WW MUD WWW KWWD B-rin irr« U r •%> Friedel halb-süß. Roman Vvn F e d o r v o n I o b e l t i tz. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) _ „Ile verpflichten mich durch Ihre Erklärung zu gro- pem Dance, gnädige Frau," entgegnete Fritz ruhig. „Ich habe übrigens nicht vorausgesetzt, daß die Initiative zu jener — Roheit, wie Sie gang richtig sagen, von Ihnen nusgegangen sei. Und nun bitte ich Sie, auch eine Erklärung meinerseits anhören zu wollen. . ." unwillkürlich wurde seine Stimme wärmer und eindringlicher . . . „Ich berühre damit schmerzliche Satten, — aber es ist eine Rechtfertigung, die ich Ihnen und mir schuldig bin — umsomehr, als man es unter dem Schutze des Talars gewagt hat, niich in ungeheuerlicher Weise anzugreifen.... Ich ahne nicht, ob Sie aus dem Munde Ihres Gatten etwas über den Grund unsrer Zwistigkeit gehört haben r~" „Mein," sagte sie kurz, „nichts." „Es war ein Streit, tote er vorkommen kann ■— und ein unbedachtes Wort, in der Erregung gesprochen, führte Kur Forderung." „Die von Ihnen ausging?" fragte Maud. »Ja- gnädige Frau. Ich war in Uniform Und Knir blieb keine andere Wahl." „Ich kenne bis heute noch nicht die Ursache des Streits, Herr Friedel." Fritz zögerte einen Augenblick und erwiderte dann: „Ich bitte darüber schweigen $u dürfen, um keine neuen Werstimmungen zu erregen." „Wollen Sie mir nicht die Wahrheit sagen?"' Er Atmete stark auf. „Ihr Gatte wünschte mich Frau Helldorf vorzustellen. Das lehnte ich ab." „Weshalb?" „Wil ich der Ansicht bin, daß der Einfluß der Frau Helldorf auf meinen alten Freund ein —। ungünstiger ist." „Bitte werter." „Ihr Gatte stellte mich Kur Rede —i und so ent» wickelte sich der Streit. Daß ich geneigt war, das Duell als eine ganz äußerliche Formalität zu behandeln, werden meine Sekimdanten bezeugen können. Ich hatte die feste ckbstcht, vorbei W schießen. . . ." Nun erhob er sich.... „Gnädige Frau," fuhr er in tiefstem Schmerze fort, „bet der Ehre meines Namens schwöre ich Ihnen: es war so. Wie es kam, daß meine Kugel dennoch traf, weiß ich nicht — sA kamt nur vermuten, daß eine unwillkürliche Bewegung Dres Gatten das Unheil verschuldet hat. . . . Werden ©ie mir Glauben schenken?" ..Die strich rasch mit der rechten Hand über jihr Ge- stcht, als wollte sie ihr Mienenspiel korrigieren. Dann stand sie gleichfalls auf. „Ja," sagte sie. „Ich habe auch nie etwas anderes geglaubt denn tch kenne Sie. . ,/' Ihr Blick glitt tief in sein Auge..... „Sehen Sie b|te Farben, die sch trage? Es sind nicht die der Trauer. Nur draußen vor der Welt bin ich die Witwe, die den Dod ihres Gatten ehrt. Mein Herz kann nicht trauern. Und wissen Sie, wer es war, der mich ins Unglück meiner Ehe hinein» getrieben hat? Wissen Sie es, Fritz? Der, der mir seine Liebe geschworen hatte und der sich schmählich von mir wandte, weil ich einmal einem Schurken gegenüber meine! Mädchenehre mit dem Messer in der Faust verteidigen mußte! Der war's!" Fritz sah in das Gesicht der jungen Frau, sah die bebenden roten Lippen und die züngelnde Flamme im Auge. Und nun wußte er: die Gefahr war da. Er fühlte sein Herz schwerer werden und gleichsam ein Wirbeln im Hirn. Er fühlte mit starkem Empfinden: aus der erregten Zürnerin sprach nichts als die Liebe von einst. Seine Lider senkten sich ein wenig; er wich ihrem Mick aus und zuckte wie hilflos mit der Schulter. „Sollte ich Herkommen, um das zu hören, gnädig« Frau?" erwiderte er, und es gelang ihm, den Don kalt» Mutiger Ruhe zu finden; „wollen wir nicht die Vergangen» heit Bergangenhert sein lassen? Sie schrieben mir von Ihrer Zukunft nnd meiner. Das allein hat mich zu Ihnen geführt." Und nun geschah etwas Unerwartetes! Fritz sah Maud zum ersten Mal weinen. Ihre großen schwarzen jStngen füllten sich, und langsam perlten die Dränen über ihrs Wangen. Sie sank in die Polster zurück und