Donnerstag den (5. Dezember K 'M Sill llwfeSnNßii WWW |gJ«ägSB| WM>rWA!W Friedel halb-fütz. Noman von FedorvonAobeltitz. 6N'Mj.) (Nachd-rnck verboten-.) Sßeitige Tage nach Fritzens Rückkehr sprach Otto Span- Nuth bet ihm vor. _ Der kleine Mann mit der goldumränderten grille sah sehr vergnügt aus und schmunzelte bei seinem Eintritt behaglich. , „Habe die Ehre, Herr Friedel," sagte er, „zugleich meine beste Gratulation. Ob auch dieser Schreibebries eine solche enthält, weist ich nicht. Mer ich möchte mir gestatten, cs zu bezweifeln." Er hatte ein silbergraues Kuvert aus der Tasche ge- zogen und reichte es Fritz. Der sah es an: es trug keine Mdresse. ■ „Für mich, Herr Spannuth?" „Ei ja, Herr Friedel — und persönlich abzugeben." >,Von wem?" „Von meiner Schwägerin Maud. Ein Abschiedsbrief. Sie wollte ihn keinem anoeren anvertrauen als mir." Fritz schrak zurück. „Spannuth — Maud ist doch nicht etwa —" „Was denn? Tot? I Gott bewahre! Sie ist zwei Tage nach dem Bekanntwerden Ihrer Verlobung nach Amerika abgereist. Sie bleibt auch in Cincinnati. Die halbe Million, die sie im Geschäft stecken hat, must ich! herauszahlen. Trotzdem — es ist besser s o." Fritz schallte noch immer unschlüssig auf das silbergraue Kuvert. Dann wollte er es öffnen. Mer Spannuth winkte ihm abwehrend. „Lassen Sie es lieber," sagte er. „Auch über einen Mschiedsbries kann man sich ärgern. Herr Friedel, ich sehe Feuer iii Ihrem Kamin, was .mich! an diesem kühlen Herbsttage recht praktisch dünkt. Wenn Sie den Bries! in die Flammen werfen wollen, möchte ich Ihnen wohl etwas er- Kühlen." Fritz Perstand Noch llicht. „Ich' weiß! nicht, ob Ihnen bekannt ist,"' begann., er zögernd, und sofort siel Spannuth ein: „Alles bekannt. Sie waren mit Mund einmal so gut wie verlobt." „So ist es, Und grade deshalb " „Grade deshalb rate ich Ihnen, den Brief ungeleseni itt den Kamin zu werfen... Sie mögen Maud gut gekannt haben, Herr Friedel," führ er fort. „Ich'aber kannte sie vielleicht noch besser. Ich habe Einblicke in die Seele dieser Frau getan, die mich mit Stallnen, auch mit Bewun- derung und schließlich mit Grauen erfüllten. Ich war ihr einziger Freund — rch konnte es beruhigt sein, denn ich habe ein braves Eheweib und fünf Kinder — und der einzige, dem sie rückhaltloses Vertrauen schenkte. Und ich sage V.hnen , in dieser Fran steckte ein Wehr M MenMiches^ das mit dämonischer Gewalt über die Enge des Daseins hinausstrebte." Er nickte dazu. „So war es. Sie hätte ihren Herrn und Meister finden sollen und wäre mit ihm vielleicht^ glücklich geworden. Mit Ihnen aber--danken Sie Gott, verehrter Herr Friedel, daß Sie damals meinen' Vor» schlag einer Fusion unserer Häuser nicht ohne weiteres aw genommen haben!" „Was hat das mit Maud zN schaffen?" „Viel. Ich kam in ihrem Auftrage. Sie hatte mit? eine wahnsinnig leidenschaftliche Szene gespielt. Sie nahm kein Blatt vor den Mund. Dies Weib da unten am Kloster- eck, die Helldorf, war ihre Freundin geworden. Diane Helldorf, die Geliebte ihres Mannes — jawohl, die. Feiner» Instinkte, auch im Schlechten, gingen ihr ab; aber vielt leicht war es die Gemeinheit ihrer Seele, die Maud berauschte. Ein Mann kam hinzu, der grinsende Mephisto! Unsers Gaus, und damit war das Trio fertig. Diane und Maud brauten ihren Trank der Rache, und der Mephisto setzte ihn über das Feuer. Daß Diane Sie haßte, wissen Sie. Es war der kaltschnäuzige Hast einer subalternen Natur. Aber es gibt auch eine Liebesleidenschaft, in die grimmiger Haß sich mischen kann. Dazu gehört einekompli- ziertere Psyche — so wie bei Maud." Fritz sah starr vor sich hin. Er begann zu begreifen.: Spannuth hüstelte. „Ich will nicht dramatisch werden'.: Will auch kurz sein. Aber reden muß ich,schon um meiner selbst willen! Daß Sie Maud dermaleinst äbgewiesen hatten./ vergaß sie Ihnen nie. Und nun war die Gelegenheit der Revanche da. Von kleinen präludierenden Scherzen wie der anonymen Denunziation bei Ihrem Militärgericht schweige ich. Die Haupttntrige setzte ein, als Maud Ihnen ausgerechnet am Tage vor der Ballonfeier