Msntag den 8. August $■ 5 I / Das schlafende Heer. Roman Von Clara Viebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Valentin nickte ihr freundlich zu, und daran denkend, daß er rhr noch vom Kalben der Rotbunten her etwas schuldig sei, zog er einen Rosenkranz von blauen Glasperlen aus der Tasche, den er eigentlich für das Settchen bestimmt hatte, das nun bald zur Kommunionstunde sollte. Mochte die Michalina denken, er habe den extra für sie mitgebracht! Mit einem tiefen Knicks nahm sie die Schnur: „Padam do nog!" Sie wollte ihm die Hand küssen. Als er ihr sie hälftig, ganz verlegen, wegzog, fiel ihm sauf einmal ein: ach, die war ja nur eine Dienstmagd! .Aber vielleicht, daß er sie mieten könnte! Die Mutter hatte erst neulich sich lobend des hilfreichen Mädchens erinnert '— und welch ein Triumph, wenn er, dem man erst heute morgen Teilnahrnlosigkeit und Mangel an Interesse vor- lgeworfen hatte, mut mit einer strammen Magd heimkehrte! Der Vater hatte keine auftreiben können! Des Burschen Augen sprachen bittend. Für seinen Mund machte Stasia den Dolinetscher, die sich gern der Mutter des Bräutigams gefällig zeigen wollte. So wurde man bald handelseinig. Die Polin verlangte nicht zu viel; und da ihre Arme, die die aufgekrempelten Hemdärmel frei sehen ließen, voll und stark waren, würde sie ihren Lohn schon einbringen. Sehr zufrieden reichte ihr der Sohn ihres künftigen Gospodarz*) die Hand zum Abschied: also morgen wurde sie erwartet — bestimmt?! Sie nickte und strahlte und legte die Hand aufs Herz — er konnte sich darauf verlassen. — Als Valentin am Abend heimkam, war er selber erschrocken, 'Ivie sehr er sich verspätet, hatte er Stasia doch erst bis ganz nach Hause gebracht, war dort auch noch abgestiegen und hatte einen langen Abschied von ihr ge- noinmeit im dunklen Flur. Der Vater empfing ihn nun mit lautem, heftigem Vorwurf, und die Mutter, die doch sonst immer so freundlich war, seufzte und sah ihn gar nicht an. Daß die Eltern beide böse waren, tat ihm bitter leid, aber er hoffte, sie schon zu versöhnen. Und heimlich brannte in seinem Herzen der Wunsch, ihnen daun von Stasia zu sprechen. Als der Vater schrie: „Wo haste dich dann eso lang erttmgetrieben? Wir krosen hier erum im Dreck, und du fährst spazieren zum Pläsier," sagte er mit dem frohen Bewußtsein, einen guten Hinterhalt zu haben: „Ich hab' der Mutter en Magd gemiet'! Dat Mädchen, bat neulich hier geholfen hat, die Michalina vom Schäfer aus Ch'wali- horczyce! Morgen kömmt se!" , *) Dienstherr', „Dunnerkiel! Wie kömmste dann an die?" Peter Bräuer schmunzelte plötzlich: ein Teufelsjunge! Was der die Weiber — selbst so 'ne bnntine polackische ViehmagK — im Sack hatte! Auch Frau Kettchen war hocherfreut. Sie hatte sich immer vor den buntbebänderten Polenmädchen Mit ihrem Singen itub Tanzen, das sie leichtfertig dünkte, gegraust; aber zu der braunen Michalina hatt sie ivohl Zutrauen« Die hatte so ehrliche Augen, die würde sicher nicht stehlen. Und dankbar kam sie von ihrem Stuhl beim Ofen, wo sie» fröstelnd gesessen hatte, zuni T isch heran und drückte Valentin die Hand. Der Vater belobte den Sohn: das hatte er mal gut gemacht! Hatte er auch den Chilisalpeter mitgebracht? Valentin wurde abwechselnd blaß und rot vor Schreck: den hatte er ganz und gar vergessen! Aber es ging ihm heute hin ohne großen Verweis, denn der Ehemann war viel zu froh, eine Hilfe für sein Kettchen zu haben. Ganz einträchtig saßen sie jetzt beisammen am Tisch, auf dem die beschirmte Lampe friedlich brannte, während draußen die Frühlingsstürme ums Haus schnoben und wie mit begehrlichen Händen an Wand und Läden rüttelten. Da" hielt Valentin iricht länger an sich; mit brennenden Wangen, wie ein Knabe, der nach etwas giert, fing er an, von Stasia zu sprechen. Wahrhaftig, die Eltern konnten es glauben, sie war ein liebes Mädchen und klug dazu und so schön! Was schadete es, daß sie polnisch ivar und er deutsch — waren sie nicht alle beide katholisch? Nein, ohne sie leben konnte er nicht mehr, die Eltern mußten em Einsehen haben! Nachts träumte er ja nur von ihr, tags dachte er ja nur an sie. Er wollte sie heiraten, sie allein war sein Glück, sie war so ganz anders als alle Mädchen bisher, sie hatte es ihm angetan — die oder keine! Der Vater hatte den Sohn ausreden lassen, aber die Ader auf feiner Stirn war mächtig geschwollen. Also so weit ging die Geschichte wirklich? Nicht nur eine Liebelei, eine reelle Heirat sollte es werden? „Da hört doch alles bei auf," schrie er ivütenb und schlug auf den Tisch, „biste geck, Jung? So en Polacken- mensch willste heiraten? Noch dazu die Tochter von dem Saukerl, dem Frelikowski, der einen: so tribuliert wegen ’nem erbärmliche Has'?! Ne, da wird nix draus, nie un nimmer geb' ich mein' Einwilligung!" Ganz außer sich sprang er auf und rannte mit Riesenschritten in der Stube hin und her. Ganz betroffen saß Valentin da: so stark hatte er sich den Widerstand demt doch nicht gedacht. Es zuckte in des jungen Menschen Gesicht, als wolle er weinen, aber bann überkam ihn der Trotz. Was würde Stasia huch sagen, wenn er so schwachmütig wäre?! Verachten iuiirbe sie ihn, gar nicht mehr ansehen! Deutlich sah er sie uu- willig die schöne blonde Tolle hinteirüber werfen und den Mund stolz kräuseln. Nie mehr würde er's zu hören kriegen, das schmelzende „daj mi buzi", das so viel tausendmal eS 486 -** Ohren! Die Bräuers hätten einen guten Griff getan, viel-, mehr der Valentin, dem mußten sie's danken, nut jeuer Woche mehr. Frau Kettchen konnte sich ruhen, d:e^Magd litt nicht, daß fie viel schaffte, die zwang die Arbeit schon allein. Sie wusch, sie scheuerte, fte melkte, sre futterte; und ging, war das Haus beschickt, noch zu den Mannern auf den Acker, wo jetzt die Kartoffeln schon aufgmgen und der erste selbstgesäte Roggen der neuen Heimat in Die Halme schoß. .,, , . Es kam der Michalina gar nicht darauf an, auch Männerarbeit zu beschicken. Peter Bräuer lachte sich oft eins, wenn er sah, tote die flinke Dirne den Gaul an- schirrte oder die Ochsen, und wie sie dann, die Peitsche ttt der Hand, oben auf dem Rand des Ackerwagens balanctertä und mit gewaltigem Küallen zum Hoftor hmMskutschierte. Und gelehrig war sie, zum Erstauneu! Ein deutsches Mädchen hätte nicht so rasch polnisch gelernt wie sie deutsch. Teil Valentin verstand sie ernt besten, dem sah sie's an den Augen ab. Es wär ihnen allen balch kein Geheimnis niehr, daß die polnische Magd den jungen .Hau--- sohn gern sah. Bräuer machte seine Spaße darüber, selbst die Kinder neckten die Magd. . Sie nahm's nicht übel. Kem Rot des Beleidigtseins stieg ihr in die jetzt zur Sommerszeit tiefbraun gebrannten Wangen; sie lachte immer mit und zeigte die weißen Zahne. Froher als sie konnte niemand fein; im Stall, in der Küche, hochaufgeschürzt, mit nackten Beinen beim Dung^ auswerfen oder auf beu Killen beim Dielenscheuern, gM } Rain beim Futterschneideu oder die Schultern tief geduckt | unterm schweren Grastuch, mit dem Besen, nut dem Rechen, mit der Gabel, mit der Sichel, imnter sang dre Michalma. Warum sollte sie traurig sein? Sang nicht dre Lerche auch am Ackerrand? War nicht dre Sonne hell tote eilt] freundliches Gesicht? , . ~ . Nach Feierabend, wenn dre Arbeit getan war, saß fte I gern noch ein wenig vor der Tür. Aus der Schwelle hockend, die Arme um die hochgezogeueu Küre geschlungen, sang sie hinein in die stille Welt, sich sacht hin und her wiegend im eintönigen Rhythmus. Dann kauerten dre Kinder bei ihr und hörten ihr zu, uird auch Valentin lehnte ost am Türposten, die .Arme über die Brust verschränkt^ I und lauschte. , t t, ,, Sein Blick irrte verträumt rn die danrmernde Unend-- I lichkeit, auf die langsam' die Nacht sank. Fern in den Kornfeldern rief traulich die Wachtel, das braune Mädchen sang I — immer dasselbe, es klang einschläfernd —, aber seing I Seele fand keine Muhe. Er dachte an Stasig, (Fortsetzung folgtll schöner klang als daß harte „gib' mir 'nen KE"! Nie Mehr I würde sie sich an ihn schmiegen, biegsam gleich den Weiden, | . die am Rheinufer wachsen. Nein, die Stasia war nicht so I \ eine wie die in Köln, mit der sich's leicht poussieren laßt, I die Man aber auch eben so leicht wieder vergißt! O. nein, . der Stasia mußte Man sein Wort halten! I ‘ „Ich muß sie heiraten," sagte er fest. I „So — muß! Also so weit is et schon?! No natürlich, wie kann dat auch hier anders sein," höhnte derVater. I Die Mutter überkam das Mitleid; es war etwas in dem i Blick des jungen Mannes, das sie zu Tränen rührte. „Gott, I och Gott, Valentin, Jung, wie konntste dich nur wert einlassen?" Sie wollte ihm die Hand a,uf die Schulter legen, aber er schüttelte sie ab. , „Wat fällt euch eiir?! So is dat dann doch mt! D e Stasia is ett anständig' Mädchen, en brav Mädchen, Nit | rühr' au! Schämt euch, dat ihr so wat von ihr denkt. I Ihr kennt sie ja gar nit, lernt sie nur erst emal kennen. I Ich muß sie heiraten — muß, sag' ich — 'vuß, muß, muß, I weil" ?— er schnappte nach Luft, eine heiße Blutwelle färbte I wieder sein erblaßtes Gesicht — „weil ich ihr so gut brn, | dat ich sterben muß, wenn ich sie nit krieg'! Er hatte es laut her aus geschrien, nun warf er die I Mrme lang über den Tisch und den Kopf daraus. I „Jeses Maria," sagte Fran Kettcheit ganz erschrocken, „de is ja rein wie behext! De arme Jung!" — Als sie an diesem Abend ihr Nachtgebet sprach, betete fte inbrünstig für den Valentin. Mit ihrem Mann wagte I fie heute nicht noch einmal von der Sache anzufangen, I kurz hatte er sich jedes weitere Wort darüber verbeten. Taumelnd! wie ein Trunkener war Valentin zu feiner I Kammer hinaufgestiegeu, ohne das gewohnte „Gut Nacht I zusammen", ohne ein Nicken. Frau Kettchen hatte em Herz- I liches Erbarmen mit dem Stiefsohn. Als sie ihn als kleinen I Schuljungen, der seine rechte Mutter kaum gekannt hatte, übernommen, hatte sie bei der heiligen Jungfrau gelobt, I ihm eine gute zweite Mutter zu werden. Des hatte sie sich immer aufrichtig bemüht, und das wollte sie ihm auch fürder sein. Und sie nahm sich vor, wenn sie nur erst wieder ein wenig zu Kräften gekommen war, nach, Pociecha- Dors zu gehen und in der Propstei sich Rat in dieser schwie- ! rigen Angelegenheit zu holen. Mit diesem! beruhigenden Vorsatz schlief sie bald ein. Anders der Mann — er konnte keinen Schlaf finden. Er war wohl müde — Hatte er doch den Tag doppelt hart geschafft, da der Sohn ihn im Stich gelassen und die Hauswirtschaft auch nicht im gewohnten Gange war — aber seine Gedanken hielten ihn wach die ganze Nächt. Als ob er das Mädchen nicht schon gesehen hätte! Der Sohn meinte wohl, der Vater habe ihm nicht längst nachgeforscht — oho, so dumm ist Peter Bräuer nicht! Hübsch war sie, ja. Er hätte sie Ostersonntag aus der Messe kommen sehen, städtisch gekleidet, fast wie eine Dame, mit einem Blumenhut Kus dem Kopf statt des landesüblichen Mützchens. Ihr Gebet- | buch hatte sie vor sich gehalten und den Blick daraus gesenkt. Neben ihrem Vater war sie. hergeschritten, der ganz stattlich aussah in seinem Jägerrock, auf den der rötliche Bart fiel — ja, potzdonner, Ehrenzeichen hatte der Förster auch! Anständig hielt sie sich, das mußte man sagen. Sie hatte ■ nicht gedrängelt wie die andern Dirnen, die, schnatternd gleich einer Herde Gänse, aus der engen Holztür gar nicht rasch genug ins Freie kommen konnten zu den Burscheii, die sich auf dem kleiuen Anger vor der Kirche hingepflanzt hatten. Aber wenn sie auch noch tausendmal sittsamer sich gehalten und das Geld hätte, das sie nicht hatte, und noch viel hübscher wäre, zur Schwiegertochter möchte er sie doch um alles in der Welt nicht haben! Was sollte die Polackin hier im Haus? Ein ftemder Vogel im Nest?! Nein, niemals! Nun und nimmer durfte der Valentin so eine bringen! Slber der Jnnge war so rabiat! Dem bekümmerten Vater wurde plötzlich ganz heiß. Er erinnerte sich seiner eignen Jugendzeit. Da hatte ler auch gesprochen, als er des Valentin Mutter, der schlanken Traut mit den rosenroten Wangen nachgestiegen war: die oder keine! r->. und hatte sich keinen Pfifferling darum ge- MMmert, daß man ihn warnte: die ist ja schwach auf der Brust! Die schöne Traut hätte im Wochenbett die Schwindsucht'bekommen, er war bald allein zurückgeblieben mit denk kleinen Jungen. Seinen Willen hatte er nun gehabt h ach ja, wenn Man verliebt ist, hat man eben keine Wenn man nur etwas Näheres über die Försterstochter utüßte! Ob die wirklich brav war? Da kannte ev seinen Valentin denn doch, wenn er dem' Nachweisen konnte, daß er sich an einen nichtsnutzigen Racker verplempert, dann war die Geschichte aus. Der hielt viel W viel aus sich, um eine zur Frau zu nehmen, die seiner nicht wert war. Man mußte nur etwas in Erfahrung bringen — aber bei wem, wo?! Rastlos warf sich der Mann, bis der Hahn auf dem Hof den Morgen anktähte.--•• . ... Michalina zog früh am Tage auf. Heimlich war sie voM Großvater fortgegangen, wurde er doch M sehr scheiten, wenn er erfuhr, daß sie zu einem Schwabb tn Dienst wollte. Aber die Mutter war einverstanden gewesen, die hatte ge^ $ sprachen: was will man machen, wenn man Geld verdienen muß?! Und so war die Michalina wenigstens Nicht weit von dem kleinen Jasio und konnte zu Hanse immer einmal nach dem Rechten sehen. .. ,___ Ihre Habseligkeiten, in ein Bündel geschnürt, unterm Arm — die kleine buntbemalte Lade, die ihren Sonntags-i putz enthielt, würde sie ein andermal holen — ging Micha^ lina starken Schrittes aufs Haus der Rheinländer zu. Als sie den Gospodarz unter der Tur erblickte, beeilte sie sich noch mehr und grüßte ihn demütig. Herablassend nickte Peter Brauer ihr zu; tmy hatte er schon gelernt hier, daß eine große Kluft ist zwischen Herr und Gesinde. Aber Fran Kettchen behielt noch die Sitte von Hause bei und! reichte der neuen Magd srenndlich I di Da lachte die braune Michalina übers ganze Gesicht; wie eitel Sonnenschein ging sie ins Haus ein. — 487 — andere dahinschicken, um für dre Seele des Crscylagencnzui argem An der alten Gerichtstätte zwischen ^rchham und Amon ebn rÄ mußten die Schuldigen etn sechs Fuß hohes steinerne^ Kreuz aufrichten, auf 'dem Grabe Tag und Nacht zwei ^ahre lang eine Ampel brennen lasten und an dw Deutschen verr^ und die Angehörigen des ^voten eme Geldbuße entrechten, ^iü Güter der früh ausgestorbcneN Famrlie von -^ang en stellt fielen an den deutschen Orden zu Marburg. ' erwarb derselbe den Rest der Guter durch Kauf, Heinrich der Eiserne (1328—-1377) in den Besitz derselben gtr langte. Von mehreren Edelleuten erwarb der deutsche Orden rm Mittelalter die Hälfte des Gerichtes „im RMenbuhl , welch^ die Orte K l e i n s e e l h e i m und S ch o nb a ch umfaßte, ^ene । Edclleute waren mit diesem Gerichts von dem Stift Fulda be- T lehnt worden. Ginseldorf, in eurer Ausbuchtung des Ohm- 1 tales gelegen, um 1500 „Gontzeludorf" genannt, war em Patronat des deutschen Ritterordens. 1589 war die Pfarrer zu Ginseldorf erledigt, und der Deutschmeister Maximilian von Oesterreich verbot auf Veranlassung des Dechanten von Amöneburg deut Landlomtur Wilhelm von Ohnhausen, euren evangelstchen MarreV in Ginseldorf zuzulassen Da der Deutschmeister diesem^Verbot durch Androhung einer Strafe von 1000 Gulden (ca. 1/00 Wf.) Nachdruck verlieh, sah sich der LandkomMr gezwungen, der Nreixr- lassuna eines katholischen Pfarrers rn Ginseldorf nrcht Wrderftarrd eirtacaenzusctzen. Das Schloß und die Mauern von Kirch- Hain wurden schon 1359 von dem deutschen Orden völlig ausgebaut. Ter Orden und mit ihm das Ordensland blühte besonders unter dem großen Hochmeister Wrnrrch von Kuip. rode, welcher 1382 starb. Zum Verderben des Ordens führte als erster Schritt, daß die Städte im Ordcnsland, zahlreich und bedeutend geworden, sich zum Teil an dm Hansa ««schlossen unA nach 'völliger Unabhängigkeit von dem Orden strebten Auch N dem Orden selbst lösten sich die inneren Bande der Ordnung auf. aus Oem ShmgebiU. . M * »« «•«'»« 'M fefSÄfiÄ’FMS Das von Bonifatius in Amöneburg gegründete Klostm, tötete„ Quf bcm Kirchhof zu Kirchham begeben, wo die deutsches Welches im 11. Jahrhundert einging, war für Benediftiner-Monchst I £err„ unb die Ver-wandten des Erschlagenen standen, vor denen bestimmt; diese gehörten dem gleichnamigen Orden, dem ersten bie Missetäter auf die Knie fallen, ihre Schwerter übergeben und Und ältesten, durch seine schwarze Tracht kenntlich, an, der von I um Gnade bitten mußten. Darauf erhielten ste Begnadigung, den drirch Benedikt von Nursia um 520 gegnmbeten | erbciben sich auf Geheiß, um 20 Ritter aus ihrem Fremrdes- Kloster Monte Casino in Italien, dem ersten Kloster rm Abend- I Danzig Pfund Wachskerzen für die Seele des Toten opfern land, stammte. M art in v ou T oUr s war der erste, welcher um I (a^en unb den Ermordeten m die Gemeinschaft von zwei- 400 n Ehr das Einsiedler- und Mönchsleben nach dem Wendlande I b^dert Klöstern einzukaufen. Dazu mußten ste auch dreihundert verpflanzte, und denjenigen, welche die Mönchsregeln aunahmen gccknmeffe^ lesen lassen und selbst nach Aachen gehen ödest das Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit ? cMA^PttP« «i foraen., auferlegte. Der große Aufschwung der Kirche -u Are gor S VII. (1073—1085) Zeiten trieb die ferneren neuen Ordensbildungen, der nächste war der Zisterzienser-Ordett,. dessen elftlgster For- Kprer Bernhard von Clervaux dm Kloster zu 1/cufler- schulen der Landwirtschaft machte. Wie dieser trug der PramoN- stratenser-Orden weißes Gewand und stellte sich auch dm. Auiaabcn Künftig machten die neuen Orden auch dem ganzen Kloster die Armut zur Pflicht: der Orden der F r anKiskanest und derieniae der Dominikaner. Die wahrend der Kreuz- rüge als eine Verbindung von Mönchs- .und Rittertument- standencn q e i st l i ch e n R i t t e r o r d e n.widmeten ihre Tätigkeit der Krankenpflege und dem Schutze der Pilger urt hnligen Lande, es waren die Orden der Johanniter, der Tempelritter und der Deutschherrn. Letzterer, auch der Ritterorden oder kurz d« d e u t s ch e O r d e n genannt, chat sich aus der benn drittenKreuz zuge (1189—1192) während der Belagerung von Won. 1190 entstandenen Brüderschaft vom deutschen Spital Jahre II entwickelt und trug auf weißem Grunde das schwarze »rM. Unter dem vierten Ordensme,fter dmses^Ordens, dem edlen Hm mann von Salza, von Kaiser Friedrich ^.^15-1250) zum Reichsfürsten ernannt, ward der deutsche Orden, der für unsere deutsche Geschichte der wichtigste geworden ist, nach Preußen rufen, wo der heilige Walbert gelehrt und gelitten hatte, ™*hÄ„n*äT*2*** eSi Ä*« Im?» das teulUe Schwert ml d-uilch«, «»a -m G-b^ nrKRfpr Bedeutung ,für die Zukunft, das sich wcsiiill) oiv qeqcii die Oder, östlich bis Narwa Und Reval erstreckte, und das alljährlich Hunderte von Schiffen voll Getreide aus dem Hafen von Danzig nach England und den Niederlanden «usfuhrte. Da^ herrlichste Denkmal für unsere Gegmd hat sich^der Ätsche Orden selbst gesetzt durch die Erbauung des herrlichen Klemooes von . oem .^roeu jeiou ivncn uw uu- r Marburg' die E l i sa b e t hki r ch e, so genannt zum Andenken bn er „ich und übermütig wurde; solange e^tedoch heidnische an die durch ihre demütige Menschenliebe gerühmte heilige Elisa- Nachbarn zu bekämpfen hatte, bestand er noch. Großfürst Wladis . q.r.y «Mwaaer Konrad rief die deutschen Ritter 1233 nach I (alt§ Jagiello von Littauen zog Mit 160000 Mann gegen ihn Marburg Saab ihnen das von Elisabeth gegründete Hospital t) b besiegte ihn in der blutigen Schlacht bei Tannenberg 1410, nebst der' umliegenden Fläche unb gründete, nachdem er 1234 in welcher auch der .Hochmeister Ulrich von JungiNgen tapsest kkh ssciMä»» an ».«LSF Kbe war der erste Komtur des Teutschordens-Hauscs Marburg, Lehen. Auch die Maßnahme^brachtedem.Orden keine Rettmrg BS®SiÄ»SM SäSÄÄ Beltershausen erwarb der Orden in den Jahren 1250 tale, sielen entweder an den Staat oder ste gingen Privat. Rs 1254 mehrere Güter, und unter diesen auch die Stelle, wo wbe über. ------------ ,,sii der von ord . . leine 4- Ueberherkunft u. Durchschnittsalter deutscher Gelehrten Erhaltung kümmerte, geriet sie bald in Berfa l. Nachher Mm Roth in Gießen erschienst st erlaubte es zwar, aber trotzdeui wurde es n wt gebaut ? n d«s cvangeUWe blarryau^ waren z. B., um nur erurgst dem um 1350 entstandenen heftigen. Kriegs zwischen Hessen mch l«dcr^Theolog^ v. bie Teologen Calixt, Dörner, Franke, Mainz nahm nämlich Landgraf Heinrichs II. ( «;;Hprnrhp,ni I ßiprnf Gieselcr K A Hase, Hengstenberg, ^;ul. Muller, K. L. Stadt in Besitz und befestigte dieselbe. Der deutsche ^"erorden Gr, Gwftlm,m b chxMl, Schleiermacher, Sengler, Weg- und der Erzbischof von Mamz aber bekämpften den Lanografm. Rchsw, ...uor niruum te Billroth, I. L. Heini (der Um den Besitz von Kirchhain, und so kam die Stadt iN die uni b I W Rudolphi, die Astronomen und Mathematiker von Mainz und der Klosterban unterblieb. Heinrich von Kirch- I „alte Heim 0, ._ ^ernb Riemann, Valentmer, bie Chemiker; »ufsSSWtS “ÄÄ w°L »«I S.°ZMK 488 Clebaftion: K. N-uratb. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gieße» V'ramanträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabbde ee f i kkllmn rrr ssu u derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen solgeudes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Teil des menschlichen Körpers. 3. Mathematische Figur. 4. Deutsche Stadt. 5. Einen Raubvogel. 6. Biblischen Rainen. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und magerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Teller, Heller, Keller, Weller, Iller, Hiller, Schiller. vermischtes. ,. Führt eure Kinder nicht int tim am Gängelband. Es gehört eine gehörige Dosis Widerstandsfähigkeit und Selbständigkeit dazu, um in dem heutigen intensiven Daseinskämpfe vorwärts zu kommen. Es kann daher den Eltern nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, ihre Kinder dementsprechend zu erziehen. Wer selbst mitten im Leben steht, hat überreichlich Gelegenheit, zu beobachten, welch' traurige Figuren verwöhnte, verängstigte und unselbständige Menschen heute abgeben. Bei aller Begabung werden sie nie für voll angesehen Und von ihren wenig Rücksicht nehmenden Kollegen beiseite geschoben, Und wer trägt die Schuld? — Wohl in den weitaus meisten Fällen die Eltern, die mit ihrer grundverkehrten Erziehungsweise ihren Kindern den Weg nach oben förmlich verbauen. —• Eine alte Erfahrung lehrt uns, das; die Kinder, die in ihrer Jugend am änglichsten behütet und am sorgsamsten gepflegt worden sind — die gleichsam im Treibhause aufwuchsen —, später oft kränkeln und recht unsicher durchs Leben gehen. Es fehlt ihnen eben an Widerstandsfähigkeit und Selbständigkeit; sie sind durch die übertriebene Fürsorge ihrer ängstlichen Eltern derart verwöhnt, das; sie weder den Unbilden der Witterung, noch den Stürmen des Lebens zu widerstehen vermögen, ohne Schaden zu nehmen. Der Besitz dieser beiden Eigenschaften ist in dem heutigen Lebenskämpfe bitter not, es ist daher die unabweisbare Pflicht der Eltern, ihre Kinder von frühester Jugend an zur Widerstandsfähigkeit und Selbständigkeit zu erziehen. * Unverbrennbare Brennstoffe. Dem Ingenieur Rudolf Schnebel in Berlin ist soeben eine Erfindung durch Patent geschützt worden, die möglicherweise auf dem Gebiete der industriellen Feuerungen eine völlige Uniwälzung zur Folge haben wird. Es handelt sich nach den „Dokumenten des Fortschritts" nur eine auf physikalisch ganz neuer Grundlage aufgebaute Verbrennung von Gasen im Innern unvcrbrennlicher Stoffe, die auf diese Weise eine Art unverbrennliches Brennmaterial darstellen. Das neue Verfahren gestattet eine bisher unerreichte vollständige Ausnutzung der in den verbrennenden Gasen frei werdenden Wärme und die Erzeugung so hoher Teniperaturcn, wie sie durch einfache Gasverbrennung überhaupt noch nicht erreicht wurden. Die bekannten feuerfesten Stoffe Ehamotte, Asbest und Quarz sowie verschiedene Metalle werden innerhalb weniger Augenblicke mit verblüffender Leichtigkeit und Eleganz zum Schmelzen gebracht. Das mit außerordentlich einfachen Mitteln durchzuführende Verfahren dürfte binnen kurzem nicht nur die bisher üblichen Systeme industriellev Feuerungen größtenteils verdrängen, sondern auch den Anwendungsbereich hoher Temperaturen wie z. B. zur Herstellung des wertvollen Quarzglases, zuni Raffinieren von Stahl usw. beträchtlich erweitern. V o m L o n d o n e r K i r ch c n b c s u ch. Nach einer Statistik, die der „Daily Chronicle" anfstellt, geht zurzeit nur noch jeder dreizehnter Londoner am Sonntag in die Kirche. Die Samm- lnngen, die in den verschiedenen Kirchen gemacht zu werden pflegen, gehen ebenfalls immer mehr zurück. So hat das Metropolitan- Hospital 1903 noch 49 000 Pfund Sterling zusammengebracht, 1909 aber nur 39 000 Pfund Sterling, also um 20 Prozent weniger, und dies, obschon Sonntags nicht allein in den Kirchen, sondern! auch an ihren Pforten, ferner an den Haltestellen der Trams und an den Stationen der in der Nähe befindlichen Untergrundbahnen gesammelt wird, Büchertisch. '— Griebens Reiseführer. Band 28. Mosel und Vulkanische Eifel. Neunte neu bearbeitete Auflage. Mit drei Karten. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Dieser beliebte Führer durch das Gebiet der Mosel mit ihren herrlichen! Landschaftsbildern hat in der neuen .Auflage eine wesentliche! Erweiterung, erfahren durch die Aufnahme des Gebiets der Vulkanischen Eifel. Ueberall ist darauf Bedacht genommen, daß nichts Bemerkenswertes übersehen wurde. Durch geeignete Verweise ließ es sich ermöglichen, die interassanten Punkte und Gegenden von verschiedenen Punkten aus aufzusuchen. Der Gebrauch des Führers wird durch ein sorgfältig bearbeitetes Register sehr erleichtert.: tcfend, Otfried Müller, G. W. Nitzsch, F. Passow, Pott, Fr. Ritschl, Schelling, Süvern, F. G. Welcher; I. G. Droyscn, Justus Möser, I. v. Müller, L. Häußer, L. Hoeren, R. Pauli, A. L. Schlözer, Weizsäcker; die Schriftsteller und Dichter: G. A. Bürger, M. Claudius, Gellert, Gottsched, A. Gryphius, E. Geibel, G. E. Lessing, G. Ehr. Lichtenberg, F. v. Matthisson, A. W. und Friedr. Schlegel, Ehr. Dan. Schubart, Jul. Stinde, Wieland, von Fvr- fchungsreisenden Nachtigal, Schoinburgk u. a. An zweiter Stelle stehen die Juristen (einschließlich der Diplomaten und Parlamentarier). Söhne von Juristen waren u. a. die Theologen Speuer, W. Baur, Richard Rothe; die Juristen G. und W. Beseler, Bruns, M. v. Forckenbeck, R. Gneist, I. Gruner, K. Hinschius, Jhering, Meinten (Kabinettsrat, Großvater Bismarcks), R. v. Mohl, Rodbertus, Suarez, Windscheid, K. S. Zachariä, die Aerzte: V. Bruns, Gurlt, Martin, Rokitansky; die Naturforscher und Mathematiker A. Braun, Fresenius, Heinrich Hertz, A. W. Hofmann, Steinheil; die Historiker Grcgorovius, Meyer v. Knonau; die Philosophen und Philologen M. Barriere, E. und G. Cnrtius, Fleckeisen, H. L. Fleischer, Nägclsbach, Schweighäuser, Thoma- sius, Trendelenburg; die Dichter und Schriftsteller K. E. Ebert, Musäus, Fritz Reuter, Rückert, Uhland, Victor Hehn, K. Tel- maittt u. a. Söhne von Äerzten waren: Die Theologen Döllinger, Hergenröther (beide katholisch), Tischendorf; die Juristen O. Bähr, Mühlenbruch, Ed. v. Möller, L. Schwarze; die Mediziner Nägele, Nasse, Niemeyer, Siebold (drei Generationen), Vesalius, K. Vogt it. v. a.: die Philologen Pestalozzi, Reisig, Scaliger, R. Schleicher; die Historiker Reumont, W. Menzel, Rotteck; die Schriftsteller und Dichter G. Frchtag, Möricke, W. Müller, Schiller, Varnhagen von Ense. Verhältnismäßig wenig zahlreich sind die bedeutenden Söhne von Philologen und Pädagogen. Zu nennen wären als solche etwa: die Theologen Snethlage und Thiersch, die Juristen K. I. Roth, Gerber, die Historiker Arneth, Giesebrecht, Nitzsch, der Chemiker Bunsen, der Tichter Tiedge. Offiziere hatten zu Vätern die Theologen Mclanchthon, Twesten, die Juristen Thibaud, v. Vangerow; die Philologen Brugsch und Bartsch, der Historiker v. Noorden u. a. Söhne von Volksschullehrern waren: die Theologen Baumgarten-Crusius, August Tillmann, Neander; die Philologen Ahrens, Forchhammer, A. Meincckc, Fr. A. Wolf; die Juristen Mathy, Külpis, Stobbe; die Naturforscher Möbius, Westphal u. a. Diener hatten.zu Vätern I. tz. Voß und der Historiker Wilken; eines Schuhflickers Sohn war Joh. Joach. Winckelmann. Eine völlig ausreichende Erklärung für diese Zahlcn- verhältnisse und namentlich für den sehr erheblichen Anteil des evangelischen Pfarrhauses an dem wissenschaftlichen Nachwuchs der Nation gibt es natürlich nicht. Wohl aber wird man einige der von Schulte beigebrachten Gründe gelten lassen dürfen. Von allen gebildeten Familienvätern haben zweifellos die evangelischen Geistlichen die meiste Zeit, sich der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Mehr als zwei, höchstens drei Stunden täglich braucht der Pfarrgeistliche für sein Amt selten, den Rest hat er für sich zur Weiterbildung und für seine Familie. Da viele vor der Erlangung eines Pfarramts eine Lehrtätigkeit ausübten, sind sie vorzüglich befähigt, ihre Kinder gut zu leiten, wozu ihre durchweg gediegene klassische Bildung besonders beiträgt. Auch hat der evangelische Pfarrer meistens in der Gemeinde eilte sehr angesehene Stellung — Beweis: Heiraten mit reichen Mädchen aus Kaufmannsfamilien oder mit Töchtern adliger Patronatsherren —, die ihnen zu Hilfe kommt, um' die Söhne auf den auswärtigen Gymnasien und der Universität zu versorgen. Stiftungen für die Söhne von Geistlichen gibt es in Menge. Ferner ist zu beachten, daß die fast durchweg streng moralische Lebensführung der evangelischen Geistlichen, Pflichtgefühl, Einfachheit, Sparsamkeit und Ordnung als Beispiel wirken und für ihre Kinder ein Gut sind, das wert- voller ist als Geld und Besitz. In allen anderen Berufen liegen die Verhältnisse in vieler Beziehung nicht so günstig. Der viel beichafttgte Arzt und der geplagte Schulmann, der zwanzig und mehr L-tunden in der Woche unterrichtet, haben meist wenig Zeit und Lust, sich intensiv mit der Erziehung und geistigen Forderung ihrer Kinder abzugeben. Auch fehlt die Anziehungs- kraft, welche beim Geistlichen und bei vielen Juristen die Stellung des Vaters übt. Mit Recht weist Schulte übrigens darauf hin, welch unermeßliches geistiges Uebergewicht das protestantische Pfarrhaus durch die angedeuteten Vorzüge über das katholische be>ltzt Aer große Vorsprung, den die Evangelischen heut gegenüber den Katholiken ans den meisten Gebieten der Wissenschaft und in der Literatur in Deutschland haben, ist nicht in letzter Reihe dem evangelischen Pfarrhause zu verdanken. Bei seinen Betrachtungen über das Durchschnittsalter der Gelehrten kommt Schulte zu dem Ergebnis, daß die Theologen am günstigsten, die Aerzte am ungünstigsten stehen; für erwiesen glaubt er ferner ansehen zu können, daß geistige Arbeit das Leben nicht verkürzt, sondern bedeutend verlängert. Vielleicht bedarf es hier aber doch di's Zusatzes: wenn sich die geistige Arbeit mit einer gewissen Ruhe und Stille verbindet!