Donnerstag Sen K WkM Vl« — m. 23 irfi® ® ■ FaSiuir Ä8l N < I ■ t! Droestgl. Bioman von Georg Freiherrn von OmptedE (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Einen Ungenblick darauf ging es zu Tisch. Der Knäuel ton das junge Paar löste sich in eine lange Kette. Man trat asts dem silbrigen Tageslicht in die gelbliche Kerzen- belenchtuug. Die Diener ruckten die Stühle an, und die Hochzeitsgesellschaft saß. Agathe suchte unter dem Tisch die Hand ihres Mannes, Und der neigte sich zu ihr. Aber er vergaß dabei nicht in die Runde M blicken, und sein Auge ruhte mit Wohlgefallen auf den ordensgeschmückten Herren, auf dem Fürsten, auf den Damen in ihren schönen Toiletten. Der Pastor erhob sich, eine friesische Hünengestalt, in Uondem Bollbart. Er ließ das junge Paar leben. Als er sich kaum gesetzt, -stand der Geheime Kommer- Kienrat Droesigl auf. Er blickte sich unter seinen buschigen Brauen eine Weile um, sein Sohn aber kniff die Lippen Mifeiuander und flüsterte seiner jungen Frau zu: — Wir hatten doch ausgemacht, daß nicht gesprochen werden sollte! Wer sie blickte ihn nur mit seligem Lächeln an, sie hörte ja doch nicht -zu, sie hatte.nur Augen für ihn. Herr Droesigl senior begann: --- 'Es freut mich. Sie versaminelt zu sehen, Sie alle, Mitglieder von Familien, die, wie ich gern anerkennen will, vor Jahrhunderten dem Staat und dem Herrscher Dienste erwiesen haben, die er auch belohnt hat. Es ist wir auch eine große Freude, die junge Frau, die mir sehr güt gefällt — wobei man allerdings sagen muß, wie soll man nach so kurzer Bekanntschaft einen kennen lernen . . . kurz... ich hoffe, sie wird sich in meiner bürgerlichen Familie genau so wohl befinden, wie sie sich wohlbefunden hat in ihrer gräflichen Familie. Und ich glaube, wenn sie sich ihrer Borfahren erinnert, die durch eine Leistung ihren Namen verdient haben, so kann sie sich auch wohl fühlen, denn meinen schlicht bürgerlichen Namen habe ich mir genau so verdient wie ihre Vorfahren, nur ift's nicht so lange her. Bei mir ist der Name allerdings ein einfacher geblieben, aber hinter dem Namen Droesigl steht leine Armee mit Muskeln und derben Fäusten, die Armee der Arbeiter meiner Werke. Und ich, der ich selbst als Urbeiter einst begonnen haVe, sage gern, daß sie viele viele tausend zählen . Wie nun in früheren Zeiten die Vorfahren der Dame, die heute meine Schwiegertochter geworden ist, Knappen und Reisige befehligten, so rauchen jetzt auf meinen Wink tausende von Essen und auf meinen Wink hören auch tausende von Wen auf zu rauchen. . . Der Bräutigam, der diese Redensart, wenn er von feinem Vater sprach, gern zu benutzen pflegte, senkte den Kopf immer tiefer auf den Teller. Die Prinzessin blickte dem alten Grafen Regnier in das vornehme, feingeschnittene Gesicht mit dem weißen Spitzbart, als wollte sie sagen: „Mein Gott, wie soll das noch enden? " Der Geheime Kommerzienrat wußte es vielleicht selbst nicht. Er konnte nur sachlich sprechen. Allgemeine Redensarten, und sei es das Hoch auff den Landesherrn, endeten trotz seines scharfen Verstandes meist mit Plattheiten. Nun stützte er die Knöchel beider Hände auf den Tisch, beugte seine hohe Gestalt noch mehr, als er sich sockst krumm hielt, in tödlichster -Verlegenheit, wie er fortfahren sollte. Er befand sich sonst nicht in Gegenwart von Prinzen und Grafen, aber überzeugt von historischen Entwicklungen stand er im Herrenhause in den meisten 'Dingen mit ihnen Schulter an Schulter. Er fand Stolz dumm niib lächerlich, nur nicht bei einem Emporkommen, wie es ihm selbst gelungen. Er war rücksichtslos, wenn er einen Gegner vor sich halt»; doch hilflos wie ein Kind, wenn er liebenswürdig sein sollte. Und xr wollte liebenswürdig sein, wollte den Kölln- und ihrem Anhang keine Ungezogenheit sagen, aber sein Mut sprach doch in ihm. So begann der glänzende Debatten des Parlaments mit einem Mal zu stottern und schloß ganz plötzlich: — Ich wollte nur sagen, wir können alle unseren Platz nebeneinander haben auf der Erde. Der eine leistet .was und der andere hat was geleistet. In diesem Sinne denke ich an die Familien, t/e hier versammelt find, Sie leben hoch und wieder hoch und noch lange hoch! Das „Hoch" klang wie aus der Pistole