in UttenhooveN ein Stelldichein gab." „Auch das wissen Sie!" rief Fritz. „Wie Sie hören, Herr Friedel. Damit sing es an« Eldringen hielt es für sehr wesentlich, Sie von Utten-i Not)en fern zu halten, und Maud — nun ja, die hatte? Verschiedenes mit Ihnen zu besprechen. So ging es nun Schlag auf Schlag weiter auf Ihren Ruin los, bis das Drama Mit Ihrem Herrn Vater dazwischen kam. Da liest Maud Mich zu sich bitten. Es war ein Umschwung in ihrer Stimmung eingetreten — ein immerhin begreiflicher, wenn Sie gütigst überlegen wollen, daß diese Frau ja doch mit tiefer Leidenschaft an Ihnen hing. Das wußte ich freie, lich bis dahin nicht, aber nun hörte ich es aus ihrem eigenen' Munde und hörte auch alle Schändlichkeiten, die im Hanse Helldorf gebraut worden waren. Und da hatte ich in der Tat nur das eine Empfinden: es muß wieder gut ge< macht werden, was noch gut zu machen ist. So ging ich denn zu Ihnen ohne zu ahnen, daß sich auch hinter? diesen Ratschlägen Mauds die Hoffnung verbarg, sich doch noch einmal mit Zhnen vereinigen zu .könne» *SM — MS L- er. Durch Befehl des Generalkommandos des 9. Korps wurde ämj rolle die Fahnen Probewerse auf; es ist Waldes, den grünen Gefilden von Main, Neckar und Nahe, seinem weiten Gan zuttug, dessen Traube gewissermaßenl ! ..zz x, < C C . . CYY\ ?L aVYuA^’C.’fii^wrt^ AOV fVATflrtgj| Das 2. Grotzh. hch. Znf.-Uegiment bei Vriare/) Bon E. P i st o r. geführten Gefechten ihren Führern folgten. Die Tage von Briare sind Ehrentage des Regiments und sie verdienen, daß alle die alten Kameraden sich heute nach 40 Jahren der Znt erinnerst Und ihrer und aller Kameraden, die nicht mehr smd, und dies sind leider schon viele, nochmals in Dankbarkeit und Treue ge- Am 26. Dezember rückte das Detachement in Briare ern, dw Infanterie-Spitze hatte sogleich das Vergnügen, den liebenswur- Ligen Charakter der Einwohner kennen zu lernen, es begegnete ihnen ein hessischer Reiter ohne Pferd. Der Mann war aN Patrouillen-Reiter im Ort vom Gaul gerissen worden und nup mit Mühe seinen Peinigern entwischt, die die freundliche Absicht hatten, ihn im Kanal zu ertränken. Eine Anzahl von jungest Burschen, die an dem Mordversuch beteiligt luaren,, wurden ge- fangen gesetzt, jedo'ch ffpäter wieder freigelassen, größere Strengq wäre hier recht am Platze gewesen. Mich freut heute noch, daß ich eine Anzahl der Burschen erwischte, als sie sich aus Bsiarel drilcken wollten; einer der Burschen hatte sogar noch eine Pistole fat der Tasche. Die belehrenden Worte, die in sehr handgrcisliMU Weise mein baumlanger Vogelsberger Korporal bet Einsaugung der Burschen und ihrer Verbringung nach Briare an die jungen] Menschen richtete, müssen nachdrücklich gewirkt haben, fte sähest sehr zahm aus Md gehorchten vorzüglich, als sie der Wache ab- geliefert wurden. , Man richtete sich in Briare, Einem Städtchen von etivti 5000 Einwohnern, ein so gut es ging. Der Ort selbst ist für eine Besetzung und Verteidigung recht ungeeignet, zwar auf der west- l'ichcho Seite schützt der breite Fluß Loire gegen einen ubei'l Laschenden Angriff, doch auf drei Seiten treten Anhöhen bis dicht an die Stadt, dazu ziehen kleinere und größere Waldparzellest ebenfalls auf den Höhen bis an die Stadtgrenze heran und erschweren Ungemein jede Uebersicht. Die Bevölkerung der uni- liegenden Dörfer nutz Gehöfte war anfgehetzt und durch die not-; •*J Nach meinest 'Aufzeichnungen Und Erinnerungen, MM BeMtzung von Draudt; Detachement Rantzau und Maurer IW Frankreich 1870/71. „Sie soN's gut bei mir haben, Fritze," sagte er, „wenn ssu im Loche sitzst. Brauchst dich nicht zu ängstigen. Ich fasse sie manierlich an und beiße auch nicht den Alldeutschen heraus. Ja — apropos, was mir einfällt. ■ Da ist die Dora in ihrer Verschönerungssvut auf einen Gedanken gekommen, von dem ich nicht weiß, ob er dir passen wird. Pie will bei Andrees Ankunft zwei Fahnen hissen: dre Deutsche und die Trikolore von drüben. Sie fand das finnig. Ich halte es, bei allem Respekt vor FräUletn' Dora, für übertrieben." «ne leichte Arbeit." So mußte Fritz also mit in die Giebelstube. Sie hatte einen großen Balron, aus dem die Fahnenstangen auf» aevflanzt waren, schön gestrichen in den Farben beider Reiche. Dora entrollte sie denn auch rasch, und nun wehten fie lustig durcheinander und grüßten sich Und grüßten hinab pt den Gau und hinüber in das Nachbarland. Aber Fritz schaute schon nicht mehr auf die Fahnen, sondern auf die Welt ringsum. Unten floß der Rhein, und fein Gau tat sich auf. Wieder war die Zeit bat, wo Dora verteidigte sich, „Ich bin für das Symbolische- Herr Friedel," erklärte sie. „Ern Symbol läßt sich deuten Und kostet nicht viel. Es sieht gut aus, wenn die beiden ! bahnen im Winde flattern und die Farben sich mischen. Es hat auch etwas Sinnfälliges, das die Komteß schon ver- teben wird. Kommen Sie mit in die Giebelstube, Herr ■ Medel. Ich 1 hie Mullern kwM - - Werter Herr Friedel, Weib' . im Sonnenschein die Traube der Reife enigeckenging. WÄ- ™ ‘ ® hin der Blick sich wandte, Rebenhügel; im Golde des herbst-- E mitent wie in bösem Sinne. Ja, Herr Spannuth. lichen Mittags ein großer Weingarten, durch den der Mpeu- «cfcki kaae ^bi,en ebrlick die Wahrheit- ich habe Maud nie ge- I ström rauschte, der dre Schneewasser des Gotthard zu« NSe?l?Lrze«sm,g, daß Nordsee L „Am deutschen Rheft^ gnÄj eine einfacher veranlagte Natur wie ich mit rhr, krenzun- rst em lustig Leben es tragt her Rhern auf seinent alkicklicb aeworden wäre Denn sie selbst rst erne jener I Haupt ern Diadem von Reben. . . . So yane oer aue unglücklichen Naturen in denen Edles und Niedriges mit- Rittershaus gesungen — und so war es auch: Rhem und einander rinaen und die im Kampfe mit seelischen Wider- I Rebe gehörten zusammen. Auf den Hangen oben eme Reche ständen schließlich! zugrunde gehen müssen, weil ihnen jedes I duftiger Blüten: Rauenthal, Erbaaj und Markobrunn, em- Maß des Ausgleichs fehlt Aber auch Schönes und Gutes I berg, Vollrads und Johannisberg, RudeLherm und - fk- «ÄT ÄÄ’Ä MS ™8 ®"“ * B""‘e -** Er Xeate das silbergraue Kuvert vorsichtig auf die I seinem werten Gau zutrug, deften Traube gemisfermaßenl nlübenden Kohlen im Kamin, und beide Männer standen I teilhaftig wurde der Würze der Alpenblumen, der kräftig! ^avor und saben M tote das Papier sich krümmte, sich | Frische in den Felsengründen des schwarzen Waldes, bi goldrot umsäumte ^und endlich als Helle Flamme empor- süßen Mlde in den Ebenen seiner Nebenflüsse, des poetischen “riebet. WWH* M. f* Er WJW Lmpsthlrrn». W-S auch geschehen i[t: wir grüßen IMS wie hinter i'ch.uub »Ws stumm hmab, »p ßrctzer .M«d» ebedem und haben Achtung voreinander." I betoegung, m die deutsche Champagne. Ser Alte Version«. Er drückte Fritz die Hand, druckte energisch an seiner | Er nickte freundlich, und dann sagte er ein guteo Worts Nrills und stapste hinaus. r , „Gesegnet sei der Rhein!" ' Fritz blieb noch ein Weilchen vor dem Kamin stehens stnd schaute den letzten springenden Funken zu. Sie'zuckten (traf und verglühten. So ist die Leidenschaft. Nun wandte sich Fritz an seinen Schreibtisch' zurück. Da stand das Bild Andröes; das nahm er und küßte es. » »«LP | fSSÄSÄM »rigt habe, um vor Antritt feiner Festungshaft noch,>etn paar I 6afi) ti01t Orleans ab und traf am 23. in Montargis ein. Die« Tage mit ihm zusammensein zu tonnen. Ah', diese schreck- j x^nte das Regiment den Weihnachtsabend in heimlicher Weise ÜLe Festungshaft! Es war ndco ein Trost, daß der Divt- ^ch feiern; mancher Christbaum leuchtete und frohe Festftiminung KTEÄ... rr schL Jttm W-il, MSFwÄWmU -UH «u Slfbreeä ««sm f£'Ä5 immer wieder. Ein zarter bangender Dualismus sprach I chghörlichen Anstrengungen, Wachen, Erkundungen, Beitreibungen »loch aus ihren Zeilen, als schäme sie sich des Zugestand- oft knapper Verpflegung und schlechtem Wetter und dazu hisses, daß sie sich auf französischer Erde, die sie doch auch täglich Kämpfe mit einem vierfach überlegenen Femde Und Von Herzen lieben gelernt, nicht hatte heimisch fühlen können, einer aufgehetzten, feindseligen Bevölkerung bringen., Ehre dest ES war wie ein rächender Rückschlag der Natur, daß die 5 braven Soldaten, die unter diesen, auf die Dauer säst unertrag-, &Ä »r« b^tto-n »LLm, I- W» <» ihr L/xLLF'K'LrLL ÄWW ihr MW getan. Und fie strahlte. > *SU~ MW Die T.«° «n Bri-r- als sie sah, daß auch Fritz zufrieden war. In der Lat, Andröe konnte sich W ihrer Wohnung behaglich! suhlen. Auch der Opa stampfte vergnügt umher und schmiunzelto Wer das hübsche Schlafzimmer und das kokette Boudoir. 783 S,mg von Major Hofmann nnt» vavauf Schnellfeuer jagte sie r in den Wald zurück. , , . ~ LJ Zur Belohnung durften wir sogleich in der MHe eineFeld^ wache beziehen. Die Winternacht war hereingebrochen, die hosten wurden vorgeschoben, die ausgeschickten Patrouillen meldeten, daß der Feind sich zurückgezogen habe und so saßeu wir um em Femj von Rebpsählen und dürrem Reisig in der kalten Nacht eng zusammengedrängt, der letzten Nacht des denkwürdigen Jahre» 18 Q Und dachten darüber nach, was uns das neue ^ahr wohl bringen ^"^Mitternacht nahte; einige Leute hatten in Briare zwei TöHs voll Fleisch aufgetrieben, auch etwas zu trinken fand sich, und 10 klang denn, als es im Ort 12 Uhr schlug, ein kräftiges VvoistMufahr in die Nacht. Eine Patrouille wurde abgesckyckt gegen den Feind, stoßt ihr auf die Kerle, so schießt ihnen das Neujahr an, gab man ihr als Verhaltungsmaßregel mit auf den Weg . Ein anderer Teilnehmer an den Kmnpfcn von Briare, . leUtnant Dräut, gibt in seinem Werk „Tätigkeit des Detachements Rantzau" der Stimmung, welche in dreier Nacht herrschte, sehr treffend Ausdruck. — Aber noch spät in der kalten Nemahrsnachi standen wir auf dem Alarmplatz zu Briare nach dem Verhängnis^ vollen Tage, in Erwartung dessen, was uns des neuen wahres erste Stunden bringen würden. " Diu scharser Kmitrast geg»1 die freudig begeisterte Stimmung, die damals anallen ander eil Orten das deutsche Herz bewegte, und nur gemildert durch dick feste Ueberzeugung, daß auch unser Detachement zum Gelingest des Ganzen seine schwere Aufgabe erfüllen müsse, , «Der 1. Januar brach stn und eifrig spähte Md lorfchtö man 'von allen Feldwachen aus nach dem Feinde, denn daß nach den gestrigen Erfolgen er heute wieder angreifen würde, wap jedem Musketier klar. Vorerst blieb ledoch vor der Front alles rUhig, nur das Rollen von Bahnzügen aus der Richtung voch Bonny ivar zuweilen vernehmbar 'Die vorgeichickteu Pallwutlest fanden keinen Femd; eine brachte die Leiche des gefattenew Hauptmanns Weber von der 2. Konipagine mit, Die Franzo s hatten ihm die Stiefel ausgezogeii und deni -ioten noch einem Hieb über das Gesicht versetzt, . ! Die Ruhe hielt bis zum Mittag .an, dann aber wird- dto ! Bewegung der gegnerischen Truppen tn unserer 11nie11 75'taute I bemerkbar. Starke Abteilungen umgehen nördlich unsere Stellnng und dringen schmi auf unsere Rückzugslinie Vriare-B.oickarg>s vor ia bis zu einer aus der Höhe gelegenen Besitzung, Chateau! I Beauvoir welches die letzte freie Straße nach Gien boHerrsclch zeigen sich Franktireurs und unter diesen wieder bewaffnete I Bauern Die unter Führung von Major Hoffmann auf dep I Strane nach Moutorgis vorstoßende 4. und 7. Konipagme drängest den Feind zurück Bm CHLteau Beauvoir werden die Angreifer I h^rch ein am 31. Dezember eingetroffenes Kommando Ersatz^ I Mannschaften Unter Leutnant Rahn und Teilen der 7 Kompagnid I verjagt. Der befohlene Rückzug des Detachements kann nM I Rübe und Ordnung vor sich gehen. Auf der straßa I ®ien rückten zunächst Artillerie und das Reiterregimentj I ab Die Infanterie mit der zweiten Kompagnie des Landwehr^ | Bataillons Detmold, welche am Tage vorher von Gien zM I Unterstützung herbeigekommen waren und am 1. ^anuar teili weise noch niitackämpst hatten, bildeten den Schluß. UnbelasttgÜ I wurde Gien erreicht, welches zirka IVs Stunden ^EMifwärts I von Briare liegt, und von dem Detachement besetzt wurde, "st I Verein mit dem Landwehr-Bataillon Detmold. Lange sollte indes die bescheidene Ruhe in Gien nicht dauern, welche den schmeck I angestrengten und abgehetzten Mannschaften recht nötig geives^j I wäre. ____________ Aindererziehung in Alaska. Vier Fünftel der Halbinsel Alaska, die übrigens dreimal sck groß ist als Frankreich, sind noch unerforscht, und nur cunge der einaeborenen Stämme, die an die Msten wohnen, sind von Mnsfio« nären näher studiert worden. Die Einwohner des Inneren abep k cXafoe 1900 Halle es eine Einwohnerzahl von 2J,53b, inoinntra mim die Eskiniostämme mitgerechnet waren. Diese Zahl kann! man aber nicht als eine genaue betrachten, denn es war unmöglich, überallvvrzudriugen, so daß. sicherlich! vie e nomadisierende Stämme nicht niitgerechnet worden sind, Außerdem haben sell 1900 unsere europäischen Krankheiten, wie Pocken, Syphilis' und Alkohokismus eine schreckliche VerwüMng unter den El^eborewest angerichtet — viele Dörfer ffnd vollständig ~ceJ„ haß man heutzutage die Einwohnerzahl auf über -5 ™ teilen! "^^Ein^amerikanischer Missionar hat neulich einige intcress.intü Mitteil inaen gemacht über die Sitten der Eingeborenen, u. a. hab Atiitteltungen gemau r Bericht über die Kindererziehuug dieseh Miidigen Beiireibünaen gereizt, so daß fMwährend auf kleinere . , Patrouillen, namentlich auf Kavalleristen, .geschossen wurde, auch I - fei allen Gefechten tauchten bewaffnete Zivilisten auf. .Dem BMl I des Prinzen Friedrich Karl zufolge wurden täglich groß er ck I Erkundigungen loireaufwärts Mternommen, obwohl uns wohl bekannt ivar, daß dem kleinen.Detachement von ca. 2500 Mann j gegenüber eine französische Division Ater General du -^enipls I stand. Die Folge waren Gefechte am. 27., 28., 29. Md 30. De- I zember, welche dem Regiment stets einige Verluste verursachtem I Zst unserer großen Verwunderung machte trotz dieser fortgesetzten I Beunruhigungen und seiner numerischen Ueberlegenhell der Feind I keinen Versuch zu einem energischen Angriff ouf Briare Das I sollte jedoch bald anders werden; die am 28, und 29. ausgeruckten I S Kompagnien, von welchen 2H» Kompagnien Vorst 28.. auf . I biwakiert hatten, zogen am 30. Dezember rumteil wieder auf I Borposten oder rückten aus Requisition aus, die 4, Kompagnie I ging die unvermeidliche Erkundung nach Bonny, schoß sich dort I Viit deii Franzosen herum, welche diesmal in größerer I Md sogar mit Reiterei auftraten. Der 31., der letzte des wahres I brachte meiner Kompagnie den Befehl, zwei Züge auf Requisition I A senden, das Los traf Leutnant Weimer und mich; wenn dies I auch stets eine unangenehme Aufgabe ist, ftiiedlichen Lntten ihre 1 Habe wegzunehmen, so versöhnte uns doch dm.Ausffckst, emest I Nenjahrsbraten mitzubringen, einigermaßen mit dem Befehl. MS I gegen 2 Uhr die beiden Züge nut unserem Vieh, Wagen und den I Neujahrs-Gänsen und -Hühnern sich wieder der Kavallerie-Vedetten I Mi Briare näherten, ritt eine Patrouille auf uns zu, voller Freude, | daß wir wieder da seien: Man hatte, sagte uns der Führer, j bereits gefürchtet, wir feien ab geschnitten mid gefangen, denn die j Franzosen rückten gegen Briare vor. ____ 1 Kaum in Briare eingerückt, wurden wir alarmiert. Unsere! I Suppe, auf welche wir uns gefreut, blieb stehen und wit leerem I Magen standen wir auf der Straße. Unterdessen hallm sich, I während wir auf Beitreibung waren, das Vorgehen der Fran- | Losen kräftig entwickelt. . I Die 2. Kompagnie Unter Hauptmann Weber und ent Zug Reiter gingen am 31. morgens loireauswarts bis Bonny vor. Dar Ort wsird zwar besetzt, allein feindliche Schutzen und ge- Wosseue Abteilungen rücken fofort gegen Bonny vw und die Compagnie muß, um von den wett überlegenen franzoslfchefst Truppen nicht umgangen zu werden, sich lang)am Aruc^ieheu, , Muf die Meldung hiervon nach Briare wurden vom Detachemutt Uacheinander die Leib-, 4. und 8. Kompagnie auf der Straße na , Bonny zur Unterstützung vorgeschickt; Hauptmann Weber erhalt Befehl, wieder anzugreifen. "m 3 Uw nachmittags stehen die '4 Kümpagnim int Feuer aut Bahnhof Chetillon, etwa 4. Kilometer von Briare; der Feind jedoch, bringt immer stärkere ^.ruPPM vor Und sucht unseren linken Flügel, der au der Anhohe links der Straße von Bonny Md der Bahn steht, M umfassen und zu werfen. Die zwei Kompagnien, welche diesen Abschnitt verteidigen, sstehen deni etwa zwei Bataillone starken Feind gegenüber Md müssen abermals der großen Uebermacht langsam, weichen. i Auf der Straße fahren nun im Galopp zur Hilfe noch zwei Geschütze auf, allein als diese ihr Feuer eröffnen, schlagen femd- Lchq Granaten in die Geschütze. Sunt erstenmal bringt hier General du Temple auch Artillerie gegen uns ms Gefecht, em Zeichen, daß es diesmal ernst wird. Während sich das Gefecht so wenig erfreulich entwickeltes war fciie 5^ Kompagnie aufgesstellt worden und erhielt alsbald den Befehl vorzurücken. Leutnant Cullmann marschiert fchleuntgist Ms Briare mit der Kompagnie vor. Wohl hatten die beiden Geschütze den heftigen Aststurm der Jnfailterie längs der Straße Bvimy mit kräftigem Feuer zum Stehen gebracht, auch das Feuer der französischen Geschütze erwidert, allein der rechte feindliche FMqel dehnt sich, gedeckt durch das waldige Gelände, immer, weiter aus und überragt schon unsere linke Flanke, !drangt dm L Kompagnie zurück und beschießt bereits die. Geschütze, sowid bie'l , 2. und 8. Kompagnie in der Flanke. Die 5. KomPagniS Eonnnt bei ihrem Vormarsch bereits der Mruckgehenden Artillerie entqeqeii Leutnant Cullniann erhält Befehl, nach links vorzu- Wen rasch geht es an den Anhöhen hinauf, hinunter, m einen Lln ,chbi Meter tiefen Bahneinschnitt, auf den Bahittorper ziehest N?Teffe der 4 Kompagnie zurück. Im Hinunterlaufen intet Einschnitt ruft uns von hinten unser Kompagnieiührer zu. „Vorwärts Hurrah!" Also heraus aus dem Einschnitt; vor uns aM Waldrand liegt ein kleines Gehöft, dorthin stürzen ivir mit ffircht- Vareini Hurragebrüll, Schüsse blitzen aus dem Haufe und den Hecken, aber ohne daß wir einen Schuß getan, sind wir ist hey feindlichen Stellung und hinter den flieheichen Mobilgarden knallt es nun munter her. Mit diesem kräftigen Vorstoß war da» femd- riche Vordringen unterbrochen. Doch der kurze Wintertag neigte schon seinem Eiidü zu, es begann zu dämmern, fangfam wurden teher die Konipagnien nach Briare zurückgenommen. Kaum verließen auch wir unsere Stellung an der Ferme, als auch dm Feind wieder erschien und zu feuern begann. Am nachsten Wald- stmm machten wir kehtt und unser Feuer zeigte ihm, daß wir bereit seien, seinem Angriff zu begegnen. Uiibelasttgt ruckten wir in' unsere Stellung südöstlich auf einer Anhöhe vor Briare em< In der Dunkelheit machten die Franzosen nochmals; einen ^such, Ms anzugreifen, allein ein kurzes Vorgehen unter persönliche« Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckere^ R. Lange/Gießen, Zltatenratsei. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Wenn ihr das Leben gar zu ernsthaft nehmt, was ist den» d'ran? 2. Was schert mich Weib, was schert mich Kind! . . . , 3. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. 4. Die reinen Frauen steh'n im Leben Wie Rosen in dem dunklen Laub. 5. An der Quelle saß der Knabe, Blumen wand er sich zum Kranz. 6. Eine Mutter ist der Schutzengel ihres Kindes. 7. Richtet nur nie des Mannes einzelne Taten. 8. Minister fallen wie Butterbrode, gewöhnlich auf die gute Seite. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer.' Viichertisch. L *7" Nie Bilverserie „hessische Kunst", der wir so Manches prächtige Heimatbild verdanken — wir erinnern nur an r,Bantzers Abendmahl und Hochzeit", Giebels „Großvater" und rHeunkchr" — ist durch vier weitere hessische Landschaftsbildeu Wenfalls von C. Armbrust bereichert worden. Frühling, Herbst, Hexmturm und Kleinstadt nennen sich die farbenfrohen Blätter, sdre überall willkommen sein werden. Tie Orte Grebenhain, Grifte Md Treysa, die dem Maler Modell gestanden haben, können sich ^ppell über ine Ehrung sreuen Hoffentlich erfährt diese so glücklöch begonnene Landschastsserie eine Fortsetzung. „ 7" D^eihnachtsnummer der Illustrierten Zeitung, Verlag Swip. I. Weber, Leipzig, ist in ihrer Vielseitigkeit, ihrer geschmack- vollen Auswahl und m der Originalität der Beiträge in Wort Mch Blü» ein Kabinettstück; echte Weihnachtsstimmung durchweht das Heft von Anfang bis W Ende! Bon den zahlreichen wertvollen Beiträgen erwähnen wir heute nur „Das Theater int Dienste des Weihnachtsfestes", ein Aufsehen erregender Artikel von Otto Sonne, Mtt Zeichnungen von Curt Kenipin, über die Uraufführung des r.Bonifazms" vom Gr 0 ßh e r z 0 g v 0 n H ess en. . Max Liebermann. Eine Kunstgabe, 4 Textbildev MV I4 Vollbilder (Kunstblätter) nach seinen schönsten Werketw Mit enter Einleitung in Mappe geheftet nur 1 Mk. Verlag von V-os. Scholz tu Mainz. Wir haben an dieser Stelle wiederholt duf das Kunstgaben-Unternehmen hingewiesen, das die Vielge- Mltigkett und den Reichtum der deutschen Kunst so dankenswert weiteten Kreisen zugänglich machen hilft, Die vorliegende Gab« bringt aus dem grosten Schafsensgebiete des Meisters 14 grast« Blätter und vier Textbilder, die von den verschiedenen Entwich, lungsstufen des Künstlers Zeugnis geben. — Eine Weihnachtsgabe, die sich sehen lassen kanch geht uns soeben von der N. G. Elwertschen Verlagsbuchhandlung- Marburg, zu. Tie alte Bergstadt Marburg hat dem bekannten Kasseler Maler Karl Armbrust Motive zu 10 einzigartigen Bibi dern gegeben, die dank ihrer malerischen Wirkung und Stimmung! allgemein Interesse beanspruchen können. Blätter wie die „Schloß« treppe", „Hofstadt", „Am Michelchen" und „Kugelgasse" lassen einen direkt vergessen, daß hier ein bestimmtes Strastenbild dar« gestellt ist. Tie Poesie der Bergstadt, das Behäbige der Klein« stadt mit ihrem Studentenleben beherrscht die Bllder, die jeden, der Marburg kennt, eine willkommene Erinnerung und ein töfb* Ucher Zimmerschmuck sein werden. Tie vornehm ausgestattet« Mappe trägt das Motto: „Nimm mich in Deine trauten Gassen, Tu alte Stadt der Musen auf" und enthält 10 farbige Bilde« in Größe von ca. 20x25 Zentimeter, aufgelegt auf dunkl-em Karton. große Scholzsche Sammlung „Märchen und Sagen", deren Zweck es ist, die schönsten und bekanntesten deutschen Märchen durch die moderne Jllnstrationskunst lebendig zu machen, ist um zwei weitere Nummern vermehrt worden r Jöriiber^eit und Schwesterchen" mit Zeichnungen von Fr. Müller-Münster und der „Wolf und diesieben Geiß/ lein" von Eugen Ostwald. Beide Künstler haben ihr Bestes gegeben, Müller-Münster in meistens zarten, Ostwald in seinen höchst drolligen Bildern. Ostwalds Bilderbuch wird das Helle Ent« zücken der Kinder bilden. Und auch noch die Erwachsenen ihr« Freude daran haben können. WennOßwalds Bllder auf dem Gebiet« der Märchenillustrationen eine hervorragende Leistung darstellen, so nimmt unter den Bilderbüchern als solchen Angelo Janks „Die Wacht am Rhein" die erste Stelle ein. Jank ist bekanntlich heute neben Thöny, dessen Art freilich nichts für Kinde« ist, unser bester Zeichner des Soldatenbildes, und es war ein vortrefflicher Gedanke des Verlages, Jank auch einmal in den Dienst der Kunst für die Jugend zu stellen. Der Künstler hat seine Aufgabe schlechthin meisterhaft gelöst. An den in staunenerregenderl Technik auf Leben und Bewegung gestellten Bildern kann mwnj sich nicht satt sehen, und ich zweifle nicht, daß es allen Knaben so gehen wird. Das ist etwas für den deutschen Jungen, und ich möchte! darum noch einmal nachdrücklich gerade auf diese Soldatenbitdeo Angelo Janks Hinweisen. ■— Musik für Alle. Diese Notenbibliothek bietet denl deutschenjHause für wenig Geld das Beste in klassischer und moderne« Musik. Tie Opernheste wie „Lohengrin", „Tannhäuser", „Tristast und Isolde", „Margarethe", „Meistersinger von Nürnberg", „Cavalleria tufticana", „Freischütz", „Carmen", „Don Juan" n. v. a. enthalten den gesamten Melodienauszug in Form von leicht spielbaren Klavierstücken, die sich nach den hauptsächlichsten Szenen! des Werkes gliedern und mit Text überlegt sind. Die Operett« ist in der „Musik für Alle" ebenfalls mit den besten Erscheinungeft vertreten. Wir nennen hier nur die „Tvllarprinzessin", „De« fidele Bauer", die beliebte „Geisha" und „Die schöne Helena", Auch klassische Hefte, wie Bach, Beethoven, Schubert usw. sind erschienen und bringen die besten Kompositionen. Kürzlich ist eist Brahmsheft, enthaltend u. a. das „Wiegenlied", „Immer leise« wird mein Schlummer" usw., zur Ausgabe gekommen. Auch besondere Tanz- und Marschhefte sind vorhanden. In der abtvech- selungsreichen Auswahl liegt für jeden Musikfreund ein Anreiz, sich aus den 50-Psennig-Heften der „Musik für Alle" nach), eigene« Wahl und für geringes Geld eine gute, ausgewählte Notensammlung zusammenzustellen. Mvd verläßt diesen Aufenthaltsort höchstens ztveimal im Laufs Von 24 Stunden, um gereinigt zu werden, selbst tvenn es die Mutter säugt, wird es nicht herausgenommen. Wenn es in seinem Weiten Jahr endlich den Korb verläßt, um gehen zu lernen, hängt die Mutter diesen in einem naheliegenden Wald auf, um ihn damit den Schutzgeistern des Kindes zu opfern. Bei einigen Stuntmen herrscht die merkwürdige Sitte, den Hirnschädel des Neugeborenen zusammenzudrücken, was ein Zeichen von vornehmer Geburt fein soll. Mit dieser barbarischen Operation fängt man an, soball» das Kind einige Tage alt ist, indem man den Schädel mit dicken Bändern ans Rinde fest nrnbindet. Wenn das Kind seinen Namen erhalten soll, gibt die Familie ein großes Fest, bei dem den Schutzgeistern des Kleinen allerlei Sachen geopfert werden. Di« Erziehung des Heinen Indianers beginnt früh. Von feinem! Vierten Jahre an wird er gezwungen, jeden Morgen und Abend eat Bad im Fluß zu nehmen, Winter wie Sommer. Um ihn noch mehr abzuhärten, wird er nackt ausgezogen und gepeitscht. Er darf dabei nicht schreien, sonst wird die „Abhärtung" noch verlängert. Von seinem achten Jahre an muß er ganze Nächte !nackt auf dem Boden verbringen, damit er sich an die Kälte gewöhne, oder er muß einen Arm mehrere Stunden lang, oft von Sonnenaufgang bis Abend in eiskaltes Wasser halten. Wenn der Lachs die Flüsse verläßt, um sich nach dem Meer zu begeben, Md^eeFssshMl! infolgedessen sehr bedeutend ist, muß der Junge die Nachte in der Vorratskammer unter den Tausenden in Ver- wesung übergehenden Fischleichen verbringen, — auch eine Art von Abhärtung. Wie man sieht, verzärteln diese Jndianerstärnme ihre Ander gerade nicht. vermischter. Das Schicksal der jüdisch««! Druckerei vost gJtfa. Die Zahl der Inden m Italien ist in auffallendem Shicfggnge begriffen. Im Jahre 1870 hatte Italien noch eine rudische Bevölkerung von 300 000 Seelen. Diese Zahl hätte ^s,lüwte schon auf Grund der natürlichen Vermehrung um die Mste holwr fern müssen. In der Tat gibt es aber heute in Malten nicht mehr als 150-170000 Juden. Was ist mit dem Rest geschehet? - Sie sind, teils durch Mischehen, teils durch Laufen int Christentum aufgegangen. Noch auffallender ist der Rückgang. in einzelnen Städten. So war Pisa, wie Dr. Blochs -.Oesterreichtsche Wochenschrift" mitteilt, noch vor nicht allzulang er Zett das Zentrum jüdischer Wissenschaft. Es hatte eine «ngejehene indische Bevölkerung mit berühmten Schulen und einer weltberühmten Gemeindedruckerei. In dieser Druckerei, die Eigenrum der Mischen Gemeinde ist, wurden die verläßlichsten Talmud- vusgaben und andere Werke jüdischer Wissenschaft hergestellt. In den letzten wahren mußte jedoch die Druckereileittmg die Erfah- vmg machen, daß die Nachfrage nach hebräischen Arbeiten und Druckschriften immer geringer wird und die Rentabilität den Druckerei immer mehr sinkt, weshalb sie begann, immer mehr jrtaliemsche anstatt hebräische Druckschriften herzustellen. Diese emst weltberühmte Mische Druckerei hatte nun in jüngster Bett so viele Kalamitäten durchzumachen, daß die Regierung sich veranlaßt sah, elnzugreifen und die Druckerei zu übernehinen, wodurch sie den hebräischen Charakter vollständig einbüßte'. So rst es M Italien, das einst die ganze Welt mit hebräischen Büchern versah, heute dahin gekommen, daß die italienischen Juden im ganzen Lande eine Sudskription einleiten müssen, um ein Gebetbuch heraus geb en zu können, und wahrscheinlich überhaupt ge- Noungen fein werden, den hebräischen Druck in .Deutschland oder Rußland besorgen zu lassen. I R A N R A B E A B B T N Es T T