w ZEM n MMÄGdW ■MW W .. - .-' I 9 § W W ludumli RAMW WWW a^uSOWwi ■ I 28. August. Ihres Vaters Tochter. Roman von Lulu von St rau st und Torney. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich hatte mir vorgenommen, mich nicht mehr so abzu- schließem Ich weiß, daß das nicht in Vaters Sinne wäre. Und.der Tag mit Bergs neulich hatte nur fo gut getan. Ich wollte endliche einmal die paar nächsten Bcramuen besuchen, die ich, seit ich hier bin, noch nicht gesehen Wct, Ich ging zuerst zu Darbieux'. . Frau Doktor Darbieux kam mir schon an der Tur entgegen und nahm mich in den Arm. Wie lieb, daß Sie sich einmal sehen lassen, Fraulein Agnes. Wir haben uns schon Sorgen "'n Sie gemacht, aber Sie haben uns ein paarmal von der Lur geschickt, d« mochten wir nicht wieder stören. Aber nun kommen «re herein, die Kinder werden sich so freuen!" Anna, Charlotte, Lisa, der schwarze Spitz, Baby, de0 Student — sie kamen alle. Lauter braune, lachende Augen, krause Haare, lebhafte Stimmen, Gebell und Lachen. Mik Eine häßliche braune Raupe, die wie ein knorpltgerZweig aussah, fiel gerade vor mir vom Baum auf den Sand. Ich wollte sie tot treten, da zogest du mich rasch zuruck. „ Laß Kind. Aus der wird ein bunter Schmetterling. "Ja, aber von dem Schmetterling kommen doch wieder. Raupen," sagte ich altklug. _ „Kleiner Pessimist!" du lachtest amüsiert, ,w"s denen werden ja auch Schmetterlinge. Wer klug ist und die Welt lieb hat, der denkt nur an die Schmetterlinge. , Ich verstand dich damals nicht, Vater. Spater wurde ich Zimmer nur den Schmetterling, der ans der Raupe wurde. Das .Häßliche, das Schlechte war da, das leugnetest du nicht, aber es war nur Stufe, Durchgang zum Guten, Zur Schönheit. Man mußte das Leben beben, auch wo es schwer war und man es nicht verstand, weil es jeden, der sich nur tragen lassen wollte, vorwarrs trug wie ein starker Strom, immer größeren Zielenl e,ugegen. Eine große Güte und Freudigkeit lagen für dich über der ganzen Welt. Jedes Wort, das du sagtest, war von ihr durchtränkt. Jahren, die mir zusammen lebten, habe ich unbewußt daraus schöpfen dürfen. An diesen mmiber* vollen Winterabeniden, wo wir bei fest Kugezogenen Vor- hängen und hellen Lampen in deiner Stube lasen. An diesen förmigen Tagen, wo wir rmtsammen unter unfern Thüringer Tannen ohne Weg waldein gingen und sprachen wie zwei Freunde. , , , , Ich habe die Welt sehen gelernt, wie du sie sähest. Ganz leise, Schritt für Schritt hast du mich den Weg geführt, den du dir einmal hattest Schritt für Schritt uruep schwerer Seelenangst erobern müssen. Du hast mir de>ne Was ich nun besitze, das habe ich von dir, Vater! Alles Höchste, Beste, was meinem Leben erst Wert und Berechtigung gibt. , Dein Kott ist mem Gott! 25. August. Ich verstehe nicht, warum matt gegen einen geliebten Menschen ungerecht werden sollte, wenn man seine Entwicklung kennen lernt. Es setzt Vater doch nicht in, meinen Augen herab, daß ich hier schwarz auf weiß sehe, wie'er um seine Ueberzeugung gelitten urid gekämpft hat. Es hebt ihn ja nur. Ich habe ihn nie so aus tiefstem Herzen, verehrt, so schmerzhaft geliebt wie jetzt. Vater, daß ich dir nicht alles sagen rann, was ich fühle über diesen paar beschriebenen Blättern, die deine Jugend sind! Ich habe heute das letzte davon gelesen. Es ist manchmal fast zusammenhanglos in seiner Knappheit. Aber ich verstehe die Qual, die in so ein Wort hineingepreßt ist: „Eino Welt ohne persönliches göttliches Zentrum, „Eine! Existenz ohne persönliche Fortdauer. „Was bleibt denn noch? 'D'l.e {StfriE fieißt eA. „Worin liegt die innere Notwendigkeit der,Ethik? Wenn sie keine transzendente Begründung hat, sehe ich überhaupt keine. Die Natur fordert nur Platte Ntttzlichkettsmoral. * „Alle Wissenschaft nur Hypothese, ja. „Nichts verbietet mir, trotz ihrer irgend was zu glauben, wenn ich Lust habe. „Wer mein Glaube ist dann nur Hypothese. „Eine Hypothese Bann mir nie den inneren Halt geben, den eine als Wahrheit geglaubte Ueberzeugung gibt, selbst wenn sie Irrtum ist." „Krasser Materialismus, Skeptizismus, seelischer Bankrott. Wozu überhaupt noch leben? „Bollsaufklärung? Fortschritt? Grausame Güte, dem Menschen sein Heiligstes als wertlos vor die Füße zu werfen! „Was gebt ihr ihm dafür? „Nichts. Steine für Brot. „Lasciate ogni speranza —" Es bricht da ab, ganz unvermittelt. Ich habe gesucht, aber ich habe nichts weiter gesunden. Wie er sich herausgearbeitet hat, weiß ich nicht. Wer daß er es getan hat, kann ich bezeugen. Aus dem seelischen Bankrott des Skeptizismus heraus bis zu dem wundervollen Kredo tapferer Lebensbejahung in seinen Dramen. Und das sollte ihn in meinen Augen herabsetzen? 