geschossen. Ml» fühlten sich erlöst dag die Rede ohne schwerere Entgleisung zu Ende gekommen. Man stand auf, stieß an und setzt« sich wieder. Als die Unterhaltung von neuem begann, läutete es jedoch abermals an einem Glase: Prinz Hohen- gart erhob sich. So laut der Geheime Kommerzienrat über die Tafel gerufen, beinahe als spräche er vor tausend Arbeitern, so leise redete nun der Prinz. Ihm, von dem man immer nur meinte, daß er für fein Dasein um Entschuldigung bäte, flössen die Worte glatt vom Mund. Er blickte dabei teilten Augenblick die Umfitzenden an, sondern sprach vor sich hin, als sei es eine Betrachtung mit sich selbst indem er sagte: — Meine Damen und Herren, gestatten Sie, daß ich zuerst Herrn Geheimrat Droesigl meinen Dank aus spreche für die Worte, die in ein Hoch auf die Familie meinsp Schwägerin ausgeklungeu haben. Ich stehe hier an stelle eines Mannes, der gewiß dem Herrn Geheimrat in demselben .starken Tone des Lebens geantwortet haben würde, den er angeschlagen hat. Ich stehe hier an Stelle des Vaters der Braut, der leider nicht mehr unter uns weilt. So fällt es mir denn zu, der ich mich, ich will es nur gestehen, dem nichst recht gewachsen führe, an seiner Statt zu antworten. Wir gehören hier beinahe alle durch Geburt zu jenen Familien, deren einer Sproß vor vielen Hunde« Jahren einmal Bedeutendes geleishei hat und dadurch sich 90 den adeligen Namen erwarb'. Ich glaube aber versichern zu dürfen, daß es in unseren Familien immer Leute gegeben hat, die den Namen, den ihr Ahn erwarb, sich von neuem verdienten, ja, daß es solche Leute in all unseren Familien noch heute genug gibt. Es ist eine alte Erfahrung, daß es schwerer ist, sich aus einmal erreichter Höhe zu erhalten, aW sie zu gewinnen. Und es ist immerhin etwas, das ich, der ich für die Grafen Kölln reden muß, ins rechte Licht rücken möchte, wie diese Familie sich durch so viele Jahrhunderte auf der Höhe erhalten hat. Betrachten wir die Geschichte, so sehen ivir überall das ße, das Emporkommen von einzelnen Menschen, von lechtern von ganzen Neichen, und deren allmähliches Miederuntergeben. ‘ Alles währt nur eine Weile; wie lange, weiß Gott allem. Zum Vergehen, oder, wie wir es nennen können, zur.Umwandlung in anderes, Neues, ist alles be- ftimmt, was auf der Erde ist Tie Leute, die durch eigene Kraft heute in die Höhe gekommen sind, genau wie unsere Vorfahren es einmal getan haben vor grauen Jahren, diese Leute gehen einmal dem gleichen Untergang entgegen wie wir, wie alles, waD irdisch ist. Sie haben pur etwas voraus: vielleicht etwas mehr Zeit. Die Entwicklung, die wir schon erreicht haben, steht ihnen erst bevor. Es ist das, was auf der ganzen Erde gilt: Alter und Jugend. Nun weiß man aber nie bestimmt, welches Alter ein Mensch einmal erreichen wird. Bei den alten Familien weiß man Hs aus der Geschichte, daß sie eine lange Zeit zurückgelegt haben, daß sie stand hielten. Bei den jungen können wir Hs nur hoffen. Und in diesem Sinne, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, mit mir das Glas zu erheben und darauf zu leeren, daß jene Familie, deren ältester Vertreter hier mit berechtigtem Stolz sich seines eigenen Emporkommens gefreut hat, erreichen möge, was ihr nun noch zu ihrem Emporblühen notwendig ist: die Dauerbar- keit. Dazu gehört aber die Vererbung. Die bisherige Gräfin von Kölln ans dem alten Geschlecht soll dem neuen diese Möglichkeit geben. Hoffen wir, daß die kommenden Droesigl durch Agathe und Ludwig Droesigl einmal ihrem Begründer, dem großen Industriellen und ausgezeichneten Parlamentarier, den ich die Freude habe, in meinem Hause zu sehen, Ehre machen werden. Die Familie Droesigl lebe hoch, blühe weiter und zum dritten Mal bis in fernste Zeit. Als das Hoch verklungen war, setzte er sich mit leise geröteten Wangen aufrechter und stolzer. Der Geheimrat rief mit gewaltiger Stimme über den Tisch: — Ganz einverstanden, Durchlaucht, hat mich sehr gefreut! Der Bräutigam aber, der mit dem Glase zu seinem Schwager gegangen war, sagte leise, während die Kelche aneinanderklirrten: — Mein Vater hat niemand angreifen wollen. Er ist nun mal ein Original. Alles wunderte sich über des Prinzen glatte, gute Rede. Sein älterer Bruder, der Fürst, schüttelte ihm die Hand. Er stieß auch mit dem Geheimen Kommerzienrat Droesigl an und sägte dabei: — Ich habe leider nie Gelegenheit gehabt, Ihre Be- Vanrckschasi zu machen. Aber Ihre Werke und Ihre Einrichtungen kenne ich und habe für meine schlesischen Bergwerke manches von Ihnen gelernt. Die Prinzessin war voller Staunen. Sie erzählte ihrem Tischnachbar, dem Gesandten zur Disposition Graf Regnier, dem Vater des jungen Grafen, wie in den letzten Tagen, während sie hier in Haddensen die Anordnungen für den Empfang der Gäste getroffen, ihr Mann gleick einem Irrsinnigen herumgelaufen sei, in Gedanken an die Rede, die Hm bevorstand. — Er hat sie mir ein paar Mal gehalten, ach Gott, was sage ich, hundert Mal, aber denken Sie, Exzellenz, sie war ganz anders. Total anders. Außerdem blieb er bei jedem zweiten Sah stecken. Tas soll einer begreifen! Bald wurde aufgestanden, und in langer Kette schritt dis Gesellschaft wieder aus dem gelblichen Licht der Kerzen durch die jetzt sonnenhelle Galerie hinüber in den Salon der Prinzessin. Dort standen alte Goldsessel und Sofas mit blauen Seidenbezügen, aber der Raum hatte etwas Modernes dadurch daß er vollgepfropft war mit Er" innerungen aller Art, Geschenken und Aufmerksamkeiten von Valys vielen Bekannten, Ankäufen der verschiedensten Stile aus allen Städten und Bädern, wo sie geweilt. Denn MerallpsleZte sie an den Auslagen stehen zu bleiben und irgend etwas zu erwerben: ein Nichts, einen Herumliegerp eine Dose, ein Falzbein, ein Kästchen, einen Leuchter, eine Vase, einen Rahmen, ein Riechfläschchen, eine Schale, eine Spitze, ein Deckchen. Da gab es Hundefantilien, Affenkreise, Katzengeschlechter; alle Tiere der Kopenhagener Königlichen Porzellan-Fabrik. Vor allen Dingen aber standen auf den Tischen und Möbeln, hingen an den Wänden, steckten in Schirmen und Rahmen Photographien von alten Menschen, die der Prinzessin je in ihrem Leben begegnet: in Uniform, die- Orden angetan, im Frack, dann wieder nachlässig im Bummelanzuge. Damen mit der Conrschleppe, ganze Galerien von Freundinnen und Bekannten von irgend einem Kostümfest, zu Pferde bei Gelegenheit einer Quadrille, andere das Racket, den Bergstock in der Hand, das Gewehr Überder Achsel, daß man sehen sollte, wie diese Damen auch schießen konnten. Es war, als hätte die Prinzessin niemals auch nur ftins Minuten mit einem Menschen gesprochen, ohne die Bitte an ihn zu richten: „Schenken Sie mir doch Ihre Photographie!" Es war förmlich eine Krankheit. Aber durch die erdrückende Fülle, die beinahe tapetenartig wirkte, Hatto der Raum nichts Unruhiges. Sicheres Kunstgefühi fehlte freilich. Neben einer zufällig nicht üblen Bronze stand die Abscheulichkeit der Dutzendware, neben einem außerordentuchen Porzellanstiick bellte ein Fahrmarktsmops für zehn Pfennige. Die Menschen hatten sich verteilt, Kaffee und Schnäpse wurden angeboten. Und daneben im Zimmer des Prinzen, einem in dunkler Eiche gehaltenen, ruhigen Raume, warteten die Zigarren. Dorthin hatte sich Geheimrat Droesigl zurückgezogen. Er war der erste, der qualmte. Als Fürst Hohengart zu ihm trat, sagte er: — Wissen Sie, ohne Zigarre kann ich nun mal nicht leben. Bei mir geht sie während der Arbeit nie aus. Gott, tote oft sind mir schon auf dem Schreibtische Papiere an- gekokelt. Fürst Hoheugart setzte sich lächelnd zu ihm. Der hagere Mann mit dem schön geschnittenen Gesicht und dem einen Stern auf der linken Brust, dem wohlgepflegten Bart- und Haupthaar und ihm gegenüber der andere mit dem wirren Kops int schlecht sitzenden, ein Dutzend Jahre alten Frack, als könne oer Besitzer von Millionen das Geld zu einem neuen nichst ausbringen. Der Fürst begann von allerlei Arbeiten unter Tage, von Kohlenpreisen, neuen Absatzgebieten, und der Geheime Kommerzienrat hörte ihm zn, bie Augen halb geschlossen, als wolle er abwarten, wes Geistes Kind dieser Fürst Hohengart sei. Nur ab und zu warf Herr Droesigl senior ein Wort ein, streckte die Hand abwehrend aus: — Keine Spur! — oder schlug auf den Disch: — Natürlich! Er fing allmählich Feuer, beugte sich in seinem Stuhle vor, wioerlegte etwas, stimmte mit gewaltigem Baß zu, dann rückte er näher, und während er bie. schiefgebrannte, durch Ausstößen in den Aschenbecher zum Pilz