Samstag ven (0. Dezember 8^9 1910 — Kr. 193 iiWW infJjS >■>" -. !S'Ka®iW3Sl M W M SMWE Muffig L Friedel halb-süß. Roman von Fedorvon Zobeltitz. fFortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Fritz lauschte Andrses ruhigen Atemzügen. Sie schlum- werte sehr saust, und er hosfte, sie würde nicht aufwachen, wenn er seine Lage ein klein wenig veränderte. Vorsichtig umfaßte er sie und hob sie sacht empor. Da aber schrak sie zusammen, stieß einen leisen Ruf pus Und richtete sich etwas aus. „Was ist?" fragte sie. „Nichts," antwortete er, „gar nichts. Müde Kinder sollen schlafen. Leg dich wieder hin — ich halte dich. . . ." Da erschrak er vor sich selbst. In seiner glücklichen Stimmung hatte er sie unbewußt „du" genannt. Sie antwortete nicht. Sie legte sich auch nicht wieder hin. Trotz der Dunkelheit konnte er in ihre Augen sehen, und sah etwas Beseligendes. Diese Augen suchten Die seinen, und es lag ein Ausdruck in ihnen, der sein Herz stürmischer pochen ließ. Und nun spürte er ihren Atem auf seiner Wange Und sühlte, daß sich ihre Arme um seinen Hals legten. Und dann hörte er sie flüstern —, ein süßes Flüstern: „Hast du mich lieb?" Es war Nacht ringsum, aber er fand ihre Lippen. ,Hch habe dich lieb," sagte er. Das sagte er ganz! leise, und es war doch keiner da, der sie hätte belauschen können. Sie erschauerte. Sie sprach auch nichts weiter. Eine Art Trunkenheit hatte sich ihrer bemächtigt. Sie blieb an seiner Brust. Seine Arme hielten ihren Kopf fest; der lag an seinem Herzen. So schlummerte sie wieder ein. Er aber wollte wach bleiben, und fühlte doch, wie er nur noch gewaltsam gegen die zunehmende Müdigkeit an- kämpste. Er blinkte mit den Augen, die ihm zufallen wollten. Er sah schattenhafte Gestalten um sich. Immer stärker wirkte der Kellerdunst. Ein dumpfer Druck ringte sich um seine Stirn. Sein Kopf sank langsam vornüber. Derweilen plauderte der gärende Wein weiter: zuweilen rhythmisch, dann in grobem Glucksen, dann unter hellem Pochpoch. . . . Mit aller Willenskraft riß Fritz die Augen noch einmal auf. Da drang eine blendende Lichtflut auf ihn ein. Träumte er denn? — Nein, er war wach — und er sah: der Keller war taghell erleuchtet •— die elektrischen Flammen brannten. 1 „Andree," rief er, „es ist Licht geworden'. Schau her — schau her!" Sie richtete sich in seinen Armen auf. „Licht? — Wahrhaftig! . . ." Ein rasches Purpurn zog über ihre Wangen. „Jst's denn schon Morgens fragte sie. DaS schämige Erröten hielt an. Ihr Bück Haschte nach Dem seinen, wie in scheuem Fragen und doch in liebendem Da hob er sie auf und trug sie jauchzend umher. Un* gebändigt durchströmte ihn das Glück der Stunde. „An- dröe, Andrse, hast du mich lieb? — Andräe, höre — da- war deine Frage um Mitternacht! Aber da toaxft bu müde und hast meine Antwort vielleicht gar nicht gehört. Nun sollst du sie zahllos haben — so oft du willst. Ich habe dich lieb! Ich habe dich lieb!" Und dann küßten sie sich. Es war eine große Selig> keit. In das Plappern und Glucksen der gärenden Weine tönte ihr Jubel hinein. Aber auch die Vernunft meldete sich wieder. Der elektrische Strom funktionierte: es mußte also am Morgen sein. Doch die Uhr belehrte Fritz anders. Es war erst zwischen eins und zwei in der Nacht. Zwei Möglichkeiten lagen vor. Entweder war die Stromstörung nur durch eine vorübergehende Ursache erfolgt, ober man hatte sich draußen bewogen gefühlt, nach Den Verschwundenen auch in den Kellern zu suchen. „Horch!" rief Andree, „so ist es!" — Sie wies zur Decke. „Da hör ich Menschenstimmen! — Herrgott, Fritz, wie siehst du aus! Zieh deinen Rock wieder an!" Das ging nun eilig. Eine Ueberraschung in diesem Kostüm wäre unangenehm gewesen. Der Rock war ungeheuer beschmutzt. Auch Andree betrachtete den ihren mit Mißsallen. ,^O Eitelkeit, fahr hin!" sagte sie. Aber sie strich doch glättend über das zerzauste Haar. Jetzt wurde Die Fahrbarkeit des Aufzugs probiert. Leicht glitt er in die Höhe. Ein Menschenschrei empfing die beiden in der Halle Lafontaine. Herr Migneau stürzte ihnen mit erhobenen Armen entgegen. „Gottseidank! Gottseidank! Gottseidank!" schrie er. Mehr brachte er in seiner Aufregung nicht heraus. Und nun füllte es sich unter der Kreuzwölbung des großen Kellers. Von allen Seiten, ans allen Schachten, Gassen und Nebenkellem stürmten Leute herbei: Arbeiter, Werkmeister, Handwerker, Bureaubeamte — das ganze Personal von Miquelon et fils war auf den Beinen. Es war wirklich so. Madame Bailloud hatte gewaltig gelärmt, als das Verschwinden der Komteß und des Herrn Friedel bekannt geworden war. Und wahrhaftig: sie hatte anfänglich an eine Entführung gedacht. Aber auf dem Bahnhofe wußte man von nichts; die Automobile standen in bet Garage, tue Kutschen in ber Remise, die Pferde im Stall. Und es ließ sich nicht annehmen, daß die beiden zu Fuß nach Deutschland laufen wollten. Jetzt ging die Jagd nach ihnen los. Was Beine hatte, wurde zusammengetrommelt. Um fünf Uhr nachmittags wußte ganz Epernay von dem seltsamen Geschehnis. Um sieben war alles durchsucht worden, was sich auf die Möglichkeit einer Entdeckung hin überhaupt durchsuchen ließ; sogar in der Marne war nach* Äworden. An die Seilereien dachte niemand. Es erlag, und da waren sie geschlossen. Erffh «egen 770 Mitternacht kam ein alter Manu aus den elektrischen Werk- | statten ans einen Hellen Gedanken. Er hatte seinerzeit den Lift mit anlegen Helferi, der vorn Tempel des Bacchus auo i durch den „Burggang" nach den Kellern führte. Konnten I da nicht — ? §err Migneau ließ den Alten gar nicht erst | aussprechen. Nach den Kellern! lautete der Schtaastruf. I Madame Baillond war ihre Migräne längst vergangen; aber fic schluchzte tund weinte, und weirrend und schluchzend, mit hochgerasstem Meide, trottete sie barhäuptig hinter den andern her!, s r o . .. Zwei Mann führten sie, ein Bild des Jammers, rn die Halle Lafontaine und legten sie schluchzend und weinend fn die Arme der Komteß. , nr , , , .... . .Meine liebe gute alte Madame," sagte Andröe tröstend, indes an zweihundert Menschen einen Ring, um sie gebildet hatten, „nun seien Sie doch wieder gut — wir leben ja, wir leben ja! Etwas derangiert im Aeußeren, was aber nur der Kreideformation znzuschreiben ist, doch sonft gesund und guter fiSinge." „Aufgepaßt, Leute!" schrie Herr Migneau plötzlich, „unser verehrter Chef, unsere gnädigste Komteß, bie toit glücklich wiedergesunden haben, lebe, hoch, hoch, hoch/ Die Leute brüllten^ daß es aus allen Nebenraumen zurückschallte, unb Anbrße nickte freundlich. „Schönsten Tank," sagte sie. „Nebrigens war es da unten gar nicht so schlimm. Wir hätten auch noch bis morgen ausgehalten. Außerdem habe ich die Mußestunden in der Unterwelt dazu benützt, mich zu verloben. Madame Bailloud — meine lieben Freunde: hier steht mein Bräutigam!" , ... Und nun geschah etwas für französische Verhältnisse Ungeheuerliches: Anbrde umarmte Fritz und küßte ihn an- tzesichts ihres gesamten Personals. Madame Bailloud wußte nicht recht, ob sie emporu sein, in Ohnmacht fallen oder gute Miene zum bösen Spiel machen sollte. Herr Migneau aber, in raschem Erfassen der Sitnation uyb heimlichem Streben, durch Uebermaß an treuer Gesinnung seine Stellung zu festigen, hob abermals den rechten Arm und brüllte mit Stentorstimme: „Ausgepaßt, Leute! Der Herr Verlobte unserer gnädigsten Komteß, Herr Fs—riez Friedsel ans Srattsteen, hoch, hoch, hoch!" — Sechs Stunden später war die Mär von dieser schier ««glaublichen Verlobung in Cpernay verbreitet. Am Abend erzählte maii sie sich in der ganzen Champagne. Am nächsten morgen brachten die Lokalblätter in Reims, Avize, Ay, Cra- yranr, EhLlons, St. Menehould und Vitrhle-Franyois ent» sprechende Notizen. Und ivieder am nächsten Morgen ftmi- den die ersten Pariser Hetzartikel in der „Liberte", im ^Eclair" unb „Echo de Paris", während der „Figaro" nur kurz meldete: „Der viel besprochene Champagnerstreit zwischen den Firmen Miquelon et fils in Cpernay und K. A. Friedel W Schrattstein am Rhein ist auf unvorhergesehene Weise heigelegt worden. Tie Gräfin Andree d'Hoche, einzige Besitzerin der Firma Miquelon, hat sich mit dem Inhaber des Hauses Friedel, Herrn Fritz Friedel, verlobt." 14. Das donnernde Hoch, das Herr Migneau auf den glück- tichen Bräutigam ausgebracht, hatte lediglich in der Halle Lafontaine und den Nachbarkellern Widerhall gefuuben. Die Verlobung erregte nicht nur Verwundern, sondern auch gewaltige Entrüstung. Zunächst sprach das „Nationale" mit. Die Chauvinistenblätter überboten sich wieder einmal in abscheulichen Entstellungen der Wahrheit, die leider such in einen Teil der deutschen Presse Eingang sanden. Nun war cs ja so gut wie erwiesen, daß dieser ganze, lächerlich ausgebauschte Streit nichts als ein infamer Schwindel war, um eine riesige, nie dagewesene Reklame ins Werk zu setzen. Man hatte das Publikum an der Nase herumgesührt, hatte ein schamloses Spiel mit ihm ge- irieben. Die Kombinationen überstürzten sich. Es hieß, daß das Hans Friedel nach Cpernay übersiedeln wollte. Empörend! Gab es da nicht schon zwei deutsche Firmen, die der einheimischen Industrie Konkurrenz bereiteten? Oder sollte vielleicht das Haus Miquelon ganz und gar bett deutschen Weinpauschern ausgeliefert werden? Im „Gau- lsis" wurde ui an sentimental. Man sah den Ruin der französischen Champagnerindustrie vor Augen. Schon KchnLts sich die deutsche Ma,re überall a.uf den französischen zutreten. (Fortsetzung folgt.) jUtn ' Munde ging.' Aber er wurde " j in der Nachbar>chaft Die Nummer war im Um- Mosel paradierten auf den meisten Weinkarten der großen Markt. Die Schamnweiumarken vom Rhein und von der Restaurants. Eine ganze Anzahl großer Häuser in der Champagne befand sich bereits in deutschem Besitze. Der „Gau- lois" jammerte: so konnte es nicht weiter gehen, -ne „Action sratuMse" appellierte an bie^ Regierung: es war hohe Zeit, daß man bte heimische Industrie schützte. Dao „Evettement" erfand eine höchst närrische Geschichte, m der Wahres mit' Falschem vermischt wurde unb bte bett Titel trug: „Eine Nacht in den Kellern von Miqnelon Ct ^Herrgott, was wurde in Cpernay über bie unfreiwillige Einsperrung des jungen Paares in den Kellereien pagnerhauses geklatscht! Es war eilt zweste l los pi kan t er Stoff, und man nützte ihn weidlich aus. schließlich kam es so weit, daß Andree sich nicht mehr ans der straße zeigen konnte, ohne höhnisches Flüstern hervorzurufen. Der Verlöbniskuß vor dem gesamten Personal hatte auch Madame Bailloud erschreckt. Wo blieb da die gute Sitte! ? Dee arme alte Dame geriet in schwere Aeugste. Lte verkehrte hie und da in den aristokratischen Nachmittagszirkeln der Stadt und mußte Erschreckliches hören, ohne so recht den Mut der Verteidigung zu finden. Cs ließ sich ja alle^> nicht leugnen: dieser Herr Friedel war mm einmal[ein A)eut* scher, und die Tatsache, daß er eine halbe Nacht hindurch mit der Komteß in dem Keller der Reserven verbrackst harte, stand fest, und den Kuß hatten zweihundert Menschen gesehen. Wer kannte die Geheimnisse dieser Kellernackst? — Der Klatsch ließ sich ja noch ertragen, so weit er nur vom Munde zum Munde gr- "" "" auch gedruckt. Ein Skandalblättcheu machte eine Novelle daraus. -- —------- sehen ausverkauft. Da veranstaltete der Verleger eine Sonderausgabe, die in allen Buch- und Papierladen der Champagne für ein paar Sous verkairft wurde, und w Cpernay gab es bald nur noch wenige Menschen, bte diese schöne Geschichte nicht gelesen hätten. Auch Fritz wurde sie in die Hande gespielt. Setn Aulc.it- halt im Hotel wurde ungemütlich. Sem ganzes Auftreten schützte ihn freilich vor Beleidigungen. Aber er spürte doch, daß' der Groll gegen ihn sich gewaltig regte. Mau betrachtete ihn gewissermaßen als Einbrecher, der straflos einen wertvollen Schatz geraubt hatte. Psotzkrch lauute ibn jeder Mensch in Cpernay. Ans der Straße, blieben die Leute stehen und zeigten nach ihm. Und eines Abends nahm ihn der Chef eines deutschen Hauses vertraulich beiseite und riet ihm freundschaftlich, möglichst bald abzm- reisen An demselben Abend sandte ihm Kesselholz auch ein für ihn in Schrattstein eingetroffenes und als „Militaria" bezeichnetes Schreiben mit der fteundlichen Aufforderung zu, am ersten Oktober seine Festnngsstrase an- Was dem chinesischen Gesandten bei uns am besten gestsl. Einer von Vater Martins Briefen an feinen kleinen Michel?) Mein liebes Kerlchen! Erinnerst Du Dich noch, was ich Dir von dem chinesischen Gesandten erzählt habe? Wie er hieß, das weiß ich natürlich nicht mehr. Aber ich weiß, er hatte viele Jahre u» Berlm W gebracht und! eines Tages wurde er von seinem Kaiser wieher Nach seiner Heimat zurückgerusm. Er hatte eben seine sieben Sachen gepackt und wollte abfamen, da kam ein Zeitungsschreiber zu ihm gelaufen, um ihn anszuzragen, wie es ihm bei uns in Deiitschlaud gefallen habe. „Oh" — meinte der schlitzäugige Mongole — „sehr gut! Das befriedigte aber den Zeitungsschreiber nicht und deshalb forschte er eindringlicher: „Was hat Ihnen am besten bei uns, ' Da' legte sich'das gelbe Gesicht des hohen Mandarinen in ernste Falten. Er nickte mit seinem wzopflcn Haupte unb sprach langsam unb- deutlich — „die Ordnung !" . Erinnerst Du Dich, was ich Dir damals tagte, als ,ch Dir das erzählte? , ,, , „„ , „Wenn er Deine Spittsachenkommode gcfchen hatte, dann hätte er das sicher nicht gesagt." *) Wir entnehmen diesen prächtigen Brief- mit Erlaubnis des Verlages) dem im Verlage der Schriststeller-GLNosfenschast W Charlottenburg erschienenen billigen BüWM Ba.tW Martins ! Briefe, 771 Ja, ja — die Ordnung. Das ist auch so eine Sache, an die M Dich- nicht gewöhnen willst und deshalb' mich man auch immer mahnen: „Michel, wo treibt sich denn der Schulranzen wieder einmal herum?'* •— „Michel, was machen die Bleisoldaten denn da unten ans dem Fußboden?" — „Michel, was ist denn das wieder für ein Eisenbahnunglück, das Du da angerichtet hast? Da liegen ja wieder die Schienen, die Lokomotive, die Wagen, die Signalstangen und die Schaffner durcheinander — wie Mäusedreck und Koriander! Ich dächte, das räumten wir schleunigst auf, damit die Strecke wieder frei wird!" He? Geht es immer so, mein Junge? Und was habe ich Dir gesagt, wie man ein Herr wird? — Man wird es dadurch, daß man sich selber sagt, was man zu tun und zu lassen hat. Dadurch, daß einem' nicht immer erst ein anderer sagen mutz, was nian versäumt. Und so ist es auch mit dev Ordnung. Du denkst, es kommt nicht darauf an, ob das nun so oder so, da oder dort siegt? Du meinst, wenn Du es brauchst, dann ktndest Du es schon. Gewiß, das glaube ich Dir gern. Es ist auch nicht so schlimm, Wenn dies oder jenes einmal umherliegt, weil man eben keine Zeit hatte, es aufzuräumen. Das Schlimme ist, wenn man sich an die Liederlichkeit gewöhnt und den Sinn für Ordnung nicht aus- Mdet. Denn der Sinn für Ordnung, mein lieber Michel, ist das Höchste und Größte, was es aus dieser Welt gibt und geben kann. Da siehst Du mich verdutzt an. Ja, ja, mein Junge. Es ist das Höchste und das Größte. Ohne diesen Sinn für Ordnung gäbe cs Dich nicht und inich nicht, gäbe es kein Blümchen, keinen Strauch und Baum, kein lebendes Wesen, kein Haus, keine Bleisoldaten, Baukästen und Eisenbahnen — mit einem Worte — die ganze Welt wäre nicht vorhanden. Und da siehst Du mich wieder an, schüttelst den kleinen! Dummkopf und meinst, das alles käme von der Ordnung? Allerdings, mein lieber Michel. Fangen wir mal bei Dir an. Wo sitzt denn Dein Näschen? He? Hübsch' mitten im Gesichts Nicht wahr? „Ja!" Wie kommt es denn dahin? „Bäh!" Ja, so blöken die kleinen Schafe. Weil der liebe Gott auf Ordnung hält, mein lieber Michel. Der sackt nicht so herum mit den Arnleu, Beinen, Augen, Ohren, Nasen usw., wie Du mit Deinen Schulbüchern und Bleisoldaten. Der sorgt dafür, daß alles an seinem richtigen Platze ist. Denn, wenn er das nicht täte, möchte ich einmal sehen, was da wohl auf dieser Erde herum- ticfc ? Der Schöpfer aller Welt und Dinge, mein lieber Michel, das ist der höchste Ordnungssinn, den wir zu erkennen vermögen. Deshalb denken wir uns vor der Schöpfung, wie es die alten Griechen nannten, das Chaos. Wir Berliner würden Kuddelmuddel sagen. , Erst als die ordnende Kraft sich geltend machte, trennten sich Himmel und Erde, Licht und Finsternis und' was es sonst rioch geben mochte, voneinander. Jedes kam hübsch an seinen Platz und jedes ist hübsch an feiner Stelle. Die Nacht folgt dem Tage, der Frühling dem Winter. Darauf kannst Du Dich verlassen. Wie stellst Du Dir das vor, wenn es bei uns mit einem Male acht Wochen lang Nacht bliebe, oder der Winter sich den Spaß machen wollte, ein ganzes Jahr lang bei uns zu bleiben? Da würdest Du gleich merken, was Ordnung heißt. 9hm, und die Menschen machen es dem Schöpfer nach. Die sorgen dafür, daß auch in ihrem Leben Ordnung herrscht, denn ohne Ordnung könnten sie ebensowenig leben als das ganze Weltall. Was meinst Du, wenn der Sommer wieder da ist und Du möchtest nach Norderney fahren und auf einmal sagten die Eisew- bähner: Wir fahren nicht mehr. Das gäbe eine schöne Geschichte! Oder Du schreibst einen Bries an Dori und die Post ließe den Brief ruhig' im Kasten stecken. Oder Du möchtest frühstücken und der Bäcker brächte keine Semmeln. Oder die Maurer bauten die Häuser quer über die Straße? Das geht ja garnicht, würdest Du sagen. flüchtig! Ordnung, mein Junge, regiert darum die Welt. Ohne Ordnung kann nichts bestehen und deshalb muß man aus Ordnung halten. Je besser Du aus Ordnung hülst, desto besser lebst Du. Je Mehr Du in Unordnung gerätst, um so schlimmer ist es mit Dir bestellt. Du kannst ansehen, was Du willst, schön ist alles das, was in Ordnung ist, wo alles gehörig an seinem Platze ist. Häßlich ist alles, was verschroben ist, was nicht seine Ordnung hat. ; Sieh einmal das Bild an der Wand! Schließlich sind es lauter Farbenflecke. Aber deshalb kommt ein Bild zustande, weil jedes Farbenfleckchen an seiner richtigen Stelle ist. Ober, wir sprechen miteinander. Es sind nur Laute, die wir von Uns geben. Aber, weil sie geordnet sind, deshalb verstehest wir uns. , „ m , Oder, ich schreibe Dir einen Brief. Das sind alles nur Buchstaben. Würfle sie durcheinander, so ist der Blödsinn fertig;, Nur tzkG M tzz gMM;r Ordnung Men, kommt xtzt KsiN teiil. auch „Bravo" sagen kann Dein Vater Martin. Die wunder der amerikanischen Zternwarten. „An der Ueberlegenheit der Leistungen der amcrikansichcst Astronomie verglichen mit der deutschen ist für das letzte Jahr.., zehnt kein Zweifel. In den übrigen exakten Wissenschaften, Physik, Chemie, Mathematik, mag man die Amerikaner als zinst Teil ebenbürtig anerkennen, in der Astronomie sind sie voraus: Mit diesen Worten beginnt der Direktor des Potsdamer Astrophy-i sikalischen Observatoriums Professor Karl Schwarz,child eine Schilderung der großen Sternwarten der Vereinigten Staaten, die er aus Grund der von ihm während einer amerikanische^ Reise gewonnenen Eindrücke in der von Pros. HiMieberg bet** ausgegebenen Internationalen Wochenschrift veröffentlicht. Die großartigen Erfolge, die die amerikanische Astronomie durch die Entdeckung eines SaturuMondes, zweier Jupitermoude, der mag- netischen Kraftfelder auf der Sonne und zahlreicher Doppelsteriw sich erworben hat, sind nicht nur aus die großen Mittel zur mm zuführen, die den Sternwarten der Vereinigten Staaten zur Verfügung stehen, lonbern auch auf besonders tüchtige Eigeiv« schäften der amerikanischen Gelehrten. Die fünf größten amerv kauischen Sternwarten haben zusammen einen ^ahresctat vost rund einer Million, von der 400 000 Mark allein au, die Mount Wilson-Sternwarte kommen; dieser Summe stehen allerdings nur ca. 350 000 Mark für die 10 ersten deutschen Sternwarten w sanimen gegenüber. Erstaunliches wird nun mit diesen Sumniest die bei dem höheren Arbeitspreis in Amerika Mi Vergleich mit den deutschen Verhältnissen nur die Hälfte des Wertes repräsentieren, geleistet. An der Sternwarte des H ar v ard*i College in Cambridge bei Boston herrscht em direkter „Fa^ brikbetrieb", Bei dem die Sterne als „Manenartikel photographiert! werden. Die photographischen Aufnahmen erfolgen durch fttufc reiche mechanische Apparate, und ohne einen geschulten AstroZ nomen in Anspruch zu nehmen, werden auf diese Weise fährlich etwa 4000 Himmelsaufnahmen gemacht. So ist ui den letztest 20 Jahren eine Sammlung von 200 000 Platten gewonnen worden, in denen ein unerschöpfliches Material steckt unb bia glänzende Resultate liefern. Wohl hat man zunächst mit Recht gegen mess Art der astronomischen Arbeit eingewandt, daß sie voll vost Fehlern und Flüchtigkeiten sei. Aber die Organisation ist unter- dessen erstarkt, unb die Kritik, die zu Anfang berechtigt war> muß jetzt neben dem Umfang auch die Güte der neueren Ur^ Beiten der Harvard-Sternwarte anerkennen. Zudem laßt sich auch ans minderwertigen Aufnahmen ein gewaltiges Anschauiings- material erzielen und die Ausbeute, die der Leiter und Organisator des ganzen Untrnehmens Prof. Pickering erreichte, ist großer/ als sie mit unfern deutschen Methoden Bei den gleichen Mittelst jemals zu erlangen wäre. Seine Organisation bedarf keiner weiteren Rechtfertigung, wenn man hört, baß von den 4000 bis jetzt als veränderlich bekannten Sternen 3 0 0 0 an, seiner Sternwarte entdeckt worden sind. Ein besonders großartiger Zug, ist es auch, daß nti Hilfe einer Filiale der Harvard-Sternwarte/ der Stermvarte zu Arequipa in Pern, alle Untersuchungen ist gleicher Weise über den nördlichen unb den südlichen Himmel ausgedehnt werden konnten. Pickering hat zahlreiche Mitarbeiter, barunter den Geistlichen einer benachbarten Gemeinde Reverend Metcalf, der' neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit noch Zeit gesunden hat, ein vortreffliches Objektiv vom 40 om Durchmesser und 225 cm Brennweite zu schleifen, und kürzlich art einem. Sonntag einen Kometen entdeckte, nachdem er, ehe er sein Ang« dem Himmel zuwandte, auf der Erde fischen gegangen war uiid 16 Barsche heimgebracht hatte. Treffliche Mitarbeiter, die sich aus Dilettanten zu vorzüglichen Gelehrten heraufgearbeitet haben, besitzt auch der Direktor der Aerkes-Sternwarte der in Deutschland ausgebildete und die deutsche äwadition mit' Warme festhaltende Professor Frost. Da ist Prof. Barnard. ^r fritier Mot.og.rM Mtz und M einer her schärfsten .astronomMM NLd- Oder mit her Musik. Da hast Du lauter Töne. Mer ohne Ordnung werden sie wüstes Geschrei. Du kannst nehmen, was Du willst, mein lieber Michel: W-st siehst, wie es nur durch Ordnung besteht und zerfallen muß, weilst die Ordnung aufhört. Ich denke, das haft Du Begriffen. Und nun sieh Dir mal Deine Spielkommode an! Wie hübsch lagen die Steinchen im Baukästen, als wir ihn kauften? Wie nett die Bleisoldaten in ihrer Schachtel? Wie! ordentlich die Bilderbücher int Regal? Unb das Schaukelpferd hatte schön seinen Zaum und seinen Sattel? Und jetzt, dn lieber Gott! Ein Zustand, leie vor Erschaffung der Welt. Leer reilich nicht, aber wüst desto mehr! Der chinesisch« Gesandt« hätte den Kops geschüttelt und sich Von den Deutschen etwas anderes gedacht, als daß die Ordnung bei ihnen zu Hause wäre. Das Ganze wäre Blamiert — Deinetwegen! Nun, er hat wo anders hiiigesehen und Angenehmeres erblickt. Schließlich hätte er sich auch gedacht, der Michel ist noch ein kleines dummes Kerlchen, der weiß noch nicht, was Ordmntg! ist. Nun aber weißt Du es, mein Junge. Und ich' denke, Dst wirst nun einmal mit der Erschaffung Deiner kleinert Welt deck Anfang machen und dann wollen wir mal sehen, ob man dazu 772 achte« den fünften Jüpitermond entdeckt hat: dann der frühere Parlamentsphotograph, der 72 jährige Doppelsternbeobachter Burn- ham. Die amerikanischen Astronomen sind überhaupt ebenso Männer des praktischen Lebens wie Gelehrte. Das gilt besonders von den Leitern derjenigen Sternwarte, die den Ruf der amerikanischen Boobachtnngskunst begründet hat, des Lick-Observatoriums auf denr 1500 Meter hohen Mount Hamilton, das der ungeheuer reiche schrullenhafte Dollarkönig James Lick gründete. Er wollte zunächst sich und seiner Frau eine Pyramide als Grabdenkmal bauen, ließ sich aber dann durch einen astra- nomischen Freund bewegen, diese Pyranndc in den Pfeiler des zur Zeit größten Fernrohrs zu verwandeln, unter dem er nun in der Tat begraben liegt. Die Gelehrten dieser Sternwarte, die in der Einsamkeit häufig auch als Ingenieure tätig sein müssen, haben sich um die Entdeckung der Doppelsterne und um die Ergründung des Fixsternsystems die größten Verdienste erworben. Während unter den fünf großen Sternwarten der Vereinigten Staaten das Naval-Observatory in Washington das rückständigste ist, hat die großartigsten Einrichtungen die jüngste Schöpfung der amerikanischen Astronomie aufzuweisen, die Sternwarte auf dem Mount Wilson, der die fast unbegrenzten Mittel der Carnegie-Institution zur Verfügung stehen. Das Observatorium, das mit einer wissenschaftlichen Zentrale und großartigen Werkstätten in den in der Ebene gelegenen Pasadena, der Villenvorstadt von Lord Angeles, in Verbindung steht, besitzt vier einzigartige Instrumente, darunter das sogenannte Turmteleskop, mit dem Prof. Hale seine neuesten Resultate über die Struktur des magnetischen Feldes und des Spektrums der Sonnenflecken erhalten, und das Spiegelteleskop, lassen Spiegel 150 cm Durchmesser hat und durch das sich uttgeahnte Wunder der Sternenwelt erschlossen haben. Diesem Spiegelteleskop sind etwa 10 000 Sterne bis zur siebenten und achten Größe erreichbar, während bisher nur etwa 1000 Sterne bis zur fünften und sechsten Hiröße zugänglich waren. Es läßt sich nicht absehen, wie viel Schätze dies neue Feld umschließen wird. Noch größere Instrumente sind in Arbeit, ein gewaltiges Turmteleskop und ein Spiegelteleskop von 250 cm Durchmesser. So sind der Energie und Arbeitskraft der amerikanischen Astronomen außerordentliche Fortschritte in der Wissenschaft der Himmelkunde zu danken. Dennc’Ct’tcs. * Eine Mutter von 50 Kindern. In Transvaal, im Distrikt Croustadt lebt eine würdige Witwe, Frau van Wyk, die aus eine nicht gewöhnliche Lebens- und Ehegeschichte zurückblicken kann. Sie erblickte am 20. Oktober 1832 das Licht dieser Welt und begann int 18. Lebensjahre ihre eheliche Laufbahn, indem sie sich mit Petrus Jakobus Lubbe verheiratete. Nach Verlaus von zwei Jahren verlor sie ihren Mann und blieb «'s Witwe mit einem Kinde zurück. Doch die Einsamkeit währte nicht lange, nach zehn Monaten, so weiß die „Vollstem" zu berichten, heiratete sie Nikolaus Martinus Pretorias, einen Witwer, der bereits vier Kinder hatte. Nachdem sie mit ihm ein Jahr und fünf Monate ungetrübten Glücks genossen hatte, entriß iiyr das Schicksal auch diesen Gatten, und sie blieb wiederum als Witwe zurück, diesmal freilich schon mit fünf Kindern. Nach fünf Monaten trat sie zum dritten Male vor den Altar, wurde Frau David Stephanus Pieterse; dieser dritte Mann brachte als Hochzeitsgut sieben Kinder mit in die Ehe. Mit ihm lebte sie, die heutige Frau van Wyk, elf Jahre lang glücklich zusammen und gebar ihm in dieser Zeit sieben Kinder. Aber dann starb auch dieser Gatte. Nun verstrichen fünf Jahre, die die trauernde Witwe im Kreise ihrer 19 Kinder verbrachte. Dann heiratete sie zum vierten Mal, toiebenim einen Witwer; er hieß Daniel Lodewikus Cronje, der acht Kinder mit in die Ehe brachte. Mit ihm lebte sie elf Jahre zusammen, schenkte ihrem Mann noch vier Kinder, bis dann auch Daniel Lodewikus Cronje vom Tode dahingerafft wurde. Wieder verstrichen fünf Jahre, dann trat die Witwe zum fünften Mal vor beit Altar und heiratete Hendrik Klopper. Auch mit ihm lebte sie elf Jahre und hatte zehn Kinder,_ bis der Gatte starb. Nach zwei Jahren heiratete sie zum sechsten Mal, bei dieser Gelegenheit Coenraad Hendrik van Wyk, einen Witwer mit fünf Kindern. Dieser letzten Ehe entsprossen noch vier Kinder. Nachdem sie mit ihm elf Jahre zusammen gelebt hatte, starb van Wyk. Die Witwe hatte fünfzig Kinder, die sie alle Mutter nennen, und gegen 270 Enkelkinder Sie steht heute in ihrem 78. Lebensjahr und erfreut sich gesunder Rüsttgkett. * E i n russisches Multipllkationsverfahren. In den russischen Dörkern hat das pythagoreische Multiplikaiionssystem nie Eingang gefunden; der russische Bauer begnügt sich vielmehr immer noch mit einem sehr primitiven, allerdings eigenartigen Verfahren. Wenn es sich zum Beispiel darum handelt, 49 mit 28 zu multiplizieren, schreibt man den Multiplikanden 49 und den Multi- Phfator 28 untereinander. Man teilt hierauf den ersten durch 2, läßt dabei aber den sich eventuell ergebenden Bruchteil unberücksichtigt. Tas Resultat wird wiederum durch 2 geteilt und das folgende wieder so lange, bis der Multiplikand 1 geworden ist, wobei der eventuelle Bruchteil immer me.jjelaifeg v co x^mj» oft, wie der Multiplikand geteilt wird, wird der Multiplikator verdoppelt. Rechnet matt hierauf die Muttivltkaioren, die unter den Multiplikanden mit ungeraden Zahlen stehen, zusammen, so erhält man das verlangte Produkt. Folgende Tabelle wird davon ein klares Bild geben: 49 24 12 6 3 1 28 56 112 224 448 896 28 + 448 + 896 = 1372 * Die Kaninchenzucht. Die meisten Menschen, die vost Kaninchenzucht ober Kau incheuzücht erv er einen hören ober lesen, können sich eines leisen Lächelns nicht erwehren, denn sie halten alles, was mit Kaninchenzucht zusammeuhängt, für Spielerei, bis in der Hauptsache unserer Jugend Vorbehalten ist. Die wenigsten ahnen, daß bas Kaninchen als ein Nutztier zu bezeichnen ist, und baß die Kaninchenzucht sehr zum Wohl der minderbemittelten Bolksklasseu dienen kann. Die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 wird, wie auf vielen anderen Gebieten, auch mancherlei Belehrung über den wirtschaftlichen Wert der Kaninchenzucht bringen und anregend auf weitere Kreise wirken. In Zeiten der Fleischteuerung ist das Kaninchen wie kaum ein] anderes Tier dazu geschaffen, uns eine billige, gute und zugleich kräftige Fleischnahrung ztu geben. Das Kaninchen liefert einen, fajtigen Braten, der an Geschmack und Aussehen dem Hühnerfleisch ähnlich ist und an Nährwert dem Rindfleisch nicht nachsteht. Auch das Fell ist wertvoll. Man fertigt hübsche, zum Teil kostbare Pelze daraus und verwendet die Haare in der Hutfabrikation. Außerdem läßt sich das Fell zu einem weichen undi doch haltbaren Leder verarbeiten, bas sich gut zur Anfertigung von Schuhen eignet Schuhe aus Kaninchenleder nähern sich in der Qualität dem feinen Kalblederstiefel, sind besonders geschmeidig und daher angenehm zu tragen. Gute Kaninchensellq werden mit 1 Mark bis 4 Mark und höher bezahlt. Bei alledem ist die Ernährung der Kaninchen sehr einfach, denn das Futter des genügsamen Tieres besteht in Abfällen aus Küche und Garten. Nur bei der Rassenzüchtung ist die Fütterung etwas teurer, da hier in erster Linie das .Kraftfutter, wie Hafer, Mehl und Milch in Betracht kommt. In Frankreich und anderen Ländern hat man den Wert des Kaninchenfleisches als Volksnahrung, früher gewürdigt als bei uns. Jährlich werden in Frankreich etwa 100 Millionen Kaninchen verzehrt, fast jeder Bauer undj Arbeiter züchtet die Tiere für seinen Bedarf und auf den vornehmsten Tafeln wie auf den Speisekarten aller Restaurants, findet man das Kaninchenfleisch. Die Kaninchenzucht wird in Frankreich und auch in Belgien derart rationell und erfolgreich betrieben, daß alljährlich noch Millionen dieser Tiere nach England aiisgeführt werden können. In Deutschland gibt es bis jetzt 40 000 Kaninchenzüchter, die in Vereinen organisiert sind, während Sachsen etwa 5000 Kaninchenzüchter zählt. Es ist klar, daß ein größerer Aufschwung der Kaninchenzucht auch bei uns aus volkswirtschaftlichen Gründen wünschenswert wäre. Die Regierungen haben dies bereits eriamtt und bringen der Kaninchenzucht jetzt viel Interesse entgegen. Sie unterstützen die Kaninchenzüchtervereine in ihren Bestrebungen und wirken auch aus die, staatlichen und privaten Betriebe ein, daß diese ihre Arbeiter bei der Kaninchenzucht nach Möglichkeit fördern. Unter einem Kaninchen stellt inan sich meistens ein Tier vor, das den Hasen an Größe nicht erreicht, was auch früher zugetroffen haben mag. Die jetzt gezüchteten Schlachtkaninchenrassen übertreffen den Hasen an Größe und Gewicht bei weitem. Ein ausgewachsenes, gut genährtes Kaninchen ist ein recht stattliches Tier, das mitunter 12 bis 15 Pfund schwer ist und 10 bis 12 Pfund Fleisch liefert. Auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 wird der „Landesverband Sächsischer Kaninchenzüchter" eine ganze Reilw von Kaninchen in ihren verschiedenen Rassen ausstellen. Es werden außer den großen Fleischkanmchen auch kleinere Rassen gezeigt, die wegen ihres Fleisches, hauptsächlich aber wegen ihres guten Pelzes gezüchtet werden. Durch lebendiges Anschauungsmaterial hofft die Internationale Hygiene-Ausitelluna das Verständnis für den Wert der Kaninchenzucht namentlich zugunsten des, Budgets des kleinen Mannes immer weiter zu üerbreiteffi. Lrgänzungsrätsrl. S . l. n . .. ch st.. n ,.ie A . g . n . ff.., L. ß . . r. sch . n . sch..f.n .. b .. ö . l. ch ..ff.'. U., . äu ... t . n. ..ch . f. .. ff. u . g . f., , e. . «. sch .. t . I. ct. t.s. I. n . e . h . f. 11 Auflösung in nackster Nummer; Auflösung des Gittervätsels in voriger Nummer! r ESA Edeltanns eit 1 e i Stieglitz a 1 h nie Antith ese e z e Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Vertag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Stetndruckerei, R. Lange, Gießen.