26. August. Vater, ich denke an einen Juliabend vor Jahren, wo ich an deiner Hand den breiten Mittelweg im Garten ging. 210 chwirrts.förmlich der Kvpf. Das Haus Darbieux kribbelt ortwührend von Lebendigieit und Lustigkeit wie die Sekt- lasche von Kohlensäure, die mir auf den Pfropfenknall wartet. ‘ , ,, Sie nahmen sich anfangs zusammen, nicht zu ausgelassen zu sein, ich war ja noch in tiefer Trauer. Alber die ernsthafte Ruhe dauerte nicht lange. Die Mädchen, die lebhaften Dinger mit den hübschen Zigeunergesichtern, schleppten mich in den Salon, ich mußte den neuen Flügel sehen, Lotte setzte sich gleich daran und probierte einen- Wiener Walzer. Max faßte eine von den Schwestern um und walzte pfeifend mit ihr über das Parkett. Eine wundervolle Grazie in jeder Bewegung, der man das französische Blut anmerkt. Ich saß und sah wie durch einen Schleier in eine ganz fremde Welt hinein. Ich ging bald wieder, trotzdem sie mich kaum weglassen wollten; aber ich war unruhig, und bedrückt geworden zwischen ihrer lauten Lustigkeit. Bei Teichmanns war es anders. Die zufriedene Ruhe Ms der stillen schattigen Veranda/ an der die dunkel- purpurnen Klematis blühten, legte sich wie eine weiche Decke über meine Nerven. Sie faßen noch am Kaffeetifch, Mutter und Töchter bei der Handarbeit, der Major las seine Kreuzzeitung. Sie waren alle gut zu mir, die prosaischen blonden, ältlichen Fräulein von Teichmann, der alte Herr mit seinen wundervoll jungen, hellblauen Augen über dem weißen Schnauzbart und dis alte Dame. Die hat so was Mütterliches, Liebes, bei denk mir warm und traurig zugleich wird. Ich solle neben ihr sitzen, eine Tasse Kaffee trinken, ihr.erzählen. Ach, was denn erzählen? Aus »keinem Leben ist nichts M erzählen jetzt. Der Major fragte mit einer altmodisch höflichen Ver-> beugung, .ob ich gestatte, daß er rauche? Eine von den alten Töchtern stand leise auf und holte ihm Zigarrenkisten stn-d Aschenbecher. Er klopfte sie auf die Hand: „Danke schön, -nein gutes Kindchen!" Das „Kindchen" nickte ihm mit sanfter Freundlichkeit AU. Es würgte mich plötzlich etwas in der Kehle. Ein bitteres, neidisches Gefühl. Ich hatte ganz überhört, daß Frau von Teichmann $11 Mir sprach, sie mußte noch einmal fragen. „Pläne? Ich habe gar keine, gnädige Frau. Wozu sollta ich denn Pläne machen. Ich lebe so einen Tag wie den Mdern." Dio alte Dame schüttelte den Kopf. „Auch her schwerste Verlust muß einmal überwunden werden. Sie müssen sich doch Ihre Zukunft etwas einrichten. Mn junges Kind wie Sie ton» da doch nicht in dem leeren Haus so allein hinleben, ohne irgend einen Lebens- Kveck." Ich Kickte die Schnltern. „Augenblicklich habe ich meines Vaters Nachlaß zu ordnen. Die Arbeit reicht wohl noch ftir ein paar Monate." Frau von Teichmann legte ihre gute, rundliche Hand warm Mer meine. „Kind, das ist doch nur totes Papier. Was Sie brauchen, sind lebendige Menschen, irgend jemand, der für Srö sorgt und mit Ihnen lebt! Mich friert ja, wenn ich denke, tote allein Sie da sitzen! So ein junges Dina! Das Hielte ich nicht aus!" Sie sah mit einem raschen Blick unwillkürlich zu beit Töchtern und zu ihrem Mann hin. Mit einem Blick, der sagte: „Gottlob, ich brauch's ja auch nicht." Ich weiß mcht, warum meine Augen heute so scharf für diesen Fa- milrenegoismus waren. „Haben Sie denn nicht irgend eine Freundin oder Verwandte, die zu Ihnen ziehen tonn? Oder — Sie sind ja doch jetzt wohl in den Verhältnissen danach — nehmen Sie sich einfach eilte Hausdame." Ich stand auf. „Nein, ich habe niemand. Und bezahlte liebevolle Fürsorge will ich nicht. Ich bin wirklich lieber allein." . .Tie liebe alte Frau hielt meine Hand ganz bekümmert tn .ihrer fest. i „Kind, dann müssen Sie wenigstens von jetzt an öfter Buns kommen. Sie sollen hier auch ganz, wie zu Hanse r. Versprechen Sie mir, daß Sie kommen wollen. Das n mcht gut für Sie sein, immer nur in den leere« Stuben sitzen." . W hersprach: ja — aber ich dächte: nein. Ich lief mst dis Straße entlang aus der Stadt. Ich ertrug das ff"es einfach nicht mehr. Erst als ich draußen zwischen! den stillen, grünen .Gärten war, ging ich langsamer: und atmete guf. Nein, nein, das ist noch nichts für mich! Mir tut das Leben noch zu weh. Es ist, als ob sie alle mit plumpem Händen an eine offene Wunde rühren. Sie wissen es ja selbst .nicht. Aber aufschreieii hätte ich können! Ein Verlust muß, überwunden werden; man sucht sich eben einfach einen andern Lebenszweck! Was wissen die denn von meinem Verlust? Von meinem Alleinsein? An den Schreibtisch habe ich mich geflüchtet. Mit meinen „toteir Papiereii" vor mir bin ich nicht allein. Das bin ich nur zwischen Menschen, die sich liebhaben und gut mitri einander sind ! (Fortsetzung folgt.) Aautenbusch. (toetlniffe mit mein weidgerechten Jäger, nebst zwei Stückleist vom Landgrafen Ludwig VIII.) ,, Äu der Zeit der Heuernte anno 1869 war es, als ich zum ersten Male mit meinem Jagd freu nde Rantenbusch beim' „Riesen- wmpert' in Reichenbach zusammentras. Fenster und Türen dieses Gasthauses standen weit offen: der Heuduft, der das ganze! Lauter- tal erfüllte, war auch in die Räume der „Riesensäule" eingebuntgeii und Hatte die Gerüche »ach Tabak, Speisen und Getränkkn fast ganz vertrieben. Der einzige Gast im Wirtszimmer war ein prächtiger Jägers' miau»; zu seinen Füßen lag ein tpeißer, gelbgefleckter HWwerp hnnd. Beide äugten scharf nach mir. „Ich bin der und der nnjds 'öte sind Nimrod Rantenbusch vom Hohenstein" redete ich den, Meidgenossen an, wobei ich ihm die Hand entgegenstreckte: „eist Weidmannsheil immerdar!" । „Weidmanns Dank und Bescheid müssen Sie mir darauf tun," laichte d:e Antwort, wobei er mir die Rechts bot und mit dep Linken das Biergläs Hinbielt. ,Lch biete den Willbustm nist meinem eigenen Glase, Mtls im Odenwald so Sitte ist." *) Es geschah gern nach seinem Wunsch. Riesenlam'pert &m schnell herein, sein Gesicht strahlte vorj Vergnügen. „Womit kann ich answarten?" fragte er. — „Bä- stumneu Sie selber etwas vom vorjährigen Gewächse!" — Ei ja, was weiß ich Herr! vielleicht „Auerbacher Rott? BenSle.mer Kirchberg? Heppenheimer Steinköpfer? Oder etwas Leichtes von der Mtlschin in Hambach?" — „Das Schwerste zuerst, das Leichte znm Abgewöhnen; bringet Sie eine Zweispännige vom Auerbacher." — Lantpert brachte „1868 er Auerbacher Rott" in zwei Swpppengläsern, die bekanntlich ein halbes Liter fassen. , c-N-rm tun Sie mir Bescheid, ich bitte, hier ist Ihr Glas," bat ich. Wir stießen au. Zuerst nippte! der Weidmann ein wenig, dann beroch er den Stoff, woraus ein kräftiger Schluck folgte. „Em edler <-lvsf, läuft hinunter wie ein barsüßig Kaksten') wird sicher emmäl zu den Weinkönigen des 19. Jahrhundert gerechnet werden ivix der Elser, Viernnddreißiger, Sechsundi- vierztger, Siebenundfünfziger und Whufundsechziger," sprach de« Weidmann. Darauf wischte er sich den Mund und zwirbelte! den Mißen Bart: ein Prachtstück wie der ganze Mann, bet1 über 1,80 Meter maß, eine breite Brust, frische, rote Wangen, Helle Augen und weißes, kurz geschorenes Haar trug. Das Kimi! wär glätt rasiert: Die Ludwigsstraße! „Sie sind ein eifriger Jäger," bemerkte R. nach knrzerf Panse. „Roch Nicht, ich hoffe es unter Ihrer Leitung zu werden." — „Freut mich, wann wollen Sie koirnncn? heißt das: wenn Sie Picht zu stolz sind." „Heute noch! jetzt, sogleich!" — „Alsdann vorwärts, den Berg hinauf," bemerkte der Alte und erhob sich. „Langsam'/ auf einem Bein geht man nicht. Lampert vorn „Riesen!", noch eine Meispännige. Diesmal zur Ehre der alten Mitschin iroit. Hambach)," — Die Schoppengläser kamen. „Auch das ist ein Wn« Wefll!" bemerkte, ich nach denr Kosten. „Den kann der Mann zum Tröste trinken, wenn die Ehegattin in den Wochen' liegt," erlviderte R. mit einer Redensart, die im Odenwald gäna und gäbe ist. Run zogen wir los: in östlicher Richtung, den Viziualwcg nach Hohenstein hinauf, an den Halden eines verlassenen Bergwerks vorüber. „Da ist viel Silber hinein —, aber wenig Knpfep herausg-efchaffl worden," erklärte R. — „Tie Leutchen — Tal- bewohner und andere - - wurden Win Kupferfieber ergriffail Ae die Amerikaner vom Gold- und Diamautfieber. Hrynm Riudel, Nix als Schwindel! Eisenbahn und Kompagnie." — Einiget hundert Meter weit er fronen wir zu dem gewaltigen Quarze Msen.: NÄlliackähutich lagern hier, 60—70 Fuß hoch, die Brockest nberemander und die Aussicht, viel zu wenig bekannt, ist wundev- *) Es wirdj wvW hestte, stach 40 Jähren, da und dort noch sv seist. — 211 — schöin. Dewn: schräg gegenüber -er JÄSbÄtz mit feintn Felsew- iiUiti'H: der große und kleine Borstein, links iMstlich) schaut inan durchs Lautertak über Elmshmtsen, Bensheim und das Ried Hinweg bis nach Worms und den Rheinstrom; der MÄibokus sind die Türme des Iuerbacher Schlosses grüßen herüber. Rach Osten und Süden verhindern die vorgelagerten Höhen eine weitere Aussicht. — Nun ging es tctiter zu R.'s Wohnung, die einige hundert Schritte vom Felsen entfernt liegt. Frau und Tochter waren bei Pfarrers in Reichenbach: sie würden erst gegen 10 Uhr gbends zurückkommen, besagte ein Zettel. ■— „Auch gut!" be- merlte R„ ich hole sie ab und wir gehen selbander nach Reichew» bach zurück." — „Doch diesmal zum „Kirchenlampert", der neben hem Pfarrhaus« und der Kirche seine Schoppen kredenzt," fügte ich hinzu und beschaute eine Saufeder, auf deren Sjchaft verschiedene Zeichen und Buchstaben eingegraben wein. „Woher stammt dieses Stück?" fragte ich neugierig. „Mit dieser Sau- seder wurde der gewaltige Keiler abgefangen, den Landgraf Ludwig VIII. am 10. November 1747 im sog. „Fricasseh" am Teich erlegte. Kennen Sie die Geschichte?" — „Nur sehr oberflächlich; es gab einen Piqueur, später Oberförster, Rautenbusch! unter Ludwig VIII. Sind Sie mit ihm verwandt?" ■— „Es war mein Großvater!" „Quod bonum, ftlix faustunique fit," rief ich Wir traten den Rückweg an; bergab ging cs rasch. „Hi« ist der „Kirchenlainpert", nun Herein. Wie singt der „Zöger aus Chur- Pfalz" : Ich geh' nicht eher Heim, als bis der Kuckuck „Kuckuck" schreit!" — „Auch gut!" meinte der Biedere, der mehr und mehr aus sich heraus ging, so daß er nach einer kleinen Kollation von selbst anfing: „Der Großvater, der malen und Verse machen konnte, galt viel bei dein Landgrafen, dessen Jagdergebnisse in1 Wort rmd Bild verewigt werden mutzten. Am 10. November 1747 wanderte ein fromMer, nichts Ahnender Kapuziner durch deü! WM am „Fricasseh"; da brach ein gewaltiger Keiler aus dem Dickicht, worüber der Pater so in Schrecken geriet, daß er schleunigst «iif eine Eiche kletterte. Diesen Vorgang hat der Großvater folgendermaßen geschildert: „Allhier im Fricasseh am Teich und langen schneiß Schoß Ludwig auserlesen Ein Hauptschiwein, sckNvärzlichstveiß; Auch ist dabei gewiesen Ein Pfaff, der sich nicht lang bedacht Und auf einen Eichbaum gemacht; Da tüt der Mrst zum Angedenken Dem Pfaffen diese Wohnung schenken." „Hirsch- Und Saudukaten und ähnliche Ande'nkeU' sind wohl auch noch in Ihrem Besitz; darf man sie sehen?" fragte ich. — „Alles ist weg bis auf unbedeutende Sachen," lautete die Antwort. „Es kamen böse. Harte Zeiten; ich erinnere mich noch deutlich an den Rückzug der großen Armee aus Rußland, besonders aber an die Micht der Franzosen nach der Schlacht von Leipzig, an die Jammergestalten, die nach der Schlacht von Hanau erschienen und dutzendweise umfielen wie die Mücken. Großherzog Ludwig I. und seine Familie flüchteten, nur Prinz Christian blieb zurück, dem Darmstadt viel zu danken hat. Der Typhus brach aus und die Rotmäntel und Kosaken brachen herein. Endlich würde Frieden gemacht und Bonaparte nach St. Helena verbannt. Da kam das Hungerjahr 1817 und — Hunger tut Weh. So gingen die Dukaten und andern Dinge nach und Nach weg. Die Leute schimpfen heutzutage über schlechte Zeiten. Mit Unrecht: sie wissen nicht, was sie wollen und müssen einmal tüchtig gezwiebelt werden, daß es ihnen anders wird." Gegen 10 Uhr trennten wir uns. Es war eine wunderbare Nacht, wie sie Shakespeare im „Svmmeruachtstraum" schildert: Köstlicher Mohlgernch im Luftmeer; Waldesrauschen; Nachtigallen- saug aus jedem Busch; im Lauterbach sprangen die Fische, die