m Ul W MMWiU «SW« 1910 - M. 157 Samstag den z. September Leutekinder verteilt — seine Ostereier, auf die er sich so gefreut hatte?! Ach, mein Junge!" Er konnte nicht genug davon hören. Morgen, ja morgen, würde er sich's noch einmal von Hoppe erzählen lassen. Hand in Hand mit Helene ging er zu den Betten der Kinder und stand dann lange an dem Bett, in benti feilt Nettester lag. Warmrote Wangen hatte sich der Knabe geschlafen, und ruhig ging der gleichmäßige Atem der kräftigen Kinderbrust. Der Vater konnte den Blick nicht losreißen von seinem" Zungen; es war ihm, als sähe er ihn heute zum ersten Mas. Das war sein lieber Sohn, sein tapferer Sohn, das' junge Reis am Stamm der Doleschals! Liebkosend strich er immer wieder und wieder über den blonden Kopf. Helene bat: „Komm, laß uns jetzt schlafen gehen'/' Da. brach es aus ihm heraus mit einem Atemzug der Erlösung, so wohlgemut, wie er lange nicht gesprochen —> einen frohen Blick sandte er dabei über die Schläfer hin —: „3a, laß uns schlafen gehen, geliebte Frau. Und wenn wir einstmals für immer schlafen gehen, diese werden erwachen!" 20. Wie einen tiefen Schmerz empfand es Helene, daß die Stimmung jenes ersten schönen Abends bei ihrem Manne nicht andauerte. Er hielt sich ganz für sich, schützte wichtige Korrespondenzen vor. Sonst lagen die fertig gemachten Briefe immer auf dem kleinen Tisch int Entree, und der Landbriefträger oder der Bote, der gerade zur Post ging, holte sie sich von dort heraus — aber jetzt lag da kein Brief, sie sah keine Adresse. Er hielt seine Tür verschlossen, was er sonst nie getan- jederzeit hatte sie sonst eintreten und ihm über die Schulter weg aufs Papier sehen dürfen. Nicht löte sonst saß er abends bei ihr in ihrem Wohnzimmer: feit Tagen stand sie allein am Fenster und sah über den dunklen See hin zum dunklen Lysa Gora, über dem Frühlingssterne funkelten. Hatte er denn immer noch zu schreiben?! Die im Sommer bevorstehende Wahl mache ihm unendliche Arbeit ~~ so sagte er ihr. Aber sie glaubte es nicht recht- inw da nrcht noch etwas, anderes, etwas, das ihm mehr Qual machte, als alle Arbeit und Wahlunruhe es machen konnten? Ihr schien es, fast, als habe er jetzt gar nicht mehr 'das rechte Interesse für die Wahl. War er denn seiner Sache so sicher, oder hatte er die Hoffnung bereits aufgegeben? Sie wußte nicht, was von beiden sie wünschen sollte. Doleschal sah sich in einer peinlichen Lage. Er hatte, um das, was er für unbedingte Pflicht hielt, nicht länger hinausznschieben, wenige Tage nach seiner Rückkehr von Berlin einen Besuch in Przyborowo gemacht. Er war nicht hinübergefahren, er war hinübergegangen, am gewöhnlichen Wochentag, und um ja der Sache nicht den Schein von Wichtigkeit beizulegen, int gewöhnlichen Anzug, so wie man wohl auf einem Schlendergang bei einem nächsten Nachbarn ungeniert vorspricht. Das schlafende Heer. Roman von Clara Viebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) . .. Doleschal kam nicht heiter zu Hause an. Ein weich behauchter Vorfruhllngsabeud lag zwar über Hof und Park, aber der Hetiukehrende hatte doch die Empfindung, als ob sc n ■■ Winter fei. Helene, durch fein Kommen auss freu» ^0'. , stoerrascht, hatte ihn innig in die Arme geschlossen, ® c ine Küsse, die sie ihm warm auf Wangen und Mund, aus Stirn und Augen drückte, entzündeten ihn nicht: auch ste dankten ihn kalt. Hatte Halene ihn vermißt, wirklich sehr vermißt?! ja!" Sie nickte eifrig. Und die Knaben, die mit glühenden Wangen um ihn herumstanden, nickten ebenso eifrig nut Ein Licht glomm ihm entgegen aus den Augen seiner Lieben, aber ein Dämon beherrschte ihn, der befahl: lösche es ans, lösche es aus! c wünschte, ich wäre noch fortgeblieben," sagte er selbstquälerisch, ihr kommt ja ganz gut zurecht ohne mich, und ich habe hier nichts als Widrigkeiten!" „llni Gottes willen," sagte Helene langsam. Ihr Blick wurde traurig; hinter ihn tretend und beide Arme um Jemen Hals legend und ihre Wange auf seinen Scheitel wie sie so gern zu tun pflegte, weinte sie, und er fühlte t^re Tränen warm auf seinen Kops tropfen. Das also war die Heimkehr?! Erst ihre Tränen brachten ihn zu sich ^a, sie hatte ganz recht, zu weinen! Sie hatte Ursache, es war undankbar von ihm, nach all den guten Tagen in Berlin, nach den Ermunterungen, die ihm dort zuteil geworden waren, nicht besserer Stimmung zu feini' Sie nmfjte ihn entschuldigen, es lag in einer Ueberreiznng, ja er war ganz abscheulich nervös! Und er zwang sich zu einer gewissen Fröhlichkeit. Erst zwang er sich zu ihr wie zu etivas Fremdem, aber nach und nach wurde sie ihm eigner. Für diesen Abend wenigstens konnte er vergessen, was ihn drückte; er gehörte ganz seiner Fran. 0 Helene wollte ihm vorerst verschweigen, was sich in seiner Abwesenheit zugetragen hatte; sie' war mit Hoppe uperemgetommen, ihm nicht gleich davon zu erzählen, ivie die Rotte hier vors Haus gezogen war und gefährlich gelärmt hatte — et würde sich ja noch nachträglich auf regen P aber nun sagte sie's ihm doch. Ein Stolz ans ihren Knaben trieb sie dazu und zugleich der Wunsch, den Baler zu erfreuen: siehe, das ist dein Sohn! Mit einer Rührung, die sie fast beängstigte, nahm er es auf.~ Er ließ sich wieder und immer wieder erzählen, löte fern <301)11 vor die wilden Männer getreten war. „Also so sagte er? Mso wirklich?! Erzähle, Helene, sagte er wirklich so? Und nicht geweint, sagst du, hat er? Und die Ostereier, die ich geschickt ha.be, hat er unter die 546 Sich vorbeugend zu seinem Gegenüber Und die Hande ineinander schlingend, daß die Gelenke knackten ■ hals es doch nichts, gab es doch kein Zurück mehr — sagte Dole- schal jetzt in möglichst leichtem Ton: „Gestatten eme Mage, Herr Nachbar! Wie alt ist Ihr Fräulein Tochter?" „Na — fünfzehn, wird nächsten Monat sechzehn, sagte Kestner ein wenig erstaunt. Er hatte sich etwas ^anderes, erwartet, aber zugleich lächelte er auch geschmeichelt: „Scyou stattliches Mädel, nicht wahr?" „Hm — sehr!" Doleschal beugte sich, noch .werter vor, und seine Stimme klang anders, als er eigentlich beabstch- tigt hatte, leiser und doch gewichtiger: „Jedenfalls kein Kind mehr! Ich würde sie jedenfalls nicht Ehr allem ausreiten lassen r—hören Sie, Kestner, jedenfalls nicht mehr mit dem — mit dem — nun, mit dem Inspektor. ■ „Mit dem Inspektor?! Wieso warum?" Man sahs au des Vaters weit aufgerissenen, erstaunten Augen unter hoch gezogen en Brauen, daß er keine Ahnung von diesem Ritt hatte. , . Also richtig: Kestner wußte nichts, hatte gar lerne Ahnung! Wie dankbar würde er ihm' nun sein! Und rasch, ohne sich zu besinnen, erzählte Doleschal jetzt von der neulichen Begegnung am Luch. Er hatte sehr vorsichtig fern wollen, äußerst schonend, aber nun betonte er doch, wi« sehr er durch sie verletzt worden sei — in die Seele des Vaters hinein — in die Ehre des Bruders. „Welchen Mißdeutungen ist solch ein juUges Mädchen ausgesetzt! Ich muß gestehen, ich selber würde, wenn ich Ttidjt —" Erregt unterbrach ihn Kestner. „Sie wollen doch etwa nicht sagen, daß meine Tochter imstande wäre, etwas —t i etwas —" Er schnappte nach Luft; ihm war, als sollte ihn der Schlag rühren. Dieser Schreck unb dann diese Enttäuschung! Nicht wegen der Wahl kam der — sondern wegen Kornelia — wegen Kornelia?! „Da muß ich doch sehr bitten, sehr bitten!" Kestner war aufgesprungeii uiid rannte mit großen Schritten un Salon auf und ab. t Erschrocken verbesserte Doleschal: „Pardon, ich ■ chlbst- verständlich ich — ich weiß ja natürlich, daß, — ich trete ja gerade für das Fräulein ein — aber andre könnten —! Lieber Kestner!" Er war auch ausgestanden und legte dem! Erregten die schlanke Hand mit dem Wappenring der Dole-, schals auf die Schulter: „Sie kennen doch die Welt so gut wie ich! Das Reinste ist nicht rein genug. Und dann in unfern hiesigen Verhältnissen — wir müssen doppelt Bedacht nehmen — und dieser polnische Inspektor. . ." „Erlauben Sie, der Mann ist nicht polnisch," unter-, brach ihn Kestner heftig, „der Mann heißt „Schulz"!" „Aber polnisch geworden ist er! „Szulc" schreibt er sich — Sie gestatten!" sagte Dolefchal jetzt etwas scharf. Daß Kestner jedes Rühran seiner Tochter übel vermerkte, war natürlich, aber wie man so gereizt werden konnte bei Erwähnung dieses Inspektors! Ueberhaupt, war es nicht um erhört, daß ein deutscher Gutsherr sich einen plonischeu I Inspektor hielt?! I Das hatte ihn schon lange geärgert. „Ich traue dem Menschen nicht," sagte er mit einem Achselzucken, „den Renegaten ist nie zu trauen!" Da fing Kestner laut an zu lachen: „Das hat Ihnen wohl Hoppe eingeblafen, der alte Esel! Nichts tote Eifersucht von dem, Eifersucht, daß er nicht mehr hier in Przy- I borowo ist!" . ~ . r±o . ,. r „Ich lasse mir von meutern Inspektor nichts emblaseu. Uebrigens hat er das auch nie versucht." „So — na, wenn Sie mit ihm zufrieden sind! Ich hätte mir an Ihrer Stelle diesen alten Stoppelhopser nicht engagiert. Sozialdemokrat ist er auch noch dazu — das I verträgt sich nicht mit meiner Stellung!" Doleschal stieg das Blut zu Kopf. Schärfer, als er es eigentlich wollte, sagte er: „Und ich finde es mit meiner Wellung nicht vereinbar, mir einen polnischen Jnsepktor zu halten! Uebrigens," — er besann sich, was sollte er mit I dein hier disputieren? — „sind wir von uuserm Thema | ab gekommen, Herr Kestner! Es ivar lediglich das Jnter- I esse für Pauls Schwester, das mich hierhergeführt hat!" „Interesse, Interesse," grämelte Kestner und lief mit j hochgezogenen Brauen in der Stube hin und her. In diesem Augenblick kam die Frau des Hauses. Sie | wär noch im Morgenrock gewesen — sehr sauber — aber * dem Baron so simpel entgegentreten? O nein! Sie hatte Aber er hatte sich getäuscht, wenn er geglaubt hatte, I sein Besuch würde so ganz unauffällig fern. Dafür ivar er viel zu lange nicht bei Kestners gewesen. Schon als er durchs Przhborowoer Dor trat, glotzten ihn neugierige Wicke au. Eine kleine Magd stand auf j denk Hof und fütterte die Hühner; etne Wolke von Feder- I Vieh stob um sie auf, als sie jetzt, beim Anblick des Ntemc- I zhcer Herrn, ihren Futterkorb falle« ließ und mit hurtigen I Sprüngen ihrer nackten Füße deut Hause zuetlte. I Als Doleschal an der Klingel zog, wurde er bereits erwartet. Herr Kestner trat ihm aus seinem Zimmer, rechts | bei der Haustür, entgegen — mit Zurückhaltung aber I Mau sah seiner Miene doch die Genugtuung un. Der I Memczycer kaut zu ihm! Gewiß wegen seiner Wahl?! Doleschal hatte gedacht, bei Kesttter in das sogenannte Studierzimmer, das den Blick über den Hof hatie, und I dessen Tür von stetem Ein und Aus klappte, ganz un- I geniert eintreten zu dürfen. Er wandte sich auch sofort I dorthin, aber Kestner wehrte ihm mit ausgebreiteten Armen den Eintritt: „O, ich bitte Sie — nein, das wurde meine Frau nicht verzeihen! Bitte, hier herein!" Er stieß die Tür auf zum Salon, diesen gegen jeden Sonnenstrahl und jeden Fliegenschmutz verwahrten, mit wohlerhaltenen Plüschmöbeln ausstafsierten Raum, in dem Kornelia am Flügel faß und übte. „Meine Tochter Kornelia!" stellte der Hausherr vor. N! eine Ainte \u I Der hochaufgeschossene Backfisch knickste und wußte nicht, vb er die Hand reichen sollte. I „Meine Frau wird gleich kommen. Entschuldigen Sie, sie war gerade dabei, an Paul zu schicken, totrb aber sofort erscheinen. Darf ich bitten?" Kestner wies auf einen Plüschsessel unb setzte sich bann selber bem Besucher steif gegenüber. . p \ Dolefchal biß sich auf die Lippen: wie fatal, ganz als steifer Besuch wurde sein ungezwungenes Vorsprechen Beim i Nachbarn aufgefaßt! Die ganze Ailgelegeuheit bekam da- hurch ein andres Gesicht. Nun würde auch gleich die Dame hes Hauses erscheinen, und die Tochter war auch zugegen! Uebrigens ein hübsches Mädchen! Er hatte die Schwester Panls lange nicht gesehen, letzthin nur so flüchtig, daß ihr Anblick ihn jetzt überraschte. Zwar war der Rock noch halblaug bis zu den Küochelu, I aber was ihm im Reitkleid nicht ausgefallen war: bte Formen waren schon sehr enllvickelt. Heute hingen ihr auch die Äpfe nicht kindlich laug herunter wie neulich, halb gelöst auf wildem Ritt; sittig zu einem Kranz um he« Kopf gelegt war das blonde Haar. Die