Montag den l c to 1BH MWi^ WMM ■ Fij M rMt-r' oroesigk. Roman von Georg Freiherrn von Ompted«. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung. > Ludwig stieß . wütend den Ranch feinet’ Zigarre von sich: . . , — Es sollen nur alle wissen: ich stecke nichts em! Ich schicke so einem Herrn sofort den dritten Mann. Der Oberstleutnant sah ihn eine Sekunde mit leisem Lächeln an. Dann steckte er den Kneifer wieder zwischen die Knöpfe seines Ueberrockes und sagte, Ludwig die Karte Mrückrerchend: „ — Es freut mich, daß Sie sich nichts gefallen lassen, aber ich denke, die Sache ist wohl erledigt. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen. Ich stehe Ihnen in jedem Falt zur Berfügimg. .Haben Sie meinen neuen Wallach schon Sie gingen in den Stall. Der Oberstleutnant ließ das Pferd Herausstellen, während auf der Straße der Droe- siglfche Wagen im Schritt auf und nieder fuhr. Als die beiden Herren vor das Tor traten, kam er tm Trabe, hielt, und der Kutscher salutierte. Ludwig meinte leise, da sie nur ein paar Schritte vom Wagen standen: — Herr von Herrnwerth, Sie meinen, die Sache t)t wirklich erledigt? — Durchaus! . Ludwig zögerte, dann sagte er ein wenig gewunden: — Herr von Herrnwerth, es wäre mir ein großer Freundschaftsdienst, wenn Sie ein Wort fallen ließen, daß die tieitte nicht denken sollen, ich steckte so etwas ent . . . — Gewiß, sehr gern! Die beiden reichten sich die Hände. .. Auf der Fahrt mit den schnellen Juckern klarte sich Ludwigs Miene immer mehr auf. Er atmete erleichtert, nahm'die Tischkarte heraus, zerriß sie in die ivinzigsteu Stücke, und auf der ganzen Straße bis Kölln ließ er einzelne Schnitzel in großen Abständen auf die Straße fallen. Aber nur bis zum Tor, denn feine eigenen Wege waren tadellos gehalten. * Agathe war nach dem zweiteu Kinde etwas magerer geworden, hatte eine engere Taille bekommen uni> sah besser aus als je vorher. Das wurde von allen Seiten gesagt und sie nahm es auch erfreut entgegen. Aber nur darin regte sich die kleine, weibliche Eitelkeit, sonst toeL sie die treue, gute Frau, wenn auch das Hau unutterchen sich allmählich gewandelt, denn immer mehr hatte sie in Ludwigs Schule gelernt dem Schlosse vorzustehen. Sie besaß nicht seine Kenntnis der Stile, aber dafür den besseren, einfacheren Geschmack. Er nahm s>e jetzt vfteis> zu kleinen Reisen mit nach Paris, Wien, München, und nie kehrten sie zurück ohne Ankäufe au Bildern, Möbeln, Statuen, die irgendwo ihren Platz fanden. Ludwig liebte es, zu häufen. Dann schmeichelte sie ihm dieses oder lenes Stück, das ihr zu viel dünkte, ab, und es wurde anderswo hingeistellt. Sie hatte einen sicheren Geschmack für das, was vornehm war. Wenn er etwas zu Prächtiges, äuf- fallendes kaufen wollte, so sprach sie dagegen. Einmal^ gebrauchte sie den Ausdruck, etwas sei protzig. Ludwig blickte sie von der Seite au. Ein leises Mißtrauen war in ihm, etwas von der Liebe dieser Frau noch nicht überwundenes. Doch allmählich führte er das Wort selbst im Munde, und' bei einem zu wilden Barockrahmen, einer zu frischen Vergoldung gebrauchte, er bald mit Vorliebe diesen Aus- Agathe drängte sich nie auf, und doch verstand sie es, mit der Zeit immer mehr Einfluß auf ihren Manu zu ge- winuen. Sie war klug genug, gegen Dinge nicht anzu- kämpfen, die ihn glücklich machten, ohne ihm zu schaden. So redete sie ihm Oskar als ständigen Begleiter auch auf der kleinsten Reise nicht aus, ja die Jungfer, die sie immer Mitnahmen, erschien ihr selbst schon eine Notwendigkeit. Agathe genoß, was ihr Man» i# bot, nahm es aber nie als etwas Yin, das ihr gebühre. Jedesmal, wenn sie aus dem Theater kamen, gab sic ihm einen Kuß: — Du hast mir solche Freude gemacht! In Museen und Konzerten ging ihr eine Welt aus, von der die Tochter des wilden Jägers von Kölln nichts geahnt. Ludwig kannte Ursprünge und Anfänge eines jeden Künstlers! gerade sein Emporkommen interessierte ihn am meisten. Agathe begriff nicht, wo ihr Manu die Zeit hernahm, sich, zu unterrichten. Sie fand, er habe alles gelesen, wenn sie auch nicht beurteilen konnte, wie weit er vielleicht nur blätterte in all den Neuerscheinungen, die sich in feiner Bibliothek häuften. Manchmal hörte sie ihm zu, wenn sie Gäste hatten, indem sie ihrem Herrn, der ihr Tagesplattheiten erzählte, nur scheinbar lauschte. Sie selbst behielt ihre einfache Unterhaltung, jetzt vor allem über das Gedeihen ihrer Kinder, die größer und größer wurden und schon in ihren englischen Matrosen-Anzügen nach risch den Gästen eine Verbeugung machen mußten. Es waren hübsche Jungen mit großen Augen und dem vornehm ge- chnittenen Gesicht ihres Vaters, viel vornehmer als das der geborenen Gräfin Kölln, das trotz der etwas scharfer gewordenen Züge immer noch nichts Aristokratisches hatte. Nach den Kinderfrauen waren Nurses und Goveruesses und Mademoiselles da gewesen. Jetzt saß schon der erste Hauslehrer mit am Tisch. , . Er war Ludwig von Graf Regnier empfohlen worben. Als die alte Gräfin Lindenbach, die merklich alternd nur nocli selten die. lange Wagenfahrt nach Kölln herüberwagie, davon hörte, hatte sie abgeraten, den Lehrer zu nehmen. Sie sagte: , — Entweder er ist ivie „Seine Exzellenz" selbst, dann ■> — 146 — «zählt er den Jungen nur biunme Geschichten, oder er zefällt ihm, weil er sein Gegenpol ist-, dann wird er keine Manieren haben und ein pedantischer Gelehrter sein- Ludwig nahm ihn aber doch und schien rechts getan m haben. Der neue Hauslehrer war ein mnaer Mensch von vorzüglichen Formen, der die Herzen der beiden Buben Mb gewann; beim so streng er während der Schulstunde D,rr, ein so guter Kamerad und Freund wurde er ihnen Bt Bark oder wo sie sonst in ihren Freistunden sich belegten. Gr schoß mit ihnen Purzelbäume aus dem Rasen, krieb Reifen, spielte Ball. Wenn sie aber zu Bett gegangen Baren, verlöschte aus seinem Zimmer erst spät das Licht. Der junge Mann, ein Herr von Jstrow, Sohu eines «nfanteric-Stabs-Offiziers, der während der ersten Sru- fenteuiahre seines Sohnes gestorben war, bereitete sich ranz allein zu seinem juristischen Examen vor., Ludwig schien es nicht unangenehm, daß der Abkömmling einer alten Familie bet ihm im Hause war. Nur auf eines hielt er: ker rechte Mstand mußte gewahrt bleiben, mcht anders tuie beim Pastor. Aber da der pinge Mann nicht sprach, ehe Ludwig ihn nicht anredete, nach Tisch stets sich empfahl, immer dort blieb, wo die Kinder waren, so sagte Ludwig einmal zu Agathe abends, als die Jungen längst schliefen und der Hauslehrer gewiß bet seinen Büchern saß: — Dieser Jstrow ist ein äußerst brauchbarer Mensch. Ich dachte, er throne nur auf seinem lateinischen und griechischen Piedestal. Neulich aber sprach Valn mit ihm fran- e. Er hat ein Jahr in Lausanne studiert! Und was t heute heraus? Ich höre zufällig, wie er sich mit White englisch unterhält. Ich habe White gefragt, der sagt, er redete wie ein Engländer, hätte höchstens einen leisen schottischen Akzent. Ich fragte ihn, und was gibt er mir zur Antwort? „Herr Droesigl, meine Mutter war ans Wasgow." nmal darüber mit seiner achen nicht. Nun war sie .Agathe sagte: — Er ist reizend mit den Juiigen. Ich habe ihm neulich meine Freude darüber ausgedrückt und da meinte M: „Gnädige Frau, sie bedürfen der Liebe und Weichheit/' Ludwig fragte: h- Wie nennt dich Jstrow? dabei fagte er: — Später einmal, später! Auf der Fahrt nach Haufe versank er in Brüten. Agathe störte ibn nicht. Sie hatte in den Jahren ihrer Ehe gelernt, daß der einzige Augenblick, der ihn grillig sand, der war, wenn man seine Gedankenwelt antastete. Bon selbst mußte er reden; und immer häufiger sing er auch an: — Ich habe allerlei Absichten! Na, wir wollen ma- fehen, was die Zukunft bringt. Dann tvuchseir dunkle Pläne immer mehr ins Licht, bis plötzlich von ihnen nicht mehr die Rede war. Agathe blieb nur der stille Zuhörer. Sie hatte es dadurch erreicht, daß er ihr Dinge anvertraute, von denen er in der ersten Zeit nie gesprochen. Früher fand er alle aristokratischen Bekannten reizend. Jetzt redete er bisweilen schärfer von ihnen. Es war, als sei eine neue Seele in ihm, und doch ahnte Agathe, daß alles das ihn auch früher beschäftigt, er es nur nicht gesagt hatte. Als sie doch einmal vorsichtig davon begann, musterte er sie: — Das ist doch immer so unter Menschen. Ehe man sich nicht genau kennt, sagt man sich nicht alles. In der nächsten Zeit war er zurückhaltender, und Agathe r- Gnädige Frau! Warum? — Ich meinte nur so. Ludwig hatte jetzt weniger zu tun. Jedes Jähr ivareu Verbesserungen vorgenommen worden, nun schien ein Standpunkt erreicht, wo sich kaum mehr etwas machen ließ, Ludwig dachte zwar au eine große Mauer, die wildpark- artig ein gewaltiges Waldgebiet eiuschließen sollte, doch er wollte diesen Plan erst ausführen, wenn er noch einen großen Forst, der vielleicht einmal zu bekommen war, dazu gekauft haben würde. Als er e i..... ' Frau sprach, meinte er: „Dazu müßte ich mehr Geld haben." Sie kümmerte sich um Gelöst.h. ’ 7. “ ? ein wenig erstaunt. Aber Ludwig begann in der nächsten Zeit immer wieder von seinen Plänen, zu „arrondieren!", tote er es nannte. Dann ließ er anspannen, und es ging hinaus in eine entfernte Ecke des Besitzes. Dort zeigte er ihr Felder, die im Winde ihre Saatenmeere wiegten, Bäume, deren Blätter bei leiser Bewegung der Luft flüsterten, und Stoß Papiere mit: Aber bitte, unterbrich mich nicht. Ich mir's nicht sagen. Er wurde um einen Grad zurückhaltender: — Meinst du mit Berlin? Und mit der Anrede? . Ihr praktischer, aber nie über das Nächste hinausgehender Verstand ahnte nichts von Plänen und Hoffnungen. Er las eS aus ihrem nicht verstehenden Staunen. Und er begann zu erzählen: Er wolle seine Jagd- und Reiter-Erinnerungen aus England aufschreiben, dann die Reise um die Erde beschreiben, die er als junger Mensch gemacht hatte, vielleicht sollte auch sein Aufenthalt in Aegypten, die steirischen Gemsjagden mit hineinkommen. Er war vom Khedive empfangen worden; hatte dem Papst den Pantoffel geküßt; Lord Fitzvenor, eine Prinzipessa, eine Marchioueß, ein paar Earls und Vicomtes, die Gestair des alten Herzogs von Robeira spukten mit hinein. Er unterbrach sich mitten im Satz, lief in sein Zimmer und brachte einen Stoß Papiere mit: , — Hör zu. Aber bitte, unterbrich mich mcht. Fch will's dir mal vorlesen. , Er begann sein Manuskript vorzutragen. In des klugen Mannes Kopf, dem Natur und Landschaft verschlossen geblieben, spiegelten sich all die Reisen nur wieder als Bekannt- schafteu mit den Hochgestellten dieser Erde. Man wurde den ärgerte sich, so etwas auch nur angedentet zu haben. Immer häufiger aber kehrte eine Redewendung wieder: „Ja, wenn man m Berlin wäre!" Agathe fragte, warum sie start im Hotel Bristol ab- zufteigen, nicht lieber eine kleine Wohnung in Berlin nähmen ? — Liebes Kind, mit einer kleinen Wohnung wäre uns nicht gedient. Da kann man ja niemand einladen. Entweder anständig oder gar nicht. Ja, die an der Quelle itzen — — Und er brach wieder ab. In der nächsten Zeit schien er auf andere Gedanken gekommen zu sein, denn er saß viel am Schreibtisch. Agathe ümmerte sich um ihre Jungen, lief in Haus und Hof umher, auch Ludwig zu Gefallen in die Ställe, den Pferden Zucker zu geben. Sie schrieb der alten Gräfin; auch mit Valy wechselte sie ab und zu einen Brief: Köllner Hausgeschichten, Tvilettensragen, Ausdruck fürchterlichster Langeweile von ihrer Schwester Seite. Von Patsch wußte Agathe wenig, nur Die junge Gräfin Lindenbach, Regniers Schwester, die schon ein Baby hatte, deutete an, ihr Bruder fei nicht glücklich. Ludwig zog sich immer mehr zurück. Herr von Jstrow war öfters noch abends bei ihm. Agathe fragte nicht. Einmal fand sie die beiden zusammen am Schreibtisch, und Ludwig rief, den Kopf auf die Tischplatte geneigt: — Einen Augenblick! Es klang beinahe wie beim alten Droesigl im Askauischen Hof. Und dann warf Ludwig plötzlich so hin, er fei doch nicht ganz überzeugt, ob der Hauslehrer wirklich ins Haus passe. Agathe war erstaunt: — Wie meinst du das? — Er hat nicht immer Manieren. Ueberhaupt seine Art und Welse ist nicht ganz passend. Immer dieses „Herr Droesigl, Herr Droesigl" — ich nenne ihn doch auch nicht fortwährend Herr von Jstrow, Herr von Jstrow." — Was soll er denn sägen? — Na, die einfachsten Leute im Dorf finden doch das Richtige. . c . — Gnädiger Herr? Tas wird er doch nicht sagen. Plötzlich wurde Ludwig heftig: — Ach, der Grünschnabel, der alles besser weiß! Mer- dings, wie soll er mich denn nennen? Er hat ganz recht. Wer ein unverschämter Patron ist's doch. Man kann eben hier sterben, und keiner weiß, was man ist. Sie schmiegte sich an ihn und fragte, ob es an ihr fehle, ob sie etwas andern könne. Das- rührte ihn, und er gebrauchte das Wort, das er sonst nie in den Mund nahm: — Aga, meine kleine Aga! — Ich bin nur dein „ftinbt"! Er nahm sie jubelnd in die Arme: — Ja, wenn ich dich nicht hätte! Sie fragte: — Ludwig, hast du kein Vertrauen Lu mir? — Wie meinst du das? — Ich meine, es bedrückt dich etwas, und du willst — 147 — Andruck nicht los, als wolle er zeigen, mit wem er, Louis Droestgl, an einem Tisch gesessen. Es fehlte Farbe, MegenMndlichkeit, ja an geordnetem Gang. Der Mann, der den Herren bei der Jagd ganz hübsch seine Erlebnisse W berichten wußte, der ben Damen in leicht fließendem Geplauder nach Tisch allerlei zu sagen hatte, konnte nicht erzählen. Einen Bogen nach dem andern legte er zur Serie, indenr er dazwischen warf „es würbe noch viel interessanter^. Doch es blieb das gleiche Wortgeprassel, bei den, immer ein selbstgefälliges Antlitz hinter den Leuten stand, die all diese Seiten beleben sollten — Ludwig Droestgl. (Fortsetzung folgt.) ein. tr kommen tote ein toö auf der Galerie : Rnhelager des Al- Altzmnbra. Bon Hans von Kahlenberg. Tie Alhambra wirbt toie eine orientalische Geliebte, «ine der zärtlickM», sanften und stummen Sklavinnen, die blonder, nordischer Eroberer, ein Graf von Gleichen oder ..... Ritter des Löwenherzigen Richard, sich als Beutestück mitgenommen hätte. Wenn man ans dem Norden kommt, von Kastiliens Katlse- dralen unb von Belasqnez' gedankenvoller und geistreicher Kunst, überwältigt sie zunächst nicht. Mail begreift die Verachtung der kastilischen MöuchsriUer, die den Mauren Sinnenlust, weibische Trägheit und Ueppigkeit vorwarfen. Dort in der Hall« der Ge- fankten, vor König Boabdil im bunten Seidenkleid des Orientalen, inmitten seiner betirrbanten Großen, in der Pracht der azurblauen, roten und goldenen Wände, der kassettierten Cedernholzdecke, des überreichen Trvpfsteinspitzenbehangs der Wölbungen, während draußen weiße Marutorsprmgbrmmen Silberperlen m goldne und vvalne Sonnenflut ivarfen, stand eisengepanzert won ^uan de Vera, der die Herausforderung seines Fürsten iiberbrachte , Nach höfischer Sitte ivird ihm ein Geschenk, ein Eunatar aus fernstem! Damaskusstahl gereicht, der Schmier erwidert nut schneidender itttb eisiger Courtoisie, daß er Äetegeilhelt zu finden stosst, em so königliches Geschenk auch würdig anzuwenden. Emer der, humanistisch geschulten, tute ivürden heut sagen der modern gebildeten Abeneerragen, fordert beit Abgesandten der Katholischen Könige zu einer Disputation über das Wunder der Unbefleckten Empfängnis heraus; dem tapferen Ton gewährte dis Jungfrau, daß er jujt diesem Frechen in der nachfolgenden Schlacht dre Lästerung Mit seinem guten Schwert in den Schlund zurückstoßen durfte. Uiid tote er geschworen, Kern um Kern, einen nach dem andern und einzeln, zerpflückt König Ferdinand diesen Granatapfel, — Granada! Boabdil, in Tränen, muß fliehen, seine Mutter A'ischa höhnt den Flüchtenden: Wenn du Nicht wie em Mann beut Sclrwert führen konntest, weine jetzt nicht tote ein Weib! Noch immer sind wir auf Seiten der stolzen, alten Sultan« mtb gegen Boabdil, den Besiegten, den Chico. Wir selost haben den Schritt des Eroberers, indem wir die zertrumnrerten Hallen durchstreifen. Wir gehören zur anderen Rasse, zu den Taten- und Willensmenschien. Dies hier wehrt sich nicht und lampst nicht, es ist wassenlose Schönheit, verwüstete, zerbrochene und geschaitdete, — die SckÄnheit der Witwe und der Gefangenen. Wir möchten manche der Verzierungen kleinlich finden. Ist dies großer Stil »ber Ist «Z Spielerei? Tie Löwen des berühmten Brunnen», haben wir hundertmal gehört, gleichen dickköpfigen Hunden. &te Farbenpracht der Wände ist verblichen, — vielleicht noch zwanzig ^ahre, höchstens noch stinfzig, stcht der ganze Zauber. Alles Material war ja unedel, war auf Täuschung berechnet, GM aus Gnßsorinen! Und daun werden wir nach und nach stiller, wir Horen auf zu kritteln und zu vergleichen, unser Fuß heot sich Wverer, stockt gebannt in der durchsonnten Emsamteit eines schweigenden .j^angehoss, vor dem Echo im leerenBad, im die Lautenspielerinnen verstummt sind,, vom Ruch Sovens kein zärtlicher oder gestrenger Gebieter lauscht. „ ieben Tag wieder und trennen ims zögernd. Euie Betäubung!, ein heißer, schwerer Mantel von Träumen ans Sehnsucht und kam^nM'n^er fort von Uer!" sagte ein Engländer, der die ganze Welt befahren hatte, mut im Muten Jahre ui einem verwunschenen Carmen zwischen Lorbeer- und ZhPressenhcckcii hauste. Ter Alhambrahügel ist der wirkliche. Horselberg Man be- areiit daß die Sage hier das Paradies hmlegen konnte und hm- N nmsste Tm Ring der Schamberge umschließt einen immergrünen Garten, lvo beständig die Wasser "«neu niib riesesti , neben Uns den Berg hinunter hüpft es schneller als wir, schaut ans tiefen Brunnen und sstüveustauten Becken chrimf, sprüht ur zauber- hasten zitternd seinen Bogen durch die Lust. Jin 6 "'Rings bewegt diesen lllmenhain der Liebesgesang von tausend -t den Zauber dieser Worte mtd Töne sanden, bei diese» Soldaten war's em Weiterschasfen, war's lebendiges, werdendes Volkslied! Kamt man dieses Volkslied pflege», darf man es pllegen? Ich besann mich, luo ich es bisher gehört hatte. In der Heide, wenn die Schulkinder vom Kartosfelernteil hetmfuhren, in enter Fabrik, wv Frauen mtd schulentlassene Mädchen bei der Aroert sangen, bei beit Soldaten, und einmal in stiller Sommernacht, iw eine tiefe rätselhafte Stimme vor unsichtbaren Zuhörern sang. Teil Grund legt allemal die Schule. Ein sangesfwher Lehrer, dem das Herz dabei umrm wird und der es versteht, zu lehren, ohne daß die Kinder es merken, der c3 bei Ausflügen oder benn Handarbeitsunterricht selber austimmt. Wer zur rechten Zett das rechte Lied zu finden weiß, der ist der rechte Mann. Bon ihm lernens auch die jungen Mütter. Ein anderer, jetzt leider ausgestorbener Lehrmeister war oer Postillon. Auch die Turmbläser waren welche, die es nur noch vereinzelt gibt. Hier muß ich einen Freund erwähnen, der atu ckbendlich mit seinem Horn in sein stilles Tal hineinbläst, wo die Leute vor den Häusern sitzen und lauschen. Er hat schott manche hergestellt werden. Die deutsche Gesamt-Spielwaren-Aussuhr hätte im Jahre 1906 einen Wert von 73 Millionen Mark, der Bedarf des deutschen Marktes betrug nach den eingehenden Ermittelungen der letzten Jahre 16—18 Millionen Mark, so daß die deutsche Gesamtproduktion von Spielwaren rund 90 Millionen Mark betrug. Davon entfallen auf Nürnberg-Fürth nahezu 25 Mill. Mark, aus die Produktion des Meininger Oberlandes mit Sonne- berg als Zentrale 36—38 Millionen Mark und aus die des sächsischen Erzgebirges 8—10 Mill. Mark, so daß für die übrigem von Jahr zu Jahr an Zahl zunehmenden Fabrikationsplätze in Deutschland noch etwa 18 Millionen Mark übrig blieben. In Nürnberg-Fürth tritt bei der Spielwaren-Erzeugnng der maschinelle Betrieb immer mehr in den Vordergrund, während in den . thüringischen und sächsischen Bezirken die Hausindustrie vorherrschend ist. Die scharfen Anklagen, die gegen die Hansmduflne in der Spielwaren-Erzeugnng erhoben worden sind, bedürfen jedoch durchaus der Einschränkung,- beim gerade bei der Lvielwarcn- Prodnktion ist die Hausindustrie für eine Reihe von Gegenständen die einzig richtige Betriebssorm, weil die unbegrenzte Mannig- faltigkeft und Vielgestaltigkeit ihrer Erzeugnisse zu ihrem Gedeihen eines individuellen, regen Geistes bedarf, der aus seiner Umgebuua, dem Leben iu der Natur, de» Geschehmstende» täglichen Lebens, den wissenschaftlichen Erfindungen und Entdeckungen, den Sitten fremder Völkertypen, kurz, aus. allem erdenkbaren Vorgängen und Erscheinungen Verwertbares und für das tmd- liche Geinüt Ansprechendes entnehmen wird. Die gegenwärtige Lage der Spieliva ren-Jndnstrie wird im letzten Jahresbericht der Handelskammer z» Sonneberg dahin fcstgestellt, daß zum ersten Mal seit iy3 Jahrzehnten, d. h. seit der Stlberkrisis der Veremigten Staaten von 1893, Produktion und Absatz einen Rückgang zu verzeichnen haben. Sonst war die Ausfuhr t» amstetgeuder Be- lueauua und hatte 1907 eine Höhe von 80 lNill. ^.stark erreicht, während Gesamtproduktion reichlich 100 Mill. Mark betrug Der Rückgang im letzten Jahre i)t wieder einer VerMuiderung der amerikanischen Kaufkraft zuzui bretbeu Bis zum 1 Oktober 1909 wurden äusgeführl: 314 435 Doppelzentner tut --fierte t r u 54 753000 Mark (im Vorjahre 369 358 Doppechenlner im Werte von 65 220 000 Mark); der Menge und beut Wert nach bedeutet das ein Weniger von 15—16 Prozent. ^--mdwort * n vvthesen, Touristen u. a. x-c.- 5runoworr „Hypothese" wird vielfach noch für unentbehrlich gehalten, namentlich in den Kreisen der Gelehrten und natürlich noch mehr, m bene» der Halbgelehrteu. Demgegenüber fei einmal daran,, hm, gewiesen, daß der große deutsche Foickchw Helmholtz these" — Vormlssetzung sagt. (Vgl. Populäre NNtzeusckxlMlche Vorträge 1876, S. 79.) Auch durch das einfache deutsche Wort Annahme" kann man Hypothese oft ersetzen. — Der „ -wuriP scheint mmlchem ein uiiersetzlicher Bestandteil der zu fein, und doch empfiehlt sich der Wart des Weißen H rschS, des ersten Gasthofs zu Schwarzburg m Thüringen, m don tunaen „für Wanderer", und ebenso gut deutsch mnp neigt oer Besitzer des Schießhauses in Groß-Tabarz nicht seine Depeudauoui, sonderii seine Beihäuser, wofür er natürlich auch „Nebenhauser sagen könnte. Der Deutsche Hof in demselben Orte hat Garage, sondern einen Automobil,chuppeu, und in RoinlMrds, brumt Nest man mit ParkhoteU „Automobile Mrnen untnsinlkn. Weshalb sich übrigens die deutschen dm Sache Nicht leichter machen und oaS hübsche kurze enigedcufichte Aut statt des letzt meist gebrauchten törichten Auto anwenden, das verstehe, ,wer Tann; Autschuppeit und Authalle wuche s>>r tednt ,li lsahret, Autldnker, Autbesitzer ebenso verständlich sem wie der Antomobil fchupven und die Garage, ja sogar verständlicher. * Zur Mode. „Wie hat man denn das verunglückte mau- lein Zipfel heimgebracht-" — „Ein Herr hat fie auf seine .firne, genommen und zwei haben den Hut getragen. RSstelsprung. men feit nid) tig tinsre hält lau tig ach scheu nicht hinnen rin fährt der la ein fläch wie so zeit in wie mit sind be von neu ach 8» ström ge Mid wie ginnt neu