drückte ihr Gesicht in die Kissen. Das stolze Geschöpf weinte. UnÄ das ergriff ihn. „Siebe Maud," sagte er sanft, „können wir nicht ohne Erregung miteinander sprechen? Als ich Ihren Brief bekam, hatte ich das instinktive Empfinden, Ihrer Aufforderung folgen zu müssen. Gewiß, mancherlei sprach dagegen, vor allem die Gefahr des Brißverständnisses <— aber mein Verlangen war doch groß, Ihnen nach alldem, was geschehen ist, eine letzte Erklärung geben zu dürfen. Werfen Sie mir nicht ein Unrecht vor, das ich niemals jbe- gangen habe. Im Gegenteil: löste ich damals unser Wer- hältnis, so geschah es allein aus dem Grunde, weil ich mir sagen mußte, daß wir uns beide getäuscht hatten —i daß Sie bei mir niemals das Glück finden würden, auf das Sie hofften. Ist denn Ehrlichkeit etwas Schlechtes? — Wir waren noch sehr jung, Maud. Und ich sage Ihnen: ich war des festen Glaubens, Sie würden vergessen könnet^ bis ein anderer käme. Stattdessen —" Er brach ab Sie hatte sich wieder aufgerichtet Und' griff hastig nach seiner Hand. „Stattdessen heiratete ich ihn," stieß sie hervor. Es war, als schleudere sie die Worte von ihrer Zungenspitze., „Ich will dir erzählen weshalb. Geh nicht fort —, blech hier und laß mich aussprechen! Setz dich wieder, iFritz. Ach bin dir so dankbar, daß du gekommen hist; W wK — 698 — Sie schlug die Augen groß zü ihm auf. „Kindischen! Groll kenne ich nicht. Aber auch kein Beleihen. ■ Jetzt hatte der Blick seine Eisenfarbe wieder. Wrt, Maud, f» gehe 'ich ohne versohnMen MM Maud." rief er, „weshalb quälst du mich?! Was quälen wir uns denn beide! Wenn der Zufall deines Automobilunglücks Nns nicht wieder Msammengefuhrt hatte, Ware ich heut nicht bei dir! Woll'n wrr uns nutzlos dwo Leben verbittern!?" „Richtig, es war ein Zufall, Fritz Vielleicht auch nur eine Folge in der Reihe der Geschicke, die unser unbewußtes Ich sich schafft — vielleicht eine geheunmsvo lr Notwendigkeit. Für mich jedenfalls das Vorspiel zu heute, | der Drang zum Müssen. Ich habe dernen^Lebensgaug verfolgen können. ANch du hast kern Gluck gefunden, lern äußeres und kein inneres. Ich höre, es frije£t xtt eurem Geschäft, und deshalb nahmst du den Abschied. Höre auch, daß deine Mutter sich von -euch getrennt hat, und weiß, du bist unvermählt geblieben, weil — ja, weil dir noch keine begegnet ist, die du hättest halten mögens- oder weil Genug, du bist einsam lute ich. Und wrr bilde sind frei. Schau mich an. Ich bin immer noch jung e- was mir der Spiegel sagt, sagt dir mein Leib. ^ch habe dich lieb i— und gibst du mir Antwort, du liebest mich ni ch t l— ich triumphiere dennoch, denn rch werde derne Lrebe wecken! Ich biete dir ein Bündnis an, Frrg. Du hast auch dem Leben wiedergegeben — ich will dir unerschöpflich danken. Ich will dich glücklich Mächen — ber Gott, rch will es und kann es!" Da schnellte Fritz empor, sehr bleich und sehr gefaßt. „Du überlegst nicht, was du sagst, Maud —" „Jedes Wort ist bedacht!" fiel sie ein. „Auch im Kampf um mich selbst vergeß ich die Klugheit mcht. Oder scheust du das Trauerjahr? Es ist keine Ewigkeit — und zudem: die Welt ist groß." < Seine Hände umspannten dre Erchenholzlehne des Sessels „Es ist eine Unmöglichkeit," sagte er mrt fester Stimme „daß wir uns heiraten. Weder morgen, noch rn Monaten, noch nach Ablauf des Trauerjahrs, das ure erues war. Ich sehe von moralischen Widerstanden ab. ^ch will ganz nüchtern urteilen. Nimm au, wrr versetzten der Gesellschaft den Faustschlag und verlachten die ublrche Ordnung der Dinge. Würde da die Niedertracht nicht wreder leben- dia werden? Würden die Lästerzungen nicht fchreren: „Seht, das ist der Ausgang des Dramas! Oü est la femme? Ta ist sie ja, und nun wissen wir auch, weshalb auf dem Mederwald die KUgel traf!" - Maud, ich brn wrrklrch micht feige. Mer ern MM ist zarter besaitet als unser-, mir auch Mühe