L WS [ Ihm !/AUM ä~Mi™ 13 s WUt) MW AMT ■Äm Droesigl. SHornan von Georg Fr eih errn von Omptedd. Machdruck verboten.) (Fortsetzung.) _ Der verstorbene Geheimrat Droesigl hatte in seinem Testament die meisten jener Anstalten, die er bei Lebzeiten unterstützt, bedacht. Da nun aber eine große Anzahl mit dem Ressort dieses oder jenes Ministers in Verbindung stand, so war Ludwig, wie er es sich gewünscht, mit den verschiedensten Herren der Ministerien bekannt geworden. Die in den Zeitungen genannten Summen wurden jetzt ergänzt, indem Ludwig in fürstlicher Weise seinerseits eine Anzahl Stiftungen machte. Eilte Zeitlang hörte es gar nicht auf im Blätterwalde zu rauschen: „Herr Ludwig Droesigl auf Schloß Kölln hat zur Erinnerung an seinen verstorbenen Vater" und so weiter. Ein anderes Mal hieß es: „ „Der Köttner Schloßherr, durch seine im großen Stil geübte Wohltätigkeit bekannt, vom Komitee zur Erbauung Märkischer Lungenheilstätten um Beihilfe angegangen, da der Bau der großen Heilstätte am Wannsee tvegen Mangels an flüssigen Mitteln sistiert werden mußte, hat sofort die genügende Sumine angewiesen, um nicht nur die Fortführung, sondern sogar die Vollendung des segensreichen Unternehmens zu ermöglichen." Die Zeittingen kamen zu Dutzenden ins .Haus geflogen, die betreffenden Stellen angestrichen, und jedesmal zeigte Ludwig seiner Frau das Blatt: — Sieh mal, liebes Kind, das ist doch nett! Aber eine schwarze Taube flatterte den weißen nach: „Ein reicher Mann, durch seine Schenkungen in letzter Zeit in allen Zeitungen genannt, hat schon wieder ein paar Tausende seiner Millionen locker gemacht. Für ihn gewiß eine Unbeträchtlichkeit, unbeträchtlich aber nicht insofern, als nun sein Name wieder in aller Mund gekomuien ist. Uebrigens ein Vergnügen, das man dein Manne lassen kann, denn in der Tat werden manche Tränen auf diese Weise getrocknet. Wir erkennen das in vollster Aufrichtigkeit an. Warum sie getrocknet werden — Vanitas vanitatum!" Ludwig trug tagelang das Blatt bei sich, das ihm, genau wie. die anderen, rot angestrichen, eine liebenswürdige Seele zugeschickt hatte. Endlich, eines Tages, als er mit Agathe allein war, gab er es ihr: — Es ist doch wirklich eine Gemeinheit! Infame Bande! Sie werden es noch fertig bringen, daß kein Mensch mehr etwas gibt. .Agathe fragte: — Warum ist es auch in die Zeitungen gekommen? Dein seliger Vater hat das hoch, wie wir aus dem Testament gehört haben, nie gewottt. Ludwig zuckte die Achseln: — Ich habe es nicht hineingesetzt. Ei' zerriß das Papier und verbrannte es in dem schönen, alten Kamin, der nur noch zur Zierde dastand, denn diü angenehme Wärme, des Zimmers strömte die Zentral-, Heizung aus. Die Blätter beruhigten sich. Die guten wie die bösen. Es war and) keine Gelegenheit mehr, von Ludwig Droesigl zu sprechen, denn das Ehepaar reiste nack) Italien, was sich Agathe längst brennend gewünscht. Den Sommer berbrach- ten sie still in Kölln. Allerlei Marmorfachen, die Ludwig im Sonnenlaude erstanden, kamen an und wurden auf« gestellt. Eines Tages sagte er zu seiner Frau: — Liebes Kind, unser Areal ist von heute ab über noch ein Mal so groß. Er hatte mit einem Schlage alles gekauft, mit dem er zur „Arrondierung" seit Jahren liebäugelte. An dem Abend gingen sie spät zu Bett, denn er hatte Pläne herausgesucht und zeigte ihr nun, tote der neuerworbene achtzigjährige Bestand einbezogen iverden konnte und der oft mit Ueber- schwemmung drohende Kanal einen Teil seines Wassers an Seitenarme abgeben sollte, die schnurgerade vom Schloß nach allen Seiten strahlten. Dadrtrch ga& es DurchbliM vor Kilometerlänge bis zur Mauer, die, das Ganze umschließend, gleich einer Stadtbefestigung von Türmen flankiert war. Diese neue Tätigkeit machte Ludwig glücklich. Er konnte seine geschäftlichen Anlagen veriverten und seine künstlerischen dazu. Grenzen schienen seinen Mitteln nicht mehr! gezogen. Und doch ward wieder bei den Jagden kein übermäßiger Luxus getrieben; alles war nur so, wie es sich zum Stil eines großen Herrensitzes gehörte. Da der Tag sich nun bald jährte, an dem der alte Herr die Augen gesdstossen, tourde nur noch darauf gehalten, daß es bei den JagddinerK keine Musik gab. Die Gäste verliefen sich, Prinz und Prinzessin Hohengart blieben noch ein paar Tage, dann war alles wieder still in Kölln. Die Werffener erschienen diesmal gar nicht. Der alten Gräfin wurde die Wagenfahrt schon zu beschwerlich, ihr Sohn aber ivar jetzt ganz an den Rollstuhl gefesselt. In der Nachbarschaft gab es einige Veränderungen.. Freifrau von Mengen, geborene Honig, hatte, wie der kleine, blonde Oberleutnant mit dem Ein glase es genannt, ihre sechseckige, Bienenzelle draußen auf dein Friedhöfe bezogen, und über ihrem Honig hatten die Arbeitsbienen den Wachsdeckel geschlossen. General von Herrnwerth war mit seinem Korpskomman- beur, den er als vom „tollen Infanteristen gebissen" bezeichnet, nicht ganz einer Meinung. Der Mann hatte die unglaubliche Idee, der tadellose Reiter müsse, wenn er eine Division bekommen wolle, auch für das Jnfanteriegefecht sich interessieren. So blieb dem Master der Köttner Jagden nichts übrig, als grollend den Rock des Königs auszuziehen. Wenige Tage nack) der Hubertus-iJagd starb plötzlich — 162 — Paul Heyse saß in seinem behaglichen Arbeitszimmer in trauten Münchener Heim. Es war Feierabend, der seinem trauten Münchener Heim. Es war Feierabend, oer Lärm der Gasse drang nicht in das stifte Gemach, in dem der Meister viele seiner besten Werke geschaffen, in dein viel Leid und Freude über ferne Seele dahingegangen war. Allerlei Gerüchte waren aufgetancht von Ehrungen, die Heimatstadt und Vaterland zu seinem 80sten Geburtstage vorbereiteten. War es möglich? Lagen wirklich morgen dem fragte er plötzlich: — Sagen Sie mal, Exzellenz, ist es das Renaissance- Ludwig liebte derartiges nicht. Wer er hörte ruhig zu, wie er nie einem Grafen und Gesandten und Exzellenz etwas anderes als Interesse entgegengebracht hätte. Trotzhaus mit der pompösen Einfahrt? — Was denn? Die Grotesktänzerin? Zu Paul tzeysr's 80. Geburtstage. Von P a ulin e L a n g e. Rsguier schnell, denn die Herren rnnßten doch jeden Allge,»- blick zuruckkehren: — Ich wollte nämlich mit dir über Patsch reden. Die Ehe ging nicht. Agathe wußte es längst. Ihr Schwager hatte sich in den letzten Jahren sehr verändert. Aus dem lustigen Offizier war ein Mensch geworden, der kaum die Miene zu einem Lächeln verzog. Agathe war es aufgefallen, als er und seine Frau sich im Herbst zu beit Jagden in Kölln befanden, daß sie einen kurzen, unfreundlichen Ton gegen ihn batte. Man sah sie nie zusammen. Immer unterhielt sie sich mit den jungen Offizieren, und wenn sie ausritt, war es nicht mit ihren: Mann, sondern! bald mit diesem, bald mit jenem. (Fortsetzung folgt.) Graf Tiefenau. Er wollte eben auf den Bahnhof fahren, , um sich zu einem Ordenskapitel der Johanniter zu begeben, als er im Wagen lautlos umjank. Ein paar der Nachbarn hatten bet dem großen Ktach der märkischen Bodenkreditgesellschaft einen erheblichen ^eü I ihres Vermögens verloren und zogen sich nun sehr zururr. 1 Andere, die wegen Heranwachsender Tochter bisher überall I erschienen waren, wo es heiratsfähige, junge Leute gab, I hatten die Mädchen glücklich an den Mann gebracht und ent- deckterl nun in sich Einsiedleranlagen oder mußten der jungen I Ehe mit zu großen Mitteln helfen, als daß sre nicht Spar- I meister hätten werden müssen. Alles schien verändert, tot ! Als nun eines. Tages der Köllner Park unter dichter Schneedecke begraben lag, daß nur noch der „Neptun herausragte und der große Torbogerr an der Einfahrt, al» auf dem Kanal das Eis glitzerte, fand es Agathe zum erstenmal einsam in ihrem geliebten Köllik, und sie war es selbst, die ihren Mann bat, ein bißchen nach Berlin zu fahren, um ein paar Opern zu hören. , Wie immer wohnten sie im Hotel Bristol. Bei Droesigls ' häuften sich bald die Karten von großen und kleineren Herren, von allen, denen sie Besuch gemacht, oder die zu ihnen kamen, weil sie gern hinter den Hunden ritten. Graf und Gräfin Sczögony hatten eben Agathe verlassen. Es war das letzte Mal, daß sie sich sahen, denn er war Gesandter in Caracas geworden. Auf der Treppe trafen sie Graf und Gräfin Roguier, die zum Tee kamen. Die Gräfin schien gedruckt, doch Seine Exzellenz lebhaft tote nur je. Er hielt es auch nicht lange aus, Ml zu sitzen, en beüauptete, er müsse eine Zigarre rauchen. Agathe bat, es ruhig in ihrem Salon zu tun, dazu war er aber aus Artigkeit nicht zu bewegen, und die beiden Herren zogen ihre Pelze an, setzten die Zylinder auf und gingen unter die Linden. In Wirklichkeit wollte der Graf ein wenig bnm- melnr ___ t — Die netteste Zeit in Berlin, so gegen Abend, memen Sie nicht, lieber Freund? Das heißt, so weit hier überhaupt etwas nett sein kann. Er hing sich in Ludwigs Arm: ' — Wie können Sie's nur den ganzen Winter auf dem Lande aushalten? Sie haben ja zwar aus Kölln wirklich ein kleines Juwel gemacht, oder ein großes, so ne Art Kohinor — aber Leute, die repräsentieren tote Sie, gehören den Winter hierher, Sie entziehen sich Ihren Pflichten. Ludwig lächelte: — Ich habe auch schon daran gedacht. — Geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und kaufen Sie sich nett Palazzo. Wissen Sie übrigens, daß die Peruanische Gesandtschaft uinzieht? Ins eigene Haus! Die bisherige Gesandtschaft, die sie nur gemietet hatten, das wäre so was für Ihren Geschmack. Sie wird frei, mein Freund, oer Gesandte hat mir's gesagt. Bitte aber ganz vertraulich! — Mit Vergnügen!-- Graf Regnier hatte seiner Frau gesagt, sie solle nur auf ihn warten, doch die Zeit verstrich, und er kehrte nicht zurück. Die Gräfin wollte mit Agathe sprechen, aber es kam Besuch dazwischen, und erst als es schon beinahe sieben Uhr war, blieben die beiden Damen allein. Da sagte Gräfin schon 80 Jahre vollendet hinter ihm? Die Vergangenheit wurde lebendig — Trauer überschattete das Antlitz des Dichters — sie galt den vielen geliebten Menschen, die ein gutes Stück Weges mut ihm gewandert waren und deren Schritte tote in Wetter, Wetter Ferne verhallten — tote lange schon mußte er einsam ohne sie seinen Pfad weiter wandern. Doch dann gedachte er voller Dankbarkeit all der treuen Liebe, die ihm in [entern langen Leben geworden war, all der herzerquickenden Freundschaft, die er selber hatte üben dürfen, und bewegten Herzens dachte er vor allem der Liebe und Hingebung, die ihm in seiner edlen zweiten Gattin geschenkt wäret,, die nun volle 43 Jahre hindurch Last und Freude des Lebens mit ihm getragen, in stets gleichem, zartem Verstehen ihm immerdar zur Seite gestanden hatte. Und für tote vieles hatte er sonst zu danken: Not und Sorge toaren seinem Leben fern geblieben, Niedrig kett und Gemeinheit hatten sich nicht in, seine Nähe gewagt und ungebrochenen Geistes durfte er sich in \etnetn Hoheit Alter noch des Lebens erfreuen, ja, während titele ui gleichen Jahren nur noch mühsam vegetierten, hatte er soebeu erst mit voller Frische ein neues Werk der stattlichen Anzahl! seiner Schriften hinzufügen dürfen. Plötzlich aber legte sich ein düsterer schatten aus ferne lichte Stirn, Schwermut bemächtigte sich feiner. Was mutzte ihm fein frohes Schaffen, sein fester Glaube an das Gute und Hohe im Menschen? War er nicht ein Fremdling geworden in feinem deutschen Vaterlande? Gingen fte nicht anderen Göttern tiach und opferten vor anderen Altären — wiesen sie nicht hohnlachend auf den Lärm der Straße, nannten sie nicht spöttisch Berlin O. utid Whitechapel, wenn er beim geringsten Kinde des Volkes dem,Ädelsbriefe nachforschte, den die große, gütige Allttuttter Natur ihm verliehen hatte? ' Müde schloß er die Augen vor dem Ansturm widerstreitender Empfindungen und ben immer neuen, wundersamen Bildern, die der Vergangenheit entstiegen. Wer was war das? Leise öffnete sich die Tür »seines Arbeitszimmers und herein trat fein geliebter Vater, ganz so schlicht und ernst, so vornehm und ruhig, tote er ihn fern lebelang tit der Erinnerung getragen hatte. Ein schönes Lächeln verklärte das ernste Antlitz, während er leicht dem söhne I die zarte, schmale Hand auf das Haupt legte und sprach: I „Mein Sohn, du mein Stolz und meine »Freude, werde nicht 1 irre an deinem Volke. Wohl sprechen viele ihrer geistigen I Führer eine andere Sprache als du und deine Zeitgenossen, I aber die besten unter ihnen huldigen gleich dir der Schöti- j heil und der Wahrheit. Du aber darfst das Haupt ^hoch | tragen, in allem Hader der Parteien hast du deine Seele | vor Zwiespältigkeit bewahrt, ohne Rücksicht auf äußeren I Vorteil hast du den Mut deiner Ueberzeugung gehabt und I allen Modelockungen zum Trotz bist du deinem eigenen I Selbst getreu geblieben, darum hab en/dir die Himmlischen "sagte Gräfin I auch eine seltene Freude bereitet." — Nein. Sie erzählten doch von der Gesandtschaft. .— Natürlich, die Einfahrt mit den Karyatiden. Ah, ein feines Ding! Aber was verstehen die Leute hier in Berlin davon! Da sollten Sie mal nach Bolivia kommen! Ich sage Ihnen. . . Uebrigens, wenn Sie wollen, machen Sie schnell. Denn es sind noch andere dahinter her, und sobald's bekannt wird. . . Ludwig rief eine Droschke an: — Exzellenz, würden Sie wohl mal mit hin fahren? Doch Graf Regnier blieb nicht bei seinem Thema. Wenn sie einer schönen Erscheinung begegneten, gab er seinem Begleiter einen Stoß, dann erzählte er von irgend einem Skandal, der in Aussicht stand. — 163 Hand ent- ■diar edler Männer und Frauen traten dem • ------- Unter richtet. Fch gab dem Freunde recht, aber die Sehnsucht nach Eurer Erdenwelt ist mir seitdem vergangen und meine Seele wäre wohl den bitteren Geschmack nicht losgeworden, den mir das Erlebnis verursacht hatte, wenn unser guter Engel Natur das A und O aller Kunst isti der du aus ihrem tiefsten Born getrunken, an ihren klarsten Quellen geschöpft hast, der du jeden Künstler schätzt, der durcb ferne Werke Liebe und Verständnis für die Natur weckt, den Naturkult der Pfützenanbeter auszuspielen -- daß ist mehr als kindisch, das ist so leicht und jämmerlrch, daß es sich selber - dem , Tunnel" und dem „Krokodil", die Gefahr jungen Jahre und die Freunde fernes spateren Lebens: Manz Kugler, Fontane, Adolf Menzel, Jacob Burckhardt, Gottfrred Keller, Arnold Döcklin, Herman Kurz und viele, vrele aridere, wahrlich eine auserlesene stattliche Schar. Hermann Kurtz schob dem Meunde den Sessel hin und druckte ihm still dre Land Franz Kugler aber hob den goldenen Humpen und Mach: N'Liükommen in mijerer Mitte, Dank MrJfcbtf Treue, die du uns allen gehalten hast wert über unser Scheiden hinaus und Heil dir für dre Irene, die du du selber aelialten und dem, was brr als das Höchste erschien. C Khn dafür wird dir und uns zur Feier deines morgenden Geburtstages heute dies frohe Jusammens em Dichter nrit freundlichem Willkommen entgegen, ihnen erkannte er Dante, der ihm huldvoll dre Hc gegenstreckte und ihn, auf feinen „Salamander anspielend, als Meister anmutiger Terzinen, als Dichter einer modernen .„Vita nuova" begrüßte. Männer in fremdartiger Tracht Umringten ihn und begrüßten ihn freudig als ihren Kruder in Apoll und bald erkannte er aus ihren Reden, daß er Novellendichter des alten Italiens und der.sange^rerckien . , te; ,— ■ ■„, ■ ■ Provence vor sich hatte, deren graziöse Erzählungen ihn I rß%aj. eS ^Hts Besseres verdient. Dir gegenüber, dem die Äl. mund) en DcriDdttbtcii ScirftelluitQeTt ßctcijt pulten. | m.ci öhmft ifti. her bu du*? tovc-xit Freundlich schritten sie ihm zur Seite und,führten ihn euren Hügel hinan zu einer herrlichen weithin leuchtenden Halle aus weißem Marmor. Das Portal öffnete sich weit und alle traten in einen Festsaal, des?en Wände von grün schimmerndem, durchsichtigem Gestern und mrt vollen Gir- . landen v-on tfefroten Rosen geschmückt waren. Dre Decke | wurde von dunkelblauen Säulen getragen und von derselben Farbe war der mächtige ursch, um den viele Manner versammelt waren, die bei Heyses Nahen freubtg erregt Jia) erhoben um ihn zu begrüßen. Da waren sie ja alle, seine v lang entbehrten, schmerzlich Vermißten, dw Zmossen aus I "J meiiHarmshätte". Er sah meine tiefe Nieder» ~ - , rten Leuter I Beschlagenheit und lud eines Tages Keller und mich ein, ihm auf einen Hügel zu folgen, von wo aus Mr das Land der Lebendigen überblicken konnten: Wir sahen und stannten und erschraken bis ins innerste Herz hinein. Eiri Volk von Schielenden glaubten wir zu sehen. Das wimmelte durcheinander wie die Ameisen, hastete und arbeitete, drängte und wurde gedrängt. Aber kein Mensch schien direkt auf sein stiel zu blicken. Während sie vorwärts schoben, schielten sie rechts und links nach Vorteil und Gewinn, nach Orden und Titeln, nach Schmeichelei und Huldigungen gewohnltusster selber aelmlten und dem, was btt I Art. Wir konnten in den Seelen lesen, da waren neben Ium Lohn dafür wird dir und uns zur Feier beut 1 WEensdurst Ruhmsucht, Eitelkeit, Neid und Haß die Dvieb- morgenden Geburtstages Wte dies frohe MEiensmn ^dern^ des Handelns. Und selbst Erholung und Freu- gegönnt. Keller stel ihm tzr die Rede: Du solltest J [ dieses Geschlechtes schienen vergiftet durch niedrige wissen Hevse, sagte er, daß wir in Treuen demer gedachten, ' nur dich in deinen irdischen Regümen^Nl Msu^n,^nderw ^^Schon wollte der Ekel uns übermannen, da fuhr der Der Vater war verschwunden, aber ein tiefes Glücks- , uns an den betreffenden r.rt. Wir traten in einen großen »efühl hatte sich des Dichters bemächtigt. Saal, dessen ganze Einrichtung keinen Haury von Bocklms SS StStÄlU; SSSSÖ* 5 Schritt er nicht durch die vertrauten Wege des Garten» hinab k ^m.'ncksts zu fi . •' Riesenhafte gesteigertes das war ja nicht die lieoliche ^svla belle, da» war m i ^bbelte- — Wir fallen verdutzt einander an, ohne die Freund Böcklins Totenmsel Md der Schiffer iM silb - | ^eui-unc, ’ be§ Rätsels zu finden" Böcklin unterbrach ihn: glänzenden Kahne, das war w nicht seingewohnter Gar- ! Deutung sollte uns werden. Eine bengalische boiter Fährmann — das lvar ja der sicher. , s ein - „ uiuleuckitete das Bild: El großen Lettern las man: Fischer vom „Toten See". Schweigend wies dersewe aus I uub |e/ne Werke". Keller und ich brachen in ein onn violettem Sammet, aber den em Baldachin | Wächter aus, daß die geputzten Menschen sich erschrocken um!allen, da sie aber Dank unseren Astralhüllen nicht ergründen konnten, woher ihnen der Ohrenkitzel kam, matteten sie sich voller Andacht wieder der Bühne und ihrer Karikatur zu. Keller wollte mich fortziehen, ich bedeutete ihn aber, zu bleiben. Die Bühne hatte inzwischen ein eleganter Herr mrt Fischer vom >,Toten See". '— . , . - den Sitz von violettem Sammet, über den ein Baldachin aus gleichem Stoffe mit silbernen Fransen gespannt war. Und als Heyse verwundert und beklommen fragte: Nun Freund, wohin fährst du Mich beim? antwortete der Schweigsame lakonisch, aber freundlichen Blickes „zur Lebensfeier . Langsam glitt der Kahn durch die Fluten, langsam glitt er durch das starre Felsentor hinein in eine dustere , lange WZUUZZM | SEEMM fet-feSS 8 WMMMM WWMZWS schwiegeue Rätsel winkten die Lotusblumen auf dem dunklen und in^ ®f| urf)men und deren habe er Gewässer. . . | unbestreitbar. Habe man es vor allen Drngen doch ihm zu danken, daß die Malmittel der Wen wieder hervorgesucht und aufgefrischt seien und zeugten doch seine Beite davon, daß mit dieser Technik sich Dauerhaftes herstellen ICtf,CSft dm'Freund Heyse, da überkam mich eine helle Wut und mit einem Handstrich hatte ich «m liebsten^so Redner wie Mldwerk von ihrem Gerüste herabgewischt, über Keller legte beruhigend seine Hand auf meine Rechte und! • „Läßt sich das Publikum solche Dummheiten bieten, 164 —» allen Ständen imd Berufskreisen einzelne, die bei ernster treuer Arbeit die große Sehnsucht inr Herzen trugen nach tieferer Erkenntnis, nach reineren Freuden, nach echter Freundschaft, viele, sagen wir, deren Seele aus der Unnatur der Ueberkultur nach unverfälschter Natur verlangte. Und hie und da blitzte es in der dunklen Vvlksmasse wie Lichtfunken. Als wir aber genauer hinsahen, da waren die kleinen hellen Punkte Fackelträger, die tauchten einzeln oder zu mehreren in der Menge auf, und wo sie erschienen, da staunte das Volk, einige scharten sich mit die hellen Flammen, andere suchten etwas von dem Feuer zu erhaschen, noch andere gingen bald wieder ihres Weges, aber ihr Auge blickte heller wie nach einer großen Freude. Die Fackelträger aber gingen ihren Weg durch die Völker und trugen ihr Licht in die Herzen und in die Häuser und als unser Auge immer schärfer das Gewimmel durchdrang, da erkannten wir zu unserer Be- stürznng in den Fackelträgern die Schar der gleichgesinnten Freunde, uns selber und unzählige, die wir nicht kannten, deren Antlitz aber leuchtete in tiefer, ernster Freude und die ihre Fackeln hoch hielten und das Dunkel in ihrer Umgebung erleuchteten. Als wir noch staunten über das wunderliche Leben und seine vielen Kontraste, führte uns der Engel in eine ent- legenere Gegend und hieß uns durch ein Glas schauen in das Land ferner Zukunft. Wir sahen dies Land vor uns liegen wie ein erhöhtes Plateau. Vom Tale aufwärts führten viele, viele Stufen, und eine unabsehbare Schar von Fackelträgern, allen Zeiten und allen Völkern ent- stammend, schritten langsam die Stufen hinauf. Auf dem Plateau aber sahen ivir sie bald alle in der Mitte auf einem erhöhten Platze. Stolz hoben sie noch einmal ihre Fackeln, so kleine als große, dann warfen sie sie alle auf einen Haufen und hellauf loderte die Flamme, ohne Rauch und Qualm, wie eine einzige gewaltige Opferflamme, wie ein hehres, frohes Frendenseuer, ungetrübt durch irdische Schlacken. Und es war, als ob von dieser geläuterten Flamme ein strahlendes Licht ausging, über die ganze Menschheit, die in dichtem Gewoge das Plateau erfüllte. Freude verklärte jedes Antlitz, Liebe leuchtete aus jedem i Blick, Größe lag bi Schritt und Haltung. Und als wir aufmerksamer in die. Menge schauten, den Winken unseres Führers folgend, da überkam uns ein großes Erstaunen: Wir erkannten, daß. diese Menschheit sich zu voller Erkenntnis ihrer eigenen und der sie umgebenden Natur durchgerungen hatte. Und diese Erkenntnis prägte ihnen andere Gesetze, forderte von ihnen andere Werke, füllte sie mit Ehrfurcht vor allem Göttlichen und so verschieden ihre Gaben und ihre Leistungen waren, alle fühlten sich in Liebe verbunden, zu einem hohen Streben vereint, I und indem sie als Brüder und Schwestern einander förderten, I nur an das Ziel und nicht mehr an lieber- und Unter- I orduung und dergleichen menschliche Begriffe dachten, kamen Werke zustande von so unsagbarer Größe und Schönheit, I daß unsere Sinne das Glück kaum zu fassen vermochten, I und als wir stammelnd und dankerfüllt dem Führer unsere I Freude äußerten, sagte er lächelnd: Auch Eure Fackeln nährten das Feuer, das diese Menschheit durchglüht und | ihre Erleuchtung bewirkte. In ihren ewigen Werken lebt I Mglerch alles Beste und Tiefste, das Eure Seelen ins Leben I ries. Durch die Jahrtausende reicht sich die .bände, was I Ewigkertssinn trug und zeugte, und nicht der kleinste Hauck göttlichen Feuers geht im Reigentänze ewiger Welten und I ewigen Werdens verloren." — Wie sich seitdem unser Leben gestaltete und ivie wir suhlten, daß auch wir tm paradiesischen Zwisckenlande helfen dürfen am Werden und Ausbau künftiger Zeiten, das wirst dir selber erfahren, wenn du nach manchen Fahren deinen I Erdenlauf vollendet hast und unserm Kreise zuqeteilt wirst I Vorerst gehe weiter deine Bahn als leuchtendes Vorbild I für alle Zaghaften und Kleinmütigen, lehre sie da?' Leben I 8u zwingen durch Kraft und Schaffensfreude. Die Freunde I erhoben sich und tranken deni Dichter zu, schon hörte er I wieder das Plätschern der Flulen und glaubte den Fischer I zu vernehmen, der zur Heinrkehr mahnte. Er wandte sich I hastig um, da war das ganze Zauberreich verschwunden: I seine Gattin saß ihm gegenüber, lächelte ihm freundlich zu I sagte: Du schliefest so gut rind hattest einen so froh- I bewegten Ausdruck, als hättest du einen herrlichen Traum. ‘ Da mochte ich dich nicht stören, obgleich Gäste deiner warten. Was träumtest du nur? Ach, Liebste, erividerte er, so schnell läßt sich das nicht erzählen, aber schön war es und lief wohl auf das Goethefche Wort hinaus: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis, Das Unzulängliche, hier lvird's Ereignis." Irr den Rotwiesen. Eine Vogelsberger Sage von H. Weber-St. Der Bürgermeister ging zum Walde, Zinn Köhler wollt' er, bei» einsamen Mann; Schon sah er, wie empor sich ballte Der Meilerrauch im grünen Tann. Dort stand des Köhlers dürit'ge Hütte, Umrahmt von grünem Waldgeheg, — Nicht weit davon, in Waldesmittc, Lag schwarz der Meiler an dem Weg. Sieh hin, — wer lehnt an jener Tanne, Tie Mütze tief im Angesicht? Was fehlt dem einsam stillen Manne? — Er rührt sich und er regt sich nicht. Wirr hängen ihm die roten Haare Und lockig nm das müde Haupt, — 's ist, als hat!' eilte unsichtbare Gewalt das Leben ihm geraubt. Ein Schurzfell deckt den laugen Körper, Traut liegt der teuerrote Bart, Und um den Mund, da liegt ein herber Und harter Zug nach Krieger Art. Ist es der Köhler? — Nein. — Ein Grauen Packt jäh des Mannes ruh'ges Herz, Ihm ist's, als jäh er's bei dem Schauen Im Barte glühn wie feurig Erz. Als Feuerfunken glühend sprängen Hervor aus seines Bartes Glut, — Er fühlte, wie mit heißem Drängen Im Herzen stockte jäh sein Blut. Er sprang entsetzt, er rief im Schrecken Ten Köhler her: „Wer ist das dort?" Er deutet hastig mit dem Stecken — Er sucht — der Feuerbart war fort! — „Seid still, es ist der Schmiede-Alte, Ich seh ihn alle Tag und Nacht, Er wohnte früh'r in diesem Walde, Wo man ihm Opfer dargebracht. Tann brachen sie ihm die Altäre, Und Glocken tönten an sein Ohr, — Gesenkt trägt er das Haupt, das schwere: —" Es ist der starte Ase — Tor!-- Ein Meckern hört man aus dem Walde, Sie schleichen leise in das Halis, Ein Bocksgeruch durchzieht die Halde — Irrlichter schwirren ein und aus. *) Das dem Gewittergotte Tor geweihte Tier ivar der Ziegenbock. Von diesem Tier haben auch viele Vogelsberger und andere Teckel die Hörner und den gespaltenen Fuß her, mit denen sie in den Sagen auitreteu. Nach nordischer Mythologie wurde der Wagen Tors von zwei Ziegenböcken gezogen, wenn er beim Gewitter über die Wolken fuhr. Vüchertisch. — Paul H ey se's 80. Geburtstag, am 16. März d. I., hat die Deutsche Dichter-Gedächtms-Stiftung zum willkommenen Anlaß genommen, um eine seiner frühesten Arbeiten Andrea Delfin in ihrer bekannten Sammlung „Volksbücher" neu herauszugeben. Tie Novelle, 1859 erschienen, spielt in Venedig zur Zeit des Niedergangs der großen Mceresrepublik. Die tragische Gestalt des Helden, die packende, Schlag auf Schlag sich abspielende Handlung auf fremdartig düsterem Hintergründe machen die Novelle zu einem Volksbuch, wohl geeignet, durch weiteste Verbreitung in unserem Volke dem großen Erzähler ein Denkmal seiner Kunst zu setzen. Logogriph. Ich bin ein ivildes reißendes Tier lind manchem Jäger gekährlich gewesen; Als harmloser Vogel erscheine ich dir, Wird vorn eilt anderes Zeichen gelesen. Auflösitng in nächster Nummer. Auslösung des Buchstabcn-Rütsels in vor. Nummer; Der B u ch st a b e Z. SRebaftiott: K. Neura ! ü. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen-