Donnerstag den 10. November Nr. <76 1910 EBB Im hH Hl hJW aPÄUil GMM' 'M Friedel halb-süß. Roman von Fedor von Zabeltitz. "(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Fritz schritt rüstig aus'. Die Luft tat ihm Wohl und die Stille der Nacht. Aber die Ruhe, nach der er strebte, sand er nicht. Er war sich bewußt, recht gehandelt $u Hadem Er hatte ein flüchtiges Spiel der Sinne mannhaft besiegt; ,ier war nicht in den Fron gegangen, sondern in die Freiheit. Und dennoch blieb ein zages Bangen im Herzen, ein Gefühl von Wehmut. Er konnte des .Siegs Wer sich nicht froh werden. Er fragte sich, woher das wohl komme, und fand keine Antwort darauf. Die Liebe, die große, echte und reine Liebe, sprach nicht mehr mit: darWer war er sich klar. Die war damals schon erloschen, als er in den Charakter und die Wesensgestaltung Mauds tieferen Einblick genommen hatte. Der große Reiz, den sie ausübte, lag in dem Hinausvagen über das Durchschnittsniveau, in der Sonderart ihrer gar nicht alltäglichen Persönlichkeit, deren Lebens- wurzeln in der Vollkraft ihrer leidenschaftlichen Psyche ruhten. Und ganz gewiß vermochte auch das Elementare ihrer Natur eine wundervolle Stimmung ausz-ulösen, die von betörendem Zauber auf den Mann sein konnte. Eine stolze Geliebte in dem sphinxhaften Wechsel zwischen herber Scheu, träumerischer Gefühlsinnigkeit und der Feuerkraft unter verhaltener Glut — Wer nicht für die Ehe geboren. Er wußte: sie wäre auch seine Geliebte geworden. Wer seine innere Vornehmheit empörte sich einem so banalen Abschluß einer verwundenen Jugendliebe. Er war auch nicht mehr der leichtherzige Junge von einst; der größere Ernst, der in sein Leben gedrungen war, steigerte das Gefühl der Verantwortlichkeit in ihm. — Am nächsten Vormittag mußte zuvörderst das Kügen- spiel fortgesetzt werden. Der Water und Kesselholz wollten wissen, was man in der Garnison von ihm gewünscht hätte. Er erfand ein paar gleichgültige Ausreden; aber sie kamen ihm nicht leicht von den Lippen. Ein Mißbehagen, halb körperlicher, halb seelischer Art hatte bei ihm eingesetzt. Es wich erst, als am Nachmittage ein Telegramm Feßlers eintraf, das den glänzenden Sieg Weelens meldete. Feßler depeschierte: „Angesichts unzählbarer Menschenmenge ist Excelfior mit nordwestlichem Kurs aufgestiegen, manövrierte in Höhe von etwa fünfhundert Metern und entschwand in nördlicher Richtung. Taufe vorher in gefesseltem Zustande des Luftschiffs. Herzog hielt kurze Ansprache imb kappte dann die Sektflasche, die Lesson ihm reichte, mit dem silbernen Beile. Im selben Augenblick wurden die Taue gelöst und der Ballon stieg unter dem Jubel der Menge auf. Habe ein halbes Dutzend Aufnahmen machen können, auch eine Skizze entworfen. Morgen abend daheim. Epos Excelfior! Feßler." Die Abendblätter brachten gleichfalls nur kurze Telegramme über den gelungenen Aufstieg, aber schon am nächsten Morgen folgten eingehendere Berichte. Ein Wiesbadener Blatt hatte sich folgendes depeschieren lassen: „Uttenhooven, 13. 7. abends 1025. (Telegramm unsers Spezial-Berichterstatters.) Der heutige Tag wird in der Geschichte der Luftschiffahrt ein bedeutsames Datum bilden; endlich ist es dem Menschengeiste und der Menschetr- kraft gelungen, auch jenes Element zu überwinden, das ihm am längsten Widerstand geleistet hat. Auf den Wiesen von Uttenhooven bewegter: sich schon in den Frühstunden Tausende von Menschen; die Barackenstadt war überfüllt, es kostete Mühe, die Menge jenseits der Umzäunung zu halten, die das Aerodrom umgab und in die nur die mit Erlaubniskarten Versehenen Eintritt erhielten. Um zehn Uhr begannen sich die Tribünen zu füllen. Die Wsage des Kaisers hatte große Enttäuschung hervorgerufen, auch auf den König von England hatte man noch in letzter Stunde gehofft. Trotzdem gewährte die Fürstentribüne einen prächtigen Eindruck. Königin Wilhelmine und der Prinzgemahl empfingen die Gäste und ließen sich auch einige der berühmtesten Luftfchiffer vorstellen, die aus allen Teilen der Welt eingetroffen waren, so Zeppelin, Groß, Deutsch, Santos Dumont, Farmant, Parseval, Gregorowitsch. Die Herren hatten schon am gestrigen Abend im Beisein des Prinzen der Mederlande das neue Luftschiff besichtigt und sich über die Stabilisierungsvorrichtungen und das Steuersystem geradezu bewundernd ausgesprochen: nur Juillot, der Chefkonstrukteur Lebaudys, soll Zweifel gehegt haben. Der Erfolg hat sie widerlegt. Der Himmel war am Morgen etwas bewölkt, klärte sich aber gegen Mittag auf, so daß der ungeheure Ballon, äußerlich der .Zigarre" Zeppelins nicht unähnlich, wie ein gleißendes Fabelwesen in der Sonne lag. Um halb elf erschien der Herzog von Weelen in einfachem Sportkostüm mit der Mütze des Aeroklubs. Nun wurde ein Böller gelöst, und wie auf Verabredung trat eine tiefe Stille ein. Der Herzog betrat die Fürstentribüne, um der Königin Wilhelmine seinen Dank abzustatten und die anwesenden höchsten Herrschaften zu begrüßen. Ein zweiter Kanonenschuß kündigte an, daß der Aufstieg nahe sei. Mik dem Herzog bestiegen dessen Techniker, Herr Henry Lesson,, General Graf Ladenburg Und Lord Drummond die Gondel. Hier fand nun zunächst der Taufakt statt. Man hatte ge- glaubt, die Königin oder der Prinz der Niederlande werde die Taufe vollziehen, doch leitete der Herzog selbst die Zeremonie, die in ähnlicher Weise wie die Schiffstaufen vor sich ging. Der Herzog nahm die ihm gereichte Flasche Champagner und rief mit lauter Stimme: .Hoffnung des neuen Jahrhunderts, Kämpfer der Luft, ich taufe dich Excelsior!' Die Flasche zerschellte über der Brüstung der Gondel, von der die Flaggen des Deutschen Reiches und der Mederlande herniederflatterten; dann abermals ein dröhnender Kanonenschuß: und nun sah man, wie der ungeheure Ballon sich langsam erhob, zuerst kerzengerade und hierauf in leicht oft* kicher Richtung emporstieg-, Um itt einer Höhe von fünf- bis sechshundert Metern einige Uebungen vorzunehmen; Wendungen, Kreis- und Schleifensahrten, die exakt aus- geführt wurden und von der leichten Beweglichkeit und dex wirksamen Anordnung der Betriebs- und Steuerorgane Zeugnis ablegten. Dann nahm der Ballon erneu mehr nördlichen Mrs und stieg in größere Höhe. Dre Probefahrt war auf fünf Stunden angesetzt und sollte eure Schlerse über Baasen, Beekdemen und Kootwijk bis zum Ausgangspunkt umfassen. Der windreich zurückgelegte Weg betrug 310 Kilometer, die stündliche SDur^, hnittsaeschwrndrgkert schwankte zwischen 53,3 und 68,3 Kilometer: also die stärkste, die bisher erzielt werden konnte. Gegen sechs Uhr nachmittags kam der ,Excelsior" wieder in Sicht und wurde mit brausendem Jubel willkommen geheißen. Dre Landung vollzog sich ohne Schwierigkeiten. General Gras Ladenburg, den ich sprechen konnte, versicherte mut), daß auch bei einer Windstärke von zehn Metern und darüber rn der Sekunde die Stabilät des Ballons vorzüglrch gewesen sei. Um sieben Uhr fand in der .großen Festhalle ein Prunkmahl statt, bei dem der Prinz der Niederlande auf das Wohl.des Herzogs von Abeelen toastete; der Herzog hielt eine A nche zu Ehren der Königin und des Prinzgemahls, L Drummond trank auf die Zukunft der Luftschiffahrt." Die Abendblätter brachten bereits ausführliche Feuilletons ihrer nach Uttenhooven gesandten Korrespondenten und dazu die ersten Berichtigungen der telegraphierten Zahlen. Wer ließen sich auch endgültige Schlüsse erst nach Bekanntgabe der genauen meteorologischen Verhältnisse ziehen, so stand doch heute schon fest, daß der Thp des ,,Excel- sior" für die Kriegsluftschiffe der Zukunft der maßgebende sein werde und daß man in bezug auf das Lenkbarkeits- Problem die Höhe der Schwierigkeiten im wefentlichen überschritten hatte. Nun wartete man noch auf Feßler, den Repräsentanten der Firma Friedel in Uttenhooven, dem es fast genau so ergangen war, wie Msselholz vorausgesagt hatte. In dem Ungeheuern Trubel, der in Uttenhooven herrschte, fand er sich anfänglich überhaupt nicht zurecht und war froh, als er in dem Barackenhotel der Firma Holst noch ein winziges Zimmer bekam, für das er zehn Gulden beii Tag bezahlen sollte. Wer er wütete noch mehr, als auch Essen und Trinken dem Zimmerpreise entsprach und dabei misepcchel war. Ms er sich einigermaßen gestärkt hatte, machte er sich auf den Weg nach den Bureaus der Deutsch-niederländischen Luftschi.fer-Gesellschaft. und da entschädigte ihn denn das bunte Treiben in der Barackenstadt und auf dem Festplatze wenigstens etwas für die veri- brannten Kotelettes und den schlechten Moselwein. Sein Malerauge ergötzte sich an dem interessanten Bilde: an den flüchtig Hergesteliten Häusern aus Holz und Eisenblech, die alle bewimpelt und beflaggt mären, den Ehrenzelten für die souveränen Herrschaften, dem Riesenkreis der Tribünen, die mit billigem Kattun beschlagen waren, der aber in der Sonne wie purpurner Sammet leuchtete. Darüber hinaus blitzte das Grün der altberühmten weidereichen Wiesen und ragten die beiden Kirchtürme des Städtchens empor, diss fast 'tote türkische Minarets aussahen. Rechts von der Stadt lag der Aerodrom Abeelens, in dem der Ballon erbaut worden war, wiederum eine kleine Stadt für sich, aber nun verlassen und verödet, denn das Luftschiff hing bereits an einem Gewirr riesiger Taue, einem mächtigen Spinnennetz, inmitten des Barackenlagers. Hier war alles abgesperrt. Neben Feldjägern und Schutzleuten aus Amsterdam bildeten Soldaten Spalier und versahen den Sicherheitsdienst, meist Pontoniere, in der Nähe der Ehrenzelts aber aucy Kavallerie, Husaren und Leute von der Ordon- nanzen-Eskadron in ihren hübschen Uniformen. Dafür drängte sich jenseits der Barriere des Aufstiegraums die Menge: tausende von Fremden aus allen Nationen, besonders Deutsche und Engländer, und dazwischen das Volk aus der Umgegend und von weither, zum Teil in malerischer Landestracht, friesische Bauern und Fischer aus Zeeland und die niedlichen Frauen aus dem Norden mit ihren Spitzenbaubeu, vergoldeten Stirnbändern und den närrischen Ohreneisen. Ein Summen, Surren, Schreien und Lachen; die gellenden Rufe der Ausrufer, die in allen Sprachen ihre Waren priesen; daun wieder scharfe Kommandolaute, ein Au sein ander treib en der Menge, wirbelnde Staubwolken, ein ierandonnerndes Pikett Husaren, das irgendeiner Fürstlich!- .eit Geleite gibt. ... , , . Endlich fand Feßler die gesuchten Bureaus und sand auch Herrn Lesson. Wer der unterhandelte gerade mit einem Herrn Elsment, Elament oder Clamard (den Namen des Vorgestellten hatte Feßler natürlich kaum verstanden), einem fetten Mann mit spitz gedrehtem Knebelbart, und war in hastender Eile. Nichtsdestoweniger hatte er ein paar liebenswürdige Worte für Feßler —• natürlich aus Französisch, und nun raffte der Malersmann alle seine Kenntnisse des Welschen zusammen und fragte nach seiner Platzkarte. Platzkarte — ah — ah so, für Kommerzienrat Friedel! Lesson brüllte durch ein Telephon, brüllte dann in ein Nebenzimmer hinein und brüllte schließlich ein junges Btädchen an, das vor einer Schreibmaschine saß. Das Mädchen lief davon, kehrte zurück, erzählte eine lange Geschichte und wurde von neuem angebrüllt. Hierauf schrieb Herr Lesson etwas auf seine Visitenkarte, reichte sie Feßler und sagte verbindlich: es sei eine Mordsschweinerei mit den Billetts; aber Monsieur möge nur die Karte vorzeigen, er bekäme dann den Platz für den Marquis de Poitevin, der im letzten Augenblick abgesagt habe — einen ausgezeichnete!» Platz. Dabei beruhigte sich Feßler, schlenderte nochmals durch das Volksgewühl und kehrte dann in sein Hotel zurück. Hier hatte ein Engländer sein Zimmer mit Beschlag belegt, der behauptete, er hätte es schon vor vier Wochen bestellt. Jetzt schäumte Feßler; ein gewaltiger Spektakel Hub an, und auch der Zimmernachbar wurde rebellisch, fuhr aus seinem Gemach und verbat sich den Lärm, wurde aber plötzlich äußerst scharmant und begrüßte Feßler herzlich, denn es war kein anderer als Graf Eldriugen. Noch einer war bet ihm, derselbe Herr Element, Clamant oder Clamard mit dem spitzen Mebelbart, den Feßler schon bei Lesson getroffen hatte, der sich aber bald empfahl. Graf Eldriugen dagegen erwies sich als der alte liebenswürdige und immer gefällige Kavalier, zeigte lächelnd seine breiten Zähne hinter der zu kurzen Oberlippe, unterhandelte englisch mit dem Englishman und französisch mit dem Wirt des Hauses und setzte es durch, daß Feßler sein beschlagnahmtes Zimmer wieder frei bekam. Er stellte sich Feßler auch sonst ganz zur Verfügung, besorgte ihm eine Kürte für das große Bankett in der riesigen Festhalle und war von einem so entzückenden Entgegenkommen, daß Feßler ihm heimlich alle seine Antipathien abbat. Nun blieb nur noch der Besuch beim Herzoge 'übrig, aber auch von dem befreite ibn Eldriugen. Der Graf wußte nämlich ganz genau Bescheid: Abeelen war zur Audienz beim König der Belgier, dann beim Prinzen der Niederlande, dann beim Erzherzog Friedrich, dann beim Großfürsten Mrill Wladimirowitsch: ein vielumworbener Mann — er empfing überhaupt feine Gäste. Das war Feßler durchaus recht, und so begnügte er sich denn, seine Karte in die Wohnung des Herzogs zu schicken. Es war ja nur Formsache. Jetzt war der große Augenblick da. Der Platz des ausgebliebenen Marquis de Poitevin erwies sich wirklich als recht günstig. Feßler kUipPste vergnügt an seinem Kodak, um zunächst einmal das Gesamtbild zu fixieren. Nun spielte das Schauspiel sich programmäßig ab. Der Aufstiegsraum begann sich zu füllen; um das Taunetz, das das schwebende pngeheuer gefesselt hielt, zog sich ein Kordon von Pionieren. Die Tribüne, auf der Feßler saß, war allerdings ziemlich weit entfernt, aber sein 'Platz so hoch, daß er alles deutlich erkennen konnte. Ein Mnonenschuß, eine feine quirlende Rauchwolke. 'Jeder Mund verstummte. Nun sah Feßler die von hier oben winzig klein erscheinende Gestalt des Herzogs von Abeelen vor der Fürstenloge. Der Herzog sprach — aber es war kein Wort zu verstehen. Wieder ein anderes Bild, und jetzt richtete Feßler fernen Kodak. Im Aufstiegsraum war nur noch eine kleine Gruppe Menschen sichtbar. Feßler visierte scharf. Schon bestieg man die Gondel. Feßler reckte den Hals und beugte sich weit vor. Er sah: der Herzog wandte sich an den Mann hinter ihm. Das war der Direktor Lesson. Der reichte ihm etwas Blitzendes: eine Flasche in silberner Hülse. „Unser Ex- celsior!" jubelte es in Fehler. Und wahrhaftig, jetzt hörte Feßler auch das Wort „Exeelsior". Der Herzog rief es laut und schallend, weithin tönend über den Platz — und nun blitzte wieder etwas in feiner Hand: das silberne Beil. Knipps —. kni PPS . . . Hastig schob Feßler seinen Ko- 703 dak zusammen, denn jetzt ging Sa8 Drängen los. Und das Geschrei. Kein Geschrei: ein Geheul von vielen tausend Stimmen, ein Jubel ohne Ende. Und majestätisch stieg inmitten der jauchzenden Menschheit das gewaltige Huft- schiss mit flatternden Fahnen zum Himmel auf. . . . Feßler beeilte sich, wieder in sein Hotel zu kommen. Er wollte die begonnene Skizze etwas weiter aussühren. Und dann fiel ihm ein, Satz er sich zum Bankett rüsten müsse. Wer als er seinen Koffer durchkramte, sah er, daß er seinen Frack vergessen hatte. Er fluchte laut und beruhigte sich schnell. Er sagte stch> er Pfeife auf das Bankett. Dreitausend kauende Menschen — das war kein Anblick für einen Künstler. Dann fluchte er nochmals, als er die Rechnung bezahlte, und war schließlich froh, als. er todmüde im Zuge saß. (Fortsetzung folgt.) Dar Eichhörnchen als Waldverderber. (Schluß.) In Stangen- und Stammhölzern der Fichte beißt das Eich- HBrnchen, um zu den männlichen Blutenknospen zu gelangen, von Ende Oktober ab bis in das Frühjahr hinein die äußersten feinen Reiser, an denen diese Knospen sitzen, instinktmäßig immer ziemlich genau an derselben Stelle ab, nämlrch kurz hinter der Anhäufung der quirlförmigen Blütenknospen (an der Basis) und begibt sich dann auf den Ast, bis zu einer stärkeren, ihm genügenden Halt bietenden Stelle zurück, um die Knospen in aufrechter Stellung, den abgebissenen Zweig mit den Vorderfüßen haltend, auszufressen. Hierauf läßt es die ihm wertlosen Zweiglem zu Boden fallen. Diese springen, zumal in Blütenjahreu der Fichte, unter Rand- stämimen auf der Schneedecke sehr ins Auge und sind in den forstlichen Kreisen unter deut Namen „Absprünge" allgemein bekannt. Vermutlich werden auch weibliche Blütenknospen von den Hörnchen abgebissen, denn man bemerkt an Stämmen, auf denen diese Tierchen den ganzen Winter gehaust haben, im ganzen nun wenige Zapfm. Ueber die Ursachen dieser Absprünge hat man in der Literatur sehr verschiedene Hypothesen aufgestellt. G l e d i t s ch erklärte sie 1788 für unreife Triebe, die von selbst alljährlich abgestoßen würden, wie die Geweihe der Hirsche. Aber schon B e ch - stein schrieb sie 1821 den Eichhörnchen zu (und den Kreuzschnäbeln). O e t t e l t bezeichnete sie als Vorboten reicher Samenjahre, weil er beten Eintritt insbesondere nach dem Vorhandensein massenhafter Absprünge im Winter zuvor beobachtet hatte. Kellner konstatierte durch genaue Beobachtung, bei welcher ihn seine Eleven, Kvebchen ich in den Jahren 1854 und 1855 gehörte, unterstützten, die betreffende Beschädigung lediglich ein Werk der Eichhörnchen sei, und später fand diese Beobachtrmg von mehreren! Seiten Bestätigung (Leypold, Beling u. a.). Allerdings soll zugegeben lverden, daß unter Umständen auch gewisse Vogelarten (wie Bergfink, Kreuzschnäbel, Kernbeißer und Hakengimpel) hier und da junge Schosse von Fichten abbeißen und zu Boden falleit lassen. Allein in größerem Umfang findet dies nach meinen Beobachtungen nicht statt. Ferner können infolge eines starken Hagelwetters im Vorsommer massenhafte Zweige zu Boden geschlagen werden. Diese such jedoch weit größer, oft noch mit Nebenzweigen versehen und überhaupt den eigentlichen Wsprüngen gar nicht ähnlich. Endlich fallen in Fichteribeständen Tausende! von Zweigen, die aber aus mehreren Jahrestrieben bestehen, infolge eines starken Orkans. — Allein an den durch Hagel und Wind zu Fall gebrachten Spitzen und Zweigen sind doch die Knospen Nicht ausgefressen, und selbst die etiva von Vögeln behufs Verzehrung von Knospen abgebissenen Triebspitzen haben mit den so charakteristischen Absprüngen (— man sollte richtiger „Wbisse" sagen —) nichts zu tun, weil ihnen die Regelmäßigkeit dieser, d. h. das Wgenagtwerderr unmittelbar unter dem Knospenquirl, abgeht. Auf die Täterschaft eines Nagetieres deutet schon die faserige, bezw. durch das Abschneiden zackige Beschaffenheit des unteren Endes der Absprünge hm. Die genannten Vögel brauchen, nm sich der Knospen W bemächtigen, nicht den ganzen Trieb vorher abzubeißeu, weil sie bei ihrem geringen Gewichte noch an Sei) äußersten Zweigspitze balancieren können. Das Eichhörnchen kann dies aber nicht, muß daher erst den Trieb abbeißen. Höchstens ist noch der Siebenschläfer verdächtig; allein diese Schlaf- Maus ist mehr im Buchenhvchwald als im Nadelwalde heimisch. Die Beobachtung O e t t e l t s steht mit der Täterschaft der! Hörnchen durchaus nicht im Widerspruche. Tie Vorbedingung eines Samenjahrs ist bekanntlich die Entwicklung vieler Blütenknospen. Je Mehr solche vorhanden sind, desto mehr Eichhörnchen ziehen sich pack den betreffenden Walddistrikten; desto mehr Absprünge gibt es daher. Zugleich wirkt die reichliche Kost günstig auf die Ver- Miohrung der Tiere. Noch ein gegen die Eichhörnchen als alleinige oder wenigstens hauptsächlichste Täter vorgebrachtes Argument möchte ich entkräften. Man hat gesagt, wie können diese Tausende und Abertausende von Wsprüngen, die oft ganz plötzlich bezw. mit einem Male den Boden bedecken, besonders auffallend^ wenn etwa Tags zuvor ein leichter, frischer Schnee gefallen ist, von den Eichhörnchen herrühren? Matt müsse dann doch auch diese Tierchen in großer Zahl wahrnehmen? Das sei aber nicht der Fall; man habe oft Mühe, in solchen Distriften auch nur ein einziges Tierchen zu erblicken. Das Argument erscheint sehr plausibel, ist aber dock) nicht richtig. Zunächst muß wiederholt! darauf hingewiesen werden, daß das Treiben der Eichhörnchen in den hohen Fichtengipfeln ein sehr verstecktes und zumal an trüben November- mü> Dezembertagen schwer wahrnehmbares ist. Ferner verhalten sich die Eichhörnchen bei Annäherung von Menschen wegen ihres scheuen Wesens sehr ruhig. Um seinen Hunger zu stillen, bedarf das Eichhörnchen in Jahren, wo die Fichte keine Zapfen trägt, Tausende von Knospen. Es haust nicht nur Tage-, sondern mitunter Wochenlang auf alten, kronenreichen Fichten, Die von ihm abgebissenen Zweige fallen, wegen des dichten Kronendackies der Fichte, nicht gleich sämtlich, sondern nur zum fteinsten Teil auf den Boden. Wenn aber der Wind oder gar ein Sturm die Bäume schüttelt, dann fallen sämtliche auf den dachähnlichen Zweigen der Fichte liegen,gebliebenen, von früherem Fräße herrührenden, Abbisse zu Boden. Auf diese Art kann es sich sehr wohl ereignen, daß man am Morgen nach einen stürmischen Nacht ganz plötzlich Tausende von Absprüngen in Beständen wahrnimmt, wo Tags zuvor nur vereinzelte gelegen hatten. Fällt frischer Schnee kurz vor dem Sturme, so müssen die Wsprünge begreiflich noch auffallender sich präsentieren. ad 4. Das Rindenschälen an stehenden Stämmen ist offenbar die schädlichste Gewohnheit des Hörnchens. Glücklicherweise hat man es bis jetzt nur selten im größeren Maßstabe! beobachtet. Angenommen werden fast alle Holzarten, aber in erster Linie die Lärche vom etwa 15—20 jährigen Alter ab bis etwa in die 40er Lebensjahre. Die Beschädigung beginnt an dieser Holzart etwa 0,5—1 Meter unterhalb des Gipfels an solchen Stellen, wo die Rinde noch glatt ist. Das Hörnchen schneidet die Rinde mit den Nagezähnen an und sucht sie dann abzuziehen. Ist ein Platz von etwa Handgröße entblößt und die Rinde zu Boden gefallen, so hängt sich das Hörnchen in der Weise an den Stamm, daß es die betreffende Stelle abnagen oder ablecken kann. Auf die schleimige Holzfaser und den Bast der Rinde ist es hierbei abgesehen; man findet beide im Magen des Tieres. Die Wipfel nehmen infolge dieser Beschädigung ein Aussehen au, als wenn sie vom Hagel beschädigt wären, unb gehen vielfach ein. In zweiter Linie leibet die Kiefer. Das Benagen geschieht hier zwischen den Astquirlen. Das Eichhörnchen sitzt auf einem starken Aste und Plätzt die Rinde an dem unmittelbar darüber gelegenen Schaftteil. Oft werden schmale Längsstreifen abgenagt, vorwiegend an der Nordostseite, um gegen den meist von Westen und Südwestett kommenden Wind und Schnee geschützt zu sein. Mitunter verlaufen auch die Schälwunden spiral. An dritter Stelle wird unter den Nadelhölzern die Tanne geschält; am wenigsten gern schält das Eichhörnchen die Fichte. Man beobachtete den Schälschaden an Nadelhölzern zuerst etwa 1810 im Fürst!. Lei- nmgenschen Forste Lohrbach in einem 18jährigen Kiefernbestande. Großartiger Schälschaden an Lärchen und Kiefern fand 1882 in den Waldungen des Murtals, unweit der Stadt Judenburg (in Obersteiermark) statt. Im ganzen wurden hier ettoa 3000 Stämme von 20—üOjährigem Alter befallen. Schmale Rindenstreisen von 5—14 Zentimeter Länge bedeckten — als charakteristisches Merkmal für den Fraß — massenhaft den Boden. Spiralige Ringelungen wurden bei diesem Fräße nicht bemerft; das Abnagen geschah vielmehr in mehr roher, unregelmäßiger Weise (zackige Stückchen und Streifen). — In den Stadtwaldungen am Grusiobergs (Schweiz) fern Seit die Beschädigungen an etwa 1000 Weißtaunen statt. Beobachtet wurde außerdem das Schälen an Nadelhölzern in Westfalen, Gumbinnen, Oberschwaben, int badischen Schwarzwald, auf der Insel Rügen usw. Die Hauptschälzeit fällt in die Monate Mai bis Juli, zumal in trockenen Jahren. Die Beschädigungen finden beim ersten Morgengrauen statt, entziehen sich Satter leicht der Beobachtung. Der Schaden tritt oft ganz unerwartet auf. Es macht fast den Eindruck, als wenn zunächst nur wenige Individuen als Attentäter auftreten und erst später andere dem böten Beispiele folgen. Von Laubhölzern werden partiell entrindet: Eiche, Buche, Hainbuche, Weiden, auch Birke und Aspe, vereinzelt Bergahorn, MaßholSer und Elsbeere. Jedoch stehen die bezüglichen Schäden Seiten in Nadelholzbeständen sowohl in Bezug auf Ausdehnung als Wirkung bedeutend nach. Auch hier erfolgt das Schälen nur zur Saftzeit. Unzweifelhaft geschieht das Schälen hauptsächlich der Ernäh- rung halber. Doch kann auch Spielerei ober Sucht, das rasch nachwachsende Gebiß abzunutzen, bte Veranlassung bilden, zumal da, wo Sas Rindenschälen vereinzelt auftritt. ad 5. Tatsache ist es endlich, daß das Eichhörnchen VogÄ- eier und junge Vögel annimmt, somit viele Bruten von Singvögeln zerstört. Seine Mordlust ist so groß, daß es sich unter UmstänSen sogar an jungen Tauben oder Vögeln ähnlicher Größe vergreist. In einem Falle beobachtete ich sogar ein Eichhörnchen auf einem etwa 8 Tage alten Hasen, dem es verschiedene Bißwunden beibrachte. Im Stadtforst bei Eberswalde tourben in den 1870er Jahren gegen 90 Starenkästen am Eingangsloch so stark ausgenagt, daß die Eichhörnchen ins Innere gelangen konnten, und die Bruten in jenen waren ruiniert. Ueber — 704 — Vie Täterschaft lassen die sehr deutlichen Scheren der Nagezähne nicht den mindesten Zweifel aufkommen. Es ist leicht möglich, daß die geringe Vermehrung derjenigen Höhlenbrüter, deren Flug- lock) für das Eichhörnchen ohne weiteres passierbar rst (wie Schwarzspecht, Grünspecht, Blauracke, Hohltaube) in ferner Mordlust ihre wahre oder doch hauptsächlichste Begründung findet. Von Interesse ist es vielleicht noch, zu konstatieren, daß das Eichhörnchen anch Schädel, Knochen und abgeworfene Ge w e ihst an g e n, die es im Walde findet, benagt. Man hat dieses Benagen bald ben Mäusen, bald Mardern, bald Wüchsen zugeschrieben; allein die genaue Untersuchung wies doch nach, daß die scharfen parallelen Einschnitte nur von einem und zwar größeren Nagetier bezw. dem Hörnchen herrühren können. Auch haben dies spezielle Wahr- nehmungeii in einzelnen Fällen bestätigt. Hier und da findet man ferner eine Frucht oder einen Hutpilz an Aesten angespießt, Auch hier wird man nicht fehl gehen, wenn man das Eichhörnchen als den Urheber bezeichnet. So lange das Eichhörnchen nicht in erheblicher Menge ^erscheint, wird man ihm das Dasein, aller dieser Sünden ungeachtet, wohl gönnen dürfen. Bei bedeutender Vermehrung bleibt aber nichts weiter übrig als Abschuß, zumal in Samenjahren der Fichte. Derselbe ist auch wiederholt seitens der Regierungen angeordnet und durchgeführt worden. Sein Pelz ist zur Fütterung von Röcken und Ueberziehern sehr geeignet. Ferner würde die S ch o n u n g des B a u m m a r d e r s zur Verniinderung der Hörnchen beitragen. Der Jäger würde sich allerdings mit diesen Schonung nicht einverstanden erklären. Gießen, den 25. Oktober 1910. Professor Dr. R. H e ß. Wilhelm und Caroline von Humboldt als Brautpaar. Unter den zahllosen Briefsammlungen, die in jüngster Zeit aus den Archiven unsrer hervorragenden Familien der gebildeten Leserwelt zugänglich gemacht wurden, nimmt ohne Frage der Briefwechsel zwischen Wilhelm und Caroline v. Humboldt die erste Stelle ein. Insbesondere für unsere Frauenwelt wird so leicht keine Gabe gefunden werden, die ihr reichere Schätze des Gemüts ins Haus trägt als die „Briefe aus der Braud- zeit", die den ersten Band des Humboldtschen Briefwechsels bilden. Aber nicht nur Frauen, sondern alle fein empfindenden Leser ohne Unterschied des Geschlechtes werden mit einer gewissen Rührung diese Liebesbriefe lesen, in denen sich ein so prächtiges Vertrauen auf die Persönlichkeit dessen, mit dem die Lebensreise angetretm werden soll, kundgibt. Wie innige Briefe Humboldt zu schreiben vermochte, weiß jeder Kenner der klassischen Zeit. Aber auch Caroline, als Frau seiner würdig, ist ihm ebenbürtig in der Beherrschung der Sprache, in der Tiefe des Gefühls, im Reichtum der Gedanken. Das zeigen z. B. schon die beiden Briefe, die sich das bräutliche Paar am Jahrestag seiner Verlobung geschrieben hat und die wir mit Erlaubnis des Verlages E. Sc Mittler u. Sohn in Berlin aus dem soeben in 6. Auslage erschienenen I. Band auszugsweise hier wiedergeben: Humboldt an Caroline. Berlin, 16. Dez. 1790. „Heut ist der Tag, da wir unsere Vereinigung geschlossen. Heut waren wir bei Bellmonts. Noch seh ich Dich am Fenster vor mir stehen, den Arm aufs Fenster gestützt, noch höre ich Deine entzückenden Worte. Sehr glücklich, sagtest Du, würdest Du Mit mir sein! O, wie ist sie erfüllt, die Verheißung. Wie fühl ich in dem Innersten meiner Seele Dein einziges, namenloseK Glück. Wie leb ich allein in dieser Empfindung. Lang saß ich heute schweigend in meiner Stube und rief mir alles, alles zurück, jeden kleinen Umstand, jedes Wort, was Du, was ich sprach. Ich fühle noch den Kampf, der in mir war, als ich bedachte, ob ich Dich fragen, ob ich Dir anbieten sollte, ast Meiner Seite durchs Leben zu gehen. Denn ich liebte zu tief und innig Dich, um Liebe zju nennen das milde, gütige,, entrückend^ Wesen, womit Du mich immer behandeltest. Und nun solltest Du Dein Dasein an das meine knüpfen. Ich fühlte Dich so groß, so erhaben über mich. Nur zu leben mit Dir, jedes feine, schöne Gefühl zu hegen und pflegen, keine Blüte verwelken zu lassen, von allen den wunderlich reizenden, namenlos mannigfaltigen, die ich in Dir schon aufgeblüht und noch aufblühend erblickte, war mir so unendlich viel, machte schon in der Idee mich so glücklich. So kam ich nach Erfurt, so sprach ich mit Dir. Das Glück meines Lebens, mein Dasein wagt ich an die schöne Hoffnung, Dich zu beglücken, zitternd nicht ob dem, was ich 'wagte, nein, aber ob ich's erringe, das göttliche Ziel, und errang ich's nicht, dann, das wußt ich, warf ich Dich tiefer zurück. Deine Antwort überraschte mich wunderbar. Dieser Ton, diese Gewißheit in mir, daß es das Wort sei Deiner heiligsten, wahrsten Gefühle, machte auf einmal mich so kühn, aber der Mut fehlte mir noch, ganz die Hoffnung zu fassen, und ich sank in Wehmut zurück. Freundlich hat es das Schicksal gelöst. Wir waren einander, was wir nicht sahen, wir werden ewig finden einer im andern alles, wonach unser Wesen sich sehnt." Caroline an Humboldt. Erfurt, 16. Dez. 1790. „Noch einen Augenblick, mein Bill, muß ich zu Dir, wi« ich von Bellmonts zurückkomme, wo ich zur Nacht aß, Zlch, welch ein unbeschreiblicher Wend wär der heutige. Ich zittertch als ich dem Bedienten, der früh die Einladung für den Abend brachte, die Antwort gab, ich würde kommen, und freute mich den ganzen Tag — ach, mit solch einer wunderbaren Freude. Endlich kam die Stunde, hinzugehn. Ich blieb 'frei vom Spiel nnd konnte in den Zimmern herumgehn und mich in dasselbe Fenster stellen, wo Du mir Werst von unserer Verbindung sprachst. Noch umflüsterte mich der Ton Deiner Stimme, noch wähnt ich aus Deinem Munde die Worte zu vernehmen, daß nicht eigentlich Liebe mir Deine Hand anböte, aber der innige Wunsch, mich glücklich zu sehen. „Wirst Du es mit mir sein könnens Lina?" setztest Du hinzu. Das tiefe Gefühl der Wahrheit entriß mir das schnelle „Ja". „So such wir von jetzt an vereint," erwidertest Du. — Ach, wie entfernt waren meine Gefühle von denen, die nun meine Seele füllen! — Nennt das auch eine Sprache, was Du mir bist, zu welcher Höhe der Empfindung! Du mich gehoben, welcher Reichtum, welch selige Fülle Du meinem Herzen gegeben hast? O, Du, mit welchen Namen soll ich Dich neunen, mein Geliebter, mein Bruder, mein Gemahl, das Glück, das Tn mir gibst, hat Deine Liebe einem künftigen Daseist entwandt, denn nie, o, nie umschwebte seine Ahndung ein menschliches Herz! — Laß mich aufhören, laß mich Dich diesen Tag und die Erinnerung der Vergangenheit in schweigender Seele denken. Worte entweihen diese Gefühle, doch verzeihe, auch sr« sind so süß, und Deine Seele gibt den Einpfindungen die Gestalt wieder, die sie durch die Sprache verlieren." Büchertisch. — Tempel-Klassiker. Die deutschen Dichterausgab'est des Tempel-Verlags! ist Leipzig sind um fünf neue Goethe- Bände, drei Bände der Heine-Ausgabe und um eine sehr verdienst liche zweibändige Ausgabe des Nibelungenliedes (Altdeutsch imti Uebertragung von Karl Simrock) bereichert worden. Die Vorzüge der Tempel-Klassiker bestehen darin, daß sie nichts enthaltest als das Wort des Dichters, daß alle erforderlichen Belehrungest und Erläuterungen jeweils in einem besonderen Ergänzungsband vorliegt. Darin sind auch die biographischen und literarischest Einzelheiten enthalten, wobei die Briefe der Autoren reichlich benutzt wordeii sind. Was ben Text ber Dichtungen anlangt, so sind nicht die Ältersfasfungen, sondern meist die lebensvolleren und frischeren Formen der ersten Niederschriften beibehalteu worden. Tie vornehm schlichten Leinenbände erfreuen sich eines! schönen, klaren und lesbaren Druckes. Goethe erscheint vollständig in 30 Bänden, von denen nunmehr die Hälfte bereits! vorliegt: 1. Die Gedichte. 2. Gedichte in antiker Form. Elegiest.- Epigramme. Hermann und Dorothea. Achilleis. Reineke Fuchs. 3. Die Sprüche und der Divan. 4. Jugend-Dramen. Farcen, Götz. Clavigo. Stella. 5. Dramen des reifen Goethe. Egmvnt, Iphigenie. Tasso. 6. Faust. 7. Werther. . Wilhelm Meister, 8. Wilhelm Meister (Schluß). 9. Wanderjahre. 10. Wahlverwandtschaften. Erzählungen. 11. 12. Dichtung und Wahrheit, 13. Italienische Reise. 14. Campagne in Frankreich. Reisen, 15. Annalen. Biographische Einzelheiten. — Auch Heines sämtliche Werke in zehn Bänden sind schon dem Buchhandel übergebest worden: 1. Buch der Lieder. Kleine Gedichte. Romanzero I. 2. Romanzero II. Nachlese. Almansor. Ratcliff. 3. Atta Troll, Wintermärchen. Harzreise. Nordsee. Eugl. Fragmente. Polen, Berlin. 4. Bacharach. Legrand. Reise von München nach Genua. Florentinische Nächte. Lucca. 5. Schnabelewopski, Faust. Shakespeares Mädchen und Frauen. Götter ,im Exil. Tiana. Geständnisse. Memoiren. Gedanken. 6. Elementargeister, Rel. und Phil, in Deutschland. Romaut. Schule. 7. 8. Frankreich. 9. Marcus. Börne. Rezensionen. 10, Biographie mit Briefen, ____________ Arithmogriph. 15451567 ein Geigenkünstler. 2 6 6 2 männlicher Borname. 3 5 4 1 6 Teil der Aloen. 4 5 1 6 5 6 6 Stadt in Baden. 5 1 6 7 4 eine Ziervftanze. 6 5 112 italienischer Dichter. 7 4 2 1 griechische Gottheit. 1 5 5 4 ein Fluß. 12345671 ein Philosoph. Auflösung in nächster Nummert Auflösung des Kveuzrätsels in voriger Nummert K K S 1 1 6 e o h K 1 e o p a t r a Klop b t o e k S c h a t u 1 l 6 toi rel a k e a A b b p b 8 ti g & d s' c 9