Wellen plätscherten und purzelten, JvhannisWfer schwebten an Tausenden umher oder lagerten im feuchten Grafe und übest dem allen der tiesdunkelbtaue Himmel mit Myriaden blitzenden! Sternen besät. Such was a night. II. Ende August ging die Jagd aus; nur Hühner dursten geschossen werden, die in frühester Morgenstunde verhört worden; waren. Es wurde sehr heiß, das Zeug war vergrämt und hielt »fickt; schon aus dreihundert Gänge, gingen die Völker hoch. Rautcubusch wurde, zornig und sein trefflicher Perdrix, der das N-B-C bis zum Buchstaben S verstand, wurde nervös. Zweimal kam ich zum Schuß, känonierte aber .jämmerlich vorbei. „Sie reißen'zu schnell Feuer!" schrie der Weidgerechte; „ruhigl zielen, hinausstreichen lassen, eins aufs Korn nehmen, danst drücken " — Nun g'mgs wieder bergab ins Tal, lenseits bergauf und so noch etliche Male. „Wenn wir so ein neues „Fuschlöh"- gewchr hätten, das vrrhiutcrt geladen wird, könnten ton weiter schießen," meinte der Jagdaufseher „Ei ja! «Wann' ist kein! MK.Vrb, rief Tatterich aus, und ein Schubkarren ist; keine Hmkels- keetze, setze M hinzu," erwiderte Rautenbusch. „Tie Fnschlöh sind Ulis noch zu teuer, wir behelfen uns derweil mit den vorder-» Müssigen Steiupelfliuten." — Die letzte Suche begann; ich kam Mm Schuß und erlegte ein .Huhu. Das war unsere ganze >iagd- heute. „Ein Huhn!" sprach der Alte, wobei er den Jagdhüter mit einem so grimmigen, saueren Gesicht« anschaute, als. hab« er einen großen ScUnck scharfen Weinessig genommen'. Laug« Zur Psychologie der Eisenbahnunfalle. Angelickts des furchtbaren Eisenbahnunglücks bei Mülheim am Rhein,'bei dem so viele hoffnungsvolle Menschenleben em jähes, grauenvolles Ende fanden, gewinnen die Untersumnngen besondere Bedeutung, die ein bekannter amenkänischer Efienbahu- ingenieur, Charles R. Keyes, über die großen Eilenbahnunfall« angestellt hat und freie die Ursachen der immer wiederkehrenden Katastrophen in ein besonderes Licht rücken. Bei den meisten Un- fälleii stoßen wir auf di« gleichen Grande, irgend ent Beamter durchbricht die aufgcste'llte Ordnung, ein Signal wtrd uberiehen, eine Weiche versehentlich falsch eingestellt. Das Ende ist ge- NÄhnlich, daß irgend ein kleiner Bahnbeamter als schmdig erkannt Wird, man entläßt ihn, er wird verurteilt und bte Sache ist damit abgeschlossen. Tabei Übersicht man die eigentlichen tieferen Ursachen, die bei den modernen Eisenbahnen die Katastrophen entstehen lassen. „Eine Kette ist nie stärker, als chr schwächstes Glied, und immer Wieder schstitern auch unsere Eiscubahusysteme an diesem schwächsten Glied«. ES mag int ersten Augenblick erstaunlich klingen, aber dieser schwächste Punkt rm Esteitbaywi netze ist ans demselben Stoffe gemacht, aus dem unsere -.rannte entstehen. Bei beiden entscheiden kurze Augenblicke, m denen der Geist des Menschen in sein UnterbewUsttsem taucht. Der gute Beobachter wird das an sich, selbst im Leben ost bemerken, nur daß hier lehre erschütternden Folgewtrkiiugen etntreteii; tm Eifew- balmbetriebe aber' führt das gleiche zu den furchtbarstem und schrecklichsten Ereignissen." Mit der Verurteilung de» ,,Schuldigen" ist da gar nichts getan; „man könnte den kleinen Beamten ebenso gut verurteilen, weil er einen Großvater gehabt hat . Tie Unvollkommenheit des menMichen Mistes, das ist d^ ür- sachie der meistrst Erfeulmhnkatastropheu, Md die Gefahren können Pause! Ich unterbrach) sie mit den Worten: „Ist immer noch besser, als einer leeren Chaise nachgelanfen!" Rautenbusch schlug sich mit beiden Händen auf die Schenkel und lachte herzlich. — Bei „Riesenlampert" stellten wir die Hacke, d. h. die vordev- schüfsigen Stempelflinten unter, aßen, tranken, brannten eine 6tite „Aukerzigarre" an, bliesen Ringel in die Luft und — dachten eiste Zeitlang gar Nichts, Wie der Dingsheimer Bürgermeister. Rach einer Weile begann der Alte: „Weil Sie uns vorhin über den Aerger weggehvlfen haben, will ich Ihnen ein Stückelchenl vom Landgrafen Ludwig VIII. erzählen und das Ivar Im Nachsommer oder um diese Zeit pflegte Ludwig VIII auf dem „Griesheimer Haus" ein großes Gastmahl zu geben. Die Räume des Hauses waren M Kein, deshalb wurde ein großes', prächtiges! Zelt errichtet. Der Schultheiß und die Gemeinderäte von Griesheim hatten die Ehre, daß sie den Herrschaften die Schüsselst des ersten Ganges vorsetzen durften. Als Gegenleistung für diele ehrenvolle Arbeit empfingen die Griesheimer Dorfältesten treffliche Ätzung und den entsprechenden Trinkenstrank. — Wieder kam die Zeit des Gastmahls; der alte Schultheiß war gestorben,, der neue freute sich auf Ehre und Atzung und übte mit dem ®e» meinderat und dem Beigeordneten den üblichen Bcgrüßungsspruch ein. „Hoch lebe der Herr Landgraf!" hatte der Bürgermeister zu rufen, wenn er mit seiner Schüssel jn das Zelt trat, worauf er drei Schritte und bei jedem Schritt vorwärts eine Verbeugung! machen und die Schüssel vor dem Landgrafen aus die 4wfel fetzen mußte. Der Beigeordnete hatte zu rufen: „Und die Fran Ländgväfin!" Die Gemeinderäte hätten gemeinschaftlich auszu- rufen: „Und das ganze Landgräsliche Haus!" Der große Tag kam heran. Mit einigem Herzklopfen begaben sich der Schultheiß und feine Kvllegen im Festgewande nach; der Küche, wo es appetid- lich roch. „Daß Ihr mir ordentlich acht gebt und Euren Spruch richtig vorbringt!" mahnte das Torfoberhaupt. „Ja, m!" lautetet die Antwort. „Und ein vorschriftsmäßiger Kratzfuß muß auch gemocht werden; dreimal hintereinander!" „Wie du es machst, so Mächen wir es auch," versicherte der Beigeordnete mit lieber- Ein' Mei in prächtiger Livree stürzte herbei und meldete: „Die Herrschaften haben Platz genommen!" Der Schultheiß und feine Kvllegen empfingen jeder eine Schüssel und stolz — aber nut stärsirem Herzklopfen — schritten die Männer tm Gansemarsch dahin. Die Vorhänge an der Zelttüre wurden weit auseinander- getan, wobei sich unten, am Erdboden, «in Tau losgelöst gatte Der Wrgermeister bemerkte es nicht; er blieb mit einem Jmße hängen, geriet ins Wanken, wollte seine drei Verbeugungeit machen und fiel, noch etliche Schritte vorwärts stolpernd, zuletzt platt auf den Bauch. Die Schüssel entglitt setnen Händen und flog weit weg; der schöne BegrüßungSrnf: Hoch lebe der Herr Landgraf! war ans seinem Gedächtnis gewichen; statt dessen, «itflvh seinem Munde der Ausruf, den er bei unangenehmen! Lagen zu gebrauchen pflegte: „O stei' mir den Buckel enuff! ' „Und die Fran Landgräfin!" siel der Beigeordnete ein. „Und das ganze Landgräfliche Hans!" toiriee.it die Geuwinderate. Wie es weiter ging, kann sich jeder vorstellen. Daß, es mit der schönen Atzung nichts war, auf die sich die Männer gefreut hatten, läßt sich! denken, sie schoben so schnell wie möglich von! baimett. Der Landgraf und feine Gäste lachten noch lange^ über diesen Zwischenfall. „Fast so schön wie einen Zwölfer zur Strecke gebracht-" soll Ludwig VIII später manchmal geäußert haben'. (Schluß folgt-) 212 Eine Verordnung Landgraf Ernst Ludwigs von Hessen aus dem Jahre Landgras Ernst Ludwig dal eine Anzahl Verordnungen aus- flehen lassen, aus denen man seine landesväterliche Fürsorge für ein Land und Volk ersehen kann. Eine derselben, aus dem Jahre 1710, lautet folgendermaßen: Von Gottes Gnaden u. s. w. Fügen allen und jeden Unseren Unterkhancn hiermit in Gnaden zu wissen, was gestalten Wir gnä- «ur wtttng'cri toerben, wenn diese pst-ihologischen Zusammcfn- Wngc erkannt und in Rechnung gesetzt werden. Auf den modernen Bahnen sind die Einrichtungen so vervollkommnet, das; die aller- wenigstem Unfälle auf technisckie Mängel_ zurückgeführt werden können. Tie kleinen Verbesserungen, di« sich mit der Zeit vielleicht noch heransbilden werden, sind so gut wie ibedentungsloÄ angesichts der Statistik, die die meisten Unfall« auf „Fahrlässig- feit" einzelner Individuen zurückführt. T-iese „Fahrlässigkeit" ist fast hn’iiKT eine ^momentane Schwäche der Gehiriitätigkeit, wie sie das Leben täglich mit sich bringt. Es genügt nicht, festzusfelfen, daß «in Mensch diese aber jene Vorschrift nicht erfüllt hat, alles bommt darauf an, weiter zu forschen und zu erkennen, woraus dieses momentane Versagen der menschlichen Intelligenz entsteht. Man kann im EtsenbaWdienst diese „Unsicherheiten des Menschengeistes" fast völlig in zwei Kategorien, teilen. IN der einen« Gruppe von Fällen ist es ein Versagen des Gedächtnisses, in der anderen das Erwachen eines rätselhaften, unkontrollierbaren Dranges, der Ordnung bar Dinge entgegen zu handeln. Ties« geistigen Schwankung«» sind an sich unheilbar; alles Streben muh darauf gerichtet sein, durch technische Mittel ihre Folgen unmöglich zu machen. Ein vollkommenes Gedächtnis gibt es nicht, der Alltag lehrt uns das täglich, ohne >daß schlimme Folgen em treten, aber in einem großen Bahnbetriebe entstehen dadurch die schiwersten Unglücke. Kdyes führt ein Beispiel an, das als typisch gelten kann. Bei der Station Jefferson in Amerika ist ein doppeltes Seitengeleisc, auf dem die Güterwagen abgefertigt werden. Jeden Morgen nimmt ein Lokcklzug einige Wagen mit. Tas geschieht in folgender Weise: Die Lokomotive des eingelaufenen Zuges wird abgekoppelt, fahrt über die eingestellte Weiche auf das Nebengeleise, setzt sich vor bi« Guterwagen und schiebt sie auf den am Bahnhof wartenden Persanenzug, um dann die Fahrt fortzusctzen. An der Weich« steht ein Beamter, der das Weichemverk handhabt. Eines Morgens ist die Zahl der Güter- )vagen besonders groß. Ter Maschinist vergißt im ersten Augenblick, die größere Länge der Wagenkette in Rechnung zu setzen, «er gibt etwas zu viel Kraft, so daß. ein etwas zu harter Anprall auf den stehenden Zug droht. T-er Weichensteller steht die Gefahr, er springt auf die vorüberrollendeir Wagen und bremst. Tie Notwendigkeit des raschen Entschlusses lenkt sein Gehirn ans der gewöhnlichen Gedaukeukette: in der Eite vergißt er, daß er hinter sich die Weiche offen gelassen hat. Kurz darauf braust ein Schnellzug heran: die 'offene Weiche führt ihn aufs Neben- aeteis, er überrennt den Prellblock, stürzt in die Tiefe und Dutzende von Menschen sterben eines furchtbaren Todes. Dieses Beispiel kömite man nach Belieben vervielfachen, aber es' genügt, Um zu zeigen, wodurch solche kleinen Vergeßlichkeiten entstehen, die wir im Leben an uns selbst täglich erfahren. Es ist eilte Unsicherheit des Geistes, die uns abhält, das zu tun, was wir schon Sündertmal getan haben. Fast in alten Fällen gehen die Eisen- ahnkabastwphen auf solche Ursachen zurück; irgend etwas durchbricht den gewohnten Gang, der Geist wird in eine neue Richtung gedrängt und das Altgewohnt« auf Augenblicke verschoben. Sv bange die Dinge gewohnheitsmäßig ablanfen, ist die Gefahr gering. Aber sie wächst mit dem Augenblick, im> irgend etwas Besonderes den gewohnten Lauf hemmt; ob dies nun ein in den täglichen Fahrplan besonders eingesckwbener Sonderzug ist oder ein unerwartet anders stehendes Signal, eine Reaktion tritt ein Und stört auf Augenblicke den gewohnten Gedankenablauf. Und Mit diesen psychologischen Vorgängen, denen jeder Mensch unterworfen ist, muß gerechnet werden. Tie Entlassung des „Schuldigen" beseitigt nicht die Gefahr, ja sie erhöht «sie, steil nun andere, genau f» unvollkommene Menschen an seine Stelle treten, die dazu noch über geringere Erfahrung verfügen. Wenn die 'Technik helfen soll, so kann das nur in der Richtung geschehen, daß Mittel gefunden werden, die automatisch die Irrtümer des MensckMgeistes berichtigen. Es muß so unmöglich gemacht werden, daß durch ein menschliches Versehen eine Katastrophe entsteht. Sodann aber wird es für die Eisenbahntechniker darauf «ankommm, sich von der Suggestion des Althergebrachten freizumachen. Wenn wirklich«« Verbesserungen kommen sollen, so können sie nicht mehr aus einem Ausbau des' jetzigen Betriebssystems hervorgehen; eine völlig neue Art der Betriebs führung müßte geschaffen werden, «die nicht von den Dogmen der alten gefährdet wird. «Die aber müßte jv gestaltet sein, daß der menschliche Fehler durch «die einfache Tatsache seines Auftretens den Zug automatisch zum Halten «bringt. Ter Betrieb müßte dann einfach stillstehen. Es müßte einfach Unmöglich! gemacht werden, baß zwei Züge hintereinander die gleiche Weiche passieren oder daß. ein Zug' nach einem« Haltesignal überhaupt noch weiterfahren kann. digst entschlossen, Unsere Land-Miliz denmechsten durch eine besondere abschickende Commission genau muftern, auf einen sicheren Fuß setzen, bieientge, so eine geraume Zeit darunter gestanden, gäittzltch dimitlieren, andere bargegen an der abgehenden Siede eniziehen, auch alle bißhero dabey entstandene Unordnung und Beschwerden abstellen zu lassen. Nachdem aber bereits emige Jahre her von vielen Unseren Unterthanen, auch gantzen Gemeinden, allerband Beschiverungen geführet, auch vor einiger Zeit schon die allgemeinen Klcigde» von Unfern Beambte» eingeschicket worden, solche aber umb allen hiemechst et wann annoch vorfommenbett Beschwerden abzuhelffeil, nicht hinlänglich erachiet worden, sondern vielmehr nöthig finden, durchgehends damit der intendirende Zweck desto ehender und vollkommener erreichet, auch alle Htndernüsse aus dem Wege geräumt werden, eines jeden Unterthanen insonderheit habende Gravenina zu wissen: So verordnen und mallen Wir hiermit gnädig«!, daß ein jeder Unterthan, welcher seit der letztem Land-Miliz-Musterung sowohl seine Erlassung erhalten, als auch diejeingen, so noch würklich darunter stehen, dero Eltern oder iver sonsten etwas zu klagen, jeder insonderheit seine habende Beschwerden, sie mögen gegen Unsere Ober- und Uuter-'Seambien, oder die Land-Miliz-Offiziere lauffeit, ohne die geringste Absicht zu Papier bringen, und solche berqcftalten parat halten sollen, damit bei) Unserer emlangetiben Commission jed Gemeuid solcher übet« geben kann, mithin keine Bersaumnus und Auffenthalt hierunter verursacht werde, mit der Verwarnung, da einer ober der andere etwas verschweigen ober geflissentlich verheelen, so sich hernach zu Tage legen würde, alsdann ein jeder Uebertrelter dieser Unterer Verordnung, bet) der Land-Miliz zur Straffe stehen bleiben, auch nach Befinden härter gestrafft iverben solle. Und damit dieses zu jedermanns Nachricht gelange, auch sich niemanb mit bet Uit« wissenhelt hiemechst entschuldigen möge, So befehlen Wir hiermit gnäbigft, daß diese Unsere gnädigste Meinung und Verordnung jivei) Somuage nach einander von allen Eantzeln nach der Predigt össentlich abgelesen und vertunbet werde. Daran beschützet Unser ernstlicher Wille und Meinung. Ernst Ludwig. DermifdiUi. 'Ein neuer Walzer, ein Walzer zu dreien, ist ivie dem „Tag" geschrieben wird die neueste Ersindung eines englischen Komikers, der offenbar keine anderen Sorgen hat, als all die ungezählten Balleiter, die sich den Kops zerbrechen müssen, wo sie für ihre Tanten Tänzer herzaubern sollen, noch mehr zur Verzweiflung zu bringen. Für jede Dame z iv e t Herren I Wenn es noch umgetebrt wäre, bann gäbe es wenigstens keine Mcmer- blümchen mehr und der Komiker oerbtente für seine grandiose Idee ein Denkmal, dauernder als Erz. Seine Popularität bliebe kaum hinter der des Walzerkönigs Strauß zurück. Weil es aber für jede Dame kaum einen Herrn gibt, geschweige beim zwei, so glauben wir nicht, baß die Erfindung sich burchtanzen wirb. Erfindet doch, ihr Tanzbeingewaltigen, Tänze ’o schön und so orginetl wie ihr wollt, bringt neue Tänze, bei denen man sich noch mehr strecken und recken muß als beim Maichicbe ober Paraguay, aber beim Walzer. . . o rühret, rühret nicht daran. Bei dem muß man saust dahiiischivebeii, so richtig ins Herz und in beit Himmel hinein» Das geht aber nur zu zweit. Unb ivenn da ein Dritter dazwischen kommt, bann ist'S ans mit dem Tanz, mit dem Herzen und dem Himmel. . . . * Wid « rsprnch. Gast (zur Kellnerin, die ihm die Speisew- karte iwrfegt): „Essen tu’ ich nicht, ich hab' mir selber waA mitgebracht." * Ach wie aufmerksam. Bliemcheu besteigt mit seinem Freunde Knebbcheu und einem Führer den Vesuv. Plötzlich fängt der Berg zu speien an. Blümchen, über dieses unerwartete, aber doch erwünschte Schauspiel ganz entzückt, meint darauf: „Ach, wir aufmerksam!" Diamauträtsel. Auflösung In die Felder itebenstehender Figur sind die Buchstabe» a a a a, d, e e e, f f, h h, i, k k, n n n, p p, r r r r r derart einztttragen, daß die wagerechte« Rethen folgendes bedeuten t 1. Einen Buchstaben. 2. Teil eines Wagens. 3. Sächsische Stadt. 4. Einen Edelfisch. 5. ©etreibeart. 8. Flinkes Tier. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche. in nächster Nummer. Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer: Fabel — Rest — Angel — Rase — Ziege — Sonne — Bebet — Haus — Uhr — Bund — Eber — Regen — Tanne; Franz Schube r t. Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.