geben, ruhig zü bleiben. Ist, ich Lotete Mas bu willst. Ich heiratete ihn, und rch wußte mcht wie und warum. Mer die Buße war schwer ger Otto, der einzige Freund, den rch.habe, erzählte mrr, das Gerücht sei im Schwange, rch sei welancholcsch ge worden. Nun ja, etwas Wahres lvar schon daran. aber rch K %S8g* herausgekommen! Bis oben aus dem NreberNmld r e, siel. Da wurde es lvieder hell um mrch. Da wurdest Pu “ ^.Miaud" $™retcrerhob unwUlkürlich , wie zur Abwehr die Hand — „sprich nicht so! Ich bitte drch Großer Gott, ich ahnte ja nichts von dem Schmerz beinet Ehe. ” 8° awe „Ich weih es. -echt wub ° wohl me- Maud wie es um uns stand. Höchstens Otto, und Per schweigt immer. Mer ob bewußt oder unbewußt: d eine 5rand hat mir die Erlösung gebracht! . . . Fritz, bwse Ehe war auch eine Lehrzeit für mich. Ich habe nicht Umschau gehalten, denn ich war immer allein — aber Einschau. Ich bin eine andere geworden. Ich wurde es rn der Er'mre- ruitn an dich. Ich habe dir weh getan — unabsichtlich durch die tragische Notwehr damals rn Crncrnnatr, die ich dir törichterweise verhehlt hatte — und absicchlich in wner Stunde maßloser Heftigkeit, als ich bei dir war - rn deiner Garnison. Das ist hundert- und tausendfach durch meine Ehe gegangen — ein bitteres Leid und erne bittere Reue. Denn über alle Jahre hinweg war dir meine Lrebe treu Ich sage es dir und schäme mrch nicht. . . . ^u.ihrem ME sammelte sich die ganze überströmende Zärtlichkeit chres J hast du in dieser Zeit nie Nier- Es war schwer für ihn, ihren Blick zu halten. Die Weichheit floß in sein Herz zurück, und das Mitgefühl kam Friedel halb-süß, nun panzere dich! — Er Wär tern kalter Asket, er war lebensfreudig und jung. War es ein Augenblick, den er sre in serneu Armen hrelt tvar”1 es lange Minuten: er wußte es nicht. Bilder sagten an ihm vorüber — eine ganze Flucht von ^uhtem So sah er sie als Mädchen wieder — und da hatte ihre stürmische Leidenschaft ihn seltsam berührt. So war sie sein Weck: die Geliebte, die ihm ans dem Borne ihrer ZartliLMt in Fülle gab, die treue Kameradin, die ihm folgte, wohin er wollte. So sah er sich auch fern von den niederdrucken- den Sorgen des Tages, und eine freiere Lust ging um seine Stirn, und ein froheres Atmen kam aus feiner Brust.. . Sacht wellte das warme Gefühl zurück, dc^, erste quellende Rauschen wiedererwachender Liebe, und unwillkürlich schlang sein Arm sich fester um sie, unwillkürlich. Da ging ein Schauern über sie. „Säg mir, daß du mich liebst," hauchte sie. Er schloß die Augen Und atmete schwer. Seine Hande lösten ihre Arme von seinem Leib!; er stammelte: „Laß — laß mich, Maud . . ." und dann war er wieder fest, strich über seine Stirn, reckte die Schultern und sagte: Nein, Maud — ich will nicht! Es klingt rauh und roh, es mag dir brutal klingen, aber du mußt es hören: ich will nicht! Und ich will nicht, weil ich nicht kann, weil mein Innerstes, meine Ehrlichkeit, mein Anstaudsempfinden, werk das Beste, was ich habe, dawider ist. Hatte ich deinen Mann erschossen, um dich zu erobern — da hatte ich mich als Stärkerer gefühlt und mein Beuterecht geltend \ aemacht Aber so war es nicht. Ein feiles Unglück machte dich frei. Es widerstrebt mir, über den Toten hulweg heute Freiheit zu nützen. Diese verdammte Unglückshand wird auch dein Lück nicht hätten können. Wir, haben uns geküßt, Maud — wie einst. Es soll der Abschied gewesen sein. Nun laß uns in Freundschaft scheiden. Er hörte ein Knittern und Reißen. Sie hielt ihr Spitzentuch zwischen den Zähnen und riß es nut, den Ham bett in Fetzen. Und nun fürchtete er wieder einen Aus- bruch jähen Zorns. Wer der kam nicht. In ihrem verbuch enen Gesicht schien das Auge zu erlöschen; es war wie ein Verfallen der Züge; aus aschigem Grau lag eme schäft, Fritz. Ich trug dir Besseres an, aber du lehntest ab weil deine Seele klein