Donnerstag den H. August W l i “firne 1 Das schlafende Heer. Roman von Clara Vie big. (Fortsetzung.) ' (Nachdruck verboten.) Der Niemczycer war doch sonst nicht so ungeduldig 'gewesen?! Von der Seite blinzelnd, guckte Löb Scheftel schlau. Uud dann sagte er geschmeidig: „Wer' ich fahren zum Herrn Inspektor, n/er’ ich mer berufen auf den Herrn Baron, wer' ich nicht länger belästigen den gnädigen Herrn Baron selber!" Er zog die Mütze, aber schon im Fortgehen hielt er noch einmal an: „Der Herr Baron hat jetzt wichtigeres in seinem Geiste. Er wird sich wählen lassen. Wann werden sein die Wahlen, wer' ich geben dem Herrn Baron meine Stimme, und alle von unsre Leut' werden geben dem Herrn Baron ihre Stimme. So 'n Mann" — er hob die Hände — „Gott der Gerechte, wie heißt, wie kann man antun dem Herrn Baron so'ne —" „Was — was — was meinen Sie?" fuhr Doleschal ihn unwirsch an. „Nu," — Scheftel hatte die Daumen in die Armlöcher seines Rockes gesteckt und spreizte die übrigen vier Finger jeder Hand '— „nu, mer weiß doch, was der Herr Baron hat gefunden an seiner Scheune. So 'ne Frechheit, so 'ne — so 'ne Chuzpe! Aber Gott der Gerechte wird sie strafen bis ins vierte und fünfte Glied! Was meinen wohl der Herr Baron, wer's geschrieben hat?!" Er drängte sich ein Schrittchen näher und lugte dem andern bedeutungsvoll von unten herauf ins Gesicht. „Unsereins kommt viel unters Publikum — en armer Jüd, vor dem geniert man sich nich! Meine Hochachtung dem Herrn Baron — Baron is er, aber er hat 'n Herz für den Fortschritt und für unsre Leut'! Soll ich dem gnädigen Herrn Baron ins Ohr flüstern, wer's Papierchen hat an die Scheune geklebt?" Er näherte seinen Kopf dem Ohr des Niemczycer. Da fuhr dieser zurück, als habe ihn ein widriges Insekt gestreift. „Nein," sagte er hochfahrend, „ich will es nicht wissen!" Schroff wendete er sich ab, mit einem flüchtigen Greifen an den Rand seines Hutes, Rasch entfernte er sich querfeldein. Löb Scheftel stand wie begossen und sah ihm nach. Isidor kam angefahren: „Nu, nu, was hat der .Herr- Baron gesagt? Wird er dir verkaufen — und wie billig?" „Dreh' um! Wir werden nicht fahren nach Nieinczyce," sagte der Alte ganz melancholisch, und ein Zucken wie von wirklicher Betrübnis ging über sein spitzbärliges Gesicht. „Ich bin nich gekommen zu Rande mit dem Herrn Baron. Er is 'n Rosche, so gut wie die Gojim alle!" Da hätte er's nun erfahren können, was ihn so quälte! Das sagte sich Doleschal in einem fort. Aber nein, s o nicht, aus dieser Quelle nicht! Er rümpfte die Nase, ein Ekel zog seine Oberlippe in die Höhe, Und wäs hatte der Jude noch gesägt?! — „Ich werde geben dem Herrn Baron meine Stimme" — unverschämt! Vom Hofe jagen sollte man den Menschen für diese Frechheit! Aufs tiefste verstimmt, stapfte Doleschal durch den aufgeweichten Acker. Er fühlte sich beleidigt: also der Jude warf sich auf zu seinem Protektor?! Nein, es war doch zu unsäglich naiv! Darüber konnte man wirklich nur lachen. Aber er sand kein erlösendes Lachen. Alles ärgerte ihn, die Furche, in die sein Fuß sank, die Sonne, die sich aüss den Wolken losgewunden hatte und grell heruntcrstach, die Bestellung, die ihm viel zu weit zurück schien. Warum! zögerte Hoppe so? Es mußte voran gemacht werden h voran! Alle andern waren schon viel weiter! Ohne daß er's wußte, war er hinauf gestiegen zumi Lhsa Gora. Den Rücken gegen die Kiefer gelehnt, von Deutschan abgekehrt, sah er mit gerunzelter Stirn hinaus! ins weite Land. Da grünte die Saat von Przyborowo, da blaute der Chwaliborczycer Wald in der Ferne, die Aecker von Deutschau umwitterte erdiger Duft. Drei Grenzen übersah hier der suchende Blick. Und über allem der Himmel, mir schlängelnden Bändern von einem lichten Blau, wie man ihn lange nicht gesehen hatte. Frühling wollte es werden aiif Erden. Nur schwarz wie immer reckte sich der Turm von Pociecha- Dorf gegen den Horizont, und die Häuschen von Kolonie Augenweide lagen noch immer ivie nackte Würfel auf dem Brett der großen Ebene. Es verwunderte Doleschal weiter nicht, als er, nach Hause zurückkehrend, den Ansiedler Bräuer dort vorfand. Hatte er nicht eben beim Anblick der Kolonie dieser Öeute gedacht? Hoffentlich hörte er jetzt endlich einmal etwas Gutes! Aber die Miene des starken Mannes war in sich gekehrt. Eine Aufforderung der Gutsherrin, drinnen-Platz zu nehmen und im Zimmer ihren Gatten zu erwarten, hatte Bräuer abgelehnt. Neber den Hof war er hin und her getrottelt in einer gewissen Unruhe, hatte flüchtige Blicke in die Ställe geworfen und mit seinem derben Knotenstock gedankenlos im Mist gestochert. Nun hatte er auf die Frage des Gutsherrn, wie es denn bei ihm zu Hause stehe, nur ein mißvergnügtes Brummen. Wie sollte es wohl bei einem Ansiedler stehen, der hierzuland so aufgeschmissen war, so aufgeschmissen wie — ito, gar nicht zu sagen wie! Das itene Haus war feucht. ^Jn der trocken-kalten Winterszeit war es noch leidlich gewesen, aber nun sickerte und rieselte es von allen Wänden; die tauten. In der guten Stube war nicht nur an der Wetterseite die Tapete abgefallen; in der Küche stand auf den: Estrich alle Morgen ein ganzer Pfuhl, das Grund- wasser drang aus dem Boden. Alle Türen klafften, sie hatten sich geworfen; kein Fenster ging auf, alle Rahmen waren verquollen. Aber ivas das Schlimmste war: die Frau konnte das Klima nicht vertragen, die war krank. Den ganzen Winter hatte sie Zahnreißen gehabt, jetzt hatte sie's im Leibe und immer Schmerzen ich Seite und Rücken. Das — 478 — Mrte Schaffen war sie eben auch nicht gewohnt; sie würde noch zum Liegen kommen. -,Jeses Maria —," der Ansiedler fuhr sich mit der flachen Hand über das verzogene Gesicht — „ein' Frau hab' ich als verloren -— dem Valentin fein' Mutter war noch Zehn Jahr jünger als dat Kettche, als' se sterben Mußt.. Wenn ich dat nu noch einmal erleben sollt, häng' ich mich an der nächste starke Baum, den ich find'!" Er lachte bitter auf: „Mt enteil 'ne anständige Baum hat Mer hier! Mein' Obftbäum' kann ich als nur auch im Schornstein schreiben, da wird sein Leben nix draus. Der Wind biegt die, als wären se dünne Haar'; im Winter hat ich sie so eingepackt wie en Pupp', mit Moos un Stroh nn Sack' drum. Jawohl, abgekratzt haben mir die Luders, die Hasen, die ganze Verpackung, und die Bork' abge- knabbert. Die Bäum' gehen kaput. Un wat glauben Sie wohl, iverd' ich nn en Entschädigung kriegen? Ne, so wat is hierzuland kein Mod'. Dat sollt emal bei uns am Rhein passieren! Wenn da dem Graf Spee sein Wild oder dem von Ahrenberg feinet dem Bauersmann der Acker verbuddelt oder der Garten verruiniert, da muß de große Herr gleich Schadenersatz leisten. Da gibt et doch noch Recht und Gerechtigkeit! Da sind überhaupt nit eso viel Unterschied'! Nee," — er ballte die Rechte znr Faust und klatschte unwillig mit dieser in die offene Fläche der Linken — „wat mich dat ärgert, dat wir nit Nach Amerika gezogen sind! En größer Risiko war dat auch nit als hierhin, un wenn einer schnell reich werden will, kann er dat da drüben viel besser!" Immer dieselben Klagen! Doleschals Ange, das sich beim Anblick des deutschen Mannes erhellt hatte, wurde wieder trüb. War denn das schnell Reichwerden das einzige Ziel, nach dem sie strebten? Hatte dieser Mann hier, der so recht das Urbild eines Deutschen schien, dessen Sohn soeben erst im Heere gedient hatte, denn gar kein nationales Empfinden?! „Warum sind Sie eigentlich vom Rhein fortgezogen, Bräuer?" „Ja, wissen Se" — der Ansiedler kratzte sich den Kopf — ,„uo ja, darum! Et stand ja so viel dervon in den Zeitungen, von den „großen Vergünstigungen" un wat weiß ich noch alles. Un da dacht' ich mir: de große Jung hat sein Teil von der Mutter selig, aber Vatersteil muß er doch auch kriegen, und da sind die vier kleine Mädches, die wollen doch auch mal wat haben. Un du selbst bist doch auch noch nit alt, wer weiß, vielleicht kriegste noch Kinder, un dich dein ganz Leben lang Plagen möchtste doch auch nit, aber am Rhein is et so teuer, da wirste ganz gries, bis de dich ausruhen kannst. Wissen Se, et is so wie so da nix mehr mit der Landwirtschaft. Alles Fabriken. Selbst die Sieben- Berg' möchten sie abkloppen, für Stein zu kriegen zum Fabrirkenbauen. Wat soll da noch de Landmann? Ich hab' ?n ganz hübsch Vermögen, aber am Rhein is dat gar nix, da sind ihrer viel, die Geld haben. Im Posenschen is et aber noch wat, die Polacken sind Power. Un ich darbt': jedenfalls is et da genug für 'ne schöne Anfang. Als ich zum Valentin dervon sprach, war de gleich Feuer un Flamm'. De hat schon auf der Schul' immer gern Jndianerbücher gelesen, und wat die 'Geschichten voM Karl May sind — hau, de kann schön schreiben! Die mocht' ich selber noch gern lesen! Da kriegt mer ja so en Lust! Un denn, sehn Se, da halt' de Valentin in Köln eine von seiner Soldatenzeit her — guter Bürgersleut' Kind war se un wat Geld halt' se !auch aber er Mocht doch nn nit mehr recht, loskommen wollt er. Drum weit fort. Ach —" er seufzte plötzlich auf und wiegte bedauernd den Kopf hin und her — „Hütt' er lieber die geheirat', et hätt besser gegangen, denn nu — fach du lreber Gott!" Er braich plötzlich ab'. Und dann, nachdem er ein paar Sekunden starr vor sich hingeguckt hatte, fuhr er plötzlich auf: „Der Teufel soll ihn holen, den Kerl, den Frelikowski! Kömmt de Schwein- Hund, de Polackenspion, mir auf einmal in meine Garte gestiegen, findt da en erbärmliche Hasenschling' und macht 'ne Schkandal, als wär dat 'ne Strick, wo 'ne Mensch dran gehängt is. Will mich aufnotieren, will mich auch seinem Herrn anzeigen, vor't Gericht bringen, Gott tzeiß wat! Aber ich hab' dem heimgeleucht': „Macht, dat Ihr eraus kommt! Eraus aus der Tür!" Aber de Kerl is so stark wie ich. Un de Valentin wollt nit mit anpacken, de stand wie vernagelt. Da hat de Schuft mein Flint' mitgenommen, die geladen über mei'm Bett hängt Donner M Doria!" Bräuer atmete hastig, die Stimme zitterte ihm vor Erregung: „Herr, nu sagen Sie mir, muß ich mir dat gefallen lassen? Ich mir gefallen lassen von — dem — dem — dem Polack?! Ne, ich laß et mir nit gefallen! Un ich laß et mir nit gefallen! De .Valentin sagt zwar> ich halt' unrecht — ach wat, de Jung'is Partei! Ich laß et mir nit gefallen. Un wenn dat Wild mir mein' Bäum' ruiniert, schieß ich et eben, wie Mer en Katz' schießt, die auf die Vögel geht. Den will ich doch sehn, der mir dat verwehrt. Protzig reckte er seine breitschulterige Gestalt, die Röte des Zorns brannte ihm auf der Stirn. Begierig nach Zustimmung suchte sein Blick den Doles-Hals. In diesem regte sich der Unmut: war der Mann denn ganz ohne Disziplin? Wie sollte man von Polen Gesittung verlangen, wenn Deutsche ein so schlechtes Beispiel gaben?! „Hören Sie, Bräuer," sagte er scharf, „Sie sind wohl ganz des Kuckucks? Ich habe Ihnen, wenn ich nicht irre, schon früher gesagt: wir leben hier in einem zivilisierten Lande. Wie können Sie Wild schießen, einfache, weil es' Ihnen paßt? Dann sind Sie ja nicht besser als ein Wilddieb!" „Oho!" Der Ansiedler schlug eine grobe Lache auf. „Auf meinem Grund un Boden bin ich doch Herr. Ne, dann haben Vie. eben keine richtige Begriff von der Sach'! Un mit dem Wilddieb, da seien Sie nur ganz still von! Ich bin keine Wilddieb. Ich bin 'ne anständige Manm un wer wat spricht von „Wilddieb", de is meine Freund nit mehr. Ich' will nur lieber gehen. Sie haben viel Freundlichkeit für uns gehabt, Herr — danke! — aber verstehn tun wir uns doch nit. Adjüs!" Er grüßte kurz-, mit dem' ganzen Stolz eines Mannes, der sich in seinem guten Recht beleidigt fühlt, und ging/, weitausholenden Schritts, den Knoteustock fest aufsetzend, zum Hoftor hinaus. Es gab dein Zurückbleibenden, der ihn forteilcn sah, einen Stich durchs Herz. Auch der ging unzufrieden! Auch der, auf den er so viele Hoffnungen gesetzt hatte, war nicht das Holz-, aus dem man die Männer schnitzt, tauglich für die Scholle, welche, gedüngt mit Blut, jetzt beackert sein will mit liebender Hingabe, auf daß sie Frucht trage! Nun — er tröstete sich damit — diese Generation, Leute wie Bräuer, waren eben nicht geeignet zu der Mission. Sie waren nicht erzogen dazu. Aber ihre Kinder! Der Sohn zum Beispiel, der Valentin, wenn der sich, hier festsetzte, der war noch jung genug dazu, das Land lieben zu lernen, in dem er zwar nicht geboren, aber zum Manne geworden war. Und wenn er sich eine Familie hier gründete, so konnte sie eine Pflanzstätte deutschen Wesens werden, eine Feste gegen das Slawentum. Voller Sympathie gedachte Doleschal des schmucken Ansiedlersohnes, der offen und heiter jedem ins Gesicht sah mit seinen blauen Augen. Als er zu Helene eintrat, lächelte er. Sie saß in der! Kinderstube. Erfreut über sein erheitertes Gesicht ging sie ihm entgegen, umfaßte ihn und hob die Stirn zu ihm'auf, daß er sie küsse. Die Knaben umsprangen ihn. Früher hatte Väterchen sie oft reiten lassen aus seinen Schultern, das wollten sie auch heute wieder gern. Und er willfahrte ihnen. Er lachte, als er einen nach dem' andern seiner Söhne auf die Schultern hob. Schwere Burschen schon, das mußte man sagen; aber er fühlte die Last nicht. Wie ein wildes,' Pferd galoppierte er um den großen Tisch, an dem sie eben' ihre Nachmittagsmilch getrunken hatten; noch standen die silbernen Becher, auf jedem der Name seines Besitzers, der Reihe nach: Hanns-Martin, Friedrich, Erich, Werner, Kurt. Ganz außer Atem ließ sich der müde Vater endlich aus einen Stuhl fallen. Mer als Helene den Knaben, die nun stürmisch seinen Schoß erkletterten, wehren wollte, sagte er leise: „Laß sie!" Sein Auge war schnell wieder ernst geworden. Lange ruhte es, wie prüfend, auf den noch kindlich-unentwickelten, weichen Zügen seiner Knaben. Seiner Fran zunickend mit einem' Lächeln, das heiter, aber nicht ohne Wehmut war sagte er: „Ja, ja, Mein Herz, man wird alt! Und müde schon. Unsere Söhne wachsen heran!" (Fortsetzung folgt.) — 4?9 2.7 3,: Ein Tagebuch aus dem deutsch-französischen ttrieg. Ausgezeichnet von dem Divisionspfarrer der 22. Division L u d w i g Klei n. Kurze Kriegsgeschichte des 1. Bat. Hess. Jnf-Reg. Nr. 83. 1870. . Juli 14.: Kriegserklärung. 15.: Mobilmachung. 22.: Stellung der Mannschaften auf dem Kampfrasen zu Marburg. Fahrt nach Kassel. 23.: Appell und Einkleiden der Reservisten. 24.: Exerzieren und Schießen. Marschbefehl. Abends 7 Uhr Abfahrt von Kassel. 25.: An Frankfurt und Darmstadt vorbei, ^n Speyer. Marsch bis Rüllsherm 26j Marsch »ber Landau nach Frankenweiler. 27.: Marsch bis Bellheim. Gewitter.) ,28.. 'Kantonnement in Bellheim. 29.: Exerzieren. 30.. Felddienst- übuna. 31.: Scheibenschießen. August 1.: In Bellheim. 2.: Gottesdienst und heiliges Abendmahl. Allarm! Marsch bis Herxheim. Biwak. 3 Rast bei Herxheim. 4.: (Schlacht bei Weißenburg.) Im Biemvaw. Biwak bei Fort St. Louis. 5.: Biwak bei Sulz. 6 : Schlacht bei Wörth. Biwak bei Froschweiler., 7n Begräbnis der Gefallenen. 8.: Vormarsch und Quartier inDß sa stenhofen. 9.. Biwak bei Eschweiler. 10.: Schauerbstvak bei Pfalzburg. 11.: Marsch bis Saarburg. Quartier. 12.: Marsch bis Barchmu (10 km). Biwak. 13.: Bormarsch bis Blamont (18 km). Biwak zwischen Domeuvre und Bezouse. 14.: Marsch bis Luueville (23 km). Biwak auf einem Haferfeld. 15.: Marsch bis Bayou (19 km). (Angenehmes Biwak. 16.: Ruhe im, Biwak vor Bayon und Haroue (10 km). 17.: Marsch über Vezeüse nach Vitray (10 km). 18. . Marsch über Govillers und Colombep bis Allampes (20 km). 19.. Marsch bis Epiez bei Maxey-sur-Veuse (11 km) 20.: Marsch über Gondrecourt bis Mandres (9 km). 21.: Aus Vorposten bei Mandres (5 km). Gottesdienst. 22.: Ruhetag in Bonnet. (Floh- Quartier.) 23.: Vormarsch und Quartier m Cousancelles (18 km). 24.: lieber St. Dizier bis Bardon (22 km) Quartier. 25 : Vormarsch bis Favresse (20 km). Quartier. 26.: Vormarsch bis ins Biwak von St. Amand (8 km). 27.: Vormarsch bis ms Ouar- tter von Epense (21 km). 28.: Marsch im Rcgenwetter bis Hans (20 km). Enge Quartiere. 29.: Marsch bis Marvoux (16km). Alarmquartier. 30.: Marsch von 6 Uhr morgens bis 11 U&r abends ins Biwak von Stonue (33 km), 31.. Marsch bis Ehe- veugcs bei Sedan (13 km). Biwak. September 1.: Schlacht bei Sedan. 2 :1. Komp, in Donchery. Begrüßung durch den König. 3.: Marsch ans dem Biwar mich Givonue (5 km). Quartier. 4.: Gotteschenst bei den 22 Jnf-Div 5.—10.: Abräumen des Schlachtfeldes. 11.. Marsch von Givonne nach Ballaives (19 km). Quarts 12.: Bon Ballaives bis Tourteron (15 km). Qnartrer. 13.: Bis Perthes le Rethcl (20 km). Quartier. 14.: Bis Witry les Renns (23 km). Quartier. 15.: Bis Mesneux bei Renns (12 km). Quartier. 16 . Ruhetag 17.: Bis Passy. Quartier. 18.: Requisition um Passt) sta. '20 km). 19.: Marsch bis Domptin (18 km).. Quartier 20. : Marsch bis Meaur (18 km). 21. Bis. Lagny bei Paris (20 km). Quartier. 22.: In Lagny wird exerziert. 23.: Wie gestern.. 24.: Wie gestern und vorgestern. 30.: Marsch bis Balenton bei Paris (25 km). Oktober 1.: Reinigung der Quartiere in Balenton. (1 Laib Brot 1 Taler.) 2.: Löhnungsappell. Feldgottesdienst. 3. ^Morgens 4 Uhr ?llarm. 10 Uhr Besichtigung des Bat. durch Se. Majestät den König. 4.: Quartierbesichtigung nist' Umquartierung 5 • 2 Komp, vor Fort Charenton auf Vorpostein 6.. Beginnt 11 Uhr Dornt, der „fröhliche" Vormarsch nach dem Süden (30 km). Quartier in Montlery. 7.: Quartier in Montlery. „Nix pour manger!" 8.: Marsch von Montlery bis Chamarande (18 km). Quartier in Scheunen! 9.: Mar ch von Chamarande bis Dommer- ville (33^ kmst Jämmerliche Quartiere. 10.: Marsch von Dommer- MUe bis'Ruan (28 km). Die 13. Husaren erhalten Feuer bei Artcnay. 11.: Alarm um V-2 Uhr. Gefechte bei la Barre, Bricy Und Erstürmung von Orleans. 12.: Morgens Einzug rn Orleans. Einauartierung in Orleans — und AM ar. gut. 13.. /borgens Beerdigung der Gefallenen (Lieut. Oestreich und la Barrä). Dankgottesdienst. 14.: Kantonnementquartier m Orleans. 15. : Desgleichen. 16.: Militärgottesdienst in der Kirche St. ^can in Orleans. Abräumen des Schlachtfeldes. , 17.: Vormarsch gegen Chateandun (14 km). Quartier in St. Stglvmond. 18.: Schlacht und Erstürmung von Chateandun (14 km). ®m.siyarrer Tchwabe fällt. 19.: Marsch durch Chateaudnn bis Marboug (6 km); gute Quartiere. 2. Bat. auf Vorposten. 20.: Vormarsch gegen Chartres (14 km). Quartier iu Bonrdiuiere. 21.: Vormarsch gegen Chartrss fortgesetzt (8 km); die Stadt ergibt sich. Quartier des 1 Bat. in der Rue Courville sehr gut. 22.: Ruhetag. Appell. Hauptmann v. Gröling übernimmt wieder das 1. Bad 23.: Lohnungs- appell. 24.: Vorposten bei Vilche auf der Strotze uach Bonneval (8 km). 25.: Wiedereinrücken in Chartres (8 km). Umquartierung. 26.: Ruhetag. 27.: Militargottesdienst tn iwr Reitbahn der Kürassiere. Mends Appell und Exerzieren. 28.: Rekognoszierung gegen Courville (10 km); verlief sehr harmlos. Liebesgaben! 29.: 1. Komp, auf Vorposten bei Mcrville (5 km). 80.: 1. und 2. Komp, im Repli bei Karjouville. 31.: .Wiedereinrücken in Chartres (10 km). November 1.7 Morgens Allarm. Erfolglose ztvcite Rekognos- zientng gegen Courville (10 km). 2.: Vorposten (1- Komp, bei Maindreville, 2. Komp. Poefson). 3.: Rückmarsch nach Chartres und sofort wieder Vormarsch nach Maindreville und la Tranche fätu (11 km). 4.: Biwak bei la Tranche fetu. (Erste Frostnacht.) 5 : 2. Bat. auf Vorposten bei la Tranche (20 km). Ersatz an Mannschaften und Schuhen von Kassel. 6.: Militärgottesdienst im Bahnhof von Chartres. 7.: Morgens Exerzieren; nachmittags .Felddienstübung. 8.: Morgens Exerzieren; nachmittags Appell in Mänteln; nachts Marschbefehl. 9.: Marsch (15 km). (Gefecht der Bayern bei Coulmiers.) 10.: Marsch. 11.. Marsch, Bei Toury. 12.: Marsch bis Ymonville. 13.: Rückmarsch nach Chartres. 14.: Nachmittags Einmarsch in. Chartres (30 km). 15.: Ruhetag. Appell. Jnstandsetzen der Montierungsstücke. 16.: Morgens feldmarschmäßiger Appell. Abends Marschbefehl. 17.: Abmarsch aus Chartres morgens 6 Uhr. (Schlacht bei Landelles.) Alarmquarticr tn Boulay les deux eglise (18 km). 18.: Gefecht bei Levaville (1. Bat. erhält im Nebel Feuer vom 2. Bat.) Abends Einmarsch tn Cha- teauneuf (28 km).' 19.: Ruhetag m Chateauneus. 20.: Ausmarsch um 3 Uhr morgens. Gefecht bei la Loupe. Alarmquartier iu Vaupillon. (24 km). 21.: Ausmarsch 2 Uhr morgens. Vormarsch gegen Bretoncelles. Gefecht bei Bretoncelles (M km). 22.: Vormarsch gegen Nogeut le Rotrou. Einnahme der Stadt und Weitermarfch gegen Bellsme (13 km). 23.: Einmarsch und Quartier in Bellsme (18 km). 24.: Rückmarsch nach Nogeut le Rotrou (20 km). (Stiefelrequistton besohlen.) 25.. Retog- noszierung gegen Brou (20 kmk 26 : Vormarsch gegen Brau und Quartier in le Chane anx Dames und la ToichsS (15 km) 27.: Vormarsch (Attacke bei und m AlluyeZ) über Boiineval bis Marange (20 km). 28.: Ruhetag in Marange. 29.: Vormarsch über Allaynes bis Umonville (30 km). 30.: Vormarsch GoTruppen des 9. und 10. Armeekorps begegneten uns) bis Toury (15 km). Dezember 1.: Ruhetag in Toury. 2^: Morgens 8 Uhr Aufmarsch. Blutige Schlacht bei Pouvry. Major v. Lengerte tot. 3.: Nachts Schnee. (Einnahme von Artenay.) Gefecht bei Bcau- gcnoy und Einnahme von Chevilly. 4.: 2. Kompagme Ehrenwache bei Großherzog von Mecklenburg. (Gefecht bei Saraii.) Abends in Orleans und „Heft" bei Orleans. 5.: Requisition. 6.: Ruhetag in Ormes. 7.: Abmarsch von. Ornies nach dem Walde Marchenoir. 8.: Blutiges Gefecht bei Cravant. (Gefallen. Scheffer II., Krümmer und Silber; verwundet: v. Jagow und Möller.) 9.: Fortsetzung des Gefechtes. Nachmittags greist die 17. Infanterie-Division ein. (16 Mann tot, 83 verwundet.) 10.: Biwak. Vormarsch gegen Oucques. H.: Quartiere m Oucques. 12.: Quartiere in Oucques. 13.: Ruhetag. 14.. Ruhetag. 15.: Ruhetag. 16.: Vormarsch gegen Freteval. W- lösung der Vorposten der 17. Division. 17.: friedlicher Einmarsch in Freteval. 18.: Vormarsch von 8 Uhr morgmo a gegen Chateandun bis Cloyes. Quartiere. 19,.. ^^Ghetag in den erbärmlichen Quartieren in Cloyes. 20.: Wie gestern. .. Durchmarsch durch Chateandun und Marbous bi» FlaceY 22 Einmarsch in Chartres. 23.: Ruhetag. 24 7 Uhr morgeus Vormarsch gegen Nogent le Roy. Austins.4 Uhr nachmittags. 25.: 1. heiliger Christtag. Weihnachtsfeier in Nogent le Roy. 26.: 2. heiliger Christtag. Geldempfaiig und Löhnungsappell. 27.: Exerzieren und Appell. 28.: Desgleichen 29 - Desgleichen. 30.: Desgleichen. 31.: Silvestcrfeter. 1 - Uhr Choral von der Musik-Kapelle geblasen, 1871. Januar 1.: Noch im Quartier von Nogeut le Roy 2 t Leichtes Exerzieren. 3. Desgleichen., 4.: Befehl zum Marsch gegen Courville. Abends Quartier in Courville. 5.: 7 Abmarsch "bis la Fourche. Leichtes Gefecht bei la Fourche. Repli. 6 : Abermaliges Gefecht bei la Fourche (Wendorss tot, v. Trum- bach und Spies verwundet). 4. Kompagnie tn Mar°lles. 7 . Vormarsch nach Nogent le Rotrou Quartier. 8 : Nachts MaAck^- befehl. Vormarsch gegen la Fertö Bernard. (Gcfecht^der 17. ^>nf.- Div.) 9.: Vormarsch gegen le Mans. Biwak bei Sceaux. 10.. Starke Kälte. Vormarsch gegen la Conners. Gefecht und Erstürmung von Chateau Couleon. Abends Wachtlokal Schweinestall 11 : Gefecht bei la Chsne und la Chapelle. 12.: Marsch bis Tores. (Die Blattern beginnen zu grassieren.) 13.: Vormarsch gegen Courcemont. Gefecht bei Ballon. 14.: Vormarsch gegen Beaumont s. Sarthe. Gefecht. (Leutnant v Heimrod tot.) Abends Quartier iu St. Germain le Coudre. 15.: Vormarsch gegen Alcneou Gefecht. 16.: Einmarsch in Alenyon. 17.: Ruhetag. 18.: Ruhetag. 19.: Ruhetag. Abends Marschbefehl. 20.: Vormarsch gegen Moulain le Marchs. Leichtes Frankttreurgesecht bei l'Aigle. Quartier in Augnaise. 21.: Marsch (von /s9 Uhr ab) bis la Barre. Erträgliche Quartiere. 22.: Marsch zur Uicker- stützuug der bei Bernay ins Gefecht verwickelten 17 Gute Quartiere in Chambron. 23.: Vormarsch (unter Äcneral v. Rheinbaben) gegen Broglie. Quartier. 24.: Ruhetag in Broglic. 25.: Vormarsch (bei Schneewetter) gegen Bernay. Sehr gute Quartiere! 26.: Ruhetag in Bernay. 2T: Vormarsch (9er) aeaen Brionne (tiefer Schnee in 6° Kälte). Quartiere sehr gut, 28:RuhAag N Ruhetag. Mittags 12, Uhr: Nachricht vom Waffenstillstaude. 30.: Ruhetag. 31.: Ruhetag. . Februar 1.: Abends großer Zapfenstreich in Brionne. Morgens 3 Uhr Marschbefehl. Marsch nach Elbocuf a. S. — 480 Ruhetag in Elboeuf. 4.: Desgleichen. 5.: _ Dankgottesdienst wegen des Friedens, in der ganzen Armee gefeiert. 6.: Marsch durchs Seiuetal über Louviers nach Gaitlon. . 7.: Marsch durchs Seinetal nach Vernon. 8.: Marsch durchs Seinetal nach Mantes. 9.: Ruhetag in Mantes. 10.: Beschwerlicher Marsch bei Regen- wetter — in sehr ungemütliche „Hefte" bei Versailles. 11.: Ruhetag. 12.: Marsch bis Versailles. (Die 14. Brigade kommt in die „verlauste" Kaserne in der Avenue des Sceaux.) 13.: Er- holuugstag. 14.: Exerzieren und Garuisouswachtdienst. 15.: Desgleichen. 16.: 1. Bataillon auf Wache in der Avenue des Sceaux. 17.: Wie am 14. und 15. 18.: Wie am 14. und 15. 19.: Militärgottesdicust in der Schlosskirche von Versailles. 20.: An diesem und den folgenden Tagen wurde fleißi.g exerziert? Abends Musikaufführung vor dem Schlosse. 27.: 1. Bat. auf Wache; 1. Komp. Ehrenwache beim Kronprinzen. 28.: 5 Uhr nacknn. bei herrlichem Frühlingswetter Bat.-Appell. Hauptmann v. Boenigk übernahm ivieder die 1. Kompagnie. März 1.: Große Parade auf Longchamp. Einmarsch durch die Porte St. Cloud in Paris. 2.: In Paris. 3.: Rückmarsch nach Versailles. 4.: Bon 9—11 Uhr morgens exerziert. 5.: Wache. 6.: Exerzieren. 7.: Exerzieren. 8.: Der Kaiser reist von Versailles ab und verlegt das H.-Q. nach Ferrieres. 9.: Morgens von 8—12 stramm exerziert. 10.: Wache. 11.: Exerzieren. 12.: Marsch von Versailles nach Courbevoie. 13.: Marsch über St. Denis nach dem „Schauerheft Clichy". 14.: In Clichy. 15.: In Clichy. 16.: In Clichy. 17.: Marsch nach Neuilly s. Marne. 18.: Morgens und nachmittags exerziert. 19.: Sonntag. Ruhe. 20.: Reqnisitionskommando uach Meanx. 21.: Marsch nach Villcmombles (1. Komp.) und Rossny sous bois (zweite Komp.). 22.: Feier des Geburtstages S. M. des Kaisers. 23.: Ruhe. 24. bis einschl. 30.: Exerzieren. 31.: Gottesdienst auf Fort Rosny. April 1.: 2. Komp, in Fort Rosny (Lentnant v. Frankenberg). Trostlose Quartiere! 3.: Kaltes, unfreuudliches Wetter. 7.: Alle Bäume steheu in Blüte! 9.: 1. h. Ostertag. Gottesdienst. Zwei Franzosen verunglücken beim Entladen einer ge- fnndenen Granate. 10.: 2. h. Ostertag. 11. bis einschl. 20.: Uebungsmärsche und fleißiges Exerzieren. In diesen Tagen beginnt der Kampf der Versailler Truppen mit den Kommunisten in Paris. Bisweilen Kanonendonner, daß die Fenster in Rosny klirren. 1. Komp, in Villemomble. Mai 1.: Das Regiment liegt noch immer in Remoy, Villemomble und Umgegend. 10.: Friedensschluß in Frankfurt a. M. 13.: Die Kämpfe in Paris werden immer heftiger.^ 14.: Eine Kartvuchenfabrik in Paris explodiert. 17.: Aufmarsch der deutschen Truppen auf der Ostfront von Paris, um ein Durchbrechen der Kommunisten zu verhindern. 20.: Paris von ben Deutschen zum zweitenmal in Belagerungszustand erklärt. Besetzung der Barrikaden vor Paris. 22.: 2. Bat. in Pautin. 9. und 10. Komp, in Lilas. 11. und 12. Komp, ans Romainville. 23.: Kampf der Versailler um die Südforts: Josy, Montrouge und Bicetre. Hotel Royal brennt. Hotel de Ville desgl. 24.: 1. Bat. auf Vorposten in Lilas, Feldwache bei Porte Romainville. — Blutige Kämpfe der Franzosen bei Belleville und la Billette und Montmartre. Die Touillerien brennen. 25.: Kampf in Paris dauert fort: viele Brände. 26.: Kampf uni la Billette. 2. Bat. besetzt Pro St. Germain. 27.: 1. Bat. auf Vorposten in Lilas. Versailler Armee kaum 2000 Schritte entfernt. 28. Letzter Kampf und zwar in Belleville. Die Kommune ist besiegt. Die 83 er stehen an der Porte Romainville. 29. bis einschl. 31.: Regiment auf Vorposten, den Versaillern gegenüber. Juni 1.: Ablösung vor Paris durch die 21. Division. Marsch nach und Quartier in Annet. 2.: Vormarsch nach St. Soupps. Abends Befehl zum Rückmarsch. 3.: Rückmarsch nach Annet. ’4. Rückmarsch vor Paris. Quartier in Montfermeit und „Schreckensheft" Clichy. 5.: Rückmarsch bis Livry. 9.: 1. Bat. in le Bert galant, Vaujours und Coupry einquartiert. Fleißiger Exerzier- und Felddienst durch den ganzen Monat Juni hindurch. Die 21. Infanterie-Division marschiert nach Deutschland zurück. Die 22. Infanterie-Division exerziert vor Paris. Die Reservisten (Jahrgang 1861 und 1862) werden in die Heimat entlassen. Juli 2.: Die 21. Inf.-Division erreicht und betritt die deutsche Grenze. 4.: Die 22. Inf.-Division exerziert, hält Schieß- und Felddienstübungen ab — vor Paris: auf Frankreichs Flur, wo nach blutigem Streit ein Teil der germanischen Scharen auf Wache noch stand, zum Kampfe bereit, die Früchte des Sieges zu wahre«. 13.: Rückmarsch nach Meaux, wo tveiter exerziert wird. 16.: Unterbrechung des einförmigen Garnisonslebens durch die abends zwischen 8 und 9 Uhr vor der .Hauptwache und den anstoßenden Straßen stattfindende große Prügelei mit dem rebellischen Gesindel von Meaux, wobei es allerdings vollwichtige Hiebe setzte. 20. Rekruten treffen aus Kassel beim Regimente ein. "26.: Es wird fleißig exerziert. August 1. bis einschl. 8.: E.-Q. in Meaux. Es wird exerziert. 9.: Mißhandlung von zwei preußischen Soldaten durch den Pöbel in Meaux. 10.: Meaux in Belagerungszustand versetzt. 20.: Rückmarsch von Meaux gegen Paris. Quartiere in Livry (2. K.) .und le Bert galant (1., 3., 4. Komp.). September 1.: Feier des Jahrestages von Sedan in le Vedk galant (Parade), in Baujours und Livry. 13.: Die 2. Kompagnie geht von Livry nach Meaux zurück. 19.: Die Fouriere zum Heimmarsch gehen von le Bert galant ab. 21.: 1. Bat. wurde 4 Uhr nachm. in Meanx eingeschifft. Heimkehr (3. Bataillon). 22.: Morgens 10.38 Uhr Abfahrt von Lagny. 6.20—7.20 Uhr in Chalons (warme Kost). 23.: 9.25—10.50 Uhr a. Kaffee in Luneville. 12.30 Uhr in Ävrieonrt. 2.12 Uhr in Saarburg (warme Kost). 12 Uhr in Straßburg Kaffee. 24.: 7.34—8.40 Uhr in Heidelberg Kaffee. 12.40—1.15 Uhr in Frankfurt. 5.10 bis 6.20 Uhr in Gießen (warme Kost). 25.: Morgens 12.41 Uhr Ankunft in Cassel. Nachmittags Festlichkeit. 26.: Entlassung der Reservisten. Vermachtes. * Frau Hetty Green, die reichste Frau 9( m e r i- kas, deren Vermögen ans 240 000 000 Mark veranschlagt wird, hat, wie die amerikanischen Blätter ausführlich erzählen, auch ihre schwache Seite. Vor einigen Tagen kehrte ihr Sohn, Herr Eduard Green, aus Texas zurück, um seine Mutter in der Verwaltung ihres gewaltigen Vermögens zu unterstützeu. Frau Green ist 75 Jahre alt und ist für viele Jahre in Börsenkreisen eins bekannte Erscheinung gewesen, wo man die mit ungewöhnlich scharfem Geschäftssinn bedachte Dame weicher Regungen für unfähig hielt. Frau Green, die in Hoüokeu eine bescheidene Wohnung inne hat, für die sie 80 Mark monatlich Miete zahlt, erwartete die Ankunft ihres Sohnes int Fifth-Avenue-Hotel, und als er kam, fiel sie ihm schluchzend in die Arme. Wieder und wieder bedeckte sie fein Gesicht mit Küssen, hielt ihn voit sich und sah ihn an, als ob er noch ein kleiner Junge wäre. Dann wandte sie sich plötzlich nach den Zeituugsreportern um, die der ungewöhnlichen Szene mit Erstanneit beigewohnt hatten, und sagte: „Untersteht Euch nicht, dies zu berichten und belästigt meinen Sohn nicht. Er ist müde und muß Ruhe haben." * D i e „K r i sta l l i u s e 1". Die Passagiere und die Besatzung der „Ozeana" von der Hamburg-Ainerika-Linie haben auf ihrer Fahrt nach Island und Spitzbergen einen tutgewöhnlichen Anblick genießen können: sie haben die Jait A!aye>t-Jnfel gesehen, die berühmte „Kristallinsel". Obgleich die „Ozeana" feit zwanzig Jahren regelmäßig dieselbe Fahrt macht, hatte kein Mann der Besatzung vorher je .die Insel gesehen, die stets in dichten Nebel gehüllt ist. Sie schien ans einem einzigen, großen Gletscher zn bestehen, der int Sonnenlichte tausendfarbig leuchtete. Das Sichtbarwerden erklärt sich durch die trockene, klare Atmosphäre, die in diesem Jahr dort vorherrscht. * D i e größte Schnelligkeit im Rasier eit lvar bisher 71 Mann in einer Stunde. Aber Mr. Ted Grünes, ein Barbier in Neu-Süd-Wales, hatte sich vorgenommen, diese Leistung noch zu übertreffen. In 30 Minuten hatte er bereits 55 Männer rasiert, dann aber mußte er aufhören, da er keine unrasierten Männer mehr anftreiben konnte. Den meisten der von ihm bedienten Herren hatte er sowohl Schnurrbart wie Kinubart abgenommen. Er beendete seine Vorstellung dautit, daß er einen Varietökünstler rasierte, während derselbe mit indischen Keulen manipulierte, Schachaufgabe. Schwarz. abcdefgh abedefgh 8 8 6 6 5 3 3 Weiß. Weiß fetzt mit beut zweiten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer: Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Demeter — Emilie — Taurus — Elebevinous — Eöiue — Urnengrab — Sunbeiuitt — UhristophI»; D e t f l tl s ch t besser. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.