Montag den 5. September W m afiii Das schlafende Heer. Roman von Clara Biestig. ^Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Ungefeitet war Doleschal zur Haustür h'inausgegangen. Ganz benommen, wie betäubt. Also das war der Erfolg?! Er kam sich vor wie ein dummer Schuljunge. Hatte er denn noch immer nicht ausgelernt? Wie anders hatte er sich sein Herausgehen aus diesem Hause gedacht! Er hatte geglaubt, Kestner würde ihm die Hand drücken, und er hatte gehofft, durch diesen wirklichen Freundschaftdienst wieder gut zu machen, was er einmal in unbedachter Gereiztheit dem alten Herrn Unliebenswürdiges angetan. Gehofft —. -gehofft —! Er lachte bitter. Wieder einmal auf Unmögliches gehofft. Warum hoffte man eigentlich immer wieder •— für was — für wen?! Die ganze Qual seines Daseins hob sich vor ihm auf und die Fruchtlosigkeit seines Ringens. So wie Kestner, so waren sie alle, alle. Ein wenig besser, ein wenig schlimmer, aber alle ohne Verständnis. Das ganze Volk. Was man ihnen auch Gutes tun wollte, sie stießen es von sich. Ueberall Nichtverstehen, Stupidität, Trotz — und noch viel Schlimmeres: Tücke, Haß! War es dieses Land wert, daß man es auf blutendem Herzen trug tote ein Vater ein geliebtes Kind, das ihn oft kränkt und ihm doch immer gleich teuer ist?! Eiue ungeheure Bitterkeit wallte in Doleschal auf. Dieser unangenehme Zusammenstoß mit dem Nachbarn hatte Quellen aufgerührt, die noch verschüttet gelegen hatten. Der kleine Zufall wurde ein großer Vorfall — nein, nun war es ihm deutlich gezeigt, hier war nichts zu machen! Er war am Ende, ihn ging's nichts mehr cm; mochte jetzt geschehen, was da wollte, er würde keine Hand mehr heben, kein Wort mehr dazwischenrufen! Mochten sie polnisch werden bis in die Knochen, und mochten sie samt den Polacken selber verkommen in Schmutz und Suff und Verdummung! Mochte dieses Land ausgenützt, ausgesogen werden, ganz unter die Füße kommen! Wer darin war eines besseren Loses wert?! Sich ganz zurückziehen würde er nun, sich ganz auf sich selbst beschränken. Aber da dünkte ihn plötzltch der sonnige Frühlingsvormittag dunkel und kalt; ihn fröstelte. Als er, ohne zu sehen, über den Hof stolperte, den Blick finster gesenkt, hörte er ein Weinen. klang »so jämmerlich wie ein hilfloses Kinderweinen. Und nun konnte er den Mick nicht zur Erde gesenkt lassen. Er. sah sich um ■— da kauerte, wenig Schritte von ihm entfernt, beim Hofpfuhl ein junges Ding auf den Hacken. War das nicht das kleine Hühnermädel, das ihn vorhin so flink int Herrenhaus angekündigt hätte? Jetzt saß es hier wie eine Trauernde. Neben dem Pfuhl war eine Mulde im schlammigen Grund gusgeschaufelt, darin lag auf der Seite, bis an die Ohren mit Schlamm bedeckt, ein junges, noch nicht ausgewachsenes Schwein. Es war häßlich betupft, ganz blaurot angelaufen, und so regungslos lag es, als wäre es schon tot; nur die Ohren zuckten noch. Die Magd war so versunken in ihren Grain, daß sie gar nicht merkte, wie jemand zu ihr trat. Den Kopf auf die Knie gelegt, stöhnte sie herzbrechend. War das Mädel krank? Doleschal tippte ihr auf die Schulter. Die kleine Marynka hob das vom Weinen verschwollene, ganz erhitzte Gesicht. Mit großen, erschrockenen Aügeü starrte sie den gnädigen Herrn von Niemczyce an: was hatte sie dem getan? Er sah streng aus wie Pan Keszner, wie Pan Szulc —i wie alle, alle! Unwillkürlich duckte sie sich. „Ist das Schwein krank?" fragte Doleschal. „O weh, Rotlauf!" Er betrachtete es. „Schade um das Tier, es trcpictt!" Die kleine Marynka horchte auf: war der nicht mitleidig? O ja! O ja! Auf ihre Füße springend und dann tief ein-- knicksend und nach dem Aermel seiner Joppe haschend, stammelte sie: „Mein Schweinchen, Ringelschwünzchen, mein bestes Schweinchen! Kann ich aber nicht dafür, daß stirbt. Werd' ich doch nicht schlecht passen auf Ringelschwänzcheü, mein bestes Schweinchen, wenn sich Mamsell auch so sagt. Psia krew!" Den Kindermund auswerfend, machte sie ein! kläglich-trotziges Gesicht, und ein Strahl von Tücke blitzte in ihren scheuen Augen. „Mag sie, macht sich kleine Marynkck nicks draus! Aber Schweinchen, Schweinchen, liebes Freund von kleine Marynka, darum weine ich!" „Wem gehörst du?" fragte Doleschal. „Gehörst du dem' Kuhhirt oder vielleicht einem der Fornals?" „Ist sie dem Herr Keszner seine," sagte sie unschüldtg und stieß sich mit dem Zeigefinger vor die Brust, „Wetß sie nicht, wer Eltern waren, sind sich lang tot. O weh, kleine Marynka, armes Waisenkind, sieht sterben liebes Freund!" Die Hände ringend, fing sie von neuem an, bitterlich zu weinen. . t , „Da!" Doleschal faßte in die Hosentasche, nt der er das Geld lose trug. Was er herauszog, besah er ntcht — es wär wtrkltch gleichgültig, ob es vielleicht zu viel war, —mochte das arme Ding sich einen guten Tag machen! So viel Tränen um ein Schwein, um ein Schwein — Herr Gott, diese Arm- seligkeit! Befaß sie denn weiter nichts auf der Welt zumt Lieben als ein unvernünftiges Stück Vieh? Es schwoll ihm etwas im Herzen ttnd stieg ihm in die Kehle; kurz weudete er sich ab. ., , ,, Sie blieb zurück wie betäubt vor Erstaunen. Sie hatte ihm noch das Knie küssen wollen, den Segen aller Heiligen auf ihn herab wünsch en, — nun war er schon gegangen, nun würde er gewiß denken: kleine Marynka ist undankbar. O nein, o nein! Hat sie ein Herz, die kleine Marynka! Wie der Wind war sie hinter ihm drein. Draußen an der Akazie Dornt Hoftor ereilte sie ihn noch — steh, & 650 A wie traurig er dastand! — vor ihiü niederstürzend, umfing sie seine Knie, atemlos stammelte sie: „Gnädiger Paine, guter Panic! Daß heilige Mutter ihn segne, miliwnenmal. Hat er sehr freundlich gesprochen mit arme Marynka, wird sie ihm dankbar sein ihr Leben lang ! O!" Sieh da, lächelte er nicht schon ein wenig?! Sie küßte und drückte stürmischer sein Knie. „Ist er sehr gut gewesen', wird sie das me vergessen, kleine Marynka! War nie .jemand gut gegen arme Marynka ihr Leben lang!" Lachend und weinend rutschte sie vor ihm. — Armes Kind! Von einem tiefen, Weichen Gefühl erregt, ging Doleschal nach Hause, lieber den Aeckern schwebte Duft, der ganze Zauber des Frühlings. Jetzt empfand er ihn. Ach, dieses Land, ausgenutzt, ausgesogen, zertrampelt von vielen Füßen, war doch noch jungfräulich, doch noch fähig, zu empfangen und Frucht zu bringen dem Liebenden Wie konnte er nur daran denken, den Kampf aufzugeben?! Nein, noch einmal ans Werk! Wie durch einen Zauber neu belebt, ward Doleschals Seele fast heiter. Diese schüchternen, gestammelten, geschluchzten Worte des armen Kindes, was hatten sie nicht alles in sich an beschwörender Kraft! In der diesem Tag folgenden Nacht hatte Doleschal sehr sanft geschlafen. Und auch den nächsten Tag war er noch heiter, er dachte gar nicht mehr an jenen unangenehmen Besuch. Aber dann —?! Was sollte er jetzt nur Helene sagen? Ihr Blick ging immer mit ihm, fragend, forschend. Nein, vorderhand durfte sie nichts erfahren! Es war ja so unglaublich von Kestner, fast albern, so über alle Maßen unverständig! Warum sollte er feine arme Frau fchon jetzt Mit Dingen ängstigen, die sie ja, schlimmsten Falles, doch immer noch früh genug erfuhr?! Kestner hatte ihm einen Brief geschriebeii, ihm, ihm, dem Freiherrn von Doleschal- und er, er, der Freiherr von Doleschal, der nie einen Flecken auf seiner Ehre geduldet hatte, sollte sich den ruhig einstecken? Beleidigungen fordern eine Sühne — freilich, so hatte Kestner auch geschrieben. Lag nicht eine versteckte Drohung hinter diesen Zeilen? Doleschal grübelte viel. „Ich schreibe, habe sehr viel zu schreiben," sagte er zu Helene. Wer er schrieb nicht; auf Kestners Gries hatte er noch gar nicht geantwortet. Aber ihn viele Male gelesen. Am Schreibtisch sitzend, auf die grüntuchene Platte den Arm gestützt und hiuausstarrend durchs blanke Fenster auf den-blanken See, verbrachte er Stunden. Selbst nicht die jauchzenden Stimmen seiner Kinder, die von den Terrassen unten am See zu ihm herauftönten, scheuchten ihn auf. In Worten sagen, was ihn so niederdrückte, was langsam, langsam, aber stetig wie mit schweren Flügeln sich ans ihn niedersenkte, sich wohl einmal wieder lüftete für Minuten, Stunden, sogar für Tage, um dann doppelt fchwer niederzusinken —- das hätte er nicht gekonnt. War es wirklich nur das Zerwürfnis mit Kestner, das ihn .quälte? O nein — darüber mußte er fast lächeln. Das war den Kummer nicht wert, das gab jetzt nur den Anlaß. Wenn der alte, kindische, eitle Mann, ihn vor die Pistole fordern wollte, — nun warum nicht? Ein Küall — und so vieles könnte vorbei sein, würde vorbei fein! Dort unten am See, vom Lysa Gora geschützt gegen die Winde des offenen Landes, schlief sich's gut. Nun, und wenn sie ihn nicht wählen würden — ach, das hatte er ganz vergessen, nächste Woche mußte er ja in der Kreisstadt und dann in verschiedenen anderen Orten, Ackerstädtchen und Dörfern Wahlreden halten — dann war es auch gleichgültig! Ungeduldig sprang er aus: ach, er war zu müde, zu müde! Nein, er mochte nicht mehr, er konnte nicht mehr, er hatte es satt! Sollte er sich etwa von Löb Scheftel und Genossen ihrer Stimmen versichern lassen? Ein Ekel packte ihn. Und jemand anders würde wohl kaum für ihn stimmen trotz all der Liebenswürdigkeiten in Berlin, trotz der anerkennenden Versicherungen maßgebender Kreise. °Was wußten die — so weit ab, so fern — was wußten die darum, wie es eigentlich hier stand?! Was man nicht im täglichen Leben so nahe vor sich sieht, so nahe fühlt, so Brust an Brust, wie der keuchende Ringer den Gegner im Faustkampf fühlt, das kennt man nicht. Aber er, er, der täglich, stündlich, immer, all die großen und kleinen Stöße parieren mußte, die dem Deutschf- tum drohten, er wußte wohl, was hier not tat. Wer —i und zum ersten Male stieg in ihm ein Zweifel aus, ein Zweifel, der ihn erschütterte — aber war er, er nicht der nur, der gesandt war, anderen den Weg zu bereiten?! ^-i Herr Kestner auf Przhborowo hatte so ziemlich die Besinnung verloren. Vergebens suchte ihm fein ältester klar zu machen, daß es unmöglich in Doleschals Absicht gelegen haben könne, Kornelias Mädchenehre anzutasten; dies ebensowenig, wie es seine Absicht gewesen sein konnte, den Vater zn kränken. So empfindlich der Rittmeister selber auch von der Sache berührt war ™ Teufel nochmal, wie kam Hanns-Martin dazu, das harmlose Kind zu verdäch- tägen?! — da glaubte er doch seinen Freund freisprechen zu IttilffCTt. „So r— so —, aber wenn er sich nun in den Kops gesetzt hat, mir den tüchtigen Inspektor wegzubeißen, koste es, was es wolle?" , , , , , „Aber Papa!" Jetzt mußte der Sohn doch laut lachen. „Wie kannst du nur so was denken?" „Du kennst diese Hakatisten nicht," grämelte der Vater. „Was die Kerle alle stänkern! Nie haben wir früher so viel Krakeel in der Provinz gehabt! Deutsch, deutsch, deutsch — als ob der Szulc nicht zehnmal besser mit Land und Leuten Bescheid wüßte! Wir gehen zugrunde; aber nur an diesen Wühlereien! Ich hab's satt," —. er streß mit dem Fuß — „ich ziehe nach Posen!" „Wenn du verkauft hast, Morrtz," warf Frau Kestner ein, die mit tief verstimmtem Gesicht am Kaffeetrsch faß, trotzdem ihr Liebling, der Rittmeister Paul, heute, vor einer Stunde erst angekommen war. „Nein, auch weun ^ch nicht verkaufe," beharrte Kestner eigensinnig. „Seit dieser Geschichte mit dem da" — er warf einen Nicker über die Schulter nach der Richtung von Niemczyce — „ist mir's nun ganz hier verleidet. Ich werde doch mein einziges Kind „Bitte, Papa, nur sind doch auch noch da," bemerkte trocken der Rittmeister. „Ach, ich meine — ä du weißt ja schon!" Aergerlich fuhr der Vater auf. „Tochter, meine einzige Tochter, meine ich. Ich werde doch Kvrnelia nicht solchen Brutalitäten aussetzen! Hier ist's mir nicht mehr reinlich genug, alle Verhältnisse sind unsauber. Ich will wenigstens auf meine alten Tage meine paar sauer erworbenen Groschen in reinlichen Umgebungen verzehren!" Der Rittmeister, der seine langen, glänzend polierten Fingernägel angelegentlich betrachtet hatte, sah jetzt doch auf: „So, also nach Posen? Ist auch 'n netter Ort. Na, wie du meinst, Papa! Wenn ich nur meine Zulage kriege!" „ga" — der Vater zog bedenklich die Augenbrauen in die Höhe — „ja, lieber Sohn! Aber du kannst ja Przhborowo übernehmen!" „Den Deibel werde ich!" Ganz empört sprang der Rittmeister auf. „Eher schieße ich mir ’ne Kugel durch den Kopf, als daß ich hier auf der Klitsche Kartoffeln buddle. Ne, Papa, alles kannst du von deinem Sohn verlangen, nur das nicht!" . . , , . „Du wirst dem Niemezyeer gründlich die Wahrheit sagen!" rief Kestner rasch, und etwas wie Haß sprühte ut seinen Augen auf. ch > , . „Ich? Aber Papa!" Paul sah etwas betroffen dreiU. „Ich denke, Papa, das hast du selber schon besorgt. Und hast du ihm nicht noch, dazu einen ganz, gehörigen Bries hingepfeffert, wie Mama mir sagte?" „Hab' ich, hab' ich! Aber glaubst du, der hat mir geantwortet? Einmal schon — es ist schon eine Weile her, auf einem Jagddiner bei Garczynski war's — hat der hochnäsige Mensch sich nmgedreht und mich stehen lassen ohne ein Wort, zum zweiten Mal passiert mir's mcht mehr! Wozu habe ich denn Söhne? Mein Gut will keiner übernehmen, aber für meine Ehre wird doch wohl einer ein- treten. Oder nicht?" Aufgeregt war Kestner ausgespungen, die Hände aus den Tisch stützend, sah er den Sohn mit tränensunkelnden Augen an. „Aber Papa, Papa! Ihr seid hier alle so schrecklich aufgeregt, direkt cholerisch, — weiß der Himmel, woher das kömmt! Beruhige dich doch! Natürlich, wenn du's wünschest, werde ich mit Doleschal reden und —" . „Du wirst ihn fordern!" stieß der Alte heraus. Die Wut, die ihn überkam, erstickte seine .Stimme; er zitterte. „Moritz, Moritz!" Frau Kestner sprang besorgt auf. „Um Gottks willen, errege dich doch nicht so!" „Aber Papa!" Des Rittmeisters frisches Gesicht zeigte plötzlich einen ihm sonst fremden Ernst. Er runzelte die 551 Stirn, und dann sagte er gehalten: „Du scheinst dir das „Fordern" doch etwas leichter vorzustellen, als es ist, Papa! Ein Duell ist kein Kinderspiel, mau bricht es heutzutage —i selbst bei uns — nicht mehr so vom Zaun. Und noch dazu in diesem Fall. Doleschal ist mein guter Freund .gewesen, als ich noch ein dummer Junge war!" „Mich rührt der Schlag," ächzte Kestner und griff mit den Händen um sich. „Ich werde ja zu ihm hingehen und mit ihm sprechen, Papa — wenn du es wünschest gleich ! Ich bin überzeugt, daß „Warte, warte nur bis morgen!" Die Mutter zog den Sohn, der sich jetzt eben erhoben hatte, mit einer gewissen Besorgnis wieder nieder. „Wir wollen die Sache doch erst noch überlegen. Ich bitte dich, Kestner, du kannst doch wirklich von Paul nicht verlangen, daß er sein schönes) junges Leben so aufs Spiel setzt, einem Nichtswürdigen — ja, lieber Moritz, da bin ich ganz deiner Ansicht —. einem! Nichtswürdigen sich ausliefert!" „Und Kornelia, Kornelia —?! Und keine Antwort, nicht einmal eine Antwort hat er mir geschrieben! Kein Wort der Entschuldigung! Dieser Hakätist, dieser hochnäsige! Was hat der hier schon alles verbrochen! Längst hätte die Kommission mir ab gekauft, wenn der nicht wäre! Aber so werden nur die Polen chre Güter los — raus sollen oie nm jeden Preis — und Preise kriegen sie, Preise! Wir Deutschen bleiben einfach sitzen — wir sollen ja bleiben! Lauter deutsche Besitzer, nur Deutsche — als wenn das Land dadurch deutsch würde! Lächerlich!" Kestner lachte zornig auf und hätte die Stimme so laut erhoben, daß Pan Szulc, der gerade vom Hof hereinkäm und einen Bericht in der Studierstube abstatten wollte, aufhorchte und vor der Tür der erregten Stimme seines Prinzipals' lauschte. „Dieser Hakatist, dieser Polenfresser! Verdreschen sollte man ihn, ihm eins auf den Mund geben, daß er still wird wie ein Mäuschen! Dann erst wird es hier besser werden, wenn der zum Schweigen gebracht ist!" „Aber Papa!" Das war nun heute schon das soundsovielte Mal, daß der Sohn „aber Papa" sagte. Werstimmt stand der Rittmeister auf: mit dem alten Herrn war wirklich kein vernünftiges Wort zu reden, der war so gereizt wie der Stier, denk man ein rotes Tuch vorhält! Aber von der Mutter ließ er sich in ein stilles Eckchen ziehn. Dort flüsterte sie mit ihm. (Fortsetzung -folgt.) Doppelgängertragödren. Kon D r. Albert Hellwig (Hermsdorf). Unter !Djoppelgänger verstehen wir hier einen Menschen, der hinein andern äußerst ähnlich sieht, so daß es schwer ist, sie zu unterscheiden. Solcher Doppelgänger laufen gar viele tausende auf dem Erdball herum, ja vielleicht Hunderttausende oder gar Millionen herum. Natürliche Doppelgänger sozusagen sind Zwillingsschwestern oder Zwillingsbrüder; auch ist nichts auffallendes darin zu sehen, daß nahe Verwandte einander oft zum Verwechseln ähnlich sehen. Tas ist von vielen gekrönten Häuptern allgemein bekannt, so z. B. von Zar Nikolaus und dem König von England. Aber auch zwischen nicht verwandten Personen kommen frappante Achnlichkeitcn vor und wird wohl einem jeden aus seinem Bekanntenkreise das eine oder andere Beispiel bekannt sein. Auch unser Kaiser hat seinen Doppelgänger und zwar in einem' Jnfanterieosfizier, der in der französischen Garnisonstadt Sfoissons steht und der wegen dieser auffallenden Aehnlichkeit allgemein l'empereur genannt wird, während seine Braut als l'imperatrice bekannt ist. Bei der Suche nach dem Mörder Hennig wurden mehr als ein Dutzend Personen verhaftet, die zum großen Teil eine auffallende Aehnlichkeit mit dem gesuchten Raubmörder hatten. So wurde eines schönen Tages mit großer Bestimmtheit gemeldet, der Verfolgte halte sich in Marienfelde auf. Sofort wurden Kriminalbeamte dorthin entsendet, welche icnschwer feststellten, daß der Sistierte nicht Hennig, foitixrn ein harmloser Bäckergeselle war, der allerdings aber eine frappante Aehnlichkeit mit dem Bilde des Mörders hatte. Ein anderes, noch mehr überraschendes Beispiel ist folgendes. Der nachts von Berlin nach Wien fahrende Schnellzug wurde in Tetschen auf den Raubmörder durchsucht, da der Kondukteur und verschiedene Reisende in einem Mitreisenden den Langgesuchten zu erkennen geglaubt hatten und die Dresdener Polizei benachrichtigt hatten, die ihrerseits wieder nach Tetschen telegraphierte. Der betreffende Reisende, dessen Acußercs genau mit dem Signalement des Hennig übereinstimmte — sogar die Halsnarbe fehlte nicht - wurde im Schlafwagen geweckt, konnte sich aber als' ein auf der Fahrt nach Wien begriffener Aristokrat legitimieren. So peinlich dieser Verdacht auch für den Reisenden' Ivar, so entstanden für ihn doch daraus keine weiteren Unannehmlichkeiten. Doch nicht immer ging es für die falschen Hennigs so glimpflich, ab. So war gleich zu Anfang der HennigjagÄ ein Doppelgänger von ihm, der aus dem Arbeitshause entsprungen war, verschiedentlich so schwer mißhandelt worden, daß er sich nur mit Mühe flüchten konnte und herzlich froh war, als Polizeibeamte ihn festnahmen. Auf den Knien bat er, ihn doch ja nicht wieder frei zu lassen, da er sonst noch totgeschlagen würde. Freilich wäre er, und ohne daß er darum noch besonders gebeten hätte, in das Arbeitshaus wieder übergeführt worden. Auch ein anderer, der sich von Hennig fast nur durch das Fehlen der Narbe unterscheidet, hatte starke Kratzwunden und war öfters! windelweich! geprügelt worden. Doch ist dies' immerhin ein, wenngleich für den davon Be- trostenen recht unangenehmes, doch relativ kleines Mißgeschick. Oesters kommt es aber auch vor, daß der Verhaftete auch von den Behörden für identisch mit einem Verbrecher gehalten wird. So lesen wir im „Archiv für Kriminalanthropslogie" folgend den Fall. Ein eingelieferter Landstreicher sollte nach Annahme der Behörde mit einem gewissen Starke identisch sein. Er wurde auch von vielen Personen, die jenen Skarke vor 16 Jahren genau gekannt hatten, so von Stiefgeschwistern und Schulkameraden, mit voller Bestimmtheit rekognosziert. So erkennt z. B. ein Schulkamerad in ihm nicht nur den Starke, sondern meint auch „sogar die Stimme kommt mir bekannt vor", und sein Stiefvater sagte unter Eid aus: „Das ist der Joseph Skarke, nicht eine Faser hat sich au ihm geändert." Nur wenige Zeugen waren ihrer! Aussage nicht ganz sicher, und Nur ein einziger bezweifelte die Identität. Die ärztliche Untersuchung und Messung ergab nichts/ was gegen die Identität sprach; und da auch die Schreibsachverständigen erklärten, daß die vorhandenen Schriftproben des Skarke mit der Handschrift des Eingelieferten identisch seien/ verurteilte das k. k. Kreis- und Schwurgericht in Nentitscheinj den Angeklagten am 18. Oktober 1893 wegen Verbrechens des Raubes und Diebstahls zu lebenslänglichem Kerker. Am selben! Tage aber gab der Verurteilte seinen wahren Namen, Florian; Beck, an, den er sich bisher hartnäckig geweigert hatte, zn nennen., Seine Angaben wurden als zweifellos wahr erwiesen, er war eist vielfach vorbestrafter Landstreicher. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde er auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Ein ähnlicher Fall beschäftigte vor anderthalb Jahren das Berliner Schöffengericht. Ein Hausdiener H. hatte int Juli 1904 von einem unbekannten Manne eine fast wertlose Uhr für 6 Mark gekauft, nachdem ihm ein „zufällig" hinzukommcnder Komplize des Gauners den Wert der Uhr bestätigt hatte. 'Diesen Dritten! glaubten H. und ein gewisser Ti., der während des ganzen Vorganges in der Nähe gestanden hatte, eines Tages aus der Straße; zu erkennen und ließen ihn verhaften. Es war der Angeklagte^ Auch im Termin behaupteten beide, in ihm den Gauner mit Bestimmtheit wieder zu erkennen. Zum Glück vernrochte der Astgeklagte, dem übrigens von allen Seiten das beste Zeugnis aus^ gestellt wurde, durch einen einwandfreien Zeugen R. nachtzn!- weisen, daß er an dem fraglichen Abend in einem ganz andern Stadtteil mit dem Zeugen gewesen war, an der Gaunerei als» gar nicht teilgenommen haben konnte. Er wurde daher auch auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. In vielen Fällen gelingt es aber den Angeklagten nicht); den Alibibeweis zu fuhren. So hat sich schon manche Doppel- gäugertragödie abgespielt. Am bekanntesten dürfte wohl der Fall Beck sein, wohl der merkwürdigste Justizirrtum, den die Annalest der englischen 'Kriminalgeschichte zu verzeichnen haben. Im Jahre 1895 wurde in London ein norwegischer Untertan!/ namens Adolf Beck, auf die Anzeige eines Mädchens verhaftet, das von ihm durch falsche Vorspiegelungen um Geld und Schmucksachen gebracht worden zu sein behauptete. Während der polizei- gerichtlichen Voruntersuchnng gegen den Häftling meldeten sich noch neun weitere Frauenspersonen, die ähnliche Anschuldigungen gegen ihn vorbrachten. Seiner Versicherung, daß alle zehn Zeuginnest sich in der Person irren müßten, wurde kein Glauben geschenkt, er wurde vielmehr schuldig befunden und zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Fünfzehn Gnadengesuche, die er . an das Ministerium des Innern richtete, wurden, als unzureichend begründet, abgewiesen. Nur der allen Sträflingen bei guter Führung gewährte Strafabzug wurde ihm zu teil, d. h., er wurde nach Verbüßung von fünf und einem halben Jahre entlassen. Alle Be- mühungen, die er seither zum nachträglichen Beweise seiner Unschuld unternahm, blieben erfolglos, — ja, er wurde sogar tmi Sommer 1904 auf Grund einer ähnlichen Anzeige abermals ver- Ijaftet, und abermals fand sich eine Reihe von Zeuginnen — diesmal sechs —, die in Beck mit aller Bestimmtheit den Mann wiedererkennen wollten, der ihnen Wertgegenstände abgeschwindelt hatte. 'Daraufhin sprachen ihn die Geschworenen abermals schuldig, der Richter aber verschob die Verkündigung des Urteils. Inzwischen. nahm die Kriminalpolizei einen Menschen namens! William Thomas fest, der einer ganzen Reihe von Mädchen mehr oder minder guten Rufes gegenüber folgendes Betrugsverfahren an- gewandt hatte. Er schrieb an das von ihm ausersehene Opfer auf einem' Briefbogen mit' t>em Titelkopf irgend eines vornehmen Hotels und meldete seinen Besuch an. Tann erschien er selbst und bot der jungen 'Dame den Posten seiner Favoritin ein, der im Hinblick auf die verlockenden Gegenleistungen alsbald akzeptiert wurde. Tiefe bestanden zumeist in einer luxuriös eingerichteten Wohnung, die Thomas in den strahlendsten Farben beschrieb, und namhaften Geldbezügen, auf die er einen Vorschuß rn Form eines natürlich völlig ungedeckten Schecks auf den Tisch des Hauses niederlegte. Schließlich entwarf er eine Liste von Schmuckgegenständen, die er seiner Auserkorenen zu verehren gedenke, und bat sich als Fingermaß für die in Aussicht genommenen Brillantringe irgend einen Ring aus, den er binnen zwei Stunden durch 'einen Tienstmann zurücksenden werde. Mit diesem Ring verschwand er bann auf Nimmerwiedersehen. Als eine der Beschwindelten vorsichtig genug war, dem geheimnisvollen Nabob nachzugehen, ertappte sie ihn bei dem Versuch, ihren Ring in einer Pfandleihe zu versetzen, und ließ ihn daraufhin verhaften. Ter mit der Untersuchung der Sache betraute Kriminalkommissar ermittelte, daß Thomas' Süiidenregister bis ins Jahr 1877 zurückreicht, und daß die ähnlichen Fälle, wegen deren Adolf Beck mehr als fünf. Jahre im Zuchthaus gesessen, nnb die, wegen bereit er jetzt seiner abermaligen Verurteilung entgegensah, höchstwahrscheinlich ebenfalls William Thomas zur Last fielen. Beck und Thomas wurden einander im Polizeigericht ge^enübergestellt, und die sechs Zeuginnen, die noch ganz kürzlich einstimmig Beck bezichtigt hatten, erkannten sofort, daß nicht er, sondern Thomas der richtige sei. Beide sind einander auffallend ähnlich, selbst ihre Handschriften gleichen einander beinahe. Ter Minister des Innern war hiernach überzeugt, daß Beck einem romanhaften Personalirrtum zum Opfer gefallen war, und Noch am selben Tage wurden durch königliches Patent beide Verurteilungen für null und nichtig erklärt, später dem Vielgeprüften auch eine hohe Entschädigungssumme ausgezahlt. Tiefe Fälle, bereit sich noch eine ganze Reihe ähnlicher auf- zählen ließ, mahnen alle, welche berufen sind, über das Schicksal seines Angeklagten zu entscheiden, sei es als Richter, Schöffe ober Geschworene, sowie alle diejenigen welche den Urteilenden als Zeugen oder Sachverständige die nötigen Unterlagen verschaffen sollen, aufs eindringlichste, mit peinlichster Gewissenhaftigkeit, sich die Frage vorzulegen, ob der Angeklagte in der Tat mit dem Verbrecher identisch ist, ober ob nur eine auffallende Aehnlichkeit vorhanden ist. Wenngleich auch bei sorgfältigster Prüfung derartige Verwechselungen und daraus entspringende Justizirrtümer gelegentlich doch einmal mit unterlaufen können, so lassen sie sich doch auf ein Minimum reduzieren. Anders wäre es allerdings, wenn es auch' Doppelgänger im Sinne des Spiritismus gäbe. Was der Spirilismus darunter versteht, mag man aus folgender Geschichte entnehmen, die wir aus der bekannten „Geschichte des Spiritismus" öoit_ Caesar Bondi, Ritter von Vesme, entlehnen, ohne die Angabe auf ihre Richtigkeit hin prüfen zu können. 'Danach soll im Jahre 1896 in den Zeitungen der Vereinigten Staaten folgendes höchst sonderbare Ereignis gestanden haben. Vor eilten Richter zu Newhork wurde ein gewisser! Macdonald geführt, der angeklagt war, in einem Hause eingebrochen und gestohlen zu haben, wofür mehrere glaubwürdige Zeugenaussagen Vorlagen. Allein zu derselben Stunde, wo jener Einbruch geschah, befand sich Macdonald in einer Art von hypnotischem' Schlaf in entern Saale, wo Professor Wein einen Vortrag hielt und jenes interessante Subjekt einer zahlreichen Hörerschaft vor- ftihrte, wobei er die bei diesem Männe vorkommenden telepathischen Erscheinungen erwähnte. 'Da der Richter somit den Alibi- beweis als erbracht ansehen mußte, andererseits aber durchaus glaubwürdige Zeugenaussagen das Gegenteil zu beweisen schienen, holte er dös Gutachten einiger Psychologen und Psychiater ein. Professor Wein gab seine Meinung dahin kund, daß er keineswegs zweifele, daß die beiden Macdonald, sowohl der Einbrecher als auch der im hypnotischen Schlafe liegende ein und dasselbe Wesen seien, das sich für kurze Zeit in zwei Persönlichkeiten getrennt hatte. Im Interesse einer geordneten Rechtspflege wird es hoffentlich richtig sein, daß es solche Doppelgänger nicht gibt, und daß sich die obigen Zeugenaussagen einfach durch frappante Aehnlichkeit des Diebes mit Macdonald erklären lassen. VeVnMebtes. * Hinter den Kulissen d es „Kie.nto pps". Die kinematographische Vorführung des vielbesprochenen Ringkampses zwischen Johnson und Jeffries hat nach der Entscheidung neue Erregungen hervorgerufen und zu mannigfachen Unruhen Anlaß, gegeben, die sich sogar bis nach Europa fortsetzten. Erst jüngst war ganz Dublin in zwei Parteien geteilt, von denen die eine die Vorstellung mit allen Mitteln zu verhindern suchte, während die andere begierig nach diesem fensationellen Schauspiel verlangte. Die kinematographischen Aufnahmen dieses Triumphes der schwarzen Boxkunst wurden mit besonderer Sorgfalt vorgenommen. Zehn Apparate waren rund um dje Arena ausgestellt. so lange der Kampf dauerte. Während der 15 Runden waren geübte! Photographen beständig tätig und sicherten sich 30 000 Fuß Films für die Darstellung der lebenden Bilder. Die erste Vorführung fand wenige Tage nachher in Newhork statt, bei richtigen Theaterpreisen, der Sitz zu 1—2 Dollar. Gewaltige Anerbietungen! wären von verschiedenen Jmpresarii gemacht worden, um sich das Recht der Aufführung in den einzelnen Staaten zu sichern. So soll Oskar Hammerstein für die erste Darbietung der Films in Newhork die Summe von 20 000 Dollar geboten haben: in manchen Staaten waren für das Privileg der Aufführung Gebote bis zu 50 000 Dollar gemacht worden. Doch nicht immer steht den Kinematographentheatern eine solche Sensation zur Verfügung, fondern die aufregenden und spaitnenden Bilder, mit denen dev Kientopp sein Publikum unterhält, müssen mit vielen Kopfzerbrechen ausgedacht und mit großer Sorgfalt vorbereitet werden. Einige große Firmen, die kinematographische Bilder verfertigen.^ haben zu diesem Zweck besondere Theater erbaut und eine ganze Armee von Schauspielern und Schauspielerinnen engagiert, um für die Aufnahmen möglichst großartige und naturgetreue Szenerien und Handlungen zu arrangieren. Für eine gute Idee oder einen neuartigen Plan werden hohe Summen gezahlt; alle nur interessierenden' Themen sucht man in das Bereich der Darstellung . zu ziehen. So werden ganz gewaltige Aufwendungen hinter den Kulissen der Kinematographentheater für die Vorbereitung! der Bilder gemacht. Eine Firma ließ vor kurzer Zeit eine Mihe Von Aufnahmen machen, die die Geschichte Neros darstelltest., Die Photographien wurden dazu an den historischen Stattest selbst, in Rom und Italien auf genommen; es dauerte 6 Monate, bis alle Szenen gehörig vorbereitet und gestellt waren, lieber 400 Personen waren für den schauspielerischen Teil dieser Bilderserie engagiert und mußten die einzelnen Rollen darstellen. Für die Szene des brennenden Roms waren Häuser im Stil Hers römischen Kaiserzeit als Kulissen aufgebäut und wurden in Brand gesteckt. So kostete die Herstellung des vollständigen Films gegen 20 000 Mark. Eine andere Firma kaufte ein zum Abbruch bestimmtes Haus zum Preise des Baumaterials an und benutzte es zur Darstellung einer Feuersbrunst, wobei richtige Feuerwehrmänner eifrig an der Arbeit waren und von der Firma Engagierte Akrobaten die halsbrecherischsten Rettungsversuche ist den einzelnen Stockwerken ausführten. Ein ander Mäl wurde der Schienenstrang einer bestimmten Eisenbahnstrecke gepachtet, um darauf naturgetreu einen Zusammenstoß zweier Züge und ein großes Eisenbahnunglück zu arrangieren. Die - Ausnahme der einzelnen Bilder erfordert nur wenige Minuten; aber das Arrangieren, das Vorbereiten und Proben der verschiedenen Szenen dauert sehr lange, bevor sie zur Aufnahme reif sind und dem verwöhnten Geschmack des Kinematographenpiiblikums entsprechen. * Die Not der 3ig arrenftumine 1 f ainm[ er. Ans Paris wird berichtet: Die ehrenwerte Zunft der Zigarreiistnminel- fammier ist in Not, und sie ist wütend über die neuen Tabaksteuern, nach deren Einführung das „Rohmaterial" ihres Gewerbes immer spärlicher wird. An den beliebtesten Stätten ihrer Wirksamkeit, so klagte ein hervorragendes Mitglied der Zunft, am Cafe Napolitain, am CasS American:, auf den Boulevards, finden sie höchst selten noch ein paar Zigarettenenden, die Zigarrenstummel haben noch ganze 5 Millimeter Länge, und was das Schlimmste ist, es ist so böses Kraut, daß nichts mehr damit anzusangen ist. Es sieht daher trübe aus mit der Zukunft dieses alten, ehemals so blühenden Pariser Berufes. * Mit allem ei nb er ft an öen. Herr: „Gnädiges Fräulein müssen mich doch kennen?" — Fräulein: „Entschuldigen Sie — Sie kommen mir allerdings bekannt vor — weiß nur nicht, wo ich Sie hin tun soll." — Herr: „O bitte, meist Fräulein, bei Ihnen ist mir jedes Plätzchen recht!" Silbenrätsel. a, au, bon, ch, cot, d, der, ge, ler, nar, ne, neun, o, o, o, on, ra, rt, ten, ter, vir, w. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines bekannten Malers ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Einen Raubvogel. 2. Wohlschmeckenden Fisch. 3. Erzeugnisse des Kunstgewerbes. 4. Deutschen Strom. 5. Stadt in Frankreich. 6. Berühmten Anatomen. 7. Ein Sternbild. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1. D d 5 - d 1. L h 1 — g 2. 2. K e 1 — d 2. Beliebig. 3. D gibt Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»,