Mittwoch den \2. Januar W N H 1.1 Sommerseele. Von Helene Böhlau. (Nachdruck verboten.) VorWtzung.i Als die drei unverhofften Gäste gegangen waren, ließen sie die stillen Bewohner des einsamen Hauses am Horn in großer Bewegung zurück. Uerle sagte: „So ist's, tvenn ein Göttlicher bei armen Sterblichen eingekehrt iss! — Aber sein Manuskript hat er doch richtig vergessen." „Na, natürlich, wenn ihn die Alma so beladen hat, wie sollte er denn noch etwas schleppen?" meinte Ulrikchen. Dio junge Witwe lobte iiber alles den jüngsten Stollberg. Ulrirchen aber sagte ärgerlich: „Macht ihr ein Aufhebens, weil sie „von" sind und weil der eine Gott tveiß was ist! Ich sag' ein für allemal: der junge Bauch, den ich neulich in Süßenborn können lernte, und wenn er zehnmal Bauch heißt und zehnmal Metzger ist, gefällt mir besser als alle drei miteinander. — Und ich sage: die reichen ihm das Wasser nicht, so verständig und brav wie er ist." Die Pfarrerin mußte lächeln. — Sie kannte Ulrikens Vorliebe und hatte sich schon halbwegs damit ausgesöhnt, ihr tiichtiges Töchterchen einmal als Wirtsfran zu scheu. Der junge Bauch ging mit dem Gedanken um, sich ein Wirtsanwesen zu kaufen, und eine arme Witive muß froh sein, ihr Kind an ein so nahrhaftes Gewerbe zu verlieren. Alma war die einzige, die sich ganz still verhielt." Ihre Augen leuchteten aber aus dem Zarten Gesicht heraus, daß Uerle den Blick nicht von ihr wenden konnte. Die Pfarrerin machte schließlich allem Geplauder ein Ende. Sie wollte sich niederlegen und unter den Dornenkronen und den brennenden und durchstochenen Herzen schlafen. Die'Läden wurden geschlossen, Uerle verabschiedete sich, die Mädchen suchten ihre Kammern auf, Alnia aber ging, als alles in Ruhe lag, hinaus unter die Linden. Es hielt sie im Hause nicht, die sanfte Mondnacht lockte, das herz- war ihr so bewegt. — Sie brauchte wohl die Stillo der ganzen nächtlichen Welt, um ihr Gemüt zu beruhigen und -zu heilen. So saß sie lange, die Hände gefaltet, und schaute in die Ferne. Aus den blühenden Feldern schimmerte der Mond. Wer Kornblütenduft lag wie ein schwerer, warmer Atem in der Luft. Himmel und Erde schimmerten ineinander. — Ein leichter Schritt tauchte aus dem Unbestimmbaren auf. Sie erschauerte. — Es Ivar so spät — so spät. — Sie duckte sich zusammen, als sollte etwas über sie hereinbrechen. Da sah sie eine Gestalt, die ihr wie mit Feuer in die Seele geprägt war, das kleine Gittertürchen öffnen. — Sie wurde nicht bemerkt, sah ihn stehen und schauen. Er blickte in die weite, monddurchschimmerte Ferne, so wie sie vordem. — Ihr Herz schlug zum Zerspringen. Sie preßte die Hände darauf. Welche Stille war hier oben! — In dieser Stille ein junges, menschliches Herz, das aus seiner sanften Sommersehnsucht, aus seinen: Zustand des Knospens und zarten Blühens von einer brennenden Flamme ergriffen worden war, hie aus dem Leben herausschlug und vom Leben zehrte. Sie fühlte das Flammen ihrer armen Seele mit eine« Bangigkeit sondergleichen. ' Und als er sie bemerkte, und auf sie zukam, war sie wie von tödlichem Schreck hingenommen. Schreck oder Wonne, es war nicht auseinander -zu kennen. „Und ich habe Sie erschreckt," sagte er bewegt. „Mich hielt es da unten nicht mehr, ich mußte in der hellen Nacht das liebliche §au8 und die große Weite darum her sehen. Und an Sie, liebes Geschöpf, wollt ich denken." Sie ^fand kein Wort zu erwidern, sank an den Stamm der Linde zurück und blickte ihn mit großen Augen an. Bewegt von ihrer Hilslosigkeit, strich er ihr zart über die Stirne. „Daß so einer so ein stilles, stilles Heimatshaus hat tmd weiß nichts davon," sagte er wie für sich hin. — „Ach, mir ist wohl! — Die Rosen stehen vor meinem Bette in einem Krug mit Wasser und duften. — Der Mond schien herein. — Es war heut' alles so schön und sommerlich. Eure jungen Stimmen hier im Haus, das Lied, der Gartenfrieden und die tiefen Lebensaugen!" Sie erschauderte, erhob sich — preßte in einer Be- ivegttng von Ratlosigkeit die Hand aufs Herz. „Bedrängt Sie meine Nähe?" fragte er. „Bedrängen? — Ist es Freude — — öder Pein, ich weiß nicht — ich weiß nicht!" Sie verstummte. „So viels Menschen lieben Sie — Fürsten und schöne Frauen — und alle bewundern Sie — und Sie können denken und sagen, was kein anderer Mensch denken und sagen kann. Das alles legt sich mir wie eine schwere Last auf." „Nein! — Sie sollen sich freuen, wie ich mich freue!" rief er, „daß der Regen mich heut in Ihr' Haus führte. Alles andere ist gleichgültig." „Ja," flüsterte sie hastig, „ich danke Gott dafür." „Nun also, so ist alles gut!" In großer Bewegung gab er ihr die Hand. „Welch eine Nacht! Schlafe wohl und auf Wiedersehen!" Sie sah seine schlanke Gestalt wieder durchs niedere Pförtchen gehen, und eilige Schritte verklangen. Und diese Schritte waren wie ein Rhythmus zu seinem ganzen Wesen. Es lag eine große Kraft in diesem Schritteklang, leicht und unbezwinglich, fest und freudig. Der Regen hatte ihr ein großes Schicksal ins .Haus gebracht. Das weltfremde .Haus unter den brausenden Bäumen nahm am folgenden Abend seine Gäste wieder auf. Sie 22 Binb't sie in ein seiden Tuch, Legt's unter den MachanbelboonZ Kywitt — kywitt, wat for’n schön Bogel büu ick." Tie Pfarrerin erzählte das alte Märchen, tote es eben erzählt werden muß, wie von Borzeiten her erne Mutter oder Ahne es ihren Kindern oder Enieln erzählte an langen Winterabenden, wie es von Mund zu Mund gegangen ist, so wundervoll tief und stark. (Fortsetzung folgt.) Elends würde?" , s Er schaute gar eigenes an diesem Llbeno — d^r eine liebte sommerlich seine, Uerles, Sommerliebe, und der andere war der Frühlingsliebe gar gewogen, und sie ihm. Den jüngsten Stollberg sah er mit der kleinen Witwe unter der Linde sitzen, und ihr Bübchen küßte gar liebreizend bald des schönen Jünglings Lippen und trug lebendige schauer von einem zürn andern. — Frühlingsschcmer! O, Uerle kennt seine Frühlingsliebe, die verbrannte sich und andere nicht, diese sanfte Seele! Aber auch sie genoß Seligkeit und trank sie von ihres Bübchens Lippen. Sie hatten aber einen großen Dichter unter sich "der hieß Uerle. Keiner weiß von ihm, seine Bilder und Eingebungen, die ihm die schönheitsoollen Dinge dieser Welt I erweckten, sind mit ihm in den tiefen Todesschlaf schlafen ! gegangen. Sie waren nur für ihn da, und er war vornehm | genua, daß ihn dies nicht bedrückte. | Der stille, lange, schweigsame Mensch, wer beut an diesem Wend ins Herz hätte sehen können! Es kam auf, daß die Pfarrerin eine gar gute Märchenerzählerin wäre. . I Die beiden Stollbergs bestürmten sie, zu erzählen, und wollten ein Märchen int Zimmer mit den Froschkonig- möbeln hören, so nannten sie der Pfarrerin seltsame Aus- steumtucke^ Bebrüdteu die Frau Pfarrerin, und es war ihr nicht darum zu tun, zu erzählen, denn ne janii hin und her, wie sie ihrem guten Kinde helfen und es be- I wahren könnte. Sie fürchtete nicht, daß ihr Kind sich ver- | lieren würde, aber fie fürchtete den Kummer, den großen Liebeskummer, der hier folgen mußte Schließlich aber mußte sie dem Drängen folgen, nahm Platz m ihrem Lehnstuhl und erzählte vom Machandelboom — und Mm.an die Stelle: „Da begrub ihr Mann sie unter dem Machandelboom, '.md er fing an sehr zu weinen eme Zeitlang, bann । wurde das was sachter, und als er noch eine Weile gemeint hatte, da hörte er auf — und noch eine Zeit, da nahm er , sich wieder eine Frau." Darauf erzählte sie, Ivie der Frau das Bübchen der Verstorbenen allerwegen int Wege stand, wie sie die eigene Tochter so sehr liebte, daß der Anblick des Bubchenv ihr immer wie ein Schwert durchs Herz ging. Und die Pfarrerin erzählte, wie die Mutter das Bübchen so gar schauerlich rötete und es kochte, und wohl zubereitet als ein fremdes Erricht es dem Vater vorsetzte — und wie der Vater es aß und es ihm so gar wohlschmeckte. „Er aß und wurde sterbenstraurig davon, gönnte niemand einen Bissen." In solchen Worten lag eine Zärtlichkeit, Jübrunst und Todestraurigkeit, als wäre alle Traurigkeit und Zärtlichkeit der Welt in sie zusammengedrückt. — „Und das schwe- fterlein Marlenekeu sammelt die Kiröchlein, die der Vater unter den Tisch warf, in ein seidenes Tüchlein und tragt sie Machandelboom bewegt sich und tut die Zweige so recht auseinander und wieder zu Haus, und ein Nebel steigt vom Baum auf, der wie Feuer brennt, und aus dem Nebel fliegt ein schöner Vogel heraus, der singt so herrlich und fliegt hoch in die Lust, und das Tuch mit den Knochen ist weg. Marle- neken aber ist es so recht leicht und vergnügt, als wenn der Bruder noch lebe. Der Vogel awerst fliegt weg und setzt sich dem Goldschmied aufs Haus und fängt an zu singen: „Meine Mutter, die mich schlacht, Mein Vater, der niich aß, Mein Schwester, das Marlenichen, Sucht alle meine Benichen, kamen spat nach der Nächtessenszeit, um der Pfarrerin keine Nngelegenheit zu machen. Man saß miteinander unter den Xiltb®ie Pfarrerin sah besorgt auf ihr Kind, das war tote in Sonne getaucht, da war kein Verbergen möglich. Es bltchte Die Mutter dachte in Herzenseinfalt, was sie wohl tun | könnte, und wie KU helfen wäre, und das machte sie gar still und schweigsam. Auch Uerle war es schwer zu Mute, und er sah seine geliebte Somme ^ele von sich hinwegbluhen,, einer großen verbrennenden S. uneAi. Der arme Uerle war ganz verwirrt und gedachte eines Ausspruches «tis semem geliebtesten Werke: „Mußte denn das so sein, daß das was der Menschen Glückseligkeit macht, wieder die Quelle ihres Das alte, wundervolle Märchen, in dem alle Traurigkeit, Sünde, Zärtlichkeit, Wonne, Angst und Grauen der Welt liegen, schritt vorwärts. r . . Der Vogel fordert seine Geschenke zum Lohn für seinen herrlichen Gesang, die goldene Kette, die Schuhe und den Muhlsttuu^elche Steigerung, welches Grauen! Jedes Wort hastet, nichts vergißt sich. Der Vogel ist der geliebte, heißersehnte Sohn der verstorbenen, vergessenen Frau, die int Grabe noch liebt. Er ist der Gemordete, vom Vater verehrte, von Marlenekeu geliebte. Alles ist in den einfachen Worten gegenwärtig. Und wie der Vater, Stiefmutter und Mar- leueken beim Mittagsmal)le sitzen und der Vogel draußen auf dem Machandelboome zu fingen beginnt uud Marleneien in ihr Tüchlein weint und dem Vater so licht und froh wird, als sollte er einen alten Bekannten Wiedersehen, und er sagt- „Die Sonne scheint so warm, und es riecht nach lauter M° Nt W IW> unb mit Düften gedacht, und von der Sonne warm beschienen und nach Zinnemamen duftend _ Daneben das Grauen der Mutter: bte Ohren, bie klugen hält sie fick zu, als sie draußen den Vogel yort. Aber es braust ihr in den Ohren wie der allerstärkste Strom, und die Augen brennen ihr und zucken wie Blitze, und bte Mütze fällt ihr vom Kopf, und die Haare stehen ihr zu Berg als Feuerflammen, unb ihr ist, als bebte da-> Haus, als sollte die Welt untergehen. Sie will auch hinunter, ob ihr leister Der Vogelsberg im Vergleich mit anderen Vulkanen. cVmi ah ß d u b g b^g der größte ist. Er besteht, atzmehenvon einigenPhono ittz- strömen und abgelagertem Bimssteinsaud aus Äafalt, Basalt- schläcken und Basalttuffeu. Diese ungefügige, Basaltmasse, bte oröfite in Deutschland, zu gliedern und geneti,ch zu erklären, ist ein wichtiges Ziel der geologischen LandesMifüahuw. Lagegeil ist auck das Studium tätiger Vulkane ein unerläßliches Hils^ mittel. — Am Vesuv> sieht mau, daß der alte Krater die ««« ehetifo wie der heutige noch tätige aus lockeren Massen lTuffniI und Schlacken) in Verbindung mit dünnen Lavagangen uiid Lava- bäiiken besteht. Die Lavaströme, die an den Gehangen herabsttetzAt, I zeigen cm den Oberfläckien entweder gekröseartige Formen, oder eine Auflösung in Schollen und B«^,Ls^nungen, die matt aus dem Vogelsberg tu gleicher Schönheit lennt. Am Vesuv, in Santorin und am Mont-Velo hat man beobachttt, d sts > die Lava gelegentlich üben der Austrittstelle staut, so da ß Kuppeln entstehen. Doch können unsere Basaltkuppeln, die denVogclsbe g massenhaft umgeben, nicht ans diese Art entstanden sein, weck die unflüssige Basaltlava sich meist flach ausbreitet. Wird dersttbe I Ausflüßkanal immer wieder benutzt, so eickstehen große.Bane, wie Lr Aetna, der -auch ein Basaltvulkan ist, aber nur >eine falt£ 1 awüe si-läche bedeckt, Wie der Vogelsberg. Sucht sich dagegen leoet I ^ue Ausbruch einen anderen Weg, so eickstehen GruPpen lleimr Vulkane (CmLyonens, bte ost nur lockere Mast-n liestiM, und I nicht selten nur wenige Tag» tätig send. Hierher OTvr I unsere Eiselmare. Nach tiefgreifender ülbtragung, so i. B. am 23 lento genau so wenig Berechtigung besitzen, wie die früher a c t m er m ft, n s >e 'S te 1l. rat cen ceit tes teljt ift- sich tig, ror*<= >en. Uns icenl M land ieser iscr- zels- lith- salt- die t, ist! n ist )ilfs- nima uffens lava- .esisü, oder man Muß1, Bi sich Mein lsbergs HI die rrselbe e, wie alb so t jeder kleiner i, und rt1 auch ö. «in Gewinn davon haben. 'So toar's wenigstens die Msicht. Ob in der Tat einer der in Frankfurt beteiligten Vereine da in die so entstandene Niederung zwischen Hungen und As ew- heiiN der vbetplmzäne See oder Sumpf nnt ferner hrmmko-h-lcn^ Mdenden Vegetation eingedriMgen ist, , Tnrch diese Vorgänge erklärt sich auch der unregelmäßige Grimdriß deS Vogelsberger der anderseits aber auch durch vvr- qefLwbenen, an den Flälen -oder dem Friste ausgebroä>enen Lava- ströme bedingt ist. Einer von der Trapp ton Ltemheun ist sogar über den Main vorgedrungen. Er steht zum Vogelsberg m demselben Verhältnis wie das enorme Lava seid der Ledschay zum Dschchel Hauran in Syrien. „ ™ „ Es ist denkbar, daß tml Anfang znm Teck noch unter Wasser ward-lviestAchM Steilrand der Rauhen-Alb, gewinnt nton eweü Einblick in di« unter solchen Crn^yonen liegenden zylrndrischm Förderschächte, die mit grobem «prengschutt(Brockentuff) aus- qeWlt sind, der teilweise oder ganz durch nachdringenden Basalt verdrängt sein kann. Biele unserer BaMbiMen md a s solche Mmmehr durch di« Abtragung herauSgeschialte Vulkansttele. m.f- hiir.ch gewöhnliche Verwitterung- nicht erklären lassen. Tie Eiszeit trug iw.,.. - Vulkan stark erniedrigt und bis auf den Sockel abgetragen wurde Manche Wvckrneere stammen sicher aus jener Zeit, womu indes nicht gesagt sein soll, daß es Gleischernioränen icterr. In der jüngeren DilNvialzeit ersvlgte daun irodji eine starke Ueberwehung Mit seinem Staub«, denn Läse, den man auf dem höchsten Punlre nachgewiesen hat. Als eines der lüngsteu Gebilde ist das wivor her Brenngeshainer Heide anszufafsen. . ^Stl man den Vogelsberg mit anderen Vulkanen! Vergleichen, s» Niust, man bedenken, daß er jedenfalls schpu am Eime der. ^rtiar- zeil erloschen war, und tn der Eiszeit stark abgetragen vvvrden ist. So verschwand seine Tuffhülte und ine^Aschen, mit dum, er seine Umgebung überschüttet hatte. Fw den Raiidgelncteil habur sich die Täler bis in dre tertiären >schicht«n eingesMitten. ~o ton-ixn große Bafaltdecken in scheinbare schmale Strome und Weins Kuppelt zerschnitten. Auch an ^nltenat niit zentralem. Ban Müssen) wie aus Island, Gänge wrlMnden sein, die dadurch entstehen, daß die Lava nur selten aus denn Zipfelkratn austritt, sondern meist aus RadiaWpalten rrnut, dre rurch den ^eiteudruck der anfsteigeuden Lavafäule geöch'.et werden. Be,tehen wich« Gang- aus still ungen aus harten Gesteinen, so streben ft« nach! der Ub- rragung, wie in dew Eugancen, ost hoch empor. Auch der Bogtl»- berg hat seine Gärige, doch ragen sie, da der Basalt rasch zerfallt, nur wenig über die Umgebung hinaus; tote S- B., «r «rt- stein, bei Bustnborn der Geiselstein usw.^ Nur m günfngm Ausichtüsfen sieht man sie; meist nmß man -Ltrvnl, Gang oder Kuppe rrach den Absonderungsformen, d. h. nach der Stellung der Pri»Men oder Platten unterscheiden. Was dre ZusaunnErsetzung der Basalte des Bogelsberges anlangt, so können wir bis letzt echte Basalte und Trappgesteme .(Aimmeflte, Lnngslnue) und dtephelingesteine nnterfcheidm. Dre RepheliNKösteme haben sah biö retzt nur im hohen Vogelsberg- gesunden, z. T M Formen! von mächtigen Gängen. Bei Gießen rmd vielleicht auch tn anberen Randgebieten, Wechsellagerii die ältesten echten Basalt«, noch nm venwutlich mwränen Schichten. Dann folgt eme $»5ttc wt Mit Trappergüfsen und endlich wieder eme Basaltzeit. Die wertere Gliederung bis zum Oberwäld hinauf muß noch erforsch, werden. In der Gegend von Gießen ko-unten zahkreuhs VerwerfunMpalten festgestellt werdcm, die die ,groß«n Decken m Test stucke zerlegt haben, die durch Abfinben. in verschiedene.Höhenlage gerückt worden sind. So liegt am LeidenHöfev-Kvpf dre Oberfläche de^» Stapps in 393 Meter, bei Lich aber in 158 Meter. T-rese Verwerfungen stehen im Zusammenhang mit der ÄluSgestaltnng der Wetterau als tektonischer Graben und sind vermutlich von vberpliozaiiem Alter, - ■- - - „g zwischen Hungen und Assew- Sumpf mit feiner brmmkvhlcw- künstlerisch genommen für sich einen Nutzen davongetragen hat, der dem auß er gewöhnlichen Aufwande an Fleiß, Zeit wild Geld einigermaßen entspricht, mag außer Betracht bleiben, fest steht aber, daß dem volkstümlichen Gesang dabei trotz allen guten Absichten mit den Wettstreiten weder bisher in irgendeiner Weise gedient worden ist, noch überhaupt gedient werden kann. Sie haben innerlich nun ein» mal gar nichts miteinander gemein, der schlichte, ohne alls Abstot auf Wirkung entstandene Volksgesang und der Wettkampf mit seiner Aufbietung aller Kräfte und nnt feinem Herausstellen der eigenen Vorzüge. Beim Wettfingen muß, wie bei jedem Kampfe, notwendig alles auf die Wirmng hin angelegt werden, muß die Aufmerksamkeit in erster Linie aus das Virtuose, auf die lleberwindung der musikalischen und rein gesangtechnischen Schwierigkeiten gerichtet sein, denn nach der Art und Weise und nach der Leichtigkeit, wie die Hindernisse genommen werden, fällt der Spruch der Unparteiischen. Dem Volkslieds aber ist das alles fr sin d. Es kennt ja solche Hindernisse gar nicht, und ganz, von selbst versteht sich-, daß. Sänger tote etwa der .Kölner Männergesangverein, die Berliner Lehrersanger oder irgendeine andere der großen Bereinigungen, die sich mit um die Kaiserkette bewarben, in jeder Hinsicht und ohne Tadel den schlichten Volksweisen gerecht zu werden vermögen. Einzig die Art des Vortrages kann demnach, für dre Bewertungdurch die Preisrichter in Frage kommen. Wenn es nun auch nach dieser Sette hin über jeden Zweifel erhaben ist, daß künstlerisch geleitete Vereine wie die genannten, zu Hause ihre Volkslieder stilgerecht, das heißt in diesein Falle: mit der Zurückhaltung in der Anwendung der Vortragsmittel fingen, welche die Natur des Volksgesanges erheischt, so liegt doch sofort eine Gefahr nahe, wenn ein Preissingen vor der Tur steht, daß nämlich einer vollendeten Leistung wegen eine Menge Nuancen in das Volkslied hineiirgetragen werden, I die ihm, trotzdem sie im Kunstgesange unter Umstandnr ganz gut am Platze sind, seine Eigenart rauben. Man weiß, daß es daun gilt, einen bis aufs kleinste ausgearbeiteten, tadellosen Gesang zu bieten, und man muß des Preises wegen auf die natürliche Schlichtheit der Volksgesange verzichten. Welchen Zweck sollten sonst auch die drei oder gar I fünf Proben haben, die einzelne Chöre schon lange vor den | Entscheidungstagen wöchentlich (!) abgehalten haben? Und noch in Frankfurt hat man täglich, zweimal geübt. Mutz bei einem so gewaltsamen und unnatürlichen Studium nicht noch der letzte Rest echter Poesie, der über dem Volksgesange ..... . lagert, verloren gehen? Muß dabei nicht aus dem BokkS- Mlsa^hlite^Mse ftettgefimbet tobe«, lied mit Notwendigkeit etwas werden, das den ästhetisch die zunächst eine große.Hochfläche schufen. Ta aber der. Vogelsberg Empfindenden an eme mit Eau de Cologne oder NUllS in feilten höheren Teilen ein Kegelberg- rst, maßen wir weiterhin! ueitr§ parfümierte Wiesenblume erinnert? Wenn man schon mmehmen, daß sich allmählich im Eruptionszentrum em gvstzer Meinung ist, daß es einen ZE hat, nach! dem Vor- Fürderschacht herangebildet HM, über den sich em Zweier oder dreier Chöre über einen Verein em Urteil großer Krater ansb-aute, der da gestanden haben mag, LL das dessen künstlerischen Fähigkeiten gerecht wo heute der Oberwald ist. Dieser mag ^^Taraick werden soll'so wähle man dann wenigstens Kompositionen, »ntb Seitenkrater, sowie die zahlreichen einzelnen Krater in der I vom Volkslied, weil seinem Wesen die offen ausgesprochin Umaebung sind der Ewsion zum Opfer gesallen; nur die tieferen Msicht auf Wirkung widerspricht. Allzulange wird es Leite der mit Basalt erfüllten Zufuhrbmäle sind erhalten, und posse„tlich ohnehin nicht währen, bis man allgemein der mich sie ragen kaum! hervor, und sind deshalb oft schwer nach,- ächt sein wird, daß. Wettsingen zwischeii Vereinen kimst- zuweisen. . I ■ferHrfi aeitau so wenig Berechtigung besitzen, wie die früher Mann der Vogelsberg erloschen ist, läßt sich,Over.sagen, zu 6 J ^9 Wettkonzerte zwischen Klaviervirtuoseu oder Anfang der diluvialen Zeit. >var. er nicht Mehr tätig, ledensalls Plievteii Eironzer s h/utzutage keine Träne mehr schon am Ende der tertiären Zeit. Doch waren auck) nach dem GeigenkunsUern, denen wir yeuizuiuge Anshören der Ergüsse wvlL noch zahlreiche heiße Quellen vor- nachwernen. Und daß wirklich auch nur ein emzig Händen, und cs entströmten dem Boden noch vulkanische Gase, zu I Vereine, die in Fraiikfurt miteinander 8^ampst haben, o t denen mich die heute iwch in den Randgebieten entgueUende Kohlen- Fühlung mit dem Voltsgesange gewonnen habe, ist im Ernsto fäure gehört. Die Bildung von Eisensteinen ustvi.ift mit diesen! schwerlich anzunehmen. Weil sich- sehr viele aus guten nachvuKanischen Vorgängen in Verbindung zu bringen, die sich I ch^ünden hüteten, das schüchterne Volkslied tn die Reihe 1 ' Verwitterung nicht erklären lassen. , , , i uusvrucbsvvller Chorkompositionen zu drängen, verzichten jedenfalls viel dazu bei, daß der erloschene «e deswegen zu Hanse noch lange nicht ans die Pflege dieses t und bis auf den Sockel abgetragen wurde | es eine arge Täutoung, wenn man annehmen wollte, daß die großen, künstlerisch geleiteten Cborvereinigungen der Großstädte jemals tn der allernigen oder auch nur hauptsächlichen Beschäftigung mit dem Votts- aesanae Befriedigung zu finden vermochten. Für dre En!> Wicklung der Kunst würde das sogar bedauerlich, sei«> • M roetw I M- gr«e«n dmtsch-n M!>»»-rg-!->ig»-r-i>>- r«. ää I ää m 24 Die Erfindung des Fernglases. iten wie ein Arm. Diamanträtsel. Anflösimg Auflösung der Altägyptischen Hieroglyphen in vor. Nummer Der Feige kriecht, der Weise geht zu Grabe. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaabddd eeeiiiinmnnn r r r n z derart einzutragen, das; die ivagerechten Reihen iolgendeS bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Simiton ui der Schweiz 3. Wirlschailsgegenstand. 4. Ein Cchinuckstl'iÄ. 5. Römische Göttin. 6. Fluß in Württemberg. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und ivagercchte Mittelreihe ergeben das Gleiche. in nächster Nummer. humoristisches. * B e i n a he. Frau (erwartungsvoll zum Gatten, der auf dein Gericht war): „Rim?" — Mann: „Freigesprochen, bis auf lumpige vierzehn Tag'!" * Rache. „Waren Sie nicht früher mal mit dem Gatten Ihrer ältesten Tochter verfeindet?" - „Natürlich: darum hat er sie ja gekriegt!" Einkehr. „Magst mir nct an Zeugen macha, Wasil?" — „Na, Seipp, i hab' jetzt'S SckMören gmrz anf'geb'n." ; 1 Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießern Die Astronomen der ganzen Welt feierten in ihrem Herzen das Jahr 1909 als das 300jährige Jubiläum jenes unvergeßlichen Momentes, an dem zum erstenmal ein Bewohner der Erde ein Fernglas nach dem Himmel richtete. Camille Flamm ar io'n, der in einer inhaltsreichen Abhandlung der Revue die Vorgeschichte und Geschichte der Erfindung des Fernglases erörtert, meint aber, daß dieser Tag, der dem Menschen gleichsam erst das Universum aufschloß und den Blick in das Weltall gestattete, in den ersten Taben des Jahres 1910 zu feiern sei. Die erste wirklich datierte Himinelsbeobachtung ist der 7. Januar 1610, an dem Galilei die Satelliten des Jupiter entdeckte. Wer Galilei ist nicht der Erfinder des Fernglases, das zu feiner Zeit bereits existierte, wenn mich ihm selbst die Konstruktion nicht bekannt war. Schon lauge vorher ivar die Idee einer Zusammensetzung von Linsen ausgesprochen ivordeu, ja augenscheinlich hatte man schon in der Antike .Kenntnis von den eigentümlichen Kräften der Spiegel und Linsen, obwohl sie in der Astronomie niemals Verwendung fanden. Man hat in den Ruinen von Ninive ein sechseckiges Kristallstück gefunden, das nach seiner plan-konvexen" Form von Sir David Brewster für eine richtige optische Linse erklärt worden ist. Konvexe und konkave Linsen müssen auch schon von den alten Griechen benutzt worden fein. Aristophanes gibt z. B. in einer feiner Komödien ein vortreffliches Mittel au, seine Schulden nicht zu bezahlen. Marr soll einen solchen durchsichtigen Stein, wie man ihn bei den Drogisten findet Und mit dem man Feuer anzündet, zirr Hand nehmen, sich in die Sonne stellen und das Wachstäfelchen, auf das der Gerichtsschreiber die Schuld geschrieben hat, zum Schmelzen bringen; dann kann einem keiner etwas anhaben. Es war augenscheinlich ein Brennspiegel, den der attische Schalk bei seinem Spaß verwenden sollte. Seneca erzählt von einem durch seine Verschwendung berühmten Millionär Hostius Quadro, einem Zeitgenossen des August, der sich einer Anzahl von Bergrößerungsspiegeln bediente, in denen eilt Finger so groß und dick erschi ~..... Rcro betrachtete durch einen Smaragden nach dem Bericht des Plinius die Kämpfe der Gladiatoren, um sie besser zu sehen. Da er kurzsichtig war, so muß der Edelstein eine konkave Form gehabt haben. Es waren also konvexe und konkave Gläser int Altertum schon im Gebrauch, wenn auch nur zufällig, ohne daß jemand auf bett Gedanken gekommen wäre, ein Fernglas zu konstruieren. Aber diese Joee wurde auch während des ganzen Mittelalters nicht aufgenommen, obwohl man damals den Gebrauch von konvexen Linsen für Weitsichtige und von konkaven für Kurzsichtige längst ein- gcfuhrt hatte. Roger Bacon sprach im 13. Jahrhundert Mw erstenmal den Plan eines Sehrohres aus und der Neapolitaner Giambattista Della Porta erörterte nicht lange vor der wirklichen Erfindung die Theorie der Linsenbilder und die Verbindung konvexer und konkaver Linsen ganz ausführlich, ohne aber auch zur Ausführung seiner Ge- danren vorzuschreiten. Die erlösende Tat ist nicht von einem nnne det Wis)eitfchaft, sondern von einem in der praktischen Dptrk erfahrenen Gewerbsinanne vollbracht worden. ersten Ferngläser wurden in Holland konstruiert; Ga