ist, edbärmlich klem. Hart . nein, ich will dich nicht schmähen! Ueber deme Korrek^ heit kommst du nicht hinaus. Wärest du als Bettler mir gekommen, mich als Bettlerin m ein hungerndes Wem, teurerleben zu verschleppen, ich wäre dir ;auchzeitd gefolgt. Denn ich liebe dich — du liebst mich nicht. Ich liebe dich noch, wie ich dich immer liebte — du liebtest mrch schon ! damals nicht mehr, als du mir den Abschied, gäbst. Damit , ist's aus. Wir haben uns nichts weiter zu sagen. Die t Türen sind auf. Leb wohl." , . „ „ .. - Er zögerte noch. „Soll es ein Abschied m Groll seich eins: du würdest Unter der Hetze der Meute zusammen^ ^^Jhre Lippe wölbte sich verächtlich., „Du irrst dich. Ich war nie ein Herdentier, das ich um die Freundschaft oder L£t b« anber« Klmmerte/ Mr Br»° »ie «I« aiaet ist mir gleich. Und wenn du mich ehrlich fragst: eine Kampfstellung dem Keinen Gezücht gegenüber istnrn noch lieber als ein Aufgehen in ihrer Flachheit. . . . Wer ich sagte dir schon: die Welt ist groß. Ich bin reich und unabhängig. Laß deinen Kramladen fahren und alle die tausend Sorgen, die er dir bringt, und komm mit nm. Gleichgültig wohin. In die Welt hinaus, wo sie uns schon dünkt. Denn wo wir auch Wurzel schlagen, da ist unser ®tU©ie flog empor und um seinen Hals. .Msse michch bat iie io wie einst. . . ." Und schon brannten ihre Lippen auf'den seinen, und in leidenschastltcher Umschlingung preßte sie ihn mit aller Mast an sich, mdeß ein Ausdruck wesenloser Hingabe in das mystische Dunkel ihres Ang e* D ß i 's°" 699 (Fortsetzung folgt.) N. die licht aschblaugroue mit hellroteni Rückenstreifen (so». Jbenhorster Form, varietas quadricolor); 5. die hellgraue (westsibirische varietas cinerea) und' 6. die tiefgraue (ostsibirische varietas atrocinerea) Varietät« Die schwarze Form ist besonders häufig in gebirgigen Fichten- Revieren und hängt wahrscheinlich mit dem häufigen Genuß von vielem Fichtensamen zusammen? Ein Melanismus tm Sinne der Aberration — wie z. B. bei dem schwarzen wilden Kaninchen— ist sie sWer nicht; dafür tritt sie einerseits niemals un tief- schwarzen Tone und andererseits viel zu häufig auf. Auch fehlt bei keinem Exemplar der rötliche Anflug auf der Mittellinie des Rückens. Denselben zeigt auch die westsibirische Form, deren Pelz im Handel weniger geschätzt wird. Außerdem finden sich! vereinzelt auch Aberrationen, wie vollkommen oder partielle! Leucismen, rein weiße Individuen mit roten Augen und normale Das Sommerkleid ist etwas Heller als der Winterpelz-... ... ändert sich die rotbraune Färbung der Oberseite des Körpers je Nach Gegenden bezw. Standörtlichkeiten und Waldformen so bedeutend, daß man sechs konstante Varietäten des euro- päischeu Eichhörnchens unterscheiden kann, und zwar: 1. die tief kastanienbraune Form (varietas iuscoatra); 2. die schwarze, tief schieferfarbige (varietas nigrescens); 3- die erdig grastbraMg .(varietas brunnea); "V C T C Tt* 2. 'durch Annahme frucht ähnlich er G eg en st ander 3 durch Befressen, sogar Verzehren von Bauniknospen und Abbeißm von jungen Trieben, 4. durch Abschälen von Baumrinde und 5. durch Plünderung der Vogelnester. . Als Nutzen des .Eichhörnchens wurde hingegen irt Betracht kommen.^ 6e. j)ev Anlage seiner Fruchtspeicher im Herbst und Vorwinter zusammengetragene Eicheln und Bucheckern aus den Boden fallen läßt, wodurch es tote der Eichelheher (nur ist weit geringerem Grade) zum unfreiwilligen Kultivator wird. Es wird wieder eine Zeit der Ruhe über dich kommen. Und ich denke, dann — dann wirst du mich begreifen lernet,. Es gibt tausend Entschuldigungen für das Weib, das Liebe Und Leidenschaft haltlos werden läßt. Aber ein Mann — nein, Maud, ein Mann wirft sich nicht fort!" Er raffte Hut und Paletot aus und ging. Es war eine laue Nacht. Da stieg er zum Rhein hinab. Er wollte zu Fuß nach Schrattstein zurück; er hatte das Bedürfnis, sich körperlich Ml ermüden. Das Städtchen unten schlief schon. Nur in den Gasthäusern flirt Strande flimmerte hie Und da noch ein gelbes Licht. Wer Weg führte eine halbe Stunde lang dicht am Strome hin. Das Wasser war wenig bewegt; über das glasige Grün strahlte der Mond. Links oben stiegen die Häuser an: mit verschnörkelten Giebeln, wie ein Bild Ms dem Mittelalter. Eine hellere Lichtlinie schwamm über den Dächern. Sie kam von der elektrischen Beleuchtung her Spannnthschen Fabrikhöfe. Darüber hinaus, verdämmerten die Weinberge bis zu tiefem Schwarz. 2 daß es M aikäfcr, Blattwespenlarven nnA andere schädliche Insekten verzehrt. . . . Dieser Nutzen wiegt aber den vielseitigen schaden des Horw- chens bei weitem nicht auf. Vom f o r st a st h e t i l ch e n Eestchts- punkt aus wäre es freilich, so lange es nur vereinzelt auftrttt/ zu schonen, da es uns durch ferne anmutige Gestalt und seist munteres Wesen erfreut. Als Feinde aus der Tierwelt kommen unter den Sauge- I tieren nur der Baummarder und von den Vögeln eigentlich nun 8i «•5 Mangel an Wäldern. In Europa besitzen, wir nur etne Art, Sfcten beiTim'Sn ÄeÄer ^1^ ben L.Y S^ehr groß ist di?f2b2^VerschiedenM?einä Pelzes^ Die meisten Schutz findet Am 'vmmsten^tomdM Tamter^apsen M- typische Farbe ist die rotbraune; die Untersette ist stets weiß. I senonimen. Es beißt die Zaps Ziemlich aufrecht auf di«! Das Sommerkleid ist etwas Heller als der Winterpelz, ^edoch | fc^fe^beKbT@affe nmit 2t Vorderläufen, die als Hände benuüt werden, zum Munde. Mit den scharfen Nagezahnen werden die Zapfenschuppen ab gebissen und dann die SamMten heraus aebolt und verzehrt. Die «Äljuppen und nackten Sptndeli. laßt es zu Boden fattett. Man findet diese Urkunden in einem Samen- jahre während des Spätherbstes und Winters oft massenwem mttec tzyst Schirmbereiche der befallenen StäMme, Wo Mtüxl.tche sM" mit weißer Schwanzspitze. Im Oktober und November findet man die einzelnen Paar« zusammen. Das große und kugelige Nest steht hoch auf stärkeren Aesten, meist durch Reinere Zweige verdeckt, und ist mit Laich und Rindenfäserchen ausgepolstert. Das Eingangsloch ist nach Osten gerichtet. Das Weibchen wirft nach vierwüchentlicher Tragzeit zweimal jährlich (im Frühjahr und Sommer) je drei bis vier Junge, die es bei Beunruhigung m andere, sichere Verstecks schleppt. Bei stürmischem^ Wetter und starkem Frost sitzt das Hörnchen im Neste. Im Winter ist es überhaupt trage, aber j.INnldnovdovlwt' I ohne gerade in Erstarrung zu verfallen. Um so lebhafter tummett Das Eichhörnchen als rvaloveroeroer. I fkI) aber während der besseren Jahreszeit nn Kronenbcieich » tsÄer66ten $,il s Wd* «»-') gt'WS&'XÄÄÄ folgendes Lied: , o. >. I Stamme Seine Kletterfähigkeit ist staunenswert, so daß mast „Falb-seurtg-gemantelter Kontgssohn | mit Recht als das deutsche Aeffchen bezeichnen kann. Seins Im blühenden, grünenden Reiche! 1 Stimme, die namentlich ertönt, wenn ein Feind int Anzüge ist Dii sitzest auf ewig wankendem Thron I ober toetm c^ch mehrere Individuen in den Baumwipfeln tagen. Der niemals wankenden Eiche, . I to;e ^n unterdrücktes „duck, duck, duck", welches rasch hinter- Und krönest dich selber — wie machst du es doch? I ^"mnder wiederholt wird. Wenn man es arg reizt, oder durch Anstatt mit goldenem Steife, I rtnm Schuß verwundet, so vernimmt man ein dumpfes Murren« Mit majestätisch! geringeltem, hoch I Während der Begattmtgszeit hört man es mitunter hell pfeifest« Emporgetragenem Schweife, I Im"Spätherbst trägt es Bucheckern, Eicheln und andere.Baum- Unter den kleinen Waldverderbern, die zu den Säugetieren! I fruchte als Wintervorrat in seine Höhlen, vergißt aber spater oft gehören, nimmt das Eichhörnchen nächst den Mäusen lind I bte gewählten Aufbewahrungsorte. Wühlmäusen die hervorragendste Stelle ein. Dasselbe ist sozusagen I I erwähnen wäre noch, daß die Eichhörnchen zu manchen eingeborener gorftfrebler! Jeder Waldbesucher erfreut Z^ten auch wandern. Doch geschieht dies wohl nur, wenn iM sich an dem munteren und kecken Wesen dieses Tierchens, welches ursprünglichen Standgiiartier die Nahrung ausgeht. Ganz ve- tn der Gefahr oft verzweifelte Sprünge bon einem Baum zum soudrrs erpicht ist es auf die Zirbelnüsse, denen zu liebe nicht anderen wagt und uns, wenn wir ihm nachstellen, aus seinem I fe(ten Ärmliche Zusammenrottungen von Eichhörnchen in den sicheren Versteck int Wipfel des Baumes, mit leisem. Knurrest I ^nycmicgenbm, wo diese Kiefernart zu Hause ist, statt indem gleichsam verspottet. Schwerlich hat aber ein Waldspazierganger, ' " Die forstliche Bedeutung des Eichhörnchens ergibt sich der das Treiben des Eichhörnchens, das den Wald in aumutlgster § nachstehender Verbrecherliste. Dasselbe schadet Weise belebt, belauscht, eine Vorstellung von den mannigfaltigen I t bltrd) Verzehrung von Baumfrüchten und -Same- ünd zum Teil recht empfindlichen Beschädigungen, die dieser 1 Reine Waldfeind den Forsten zufügt. Aus diesem Grunde durfte es nicht überflüssig sein, diesen Beschädigungen eme kurze Aufmerksamkeit zu widmen, wobei wir eine knapp gehaltene Betrachtung über die Gestalt, Verbreitung und Lebensweise des Tierchens vorausschicken. Das Eichhörnchen gehört zu den Nagetieren, die Mit 5- j dreieckigen, an der Spitze grabstichelförmigen Schneidezähnen jedem Kiefer ausgestattet und durch einen gestreckten reich garten Körper charakterisiert sind. Sein Kopf ist breit, die rne flach, die Schnauze kurz, die Augen sind groß. Ter Körper steckt in einem meist rotbraunem Pelze.- Die Ohren treten weit hervor. Besonders charakteristisch ist der lange, zweizeilige Schwanz, der dem Tierchen bei seinen Rihnen Sprüngen gleichsam als Fallschirm dient, zmnal wenn es aus größerer Höhe vom Baume auf den Boden sprmgt. An den Vorderfußen befinden sich vier, an den Hinterfüßen fünf Zehen. Die Kan- flächeii der Backeiizähne sind nicht mit Querblättern oder Schmelzfalten, sondern, wie bei den Mäusen, mit Höckern versehen, was darauf hindeutet, daß von dem Hörnchen (so nennt Niast das Tierchen auch kurzer Hand) auch animalische Kost angenommen — 700 — jffttgütig stattfindet, Tann diese Tätigkeit des Eichhörnchens lokal verhängnisvoll werden. Auch die meisten Laubholzsämereien lverdcn von rhnr ange- itommen imd oft in großartiger Weise vernichtet, so %. B. Bucheln, Eicheln, Haselnüsse, Ahorn-- und Hainbnchensamen. In Parks stellt es auch den Samen des Tnlpenbanmes und in Gärten mit Vorliebe den Walnüssen unb Obstsorten (Birnen) nach. Im Herbst 1894 plünderten %. B. die Eichhörnchen die Nußbäume fm der Bergstraße derart, daß ein dortiger Gutsbesitzer seine Nußbäume umhauen lassen wollte, weil er keine Nüsse, mehr von ihnen bekam!. In Jahren, in denen sich die Eichhörnchen in einer bestimmten Gegend zusammenziehen, wird eine erhebliche Schmälerung bet' Fruchternte bemerkbar. Noch empfindlicher als die Fruchtentnahme vom Baume ist der Schaden, den das Eichhörnchen durch Herausscharren von Samen und Kotyledonen der Buche, Eiche und Tanna aus dem Boden verursacht. Der alte Pfeil beobachtete diesen Schaden bereits 1852 im Neustädter Forst garten. In der Oberförster« Eggesin vernichteten die Eichhörnchen 1871 einen Buchenkamp vollständig. Im Forstdepartement Sonneberg (Thüringen) wurden 1872 Buchen- und Tannensaaten, die mit einem Aufwande von 600 Gulden ausgeführt worden waren, zu % von den Hörnchen vernichtet. Die Vertilgung wurde daher von Amtswegen angeordnet und in 2Vs Jahren wurden nicht weniger als 1143 Stück abgeschossen. Unzweifelhaft Halle die gute Aesung günstig auf die Vermehrung gewirkt, oder es war Zuzug von auswärts erfolgt? ad. 2. Von fruchtähnlichen Gegenständen, die dem Eichhörnchen genehm sind, sollen genannt werden: Eichenblattgallen (durch Cynips scutellaris u. G. quercus folii), Pappelstielgallen (durch Pemphigus bursarius veranlaßt), Chermes-Gatleir (an Fichten) und andere ähnliche Gebilde. Man könnte vielleicht deren Entnahme durch die Eichhörnchen eher als nützlich bezeichnen, weil die betreffenden Gallentiere und Rinderläuse f o r st- schädlich sind. Allein um zu den Gallen zu gelangen, müssen doch die jungen Triebe und Blätter, bezw. Blattstiele, die mit Gallen besetzt sind, abgebissen werden. Der hierdurch entstehende Schaden ist aber offenbar größer als der durch die Vertilgung! der Galleninsassen sich ergebende Nutzen. Auch männliche Blüten der Eichen oder der Nadelhölzer werten zeitweise nicht verschmäht, wie denn überhaupt bezüglich der Surrogatnahrung seitens des .Eichhörnchens stets etwas Gesetzloses und Launenhaftes stattfindet. Richt alle Individuen nehmen aber derartige Nahrung an, sondern nur einzelne, vielleicht nur ein einziges, und selbst dieses nicht allenthalben, auch nicht zu jeder Seit, sondern bald hier, bald dort. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich daher um so weniger auf das Eichhörnchen, als man sich mit dessen Lebensgewohnheiten völlig vertraut wähnt. ad. 3. Der Kno sp enfraß des Eichhörnchens erstreckt sich auf Trieb- und Blütenknospen; letztere werden ivegen ihres Proteingehaltes vorgezogen. Vorzugsweise werden Nadelhölzer angenommen, und zwar vor allem die Fichte in schnee- reichen Wintern, in denen es an Sämereien mangelt. Besonders heimgesucht werden zu diesem Behufe die Verjüngungen und Dickungen bis zu 20 jährigem Alter. Da sich in so jungen Orten Blütenknospen noch nicht angesetzt haben, bleibt der Fraß auf Triebknospen beschränkt. Um nun diese bequem äsen zu können, werden an Fichten, Kiefern und Tannen nicht selten die Gipfeltriebe etwa 5—10 Zentimeter unterhalb der Gipfelknospe ab- gebisseu. Diese Triebe sehen dann aus wie mit dem Messer abge- tonitten und überziehen sich mit einer Harzkruste. Daß durch diese Verunstalttingen das Wachstum beeinträchtigt wird, bedarf wohl keines Beweises. Bei der Weißtanne entsteht hierdurch leicht Zwieselbildung. Ausnahmsweise werden auch Laichhölzer in ähnlicher Weise verunstaltet. So wurden z. B. in einer Roßkastanien- Nllee nahe an der Münsterkirche in Chur (Schweiz) zahlreiche obere Jahresschosse von einem einzigen Eichhörnchen so angebissen, daß sie wie welk herabhingen. Die weiche, grüne Schale war nach der Spitze zu aufgeschlitzt und hing in schmalen Fetzen herab. Nach demi Abschüsse des betreffenden Uebeltäters hörten dies« Beschädigungen sofort auf. (Schluß folgt.) Verein „Naturschutzpark". Schrankenlos, in der Fülle unübersehbarer Gewalten, steht KÜ Beginn des Jahrhunderts die Herrschaft des Menschen über die Natur aufgerichtet. Wer während er in gigantischem Ringen von Sieg zu Sieg, von Triumph zu Triumph fortstürmte, hat er in seiner unersättlichen Gier nach Macht und Genuß die Welt ringsum verwüstet, die Natur ärmer und immer ärmer gemacht. Ium Schutz der Naturschönheiten unserer Heimat ist nun eine Reihe Männer und Frauen aus Deutschland und Oesterreich zusammengetreten, um durch Schaffung von Naturschutzparken der to eiteren sinnlosen Verwüstung des vaterländischen Bodens und der Vernichtung seiner Tier- und Pflanzenwelt Einhalt zu tun. Große, dazu besonders geeignete Gebiete den Alpen, im Mittelgebirge, in der norddeutschen Tiefebene sollen jedem Verkelfr, jeder Einwirkung des Menschen entzogen und einzig und allein dem Walten und Schaffen der Natur Überla fest werden. Kein Axthieb soll da erschallen, kein Schuß fallen dürfen. Schutz der Natur .im weitesten Sinne ist da unbedingtes Gesetz« das in gleicher Weise den Hirsch und Wler, den verwitterndem! Felsblock und die ihn umkleidende Flechte schirmen soll. Dem Auftuf, den uns die Vereinigung übersendet, entnehmet^ wir folgendes: Schon find Tausende deutscher und österreichischer Volksgenossen! neben jene ersten Vorkämpfer getreten und haben sich zu einem! Verein Naturschutzpark zusammengeschlossen, der seinen Sitz in Stuttgart hat. Seine Tätigkeit, so kurz, er sie erst entfalten konnte, ist von Erfolgen begleitet, die alle Erwartungen übertroffen, alle Zweifel an der Möglichkeit der Durchführung seiner! Idee mit der Wucht der Tatsachen niedergeschlagen haben. Schon ist inmitten derAlpen ein zusammenhängendes, in stiller Einsamkeit für sich abgeschlossenes und doch leicht erreichbares Gebiet! von 150 Quadratkilometern Umfang mit prachtvollen Laub- und Nadeliväldern, mit mächtigen Felswänden, mit Seen und Wasserfällen, erfüllt von reichem, interessantem Tier- und Pflanzenleben, dem Verein in Erbpacht zur Verfügung gestellt, schon sind Unterhandlungen dem Abschluß nahegebracht, die die Erwerbung deS schönsten, in ganz naher Frist mit dem völligen Untergang bedrohten Teiles der Lüneburger Heide und damit die Erhaltung dieses vom Schimmer träumerischer Poesie verklärten wundervollen Landschaftsbildes zum Ziele haben. Und zur Heber» nähme und Verwaltung dieser Gebiete sind verhältnismäßig mir! geringe Mittel erforderlich. An dir, deutsches Volk, ist es nun, Hand in Hand mit beut österreichischen Bruderstamme, die Mittel aufzubringen und so beit großen Gedanken des Schutzes der heimischen Natur zu verwirklichen. Volk der Denker und Dichter, Volk der Heimatliebe und finniger Natnrfteude, solltest du dich von dem praktischen Amerika, dem volksarmen Schweden, der kleinen Schweiz an Idealismus übertreffen lassen? Sollte, was dort die Opferwilligkeit der Nation geschaffen, nicht auch deiner Hingebung an das Vaterland möglich fein? Auf, zeige, daß noch immer die Liebe znm heimischen Boden und zu allen seinen Kindern tief im deutschen Gemütes wohnt! Herbei zum Schutze der Natur! Vermißtes. * Der Haarsammler. Falsche Haare und Haarunter- lägen gehören nun einmal zur modernen Toilette. Die Mode ordnet sie an, die Damen gehorchen, und noch niemals sind so viel künstliche Locken unter den Riesenhüten verborgen gewesen wie dies Jahr. Aber diese kokett ängesteckten Locken, diese geschickt, doch lose aufs eigene Haar gelegten künstlichen Flechten hasten natürlich nicht fest, da gerade in ihrem lockern Umspielen des Kopfes der höchste Reiz liegt. Es ist daher nicht erstaunlich, daß viele Damen ihre Locken verlieren wie die Vögel ihre Federn. Wenigstens behauptet eine französische Zeitschrift, daß in Paris auf diese freundliche Eigenschaft der modernen HaarträgerinneN hin sich ein ganz neuer einlläglicher Beruf entwickelt hat, der der H aarsammler. Während die Zigarrenstummelsammler über den Niedergang ihres Geschäftes klagen, blüht das der aufmerksamen und eifrigen Jäger, die sich die seltenen und teuerem Schätze vom Kops der Dame zur Beute ausersehen haben. Der Haarsammler ist überall; er heftet den Blick auf das Pflaster des Boulevards, bad so vieles verrät, streicht in den großen Magazinen umher, besonders in der Abteilung für Damenhüte, steht mit den Zimmerkellnern der großen Hotels in Verbindung, denn dort lassen die Frauen am häufigsten ihre Locken zurück. Glaubt man ihren Berichten und Erfolgen, dann ist die Pariser Luft van falschen Haaren erfüllt. Eine Dame wird niemals ihre verlorenen falschen Haare wieder zu erlangen suchen, weil sie sich schämt. So blüht das Geschäft der Haarsammler und trägt goldene Früchte. NreuzrStsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aas a c o c c eee e hhkkkk k k 11111111 ooooo p p i r ssstttt u derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Königin des Altertums. 2. Deutschen Dichter. 3. Dient zur Auibewahrung von Geld und Schmuck. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.