gewordene Zigarre, wegwarf und sich, ohne bett .Hausherrn zu bitten, eine neue nahm, schwebten die Dampsivolken um die beiden, die immer enger im Gespräch verknüpft wurden. Ab und zu kam einer der andern Herren hinzu und blieb einen Augenblick stehen, aber es war nicht tnöglich ein Wort einzuwersen. Als der Geheimrat dem Fürsten so nahe gerückt war, daß die Kuiee sich beinahe berührten, klopfte er ihnr plötzlich auf den Arm: — Gottsbonnerwetter noch mal, Sie sind ja ein ganz vernünftiger Kerl! Ter Fürst lächelte: r— Tüchten Sie das nicht? — Nee, das habe ich nicht gedacht. Der Fürst machte ein lächelnd bedauerndes Gesicht: — Das ist aber hart für ntich. Im selben Augenblick waren sie wieder in irgend einen Schacht eingefahren. (Fortsetzung folgt.) Nach der Sintflut. Von einem techn. Mitarbeiter wird uns geschrieben: Die Ueberschtoemmungslalastrophe in Paris regt auch in dem Techniker manche, bis dahin mehr oder weniger latent gebliebenen Betrachtungen an. Hochwässer, auch vott ähnlichem Umfange, hat es öfter gegeben, und ihre verwüstenden Wirrungen waren in vielen Fällen größer. Aber nie ist im Bereich unserer westlichen Kultur eine. Millionen- 91 stadt so durch das Wasser verheert, sind solche gewerblichen und BerkehrsMrurrgen und die VernickMng solcher Werte int. Gefolge eines Hochwassers erlebt worden wie in Paris. Man vergleicht seilte Wirkungen mit denen einer Beschießung, sie sind vielleicht noch stärker und werden ttoch, länger fühlbar bleiben. Die Ursache dieser furchtbaren Folgen läßt sich in eine einzige Tatsache zusammenfassen: die Gewässer der Seine haben ihren Weg in das unterirdische Paris gefunden! Hier liegt der Nerv aller jener Störungen, die das gewerbliche, das Berkehrsleben, den Unterricht, alle öffentlichen Anstalten, die die ganze Existenz von Paris getrofferr haben und in ihxen Folgen noch lange bedrohen. Im vorigen Jahre Haven auch in Deutschland volksreiche Städte wie Nürnberg großenteils lief unter Wasser gestanden, ohne daß daraus ähnliche Verheerungen und Stockmigen wie in Paris hervorgegangen wären. Aber dort hat und kennt inan nicht das in Paris, ebenso wie in Newyork, Chicago, London, Berlin, so gewaltig entwickelte Leben unter der Erde, das im vorliegenden Falle die Wassersnot zu einer Katastrophe von unerhörtem Umsattg gesteigert hat. Verfolgen wir einmal flüchtig die Einzelmeldungen der Pariser Hochwassertage. Zunächst waren Tausende von Kellerwohnungen überschwemmt. Nun, das kann auch anderwärts passieren. Aber große, monumentale Gebäude, Staatspaläste, Hotels, Warenhäuser, Botschafterpalais, denen das Wasser in ihren eigentlichen Wohnräumen gar nichts anhaben kann, mußten verlassen werden, weil das Wasser in die Souterrains drang und die darin befindlichen Heizuugs-, Beleuchtungs-, Ventilationsanlagen außer Tätigkeit setzte. In einer Stadt Ivie Paris oder Berlin reicht der Platz über der Erde nicht aus, man muß mit dem ganzen riesigen Apparat an Kesseln, Maschinen Usw., den ein Hotel, ein Warenhaus, schott ein großes Wohnhaus nicht entbehren kann, unter die Erde gehen. Da liegt der verwundbare Punkt dieser kolossalen Einzelorganismen im großstädtischen Erwerbs- und Verkehrsleben. Die Technik hat den modernen Wohn- und Industrie- Palästen wtmdervolle Hilfsmittel in den Heizungs-, Beleuchtungs-, Lüftungs-, Fahrstuhleinrichtungen, tm Telephon usw. zur Verfügung gestellt, aber sie hat es noch versäumt, diese Nervenbündel des Großstadthauses gegen Wasser und Feuer, gegen die Elemente zu panzern. In Newyork und Chicago ziehen sich, die unterirdischen Maschinen-, Kessel- und Lagerräume oft unter der ganzen Breite der Bürgersteige hin, auch das kann unter Umständen zu einer großen Gefahr für das öffentliche Leben werden. Eine andere Schwäche sind die Untergrundbahnen. Immer wieder haben sich die Pariser Hochgewässer in diese bequemen Kanäle gestürzt, die ihnen wie ein bereitetes Bert den Weg durch die halbe Stadt bahiten! Mit dem Brausen von Katarakten brechen sie in die unlerirdi- chen Bahnhöfe ein, aller Verkehr stockt, eine zweite, viel- ach verzweigte Seine sucht ihren Weg durch das unter» Esche Paris, und auch geborstene Straßen, sinkende Häuser, tückische Wirbel bezeichnen die Bahn der unficht- baren stygifchen Fluten. Das unterirdische Eisenbahnnetz von Paris, das Hunderte von Millionen gekostet hat, kann zuin zweitenmal gebaut werden, wenn die Ueberschwem- mung sich verlaufen hat. Das Prinzip der Hochbahnen hat nie ein überzeugenderes Argument seiner Berechtigung erhalten, als durch die Zerstörung der Pariser Untergrundbahnen! Diese bedrohen jetzt nicht nur sich selbst, sondern durch die Verbreitung der Gewässer die ganze Stadt. Aber sie sind nicht allein schuld an der Ausdehnung der unterirdischen Fluten. Ter Boden unserer Millionenstädte ist ja durch und durch zerwühlt. Tausend Röhren, Kanäle, in denen ein Kahn fahren kann, und Röhren von Spaunen- bis Klafterweite ziehen darunter entlang, und alle haben irgendwo Auslässe, Oeffnungen, schwache Puttkte, wo die Ueberschwemmungen eindringen, sich ausdehnen, ihre zerstörenden Wirkungen entfaltett können. Der von unten kommende Druck des Wassers tut dann das seinige, die Wirkungen fortzupflattzen, das Pflaster, die Fundamente zu gefährden, und eine Hochwasserwelle, die in Städten von alter Bauart kommt und geht, zu einer so schrecklichen Katastrophe wie in Paris ausarten zu lassen. Tas Leben der Millionenstadt kann die unterirdischen Bauwerke nicht mehr entbehren, im Gegenteil, es werden ihrer jährlich mehr. Unterirdische Güterbahnen, Postverkehrstunnels, Elektrizitätswerke,' ZentralheiMngen, alles gräbt sich mehr unbi mehr in die Erde, weil droben kein Platz mehr ist. Wer der Fall von Paris enthält eine eindringliche Mahnung, mit den Forderungen des Fortschrittes die der Sicherheit ständig zu verknüpfen: „denn die Elemente hassen das Gebild von Menschenhattd!" R. W. öie deutsch-schWeizerische Grönland-Expedition. Eine gefahrvolle Wanderung über die ungeheueren, tiochj nie betretenen Eisflächen des grönländischen Inlandeises haben int Inti 1909 zwei schweizerische und ein deutscher Gelehrter unter- uvmmen, nur das Wesen der Polargletscher' zu erforschen. Ter Hauptzweck dieser deutsch-schweizerischen Expedition, an der Dr. de Quervain, Vizedirektor der schweizerischen meteorologischen Zeus- tralstativn in Zürich, der Zoologe Dr. Räbler und der Straßburger Gelehrte Dr. A. Stolberg teilnaHmen, bestand darin, meteorologische llntersuchuugeu zur Erforschung der höheren Luftschichten der Arktis vvrzunehmen, die ine Hinblick auf die geplanten Versuche, den Pol durch das Luftschiff zu erreichen, von großer Wichtigkeit sind, dann, zoologische u. ethnographische Nntersuchungen anzustellen, besonders die in Grönland noch wenig erforschte wirbellose Faunia! W erforschen. Hauptsächlich wurden aber die Veränderungen und Wetscherverschiebnngen des noch selten betretenen grönländischen änlandkises beobachtet. Zuerst war die Expedition von einen sAmoschar begleitet, aber am Rande des ewigen Eises verließen die Grönländer die Forscher, da sie sich in den Aufenthaltsort ihres sNrchtbarsten Gespenstes Kivigtok, des Inbegriffs aller Schrecken, nicht hineinwagen wollten. Als letzte Botschaft der Kultur wurde den drei Gelehrten Ende JNni aus Umanak von einem: Kajakmann ein Zettel überbracht, aus dem. mitgeteilt wurde, ein Amerikaner, Dr. Cook, habe den Nordpol' entdeckt. Ten Verlauf der Expedition durch die völlig unbekannte und unerforschte Welt des ewigen Eises schildert Dr. A. Stolberg in der Tmischen Revue. Tie Hunde hatten die Reisenden zurückgelassen und zogen ihre Schlitten mit dem Proviant selbst; die Tiere wären ihnen bei den Schwierigkeiten des Vordringens, die sich itynen zunächst darboten, doch Nur! zur Last, geworden. „Tas blanke Eis war überall neben den unzählbaren großen und kleinen Wasserläufen. mit Schmelzsurchen sowie Krhokonitlöchern bedeckt, kreuz und quer wild durcheinander wellig, und bot so auf Schritt und Tritt Hindernisse über Hindernisse. Kaum wußte man, wo man hintreten sollte. Jrgendb welche Gegenstände, die aus.der Tasche fielen, ein Bleistift zum Beispiel, waren sosvrt in den'Löchern verschwunden. Wir gingen1 mit unseren Schlitten gewissermaßen wie aus den Maschen eines Netzes. Eigentüinliche, gurgelnde und stöhnende Laute trafen! bisweilen nufer Ohr. Wir stellten fest, daß diese klagenden Töne, die den Eskimos früher sicher auch schon ausgefallen waren, aus den Krhokonitlöchern stammten. Tas Wasser dieser Kolke versickert nämlich ost in Ritzen des Eises, wobei dann jenes unheimliche Geräusch entsteht." Zunächst mußte eine Strecke Wegs rekognosziert werden, dmm wurden die Schlitten das Stück Weges vorwärts gebracht, und mit diesem Hitt- nnd Hertransport verging viel Znt. Nach zweiwöchigem Marsch immer über blankes Eis' hinweg, bei bem die Steigeisen nicht von den Füßen tarnen, wurde zwischen 1000 und 1100 Meter Höhe die Schneegrenze erreicht, deren Anfang! man bis dahin zwischen 600 und 700 Meter angesetzt hatte. Tie Oberfläche des Inlandeises hatte sich auch nicht, wie man bisher mgmvmlne», als gleichmäßig ansteigende Flüche bargestellt, .sondern stieg in dmtlich abgelebten Stufen auf. Nun ging es mit den Schiern über weite Plateaus, an tiefen, Spalten vorbei, verhältnismäßig leicht weiter. IN der Höhe von 1200 Meter wurden die Spalten seltener, die Märsche Sonnten nun regelmäßiger vorge- nvnnnen werden. Am späten Abend brach matt im Schein der Mitternachtssonne auf, in der Zeit zwischpw 2 und 4 Uhr morgens wurde eine FrühstüclVpause gemacht, und bann ging cs weiter bis in den Morgen hinein, «vorauf das Zelt zur Rast aufgestellt wurde. Mit großer Mühe wurde das Zelt befestigt, damit es der Witrd nicht so sehr eindrücken konnte, dann ivurde durch eins wasserdichte Segeltuchplane »ein verhältnismäßig' trockenes Lager hergestellt, darauf die Mahlzeit gekocht und zuletzt krochen die Reisenden gestiefelt und .gespornt, in dicke mit Pelzen und Daunen gefütterte Timiaks (eine Art Musen) gehüllt, in ihre Schlafsäcke, zu kurzer Ruhe. Nach drei harten Wochen war eine Meereshöhe von 1700 Meter erreicht. „In «Mer Beleuchtung gleißten die Eisfelder tagsüber so stark, daß die Augen durch blaue Brillen geschützt werden mußten. In den Abendstunden, wenn wir un- ieren Marsch begannen, war das Licht viel gedämpfter. Tie blauen Töne nahmen dann überhand und gegen Mitternacht erglänzte! bis zum fernsten Horizonte alles in rosafarbener Beleuchtung. Mit dem abnehmenden Licht wachsen dann die Schatten unserer Personen und der Schlitten, und gleichsam als' .Geister zogen wir schweigend noch einmal mit. Sv magisch der .Anblick dieser eisigen Meli auch sein mochte, so verfehlte er dock) angesichts dieser Wielen. Strapazen, eilten vollen Eindruck auf uns zu machen."' Am 21. Tage nach dem Betreten des Inlandeises' traten die Reisenden die Rückkehr an und langten am 1. August glücklich wieder bei dem von ihnen nicht weit vom äußersten Eisrande angelegten' Lebensmitteldepot an. Die Expedition hatte einen1 Weg von etwas über 200 Kilometer auf dem Eise gemacht. Besonders in morphologischer Hinsicht ergaben sich interessante Resultate. Nicht nur Wisse, und, Seen, auch förmlrchs TMystxme, wie sie bisher noch 92 lMig mckekiümk waren, wurden im Znlandeis eutb«6t. Das Borhandetrsein einer 60 Kilometer in das Gis hinein rasenden, in einer bestimmten Bezichung zur Orientierung, der Fjorde stehenden Bodeusorm wurde f-estgesteltt. Von all diesen Formationen des JirlMideises wußte man bisher noch nichts. wie entstand die Mufik? Mit dieser viclumstrittenen Frage beschäftigt sich der Berliner Professor Carl Stumpf, der bekannte Toupsycholvge, in der von, Pros. HinNeberg herauf gegebenen Internationalen Wochenschrift für WissMschast, Kunst amt* Derbuit Er stützt sich dabei auf das besonders in dem Berliner Phonogrammarchi» gesammelte Material primitiver Musik- iituttg, das ihm einen reicheren Einblick in die Anfänge alles MuMevmS gestattet als seinen Vorgängern. Tie Theorie Dar- wins, nach der die Musik zunächst bei deir Tieren ein Lockmittel! iütt Ltebeskanipf gewesen sei, genügt ihm ebenso wenig wie die Hypothese Spencers, der die Entstehung der Musik aus den Akzenten und Tonfällen der menschlichen Sprache erklärte. Auch die neueste Anschauung, die den Ursprung aller Künste und der rhythmisch geordneten Bewegung bei gemeinsamer Arbeit sieht, erläutert nur die Anlässe nnd Motive, die zum Singen führet konnten. All'diese Erklärungen versagen aber da, wo das spezifisch Unterscheidende der Musik beginnt, nämlich bei der Frage, wie die Menschen dazu kamen, die Linie der Töne, die an und für sich durchaus stetig ist, in bestimmte Intervalle zu gliedernd Tie Urkenne dieser musikalischen Jntervallbildungen, die wir in der Musik der verschiedenen Völker und Zeiten tatsächlich finden, Missen selbständig entstanden sein,- dann erst konnten andere Elemente, wie der Rhythmus und die Sprache, mit der Melodik znsaMmcnwirken. Tas Bedürfnis akustischer Zeichengebung hat nach Stumpf beit Menschen darauf gebracht, die Stimme als Donwerkzeng zu benutzen. „Versucht Man auf größere Ent- fermrngen Yin jemand durch die Stimme ein Zeichen zu geben, so verweilt die Stimme mit großer Stärke fest auf einem hohen Dom, wie er naturgemäß eben durch die stärkste Anspannung der Stimmlippen hervorgebracht wird, während sw am Schlüsse mit naMassender Lungenkraft heruntergeht, wie tvir an den Juchzern beobachten, die sich die Sennen im Gebirge gegenseitig zurufen. Dieses Verweilen auf einem festen Ton ist, .meine ich, der erste Schritt zum Gesang, es zieht die Grenzlinie gegen das bloße Sprechen. Der zweite Schritt und der eigentliche Schöpfungsakt für dr« Musik ist dann der Gebrauch eines festen und tranSPonier- baven Intervalls, und auch dazu konnten akustische Signale hinführen. Wenn nämlich die Stimme eines Einzelnen nicht auK- reicht, werden mehrere zufaunuenrufcu. Sie werden sich bestreben, dm nämlichest Ton zu singen, um die gewünschte Verstärkung zu erzielen. Sind es aber Manner nnd Knaben oder Männer und Weiber, so werden sie nicht ein wirkliches Unisono erzielen, weck teder^die höchste Tonstärke nur innerhalb seiner Stimmregbon erreicht.. Sie werden also mit gleicher Kraft der Stimmgebung Verschieden Töne erzeugen. Sv mochten zahllose Mehrklänge zu- falltg entstehen. Unter allen Kombinationen hat aber eine die Eigenschaft, daß der Zusammenklang dem Eindruck eines ein- KÄuen Tones zum Verwechseln ähnlich ist: die Oktave. Mau Mimt daher das ZusaMmmsingen von Männern und Frauen in Oktaven immer noch einstimntigen Gesang, obgleich es, genau Karmen, schon MehrWmmigkeit ist. In der Mychologischen ick kennen war diese Eigenschaft der Oktave unter dem Namen der Verschmelzung, und schon die griechischen Musiktheoretiker haben darin das Wesen der Konsonanz gefunden. Tiefe Einhcit- nchMtt des Zusammenklanges ist der Oktave nicht etwa erst allmählich zngewachsen. Sie ist nicht eine Folge der musikalischen Entwicklung, sondern eine durch die Natur der Töne, oder der zu Grunde siegenden Gehirnprozefse notwendig bedingte Erscheinung Sw ist darum sicher auch beji den Tieren vorhanden, nur baß sie darauf nicht aufmerksam wurden und nichts daraus gemacht haben Die Urmenschen aber müssen diese Einheitlichkeit einmal « und Zusammenklänge dieser Art benutzt haben, weil sie ben Eindruck hatten, den nämlichen Ton, also einen verstärkten Don M smgen Wir Wunen heute Noch an Unmusikalischen beobachten, paß sie die Oktave für einen Don halten. Versuche haben ergeben, daß dies unter 100 Fällen etwa 75 mal geschieht." Auch noch andere ZusaMinenWnge besitzen diese Eigenschaft, je- doch m geringerem Maße: die Quinte und die Quarte, die sich ebenfalls bet beit Naturvölkern beobachten lassen. Für die Aus- vitdung der Musik trat aber nun ein wichtiger Affekt in Aktion, der m der Urgeschichte des Menschengeschlechts eine so mächtige Rolle spielt: die Neugier, die neben dem Zufall und der Not die Quelle aller Entdeckungen und Erfindungen ist. „Beim Zu- mmmeutr-ffen zweier Stimmen in der Oktave, in der Quinte oder Quarte, konnte einem feineren Gehör doch allmählich nicht entgehen, daß es sich ui Wirklichkeit doch UM zwei verschiedene Töne hmideltc. Wenn man sic nacheinander angab, war dies iwch deut- ltchrr. Man mochte sich darüber freuen, solche Zweiklänge hervor- Wütigen, die doch einem Einklang ähnlich waren; und man sang tmmr dte nämlichen Töne auch absichtlich nacheinander, um sich rhren Eindruck auch in dieser Form einzuprägen. Tabei mochte dann der leere Zwischenraum, den aiich das kleinste dieser Jntzüs- volle, die Quarte, noch darbietet, zunächst willkürlich durch allerlei Zwischentöne ausgefüllt werden. Und so könn-m wir uns die ersten melodischen Phrasen, sowie die ersten Keime einer Leiter eitU- standen denken." Zahlreiche Beispiele ans den Gesängen primitiver Völker illustrieren diese früheste Entwicklung der Tonsimst, so in den Ueberresten des Schreiens und Heulens', die sich mit deck Anfängen der Mufik vermischen. Ganz derselbe Prozeß tote beim Singen vollzog sich auch beim Gebrauche von Instrumenten nnv. zwar läßt sich der Fortschritt der akustischen Erfahrungen amj besten in der VervollkoMinnnna der Pfeifen erkennen, die, wenn nicht die ältesten, jedenfalls sehr alte Musikwerkzeuge sind. Ans dem Bedürfnis der Verstärkung entstehen die Doppelpfeifen; sehr früh wird schon bei den primitiven Volkern aller Weltteile di« Panpfeife benntzt, die Aneinanderreihung verschied en abgestinrmtev Pfeifen. Diese ersten Panpfeifen nnd die Pfeifen mit mehreren Löchern brachten einen großen Aufschwung in das Musizieren,.. Es entstanden die ersten instrumentalM Melodien, an denen anch bald Saiten- und Schlaginstrumente ihren Anteil nahmen. Das! ursprünglichste Saiteninstrument war der sogenannte Mufikbossn, dessen Saite meist mit einem Stäbchen geschlagen, auch gezupft, aber nicht gestrichen wurde. Allmählich entstanden dann die mehr- saitige Harfe und Leier mit Schildkrötenschalen als primitiveck Resonanzkästen. Während aber die Sparen mehrstimmiger Mnsik, die die Anfänge der Tonkunst bilden, erst sehr spät zu reiferem Entfaltung kamen, gedieh der Rhythmus sogleich zu einer merkwürdig reichen Durchbildung und auch die Sprache gewann Einfluß auf die Entwicklung der Mufik, indem sie den Sprechgesang kultivierte. ________ Vevmischte»- * Die Seele des Hundes. Als Lord Byron in feiiteitj Weltschmerz die Menschen als Sklaven der Lüge, der Eitelkeit und der Treulosigkeit sah, da erhob er den Charakter des Hundes MN Ideal, iöie Burns später den Hund dem Menschen als ein Vorbild wahrer Hingabe und echter Religiosität cutgegeiistellt. Der Mut, die Liebe, die Treue, so führt Camille Flammarion, der bekannte Pariser Astronom nnd Gelehrte, in einem Aufsatz aus, den er im American Magazine veröffentlicht, diese ethischem Ideale der Menschheit weiß der Hund besser zu erfüllen, als sein Herr. FlaMmarion erzählt .einige interessante Fälle, did sowohl für die Hingabe, wie für die Klugheit des Hundes charakteristisch sind. Er berichtet von einem Hunde, der einen Beinbruch erlitt und von einem Arzt geheilt wurde; einige Tage später brachte er dem Arzte einen anderen kranken Hund zur Bchandtz lung. Die Fälle, in denen Hunde nach dem Tode ihres Herrck die Nahrung verweigern und sterben, sind so häufig, daß sie kaum mehr registriert werden. Aber die Treue des Hundes geht fiter die Passivität hinaus; Flammarion berichtet von Fällest, in denen Hunde unzweifelhaft 'Selbstmord verübten. Als ein! Hund von seinem Herrn ungerecht gezüchtigt ivorden war, stürzdü er sich in Paris in den Saint Martin-Kanal, machte fcinid Schwimmbewegungen und -ertrank. „Im .Jahre 1908 sah man in der Nähe des Pariser Observatoriums einen Hund, der (gerade auf einen Omnibus zulief und sich Vor den Rädern nicdey- kanerte, so daß er überfahren wurde. Am Tage vorher tvati seine Herrin gestorben. Hier wirkte nicht nur Schmerz und Verzweiflung, sondern auch ein Wille, zu sterben und dem Leiden ein' Ende zu machen." Noch mersivürdiger ist der Fall -eines Hundes, den man 'von seinem Herrn trennte und von Paris nach London! brachte. Wenige Tage später fand man den Hund in Paris wieder vor der Haustür seines Herrn, niemand wußte .zu sagen, inte das Tier znrückgekommen war. „Solche Geschehnisse," so schlieU der Pariser Gelehrte, „lassen uns die automatische Erklärung des tierischen Lebens zurncsiveisen. In unserer Welt gibt es schlechtere Und dümmere Menschen, als Hunde in der Welt der Tiere." Gitter-Rätsel, ___________ In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a —!— ----—1 a a, esseses, g g g, i i, n n n n, o o, rrrr.se — — ss.ttttttttttt, nun u derart einzutragen, daß die । I senkrechten und wagerechten _______!_________j Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Raubtier mit kostbarem ____________ Pelzwerk. 2. Deutsche Residenzstadt- “ 3, Symbole einer Ver- ___ ___ einigung. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummert G a st h o s. Ksdaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verla« der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießern