MV Mittwoch den 8. Juni sTH Wfi - & 0 Ihres Vaters Tochter. Roman von Sulu von Strauß nnd Torn ey. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 21. September. Seppl, mein Herzensbubl Goldener! Immer wieder muß rch's sagen: wenn du wüßtest, was du mir alles an- gerrchtet hast an Unheil, an heimlicher Herzenssorge — und nun zuletzt an Glück, großem, ruhigem, sicherem Glück! Wenn ich das gestern abend geahnt hätte! Vor ein paar Stunden noch Unruhe und Angst und Meine ganze Seele aus den Fugen! Und nun ist es auf einmal, als ob eine gute kühle Hand über all die heiße Unruhe und Wirrnis hinstriche und glatt machte und schlichtete. Und ich kann nichts tun, als die Augen zumachen und .ganz still sein! Wie es laut? Wie alles Wunderbare, unerwartet vom Himmel geschneit! — Heute früh hatte ich mir den kleinen Missetäter vor- genommen und ihm eine Rede gehalten, selbst mit schwerem Herzen, aber mutig: er sollte mitgehen, wenn der Vater ihn mithaben wollte. Aber wir wollten ihn beide bitten, Seppl und ich, ob wir nicht noch eilt Weilchen beisammen bleiben dürften. Ich hatte mir genau überlegt, lote es sich am besten einrichten ließ. Seppl in seinem Trotzkopf hatte dem Vater seit dem ersten mißglückten Mal seine Gehversuche nicht wieder vorführen wollen, trotzdem er jeden Morgen tapfer übte. Aber heute hatte ich's durchgesetzt, daß wir damit ivarteten, bis iber Professor kam. Er Ivar etwas erstaunt, als ich ihn gleich mit in Seppls Stube nahm. Aber als der Junge, der ihm etwas scheu, doch artig die Hand gab, nun aus dem Wagen kam und auf den Füßen stand, sah er doch zu, die Hände in den Joppentaschen. Ich faßte etwas Mut. „Brav sein, Seppl!" flüsterte ich dem Jungen ins Ohr. Sein Vater sah auf das schmale, schmächtige Kerlchen herunter, das sich da so tapfer Schritt für Schritt weitermühte. Und auf einmal bückte er sich, faßte ihn unter den Armen und schwang ihn hoch, mit unterdrückter Rührung im Gesicht. „Büble, aus dir wird ja noch mal ein Mordskerl!" ' Er hatte ihn auf den Knien, und Seppl war wirklich brav, spielte mit seiner Uhrkette, antwortete gnädig und sah nur bisweilen nach mir, ob ich ihn nicht im Stich ließ, t Aber dann plötzlich kam das Unheil. Der Professor schien wirklich gut gestimmt, er schwatzte dem Zungen allerlei lustiges Zeug vor und lachte. Seppl lachte nut Und auf einmal faßte, er den Vater zutraulich um Hirschhornknopf der Joppe. „Vater, ftuj, wann reist du wieder weg? Bald schon, gelt?" Eine Pause. Ich hatte einen roten Kopf vor Schreck. Der Professor schob die Hand des Jungen unfreundlich zurück^ „Bald, ja. Wir reisen zusammen, Seppl. Ich nehme dich mit heim." In seppls Augen dunkelt der Trotz auf. „Aga auch?" fragt er. Der Professor lacht kurz auf. „Nein, Bub. Die kannst du nicht überallhin mitschleppech wie dir's paßt. Wir zwei allein." Das ist Seppl zuviel, die guten Vorsätze sind wie weg-- geblasen. Ehe ich mich ins Mittel legen kann, hat er sich' schon schluchzend rücklings überworfen und stößt des Vaters. Hände heftig weg. „Ich will aber net! Ich mag net! Aga soll mit, ich will bei Aga bleiben —" Die gleiche peinliche Szene wie neulich. Und während der Professor wütend aus der Tür läuft und ich schelten will, kommt mir auf einmal das Mitleid mit dem schluchzenden Jungen, der sich an mich klammert, schuldbewußt und trotzig zugleich. Was versteht daS Kind davon, wen es lieb haben soll und wen nicht? Haben wir das Recht, es leiden zu machen, wo es schon durch seine Krankheit genug leidet? Für mich will ich nichts mehr, das habe ich gestern abend ausgekämpft. Was ich jetzt noch erreichen will, ist' für das Kind. Nur ihm den Uebergang, das Loslöseu leichter tnachen, nicht so schnell abbrechen! — Ich war fest entschlossen, mein möglichstes zu versuchen /und vor allem die Sache jetzt gleich ins reine zu bringen. , .Der Professor war im Gartensaal. Ich sah seinem Gesicht au, daß er auch etwas zu sagen hatte. Er lach mir an der Tür entgegen. Da gab er mir ernsthaft die Hand. „Ich hätte es nicht für inöglich gehalten, daß die paar .Monate so viel für die Gesundheit meines Jungen tun konnten. Der Medizinalrat sagt mir, daß wir das zum großen Teil Ihrer Sorge und Pflege zuzuschreiben haben. Aber danken kann man eigentlich nicht für so etwas, wie Sie es an dem Jungen und dadurch an mir getan haben." Ich hatte Herzklopfen. Jetzt mußte es sein. „Doch, Herr Professor, das können Sie, und zwar dadurch, daß Sie mir Seppl nicht ganz aus der Hand nehmen, für eine kurze Zeit nur noch. Ich habe Sie schon darum bitten wollen." Sein Gesicht war wieder hart. Er trat einen Schritt zurück. „Es tut mir leid. Sie müssen es doch eben selbst gesehen haben, daß das nicht so weiter geht. Ich muß den Jungen jetzt selbst wiederhaben. Für gute Pflege werde ich selbstverstäudlich surteil." 346 Wie ztvel Feinde standen wir uns' gegenüber. Aber ich Mb es noch nicht auf. „Sie sollen ihn auch behalten, Herr Professor. Es ist nur für die nächste Zeit, damit ihm die Ausregung nicht schadet. Ich will mich Ihnen natürlich nicht anfdrängeu, aber es würde sich doch wohl ein Modus finden lassen. Ich könnte ja den Winter in München verleben wie voriges Jahr und in den Stunden zu ihm kommen, wo Sie nicht zu Hause sind." Er schüttelte den Kopf. „Nein. Entweder oder. Eine halbe Maßregel nützt in diesein Falle nichts." „Um des Jungen willen, Herr Professor! Sie sehen doch, wie er an mir hängt!" Der Professor sagte nichts, fein Gesicht blieb unbeweglich. Es stieg mir auf einnial heiß in die Augen, ich versuchte, mich zusammenzunchmen, aber ich mußte es sagen, ich konnte nicht anders: „Und um meiner selbst willen auch! Sehen Sie denn nicht, daß ich ihn nötig habe, daß ich nichts auf der Welt habe als den Jungen?" „Und ich? Habe ich denn etwas anderes?" Er hatte seine Hand auf meinen Arm gelegt und sah Mich an, beinah streng', wie damals, als er meinen Vater gegen mich verteidigte. „Agnes, hören Sie zu. Als ich Ihnen damals meinen Jungen brachte, tat ich es nicht, weil er Sie brauchte. Mit ihm wäre ich schon fertig geworden, Kinder vergessen schnell, das sehen wir ja jetzt." Er lachte kurz und herb. „Mer Ihr Gemütszustand bei Ihrem letzten Besuch in München war ziemlich durchsichtig. Ich bin nicht sö blind, daß ich nicht gesehen hätte, daß Sie "Schweres erlebt hatten. Auch nachher, als Sie von den Konflikten' in bezug auf Ihren Vater sprachen, wußte ich doch, daß da poch anderes im Spiel sein mußte. Was junge Leute !so bis in die Tiefen packst das ist nur das Leben und' picht der Tod. Na, das ging mich ja nichts an. Aber haß geholfen werden mußte, und zwar rasch, das sah ich." „Und alles, was Sie mir damals Gutes getan haben, das zerstören Sie jetzt, wenn Sie ihn mir wegnehmcn! Und warum? Weil Sie an sich denken, nur an sich —" Er hatte noch immer die Hand auf meinem Arm, ich sah fein Gesicht nicht, weil ich blind von Tränen war. „Ich gebe zu, daß ich an mich denke. Sepp-l ist mein Kind, und ich habe nur das eine. Ich glaube nicht, daß ich iuiu Ihnen gleich zu schenken brauche, wenn ich ihn auch! eine Zeitlang her gab. Wer ich denke auch an Seppl selbst dabei. Jetzt haben Sie nichts anderes, aber Sie sind jung, und es ist ganz natürlich, daß Sie einmal noch ganz andere eigene Wege gehen und Ihr Glück anderswo finden. Dann fragen Sie nicht mehr danach, ob es dem Jungen schwer wird oder nicht, so sicher, wie zweimal zwei vier ist. Und das Möchte ich ihm ersparen!" „Ich? Mein Glück? Das Kapitel ist für mich abgeschlossen, ein für allemal. Ich bin nicht der Mensch, der eine bittere (Äcfahrung zweimal machen muß, um daran zu glauben. Ich bin nicht mehr jung," „Nicht mehr jung!" Ich vergaß den Professor einen Augenblick, ich vergaß alles. Meine eigenen Worte hatten es mir auf einmal ganz klar gemacht.: wenn ich den Jungen nicht mehr hatte, dann hatte ich nichts mehr. Es konnte nicht sein, sch konnte ihn nicht hergeben! „Sehen Sie denn nicht, was Sie mir tun? Herr Professor, ich will ja nichts weiter, als ihn bisweilen sehen, nur picht ganz verlieren ! Ich bitte Sie, wie ich nur bitten kann —" Und plötzlich hielt er mich an beiden Handgelenken fest, daß es mir wehiat, seine Stimme war heiser. „Agnes, Kind, verstehen Sie mich doch! Merken Sie denn nicht/ daß ich mich gegen mich selbst und gegen Sie wehren muß ans allen Kräften? Diesen