mo m til lk.1 Ol BPÄsJp: iqeöI MW 5iä higen dürfe, fragend den Mick von seinem Herrnj Hause gebracht hatten. Hektor, das sonst so sichere arieV, war gescheut vor den Weiden. Die mochten wohl tut Nacht- Wind geflüstert und sich seltsam bewegt haben, aber fast unglaublich war's doch, das; das Pferd, das so oft diesen Weg gemacht hatte, so schreckhaft sein sollte! „Ent Hass sprang auf, ein .Hase," hatte Hanns-Martm mit verlöschender Stimme gehaucht. Barmherziger Gott, wie war er zugertchtet gewesen! Blaue, fast schwarze, blutunterlaufene Stellen überall, dm Kleidung zerrissen,, am Kopf eine blutende Wunde. Der! Gaul mußte ihn fnrchtbar getreten haben! Weinend hatte- Helene diese Wnnde gekühlt; er sagte gar mchts, stumm überließ er sich ihrer Sorgfalt, aber als sie anspannen hieß, Doktor Wolinski zu holen, wurde er unruhig. Seme Hände, die schlaff auf der Decke gelegen Hatten, ballten sich. Es zuckte in seinem, fast bis zur Unkenntlichkeit verschwollenen, blutrünstigen Gesicht, lind als sie, unsicher geworden, ob tnan ihn so beunruhigen dürfe, fragend den alten Hoppe ansah, der, keinen Blick von semem Herrnj i verwendend, stumm am Fußende des Bettes stand, stöhnte der mit geschlossenen Augen Daliegende: „Nicht — den -= Polacken — nicht!" m , Helene hatte später ihrem Manne ihr Befremden da- rüber ausgesprocheii: warnm denn nun auf einmal Doktor. Wolinski nicht mehr?! , , a , „Er würde mich vielleicht vergiftens War das ent Scherz? Dazu ward es mit einem zu bitteren Anflachen gesagt. War es Ernst?! Eine solche UngeheuerliaMt — nicht auszt'.denken! Helene fand sich nicht zurecht iit ihrem Mann, jetzt noch weniger als schon in der ganzen letzten Zett, -seufzen I hätte sie mögen und weinen. Unwillkürlich ruckte ste deut I alten Hoppe näher. Der ging auch so, wie sw um den Gatten, um den Herrn herum und schaute besorgt. Sie I wachten beide, und oft glitt ein rascher Blick zwischen ihnen hin imd her. „Er muß fort, er muß für eure Werte fort, sagte Helene. Der Inspektor versprach es ihr m die Hand. | ja sorgen würde er schon für Deutschau, aG set es thm eigen' Und dem rauhen Marrn war dabei, als er das junge Weib so vor sich in Angst vergehen sah, ein Gestandins I über die Lippen gekommen, dessen er sich jetzt nicht mehch schämte: jetzt erinnerte er sich, was er diesem „hochmütigen Aristokraten" zu danken hatte. Wte der ernst em Gefühl für ihn gehabt, so hatte Hoppe jetzt hundert Gefühle I für seinen Herrn, schon um der Frau und um der Knaben I — ja, um der Knaben willen! Drefe suchten rhn oft auf in seiner Jnspektorstnbe. „Sst, Papa ist krank, sagte der I Netteste, wenn die jüngeren Brüder lärmten, und sein froh- kant,"* »ft Wte bi« I Mutter das in letzter Zeit gesagt. Ja, rhr Mann ivar krank, viel kränker vielleicht, als sie selber es wußte Eme Tode^ I hanaiakeit ergriff oft die lrebende Frau, nur ihn rumg I halten, nur keine UrM.tteM.ng ! . Kinech neuen Mrecken Das schlafende Heer. I Roman von Clara Biebig. Wortsetzung.) (Nachdruck verboten.) I Als Valentin Bräuer am Morgeii nicht zu Hause war, I schlug Michalina Lärm. , I Sie warteten auf ihn den ganzen Tag, und als er nicht I kam, fingen sie an ihn zu suchen. Am Tupadlo ivar er I zuletzt vou der Michalina gesehen worden, da suchten sie I nun zuerst. Peter Bräuer setzte dreihundert Mark Be- I lohnung aus; das ging fast über seine Kraft, aber war I ihm der Sohn nicht tausendmal mehr wert? Er wollte I mit dem Kopf durch die Wand: der Junge sollte, her | Junge mußte wiederkommen! Aber als der nicht kam, I brach dem starken Mann der Wille. Er schluchzte, ganz I gebrochen. Die Mutter hoffte immer noch: konnte es denn I nicht sein, daß der Junge davongelaufen war, aus Aerger I über das Weibsbild? Vielleicht daß er heimgelaufen war, I nach Hause, an den Rhein, in einer plötzlichen Sehnsucht?! Wäre "das denn so ganz ttnmöglich, hatten ste denn nicht alle Sehnsucht dorthin? Vielleicht auch, daß ihn die alte Braut gezogen, daß er die doch lieber gehabt hatte als die polnische Hexe! Fran Kettchen hatte die unmöglichsten .Vermutungen, sie suchte mit diesen sich und ihren Peter zu trösten; auch zur Michalina sprach sie so. Aber die Magd schüttelte den Kopf und rang stumm die Hände. Wußte sie's doch besser, wußte sie's doch ganz genau: ob sie auch stießen mit Stangen und das | Moor durchforschten von hüben und drüben, von rechts nach links — „hier ist untergegangen", so war's. * Helene von Doleschal war eine der ersten auf Deutschau, die von des jungen Ansiedlers Verschwinden hörte. Ein lauter, entsetzter Aufschrei der Mamsell, der gellend aus der Küche zu ihr drang, als sie eben durch die Gesiude- rämne schritt, erschreckte sie. Was war geschehen?! Schon wieder etwas?! Sie fing an zu zittern. Noch waren es kaum drei Wocheu her, daß der Braune, auf dem ihr Mann zur AnsiedlUug geritten, spät in der Nacht ledig zurückgekommen war und mit erregten Hufschlägen so gegen das geschlossene Hoftor gedonnert hatte, daß der Wächter nicht rasch genug hatte herbeieilen können, nm dem gnädigen Herrn, der so ungeduldig mit dem Peitschenknauf klopfte, zu öffnen. Aber der gnädige Herr hatte nicht auf dem Gaul gesessen. Und der alte Hoppe, in Todesangst — noch ehe man's ihr, der Frau, gemeldet i—- hatte sich sofort aufgemacht mit dem Wächter, um den Herrn zu suchen. Unweit des Lysa Gora, dort, wo der Weg vom Luch kommt, war er den ihn Suchenden begegnet. Aber er war gewankt gekommen wie ein Betrunkener; ße hatten ihn führen müssen, kaum, daß sie. ihn nach 670 glaubte sie sich selber nicht mehr gewachsen, darum zitterte sie auch so, als der Aufschrei des Entsetzens ans der Küche gellte. Was würde sie hören müssen?! Löb Scheftel stand in der Küche. Er neigte sich tief bei ihrem Eintritt: „Gott soll hüten, die gnädige Herr--» schäft! Gott der Gerechte, was schreit die Mamsell! Nu. was wird sein, gnädige Frau Baronin? Verzechen die gnädige Fran Baronin gnädigst, daß ich hab' gebracht in Ihre Küche 'ne Hiobspost mit der Hainmelleule!" „Was ist denn geschehen? So sagen Sie's doch schon!" „Nu, wenn die gnädige Frau Baronin wünschen, nu, wenn die gnädige Frau Baronin es denn durchaus wünschen!" Löb Scheftel erzählte nur zu gern, was ihm als größte Neuigkeit aus der Seele brannte: voin Verschwinden Valentin Bräuers, des Krugwirts in Pociccha-Ansiedlnng. „Also ertrunken — im Tupadlv?!" Helene schloß erbleichend die Augen in einem jähen, sie'lähmend über- tommenden Schreckensgefühl. „Untergegangen?!" Sie schauderte. „Sie sagen so!" Der Händler zuckte die Schultern und lächelte dann schlau. Sich umsehend, ob auch keiner horche, als Mamsell Julchen und die gnädige Herrschaft, drängelte er sich dicht an Helene heran und tuschelte ängstlich hinter der vorgehalteuen Hand: „Mer känn's nid) beschwören — Gott soll hüten, daß ich tue meinen Mund zum Bösen auf! — aber — ick) will nich leben Und gesund sein! — die gnädige Frau Baronin können dem gnädigen Herrn Baron nur sagen, daß es geht nich zu mit richtigen Dingen,, daß der Valentin Bräuer is nick) gestorben, wie man stirbt 'nes natürlichen Todes. Vielleicht, daß der Herr Baron wird zur Anzeige bringen die Sache — sonst tut's doch keiner hier, wenn er nich hat de Courage — vielleicht, daß er wird sprechen im Reichstag drüber, wenn er wird kommen nach Berlin. Id) wer' nid) lassen den Herrn Baron im Stick), kann er mer nur berufen als Zeuge. Sie, sie" — er rückte noch näher heran, tuschelte noch leiser und machte ein zugleich noch pfiffigeres und noch entsetzteres Gesicht — „sie haben ihn beiseite geschafft — die!" „Beiseite geschafft? Wen? Wer?" Helene prallte zurück. „Umgebracht, meinen Sie, hat man ihn? Warum?!" Aufkreischend klammerte sich Mamsell Julchen, allen schuldigen Respekt beiseite lassend, an die Herrin. Löb Scheftel hob die Hände: „Gott der Gerechte, was en Geseire! Nu, die," — er zeigte mit dem Daumen über die Schulter — „bei mein' Gesund'! — die „Nierozumiem- niemiecku" haben schuld. Haben sie mer nick) auch eingeschmissen 's Ladenfenster, als meine Seele hatte kein Arg und meine Frau und Röschen, meine Tochter, haben geschnarcht in der Kammer?! Haben sie mer nich weg- gefchleppt 's Kälberviertel h- 'n Staat war's! Und 'ne Speckseite, mindestens sünfunddreißig Pfund schwer, und 's Pikseine Geschlinge? Gott meiner Väter, ich bin en geschlagener Mann, en ruinierter Mann!" Er hob jam- lnernd die Hände. „Habt Ihr sie denn nicht angezeigt?" „Ei weih!" Löb Scheftel duckte sich, als fühle er schon Schläge auf dem Buckel. „Wer' ich mer dock) nich mengen in so was! Fort is nu mal das Kälberviertel, genau wie'dcr deutsche Krugwirt; der kommt auch nick) wieder. Aber wenn der nu nich täte liegen an einem geheimen Ort, wo sie ihn haben hingeschleppt bei Nacht, und täte nich faulen bereits bei der Hitze, so täte der sprechen: „Verflucht soll'» fe sein bis ins dritte und vierte Glied!"" „Aber Scheftel, Scheftel!" Unglaube, Schrecken, Empörung stritten in Helenens Stimme. „Wie können Sie so etwas sagen, Scheftel? Das sind ja schreckliche Phantasien!" „Phantasien! Phantasien, wie heißt! Was tu' ich mit ’n er Phantasie? Hier is keine Phantasie, hier is, mit Erlaubnis zu sagen, die nackte Wahrheit!" Der Händler wiegte betrübt den Kopf, „'ne traurige Wahrheit, 'ne garstige Wahrheit! Ne, ne, gnädiges Madamchen, mein Sohn Isidor — en gescheiter Mensch en Mensch mit Chochme — hat gesprochen zu mir: „Vater", hat er gesagt, „was tu' ick) in Miasteczko? Bin ich 'n Chammer, 'n Schlemihl, daß ich soll bleiben sitzen hier? Ick) zieh nach Berlin!" Ei weih, was 'n Chochum!" Des alten Händlers Gesicht strahlte plötzlich vor Stolz, nun er seines Sohnes gedachte. „Hat er doch geschrieben, daß er sitzt nich im Dalles, daß er hat schon zu leben in Berlin. Is er getreten in Geschäftsverbindung mit 'nem Agenten, so einem, der schafft die Leuts vom Osten nach'm Westen — 'n feines Geschäft, 'en rentables Geschäft! Wird er sich stehen gut dabei mit der Zeit. Und mir wird er kommen lassen nach, nach Berlin. Und wenn es und) dauert noch mehr als ein Jährchen — Gott soll hüten, was kann da passieren alles noch, hier?!" Abwehrend hob der Jude seine beiden Hände, seine Augen waren auf- gerissen, ivie im grausigen Entsetzen, aber dann läd)elte er: „Nu, mer hofft doch!" — Als Helene die Küche verließ, stand es bei ihr fest, sie mußte ihrem Mann von des jungen Ansiedlers Verschwinden erzählen, lieber, .als daß er es auf solche Weise erfuhr) wie sie es eben erfahren hatte. Schonend würde sie ihm das Schreckliche beibringen, ohne all die Verdächtigungen und Gräßlichkeiten, in denen Löb Scheftel geschwelgt hatte. Diese Kunde würde ihm so wie so schon erregend genugs sein, doppelt erregend in seiner jetzigen Gemütsverfassung und da sein Wohlwollen so ganz besonders dem jungen Bräuer gegolten hatte. Zögernden Schrittes, zwischen den blonden Brauen eine nachdenkliche Falte, stieg Helene langsam die Treppe vom Souterrain hinauf und ging langsam den Flur entlang, der zum Zimmer ihres Mannes führte. Dort saß Doleschal am Schreibtisch, genau so, ivie er oft gesessen hatte, vor sick) ein leeres, weißes Blatt. Den rechten Arm auf die Platte gestützt und den Kopf in die Hand gelehnt, sah er hinaus durchs jetzt geöffnete Fenster. Im Sonnenlicht ruhte der See; ivie eine glänzende Metall- platte gleißte sein Spiegel. Auch der Lysa Gora gegen-« über ruhte- flimmernd und strahlenumwoben. Warme, satte, reisende Sommerluft drang in die Stube und Bluinen- dust von den Terrassen des Gartens. Alles blühte, Hollunder und Jasmin, Rosen und Jeder- nelken, Heliotrop und Geißblatt, die ganze bunte, lustige, düftereiche Frühsommerpracht. Aber er sah sie nicht. Die Stirn zusammengekrampft, einen müden und zugleid) doch erregten Zug um deu Mund, starrte er. Ach, wie tat ihm der Kopf so weh — eine unerträgliche Schwüle war's heute! Die lastete auf ihm. Hatte schon gestern gelastet — vorgestern auch — hatte schon immer gelastet und würde iveiter lasten — immer, immer! Torheit, daß er geglaubt, er würde sich frischer fühlen, wenn er erst wieder bei der Arbeit! Er war auf seine Felder gerannt — kaum acht Tage hatte er sich Ruhe gegönnt nach seinem Unfall — aber dort ging alles ohne ihn, alles war in Ordnung, der! Inspektor hatte gut disponiert, pünktlich konnte die Ernte beginnen. Wie ein Atemholen vor einer schweren Kraftanstrengung lag's jetzt über der Flur, noch war Ruhe — aber diese Ruhe war so schwer zu ertragen, diese Ruhe, die doch keine Ruhe war! Sollte er wieder in die Kreisstadt fahren?! Sollte er wieder mit zu gekniffen en Augen, Schweiß auf der Stirn, die Stelle am Luch passieren, jene Stelle — wo — —.-—! Sollte er wieder bei seinem Freund, dem Landrat, hören: „Nicht zu Hause, zu Herrn von Garezynski gefahren, nach Chwaliborezyee" — — — ?! Warum kam der Landrat nicht zu ihm?! Warum kam überhaupt niemand, kein einziger Mensch?! Der Blick des Einsamen, der auf den blanken See hinausgestarrt, flammte plötzlich auf: ja, jetzt wußte er's — sie mieden ihn alle! Seit vorigem Sonntag wußte er's. Da war er, wie immer, wenn der Hilfsprediger Ms der Kreisstadt einen Gottesdienst für die protestantischen Besitzer im angebauten Tanzsaal des Prochownik abhielt, mit Helene nach Miasteczko gefahren. Sie hatten auch ihre ältesten Knaben mitgenommen. Es hatte fast keiner aus dem bekannten Kreise gefehlt; sie waren als die letzten gekommen — da hatten sich aller? Augen ans sie gerichtet. Noch fühlte Doleschal in der kaum verharschten Wunde seines Schädels das Blut klopfen und dann einen stedjen- den Schmerz: was waren das für Blicke — neugierige^ schadenfrohe, verächtliche Blicke! — die ihn und die Seinen trafen?! Die Leute brauchten fick) gar nicht solche Mühe zu geben, er hatte Feingefühl genug, diese Blicke zu verstehen. Gott fei Dank, daß Helene sie nicht bemerkt! Sie hatte sich durchaus neben Frau Kestner setzen wollen . sah sie es denn nicht, daß diese Frau nicht rücken wollte? 671 F- er hatte sie am Arm zurückziehen müssen, ihr zuraunen: „üicht dahin, nicht dahin!" Auf der letzten Bank hatten sie Platz nehmen müssen. Merkte Helene denn üicht, daß niemand neben ihnen sitzen wollte? Gott sei Dank, sie bemerkte es nicht! Sie war 'ganz unbefangen — aber er, er hatte alles bemerkt! Nur zu gut! Drehten nicht alle den Kopf lveg, um seiner: Gm<ß zu vermeiden? Zog es ihnen nicht in seiner Nähe- plötzlich so scharf, daß sie den Platz wechseln mußten? Pah, das bißchen Zugluft durch die Lücken der undicht gefügten Bretterwände, das war's nicht gewesen, das sie vertrieben! Ihn hatten sie meiden wollen, ihn hatten sie schneiden wollen! (Fortsetzung folgt.) Marie von Lbner-Efchenbach, die Achtzigjährige. (1830 — 13. September — 1910.) Als eine reife, vollendete und abgeklärte Beherrscherin der Mett blickt Marie von Ebner-Eschenbach an ihrem 80. Geburtstag auf die Unzähligen, die sie mit Glückwünschen nmdrängen, die. ihr Lob singen und ihre Kunst preisen. Sie gedenkt vielleicht nicht so der endlichen Freuden als der unendlichen' Leiden, die ihr die Dichtergabe gebracht, der dnnkle Drang nach Schönheit, nach Formen und Gestalten des Lebens, der ihr in die Wiege gelegt war. Was ist ihr, der Kämpferin, der Ruhm? „Berühmt möchte isH sein, sagst du und weißt nicht, was du redest," spricht ficjn einem ihrer letzten Bücher der Weisheit. „Berühmt sein, .heißt, mit nackten Füßen über ansgestreute Glasscherben dahin- schrcilen." Wie schwer hats der Künstlerin gerade ihre aristokratische Abknnst, die hohe Stellicng, die sie ohne ihr Zutun in der Gesellschaft einnahm, gemacht, sich zu dem eigentlichen Beruf und Inhalt ihres Seins durchzuringen. Und was für verführerische Irrlichter lockten zunr raschen Aufstieg: das große Drama nach Schillers und Grillparzers. Vorbild, der stolze Atem der Geschichte, das hohe Pathos des Verses! Aber es Ivar nur eine Kette von Enttäuschungen, die sich lastend um die Reihe ihrer Dramen legte; ihr Leben schien ihr damals „ein einziger unterdrückter Schrei"! Statt der ersehnten Lorbcerzweige ward ihr den dornigen Kranz von Agaven zuteil, den Stachelblumen, die sie später noch, auf ihres Ruhmes .Höhe, zum Symbol für ihr letztes künstlerisches Bekenntnis, ihren Renaissance - Roman „Agave", verwendete. An ihren Freund Eduard Devricnt, der mit ihr so fest an ihre dramatische Begabung geglaubt hatte, schrieb sie mit 45 Jahren: „Mein Talent hat nicht gehalten, was Sie und ich uns einst davon versprachen; die Ungunst der Verhältnisse war größer, als meine, Fähigkeit, sie zu überwinden. Es ist eine schmale Ernte, die ich jetzt — so ziemlich am Ende meinen Laufbahn angclangt — einheimse . . ." Aber diese „schmale Ernte", die sie als kärgliche Frucht ihres heißen dichterischen, Bemühens traurig-resigniert dem Druck überantwortete, sie war crst der herrliche Beginn ihrer schriftstellerischen Entwickelung und die früheste vollendete Gabe ihres spät gereiften, aber nun, um so herrlicher ausgebildeten Talents. Nicht als ob ihr jugendliches Streben, die deutsche Bühne zu 'reformieren, eine völlige Verirrung gewesen wäre! Auch ihre Theaterstücke verleugnen nicht das „höchst glückliche Ohr für den Vers, Gewalt des Ausdrucks, eine vielleicht nur zu tiefe Empfindung, Einsicht und scharfe Bcurteilungsgabe", die Grillparzer in den Gedichten des jungen Mädchens gefunden. Ihre bescheidenen Lustspiele, Märchenstücke und Gesellschastsdramcn, die dem kühnen Wagnis der historischen Trauerspiele folgten, bekundeten die treue und reiche Beobachtung, das feine Gefühl für die Wirklichkeit und die scharfe Charakterisierungskunst, die den edlen; Kern ihrer Begabung ausmachen; aber eine gewisse Neigung zu anmutiger Detaillierung, zur möglichst umfassenden und runden Modellierung ihrer Gestalten beeinträchtigte die drama- tische Wirkung. Diese Fehler verwandelten sich in Vorzüge, als sie sich nach harten Kämpfen zu dem Entschluß durchgerungen hatte, zur Novelle überzngehen, aber sie konnte ja gar nicht wählen; der Zwang der Gestaltung war mächtiger in ihr als der Wille. । Ihre erste Geschichte „Ein Spätgeborner", der ihre Meisterschaft schon verrät, entstand direkt heraus aus diesen seelischen Kämpfen um den Verzicht auf das Drama. Wie der selig-unselige Dichter ihrer Erzählung fühlte sie sich als „zu spät geboren, um etwas mehr zu erreichen, als eigene Klärung, als Fertigwerden mit mir selber, oder, um es in wenig Worten auszusprechen, Resignation, die nichts zu tun hat mit pessimistischer Kopfhängerei". lind noch 30 Jahre später klingt aus ihrem Künstler- roman „Agave" die wehmütige Erinnerung an das heiße Ringen Und hohe Streben ihrer Jugend hervor. Auf dem durch die Jahre eiserner Selbstzucht und unerbitterlicher Selbstkritik gedüngten Totenfeld ihrer frühen Sehnsüchte und Hoffnungen aber erblühte die schlichte, seelenvolle Blume ihrer Erzählungskunst. Wir ahnen heute nur hinter dem harnwuischen Gleichmaß ihrer «ätze und der abgeklärten Güte ihres Weitblicks den liefern Born der Schmerzen, der aufgebrochen wqr aus ihrer Seele; und durch ihre Phantasie strömte, bevor ein so sensibles Mitgefühl, mit dem Leiden der Menschheit, ein so allverstehender Blick für die Wunden eines jeden Herzens sich entwickeln konnten., Ihr ganzes reiches 80 jähriges Leben hat Marie von Ebner- Eschenbach auf dem Altäre der Kunst geopfert. Jede Empfindung, der sic Form und Seele geliehen, ist von ihr selbst in aller Stärke und Tiefe durchlebt worden; jede Gestalt, die sie in greifbarer Anschaulichkeit hingestellt, ist von ihrem Herzblut genährt. Sie, die Kinderlose, umschloß die ganze Welt mit liebenden Mutter- armen und spendete ihren geistigen Sprossen von der belebenden, llrlrast ihrer Liebe. Das Weibliche und Mütterliche verleiht, jeder Zeile, die sie geschrieben, den warmen Seelenton, den von innen herausleuchtenden Glanz. Schlicht und einfach lesen sich ihre Geschichten, wie die selbstverständlichen Offenbarungen einer guten großen Frau, die aus dem Schrein ihrer Lebenserfahrung schön geformte Kleinodien mühelos hervorholt. Nur schwer und langsam erschließt sich die hohe bewußte Kunst, die erlesene! Meisterschaft, mit der ihre Werke geschaffen sind. Am eindringlichsten auf den Leser wirkt nämlich bei ihr die angeborene Gabe des Erzählens, das ruhige Abspinnen eines Gcschichtenfadens, die anspruchslose Wiedergabe einer merkwürdigen Begebenheit, worin sie keinem der andern großen Erzähler unserer deutschen Literatur nachsteht. Ueber diesen spannenden Berichten über> sieht man aber leicht den außerordentlichen Reichtum an lebensvollen Beobachtungen, psychologischen Feinheiten, an dichterischem Leben, der ihrer Darstellung erst den poetischen Zauber, die spezifisch künstlerische Atmosphäre verleiht. Mit einem reinen ästhetischen Entzücken kann man verfolgen, wie sich um den eigentlichen Handlungskern die reichste Fülle von Anschauung, Empfindung und Schönheit kristallisiert. Ans, ihren Kindheitserinnerungen steigen die unvergeßlichen Bildest von Schloß und Dors auf, in denen der würzige frifdje Duft der Jugend mit dem zarten Sonnengold der Reife verschmilzt., Als die Schloßherrin von Zdislavitz einen zerlumpten Jungem und ein selbstgefällig die neuen Schuhe musterndes Mädel im! Hofe vor sich sieht, find die Hauptfiguren des „Gcmeindekindes" geboren, dieser einzigartigen Bildnngsgeschichte, in der man „mit Freuden aus tiefem Verderben ein menschliches Herz" sich regen; sicht. Aus dem zufällig gehörten Berichte von einer armen Frau,, die bei der Nachricht von dem Ertrinken ihres Sohnes vor allem nach seinen Kleidern fragte, bildet sie die erschütternd grandioses Gestalt ihrer „Großmutter". Was Marie Ebner als Menschengestalteriu, als Schöpferin, Unvergeßlicher Erscheinungen ans dem Nichts vermag, erweisen! solche Beispiele. Was die Wvrtkünstlcrin Und die eigenartig! tiefe Denkerin vollbringt, erkennt man am klarsten aus ihren! Aphorismen, wahren. Mustern der Gattung, die. alle Formungen!, eines Gedankens vom scharfgeschliffenen Epigramm bis zur poetischen Vision, von der allegorischen Parabel bis zur symbolistischen Erzählung, umfassen. Ihr Höchstes in dieser Hinsicht, bedeutet wohl ihr 1908 erschienener Band „Altweibersommer", dem als letzte Gabe in diesem Jahre noch ein Meisterbuch Novellen „Genrebilder" gefolgt ist. Blickt nun die Achtzigjährige auf ihr durch Mühe und Arbeit köstliches Leben und Schaffen zurück, so darf sie wohl das Wort der Schöpfungsgeschichte auf sich anwenden: „Und siehe da, eS war sehr gut." Sie war keine „zu spät Geborene", wie sie wähnte, sondern sie war zur rechten Zeit erschienen, um in einer Blütezeit der Novellendichtung eine bereits ausgeprägt^ Kunstform zu finden, um einer alten stolzen Kultur, der des! österreichischen Adels, einen vollendeten dichterischen Ausdruck zu geben. Sie hat als Frau eine Periode so reichen weiblichen Schaffens eingeleitct, wie sic noch nie vorher geblüht hatte. Marie! von Ebner-Eschenbach bleibt für uns die ideale Verkörperung einer, glücklichen Knlturepoche, in der ein begnadetes Mesen zugleich ganz Frau und ganz Künstler sein konnte. Vermischtes. * S in gemeinsamer Gesang tut W ander! Der Ruhm Friedrich Silchers, dessen 50. Todestag am 26. August in Musikkreisen pietätvoll begangen wurde, ließ einen jungen Musikenthusiasten, dessen Schaffen anscheinend aber noch der Sturm- und Drangperiode angehört, nicht schlafen. Der genannte volkstümliche Liederkomponist hat bekanntlich H. Heines Gedicht „Lorelei" in Musik umgesetzt, und nach seiner einfachen Weise wird die erste Strophe z. Ä. folgendermaßen gesungen: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so trau-au-rig bin; Ein Märchen aus a-alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Lu-uft ist kühl, und es dunkelt, sind ruhig flic-ießt der Rhein; Der Gipfel des Be-erges su-unkelt Im Abendso-onnenscheiu. Der ruhmsüchtige Nachfolger Silchers hat nun dieses Gedicht für den Chorgesang bearbeitet, und nach seinem Kunsterzeugnis wird letzt so gesungen: Ich weiß nicht, ich wei-ei-ciß picht, ich weiß nicht, ja ich weiß nicht, was soll es, was so-v-oll es, was soll es, ja was soll es, ja was so-o-vll es bedeuten, bedeuten, bedcu-eu-cii-tcn, 572 Was so-v-M es bed'eü-eu-eü-ten, daß ,tdj, daß ich, daß rch so, daß ick so-o, so-o trau-au-rig, sv-o-o trau-au-au-rig bin, so traurig bin, ja traurig, ja traurig, ja so traurftg, M so-o tran-aiu-rigt bin usw. .. , , ,o Auf Flügeln des Gesanges weht in dieser Werse dem Zuhörer die Klage des Dichters entgegen, wahrlich und wahrhaftig rührend und steinerweichend! Was doch solch, ein, ^ÜNesang Wunder tut! — Vielleicht ergötzt es die Leser, eine ähnliche, schon ältere Komposition dieser Art kennen zu lernen, .Cs handelt sich nm ein Lied, dessen erste Strophe lautet: Wie herrlich ist's im grünen Walde, Wenn an den Gräsern bliurt der Dan, Wenn durch die Wipfel leise flüstert Der Sommer-Morgenwind so lau Und durch die Lüfte jubelnd zieht Der Vögel wundersüßes Lied. Gin Chor trägt diese Strophe folgendermaßen vor! Wi» herrlich ist's im grünen Walde, wenn an den Gräsern, den Gräsern, den Grä-ä-ä-ä-sern blinkt der Tau, wenn an den Gräsern, ivenn an den Grasern blinkt der Tau, blinkt der Tau, bli-i-i-i-inkt der Tau, wie herrlich ist's int grü-ü-ü-ü-nen Walde, wenn an den, Grasern, blinkt der Tau, ivenn durch die Wipfel, die Wipfel, die Wrpfeh leise, leise, lei-ei-ei-se flüstert der Sommer-Morgenwmd, der Sommer-Morgenwind, leise flüstert der Sommer-Morgenwind, der Sommer-Morgenwind so-o lau, so-o lau, sa-o-o-o-ö so lau, und durch, und durch, und durch die Lüfte, und durch die Lüfte jubelnd, und durch die Lüfte jubelnd, und durch die Lüfte jubelnd, jubelnd, jubelnd, ja jubelnd, zieht, und durch dre Lüfte jubelnd zieht, der Vögel wunder-, wunder-, wundersußes, der Vogel, der Vö-ö-ö-ö-gel wunder-, der Vö-ö-ö-ö-gel wundersußes, wunder- süßes, tvuudersü-ü-ü-ßes Lied, und durch dre,Lüfte stubelnd zieht, und durch die Lüfte jubelnd zie-ieht der Vögel, ja der Bogel, der Vögel wundersü-ü-ßes Lied! "Die zwanzig g r ö ß t e n S t ä d t e. Nach den neuesten Statistiken !der verfchiedeneii Länder ergibt sich für die zwanzig grüßten Städte der Welt folgende Reihe: An erster Stelle steht London mit 7 450 000 Einwohnern, darauf folgt Newyork nut über 4 500 000. hieran schließen sich Paris mit 2 745 000, Chicago mit 2 166 000 Bewohnern. Berlin kommt mit 2103 000 Menschen erst a„ fünfter Stelle (würde aber mit seinen Vororten die dritte em- nehinen). Daran reihen sich Wien mit 2 021000, St. Petersburg mit 1550 000, Philadelphia mit 1533 000, Moskau nut 1412 000, Buenos Aires mit 1 147 000 Einwohnern. Von den Großstädten, deren Bevölkerung die Million nicht erreicht, steht Kalkutta mit 993 000 voran. Darauf folgen Bonibay mit 978 000, Birmingham mit 875 000, Hamburg mit 866 000, Glasgow mit 860 000, Budapest mit 812 000, Liverpool mit 763 000, Kairo mit 693 000, Manchester mit 649 000 und Rio de Janeiro mit 636000 Bewohnern. * Heimatschütz in Sizilien. Das in Palermo erscheinende „Giornale di Sicilia" wendet sich in einem heftigen Artikel gegen die zuständigen Behörden, die den Verfall und die Beschädigung zahlreicher Palermitaner Kunstschätze immer weiter einreißen lassen. Kein Meiisch hat sich dagegeit gewehrt, daß man die Front des schönen palazzo Scafani durch Nägel und daraii- gehängte Seile verunziert oder daß an der Fassade der Anunziata- Kirche riesengroß die Preisliste eines Färbernreisters prangt. Auch der allen Palermitaner Knnstfreimden bekannte Türklopfer, der ans denr 15. Jahrhundert stammende Badia nuova, konnte ohne weiteres beleitigt werden — wahrscheinlich um seinen Weg über das große Wasser anztltreten. All dies sind aber noch kleine Hebet gegenüber dem immer mehr fortschreitenden Verfall der Mosaiken in der Cappella Palatina. Besonders eine der schimmernden Wände hat durch Feuchtigkeit schon so sehr gelitten, daß die von der Normannenzeit kündenden Mosaiken von Tag zu Tag Herabzusturzen und in ihre Bestandteile zu zerfallen drohen. * B u ch st a b e n s ch e rz e v o n e h e d e in. Eine hübsche literarische Spielerei war längere Zeit im vormärzlichen Wien im Schwange. Damals wehte die Luft an der Donau ungemein scharf, Vereine, zumal literarische, hatten sich der besonderen sorgfältigen Beaussichtigung der Polizei zu erfreuen. Um sich dieser zu entziehen, bediente man sich einer geistreichen Spielerei. Man machte aus dem Anfangsbuchstaben eines Autornamens die Prädikate, die man ihm beilegte. So sprach man nicht vom Dichter Ludwig August Frankl, sondern man bezeichnete ihn mit dem Epitheton „Liebt alle Frauen". Sprach man vom „Gründer einer Literatur", so wußte jeder, daß Gotthold Ephraim Lessing gemeint sei. Als „Leuchtender Bannerträger" galt Ludwig Börne, und Heinrich Heine wurde als „Holder Hallunke" bezeichnet. Heinrich Lande dagegen, der damals die „Reisenovellen" veröffentlichte, von denen es in einer Kritik hieß, daß eS scheine, er habe Heine's Wettfahrten als Diener mitgemacht, wurde mit dem Charakteristikon „Heine's Leibkutscher" versehen. Franz Grillparzer, der bei aller polizeilichen Beschränkung doch noch die meisten Freiheiten genoß, wurde der „freie Gefangene" genannt. Natürlich lief mancherlei Unzutreffendes oder auch solches, das eben nur für den Tag Geltung hatte, neben den richtigeren Bezeichnungen nebenher, und ebenso hatten wohl auch zuweilen Mißgunst und Bosheit ein leichtes Spiel dabei, den Scherz zu erneut zuweilen weniger harmlosen zu machen. Als Hieronymus Sonn, der diesem Kreise angehört hatte — der „Halb Lebende" wurde er wegen seines traurigen Schicksals, das ihm das Gehör und die Sehkraft damals zu rauben begann, genannt — viele Jahre später in Dresden in der Unterhaltung mit Karl Gutzkow imd Berthold Auerbach von diesem literarischen Maskenspiel erzählt, sagte Atierbach, vielleicht nicht ohne leise Beimischung von Ironie auf Gutzkow deutend: „Kritische Größe", worauf Gutzkow schlagfertig zurückweisend erwiderte: „Braver Anfänger. — Man wird leicht diese hübsche Spielerei auch aus lebende Dichter anwenden können. Vilchertisch- . — Vom deutschen Liebeslied. Wir leben.in emeh Zeit der literarischen Ausgrabungen. Werke, dw fett MenMen-s gedenken Vergessen waren, kommen oft höchst uberslumger Weift ans Tageslicht, treiben sich in modischem Gewand auf dem Büchermarkt herum und werden meist mit Mißtrauen betrachtet. Was anderes ist es, die literarischen Kunstwerke aller Zetten herv.opq zuziehen, die noch Vollen Lebenswert haben und den besten Dich? tungen unserer Zeit mindestens ebenbürtig sind. Dieser Versuch ist mit der Sammlung „Deutsche Liebeslieder" gemacht wordeN, die in einem handlichen, künstlerisch geschmückten Bändchen diel schönsten Liebeslieder der deutschen Sprache von Walter von dep Vogelweide bis auf unsere Zeit vereint, (Verlegt vom Ctnhorn-, Verlag in München und Leipzig.) — Zur Förderung des d e u t s ch e n V e r k e h r s. Nach Thüringen, in das „grüne Herz Deutschlands", führt uns zunächst die soeben erschienene Nr. 8 der illnstnerten Zeitschrift „Deutschland , amtliches Organ des Bundes deutscher VerkehrS-Vereine. (Im Verlage der Düsseldorfer VerlagSanstall A.-G.) In seiner frischen, poetischen Art schreibt Geheinirat Trinius über die „Erholungsstätten im Thüringer Walde", bereit Anmut und Heiterkeit, Schönheit und Heilkraft er mit Begeisterung preist. Es folgen wettere illustrierte Aufsätze über Eisenach, Erfurt und Thale int, Harz, denen ein illustrierter Aufsatz über Oberammergau folgt, wahrend General Bigge int zweiten Teil seines Aufsatzes über „Rhetn- höhenwege" die Schönheiten des linken Rheinufers schildert. O. Schell wirft einen Rückblick auf die Dreijahrhundertseier der Stadt Elberfeld: E. Reißmüüer, Posen, beschreibt die neue Kaiserpfalz in Posen. Zum Schluß folgt ein interessanter Aufsatz mit wirkungsvollen Illustrationen über „Kunst und Kunstgewerbe atü der Brüsseler Weltausstellimg" von Stöbert Breuer. In diesem Artikel iverden namentlich die reizenden photographischen Aufnahmen aus den Arbeiterhäusern des Architekten Georg Metzendors in Essen weitere Kreise interessieren. — Ei» guten Bekannter tritt wieder seine Reises an ünd er wird wieder wie früher willkommen sein. Mit feinem Namen — dem Namen des „Lahrer Hinkenden Boten' — verbinden sich von jeher die Begriffe des volkstümlichen, gemütvollen Erzählens nnd kernfester Denkart. Und wer ihn auch Heuer bei sich aufnimmt, wird erkennen, daß er ferner angestammten Art nnd seiner gutdeutschen Gesinnung Nicht, untrem geworden ist. Wenn er in den „Weltbegebenheiten" der Zett einen Spiegel vorhält, lacht er selber fröhlich mit. Und was konnte in der Zeit allgemeiner Lebensmittelverteuerung willkommensp sein als des Hinkenden Standrede: „Wie man von der Luft leben kann." Abermals gibt der Alte mit dem Stelzftiß feinem Getreuen ernste und spaßhafte Geschichten zum . besten: aber er unterhält nicht nur, er regt auch zum Nachdenken an, nnd man fühlt wohl, daß es ihm selber von Herzen kommt. In den Jahr- hündert-Erinnerungest werden einige teure Gestalten vor des Betrachters Seele geführt. Kurz, der Lahrer Hinkende für 1911 bringt 'wieder, seiner Bestimmung. nnd Berga.ngMett Betrfiu). tüchtiges, gesundes Volksgut. Bilderrätsel Auflösung ist nächster Nummer« Auflösung des Arithrnogriphs in voriger Nummer r Dahn — Adda — Safran — Rad — Anden — Danas — Fasan - Anna — Hefe - Raff — Erbe — Nemtder; Das Radfahren. Redaktion: K. Neuratb. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.