C/ÜO 8KZ S V 1 * W W H Das schlafende Heer. Roman von Clara Vie big. (Nachdruck verboten.) 1. Wie im Backofen die Brote, so bräunten sich jetzt die Handarbeiter in der glühenden, vor Hitze flimmernden Sommerluft. Auf den Hütten der Komvrniks,*) die sich hinter den Steinwall duckten, lastete die Sonne. Heiß!, unerträglich heiß war's schon in der Frühe um' vier; kein Tam war gefallen, her die Erde erguickt hätte. Dreist shlegelte sich das rlinde, tiefgelbe Sonnengesicht in den blauten Sensen und leckte init feiner gierigen Zunge über das flache, schier endlos eintönige Land; über meilenweite Kornfelder, die schwer ihre reifenden Aehren neigen ■— über duukelschollige Aecker, itt bereit fettem Boden, Pflanze an Pflanze gereiht, die Zuckerrübe wächst — über verstreute Herrenhöfe, die sich, durch Baumtrüppchen markiert, aus dem Meer der Felder herausheben — über wenige, dünnen Ädern gleichende Straßen, die durchs einig sich wiederholende staubige Grün der Rüben und staubige Gelb der Weizenfluren ziehen. Bon der Kreisstadt her, deren Straßen, kaum daß man sie verlassen hat, schon verschlungen find von der Uebermacht des Ackers, und deren Dom allein, als einziges Wahr- Öen, noch eine Weile über die Getreidewellen ragt, ein Gefährt. Eine kleine Britschka, uberpackt mit Menschen. Und dahinter, in langsamerer, schiver-ratternder Fahrt, ein Leiterivagen, mit allem möglichen Haus- und Ackergerät belastet. Der Mann auf dem Vordersitz der Britschka stieß jetzt den Kutscher, der, ihm vor den Füßen hockend, sehr geschickt äuf der Deichselstange balancierte, fast herab, so hastig drehte er sich um. Ihm war, als hätte hinten im Korb- tvagen jemand aufgeschluchzt. Was, fing die Frau schon jetzt mit Heulen an?! „Kettchen!" Er sagte es halb barsch, halb' mitleidig; es ivar etwas Eignes in dem Ton, der streng sein wollte und doch eine geivisse Bangigkeit in sich trug. Peter Bräuer fühlte selber ein seltsames Kribbeln in den Augen, die rhn schmerzten vom Sonnenbrand. Zum Donnerwetter, daß auch hier gar kein Schatten war! Warum bepflanzten sie denn nicht die Chaussee mit Bäumen? Chaussee — hoppla, hat sich was mit Chaussee! Au, war das ein Stoß! Verdrießlich schob Bräuer die Mütze, die ihm vom ge- waltkgen Ruck über einen Stein ganz auf den Hinterkopf gerutscht ivar, wieder nach vorn. „Nennt ihr dat hierzuland en Chaussee? En ganz miserablen Landweg is dat ja," brummte er und stieß den vor ihm Kauernden mit dem Knie in den Rücken. *) Gutshörige, Keine Muskel in dem stumpfen Gesicht des Kutschers regte sich. Er hob nur die Peitsche und ließ sie mechanisch auf den grau bestaubten breiten Rücken des Braune« niederschwippen: „Huj, het!" „Peter," bat jetzt die Frau in der Britschka, „sag ihm doch, er soll wat ruhiger fahren. Mer is dat gar nij so gewöhnt. Mir tun als so schon alle Knochen iveh vost dem lange Eisenbahnfähren. Sei so gut, sag et ihm doch!" „Fahrt langsamer, fahrt wat langsamer!" „Huj, huj, het!" Der Kutscher hiev wie toll auf das so wie so schon unruhige, von Stechfliegen gepeinigte Pferd ein. „Hört Ihr dann uit? Langsamer!" schrie Peter Bräuer uns faßte ihm über die Schulter in die Zügel. Hinter sich hörte er sein Weib und seine Kinder laut anfkreischen und sein Jüngstes, das der heftige Ruck beim jähen Anziehen des Pferdes aus dem Schlafe geschreckt, jämmerlich weinen. Der Zorn kam ihn an: der Esel mit seinem einfältigen Huihet! , Unsanft packte er den Kn.tfcher an: „He, Polack, nabt Ihr dann kein Ohren?" Der zuckte nur stumm die Achseln und spuckte aus. Weiter ging es wie bisher, über Steine und durch Löcher. Die Sonne sengte. Roch war nicht das erste Dorf in Sicht, und zwei Dörfer mußte man passieren, bis gaiiz hinten auf der Fläche, wie winziges Spielzeug unlerM riesenweiten Horizont, die Wuschen der Ansiedlung auftauchen würden, mit ihren Zäunen von unbehauenen' Fichtenftämmchen, mit ihren Aeckerchen rundum, die noch nicht Teil hätten an der Fülle des Sommers. Peter Bräuer schob sich die Mütze auf dem Kopfe hin und her und rutschte unruhig auf seinem Sitz. Hm«, was die Fran wohl dazu sagen würde? Ach je! Er wär nicht ohne Besorgnis. Und merkwürdig, so weit und unbequem war ihm der Weg von der Bahnstation bis zur Ansiedlung! noch nie erschienen! Und er hatte ihn doch schon ein paatz Mal gemacht in den acht Tagen, die er nun hier war. Das erste Mal, als der Herr Gutsverwalter selber ihn von der! Kreisstadt abgeholt und ihn hinausgefahren hatte, ihm die schriftlich erstandene Stelle zu weisen, hätte ihn Neugier beseelt, eine schier freudige Erregung; da war es ihm gäi ivesen, als führe ihn der, der ihm so klar alle Vorteile des Ankaufs auseinandersetzte, in ein gelobtes Land. Es schien ihm sicher: mit Fleiß und Arbeit mußte es hier gelingen, der Boden würde schon wiederzählen, was man hineinsteckte an Kraft. Natürlich, das war ja außer aller Frage! Peetr Bräuer reckte sich in seiner ganzen Stattlichkeit, und dann klopfte er, wie prüfend, seinen gewölbten Bruch kästen: hei, er War doch noch ein Tüchtiger, trotz seiner Fünfzig, er näihin's noch mit jedem von hierzuland, und war der auch Zwanzig Jähre jünger, leicht auf! 354 Kritisch betrachtete er den halb eingeduselten Kutscher: hatte wohl Schnaps gesoffen, Wudka — wie sie den puren Kartoffelfusel nennen — daß er am hellichten Tage schlief?! Ein verächtliches Lächeln zog des starken Mannes Mundwinkel herab, aber gleich wurde sein Gesicht, wieder ernst : 's war doch keine Kleinigkeit, mit fünfzig Jahren noch einmal von vorn anzufangen, noch dazu im fremden Land! Was ihn vor acht Tagen, an der Seite seines beredten Führers, freundlich angesehn, dünkte ihn jetzt gewandelt. Blitzte ihn nicht der Himmel, der sich wolkenlos, stahlblau, ehern ob der hartgebrannten Erde spannte, so grimmig an, daß er die Blicke senken mußte? Bah — er rieb sich ungeduldig die Augen — nur nicht zag! Warum denn bange sein? Es hatte ihn ja auch bisher noch kein banger Gedanke beschlichen, auch nicht, als er zum zweiten Mal allein dieses Weges gekommen. Da war er sogar die vier Stunden zu Fuß herausgewandert und hatte sich, obwohl ermüdet, gleich ans Werk gemacht, hatte seine Stelle abgeschritten und sich den passendsten Platz zum Bau des Gehöfts ausgesucht. Ein Brunnen war schon vorhanden; aber daß er sich nicht auch das Haus von der Kommission hatte Herstellen lassen, das reute ihn nicht. Nein, eines, akkurat so wie alle andern, so eine viereckige Dose, in die man Käfer sperrt — oder gar Stall und Scheune mit unter einem Dach — so eines stand ihm denn doch nicht an! Und kein Baum, kein Strauch, kein Garten dabei, nicht einmal eine grüne Bleiche, auf der die Hausfrau das Leinen spreiten konnte, das paßte ihm auch nicht! Nein, ein hübsches rheinisches Bauernhaus sollte es werden — ob weiß, ob wasserblau oder rosenrot getüncht, darüber war er sich noch nicht schlüssig — ein Rebstock mußte am! Giebel sein, der sich bis zum Dachfensterchen reckte, daß man droben wie aus einem grünen Rahmen schauen konnte, hin zu den Sieben-Bergen jenseits des Stromes. Ach, die Sieben-Berge — ein weicherer Ausdruck glitt über des Auswanderers hartes Gesicht — die würde man nun freilich hier nicht zu sehen kriegen! Aber ein Gärtchen wenigstens würde da sein mit einer Laube, um die das Geißblatt am warmen Abend duftete; und Pflaumenbäume würden wachsen und Aprikosen am Spalier, daß die Frau was etnzukochen hatte zum Schmierchen für die Kinder. „Och, sieh ens, Peter! Kein einziger Apfelbaum steht hier im Feld," sagte die Frau jetzt hinter ihm. Da schreckte er zusammen. Frau Bräuer stellte sich aufrecht, mit beiden Händen stützte sie sich auf ihres Mannes Schultern, um so einen Halt zu haben int hin und her schleudernden Gefährt. Halb neugierige, halb ängstliche Blicke ließ sie über die sonnenflimmernde Ebene schweifen. „Schöne Felder! Jeses, wat en Korn! So'n Felder gibt es bei uns zu Haus doch nit. Gag, wem hören die zu?" Er zuckte die Achseln: „Weiß ich nit!" „Och Gott!" — wie in einem plötzlichen Schmerz zog das Weib die Brauen zusammen — „dat weiß mer net?! Och ja, wat is dat doch all so — so — kein Häusches, kein Dörfches — Jeses, wat is dat all eso leer!" „No, dat kannste doch wahrhaftig nit sagen!" Er versuchte ein heiteres Auflachen. „Sperr doch bei« Augen auf! Du hast et ja selber gesagt: haste je so viel Korn guf einem Haufen gesehen? Kuck emal da, hier rechts, den Schlag Weizen! Kotzdonner, mindestens hundert Morgen sind dat — als immerfort Weizen, un so schön von Färb! Als ganz dunkelgoldig. Et is en Staat! Hier links hat Roggen gestanden, den haben sie als geschnitten. Kuck einer an, den Staats-Klee drunter! Brrr!" Er faßte wieder über den Kutscher weg nach den Zügeln und war dann mit einem Plumps vom Wagen. Schon trappste er jenseits des tiefen Grabens in die Stoppel. Und jetzt stand er wieder bei seiner Frau und hielt ihr eine Faust hastig ausgerupften Klees unter die Nase. „En Mass' Vierblätter drunter! Un eso fett! Wart ens, wann wir erst so 'ne haben! Dann biste auch ver? gnügt, gelt, Kettchen?!" „Ja, och eja!" Hastig nickte sie, aber sie vermied seinen Blick, der fragend den ihren suchte. Sie hätte ihren Mann nicht ansehen können; Tränen füllten ihre Augen, der strahlende Tag im wolkenlosen Mittagsglanz war ihr verdunkelt. Sie wap froh, als Peter sich wieder vorn auf den Sitz schwang. Und weiter ging die Fahrt, imtner weiter durch die Endlosigkeit der reifenden Felder. Da stand Gerste, da Hufer — hoher, reichbesetzter Hafer, wie schwere Tränen hingen die Körner an der sich bleichenden Fahne — aber meist Weizen, Weizen so weit, bis dem Auge das tiefe Gold sich im gläsernen Blau des Himinels zu verlieren schien. Hier mußte bald geschnitten werden! Bräuer hielt prüfend Umschau: Herrgott, was war hier zu schaffen! Unwillkürlich wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Es reichtett tausende von Händen nicht zu, all dieses Korn zu schneiden, zu binden, aufzusetzen, zu verladen, heiin- zuführen in die Scheunen. Und hier gab's auch riesige Rübenfelder. Wenn deren Ernte auch noch lange ausstand, behackt will die Rübe auch sein, bepflügt und behäufelt. „Frau, Kettchen," rief er ganz aufgeregt, „siehste all die Zuckerrüben? Hierzuland kannste billig Zucker in deinen Kaffee tun! Donnerwetter, is da aber en Unkvaut zwischen. Da müßten emal so en Stücker hundert Arbeiter erein. Hau, is dat noch en Arbeit!" „Mer sieht ja hier gar kein Leut," sagte die Frau leise; ihre Stimme klang gepreßt. Die Hand über die Augen haltend, spähte sie in die Ferne mit einem unruhig suchenden Blick. Kam die Ansiedlung demt noch nicht?! So weit waren sie nun schon gefahren! Doppelt weit kam ihr diese Wagenfahrt vor; nun sie dem Ziele so nahe, deuchten sie diese letzten paar Stunden schier länger als die ganzen Tage der Eisenbahnfahrt vom fernen Rhein bis in die östliche Provinz. Wie mochte Pociecha aussehen? Gab's da Wälder, Berge, einen Fluß? Nein, aber Bäume würden dort sein. Peter hatte gesagt, daß ein Dorf ganz nah sei, ein altes 'Dorf; es gab da sicher Gärten mit alten, breiten, vielästigen Obstbäumen. Eine wahre Sehnsucht nach Schatten, nach Bäumerauschen ergriff die in Hitze und Seelenunruhe fiebernde Frau. Wohin führte der Peter sie? So weit in die Fremde! Und wie würden die Kinder sich schicken? Voll zärtlicher Sorge wendete die Mutter ihre Augen auf die Kinder — lauter Blondköpfe waren es, zehn, acht, sieben und zwei Jahre alt — Settchen, Maria, Lena und das kleine Stinchen. Die drei ältesten mußten in die Schule. Frau Kettchen hielt nicht viel vont Studieren, aber schön schreiben und auch richtig schreiben mußten sie doch lernen und hell singen und brav beten. Ob! sie das hier auch alles lernen könnten?! (Fortsetzung svlgt.) Sonderklassen für hochbegabte Schüler. Kritische Gedanken. Von Professor Otto Hesse. Zu den schwersten Anklagen, die man seit einer Reihe von Jahren gegen unsere höheren Schulen erhebt, zählt die, daß auf ihnen hervorragend begabte Schüler nicht so gefördert werden, als ihrer Begabung entspricht. Und die Klage hat eine gewisse Berechtigung: benn sie erklärt sich aus naheliegenden Gründen. Tie moderne höhere Schule mit ihren Berechtigungen ist noh-> wendig für die große Masse der Schüler eingerichtet. Diese weist aber nur eine mittelmäßige Begabung auf. Unter solchen Umständen leiden alle die Schüler, bte hinter dem Durchschnitt zurück? bleiben, und ebenso leiden diejenigen, welche weit über den Durchschnitt begabt sind. Der bleibt zurück, dessen Begabung nicht ausreicht oder der längere Zeit nötig hat, den dargebotenen Stoff sich zu eigen zu machen; der aber wird in seiner Entwicklung auf- gehalten, welcher hochbegabt ist, er vergeudet geradezu Zeit und langweilt sich, während seine Mitschüler sich abmnhen. MikLeichtig- keit und ohne die geringste Ueberbürdnng würde er in der Hälfte der Zeit das Pensum bewältigen, das seinen Mitschülern große Mühe macht. Das tritt besonders scharf in die Erscheinung, wenn man die einseitig hochbegabten Menschen in Rücksicht zieht. Man braucht nur an die vielen bedeutenden Mathematiker und Naturwissenschaftler zu erinnern, die wegen der Kluft zwischen ihrem ^einseitigen, aber ungewöhnlich starken Vermögen und der nach einer Turchschnittsnorm bemessenen Forderungen der Schule in dieser Normalschule gescheitert sind. Ebenso braucht man nur an die Besonderheit fast aller starken künstlerischen Begabungen zu Vrinncrn. Tann wird man begreifen, daß cs wirklich ein „Schulelend" gibt, um mit dem Leipziger Professor Ostwald zu reden, ein Schnlelend der Hochbegabten, vor allem der einseitig stark begabten Schüler. Gibt es denn aber gar keine Mittel und Wege, solcheosfenst baren Schäden auszumerzen? Wie es möglich war, für minder- befähigte Kinder bis hinab zu den Idioten an vielen Orten Eigene Schulen und Anstalten zu.schaffen, in, denen man sich nm 36b — ihr« Förderung bemüht, so mutz es doch auch möglich sei«, die Hervorragend befähigten Schüler ihrer intellektuellen Begabung gemäß zu fördern. Und diese sind doch erst recht einer besonderen Fürsorge wert. Es werden den« auch bereits seit Jahren in verschiedenen Richtungen Versuche "gemacht, die dem Nebel abhelfen sollen. Tahin sind in erster Linie die Bestrebungen' zu zählen, die darauf ausgehen, in den drei Oberklassen der Ueuuklassigen höheren Lehranstalten den Unterricht individuell zu gestalten. Man gestattet den Schülern der Oberklassen, sich selbst diejenigen Unterrichtsgegenstände anszuwählen, die ihrer Begabung entsprechen, die ihnen also auch besonders zusagen. Demzufolge hat man wohl an einzelnen höheren Schulen die Oberklassen in Schülergruppen geteilt, indem man beispielsweise solche Schüler zusammenschloß, die sich besonders für philologischhistorische, und solche, die sich mehr für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer interessieren. In diesen Interessengebieten werden die Gruppen gesondert unterrichtet und müssen dementsprechend: mehr leisten, als das Durchschnittsmaß fordert. Die erhebliche Mehrleistung tritt auch in der Reifeprüfung an Stelle der anderen Fächer, in denen nur ein geringes Mindestmaß verlangt wird. An anderen Schulen wiederum unterrichtet man die Klassen wohl gemeinsam nach dem allgemeinen Lehrplan, verzichtet aber aus häusliche Präparationen für die Lektionen der Schule, Dafür, und um die freie Zeit gehörig auszunützen, mutz sich jeder Schüler selbständig eine wissenschaftliche Arbeit auswählen, die er im Laufe des Semesters unter Kontrolle und mit beratender Hilfe des Fachlehrers ausführt; diese werden dann eingehend mit dem Autor besprochen und treten nötigenfalls in der Reifeprüfung an Stelle anderer Prüfungsarbeiten. So und noch nach anderen Richtungen hin bemüht sich die moderne höhere Schule seit Jahren durch Versuche, wie es u. a. Ostwald erst nachträglich öffentlich verlangt, einer Schablonisierung des Unterrichtes vorzubeugen Und insbesondere die persönlichen Fähigkeiten der Schüler aiw zuregen, sie individuell zu fördern, sie zum eigenen Arbeiten zu Erziehen, was doch immer die erste Hauptsache aller ihrer Bemühungen sein muß. Ein gemeinsames Turchschnittsmaß des all- geineinen Wissens muß aber trotz aller Individualisierung fest- gehalten werden, wenn wir uns nicht von dem Hauptprinzip der deutschen höheren Schule gänzlich entfernen wollen, wenn sich die hohe Bildungsanstalt nicht auflösen soll in zahllose kleine Fachschulen, die Ihre Schüler schon in jugendlichem Älter zu einseitigen Spezialisten abrichten. Die Förderung der Vielseitigkeit des Interesses, dieser Hauptvorzug des deutschen höheren Schulwesens, muß erhalten bleiben. Was nun seither versucht wurde, uni den Hochbegabten und besonders den einseitig Begabten zu ihrem Rechte zu verhelfen-, ist noch nicht abgeschlossen. Ein endgültiges Urteil über seinen Wert oder Unwert ist also auch noch nicht möglich. Ibib dennoch will die ratlose Zeit das Ende dieser Versuche nicht abwarten. Männer, denen sie zu lange dauern, wollen neue Versuche an? stellen, sie wollen für besonders befähigte Schüler, die das Pensum der Untertertia eines humanistischen Gymnasiums erledigt haben, besondere Schulen schaffen. Berlin soll bereits im kommenden Herbst eine solche Sonderklasse für Hochbegabte bekommen. Einige Schüler sollen bereits angemeldct sein. Eltern und Lehrer, die dem Plane näher treten wollen, sollen sich bei Dr. P c tz o l d, Professor am Gymnasium in Spandau und Privatdozent an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, und bei Dr. Stern, Professor an der Universität in Breslau, melden. Ter Gedanke, für „Hochbegabte" besondere höhere Schulen zu machen, ist nicht neu, er ist schon vor einigen Jahrzehnten ausgesprochen worden. Es ist aber immer beim Theoretisieren geblieben. Hier soll er zum ersten Male in die Praxis übertragen werden. Auf den ersten Blick erscheint der Gedanke, für eine Auslese des besten Schülermaterials eine besondere Schule zu machen, sehr verlockend. Aber schon die oberflächlichste Prüfung ernüchtert. Wer will denn die Verantwortung für die Auslese der „Hochbegabten" übernehmen? Besteht doch gerade das „Schulelend" der besonders Begabten darin, daß ihre Begabung von denen meistens nicht beachtet oder erkannt wird, die dazu berufen sind, sie zu erkennen. Niemandem kann daraus ein Vorwurf gemacht werden. Es liegt in der Natur unserer Schiule, die nun einmal sür die Durchschnittsbegabten eingerichtet ist, daß Sonderbegabungen nicht leicht erkannt werden. Wen soll denn die moderne Schule als hervorragend befähigt auslesen? Auf Unseren höheren Schulen gibt es eine Spezialität von Schülern, über die niemand zu klagen hat. Sie lassen sich eben niemals etwas zu Schulden kommen. Ihre Arbeiten führen sie tadellos aus und werden deshalb ihrer Klasse meist als „Musterschüler" und leuchtende Beispiele zur Nacheiferung empfohlen. Prädikate wie „Genügend" existieren sür sie schon gar nicht, Und ihre Zensuren tragen meist ein einheitliches Gepräge sür alle lluterrichtsgegenstände. Sie sind der Stolz ihrer Mütter und die Freude ihrer Väter. Soll nun die Schule dicse^Muster^- schüler als Hochbegabte für die in Aussicht genommenen Selekten-- schuleU auswählen oder empfehlen? Das wird sie nicht tun können; denn man hat "sich nachgerade zur Genüge davon überzeugt, daß der Musterschüler in neun von zehn Fällen keineswegs der besonders begabte ist, daß er vielmehr nichts. anderes als der Typus des. guten DurHK.mtt.es ist, aus den die moderne höhere Schule eben zugeschnitten ist. In deU weiften Fällen halten diese Musterschüler im Leben das nicht, was sie aus der Schule scheinbar versprachen. In Württemberg wird alljährlich eine Konkurrenz Prüfung abgehalten, zu der die Gymnasien des Landes ihre besten Schüler entsenden. Die Bestell dieser Besten werden in bestimmter Zahl auserkoren, um die Stipendiatenstellen der sogenanntes Seminare auszlifülten, wie ein solches u. a. in dem alten Kloster Maulbronn besteht. Diese Auserlesenen empfangen ihre wissen- schästliche Weiterausbilduug auf Staatskosten. Auch in Bayern besteht eilte ähnliche Einrichtung. Man liest dort aus den Abiturienten der Gymnasien alljährlich eine Anzahl der besten ans Und gibt ihnen als besondere Auszeichnung und zu weiterer Führung ansehnliche Stantsstipendien. Auch in Preußen besteht bereits, wenn auch in anderem Sinne, eine solche Auslese von Begabten seit vielen Jahrzehnten; wenigstens darf man die Auslese der Alumnen in Schulpsorta so bezeichnen, deren Ausbildung wesentlich die philologisch-historische Seite bevorzugt. Man hat aber niemals von besonderen Erfolgen alles dieses Auslesens gehört. Dagegen liegt es sehr nahe, daß sich in gar vielen Fällen bei solchen „Auserlesenen" ein widerwärtiges Strebertum herausbildet, das im Leben zu den unleidlichsten Erscheinungen gehört. Aus diesem Gebiete liegen denn auch die großen Gefahren!, mit denen die rechnen müssen, die sich anschicken, neben den öffentlichen höheren Schulen mit ihren sür den Durchschnitt der Menschen berechneten Lehrplänen die erwähnten „Sonderklassen" oder gar „Sonderschulen sür Hochbegabte" einzurichten. Junge, unreife Menschen, die sich von Eltern oder anderen als „Höchst begabte" aus der Zahl ihrer ehemaligen Kameraden anserwählt sehen, werden in den meisten Fällen die schwere Charaktcrst Prüfung nicht siegreich überstehen, die eine Auslese dieser Art für sie notwendig bedeuten muß. Wie manche Mutter überschätzt die Begabung ihres Sohnes und treibt den Acrmsten zur höchsten Anspannung seiner schwachen Kräfte an, lediglich um ihres eigenen Ehrgeizes willen! In vielen Familien hat solch falscher Ehrgeiz schon die traurigsten Opfer gekostet. Man hat gerade in dem letzten Jahrzehnt sorgfältige Studien anstellen müssen, weil sich die Schülerselbstmorde unter den Schülern höherer Lehranstalten! in erschreckendem Maße zu mehren schienen. Und da hat man mit Sicherheit feststellen können, daß ein großer Teil dieser bedauernswerten jungen Selbstmörder die Opfer des Ehrgeizes ihrer eigenen Eltern geworden sind. Ein gewissenhafter und vorsichtiger Erzieher wird einem Kinde, daß die Natur wirklich mit hervorragenden Anlagen ausgestattet hat, niemals sagen, welcher Ausbund pvn Klugheit es sei; er wird dieses Kind erst recht nichk unter seinen Kameraden auswählen und ihm dadurch einen Schein-, wert verleihen. Ein wirklicher Wert ist die ausgezeichnete Begabung an sich ja noch gar nicht. Sie erlangt doch erst ihren! Wert dadurch, daß der starke Wille sie ausnutzt und ihr dadurch produktiven Wert verleiht. Der Hochbegabte soll deshalb unter seinen Durchschnittskameraden bleiben und lernen, seine Pflichk zu tun. .Was er intellektuell etwa weniger gewinnt, das wird er für seinen Charakter gewinnen, indem er sich zwingt, auch gegen seinen eigentlichen Wunsch zu arbeiten. Und in der Tat hat es denn auch noch keinem Hochbegabten oder einseitig Veranlagten >— sagen wir einem Genie — jemals etwas geschadet, wenn er gezwungen wurde, einen Teil seiner Jugend, als werdender Mensch, unter einem gewissen Zwange sich mit solchen! Dingen zu beschäftigen, die nicht seinen Neigungen entgegenkamen. Sie lernten Arbeiten, und das war schon etwas sehr Wertvolles. Mau sagt gern: das Genie bricht sich Bahn auch ohne Schule. Und Ostwald behauptet, alle großen Männer seien groß geworden trotz der Schule. Diese Sätze sind falsch, sobald sie in dieser Allgemeinheit ausgesprochen werden. Man könnte ihnen den anderen Satz mit demselben Rechte entgegensetzen: die meisten Genies verfehlen ihren Lebensweg wegen der Unzuverlässigkeit ihres Charakters und der Schwachheit ihres Willens — und die sprachliche Wendung vom „verbummelten Genie" ist mehr als die müßige Erfindung einer überhitzten Phantasie. Als Hauptgrund für die Einrichtung von Sonderklassen oder Sinderschulen sür hervorragend Begabte führt man an, diese Hochbegabten eignen sich in viel kürzerer Zeit das WissenspensuiN der Turchschnittsschule an als alle anderen. Daß das richtig ist, wurde oben bereits ausgesprochen. Zieht man aber aus dieser unbestreitbaren Tatsache die Folgerung, daß man diese Hochbegabten nun auch so viel früher zu ihren Fachstudien führen müßte, daß man sie also — praktisch gesprochen — schon mit 15 statt mit 19 Jahren zur Universität schickt, bann wirb das ganze Exempel wieder grundfalsch. Diese ärmsten Hochbegabten kommen dann als Kinder zur Universität. Dort sollen sich die noch charakterunreifen Knaben in der scharfen Luft der akademischen Freiheit „ausleben". Aber die deutsche Hochschule, mit ihrer unstreitig richtigen akademischen Freiheit ift ein heißer Boden, auf dem sich schon mancher junge Mensch, den man mit den schönsten Hoffnungen dorthin ziehen sah, das Gemüt derart versengt hat, daß er zeitlebens nicht wieder so recht froh geworden ist. Wie viel blühende Jugend geht dort zugrunde! Und auf diese akademische Freiheit will man die noch charakterunreifen Wunderkinder loslassen, nur deshalb, weil sie ihr Schiilpensnm früher im Kopf habe«, als ihre Durchschnittskameraden! 356 >Der Schatten sind' zu viele und' zu tiefe, die von den Sonder- klassen und Sonderschulen, noch bevor sie bestehen, geworfen! werden. Diese Sonderklassen der Hochbegabten stellen sich als Experimente dar, deren Urteile säst nur problematisch sind, die aber nicht einen einzigen sicheren Erfolg oder soliden Nutzen für den jungen Menschen versprechen, der diesen Experimenten unterworfen wird. Oder sollte denn wirklich die entfernte Möglichkeit, einmal ein vereinzeltes menschliches Wesen einige Jahre früher an seine! Fachstudien zu bringen, als seine normalen Mitmenschen, ivirklich alle die Gefahren anfwiegen, die das Experiment für viele junge Menschen im Gefolge hat? Der Gedanke Sonderklassen oder Sonderschulen für Ausnahmemenschen einzurichten, ist freute noch ebenso unreif, tote er vor mehreren Jahrzehnten war, als er zuerst auftaucht«. ______________ Veem??chts-. * Der Ahnherr derKönigin von Spanien. Die Königin Ena von Spanten denkt wohl nur selten daratt, daß ihr Ahnherr ein sttnpler sächsischer Gutssekretär, ein Mittelding zwischen Verwalter und Bedienter war. In den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts lebte au? dein Gnte Seriertsdors ein gewisser Haugk als Verwalter, dem, weil er als „brauchbares Subjekt" bekunden ivnrde, die Ehre zutetl wurde, als „Gouverner" des kleinen Sohnes des adeligen Guts- besthers zu fungieren. Dafür stand dieser bei dent ersten Jungen Haugks Gevatter. Der Verwalterssohn trat in die polnische Armee em zetcgnete sich aus, und die Zaren beförderten ihn rasch. 1809 heiratete er dte Tochter eines wohlhabenden Petersburger Zuckerbäckers, ein Fräulein Lafontaine. 1825 wurde er als Gcneral- teutnant und Kgl. Polnischer Kriegsminister in den polnischen Adel aufgenommen, 1829 zum Grafen erhoben. 1830 siel er durch 2It«$ dem Ghmgebiet. Vom Klima im O h in g e b i e k. In der sogenannten Eiszeit, der Quartärperiode angehörig, drangen ungeheure Eismassen von Skandiitavien nach Rußland! und Deutschland vor. Das Alpengebiet und manche deutsche Mittelgebirge vereisten. In Hessen find unzweifelhafte Spuren einer Vergletscherung nicht nachgewiesen. Durch Schmelzung der Gletscher entstand nach der Eiszeit die Diluvialflut. Gegen Ende der Diluvialzeit war es ztoar noch kalt, aber trocken, so daß die Steppen- Fauna in unser Land zog. Mit Beginn der Allnvial- epoche wurde das Klima allmählich milder und feuchter. An die Stelle der Steppe trat zuerst die Weide, dann der Wal d. Wie schon erwähnt, ist die ungeheure Fläche des Woldes „Wer- ftofr" in fruchtbare Wiesen und ergiebiges Ackerland umgewandelt towtet. Wohl eüt Neberbleibsel desselben ist der Brückerwald, der Stadttoald von A m ö n e b u r g. Bei Cölbe stürzte gelegentlich einer Jagd im Oktober 1493 der Landgraf Wilhelm III. von Oberhessen (1483—1500) vom Pferde und brach den Arm, so daß er drei Tage trotz der Fürsorge der Aerzte in großen Gefahr schwebte. Sieben Jahre später starb derselbe bekanntlich infolge eines auf der Hirschjagd erlittenen Unfalles auf dem Schlosse zu Rauschenberg. Die unwiderstehliche Macht und die Heilstätten des Waides kannten schon unsere Altvordern; war doch auch der Baum, vor allem die Eiche, der Gottheit geweiht, und Ms den Bäumen sind nach der Edda, dem Sammeliverk der altnordischen Literatur, die Stammeseltern entstanden. Hier sanden Bruchleidende Genesung: in die Bäume, den ursprünglichen Mutterschoß, kehrte der Kranke zurück und kam gesund und neugeboren wieder aus demselben hervor. Noch steht bei Specks winkel Lin hohler Eichbaum, im Bolksmunde das „Nadelöhr" genannt, durch dessen Oeffnung der Kranke frühmorgens, vor Sonnenausgang, schweigend und ohne angeredet zu werden, kroch, um von der Krankheit befreit zu werden. Bon dem Klima ist das Fortkommen der Pflanzen, aber auch der Tiere und Menschen, abhängig. Hitze und Kälte werden durch die Wälder gemäßigt und die Stürme durch sie gebrochen: und als Schützlinge der Quellen schirmen sie den Boden vor Austrocknung und locken den Regen an. Aus unseren Höhen beträgt die Dauer des Winters 2—21/2 Monate, in den hochgelegenen Tälern IVa—2 Monate, auf dem Vogelsberg drei, auf den Gipfeln der Rhön vier, auf denen des Thüringer Waldes 4y2, des Brockens fünf Monate im Durchschnitt. Die mittlere Niederschlagshöhe beträgt nach den Beobachtungen von 1893 bis 1902 bei 208 Meter Höhe über dem Meeresspiegel in Kirchhain 564 kcm. Bon dem Pilatus, einem Berge in der Schweiz, sagt der Volksmund: „Hat der Pilatus einen Hut, dann wird das Wetter gut: hat er einen Kragen, dann kannst du's wagen (das Reisen); hat er aber einen Degen, so gibts Regen." In ähnlicher Weise gilt auch die Amöneburg den Umwohnenden als Wetterprophet, deren es bekanntlich gar viele gibt; wenigstens wurde hier der erste Teil obiger Regel schon gehört. An der nördlichen Seite von Amöneburg weht, auch wenn int Tale die entgegengesetzte Luftrichtung Nu bemerken ist, beständig ein scharfer Ostwind: daher ist das Klima oben rauh und kalt, wohingegen dasselbe im Tale als Mild oder gemäßigt bezeichnet werden kann. meuternbe Truppen in W irschau. Seine Tochter Julie, 1825 geboren, wurde im Lästerlichen Katharinenstift erzogen und Hofdame der Kaiserin Maria. Als solche heiratete sie 1851 in morganatischer Ehe den Bruder der Kaiserin, PrinzenAlexandervon Hessen und bei Rhein untr> erhielt den hessischen Fürstentitel von Battenberg. Ihre Nachkommen sind die Prinzen und Prinzessinnen Battenberg mit dein Titel Durchlaucht, und eine dieser Prinzessinnen, eine Enkelin von ihr, eine Urenkelin des Verwaltersohnes ist die jetzige Königin Ena von Svanien. * unschontich. Landschaftlich wird von Beamten das Wort „unschonlich" gebraucht, etwa in solchen Sätzen wie „Das Material hat keinerlei unschonliche Behandlung erlitten". Sollen wir das tadeln? oder sollen wir es nicht vielmehr freudig begrüßen, sintemalen der Mangel der deutschen Sprache an Eigen-, schafts'wörtern beklagenswert ist? Das Wort ist ebenso wie „schonsam", mit dem sich auch mancher Deutsche erst nicht recht befreunden wollte, durchaus „daseinsberechtigt". Zwar Heyne sagt im Grimmschen Wörterbuch von „schonlich" nur, daß es in „ver- schonlich" vorkomme und dasselbe bedeute wie „sckwubar", also „geschont werden könnend": aber bei Sanders findet man „Geht mir schonlich um mit Absalow" aus Hebel, „Der magere Raum! nötigte zu schonlichem Betrieb" aus Dahn, und „Glimpfliche Wendungen und schonliche Ausdrücke" aus Stolz. Wie wir er-. baulich, erfreulich, nützlich, tröstlich usw. sagen, so können wir auch schonlich sagen, und natürlich auch unschonlich ebenso wie unerbaulich, Unerfreulich usw. — Eine andere Frage aber ist die, !ob' nicht jener Satz als übles Kanzleideutsch zu bezeichnen! taäre. Weshalb so schwerfällig „Das Material hat keinerlei uü- schouliche Behandlung erlitten", statt einfach „Die Geräte (Baustoffe? Waren?) sind durchaus schonlich behandelt worden"? * AusderWelt des Spleens, lieber merkwüidige Welt- siego, die in neuerer Zeit bekannt geworden sind, weiß ein französisches Blatt zu berichten. Da ist in London ein Dr. ClookS, der seinen Stolz darein setzte, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele — Kartoffeln zu schälen; es gelang ihm, in 7 Minuten 11 Kilo zu bc- wältgc«. Nicht geringeren Anspruch auf Unsterblichkeit hat sich ein Herr Joy? Bollaert in Brüssel erworben, der es fertig brachte, an einer Zigarre zwei Stunden lang zu rauchen. Umgekehrt machte es ein Herr W o l z i n g in Berlin, der innerhalb der gleichen Zeit 19 Zigarren in Dampf anfgehen ließ. Aehnliche Leistlingen vollbrachten ein Amerikaner namens Lowney, der in 4 Minuten 104 Austern öffnete, eine Madame Düble, die in 19 Stunden 20 -7 belegte Brote bereitete und ein Herr Dupont, der in einer Stunde 2844 Nüsse öffnete und somit als der bedeutendste Nußknacker der Welt dasteht. .... Unsinn, du siegst I * Schusterin ngenfr Nrnvr. Meister (zu feinem Lehrbuben) : „Sage mir nur, Natzl, du bist heute so müde und faul, wie kommt denn dös?" — Natzl: „Ja, Meister, denken Sie sich nur, mir hat die ganze Nacht geträumt, ich bin einem Omnibus! nachgelaufen — darum 'bin ich so müdes" Viicherüsch. — DidKunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst. Verlag Bruckmanu, München. Aus dem Inhalt des Juniheftes: Max Osborn über Friedrich Kallmorgen, mit einer Anzahl prächtiger, z. T. farbiger Abbildungen. Illustrierte Aufsätze über die Wiener Secession, über moderne Bauten in Bremen, über Exlibris und Radierungen von Marens Behmer, E. Kalk- schmidt empfiehlt an Stelle des Sammelns zweifelhafter Altertümer das Kaufen guter Erzeugnisse des neuzeitlichen Kunstgewerbes, A. Rößler über Fälscherkünste u. a. 'Der bildliche Schmuck ist wie immer sehr reichhaltig und auch technisch sehr gu.t ausgesührt. Logogrrph. Afrika ist meine Heimat, als Schwarzer bekämpf' ich die Weißen Schenke statt „r" mir ein „e”, werd' ich ein schmackhaft Getränk. Auflösung in nächster Nummer: Vorderhand erhielt M. PZ tt8 carD car8 M. H. H. Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c = Coeur, ear — Carreau, trB — Tress-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame u. s. f. '' ' trB, pB, cB, trA, trZ, trK, trD, tr9, tr7, und carA; Hinterhand hat die übrigen. H. carB. H. cA = 11. V. carZ = 13. V. trA — 11. V. trZ — 21. H» I>A --- ----- In den nächsten drei Stichen erhält Mittelhand noch 17 Augen, während Vorhand die beiden letzten mit trB und pB nehmen muß; Hinterhand hat keinen Stich bekommen. Hätte Mittelhand statt car9 die car7 ansgespielt und Hinterhand statt carD vorher eine andere Karte mitgegeben, so konnte Mittelhand mit ihrer car9 nach Ausfpielen von car8 doch wieder an's Spiel gebracht werden. carZ, im Skat liegen cZ Spielgang: 1. V. cB 2. V. tr7 3. M. e7 4. M. car9 5. M. car7 ^Edaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckeretz“nn^“ffliefcib