ganzen Sommer schon ist das gegangen! Alter Narr, der ich bin! Ich und Sie junges Ding! Lächerlich! Aber Sie zwingen mich ja, es zu sagen!" Er atmete schwer aus und drängte mich mit einem Schritt zum Fenster, daß wir beide ganz im Licht standen. (Schluß folgt-) Robert schumcmn. Zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages (8. Juni 1910)/ Von Friedrich Kerst (Elberfeld). i Als die musikalische Welt vor vier Jahren seines 50. Todestages gedachte, wurden allenthalben Stimmen laut — zürnende, mahnende, bedauernde Stiunncn, die sich mit mehr oder weniger Autorität für Robert Schumann erheben zu müssen glaubten/ Zunächst durch Wagner und seine Nachfolger, dann durch die neu erweckte Begeisterung für Bach war in der Tat Schumann nebst seinen romantischen Freunden zurückgedrängt worden. Ein feinsinniger SchumannsreunÜ führte damals aus, daß der Komponist auf einem besonderen Wege dem Publikrim wieder nahe gebracht werden könne, indem diesem nämlich die Bedeutung des Schriftstellers und Dichters Schumann klar gemacht werden müsse'.: Damit würde ihm ein neues Verständnis für den Komponisten aufgehen. In diesen Worten liegt viel Wahres, so viel, daß es sich verlohnt, einmal das Leben des Meisters an diesem Gedenktage! vor uns vorüberziehcn zu lassen und dabei des Komponisten u n d Dichters zu gedenken. Denn Schumann war ein Komponist und ein Dichter, nicht ein Dichterkomponist in dem Sinne wie Richard Wagner, der sich seine Texte selbst schrieb. Nicht zu einem einzigen feinet! vielen Lieder hat Schumann die Worte gedichtet, mrd doch läßt sich in ihm' der Komponist nicht vom Dichter trennen. Daß er ein Dichter im richtigen landläufigen Sinne des Wortes war, wissen heute noch viele nicht, denen der Komponist Schumann! wohlbekannt ist. Gelegentlich der fünfzigsten Wiederkehr seines Todestages brachte eine der ältesten und angesehensten Berliner Zeitungen das „einzige" Gedicht, das von Schumann bekannt geworden sei, und das angesehenste mittelrheinische Blatt druckte! die Notiz unbesehen nach. Sie bezog sich auf das „Traumbild"-, das man in der Reklamausgabe von Schumanns „Schriften über Musik und Musiker" Nachlesen kann. Nun hatte aber schon int Jahre vorher Berthold Litzmann in seinem umfangreichen! Werke über Klara Schumann eine ganze Reihe reizvoller kleiner! Gedichte mitgeteilt, die sich dann auch zum Teil in meutern Schumann-Brevier finden, das ebenfalls 1905 herauskam. Diese „Liebeszeilen", wie Schumann sie nennt und die er auch in der Zeit seiner geistigen Umnachtung immer wieder erwähnt, hat er als glücklicher Bräutigam an seine Klara gerichtet, .Als Probe möge hier ein kleiner Vierzeiler Platz finden: Im Ofen knistert's. Der Abend graut, Und innen slüstert's: Wann kömmst Du, Braut? Wer so fein Gefühl, feine Stimmung in denkbar knappe Form bringen kann, ist ein Dichter, wenn er auch nichts als diese lyrische! Perle geschriebeir hätte. . 1 Und dann Schumann als Dichter in seinen Brie fen, besonders in den wundervollen Jugendbriefen, die seine Fran heraus- gab! Da ist er ganz Romantiker, der für Jean Paul schwärmst der trunken ins Abendrot schaut, mit den weißen Wolken durch den blauen Himmel dahinfliegt, um schließlich mit (eifer Wehmuh sich auf der Erde wieder zu finden. Es find Briefe darunter/ die man ohne weiteres in freie Rhythmen auflösen kann. Es soll zugleich in die Welt seines Wollens und Fühlens entführen- wenn hier ein Bruchstück aus einem Brief des Siebzehnjährig^ angeführt wird. l „Wie eine weite, weite Abendlandschaft, auf der nur matt noch ein rosiger Kuß der sinkenden! Sonne bebt, so liegt mein ganzes! Leben vor mit; siehe, ich träume: und einen mächtigen, mächtigen Berg, kahl und gebüschlos sehe ich vor meinen Augen sich erheben, und eine himmlische Rose blüht auf ihm, und ich will sie erreichen, ich will ihr näher sein; und steil ist der Berg, und die Klippen starren herab, und vergebens streckt der Freund die! flehenden Hände nach ihr ans. Und weil er sie nicht erlangest kann, ist er beglückt, ist er ein Gott, wenn es ihm vergönnt ist, die Rose aus der Ferne anzubeten." Aber Schumann ist auch Dichter in seiner Musik. Eigentliche Programmusik hat er nie geschrieben, wenn er auch getst seinen kleinen entzückenden Klavierstücken stimmungmachende Ueber- schriften voransetzte und sich namentlich zu seinen ersten Werkest ost von dichterischen Werken anregen ließ. Jean Paul schaut! aus ihnen oft heraus, nicht nur aus den „Pavillons", oder den „Blumen-, Nacht- und Phantasiestückcn". Wenn man diese Klaviersachen gut spielen hört, stellen sich sofort Landschaftsbildev oder Begebenheiten vor dem geistigen Auge ein. Schumann hat bekannt, daß cs ihm auch so ergangen fei. Er selbst war sich ganz klar, daß er in erster Linie Musiker und nebenher Dichte« und Schriftsteller sein müsse. Er hatte das Glück, eilten einsichtsvollen Vater zu haben, der früh die Anlagen des Knaben erkannte und dessen literarische Tätigkeit und Interessen von Einfluß auf den Sohn wurden. In einer kurzen Autobiographie, die dieser eiureichte, um die Doktorwürde zu erlangen, berichtet er selbst darüber folgendes: „Ich bin zu Zwickau geboren, den 8. Juni 1810. Meist Vater war Buchhändler, ein höchst tätiger und geistreicher Manu, der sich namentlich durch seine Einführung der ausländischen Klassiker in Taschenausgaben, durch die zu ihrer Zeit viel gelesenen Erinnerungsblätter, durch eine Meiige wichtiger laufmäunischev 347 Werke und noch kurz vor seinem Tode durch Uebersetzüng mehrerer Byrouscher Werke bekannt gemacht hat. Ich genoß die sorgfältigste und liebevollste Erziehung. Starke Neigung zur Musik zeigte sich schon in den frühesten Jahren; ich erinnere mich, ohne alle Anleitung Chor- und Orchesterwerke schon in meinem elften Jahre geschrieben zu haben. Der Vater wollte mich auch durchaus Mm Musiker bilden; die Verhandlungen, die deshalb mit Karl Maria von Weber in Dresden gepflogen wurden, zerschlugen sich jedoch." Ehe Schumann seine Gymnasialstudien beendet hatte, starb der Vater. Auf Wunsch der Mutter studierte er in Heidelberg und Leipzig die Rechte und Philosophie, wandte sich dann aber bald ganz der Musik zii, worin er den Unterricht Friedrich Wiecks', seines späteren Schwiegervaters, und Heinrich Dorns genoß. Mit Energie ging er mit glcichstrcbendeu Freunden gegen den musikalischen Schlendrian an und gründete 1834 die „Neue Zeitschrift für Musik", die bald blühte. Schumann als Redakteur war auch sein bester und fleißigster Mitarbeiter. Er entwickelte ein hervorragendes schriftstellerisches Talent; seine Aufsätze hat er selbst später als seine „Gesammelten Schriften" herausgegcben, die jedem Musiker und Musikfreunde dringend empfohlen werden können. Immer strahlender ging aber auch sein Stern als Komponist auf. Seine kleinen stimmungsvollen Klavierstücke mit ihrer charakteristischen, oft eigenwilligen, immer interessanten Harmonik wurden ungemein beliebt, namentlich seit sie Klara Wieck mit ihrer wunderbaren Kunst einführte. Mit Klaras Namen ist Schn- manus höchstes Glück verknüpft. Sie wird seine Braut, die er erst nach langen Kämpfen dem starrköpfigen Alten abtrotzen konnte. Alles Glücksgefühl schien auf Schumann herabströmen zu wollen : da begann das Unheil wie in einer antiken Schicksals-. tragödie, in der die neidischen Götter das Glück des Menschen rächen. Wohl nahm der gefeierte Künstler die Düsseldorfer Musikdirektorstelle an, wohl hatte er hier noch schöne Erfolge zu verzeichnen, dennoch war diese Ucbersiedelung im Jahre 1850 der iMnfang vom (Silbe. Im Februar 1854 ereignete sich der furchtbare Selbstmordversuch: die kalten Fluten des Rheines sollten! die unerträglichen Schmerzen im Kopse und' die beängstigenden Gehörhalluzinationen zum Schweigen bringen. Man rettete einen Todunglücklichen, der schon nach zwei Jahren, am 29. Juli 1856, in der Anstalt zu Endcnich von einem hindämmernden.Leben erlöst wurde. Seine tapfere Gattin aber kämpfte für sich, ihre Kinder Und ; für den Gatten weiter, unterstützt von treuen jungen Freunden, wie Joseph Joachim und Johannes Brahms, den Schumann noch 1853 den jungen Adler genannt hatte, der als Beethovens Erbe den Sonnenflug wagen dürfe. Die geniale Pianistin Klara konnte aber nur für einen Teil von Schumanns Lebenswerk Propaganda machen, die Lieder taten cs selbst. In ihnen ruht wohl Schumanns reichstes Vermächtnis; in Ueberfülle hat er uns damit beschenkt, allein das Hochzeitsjahr brachte ihrer 138. Bahnbrechend wurde seine Behandlung des Klavierteils. Brahms und Hugo Wolf standen in dieser Hinsicht ganz auf seinen Schultern. Meisterhaft versteht er in kurzen Einleitungen in die Stimmung einzuführen, in interessanten Nachspielen sie ausklingcn zu lassen; manchen Maviertcil dieser Lieder kann man als selbständiges Stück vortragen. Wenn auch seine Kammermusik stets eine begeisterte Gemeinde sand, die sich ständig vergrößert, so wollte doch keines seines Orchesterwerke so recht durchdringen, nur die, die mit der Vokalmusik eine Verschwisterung cingegangeu sind, z. B. „Der Rose Pilgerfahrt" oder „Paradies und die Peri". Sehen wir genau zu, so ist es aber auch hier der poetisch empfindende Lieder^ komponist, der uns entzückt. Am wertvollsten ist unter den Orchestersachen die Musik zu Byrons „M unsre d", die neuerdings mit Neubearbeitungen des großzügigen Gedichtes ein erhöhtes Interesse erregt. , i Schumann wäre der letzte gewesen, der sich dem Fortschritt,, Und ginge er über ihn selbst hinweg, entgegengestellt hätte. War er nicht selbst ein junger Stürmer, der in seiner Person eine ganze Schar Kämpfer vereinigte, die er in liebenswürdiges Mystifikation als „Davidsbündler" in seiner Zeitschrift auf den Kampfplatz schickte? So, in seiner Jugendlichkeit, steht er noch jetzt vor unserem Auge. Wir können uns einen alten Schumann so wenig wie einen alten Mozart vorstellen. Fortleben wird er und seine Musik, aber nicht im Konzertsaal, wenn auch dort sein! Lied nicht verstummen wird; sondern im Hause wird er weiter wirken. Seine entzückenden Klavierstückchen, von denen nicht wenige für Kinderhände bestimmt sind, wollen im behaglichen, lauschigen Zimmer, in Dämmerstunden gehört werden. Wer je in künstlerisch vollendetem Zusammenspiel von Geige und Klavier das „Abendlied" oder „Träumerei" oder sonst irgend eine dieser einzigartige Urten Tondichtungen vortragen hörte, der muß den Romantiker «chumann für immer lieb behalten; er hat einen Dichter in Tönen zu siich sprechen hören, sich von ihm! kleine wundersame Begebenheiten erzählen lassen. Und wenn man dann ein übriges! tun will, nehme man die „Gesammelten Schriften" tont Bücherbrett und lese, wie ein romantischer Dichter Tonwerke erklärt, "tuen Geschichten unterlegt, wie er — immer Dichter — Kritik an Musik und Musikern übt. Dann wird einem klar, daß, Schumann nicht nur in seiner Musik sortlcbl, sondern daß er nach Brentano und nach Hoffmann als letzter romantischer Dichter feilten Platz in der Literaturgeschichte beanspruchen darf.. Lrauenleben in der sahara. Eine fesselnde, farbige Schilderung eines Zuges durch die! großen nordafrikanischen Wüsten gibt der englische Direktor des Erzichungswesens in Mord-Nigeria, Hans Bischer, der für seine Forschungsreisen auch von der Londoner Royal Geographicak Society eine Auszeichnung empfangen hat. Besonders interessant in dem Reisewerke des britischen Kolonialbeamtcn, das den! Titel führt „Acroß the Sahara front Tripoli to Bornu", sind die Beispiele von dem großen Einflüsse, den einzelne Fraucn.- persönlichkeiten bei den Stämmen der Wüstenbewohner ausübend An dem Karawanenzuge Vischers nahm auch eine alte Frau namens Fatima teil, deren Mut und 'Unerschrockenheit weitüm! berühmt wären; mit fast abergläubischer Scheu blickten dis Männer auf diese Greisin, die sich wie eine böswillige alte! Hexe gebärden konnte. „Wenn sie ihren langen Stock hoch über! den Häuptern ihrer Umgebung schwang, dann bot die alte Fatima einen Anblick von phantastischer Majestät; selbst klügere Männer! als die Kameltreiber hätten vor dieser hohen, dürren Gestalt mit der wilden, leidenschaftlichen Rednergabe erbeben können," Eine! andere Frau, die durch ihren Einfluß auf die Umgebung dem englischen Forschungsreisenden das Leben rettete, war Hauwa, ein! riesenhaftes Bagirmiweib, dem das Volk die Gabe der Wahrsagung zuschrieb. Sie verfiel in hysterische Krämpfe und machte! dann ihre Prophezeiungen; freilich konnte Vischer erproben, daß bei guter Belohnung durch Tee und Zucker diese Zukunstsverkündigungen immer freundlicher und rosiger wurden. Während! her Reise entstand unter den Kameltreibern, dem Führer und den Tuarcgs eine Verschwörung, deren Ziel es war, Vischer KU töten. Im Lager herrschte nervöse Unruhe, jedermann ahnte das Bevorstehende, ohne zu wissen, wie die Katastrophe abzuwendÄn wäre. „Da trat Hauwa, die gute, große Prophetin vor und! der Geist kam über sie. Selbst der verräterische Führer bebte vor Angst bei den wilden, grellen Schreien der bessenen Frau, die Freunde liefen herbei, um sie zu halten, aber einer ganzen! Horde gelang cs kaum, das riesige Weib zu überwältigen. Man! hatte sie in ein Zelt geschleppt, aber ihre Stimme tönte fort;, schließlich holte man mich herbei, der Teufel habe mich gerufen',. Ich fand sic mit rollenden Augen, Schaum am Munde, am Boden! liegend; sic heulte wie eine wütende Katze. Gegen zehn Männe« und Frauen hielten sie an den Armen und Händen sest. Als sic mich sah, begann sie noch lauter zu brüllen, und daun rief sic mir zu: „Du bist ein Christ, du bist ein Mann Gottes, keiner! loirb dir Schaden zufügen können. Iß nichts von dem, was diese Tubbus dir geben und lege deine Waffen nicht aus der Hand..." Die Prophezeiung tat ihre Wirkung; als der Abend kam, waren alle Vcrrätcrgedanken erloschen, im Lager herrschte sorglose Heiterkeit, ein großes Festmahl wurde abgchalten, und ich vergaß natürlich auch nicht, Hauwa als Dankgeschenk ein großes Quantum Zucker und Tee zu schicken." Die Freude des' freien! Wüstcnlebens wurde dem Reisenden mehr als einmal bitter vergällt durch die Notwendigkeit, seine vielköpfige Begleitung in Zucht zu halten. Insbesondere die Frauen hielten keinen Frieden, die Negerinnen und Araberinnen haßten sich gegenseitig auf den' Tod, und mehr als einmal mußte Vischer unter Lebensgefahr Vermittlungsversuche machstn, rem ein Blutvergießen zu verhindern. Als er zu seiner Fahrt, die ihn 1400 englische Meilen! durch die Wüste führen sollte, aufbrach, ahnte er ivenig von dem wilden Temperament seiner „schwarzen Damen". „Wenn sie einmal in Aufregung geraten waren, gab es nichts, was ihre! Zungen zur Ruhe Hütte bringen können. Und sie waren oft in! Aufregung, Adiza und Hauwa, Amina, Fatima und Gombo, Fast täglich kam cs zu Kämpfen, zit regelrechten Schlachten zivischcu den schwarzen Schwestern. Kein Marsch war zu anstrengend/ kein Weg zu mühevoll: sobald das Lager erreicht war, waren! die Frauen kampfbereit. Die Männer übernahmen die Be- schnssung von Stöcken; sie trugen Sorge, recht dicke zu wählens „das kühlt ihr Blut", meinten sie philosophisch. Dann, in de« Stille der Wüstennacht, hörte ich das Geschrei der Frauen, die! immer wütender wurden, bis dann die Prügelei losging und das Blut „abgekühlt" wurde. Am nächsten Morgen aber war aller Zorn verschwunden, und lachend erörterte man int schönsten Frieden alle Einzelheiten des Kampfes. Das gab dann den Gc- fprächsstvsf für den ganzen Tag. Es! ist charakteristisch für deit Neger, daß er schließlich alles von der humoristischen Seite! nimmt und dadurch wird er trotz aller seiner Fehler zum angenehmen Reisegefährten. Ich habe alte Männer gesehen, die! vor Lachen die Hälse ihrer Pferde umklammerten und sogar vom Kamel hernntcrfielen, alles wegen eines Witzes, den sie vielleicht schon zwanzigmal gehört hatten." Als Bischer während der Reise die arabischen Kameltreiber durch Tnbbus ablöscn ließ/ mußten die Frauen der Karawane zu Fuß gehen, denn die Tubbus glauben, daß es einem Kamel Unglück bringt, wenn es. eine Frau trägt. Aber den schwarzen Damen machte das wenig aus; die Kamele waren todmüde nach der Tagesreisc, die schwarzen Damen aber frisch und streitsüchtig wie immer, ja die größten Prügeleien fanden gewöhnlich nach den anstrengendsten Tages!-. Märschen statt. Eine besondere Stellung nimmt die Frau M den Tuarcgs ein: dort ist der Mann der Untergebene und nach dem Gesetze muß er der Frau gehorchen. Das' Mutterrecht beherrscht die Rechtsanschauung. Die Frau zeigt stolz ihr Gesicht, während der Wann verfchleiert geben muß. Den armen Tu.aregs' — 348 — soll es dabei sehr schlecht gehen, denn die Frauen sind grausame Herrinnen iniS gönnen ihren männlichen Untertanen keinen Augenblick Ruhe oder Freiheit. Die Frau ist Eigentümerin alles Besitzes und sie ist es auch, die Raubzüge beschließt oder verfügt, mann der Stamm weitcrziehen soll. vermlsehtss. * Vom Markt mit „Preise n". Neulich war ich wieder einmal in einer der großen Ausstellungen, die auf den verschiedensten Gebieten die Interessenten veranstalten, um Stimmung und Absatz zu. schaffen. Welche es war, sag ich nicht, weil ich sie nicht mehr kompromittieren möchte, als all die andern, die's ebenso treiben. Es ist ein allgemeiner Unfug, von dem ich reden möchte; gelegentlich von Gärtner-Ausstellungen ist übrigens int Kunstwort schon auf ihn gedeutet worden. Also: unter all den Ausstellungsgegenständen mußte man suchen, in Wahrheit mühselig suchen, wenn man einen finden wollte, der nicht „ausgezeichnet" war. Und zwar hatten die taufend Sachen nicht etwa den ersten bis tausendsten Preis, sondern fast jede hatte mindestens einen „ersten", -inen „zweiten" oder einen „dritten" Preis, wenn nicht gleich soundso viele zusammen. Zweck davon: wenn ein Aussteller seine Kataloge und sonstigen Geschäftspapiere drucken läßt, führt er sich als Inhaber von „ersten", „zweiten", „dritten" Preisen auf, und der harmlose Käufer denkt natürlich: unter einem Tausend von .Wettbewerbern (oder wer weiß, wic- viel's waren!) ist dieser Hauptkerl also der erste, zweite oder dritte gewesen! -Tie Fachleute kennen „das" natürlich, lachen; darüber oder sagen: was will mail machen, wenn's alle so treiben und ganze Ausstellungen weiter gar keinen Zweck haben, als solche Reklamemittcl zu beschaffen? Demnach muß nach der Meinung des Knnstwartes das Publikum in immer weiteren Kreisen dahin aufgeklärt werden, daß es nicht mehr hineinfällt. Das ganze Wesen ist .nicht vi l besseres als Gimpelfang. * Edison über seine neuesten E r f i n d u n g e n. In amerikanischen Zeitungen erschien vor kurzem. die Aufsehen erregende Nachricht, das; Edison einen neuen ?lpparat erfunden habe, eine kunstvoll gebaute Maschine zur Aufnahme lebender Photographien mit den natürlichen Farben. Der berühmte Erfinder hat sich nun zu diesen vorzeitig in die Oeffentlichkeit gedrungenen Mitteilungen geäußert: er arbeitet allerdings seit längerer Zeit an diesem Problem und hegt auch günstige Erwartungen, allein er ist noch weit davon entfernt, alle Schwierigkeiten überwunden zu haben. Insbesondere stößt die Wiedergabe der roten Farbe auf große Hemmnisse; mit den übrigen Farben hat er bereits recht günstige Erfolge errungen. Zugleich sprach Edison voller Begeisterung von der neuen Maschine, die er nun Vollendet hat und die eine Wiedergabe lebender Photographien mit dem gesprochenen Worte ermöglicht. „Man hat mehrfach behauptet, bereits Sprechmaschinen zu haben, die die lebenden Photographien begleiten uitd die zugleich die Mängel des Grammophons nicht besitzen. Aber diese Behauptungen waren nur von schlauen Geschäftsleuten und Kinematographenunternehmern in die Welt gesetzt; in Wirklichkeit stand hinter dem Vorhang ein Mensch, der zu den Bildern den Text spracht!) Aber nun haben wir lernen Apparat, der eine vollkommene Täuschung hervorbringt. Nun können wir ein ganzes Drama auch stimmlich wiedergeben. Die Stimmen klingen so ausgezeichnet, als ob man vor einer wirklichen Bühne säße. Dabei fehlt völlig der gepreßte, surrende. Unnatürliche Klang des Phonographen. Wenn es uns mut noch gelingt, die Farben natürlich wiederzngebeu, dann haben wir alle Elemente des Schauspiels beisammen, die Sprache, die Gebärde Und die Farbe. Das Flimmern, Prasseln und Knattern fehlt in diesen Sprechmaschinen und Kinematographen vollkommen. Das alles gab es auch bei meinem ersten Kinematographen glicht, aber als die Unternehmer die Sache ausbeuteten, erschienet vor dem Publikum plötzlich diese flimmernden, knatternden Aufnahmen. „Wartim?" meinte Edison und zwinkerte dabei verständnisvoll mit den Augen: „Nnn, man läßt die Maschinen doppelt so langsam laufen, als ich beabsichtigt hatte. Man gibt Masse, aber keine gute. Wemt man die Maschinen rascher laufen ließe, so wurden die Aufnahmen vollkommen sein." — Zu gleicher Zeit erregt in Amerika eine andere Erfindung lebhaftes Aufsehen und wird in der Presse ausführlich besprochen. Dr. Lange aus Goranton in Pennsylvania will ein Verfahren gefunden haben, mit dessen Hilfe er aus einem Gemenge von sieben nicberetti Metallen reines Silber (!) Herstellen kann. Er hat seine Erfindung bereits beim Patentamt angemeldet, verschweigt aber alle Einzelheiten, bis sein Verfahren gesetzlich geschützt ist. Dr. Lange genießt in der wissenschaftlichen Welt Amerikas großes! Ansehen; er will drei Jahre lang in seinem Laboratorium gearbeitet haben, bis der Zufall ihm endliche die Lösung des Rätsels enthüllte. Der Erfinder betont, daß es sich um eine rein wissenschaftliche Entdeckung handele, die mit alchimistischen Phantastereien nichts zu tun hätte, aber einstweilen betrachtet man die Nachricht mit Mißtrauen und wartet die Entscheidung des Patentamtes ab. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brifl * Deutschtum und Kastaniengrenze. Pflanz eA- gvenzen und Völkergrenzen fallen nicht selten zusammen. Wie Prof. Dr. Scharfetter in „Petermanns Mitteilungen" ausführt, läßt sich diese Beobachtung besonders schön an uns Deutschen! machen. Der Pslaitzengeograph, der auf einer Sprachkarte Europas der südlichen Grenze des deutschen Sprachgebietes entlang geht, macht nämlich die Entdeckung, daß er zugleich die Nlirdgrenze der Edelkastanie (Castanea vesca) verfolgt. Diese Grenzlinie, über die hinaus die Edelkastanie nicht jiart; Norden! vordringt, scheidet im Osten die Madjaren von den S.erbokroaten, trennt int Süden Deutsche und Italiener, und wendet sich im Südwesten zwischen Genf und Bern nach Norden, um Germanen und Romanen zu scheiden. Wenn also auch nicht mathematisch genau, so doch jedenfalls in großen Zügen, deckt die „KastanieN- grmze" sich in auffallender Weise mit der deutschen Sprachgrenze. lind die Geschichte lehrt, daß diese Kastaniengrenze tat- sächli chdie Rolle einer Völkerscheide gespielt hat. Davon erzählt in den Zeilen der Völkerwanderung das Geschick der Hunnel Ostgoten und Langobarden: Attila mußte die Eroberung Roms aiifgeben, die Ostgoten gingen in Italien zugrunde, und die Langobarden büßten dort ihr Volkstum ein. Und ebensowenig wie den Römern gelingen wollte, über die Kastanicngrenzg hinaus nach Norden dauernd ihre Herrschaft auszudehnen, ebensowenig glückte es den Germanen im Mittelalter, südlich, über diese Grenze hinaus sich festzusetzen. Es scheint also, als feicit die Völker — solange sie sich noch auf einer gewissen niederen!, unbchilflicheU Kulturstufe befinden — in ähnlicher Weise wie auch die Pflanzen an bestimmte Gegenden, d. h. an bestimmte klimatische und Bodenverhältnisse gebunden, als könnten sie über diese nicht Hinauskommen, ohne ihre Kraft und Bodenständigkeit zu verlieren. Ja, man könnte sogar vielleicht nachweisen, daß solche Völker sich am leichtesten dort ausbreiten konnten, ivo auch die Lebeusbedingnugen für die charakteristischen Pflanzen ihrer eigenen Heimat gegeben waren. So drangen die Tschechen, als sie das Innere Böhmens besiedelten, nur so weit vor, als das Land bett Charakter der Steppheide auswies, machten dagegen Halt vor den Urwäldern der Grenzgebiete, die erst von den Deutschen im Laufe des Mittelalters geordnet und besiedelt wurden., Ebenso möchte man auch von den Arabern fast sagen, sie seiertz gerade so weit vorgedrungen, als die Kultur der Dattelpalme möglich iuar. Bekanntlich nahmen sie ja diese Lieblingspflanze! auf allen ihren Zügen mit sich, brachten sie nach Spanien, selblt nach Indien; deshalb bezeichnet übrigens auch die Berbreitungs- liuie der kultivierten Dattelpalme die Größe der einstigen Araberreiche. * Boshaft. Vetter: „Tut Ihr denn eigentlich gar nichts gegen diese Fliegenplage?" — Hausherr: „Alles vergeblich, lieber Vetter; die haben sich sogar an die Zigarren gewöhnt, die du mir zu Weihnachten geschenkt hast!" . * Erklärliche E n t r ü stlu n g. Fran (int Konzert): „Empörend, tote das Pärchen hinter uns sich fortwährend küßt!" — Mann: „Warum empörend?" — Frau: „Na, küßt du mich vielleicht?" * Triftig e r Grund. „Warum haben