Wimpern niedergeschlagen auf die leicht besomrnersproßte, blühende Wange stand sie da — nein, das wär kein Kind mehr! Eine Befangenheit überkam Dolefchal: wenn das seine Tochter wäre, wie peinlich würde es ihm sei«, das zu hören, was er jetzt dem Vater hier sagen wollte — sagen wußte! Er gab sich einen Ruck. „Ich — ich — dachte — ch wollte — ich möchte Sie gern einen Augenblick allein prechen, lieber Kestner!" Er stotterte etwas. Zu unangenehm! Immer aufgebauschter wurde so die Sache und o ganz gegen seinen Willen! Aber er konnte nicht mehr zurück. Mit einer leichten Verbeugung wandte er sich gegen Kornelia: „Gnädiges Fräulein entschuldigen!" „Geh mal Waus," sagte Kestner und setzte sich erwartungsvoll in Positur. Aha, allein sprechen wollte ihn also der Niemcztzeer?! Es schien ihm viel daran zu liegen — Welch ein Triumph! Nun kam er doch, der Niemezycer, wußte er doch kommen unb sich um bie Gunst des Przy- borowoers bewerben! Wenn hoch Amalie jetzt zugegen wäre! „Geh, ruf' mal Mama," rief er seiner Tochter nachs, die ihre Noten zusammengerafft hatte unb nun mit einem Knicks das Zimmer verlassen wollte. „O, bitte!" Dolefchal legte ihm bie Hanb auf ben Arm, „ich mochte Sje allein sprechen!" Er betonte bas „allein". „Also — ?" sagte Kestner, als sich bie Tür hinter Kor- neliä geschlossen hatte. Er war neugierig, aber gewissermaßen auch ein toenig schadenfroh: dem Baron schien es nicht leicht, sein Anliegen vorzubringsu! Ja, bas kommt davon, warum stellt man sich so mit seinem Nachbarn?! Er tat nichts, gar nichts, bem andern entgegenzukommen == mochte der ihm nur kommen! 547 sich mit der Toilette beeilt, und so kant sie, etwas erhitzt, in einem schweren Wolle Meid mit Seidenbesatz. Dokeschal küßte ihr die Hand mit dem lebhaften Wunsch, bei der Mutter mehr Verständnis zu finden. Er wußte, Mau Kestner galt als sehr gute Mutter. Es wär ihm so unbehaglich in diesem) nicht immer bewohnten, nur bei besonderen Gelegenheiten benutzten Salon. Ein erkältender Hauch legte sich von diesen Wänden nieder auf seine Seele. So steif wär er kaum- je gewesen, er fand keinen gemütlichen Ton. Konnte er sich wundern, daß die Kestners auch steif waren? „Ein seltnes Vergnügen!" sagte die Hausfrau spitz, wenn sie auch verbindlich dabei lächelte. „Er kommt wegen Kornelia," sagte Kestner. „Unsre Tochter soll sich nicht passend benommen haben!" Die ganze Berletztheit des eitlen Vaters brach jetzt durch nichts auf der Welt liebte er so wie diese Tochter H er bekam einen roten Kopf, und die Stimme zitterte ihm: „Man sagt dem Kinde Abscheuliches nach! Man verdächtigt sie — womöglich eine Liebschaft mit dem Inspektor — Herrgott, Herrgott!" Er faßte sich an den Kopf. „Aber ich muß doch sehr bitten, bester Herr Kestner! Nichts habe ich hiervon gesagt, gnädige Mau, gar nichts, ich versichere Sie!" Der bestürzte Besucher erhob die Stimme, aber der Hausherr erhob die seine dagegen. Nein, auf feine Kornelia ließ er nichts sagen! Und wenn es etwa galt, auf Pau Szulc zu hetzen; der ja, verhaßt wie alles Polnische, — allbekauut war das und diente wahrlich nicht zur Förde- ping des allgemeinen Interesses — dem Herrn Baron ein Doru im Auge war, so mußte er sich's doch ganz entschieden verbitten, seine Tochter als Deckmantel einer Jntrigue benutzt zu sehen! Diesen Ton konnte er sich nicht gefallen lassen. Doleschal verabschiedete sich mit einer steifen Verbeugung gegen die Mau des Hauses. Sie hielt ihn nicht zurück. Auch sie war empört. In die Stille ihres Hauses hatte dieser adelsstolze Prinzipienreiter einen Funken zu werfen gewagt wie überall, wohin er auch kam. Was hätte er denn eigentlich gesagt? Was war denn eigentlich geschehen?! Aber Kestner rannte wie unsinnig durch die Stube, gab ihr keine Antwort und hielt sich den Kopf mit beiden Händen: dieser Doleschal, dieser verfluchte Hakatist — ein Hetzer, ein Stänker! Was mischte er sich in alles, in Sachen, die ihn gar nichts angingen?! „Rufe mir den Juspektor — den Pan Szulc — sofort!" Was Kestner sonst nie getan haben würde, er bestimmte, daß man den Inspektor hole, vom Felde, aus der Scheune, wo er auch sei, mitten von der Arbeit weg. Er mußte ihn sprechen. Und dann würde er au Paul schreiben — Paul mußte her, und zwar sofort — das ließ er sich nicht gefallen, das war eine Beleidigung, eine ungeheure Beleidigung! Der sonst ewig grämelnde, nie ganz ernsthaft zu nehmende Manu wuchs jetzt in der Kränkung über die Kränkung seiner Tochter über sich selbst hinaus. Es war Würde in dem Brief, den er sofort an fernen ältesten Sohn schrieb. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Ghmgebiet. Kriegerische Ereignisse im Ohmgebiet. Wie keine Gegend unseres schönen Hessenlandes, ist auch das Ohmgebiet nicht von des Krieges Schrecknissen verschont geblieben. Das mächtige Volk der Römer drang zur Zeit der Geburt Christi in das Land der Kattcn ein, auch unsere Gegend überflutende An der Schlacht im Teutoburger Walde (9 n. Chr.) nahmen! auch die Kalten rühmlichen Anteil. Racheschnaubend schickte nun der Kaiser Tiberius den tapferen Feldherrn G e r manikus ,- des Drusus Sahn, in das Land der Germanen. Dieser schlug im Jahre 157 n. Chr. die Natten vollständig und zerstörte ihren Hauptort Mattium (Kreis Fritzlar). Auf demselben Zuge berührte Germauikus auch unser Ohmgebiet, als er, den Taunus, die Saalburg, die Wettcrau, Friedberg, den Lahnberg heimsuchend, die O h m überschritt und im Burgwald rastete. Auch der P f a h l g r a b e n, der das römische Gebiet gegen das Katten- land schützende Grenzwall, zog bis an das Quellgebiet der Ohm heran, Auch Karl der Große (768—814) mag auf seinen Kriegszügen gegen die Sachsen im Ohmgebiet geweilt haben. Bei den alten Deutschen war jeder Waffenfähige auch waffen- pslichtig; aber nur die Freien dursten Waffen führen und am Mampfe teilnehmen. Im Mittelalter müßten die Lehnsleute ihrem Lehnsherrn in den Krieg folgen. Nach der Erfindung des Schießpulvers (1354) erlangte der Fußgänger wieder gleiche Bedeutung mit dem Reiter) und an die Stelle des Ritter- oder Lehnsheeres traten fortan die Landsknechte mit ihren eigenen Gesetzen Und eigener Gerichtsbarkeit. Unter dem Landgrafen Heinrich II., dem Eisernen (1328—1376), entspann sich ein heftiger Krieg zwischen Mainz und Hessen, dem man auf beiden Seiten durch Errichtung neuer Festen Nachdruck zu geben sich bemühte. Auch auf dem Kirchhofe zu Kirchhain erbaute Heinrich II. 1346 eine Burg und gab dem Dorfe das Ansehen einer befestigten Stadt. Richt ein Jahrhundert vermochte sich indessen die Burg zu halten; schon am 21. März 1411 wurde sie und zugleich die Stadt von dem Grasen von Waldau eingeäschert. Au die Stelle der Landsknechtsheere traten im 17. und 18. Jahrhundert stehende Heere der Fürsten. Der Pfarradjunkt Johann Joel Milchsack in Niederasphe mußte seine am 2. Februar 1678 in Marburg durch den Oberstwachtmeister der damals in Kirchhain liegenden Martini-Dragoner erfolgte Anwerbung zum Dragoner und seine 14 tägige Dienstzeit mit ebenso langem Sitzen in der Sakristei der lutherischen Pfarrkirche in Marburg und öffentlicher Beichte und Abbitte in der Kirche zu Niederasphe büßen. Landgraf Moritz, der Gelehrte (1592—1627), war der erste hessische Fürst, welcher stehende Truppen warb, so daß er als Schöpfer des hessischen Militärs anzusehen ist. Der unter ihm beginnende Marburger Erbschaftsstreit dauerte bis zum dreißigjährigen Kriege (1618—1648) fort. Darmstadt, auf die Seite des! Kaisers tretend, erhielt von diesem Recht, und obgleich Moritz neutral blieb, wurde Hessen-Cassel durch die wilden Horden Tillys und Wallensteins in den Jahren 1622—1626 entsetzlich verwüstet. Auch Kirchhain hatte viel zu leiden. 1635 belagerten die Bayern, 1636 die Schweden und Hessen die Stadt. Oberst Rüdiger, der „schwarze Balser", raubte am 12. Juni 1646 alles Vieh in der Stadt und ließ einige Tage später 34 Bürger erschießen. Nach einer kurzen Weschießung eroberten int Oktober 1643 die Niederhessen Kirchhain, und vom 14. bis 16. Mai 1645 belagerte der bayrische General Merci mit 8000 Mann die Stadt und würde sie abermals eingenommen haben, hätte ihn nicht die hessisch-weimarisch-schwedische Armee vertrieben, welche int folgenden Jahre hier wochenlang stand. Bei Homberg a. d. O. stand dazu die kaiserliche Armee, und beide Heere sogen das Land furchtbar aus. Am 15. August 1646 erschien v. Eberstein, der h e s s i s ch - d a r m st ä d t i s ch c General, vor der Stadt und eroberte sie nach zweitägiger Beschießung. Drei Tage darauf zog ein Heer zum Entsatz heran, wurde aber bei Neustadt geschlagen. Geyso, der General der Niederhessen, wollte am 2. Sep- tembcr Kirchhain erstürmen: erst als er die Bestürmung von einer anderen Seite versuchen wollte, ergab sich die Besatzung. D a r m - st ä d t i s ch e Truppen bauten nun die Festungswerke wieder auf. Die Stadt G r ü n b e r g verlor in diesem Kriege die Hälfte der Häuser und Bewohner. Die Gegend zwischen Ulrichstein, Grünberg und Laubach wurde entsetzlich verwüstest ebenso Ulrichstein im Juni 1622 durch Christian von Braunschweig; die Stadt wurde 1646 von Geyso eingenommen. Geradezu erschreckend sind die Kriegsnachrichten über A m ö n e b n r g. Schon Landgraf Ludwig von Thüringen (1172—1190) brach die Mauern von Amöneburg. Am 21. Dezember 1621 eroberte und plünderte Herzog Christian von Braunschweig die Stadt. Der Graf von Wittgenstein belagerte sie im Februar 1632. Eine von der Brückermühle aus gerichtete Kugel beraubte die Besatzung ihres Kommandanten, und am 27. Februar .ergab sich die Festung dem! Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Cassel (1627—1637). Am 24. September 1633 zogen die Bayern in Amöneburg ein, mußten sich aber schon int November den Hessen ergeben, denen die Mainzer in der Nacht des 2. März 1635 die Stadt entrissen. 500 Mainzische Reiter wurden, von Neustadt kommend, gefangen genommen oder niedergemacht. Die hessische Besatzung in Schweinsberg vermochte die von Amöneburg aus betriebenen Räubereien der Kaiserlichen nicht zu hindern; auch üjr Versuch/ die Festung wiederzugewinnen (13. Juni) war vergeblich. Ver- fpätet eingetroffen, zerstörte Oberstwachtmeister von Böninghausen am 6. Juli Schweinsberg. Endlich waren wieder einmal! die Hessen Herren in der Stadt, bis sie am 10. Juli 1636 «abermals die Kaiserlichen einnahmen, in bereit Hände sie auch am 10. November 1640 wieder gelangte. Vergeblich belagerte 1645 der schwedische General Wrangel die Festung. Zwar versucht« auch der Kommandant der nicderhessischen Truppen in Kirchhain die Entsetzung Amöneburgs, jedoch abermals ohne Erfolg, In der Silvesternacht 1645 wurden die hessischen Truppen durch das Hilfegeschrei der Weiber, welche die Eindringlinge vernommen hatten, zurückgeschlagen Auf dieses Ereignis glaubte man früher das am 1. Januar alljährlich gefeierte @t ei gerieft zurück- führen zu müssen. Es steht jedoch fest, daß sich dasselbe auf eine ältere, unbekannte Tatsache bezieht. In der Nacht des 25. Juni 1646 führte eine Tochter Evas die hessischen Truppen in die Stadt, welche den Ort in Asche legten; und die 3000 Seelen erlagen, bis auf einige hundert, der Uebermacht. Der kleine Rest ber unglücklichen Bewohner führte in ben am Ost- fuße bes Berges erbauten elenden Strohhütten ein kärgliches Dasein. Endlich wehte auf ben oben Trümmern die Palme des Friebens. Seit 1640 wurde in vielen Ortschaften weder gesät noch geerntet. Der Pfarrer von Rosenthal starb 1641 am Hunger, 548 uitb die drei Kirchspiele Rosenthal/ Iosb ä ch und Wohr q maßten von einem Geistlichen versehen werden. Pistorms, Pfarrer zu Gemünden an der Wohra, berichtet 1642, daß er dein! Lehrer, zum Kaufen von Brot nicht einen Gulden geben könne und auch für sich aus dem Kirchenkasten keinen Laib Brot bezahlen könne. In Seel heim wurden 1646 fast alle Höfe und die Pfarrhäuser niedergebrannt. Zu dem Hunger gesellte sich die Pest. Als diese einmal in Kirchhain ausbrach, meinte man, eilt Zauberer könne dieselbe vertreiben. Er bannte auch wirklich die Seuche in einem Balken und verschloß die Oeffnung im Balken durch einen Pflock. Als jedoch nach zwei Jahren ein Fremder denselben aus dem Balken zog, grassierte die Seuche von neuem in Kirchhain. In den beiden ersten schlesischen Kriegen, kämpften die Hessen mit dem Kaiser gegen Preußen; der siebenjährige, K r i e g (1756—1763) aber sah Hessen-Kassel im Bunde mit Preußen. Kirchhain hatte in diesem Kriege schwer zu leiden. Der französische General Gläubig schlug 1760 bei Erksdorf sein Lager auf, bis er aM 16. Juli unvermutet von dem Erb-, Prinzen von Braunschweig überfallen und vollständig geschlagen wurde. Bei Grünberg besiegten die Franzosen 1761 den Herzog Ferdinand von Braunschweig. 1759 wurde die Burg U l r i ch st e i n von demselben, 1762 von den Franzosen _ eingenommen. Vom 25. bis 27. Juni 1760 lag ein französisches Heer von 95 000 Mann um' Amöneburg. Bei der Brücker Mühle kam es dann am 21. September; 1762 zu einem 14 stündigen, heißen Kampfe. Das Heer der Verbündeten unter Ferdinand von Braunschweig stand auf dem rechten, die französisch-sächsische Armee unter Lader am linken Ufer der Ohm, vom Hof Roden- hausen bis nach Homberg a. d. O. hinauf. Keine Partei siegte; jede verlor gegen 1000 Tote und Verwundete. Fast'zwei Monate lang standen nun beide Heere einander untätig gegenüber, bis inzwischen (1763) der Friede zu Hubertusburg geschlossen wurde. UM noch verschiedene Verabredungen zu treffen, kamen in dem Wirtshause bei der Brücker Mühle am 15. November 1762 die beiderseitigen Heerführer zusammen und ließen später sogar die noch heute im Hose genannten Hauses vorhandene sog. Friedenssäule errichten, welche, dreißig Fuß hoch, auf zwei Seiten in lateinischer Sprache folgende Doppelinschrift, in deutscher lieber« setzuug wiedergegeben, trägt: „Dieses durch des Krieges Wut beschädigte Haus hat die Heerführer zum Bündnis aufgenommen, und ist das Hans in wechselseitiger Bruderliebe wieder aufgebaut worden." Landgraf Wilhelm IX. (1785—1803 bezw. 1821), von Hessen-Kassel, mußte im Separatfrieden von Basel (1795) seine linksrheinischen Besitzungen an Frankreich abtreten. Vom 27. April 1797 bis 12. Oktober 1797 war ein großer Teil des Ohmgebietes .in den Händen der französischen Republik, nudj A m ö n e b u r g wurde unter dem General Hoche mit französischen Truppen belegt. Durch den sogenannten Reichsdeputationshaupt- ' schluß (25. Februar 1803) fielen Hessen-Kassel die Kurmainzischen Aemter Amöneburg, Neustadt, Fritzlar, Naumburg uird die Reichsstadt Gelnhausen zu. Und Hessen-Kassel wurde zum . Kurfürstentum erhoben. Infolge des Krieges von 1866 fiel das nichtdarmstädtische Gebiet der Ohm an Preußen. Auch seitdem hat sich Amöneburg wenig gehoben, und das Wort.Pfisters: „Auf hohem Throne eine Königin einst, eine Bäuerin jetzt" hat leider seine Wahrheit noch nicht eingebüßt. VermischteL. * D i e U e b e r a n st r e n g n n g o e r Flieger. Einer nach dein andern von den Heroen der neuen Fliegekunst muß nach kürzester Zeit die Ausübung seines Sports auigeben, da die N e r v e n a n s p a n it u n g bei häufigem Fliegen so groß ist, daß sie auf die Dauer ohne ernstliche Schädigungen nicht ertragen werden kann. Die ersten Pioniere der Flugmaschine erscheinen heute auf den Flugplätzen bei den großen Wettbewerben kaum noch, und man kann immer wieder beobachten, daß neue Namen an die Stelle der alten treten. Eine ganze Anzahl berühmter Flieger werden ausgezählt, die heute keine öffentlichen Flüge mehr unternehmen :. Paulhau, der jetzt einen Automobilunfall gehabt hat, beabsichtigt sich nur noch dem Bau von Flugmaschinen zu widmen. B l e r t o t macht nur noch Versuchsflüge mit neuen Maschinen seiner eigenen Bauart. Dasselbe gilt von Henri Farm an. R o u gier und Fournier haben sich vom Fliegen zurückgezogen, nachdem sie eine Reihe von Abstürzen erlebt hatten. Glenn H. En rt iß unternimmt nur noch selten Flüge und beschäftigt sich auch fast nur noch mit dem Bau von Maschinen. Auch Sommer ist Fabrikant geworden und fliegt nur noch gelegentlich zur Prüfung neuer Maschinen. Ja sogar die Brüder Wright, die rrsten erfolgreichen Flieger überhaupt, fliegen heute nur noch sehr selten und sind ganz und gar mit dem technischen Ausbau ihrer Idee beschäftigt. Die Liste könnte noch durch eine große Reihe weniger bekannt gewordener Namen weitergeführt werden. Die außerordentliche Nervenanspannung, die den Flieger so bald zwingt, seine Kunst anfzu- geben, schildert der englische Flieger Grahame White. „Die (Spannung tritt ein durch die Befürchtung, daß irgend etwas Unerwartetes geschehen könnte", so erklärt er, „daß der Motor aus- setzen, daß eine Versteifung brechen oder ein Draht reißen könnte. Man ist sich dessen bewußt, daß, wenn etwas derart kommt, man einen furchtbaren Absturz erleben wird. Der scharfe Luststrom und die Tatsache, daß man hoch über dem Boden schwebt, haben mit dieseui Angstgefühl wenig zu tun". Eine Aenderung in diesen Verhältnissen f.ann erst eintreten, wenn das Fliegen leichter geworden ist, d. h. wenn Fliigmaschinen gebaut sind, deren Bedienung nicht ein solches Maß von fortwährend angespannter Aufmerksamkeit erfordert und die in jeder Beziehung zuverlässiger sind. * Eiu ö C ar m eir -- A uffÜ h r u n g ini t H i nd e rni s se n. In der Arena von Bsziers sollte am letzten Sonntag Biz-ets „Carmen" unter freiem Himmel anfgesührt werden. Es waren jedoch mehr Karten ausgegeben, als die Arena Personen fassen konnte, und so entstand ein großes Gedränge. Als. kurz vor Beginn der Vorstellung eine Plattform mit etwa 250 Zuschauern zusammenbrach, entstand eine unbeschreibliche Panik, obwohl niemand ernstlich verletzt war. Alles drängte mit einem Male den Ausgängen zu, und die Unordnung wurde immer größer, da die Hinausstürmenden am Ausgang mit den Hineindrängenden zusammenstießen. Man schloß schließlich die Türen, und als innen einigermaßen die Ruhe wieder hergestellt war, begann das Orchester zu spielen. Nun aber wollten die Ausgeschlossenen! wieder mit aller Gewalt in die Arena eindringen, und es gelang ihnen auch, die Türen einzubrechen. Ein wilder Kampf begann jetzt in der Arena selbst, da Soldaten, Gendarmen und Beamte! die 'Eindringenden verhindern wollten, die Plätze einzunehmen. Das Getünimel erreichte seinen Höhepunkt, und es' war gar nicht abzusehen, wie es enden sollte, als plötzlich ein starker Regeir- schauer einsetzte und die erhitzten Gemüter schnell abkühlte. Jeder suchte Schutz, wo er ihn nur finden konnte, und der Kampf hatte ' ein Ende. Freilich konnte man auch nicht mehr daran denken, Theater zu spielen, und die Aufführung von „Carmen" mußte unterbleiben. * R. P. Die in Wien erscheinende „Muskete" erzählt! folgende Anekdote: Neulich wollte ich ein Telegramm mit bezahlter Antwort aufgeben und bemerkte bei Abgabe des Blanketts zum Postbeamten: „Rsponse pahse!" Worauf dieser entrüstet sagte: „Wissen S' denn nicht, las hirr taitsche Amtschprachä is!? Franzefisch verstäh ich nix!" Sehr bescheiden erlaubte ich mir die Aufklärung, daß „Rspouse pahse" so viel heiße wie „Antwort bezahlt". Darauf malt nun der Beamte „R. P." mit dem Rotstift auf mein Telegramm. Im Gefühl meines moralischeii Sieges wage ich zu flüstern: „Na also, ,,R. P." heißt dojch „Rspouse pahse"!" — „Nein!" war die überlegene Antwort/ „das heißt „Rickantwort pezahlt"!" * Bestrafter Hochmut. Ein Herr ersucht in einem Restaurant einen am selben Tisch sitzenden Gast, ihm den Brotkorb zu reichen. „Mein Herr,", erwidert dieser, „Sie halten mich wohl für den Kellner?" — „Nein," war die Entgegnung, „ich hielt Sie für -einen Gentleman." * Pantoffelheld. „Tiefe Gardinenpredigten habe ich meiner Fran gründlich ausgetrieben." — „Wie haben Sie denn das gemacht?" — „Zu Hanse bleibe ich immer!" * Hi nein gefall en. Hauswirt: „Nanu, Frau Schulz, Sie sagten doch, Sie seien kinderlos, und nun ziehen Sie mit vier Jungen und drei Mädeln ein?" — „Tie stammen aber! alle von der ersten Fran meines Mannes!" Schachaufgabe. Schwarz. 8 8 6 6 5 5 3 2 2 a b c d e f g h Weiß. Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt. .Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: ©erben, ft e r 6 e n, E r b e n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießew