3 LIIsTh «WW» ■4;:® MWj rain U^W ÄMiWllalk i'räHöi V C-iJSkl UKW UMM Mr erste Bowle in der Fliederlaube. Addio, Herr Friedel. . /< Er ging. Fritz blieb nachdenklich Zurück. Er warf sich Ktiif das Sofa und versank in Grübeln. Daß Pfarrer Wediger gegert ihn geeifert hatte, kümmerte ihn wenig. Der Mann war als Zelot und politischer Gegner seines Vaters bekannt. Im übrigen: ihm stand das Recht W, gegen den Zwei- karnpf z.u donnern. Den Unsinn des Duells empfand Fritz selbst; Hu dem Unsinn gesellte sich hier auch noch die Tragik. Und das Tragische des Falls lastete schwer aus tfemS jungen Mann. (Er ergpfand anders als der Opa. An-, aesichts des Todes war in ihm aller Haß gelöscht. Er konnte nicht vhne Wehmut an das stille Gesicht seines Gegners denken und an das rote Blut, das seine Stirn und Wange genäßt hatte. Ob unwissentlich oder (nicht: an der Tatsache ließ sich nicht rütteln, daß er einen SKejrti scheu getötet hatte. Unter der Last seines Gewissens hatte Fritz nie KU leiden gehabt. Es war auch jetzt nicht das Gewissen, das in ihm laut wurde. Es war nicht die bittere Reue, die aus den Tiefen des Herzens hervorbricht und alles Denken Zur Qual macht. Es war vielmehr eine Empörung wider die Vernunftlosigkeit, war das niederdrückende Gefühl, unt einer grenzenlosen Torheit halber ein Leben vernichtet^ vielleicht auch ein Familienglück zerstört zu haben. Zweifellos: dem raschen Streit im Theaterfoyer lagen Motive zugrunde, die ihn über die Leichtfertigkeit eine« Augenblicksstimmung hinaushoben. Alter persönlicher Grimm und der Haß zweier konkurrierender Häuser kamen da zum Austrag. Wer die Torheit blieb dennoch: dis fürchterliche Torheit eines Duells, das als Faree gedacht war und doch nicht mit begütigendem Händedruck enden sollte. Fritz hatte sich nie befragt, was er vom Zweikampf hielte. Und hatte man Hn darüber gefragt, er würde wahrscheinlich achselzuckend geantwortet haben: „Zuweilen kommt man nicht ohne ihn aus. . ." Heute verabscheute er ihn: mit der ganzen Kraft dessen, der sich einer unsag^ baren Dummheit bewußt ist und einsieht, daß sie sich nie wieder gut machen läßt. Und mit dieser Erkenntnis kam! auch eine größere Klarheit in sein Leben. Ein Gefühl des Unbefriedigtseins kroch wie auf Spinnenfüßen durch seine Seele. Er hatte es schon öfters zu empfinden gemeint, aber niemals mit so krasser Deutlichkeit wie jetzt. . Ihn verlangte nach einer stärkeren Anteilnahme an den Dingen der Welt, als der Soldatenstand in seinem ewigen Stai dium der Vorbereitung es ihm gestattete. Ihn verlangt« nach Arbeit der Persönlichkeit und zugleich nach einer Tätig«! leit, die sich in Lohn umsetzte. Das war das alte Kauftnaunsblut. Man hatte es unterbinden wollen, aber es wurde doch wieder rebellisch!. Die kaufmännische Pflichttreue hatte sich bei Fritz auch als Offizier bewährt. Und es war manches (Gute dazu Friedel halb-süß. Roman von Fedor von Zabeltitz. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Ich dank es dem Herzog von Abeelen, Ihrem Freunde. Er war zu einem Bierabend in das Schloß geladen worden und hatte von mir gesprochen. Und sehen Sie, nun ist das Erstaunliche das, daß dem Kaiser mein Karikaturen- buch besser gefallen hat als seinen Richtern, die auch die meinen waren — und da wollte er miä) gelegentlich rennen lernen. Das wurde nun so gedeichselt, daß ich am letzten Festspielabend im Theater sein mußte, und da wurde ich in der großen Pause zum Cercle befohlen." „Und wurden sofort zum Professor ernannt —< mit dem pour le merite der Friedens klasse?" „Steht mir noch in Aussicht," entgegnete Feßler lachend. >,Vorläufig — vorläufig waren es drei unvergeßliche Minuten für mich, dieses Gespräch mit dem Kaiser. Man wird das alte Soldatenherz auch unterm Zivil nicht los. Das hat mich am meisten gefreut, daß der Kaiser so genau Bescheid wußte. 