kirchhain zurück bis auf Bonifatius, indem zwei geheiligte Haine unserer heidnischen Vorfahren christlich geweiht und der Verehrung St. Michaels u. Jokobs gewidmet wurden: In G r o ß s e e l h e i m soll sich der „Apostel der Deutschen" gern und, oftmals aufgehalten haben; auf diesen Ort soll auch das demselben in den Wund gelegte Wort sich beziehen, dort sei seine „sseele daheim". Schon 200 Jahre zuvor hatten Chlodwig und viele seiner Franken das Christentum angenommen. Die Franken, deren Raine die Freien, Unabhängigen bedeutet, sirank und frei) werden urkundlich 253 zuerst genannt. Chlodwig (481—511) einigte li« unö nahm auch die Chatten in den Frankenbund auf: aber auch die fränkischen Könige machte» keinen. Versuch, die Chatten. zu unterwerfen. Dieser Name hat sich allmählich ist Hatten,' Hassen und schließlich das heutige Hessen umgewandeit. Im Jahre 699 schon tritt uns die Form „Hessi" entgegen in einer allerdings schwankendcn Schreibung eines lothringischen Ortsnamens, und 720 ist in einem Reisebericht des Bonifatius die Rede von den „Hasst". An den Namen der Chatten erinnern noch Ortsnamen, welche in ihrer Zusammensetzung Kett-, Katz-, Kas- und Ketteru- aufweiscn, wie ferner mit dem Hessennamen solche Ortsbezeich- nungcn in Verbindung stehen, die mit Hasse-, Hesse-, Hette-, Hatz- und Hedde- zusammengesetzt sind. Dergleichen Orte sind in Hessen gar viele zu finden: Hasfenhansen, Hessenstcin, Hatzfeld u. dergl. Reddehausen nördlich von Cölbe, das „Hotzeldorf", ist wohl anderen Ursprungs; doch ist noch das mit Hatz- gebildete, am gleichnamigen Bache, zur Wohra absließend, gelegene Hatzbach zu nennen. Den Namen der Batten, eines Zweiges der Chatten, tragen noch die Orte, welche mit Batten-, Botten-, Betten-, Besse-, Weden- beginnen. Auch Orte dieser Gattung find zahlreich, tvas durch Battenhausen, Bottenhorn, Bottendorf, Bettenhausen, Besse, vielleicht auch Biedenkopf, angedcutet iverden mag. So leitet des Menschen erstes und heiligstes Eigentum, die Sprache, selbst aus die ersten geschichtlichen Spuren zurück. Die oben genannten Kelten waren es, welch« unseren Altvordern den Namen „Germanen" beilegten, d. h. tvahrscheinlich Nachbarn oder Rufer im Streite. Deutsche nannten sie sich selbst erst mehr als tausend Jahre nach der Bekanntschaft mit den Römern. „Deutsch" kommt von dem Mittelhochdeutschen „drei": das Volk; „diutisk" heißt: zum Volk gehörig, „deutsch" also: volksmäßig, das Volk be- tresfend. Die deutsche Sprache ist die Sprache des Volkes, im! Gegensatz zum Latein, der Kirchen- und Gelehrtensprache, welche die Deutschen leider schon nach der Völkertvanderung nachahmten. Noch tut 10. Jahrhundert sprachen die Nachkommen Karis des Großen an ihrem französischen Hof« deutsch; dann aber bildete sich in Galdicn aus dem Vulgärlatein und deutschen Eleinentent die französische Sprache, und schon damals schied sich di« deutsche Sprach« in das Hochdeutsch, welches sich wieder in den fränkischen, allemanuischen und bayrischen Dialekt teilte, und in das Niederoder Plattdeutsch, die Sprache der Sachsen. Im Ohmtal ist noch heute aus dem Lande die f r ä n k i s ch e M u n d a r t zu finden. Die Sprachgrenze zwischen dem sächsischen und dem fränkischen; Dialekt wirb durch ritte Linie angegeben, ioelche, soweit unser Regierungsbezirk beteiligt ist, ungefähr von der Nordgrenze des Kreises Biedenkopf aus östlich zieht auf der Südgrenze des süd- tvestlichen Zipfels vom Fürstentum Waldeck, und nach Nordostetr zum Habichtswald, zur Fulda nördlich von Cassel, und bis zur Werra südlich von Hanövrisch-Minden und darüber hinaus verläuft. Ortsnamen auf -tat, -teln deuten aus niedere Lage. Rasfan hieß im 10. Jahrhundert Nassau«, was nasse Aue oder bewässertes Wiesenland sagen tvill. Bon Muse oder Mosch, d. h. Sumpf, abzuleiten ist Moischt, 1271 Muskede, 1471 Mosche, im 17. Jahrhundert Most genannt, heute Möscht gesprochen. Aus Grenzen! von Ländern und Wasser weisen hin die Ortsnamen, welch» mit -scheid, -schied, -eck endigen; ebenso erinnern an Wald und Rottung diejenigen auf -hart, -loch, -loh, -struth, -cholz, -Hain, -hegen, -rad, -rod, -rieb, -ritte. Noch in jüngster Zeit wurden im Walde bei Bu r g h o l z vier Stämme im Werte von 1600 Mark zum Verkauf gebracht. Mittelhochdeutsch ist der Hac die Eiw- sriedigung oder der abgeschlossene Wald; damit hängt zusammen, der Name der, das vortteffliche Nutzholz liefernden, Hage-, Hain- vder Weißbuch«, so daß Hag die Bedeutung hat: Zaun von lebendigem Holz, Hecke, dichtes Gebüsch, Wäldchen: Dte Orte Hainbach, Weitershain, Altenhain, Riederwald verdanken dem Hain ihren Ursprung. Dannenrod, Ermen- ros, Sellnrod und Rülfenrod sind an der von Holz befreiten und urbar gemachten Waldftäche erbaut. Bergbezeicch nungetr mit keltischem Gepräge sind: Taunus (von „bim" oder „daun" b. i. die Höhc^ die Kalbe am Meißner, di« Krukeui- bnrg tut Kreis« Hofgeismar, vielleicht auch Rhön. Aus hohes! Alter deuten bie Ortsnamen auf -hausen, -heim, -Hof; bahnt gehören wohl: E r für ts hau sen, Haarhansen, Holzhansen, Ehringshausen, E r b « n h a n s e n. B ü r g e l n ist wohl nach der hier früher befindlichen Burg benannt. Das Wahrzeichen! von Langensteilt ist der über 20 Fuß hohe Stein, ein Me- lonith, an der Ostseite der Kirchhofsmauer des Ortes. _ In bet von Wölfen ost heim gefuchtelt Robung entstand Wolferode. Das elektrische Haus. Schon öfters hat nran neuerdings da undi dort Wohnungen eingerichtet, in denen die meisten Hausarbeiten der Elektrizität, übertragen sind und menschliche Bediemmg «nd^ Arbeitskraft.auf ein Minimum beschränkt ist. Tas Höchste aber leistet ivohl in dieser Hinsicht das neue Haus des Herrn Geo. Knap in Paris, Lines Elektrikers ans Troyes, der es ivirklich verstanden hat, den litt sichtbaren elektrischen Hausgeistern noch eine ganze Anzahl neue Seiten abzugewinnen. „ ■ Natürlich wird man beim Eintritt in dies elektrnche Haus nicht vvmi Portier, sondern vom Telephon empfangen', dem man „NaM' und Art" mitteilt, nm danit geräuschlos eingelassen z« werden. Bon den bekannten Diensten elektrischer LiftS «sw. Wftot wir schweige«, um: sogleich! zutu Clott des« Hauses, dem vler- — 104 Mit Mit Mit Logogriph e kannst du es oft am Hund eriahrcn. a liegts schwergefüllt mit Waren. vvlll u wird es von, Landwirt sehr begehrt. Mit o zum Hering in Berlin verzehrt. Auslosung in nächster Nummer. citeilt jener sech) schielenden Mädchen totitett ganz ndrinalsichtigs das BvrhandEn des Nebels bei c W tieid»iftvru des- Grostoaters festgestejtt. Leider -war Ulcht M ermitteln, vb es Männer oder Frauen betroffen A ertunfl hatte sich auch in einer anderen Sune der Samüre »v- loährf denn die einzige verheiratete. Tante jener Mädchen hatte wiederum zwei schielende Kinder weiblichen Geschlechts, obgleich die Mutter doch nicht an diesem Erbübel.teil hatte, während umgekehrt die Kinder der schielenden Briwer damit V^richoni öh- bliebcn waren. Auch von den lechs schielenden SDvestern such uvei bereits verheiratet, und zwar nut nichtschielenden. ..xniiuriu KtiTS L -i« »M-M möglich ist, haben sie das Schielen geerbt, so .daß das Mudptt wieder ans das andere Geschlecht nbergegangen ist. Tu» Berhaltm ist höchst eigentümlich, da in allen mer Generatume» erb,mg des Schielens nacheinander zwischen Knaben und chen gewechselt hat. Der Art nach war e» stets wnnlich immer jener Strabismus couvergens, an dem be ond^s dar M Ange teilhatte. Auch war das linke Ange t.t seiner Sckisahigteiq I immer beinträchtigt, das rechte '.Ange fast tmnter wnAg Vermindernna der Sehkraft cntiprach der Starre.des Ech.eteir^ und das Nebel steigerte sich bei den Geschwistern von deii alterest überhaupt nicht Metten. I tocitctt beibe *5(110eit uef* "fonft toiofifoHinten ßefütii/. .,, . Neber dre Stellung der Frau be, denArabe-nbencht-t Pros. I. Hell in seinem soeben erschienenen Buche ,,~ie stultur 0« I Araber" (Wissenschaft und Bildung Bd. 64. Verlag von Quelle I und Mener in Leipzigs. Schon vor den Omanaden. so lesen nur, I hatte Metta begonnen, die ihm zugeilosseneu il!euhtitmerbem ebenS- aenusse zuzuiveude.,. Unter den Omajiaden schritt e, aus diesem I iyyefle ivettet und ivard zur Schule des Frohsinns und ®emi]ie« un I Reiche des Islam. Bor allem blieb Dkekka die P'legstalte der Kunst I hxZ Gesanges. Die Anregung halte man von Persern empfangen, I und Mekka war der günstigste Boden stir dle neueKunst. Selch der I fiOi von Damaskus bezog von da seine Zanger, und die leicyeti I Kaufmannssöhne Mekkas verschwendeten Uniunuueii an beliebte Pfinncr mib Sängerinnen. Denn auch Frauen übten den Beins I hex Sängerinnen mit allen noch heilte üblichen Begleitiiinstandeu; I °s war das Privileg der Sängerin, m der Toilette den höchsten I Geickmack zii entwickeln: fast immer, ivo von Lrangerrnnen geiprochen wi!d, wird ih« Kleidung beschrieben und gerühmt, und mm eme Sängerin hören mir, das; sie Empfange zu geben und 1H1Gaste m I aroirer Toilette zu begrüsten pflegte; und um sich dm.. richtige dell ei zu gelen kleidete sie auch ihre Sklavinnen bei solchen Gelegenheitm I stebliche Buntheit. Die Rolle der Sangern, zerstört schon die I w viel verbreitete Vorstellung von der Ermedriglmg und Knechtung I der Frau durch den Islam. Die soziale Stellung der Frau ivar in den I ersten Feiten nichts weniger als unwürdig. Die Bewegungsfreiheit I ,oor unbeschränkt, der Verkehr mit Alannern so nnbehmdcit, daß I sie ohne Bedenken männlichen Besuch empfangen konnten ^ie Stete I itlnn des Arabers zur Frau Ivar sogar voll jeher ritterlich und ist I ha wo das Arabertum sich von zentralasialischen Eiiischlagen rem erhaUe» hat - in Spanien -, auch allezeit geblieben. Erne Frau I su verletzen oder gar zu töten galt von leher als eine ehrlose ^al, ichon in dein ältesten muhanunedanischen Kriegsrechte .war eS Ge- I et;, dasi Frauen und Kinder der Feinde, auch die Ungläubigen,. nicht getötet werden durften, l>nd ein Dichter der O.nastadenzel spnicht das schöne Wort: Getötet zu tverdeu und zll toten, dm- ,|t »ufere I (der Männer) Sache und den Keuschen (Frauen) kommt es zu, die I em(evve» zll schleifen. Zu einer Zeit, wo das Abendland die .’linite’ | voesie noch lange nicht kannte, stand sie in Aiekka in höchster Blute. I Der Meister dieser Poesie, ~ Omar Ibn Abi öiabia bellen I Lieder bis auf unsere Zeit gekommen sind, konnte m biedern die I oller Mund waren, den vornehmsten Damen, selbst, den Prut- zessstmen der herrschenden Dynastie der Oluasiaden, den Hof machest : und sein Ton erinnert oft lebhaft an Herne. Gegen Ende der Oma ' I jadei veriode, als der freie Verkehr 0 manchen Mißstand gezeitigt : 1 E rnÄ ftoBen wir plötzlich auf die Anfänge der Harems- und Eunuchenwirtschast. 9lber die Tatsache, das; der Eunuchenhandel in den Händen der Byzantiner lag, beweist z,lr Genüge, da» nicht. der Zslam und nicht das Arabertum die Stellung der Fraw fo geschaf fen bat wie sie sich später gestaltete. Darum ivar die Stellung der Frau am freiesten und würdigsten am Sitze des ut'versa schtm Äraberti,ins, in Mekka das vom Js am-wenig mehr angeno nme halte, als die lleberzeugung zur Vorherrsch« t tu der Welt, zu Reichtum und Freude von Allah bestimmt zi, sein. Irischen SpeistziniMer, ÜtzeEW. | MLWMHWUWtz LMWMWWWM tei( der reich geschmlukten 4-flfet o/sii.t stch en • X . .. I Suppenterrine steigt aus der Vertiefung emP P^lle mit dem! I KZMZBM'LS Mictteu Nachlmrvder vÄchwÄe», nm'CTttgntttL* 5 SÄSS «nÄik W Wirt'kamr 'ntt gutem Gewissen garantieren ^ ist «W fr« W, '"MS 8« so, wie schon hier MLWÄUÄMS und Bott. Ter Kochist Agentlich bbokuochstasfage. Uc rnw inn? Kiaarette und braucht Nicht tut mm nach der nur zu iryen, 1 Iben« B beMg"der ÄppaM.. Eine KM, Back- und Brattas arbt die Erliitziingszesten für jedes Geruht an, man stellt dm I Stwin auf Zeit" em, und er stellt fick) ab, wemt.dw v-rschriM- Mäßigen Minuten um sind. Eine Reihe stuttruck airng- klügelten Apparaten sorgt für die schmackhafteste Bübwritlum D» Eier iedeu ohne Wasser, die .Ltemikfnrt«" erhitze» sich | trocken der Braten wendet sich am Spiest unter den Strahlet 1 elektrischer Glühkörper, er erhitzt sich rmd erweicht von imwn j rnirfi außsn und fängt nicht früher an sich braunen, alv bl. er ganz zart und fastia! ist, beim frei Wer Wirb tttg rrtvahiert Man kocht wzniaqen wistenschaftlich. selbWerstandlM W Neben der Küche die ekettrifch; AnftE-Mt üinb Piitzmchchinen, Wärmöfen unv. vorhanden. .ist nicht weniger reich an raffinierten Erfmdm'gur. Der elektrische Beltwärmer kann durch eine Lampe zu teder fyat, uub ’t» «um gewünschten Grade erhitzt werden, und vor. dem Anfstehsn genNgt ein Fingerdruck, die elektrische Zimmerhe'.znng m Funktwn zu setzen Watten Wir mzwischeirfrützstuckm mtd die Zettiina lesm? Ein 'Druck, und aus dem Boden fW Bett em Nachttischchen mit den Mvrgenblättern und der schokolaiw Mit dem TÄevlMi können w ir auch vom Bette ans die ^n Erfordernisse des Tages regeln, den Hausmeister mstrni^rstt, che ^aen te froten in Bewegung setzen nsw., ohne dast bu Tur geofm-t &u hat aber, uM sein Werk A» krönen, noch eim andere, ein wenig unheimliche Einrichmng getrofstm, dre er. sankst, den ganzen Haushalt ungesehen zu überwachen. Da^> sind scstne ,/elektrischerl Spione". Hinter ben Tapeten befinden sich slantoerstärkende, unsichtbare Mikrophone,deiren^>n Telephon- 'dürfen in ihren Räumen nur die betreffenben N^>lndungm Herstellen, um ganz genau zu hören, was m Küch., deii Tnnsh. kotenräumen, der Garage gesprochen oder fiMMtct wb. W botenklatsch ist also „überwundener Standpunkt . Ob sich alnr piek dienstbare Geister für eine solche Art der Neberwackmng WMis finden werden? Auflösung der Königspromenade in voriger Nunimer. ‘ Die Sterne, die begehrt mait nicht, Man freut sich ihrer Pracht, Und mit Entzücken blickt man aus In jeder heitern Nacht. Goethe. * Tie Erblichkeit des Schielens. Sv rätselhaft der Vorgang der Vererbung ist, so kann er. doch für viele Ergo^ -schäften, gute und nachteilig«, des nMischlichen /wrpers Wie des Geistes nicht geleugnet werden. Mit der Bererbung der Krauv- ü ei tut ist es nun eine eigene Sache, und im allgemeinen wird sie nur iirsvtv'eit zugegeben, als eine Vererbung in der Neiguiig zur Erkrankung als erblich angenommen Wird. Bei äußeren körperlichen Mängeln, die nicht eigentlich als Krankheiten zu bezeichnen! sind, liegt dagegen die. Möglichkeit bet Vererbung klar zutage. So ist es beispielsweise mit dem, Schieten der Fall. Dem Studium dieser Erscheimmg hat sich Professor von Sicherer in München seit Jahren zugeWMidt und bringt letzt tn der Münchener Medizinischen Wochenschrift einen neuen Beweis in einer Familich die eine Erblichkeit des Schielens durch vier Generationen hin!- durck in einer besonders eigenartigen Form' aufwies. Tas längste Geschlecht dieser Familie, ans sechs Töchtern.und zwe, sohueit bestehend, wies den Mangel mir der beu weiblichen Vertretern auf, und zwär in allen Fällen übereinstiMmenb als sogenannten Strabismus cvnvergens, bei dem die Setzlinie beider Ängen ,mch innen gerichtet erscheint. Tie Eltern dieser Kinder waren vom Schielen völlig frei, ebenso die Verwandten des Vaters, während die beiden Brüder der Nkutter Wieberum schickten, ihre beiden! Schwestern nicht, so dass lick also von einer Generation zur anderen das Schielen auf das entgegengesetzte Geschlecht verlegt hatte. Die Nachforschimgen mit Bezug ans die nächstältere Gs- .neratiiott führten zu Ergebnissen von ähnlicher Art. 'Die Graste Redaktion: K. Nenratb. - NotetionSdruck und Verlag der Brüblttchm Universitäts-Buch, und Steindruckerei,. R. Lame, Gietzrw