HU ml , t » »»KH ’JcwKrw^JPJ MA, '/-sMMHW । |n^ M »KWsLiÄKsjÄM? WU^M'^^^W A«MN^MV feSjliiJ ItwlBiPlä für solchen Mann. zugetraut: — Dm »Kunde zu gehen. Das ist auch nicht nölig ™. |Vlu,wl Mann. Der Kaiser hat gesagt, solchen Leuten möchte er mehr begegnen. Und er hat meutern Schwiegervater den Ktonenorden erster Klasse gegeben, ober, tch weiß nicht, ist's der schwarze Adler, nein, nein, das kann nicht sein, aber der rote oder so was Aehnliches lieber diese Verwechslung der Orden uird Klassen, von denen sie nichts verstaub, schwieg sie. Da klang über den Tisch eine mächtige Stimme: — Bravo, kleine Frau! Gras Tiefenau war ausgestauben. Wie er sich laiig- sam erhob, schien er zu wachsen und kem Ende zu nehmen. Das Glas in der Hand rief er: f . r- Meine Damen und Herren! Der HEcherr- ^at e- beten, keine Rede K halten. Ich bitte um Mtschuldigung, Wenn tch seinem Wunsche nich nachkomme imd doch spreche. Mer hier sitzt eine kleine Frau, der zu Ehren wir eiget lich hier sind, denn ihr Sohn ist der Täufling von heute, Droesigl. Roman von Georg Freiherrn von Ompted«. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzuilg.) Agathe hatte nur gesehen, daß ihr Mann die Karte einsteckte, sie ahnte irgend etwas, begriff aber nicht, lind in ihrer Unruhe sah sie Ludwig an. Er war anders als sonst. Sie dachte: er ärgert sich, daß sein Vater gekonnnen ist, fand es häßlich von ihm und nahm sich vor, nach Tisch besonders liebenswürbig gegen ihren Schwiegervater zu sein. Und die kleine, bescheidene Frau fand mit einem Mal Worte, das Loblied dieses Gewaltigen der Arbeit zu singen. Sie sprach von den hunderttauseuden von Menschen, oie auf ihres Schwiegervaters Wink das taten oder jenes und merkte gar nicht, daß man rund um sie schwieg und zuhörte Immer lebhafter wurde sie: — Und der Kaiser hat ihn anerkannt! Er hat ihn ins Herrenhaus berufen. Unser Kaiser, vor dem mein Schwiegervater, der sonst vor nicht viel Menschen den Hut zieht, sich tief neigt, wie er mir geschrieben hat, denn er schreibt mir manchmal. Unser Kaiser mit seinem scharfen Auge für alle, die etwas leisten, hat nicht darnach gesehen, wo er hersiarnint und wie er heißt, er hat ihn besonders aus- gezeichnet. . ,, Ludwig biß nicht mehr die Lippen, er blickte dankbar auf seine Frau. Und Agathe fuhr fort, einfach weil sie sich gesürchtet hätte, aufzuhöreu, denn alle blickten sie an: — Der Kaiser hat nichts darnach gefragt, ob mein Schwiegervater sehr behutsam auftritt, denn mein Schwiegervater hat keine Zeit gehabt, in die — — ..... , Sie begann zu stottern, dann fuhr sie nut entern Mal im Redestrom fort, mit Worten, die sie sich selbst nicht Und diese kleine Frau ist eine tapfere, famose kleine Frau, die vielleicht jar nich alle in ihrem Wert kennen. Darum rede ich. Meine Herrschaften. Wir haben sie eben kenE lernen können. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck. Wie wir Leiite hier auf unseren Klitschen . . -.laivohl meine liebe, verehrte Gattin, ich weiß, ich soll nich immer Klitsche sagen, — kurz, ich meine, sie hat den Mut wie die Familien, die hier auf diesen alten Klitschen seit bansend Jahren sitzen. Da verleugnet sich ihrMut nich. Sch tot® auf nichts eingehen, Sie werden mich schon verstehen, meine Damen und Herren. Ich gratuliere ihrem H^ou Gemahl, daß er diese tapfere, kleine Frau sein nennt. Aber das wollte ich jar nich sagen, sondern ich wollte nur memev Freude Ausdruck geben, daß es noch Menschen jibt, die so famos sind tote die kleine Frau hier! Und die sollten MV nid) hoch leben lassen? Ich fordere Sie auf, das Glas zu erbeben mib ttob bc£> $ScTbotc$ nttt ntit c üi tii 111110 h in den Ruf: Frau Agathe Droesigl, unsere liebenswürdige Gastjeberin, die tapfere, kleine Frau, sie lebe hoch, hoch, ^o^Die Gläser klirrten. Alle standen auf. Daun lief man hin und stieß an mit Agathe, die beschämt dastand und nicht wußte, tote ihr geschah, Auch Ludwig gmgden Tisch. Er zog ihre Hand an die Lippen, und Graf Tiefenau, der ihn um anderthalb Kopflängen überragte, klopfte chm auf die Schulter, beinahe wie der alte Geheimrat es getan hätte: — Sie oller Glückspilz, Sie. Da richteten sich alle Köpfe zur Tür, die zum Saal führte. Dort war ein weißer Struwelkopf erschienen. Bo in tosetlden Lärm des Toastes angelockt, blickte der Geheimrar herein, sein Bierglas in der Hand. Und Agathe, vom Plötzlichen Toast angeregt, ging auf ihn zu und Meß rmt ihm an Der alte Herr, der nicht ahnte, weshalb das Hoch auf seine Schwiegertochter erklungen, setzte fein Bier glas .auf den Tisch, natürlich gerade vor Frau von Eysz Teller, nahm seine Schwiegertochter beim Kopf und gab ihr einen Kuß. Agathe aber iveubete sich zu ber Gesellschaft, machte eine Bewegung mit der rechten Hand und sagte bekannk-i machend: — Mein Schwiegervater! . . Und der alte Herr verbeugte sich so schon, als ob e# es bei Hofe gelernt hätte. ch Am nächsten Tage fuhr Ludivig im schwarzen Rock nach Liebstatt, aber er nahm seine Frau nicht mir. Bel Oberstleutnant von Herrmverth hatte er sich schon vorher telegraphisch angemeldet. Der Oberstleutnant, der auf dev englischen Reise Ludivig als guten Samer aben kennen gelernt, fragte: — Run, so feierlich? t _ Sie setzten sich. Ludwig begann, den Hut in den w haiibschiihten eine peinliche .Angelegen- freit fikhrt mich zu Ihnen. Ich möchte Ähre Hilfe in An spruch nehmen. Bitte, ich stehe ganz Kur Berfügung. — Es handelt sich um einen Scherz Der Oberstleutnant sagte: Ach so> ja dann natürlich, es war ja auch nur eine Frage. Ludwig fuhr fort: — Aber ich will zu der andern Sache zurückkehren, weshalb ich eigentlich gekommen bin. Ich sprach von meiner Stellung hier. Ich habe mich gewiß, denke ich, immer korrekt benommen. Wie komme ich nun dazu, daß jemand, der an meinem Tisch sitzt, dumme Witze über mich macht? Gewiß war ich verdutzt, daß mein Vater plötzlich erschien, aber . . . Ludwig wurde unsicher, wie jemand, der nicht ganz pvn dem überzeugt ist, was er spricht, ohne gerade die Un- ivahrheit zu sagen: —■ • ■ . es war mehr, weil es eben überhaupt un-angenehm ist, wenn einer so hereinplatzt. Hab da wagt jemand zu behaupten, ich schämte mich meines Vaters? Dazu hätte ich keine Veranlassung. Gewiß, er gibt nichts auf sein Aeußeres, aus Formen, aber wenn ihn Seine Majestät unser allergnädigster Kaiser so ausgezeichnet hat, ist es dann wohl wahrscheinlich, daß ich mich eines solchen Mannes schämen würde? Und da kommt ein Herr, ich weiß ja nicht, wer es ist, und stellt eine Behauptung von mir auf, die einfach — ich suche einen Ausdruck — genug, die ich mir nicht gefallen lassen kann. Der Oberstleutnant meinte ruhig: r- Herr Droesigl, cs ist vielleicht nicht so gemeint. —- Bitte, Herr von Herrnwerth, man muß so etwas so auffassen, wie man es selbst empfindet. Das ist int Sinne eines Offiziers gedacht. Wer sich beleidigt suhlt, ist es. Also darf ich nm Näheres bitten? Ludwig nahm seine Brieftasche heraus, und unter Visitenkarten und Taitsendmarkscheinen kam die Tischkarte zum Vorschein. Er öffnete das schräg gekniffene Pappblättchen, auf dem eine kleine Lithographie des Schlosses Kölln zu sehen war und darunter gedruckt die Speisenfolge, drehte W herum und zeigte, was mit Bleistift gekritzelt stand. Oberstleutnant von Herrnwerth las laut vor: •— Den Alten zeigen sie nicht, der wird sonst versteckt. Fast schwebte eilt Lächeln um sein Gesicht: — Das ist in der Tat ein törichter Scherz. DarHbers dürfen Sie sich aber nicht so aufregen. Uebrigens, etwas ist Wbei von Belang. Das ist Ihnen dock nickt versönlich gegeben worden? — Es handelt sich um eilten Scherz, der gestern gemacht worden ist. An meinem Tisch von meinen Gästen über mein Haus gemacht worden ist. Ich bin sonst nicht empfindlich und verstehe wohl einen Spaß. Mer es gibt Augenblicke, wo das aushört. -- Ich kann mir schon denken. . . — Gestatten Sie, Herr von tzerrnwerth, daß ich Ihnen einmal nicht nur meine Meinung sage, sondern mein Herz ausschütte. Ich bin hier in Verhältnisse hmeingekoinmen, in denen ich von Geburt an zwar nicht war, in denen ich aber, seit ich erwachsen, gewesen bin. Denn ich habe immer in der besten Gesellschaft verkehrt. Trotzdem bin ich sozusagen ein weißer Rabe. Ich bin unter Ihnen, bis auf Domänenrat Kühn und ein paar Herren unter, den Offizieren und den Honoratioren dieser Stadt, der einzige Bürgerliche. Der Oberstleutnant legte ihm die Hand auf den Arm: — Aber lieber Herr Droesigl, tote können Sie sich daraus etwas machen. Ich habe im Regiment ein paar bürgerliche Herren, die mit meine besten Reiter sind, mit Meine besten Offiziere, die tadellose Formen haben, wie das bei einem preußischen Offizier nicht anders möglich ist — übrigens, Sie sind doch Reserve-Offizier Ludwig drehte heftiger seinen Hut: — Verehrter Herr von Herrnwerth, ich hoffe und denke, ich wäre e» geworden, wenn ich gedient hätte, aber ich bin für dienstuntauglich befunden worden. Das hat mich sehr geschmerzt, Uebrigens später erst. Ich will ganz ehr- lick) fein. Als ich mich als junger Mensch zum Militär stellte, war ich Unbrauchbar. Wenn ich es hätte erzwingen wollen, hätte ich vielleicht dienen können. Ich kann aber sagen, daß ich'es später sehr bebauet), habe, nicht gedient! zu haben. Aber es ist die alte Sache: die Erkenntnis konimt mt Leben immer zu-spät. Also das nur nebenbei wegen des Reserve-Offiziers. , i— Es fiel mir in die Hand.: H- Ist eS Ihnen in die Hand gespielt worden? r-. Es Warf jemand über den Tisch, und ich hob es auf. — Ach so, ein unglücklicher Zufall! Nicht für Sie berechnet. . • Ludwig schloß die Absätze und biß die Lippen aufeinander. Der Oberstleutnant, der das Herz auf dem rechten Fleck hatte, es aber nicht liebte, wenn Angelegenheiten aus fröhlicher Gesellschaft Anlaß zu Zusammenstößen gaben, glaubte bett Punkt gefunden zu haben, um einzusetzen: — Das ändert die Sachlage allerdings wesentlich. Sie haben etwas genommen, das nicht für Sie bestimmt war. Ludwig duckte sich ein wenig: — Bitte sehr, ich habe es nicht genommen. Der Oberstleutnant verbesserte sich augenblicklich: — Es war nicht für Sie bestimmt, und Sie bekamen! es durch einen unglücklichen Zufall in die Hand. Daraus würde ich nichts machen, lieber jeden wird gespöttelt. Ich weiß zum Beispiel genau, daß ich im Regiment: „Go on" heiße. Ich hatte nämlich die dumme Angewohnheit, bei jedem Sprung „Go on!" zu rufen, auch wenn der Gaul noch so stielend sprang. Das ist au mir hängen geblieben. Ins Gesicht sollte mich mal einer meiner Herten so nennen! Mer daß sie nicht sagen: „Jetzt kommt der Herr Oberstleutnant von Herrnwerth", sondern: „Go on kommt!" na, da möcht ich doch daraus wetten. Wenn ich das nun zufällig so hörte — würde ich doch tun, als hätte ich's nicht! gehört! Was? Er lachte fröhlich. Ludlvig behielt sein ernstes Gesicht. — Aber ich muß der Sache auf den Grund gehen. Oberstleutnant von Herrnwerth holte einen Kneifet zwischen zwei Knöpfen des Ueberrockes hervor, setzte ihn auf die Nase und betrachtete die Tischkarte. Et wendete sie um und um. Plötzlich ließ er sie sinken und blickte Ludwig an: — Sehen Sie mal, sehen Sie mal! Und er zeigte die weiße Rückseite, aus der in nndeut- licher Schrift, da das Glanzpapier den Bleistift nicht ordentlich angenommen hatte, stand: — Frau von Mengen. Ludwig beugte sich darüber. Es wat in der Tat kaum leserlich, und er hatte auch immer nur die andere Seite betrachtet. Der Oberstleutnant meinte: — Das ist eine Adresse. Hören Sie mal, verehrtes Freund, ich glaube, wir lassen dann die Sache lieber auf sich beruhen. Ludlvig wat zu sehr erstaunt, daß er in blindem Aetger gar nicht daraus gekommen, die Rückseite der Karte zu betrachten: — Wieso? — Weil es so ein Brief ist, wenn auch ein offenerV an jemand anderen gerichtet, den Sie, natürlich ohne böse: Absicht, gelesen haben. Das ist Pech. Aber ich würde daranf- hin die Sache wirklich nicht weiter verfolgen. Uebrigens! rauchen Sie vielleicht? Er boi ihm eine Zigarre an und fuhr fort: — Sie setzen sich dein aus, daß der Briefschreibev, wenn wir ihn wirklich herauskriegen, und ich hätte das ja gern für Sie übernommen — Ludwig verbeugte sich. *— So hier ist, zum Abschneiden — kurz, wir würden uns möglicherweise tüchtig blamieren, denn der andre könnte antworten: Es stand eine Adresse darauf; fremde Briefe liest man nicht. Ludwig wurde unruhig auf seinem Stuhl: — Aber, ich habe doch eben erst die Adresse bemerkt« — Das glaube ich gern, es ist ja auch kaum zu lesen- aber , . . pardou, Sie hätten wohl lieber eine Zigarette geraucht? — Danke, Herr von Herrnwerth. Ich meine nur, ich habe doch wahrhaftig keine Taktlosigkeit begehen wollen. — Das glaubt ja auch niemand. Wahrscheinlich ist der andere sogar froh, daß es noch so abgelaufen ist. Man muß für seine Handlungen zwar einstehen, aber für so ne Dummheit, wenn man ein Glas Wein getrunken hat, mein Gott! Ich würde unbedingt raten, in der Angelegenheit nichts zu tun. : Was wollen Sie antworten, wenn der den Spieß umdreht und sagt: „Ich kann doch nicht dafür, daß er fremde Briefe liest!" iFortsetzung folgt.) 148 anzubringen sind, zu uns Gliederung bei einzelueir ■ v Einnndzwanzig Gruppen wird die deutsche Abteilung stellen, und davon dürfte, die erste, die dem Unterrichts-, ivefen dienen soll, sich zu einer Hauptattraktion der Brüsseler! Weltausstellung hermrsbilden. Sowohl das preußische als auch das sächsische Kultusministerium, sowie die Unter- richtsverwaltung der freien Stadt Hamburg werden iw' dieser Abteilung vertreten sein, und es wird zu praktischen Vorführungen kommen, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Es iverden nicht nur Lehrmittel ausgestellt werden, sondern das ganze Unterrichtswesen unserer Reform- und Volksschulen wird erläutert werden, nicht zu vergessen unser Fortbildnugsschulwesen sowie unsere Kunst- gewerbeschuleu und unsere Akademien für soziale und Handelswissenschaften. Von besonderem Wert ist auch, daß unsere Bodenkultur in einer ganz bestimmten Gruppe vor- gesührt werden wird, und daß namentlich das Kuuftge- lverbe in außerordentlich umfangreicher Weise vorhanden sein lvird. Man muß! das mit besonderer Freude begrüßen, nachdem leider die deutsche Regierung eine offizielle Beteiligung an der mit der Weltausstellung verwundenen internationalen Kunstausstellung abgelehnt hat. Diese Kunstausstellung bildet eine Art Schmerzenskind der Aus- stellnng, denn man hat sie räumlich von der Weltausstellung getrennt und sie in den Cinguentenaire-Park verwiesen, den man von dem Msstelknngsgelnnde aus erst in einer Wegstunde erreichen kann. Nur Frankreich, Holland, Italien und Spanien werden auf der Kunstausstellung vertreten. sein. Trotzdem sich Deutschland in seiner Jndnstrichalle einen kleinen Ersatz dadurch geschaffen hat, daß es eine von Bruno Paul arrangierte, originelle und fast vollständige Ausstellung dekorativer Kunst veranstalten lvird, muß der Beschluß auf das lebhafteste bedauert iverden. Deutschland hatte das durch seine mangelhafte Beteiligung au der Lütticher Kukrstausstellung im Jahre 1905 verloren gegangene Prestiqne wiederzuerobern, ivas ihm bei einiger-, maßen gutem Willen auch hätte gelingen müssen. Dio Entschuldigung, daß die nächstjährige internationale Kunstausstellung in Rout ein Resignieren rechtfertige, kann nicht als stichhaltig anerkannt werden. Schon jetzt stampfen die' Maschinen, in der weiten deutschen Jndnstriehalle. Man fördert schon durch eigen« Kraft 'die notwendige Elektrizität, und in wenigen Tagen wird man mit der Innendekoration beginnen. Kein an-- trefflichen Eindruck machen. Die Gliederung der einzelnen Hallen ist so gedacht, daß die größte für das Kunstgewerbs und das Jngenieurwesen, die fernliegendste dagegen fÜV Eisenbahnmaterial, für Kraft- und landwirtschaftliche Maschinen gedacht ist. Einen, wirkungsvollen Abschluß nach rechts bildet dann die deutsche Bierhalle und ein zu Repräsentationszwecken dienender Pavillon. Die deutsche Abteilung der Brüsseler Weltausstellung wird ein in sich abgeschlossenes Ganzes bilden, und es darf zum Ruhme deutscher Gewissenhaftigkeit und deutschen Fleißes angeführt werden, daß ihre Gebäude bereits vollständig fertig sind, so daß schon heute, zwei Monate vor Eröffnung der Ausstellung, ein .Gesamtbild gewonnen werden kann. Den Gesamtentwurs der deutschen Ausstellungshallen hat der bekannte Münchener Architekt Professor Emanuel von Seidl, der Erbauer des Wiesbadener Kur- Hauses und der Frankfurter Riesenfesthalle, geliefert. Im' Gegensatz zu beit; Jndnstriehallen anderer Staaten fällt dem' Beschauer sofort die massive Konstruktion der deutschen Gebäude auf. > Deutschland auf der VrMer WettamWung. Brüssel, 23. Febr. Das kleine Belgien mit seinen acht Millionen Einwohnern hat sich in dem letzten Jahrzehnt seinen Matz an der Sonne mühsam erkämpft. Dank seiner Industrie, die ihre „Ellenbogen"' immer mehr ausbreitet «nd die immer neue Initiativen schöpft. Heute schon nimmt Belgien in der Well Handelsstattsti t die fünfte Stelle ein; damit aber dürste der Siegeslauf nicht abgeschlossen fein, denn das Volk der Wallonen und Flamländer hat die starre Ausdauer und die Beharrlichkeit, die in Handelssachen noch immer förderlich waren. Kein Mittel läßt der Belgier unversucht, um die Aufmerksamkeit auf sein Land und seine Produkte zu lenken. Aks eins der besten, die ihm zur Verfügung stehen, faßt er MsstellUngen auf. Belgien ist in ver Tat ein ausstellungsfrohes Land. Seit 1885 hat .es fünfmal den Industrien der Welt ein Stelldichein gegeben. Zuletzt 1905 in Lüttich. 1 Und trotzdem erhebt sich eine fast neue Stadt schon wiederum im Rordosten der Hauptstadt Brüssel, um dem ehrlichen, friedlichen Wettbewerb der Völker untereinander die erforderliche Resonanz zu geben. Wenn eine Stadt der Welt Berechtigung hat, zu einer Weltausstellung einzuladen, dann ist es Brüssel, das nicht ohne Grund em Klein-Paris genannt wird Und das sich unter den Augen der Zeitgenossen von Tag zu Tag immer mehr ausbreitet, das das Alte, Unzeitgemäß,e verschwinden läßt, um seinem Ruf als moderne, internationale Weltstadt zu dienen. Brüssel liegt gewissermaßen im Hdrzeu Europas, umgeben von drei mächtigen Reichen-: Deutschland, England itnbi Frankreich, die alltäglich Tausende ihrer Landeskinder hierhersenden und nicht zum geringen Teil durch ihr Beispiel dem beispiellosen Aufslreben des gesamten Landes genutzt haben. Brüssel bietet dem Fremden auch relativ so viel wie etwa Paris. Seine Bevölkerung ist auf das' Gastrecht besonders gut eingerichtet und es fehlt ihr gewiß nicht an fröhlicher Lebendigkeit, damit nach einem alten Grundsatz nach der Arbeit auch das Vergnügen zu feinem Recht kommen kann. Es ist nötig, das zu betonen, denn es gibt viele Menschen, die glauben, daß Ausstellungen ihre Bedeutung verloren haben, daß das Zeitalter des Verkehrs keinem mehr Rätsel zu lösen auf geb en kann. Es mag fein, daß das im gewissen Sinne nicht abgestritten werden kann, aber dennoch haben Ausstellungen ihren großen wirtschaftlichen und ideellen Wert. Namentlich aber den letzteren, den man in der heutigen Zeit besonders stark hervortreten lassen muß» Ist doch eine wirtschaftliche Annäherung naturnot- wendig die Schrittmacherin des politischen Ausgleichs unter den Völkern, denn der»Verkehr von Mann zu Mann schafft die breite Basis eines nachsichtigen Sich-Berstehens und gibt ganz von selbst den Anlaß, die Schwächen, die jeder Nationalcharakter hat, kennen und verzeihen zu lernen. Ueberträgt.man diese Dinge aus die Lebensbedürfnisse der Völker, dann ergibt sich ganz von selbst, der Wert, den Ms- stellungen mit unbeschränkter Teilnahme haben müssen. Deutschland hat dies richtig erfaßt, indem es sich offiziell von Reichs ivegen an einer Weltausstellung beteiligt. Es mag ja auch der llmstaud, daß daö deutsche Reich iw Belgien erhebliche wirtschaftliche Interessen zu vertreten hat, ein klein wenig mitgewirkt haben, als man sich zu einer besonderen Tat aufraffte; in der Hauptsache aber dürfte doch die Ueberzeugnug vom! praktischen Ergebnis einer gut organisierten Ausstellung die Triebfeder zu äußeren, deutlichen Anstrengungen gewesen sein. Das Terrain der Ausstellung, das sich in unmittelbarer Nähe des' herrlichen Bois de la Cambre, den Brüsseler Champs-Elysees, befindet, umfaßt 100 Hektar. Hiervon sind allem 40000 Quadratmeter Deutschland zugeteilt worden, während Frankreich nur 30000 Quadratmeter und England-davon nur 20 000 belegte. Belgien steht natürlich mit etwa 75000 Quadratmeter an der Spitze aller teilnehmenden Staaten, bereu Zahl sich auf über 20 belaufen soll, aber Deutschland hat doch oie sorgsamere Auswahl voraus, aus die der vortreffliche Reichskvimnissar Geh. Regierungsrat Albert, der schon in Brüssel Wohnsitz genommen hat, einen ganz besonderen Wert gelegt hat. Er wurde in diesem Bestreben ganz nachdrücklichst von dem- Vorsitzenden des Exekutivkomitees, dem Berliner Geh. Kommerzienrat. Ravend, unterstützt, der ebenfalls schon hierher übergesiedelt ist, um die letzten und hauptsächlichsten Arbeiten selbst leiten zu können. Heute schon ist die Wirkung der drei riesigen und harmonisch gruppierten Bauten imposant, denn sie weisen teils freiliegende eiferne Konstruktionen, teils neue Holzkou- struktionen mit gebogenen Balken und Rieseuspannweiten aus. Unter diesen Umständen begreift man, daß die belgischen Baumeister mit einer gewissen Bewunderung vor den deutschen Bauten stehen, denn sie sind ihrem Prinzip, alles in streng klassischem Stil zu gestalten, treu geblieben und haben sogar den Frontban der Hauptinduftrichalle, der 250 Meter lang und 26 Meter hoch ist, in einem fast monoton wirkenden Bilde gehalten. Hätte dieses Riesenhaus nicht vorliegende Terrassen, man würde es nicht für eine moderne Gewerbehalle, sondern viel eher für einen Zentralbahn Hof oder für ein nüchternes Schulgebäude ansehen. Diesem Fehler ist Professor von Seidl glücklicherweise entgangen, so. daß man sagen kann, das deutsche Haus wirb, wenn erst die großen plastischen Kunstwerke, die noch ~ ' - , einen vor- — 144 Wahrsager VÄMmtg deS Kurpfuschertums zitchen sollte, sondern auch bei der hiermit tnt nahen Zusammenhang stehendsn BeUmpfung der und Moderner Zauberbücher! tzeves LÄnd ist-mit! seinen Arbeiten so weit poraugeschritten, so daß zu erwarten steht, daß am EröffnungstW der .lus- ktelluna. am 23. April, die deutsche Abteilung sich als ein geschlossenes und fertiges .Ganze zum höheren SUchme Unseres Handels und unserer Industrie darbieten wird. sympathiekuren und Strafrechtspflege. Bon Dr. A i b « r t h «l l w i g, DerlinWaidmaimslust. Wer ein wenig eertiaut' ist mit den tragen Answiichsen Jahrtausende alten Aberglaubens, der auch Herne noch stlvst m Klüturliindern überaus lebensfähig ist, muß t'ch tmnd«n, daü die moderne Gesetzgebung diesem FvrtnM^n gefaSi» itnd> abn znn» Glück nicht alle Elsen, sondern .es gibt auch nachdenkliche und bedächtige unter ihnen. War n « »t ü n d e. Ä o h a u n e s Trviau. vüchertisch. — E l t e e n u n b ® ch u l e. Monatsschrift für Erziehungssrageii. Herausgeoeben von Oberlehrer Dr. Strecker, Bad-Nauheim. In innerer Zeit, wo sich vielsach ein ungesimber Gegeisiab, zimiche» Schute und Leben, zwischen Schulsystem und ElierMmus entwickelt bat ist der Versuch einer vernünitigen-wchlichen Vermittlung, ime sie da? grummle Blatt erstrebt, gewiß zu begrüßen. Gestutzt auf die Ergebnisse der modernen Wissenschaft, der expernnenteUeii Psucholope, der Sozialpädagogik, der Statistik, schreckt Dr. Strecker auch vor einschneibenber Kritik an unserem herrfchenben Schulsystem nicht zurück. Slnberseits weist er aber and) auf die mir allzu oft vernachläisigteu Pflichten der Eltern hin, die sich vielfach nur mit der „geballten Faust int Sack" begnügen, statt zu erkennen, daß fte auch <ür die Schulerziehung ihrer Kinder mitverautwortttch sind. Dr Strecker tritt, gestützt aus die Ideen großer Pädagogen wie Pestalozzi, Herbart, Dörpfeld u. a. dafür ein, daß neben dem Staat auch der Familie ein rechtlich geregelter Einflilß aus das öffentlich« Erziehimgswesen gesichert werde. Gleichklang-Nütsel. Das erste lockt als mächtigster Magnet, Ob reich, ob arm, ein jeder möcht es habe», Aianch wackre Schar darnach ins ?tnsland geht, Die zwei unb drei sich dort nur selbst zu grabe», Doch wenn das Glück den zwei-drei einmal wieS Aw rechten Bahnen z>i deS ersten Glanze, Wer zeuinerschiver das fremde Land verließ: Der hat sein Ziel erreicht, der war das ganze. Attslösuug in nächster Nummer. Auflösung des magischen Treiecks in voriger Nummer i EBERS BART ERZ R T 8 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universttäts°B»ch- unb SteindruÄerei, R, Lange- Gießen-