'Er fragte mich: „Man hat Sie ja wohl auch wegen Majestätsbeleidigung verdonnert?" —- ,^Fawohl, Majestät", antwortete ich und fügte hinzu, daß man mir nach vierzehn Tagen den Rest der Strafe erlassen habe. Da lachte der Kaiser und meinte: „Die vierzehn Tage kommen auf ein anderes Konto — aber die Majestätsbeleidigung habe ich Ihnen nrcht weiter übelgenommen. . . ." Da war denn so ungefähr unsre Unterhaltung aus. Einem anderen hätte sie nicht viel gesagt — und wieder ein anderer würde Hurra geschrien haben. Ich ging bloß stillvergnügt nach Haus, weder Skeptiker, noch Hurraschreier, aber "mit so einem warmen Gefühl im Herzen, einmal wieder auf einen gciWen Menschen gestoßen zu sein. . . . Uebrigens habe ich Ihnen auch schönste Grüße vom Herrn Herzog auszurichten, und er warte darauf, zu einer Probe Ihres „Excelsior" geladen zu werden." „Soll geschehen Uebermorgen siedle ich nach Schratt- ffein über. Ich behalte freilich noch meine hiesige Wohnung und werde mich auch öfters in der Garnison zeigen, bis der Prozeß beendet ist. Wer ich kann mich doch nun wenigstens dem Geschäft widmen." geßler erhob sich; er wollte aufbrechen. „Wann ist aupwerhairdlung?" fragte er. „Noch unbestimmt. Ich hoffe, vor dem ersten Muli. Dem Divisionskommandeur liegt auch daran, die Sache aus der Welt zu schaffen. Die Zeitungen Katschen fürchterlich." Feßler bot ihm die Hand. „Grüß Gott, lieber Freund. Einen weiß ich, der Sie mit offenen Armen in Schrattstein erwartet. Das ist Kesselholz. Für den siird Sie die Morgenröte und der Frühling. Er singt Halleluja — und Dora schlägt dazu ihr Nachtigallenlied. Ich freue mich auf die 642 Bekommen: neben einer straffen Disziplinierung deI Aeußern die leichte Beweglichkeit des gesellschaftlichen Umgangs, neben dem Zwang der Form auch etn erhöhtes Kraftbewrrßtsein. Wer der Dienst langweilte ihn. Einen Muter durch hatte er sich zur Zentraltnrnanstalt nach Berlin kommandieren lassen. l®;aS war nichts als eine Wwechslung gewesen. Auch den Rennstall gab> er leichten Herzens wieder aus; da wollten Sportsman und Kaufmann sich nicht die Wage halten. Der Gedanke, daß die Firma, die seinen Namen trug, einmal in andere Hände übergehen würde, hatte ihn ehemals ziemlich kühl gelassen. Tie Erinnerung an seine erste Lehrzeit war noch zu lebendig in ihm: an die weindunstigen Kellereien, die endlosen Proben, die öden Stunden aus dem Bureausessel. Und dann war, inmitten des Garnisondienstes, allmählich das Interesse für das Geschäft in ihm erwacht. Er fühlte wohl: da drüben in Schrattstein ging nicht alles mehr so, wie es sein sollte. Der Vater drängte auf eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, der Opa schritt mit finsterer Miene umher, Kesselholz kam aus dem Schulterzucken nicht mehr heraus. Auch der lange Rickert aus Rüdesheim hatte ihn bei Gelegenheit beiseite genommen und in ihn hineingeredet: es sei doch eine wahrhafte Schande, ein so altberühmtes und glänzendes Geschäft nicht in der Familie lassen zu wollen. . . . Der lange Rickert hatte eine leichte Zunge; er redete viel. Ernster nahm Fritz eine Unterhaltung mit dem „Bauern" Nidderkopp, der in der Garnison der Husaren ein großes Restaurant begründet hatte, für das er die Weine lieferte. Wenn er herüberkam, pflegte er wohl auch Fritz dann und wann zu besuchen, und einmal hatte er sich bei ihm festgesetzt, mit ihm übeic die „soziale Frage" zu plaudern. Natürlich kam man binnen kurzem auf das Geschäft zu sprechen, und da erklärte Nidderkopp denn kurz und bündig: „Herr Leutnant, bei euch in Schrattstein fehlt dreierlei, nämlich ein frischer Zug, eine feste Hand und eine Sparbüchse. . . Als Fritz nach seinem Duell mit Spannuth vom Niederwald heimführ, dachte er bereits daran, den Abschied zu nehmen. In seiner verzweifelten Stimmung war er geneigt, die ganze Schuld auf seinen bunten Rock abzuwälzen, der ihn zu dem Zweikampfe gedrängt habe. Nun sah er die Aufregung im Elternhause: die unfaßliche Situation einer Geldebbe bei einem Geschäft, das Millionen abgeworfen hatte. Und im Augenblick stand sein Entschluß felsenfest: hier mußte er Eingreifen. Er wußte genau, daß Vater wie Großvater herzlich wenig von feiner kaufmännischen Begabung hielten ।— aber das lockte ihn doppelt. Er sah auch die Stürme mit der Mutter voraus — er fürchtete fie nicht: er sehnte sie sogar herbei, denn sie sollten luftreinigend wirken. Die Verstimmung.über die Mitteilungen Feßlers war 'trotziger Kampflust gewichen. Daß ruchlose Hände das „Kirchenstück" zerstört hatten, empörte ihn maßlos. Es war weniger der materielle Verlust, der ihm nahe ging, als das Gefühl, sich einer heimlich wühlenden Niedertracht gegenüber zu sehen. Gegen sie aber war ein starker Selbstschutz, der mit der Deckung auch den Hieb verband, besser als eine Zuflucht bei den Geeichten. Fritz stand (tuf und reckte sich. Es wär keine erfreuliche Zeit, die ihn erwartete; im Gegenteil: nun begannen die Sorgen für ihn. Bis dahin hatte er sie nicht kennen gelernt. Die Erbschaft seiner Großmutter hatte ihm ein bequemes Auskommen gesichert; schlug er einmal über die Stränge, so war es nicht schlimm: er fand immer Deckung daheim. Auch im Ofsiziersberus waren ihm Unbill und Aergernis erspart worden; die Uhr des Dienstes lies gleichförmig ab, die Vorgesetzten waren ihm gewogen, mit den Kameraden stand er sich gut. Nun aber wurde es anders. Eine gräue Frau pochte gn seine Lebenstür. Er erschrak nicht vor ihr, er wehrte ihn amch nicht; er ließ sie ein. Denn das wußte er: sie brachte ihm keine Entmutigung, sondern neue Kraft. Ihm war, als trete er jetzt erst in das volle Lebefi hinein. Er setzte sich an seinen Schreibtisch, zog die Schubl- fächer auf urH begann seine Papiere zn ordnen. Viel unnützes Zeug, das perbrannt werden konnte! — Während er die Briefschaften sichtete, zerriß und in den Papier- torb warf, trat fein Bursche ein. Es sei Eine dagewesen, meldete er, eine Frauensperson, wohl ein Dienstmädchen, dis habe das für den Herrn Leutnant abgegeben. Er hielt ein kleines Kuvert in der Hand: aus hellblauem streifigen^ Papier mit einem goldenen Monogramm aus der Verschlußklappe. An dem Papier erkannte Fritz den Absender. Der Brief kam von der Mieze. Er öffnete und las ihn: „Mein Herzens-Friedelchen! Paula war eben bei mir und hat , eben mit mir gesprochen und mir erzählt, was Du mit ihr gesprochen hast. Es ist zu süß von Dir, daß Du für mich sorgen willst, und darauf kannst Du Dich verlassen, da ßich niehmals vergessen werde, was Du für mich getan hast. Du kannst mir auch glauben, daß ich nicht mehr in Dein Leben trethen werde, nun heißt es Abschied nehmen für immer und ewig, ich vergieße heiße Tränen, aber es hielft nichts. Denn es muß fein, und auch Paula sagt, so wäre es am besten und ersparte uns ein langes Hinunohergeziehe. Mein liebes Friedelchen, wenn Du so gut sein willst, schicke das Geld direkt umgehend an meine Adresse, ich gebe Quittung dafür. Aber es eilt nämlich wegen dem neuen Laden an der Rheinpromenade, er geht sonst fort und wir möchten ihn so gern haben. Paula sagt, ich möge Dir nur ganz kurtz schreiben, um Dir das Herz nicht schwer zu machen. Aber einen recht süßen Abschiedskuß sende ich Dir doch noch und bitte Dich, denke niauchmal zurück an Deine liebe kleine Mieze." Rrrrr'— ein Riß auch durch diesen Brief! — Fritz füllte einen Scheck aus und packte ihn zusammen mit einigen Photographien der Mieze. 9hm war auch dies letzte Kämmerchen voll heiterefi Sonnenscheins geschlossen. (Fortsetzung folgt.) Aus Vorposten vor Paris. Persönliche Erinnerungen von Georg B u ß'< (Nachdruck verboten.) Der Herbst ist der größte aller Maler — als wir itttj September 1870 von den blutgetränkten Gefilden Sedans in ziemlich gerader Linie siegesstolz gegen Paris marschierten, hatte er schon hundertfache gelbe, braune, violette und rote Töne in Flur, Wald und Gärten gesetzt. Gegen solches Kolorit mit feinen und feinsten Reizen erscheint das der vielgerühmten Landschaften eines Rousseau, Coignet, Daubigny und Corost des Zaubers entkleidet. Gelb, Braun, Violett und Rot lagen mit dem Grünf in einem erbitterten Kampfe, in dem dieses mählich sterbensmüdS verging. Und zur Verschönerung des herbstlichen Bildes hingen! zwischen den welkenden Blättern der Obstbäume und Spaliers reife Früchte und lugten zwischen dem der Rebstöcke in lockender Fülle schon volle Trauben. Aber für landschaftliche Stimmungsbilder hatten die braven Soldaten der Maasarmee und der brüten Armee wenig Sinn/ höchstens für die Gaben der verehrungswürdigen Göttin Pomona« „Vorwärts" lautete die Parole, „vorwärts" gegen Frankreichs Hauptstadt, „vorwärts", um den Gegner mitten ins Herz zu treffen. Und so wurde, trotzdem die Tornister schmählich drückten und die barbarischen Kommißstiefel talergroße Blasen an den Fersen und eisenharte Hühneraugen an bett Zehen erzeugten, mit einem Elan marschiert, als ob der Weg gerabezn ins Paradies führe. Bekanntlich soll der Weg zuM paradiesischen Bezirk sehr eng Und beschwerlich fein. Der unserige war nicht besser, denn je firehr Kilometer unsere Beine zurücklegten, nm so zahlreicher wurden die gefällten, fürsorglich über die Chaussee gelegten Bäume, untl so feindseliger blickten die Pisangs, wollte sagen paysans, und uni so leerer und öder wurden die Dörfer, Schlösser und Villen, bis schließlich überhaupt kein Mensch mehr zu sehen war; denn dis tapferen Bewohner hatten sich aus Grauen vor den wilden Völkerschaften, so man Ulans, Prnssiens und Bavarois nennt, unter! Anführung von Maire und Eure schleunigst rückwärts konzentriert.. Auf Ehrenpforten, weiß gefleibete Jungfrauen und einen Bürgermeister in Frack und weißer Weste, der höflich gesagt hatte: „Soyezi le bien-venu!" hatten wir zwar nicht gerechnet, aber daß dis schäbige Gesellschaft nicht einmal ein Atom von Kuh, Kalb/ Schwein, Gans und Huhn zurückgelassen hatte, war höchst unnobel, und um so mehr, als eines Kriegers Magen an Ueöersüllungl nie zu leiden pflegt. Unnobel war auch das mit liebevollem Fleiß durchgesührte Belegen der Chaussee auf vier- bis fünfhundert Schrüte mit Glasscherben — nicht nur unnobel, sondern auch töricht, denn beiderseits dieses Polterabendscherzes besaß der Acker genügende Breite, um uns das Umgehen des Hindernisses bequem zu gestatten. Ebenso töricht' erschien, daß die Herrschaften zahlreiche Getreidemieten abgebrannt hatten, während die Frucht in den Scheunen zurückgeblieben war. Der von allen klassischen Sekundanern mit Fleiß Und Schweiß studierte Xenophon Und seine .Griechen riefen, als sie nach langen — 643 Märschen endlich daN ersehnte Meer erblickten!, in maßlosem' Entsticken: „Thälatta! Thälatta!" Wir, die wir $ur Avantgarde des Gardekorps gehörten, wären glücklich gewesen, als wir am frühen Morgen des 19. September auf dem Straßenknotenpunktei La Patte d'oie anlangten, in Begeisterung rufen zu können: »,Paris! Paris!" Aber es ging beim besten Willen nicht, denn von Paris waren irgendwelche Spuren kaum zu sehen, nur einige von Dunst und Nebel halb verschleierte Maulwurfshügel, die indessen Kenner für den Arc du Triomphe und die Kuppel >des Vnvalidendomes erklärten. Nichtsdestoweniger schaute man von La Patte d'oie mit Und vhne Glas gespannt in die Ferne, besonders nach Süden hm. Von wo dumpf und schwer Kanonendonner herüberdrang; — das 6. Korps, im Anmarsch auf Versailles, schlug mit Unterstützung einer Brigade des 2. bayerischen Korps vor Petit-Bicstre einen Angriff zurück. Dann, nach kurzem Schweigen, wiederum viele Stunden lang dumpfes Kanonengedröhn, gemischt mit rollendem Salvenfeuer; — die braven Bayern, von den Franzosen gewöhnlich als „grands barbares" bezeichnet, vertrieben den Feind vom Rande des Plateaus zwischen Plessis-Piquet und Chütillon und eroberten die Schanze bei Moulin de la Tour, wo sie zu ihrer Freude sieben verwaiste Zwölspfünder vorfanden. Auch das 6. Korps hatte seine Feldgeschütze und Zündnadeln tüchtig zu nutzen, ehe es sich dauernd in der Linie Chevilly-Choisi le Roi- Boneuil festsetzen konnte. Nur wir und unser rechter Nachbar, das 4. Korps, hatten verhältnismäßig wenig zu tun, denn beim Vormarsch auf die vor der Nordsront gelegenen Ortschaften wurde der Feind leicht herausgedrückt. Dort ein Dorf, . . Widerstand war nicht anzunehmen, berat augenscheinlich beabsichtigte die Besatzung, sich in den Schutz der Forts zurückzuziehen. So trabten denn recht flott Garde- bufaren in das Nest hinein, trieben die Mobilgardisten vor sich her, erschossen' einen Offizier und ruhten nicht eher, bis von den Kämpen pour la gloire et la Patrie nichts mehr zu sehen war.. Die Infanterie hatte das Vergnügen, das Dorf schleunigst zu besetzen raib mit Hilfe von Pionieren vorpostenmäßig in Verteidigungszustand zu setzen, wobei Barrikaten angelegt, Schießscharten gebrochen, Stellagen für die oberen Schützenreihen er- richtet und weite Durchgänge nach rückwärts geöffnet wurden. Natürlich waren sehr begehrt die Dachluken. Jeder suchte sich eine möglichst günstige als Observatorium aus, um das Worterrain bequem überschauen zu können. Wie die Ameisen arbeiteten dort die Franzosen — sie hoben Gräben ans, legten Erdwerke an, schanzten, schleppten Sandsäcke herbei, errichteten Verhaue, warfen Mauern um, fällten Bäume und marschierten in Trupps hin und her, wobei zuweilen sehr melodische Signale ertönten. Aus dem Hintergründe drohten in kilometerweiter Entfernung unheimlich düstere Massen. Man unterschied allmählich Wälle, Mauern und Kasernen. Das waren die Forts La Briche, Double Couronne, De l'Est und Aubervilliers. Und hinter ihnen lagerte sich eine Stadt, aus der besonders stattlich und stolz eine Kirche mit hohem Turm und ein schloßartiger Bau ragten. Die Kirche war die altersgraue Kathedrale von St. Denis, in deren Krypta die französischen Könige, beginnend mit dem 638 gestorbenen Dagobert L, den ewigen Schlaf schlummern, und der schloßartige Bau war die berühmte alte Abtei, die Napoleon zur Maison d'sducation de la Legion d'honneur umgewandelt hat. Ein Park mit breitästigen Baumriesen verlieh dem Bilde landschaftlichen Reiz, idyllischen Zauber, als ob die Kriegsfurie schon längst schlafen gegangen sei. Die Sonne sank — der eiserne Gürtel um Parts hatte srch geschlossen, hatte das Zentrum der großen Welt, mit der es durch taufeno Fäden innig verbunden gewesen, abgesperrt. Das Kunststück, eine Millionenstadt, deren Hauptenceinte einen Umfang von vier Meilen und deren Peripherie in den Forts einen solchen von fast acht Mellen besaß, durch eine undurchdringliche Zernierung slime von elf Meilen völlig in Banden zu schlagen, war mit nur 146 000 deutschen Soldaten, darunter 24 000 Mann Kavallerie, und 622 Geschützen zur glänzendsten Ausführung gebracht. Grund genug, daß man in triumphierender Freuds die Hoffnung hegte, bald in Paris einziehen und dann zur fernen Heimat tzurückkehren zu können. Aber es kam anders .... Als die Nacht am 19. September ihren Schleier über bte Erde gebreitet hatte und am Firmament kalt die Sterne blinkten, trat nach all dem Strellen und Hasten Ruhe ein. Schwelgend spähten die Vorposten ins Dunkel, und lautlos glitten bte Patrouillen über bie Felber nahe an dm Feind heran. Nur hin und wieder ein Anruf und kaum ein Schuß. Doch seltsam/ wie sich plötzlich bas Dunkel lichtet! Da und dort zuckt tut' Borterrain ein Flämmchen auf, die Flämmchen mehren sich, jte werden zu Flammen, sie wachsen zu gewaltigen ^analen, bte sich in wilder Lust zum Himmel reckm, die ganze Landschaft in Höllische Glut tauchend. Und es faucht und prasselt und knistert grauenvoll zu uns herüber. Die Dämonie des Krieges rast und vernichtet, was fleißige Hände in jahrelanger Arbeit geschaffen. Was da stammt und lodert, als ob der Satan mit dem Blasebalg dreinfahre, sind Häuser, Gehöfte, Scheunen, Stalle, Schuppen — der Feind hat sie in Brand gesteckt, um für seine Kanonen freie Schußlinien zu schaffen. So brmnt und brerall es die Nacht hindurch, bis alles zu Schutt und Asche zusammen- fintt .,,, Wochen vergingen, die Blätter fielen von dm Bäumm, kalks Nebel fliegen auf — und wir standen noch immer auf Vorposten^ Am 7. Oktober zogm hoch über unsere Stellungen Luftballons, nach denen eifrig geschaut und ohne Ergebnis geschossen würde^ Lautlos und schnell verschwanden die kühum Segler im grauen Gewoge der Wolken. Die Ebme vor uns war zum Teil unter Wasser gesetzt und glich einem großen See — der Feind hatte! die Ueberschwemmung kunstgerecht durch Sperren verschiedener Bäche bewirkt. Unheimlich lagen hinter der blinkenden Wassern släche die Werke von Fort De l'Est. Von Zeit zu Zeit blitzt« es von dm Wällm feurig auf — ein Rauschen und Sausen in der Lust, ein Doraiergekrach vom Einschlagen der Granate, und bann Stille. In ben von Einwohnern verlassenen Quartierbörfern hatte! man sich so bequem als möglich eingerichtet. Es gilt ja nach bett 24 stündigen Anstrengungen des Vorpostendienstes einen oder zwei Tage „behaglich" zu rasten, bis die Pflicht aufs neue hinausrieft Man spielte Skat, putzte Gewehr, Koppel, Knöpfe und Stiefel, trat zur Stiefelparabe oder zur ärztlichen Untersuchung an, exerzierte fleißig, schoß nach Scheibe, fegte die Straße, holte Proviant und kochte, briet und schmorte, so gut es anging, Mit Freuden wurde die erste Erbswurst begrüßt — sie ergab beim! Kochen einen steifen Brei, in dem der Löffel senkrecht stehen! blieb. Doch Erfahrung macht klug — und so fenfte man nicht mehr die ganze Wurst ins kochende Wasser des Kochgeschirrs, sondern nur ein kleines Fragment. Das Ergebnis war, so lange die Erbswurst frisch und nicht ranzig schmeckte, eine Suppe, die trefflich mundete. Auch Kaffeebohnen gab es. In Ermangelung einer Kaffeemühle wurden sie in einem Säckchen zwischen Steinen klein „gekloppt". Jede sparsame Hausfrau würde in Entsetzen! geraten sein über den Bohnm-Chimborasso, dm Mann für Maral zur Bereitung einiger Tassen des braunen Trankes Arabims für absolut notwmdig hielt. Ja, der Kaffee war. nicht schlecht, aber um so miserabler warm die Zigarrm, euphemistisch „Liebesgaben" genannt. Diese Glimmstengel, an Odeur die chinesischen Stinkbomben übertreffend, veranlaßten den Magen zu .... . Schwamm drüber! Gott sei Dank, fehlte es nicht an Rotspon und Kognak. Ebenso nicht an Trauben, Obst, Gemüse und Kartoffeln — Keller, Felder und Gärten gabm, da kern Besitze!« zu sehm war, ihre Schätze willig her. Zudem wurde von unserer! Jntmdantur, die Großartiges geleistet hat, Brot, Hammelfleisch, Speck, Reis und Salz in achtungswerter Quantität und Qualität geliefert, während der Marketender alle „feineren" Genüsse, tote Schokolade, Zucker, Heringe, Käse, Wurst und Schinkm, betds sehr wahrscheinlich von Rössern, spendete, allerdings nur gegen riesige Summen. Wenn so ein halber Hammel für die Korporalschaft herangeschleppt war, wurde er je nach der Zahl der aus drei ober vier Mann bestehenden Kochgemeinschaften in sechs, sieben ober acht Telle zerlegt. , Dann fommanbierte der Herr Unteroffizier mtt feierlicher Miene: „Sie, Müller, drehen Sie sich 'mal zur Wand um!" Und Müller wandte sein freundlich grinsendes Gesicht der! ^an,^$Ber soll das Teil haben?" Bedächtig antwortete Müllers „Die dritte Kochgemeinschaft!" , „Und wer das?" „Die fünfte Kochgemeinschaft! In dieser Weise ging bie Geschichte in Wahrung höchster Gerechtigkeit weiter, bis ber halbe Hammel verteilt war. Nur? merkwürbig, baß dabei auf die Kochgemeinschaft des „Häuptlings" stets die prächtige Hinterkeule fiel. Oh, es gab Kniffe, über bie sich mit Ausnahme des Häuptlings und ferner Koch- Tollegen, ber beiden „Jnnjährigm", die ganze übrige Korporalschaft fast den Kopf zerbrach Doch man ließ sich über solchen Kniffen die Lust am Bratm und Kochen nicht verdrießen, bis! es — einen fürchterlichen Krach gab und bie einschlagende Granate im Handumdrehen unter Brechen, Splittern und Bersten einen Lichtschacht vom Dach bis zum Keller schuf. Na, ben Staatsbesuch war noch gut abgelaufen — es wurde Weller geschmort und gebraten. Sie schossen nicht schlecht, diese Artilleristen ber französischen Forts Unsere Vorpostendörser waren von ben Granaten wie burchsiebt. Le Bourget, Pierrefitte, Stains, Montmagny — tote sahen sie aus! Und auch ben Quartierdörfern wurde von ben riesigen Klötzen, den Zuckerhüten, unaushörlich übel mllgespieltt — bald flog ein Torpfeiler, bald ein Dach, bald ein ganzes Haus ineinander. Die schöne englische Villa in Pierrefitte war mit ihrer reichen Gemäldesammlung Ruine geworden. „Datrull pa« un obus franyais" hatten wir an die noch ragende Frontmauer geschrieben. Und ein Homerkundiger und Prophet hatte nahebei an der Gartenmauer griechisch zitiert: „Einst wird kommen den Tag, da das heilige Ilion hinsinkt." Leider dauerte es noch sehr lange, ehe der erhoffte Tag kam. Aus dem Herbst wurde der Winter, Schnee Wirbelte, sachte hernieder und deckte leise das Land zu. Auf der Höhe hei Montmagny standen wir auf Vorposten und schauten ernst urch still auf das weiße Leichentuch. Rechts von uns ragte der Kirchturm von Villetaneuse. Das Zifferblatt seiner Uhr trug bte Umschrift: „Ora, ne te rabiat Hora." Vom Fort La Brrche her zuckte ein Feuer ström — eine Granate fegte heran, fünfzig Schritte! von uns einschlagend, und Eisenfplitter, Sterne und Erdbrocken iü zerschmetterndem Rasen rrmherschleubernd. Und unser. Blick 644 vermischte». * Die Bogel beer- oder Ebereschenbäume stehen! Mrzert im Schmucke ihrer korallenroten Früchte, hie im Winter einen nicht unwesentlichen Teil der Nahrung unserer hungriggni geheberten Freunde bilden. Besonders Drosseln, Amseln und Seidenschwänze, doch auch andere Weichfresser verzehren — neben den Beeren des Wacholder und mancher anderer Sträucher — die sog- Vogelbeeren über alles gern. Da die Bäume überreichlich Früchte tragen, so kann sowohl für die Vögel, die im Winter in Wald und Feld draußen bleiben, ein großer Teil am Stamm, d. h. an den Zweigen, gelassen werden, um dort als Wintervorrat Au dienen, als auch für die nach den menschlichen Wohnungen sich Anziehenden Vogel ein nicht unwesentliches Quantum abgeerntet vnd mit nach Hause genommen werden. Die Beerendolden reihe Man daheim dann vor dem Fenster an lange Fäden und lasse sie trocknen, titn Winter mische man sie unter die Berlepschen Futterküchen oder unter die für Drosseln bestimmten Vogelfutterarten. Sie werden von allen größeren Weichfressern gern genommen! werden. * Professor Garners Abenteuer mit „Susie". Der amerikanische^ Professor R. L. Garner, der lange Jahre NN afrikanischen Urwald verbracht hat, um das Wesen und die Sprache der Affen in ihrer natürlichen Entfaltung zu studieren, kehrt letzt nach Amerika zurück. Er wird von einem jungen weiblichen Schimpansen begleitet, der ihm in den fünf Monaten «eines Daseins ein verständnisvoller Genosse und guter Freund geworden ist Susie - so heißt das Urwaldkind - soll gleichsam bxe Blute der Erziehungsergebnisse darstellen, die Garner in seinem langiährigen, vertrauten Umgang mit den Affen des afrikanischen Dschungels gewonnen hat. Im World Magazine erzählt er von seinen Erfahrungen und Versuchen mit Susie, die seine fiel wieder ans die Turmuhr zur Rechten — ora, ne te räpiat Hora! Dann kam die Nacht. Von drüben, von der Enceinte und den Forts her, strich das bleiche Licht elektrischer Scheinwerfen über den Schnee. Das Licht huschte vorüber, und Dunkelheit) herrschte wie zuvor. Aus weiter Ferne tönten das Rauschen her Pariser Gürtelbahn, Hundegeheul und Signale. Spähend schaut der Posten in die Nacht. Von rechts her nahen sich Gestalten — sie kommen näher und näher — kN fällt das Gewehr. „Halt! Werrr da?" . „Patrouille vom vierten Korps'!" „Losung?" ....... „Friedrich!" „Feldgeschrei?" „Leuthen!" „Sann passieren!" Der Posten atmet äuf, die Kameraden voni vierten Korps kommen heran, um nach kurzer Begrüßung im tiefen Schnee weiterzutappen, während den anderen wieder Einsamkeit umfängt. Sind das nicht Salveir? Der Posten horcht. Ja, rollende Salven und dann Kanonendonner! Grauenvoll dröhnt es von Versailles herüber. Drüben im Süden muß es heiß hergehen gewiß wieder ein Ausfall .... „Ja, wenn erst unsere Belagerungsartillerie hier ist, dann soll die verflixten Kerls, die Rothosen, der Deibel holen!" Der Herr Sergeant findet allgemeine Zustimmung. Zwanzig Mann liegen da als Feldwache in einem „bombensicher" eingedeckten Erdloch auf Stroh und warten, bis an sie das Postenstehen und Matrouillengehen herankommt. Endlich — Weihnachten und Neujahr waren schon längst vorüber ,— war unsere Belagerungsartillerie da. Batterien wurden in den Nächten gebaut und mit Zwölf- und Vierund- -wanzigpfündern armiert. Und nun ging das Konzert am Morgen des 21. Januar 1871 auf der Nordfrvnt los, nachdem hier schon früher das Präludium gegen den Mont Avron gespielt hatte. Hei, wie unsere Granaten die Franzmänner aus den Werken Ihn Vorterrain herauswarfen. Die Artilleristen arbeiteten wie die Zyklopen — sie sahen schwarz aus wie die Mohren. Tage uich Nächte währte das Bombardement. Von drüben Her wurde kräftig geantwortet. Ein Vergnügen war's nicht, in dem Eisenhagel als Bedeckung bei der Artillerie auszuhalten. Uber allmählich wurde das Antworten von drüben schwächer. Unsere Batterien wurden bis auf tausend oder zwölfhundert Schritts in neuangelegten Positionen vorgeschoben. Schon in der Frühe des 26. Januar konnte das Feuer in verstärktem Maße fortgesetzt werden. Den ganzen Tag über säten die Granaten und Bomben, diese aus vier gezogenen Mörsern, Tod und Verderben in den Forts. Auch St. Denis hatte bitter zu leiden. Die Nacht brach an — unentwegt schossen unsere Artilleristen weiter. Um Mitternacht war's — wie mit einem Zauberschlage reine Kanonade, kein Schutz mehr, sondern tiefes, feierliches Schweigen. Und dann braust ein gewaltiges Hurra durch die Sttlle der Nacht, ein mächtiges, begeistertes Hurra, das sich fortpflanzt die ganze Vorpostenkette entlang, denn — Paris hat kapituliert! Viktoria! bisherigen Versuche vervollständigen. Er hat bereits 21 Schimpansen sein eigen genannt unb noch eine viel größere Anzahl dieser Tiere im wilden Zustand beobachtet, wenn er in seinem! gegen die Angriffe der Löwen und Tiger geschützten Käfig seine! Tage mit dem Studium der Affenseele verbrachte. Aber ein geschickterer, angenehmerer und klügerer Vertreter seiner Rassd ist ihm noch nicht vorgekommen als Susie, wenngleich er sich entschieden dagegen verwahrt, daß sie etwa ein Wunderkind sei< Sie leistet uiti> vollbringt nur das, was eben ein normaler! Schimpanse, der von frühester Fugend an unter menschlicher! Aufsicht steht, durchaus mit seinen Geisteskräften erreichen kann.- Als Susie fünf Wochen alt war, nahm Prof. Garner das Aeffchenj ganz allein unter seinen Schutz und in seine Erziehung. „Ich halte sie durchaus nicht etwa für eine Ausnahme und will auch nicht behaupten, daß sie menschliche Intelligenz oder etwas derartiges besäße, aber physiologisch betrachtet ist Susie einem! menschlichen Kind von etwa 2Vs—3 Jahren gleich." Garners kann an dem Beispiel Susies Nachweisen, daß die von vielen wissenschaftlichen Autoritäten vertretene Ansicht von der F a r» benblindheit der Schimpansen unrichtig ist. Schon früher! hatte er an wenigstens sieben verschiedenen Schimpansen beobachtet/ daß jeder von ihnen verschiedene der Primärfarben mit ebensolcher Sicherheit und Genauigkeit unterscheiden kann wie bet normale Mensch. Mit Susie hat er nun diese Versuche fortgesetzt und vervollkommnet. Der Affe bekommt einen länglichen Kasten mit 6 verschiedenen Fächern, deren Deckel einzeln in die Höhe gehoben werden können. Die Deckel sind abwechselnd rot unds grün gefärbt. In den Fächern unter den roten Deckeln befinden sich kleine Stückchen Zucker, unter den grünen Stückchen von Frucht oder Nuß. Der Professor hält dann Susie etwas Zucker und etwas Frucht oder Nuß hin, um festzustellen, welcher Leckerbissen ihr gerade lieber ist. Hat Susie gewählt, dann stellt et den Kasten vor sie hin und erzählt ihr in deutlichem Tons „Zucker im roten" und „Nuß im grünen". Dann öffnet Susie mit Sicherheit die Deckel der Farbe, unter denen der von ihp bevorzugte Leckerbissen sich befindet. 21 mal hat sie so nacheinander die roten Deckel geöffnet, ohne die grünen zu berühren/ und 18 mal hintereinander die grünen, mit sorgfältiger Vermeidung! der roten. Garners Absicht geht durchaus nicht auf irgendwelche Abrichtung der Affen, sondern er will nur die in den Affen vorhandenen Fähigkeiten wecken und feststellen. Ebenso zeigte Susie auch bei einem Kasten, der Deckel mit roter, weißer und! blauer Färbung besaß, einen sicheren Farbensinn und eine scharfe Unterscheidung der einzelnen Farben. Der Professor fertigte füg Susie einen Würfel, einen Zylinder, einen Ball und eine Pyramide von festem Holz an. Sie unterscheidet nicht nur die verschiedenen Formen durch bloßes Sehen, sondern sie hat auch allmählich gelernt, die Figuren nach ihren Namen herauszufinden. Außerdem weiß Susie ihren eigenen Namen und die Bedeutung von einer! ganzen Anzahl abstrakter Worte, wie „Kamm her!", „Geh weg"/ „Setz dich", „Nimm auf diesem Stuhle Platz" usw. Susie lernt die Bedeutung von Worten rascher erfassen als irgend ein anderer! Affe, den Garner besaß, aber sie macht gar keine Anstrengungen, sprechen zu lernen, und stößt nur selten einen Laut in ihrer eigenes Sprache aus. Vielleicht hat die längere Abwesenheit vom Urwald die sonst so kluge Susie, die sonst so vieles vor ihren im Freien lebenden Gefährten voraus hat, verstummen lassen. * Skeptisch. Herr: „Es hat einen Maler gegeben, ttet Spinngewebe so natürlich an die Decke malte, daß das Dienstmädchen sich tagelang bemühte, sie fortzukehren/^ — Hausfrau: „Daß es einen solchen Maler gegeben hat, glaube! ich--aber ein solches Dienstmädchen niemals." * Die junge Firma. Furchtbar langweilig sind die Handwerker. . . jetzt Habe ich schon Pleite gemacht und die Ladeneinrichtung ist noch nicht fertig. * Verlockend. Vater (bestellt beim Lithographen die Verlobungsanzeigen für seine Tochter): „Machen Sie's billig. . , meine Tochter verlobt sich sehr häufig." Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer» Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Hase, Nase. Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen.