N DWk I MMM iKPMl nftafajjiiJa SWS WW^WM^M LLLLL.».- ' .........■■■n^wHrwwir -/Ärm->chi^«^E«-ElMrn! Friedel halb-süß. Noman von Fedor von Zobelti tz. lFortsetzung.) (Nachdruck verboten.) 1 „Verehrter Herr Friedel, geht denn nicht alles, wie e's nur gehen kann? Selbst die Idee mit dem sogenannten zuckerlosen brnt Ar Diabetiker hat eingeschlagen, lute die Bestellungen beweisen. Zn den drei Aerzten, die seine Unschädlichkeit für Zuckerkranke bezeugen, tst noch ein Geheimer Medizinalrat getreten; ich habe seinen Namen bergest en, aber sein Brief liegt vorn. Was will man noch mehr < ,Es sind auch keine Geschäftssorgen, die mich plagen, Kesselholz. Mein Mater gefällt mir nicht." . Der Prokurist neigte den Kopf und zog dabei dre Schultern hoch. „Mir auch nicht, Herr Friedel. Daß ichs offen gestehe. Irre ich mich, oder ist er in letzter Zett auffallend stark geworden? Er sieht so aufgeschwemmt aus. „Ja, das sieht er. Es geht eine Veränderung nttt ihm vor. Seine ganze Arbeitsfreubig feit ist vorder. Ich bin froh, wenn er nicht iin das Kontor kommt. Er bringt mir alles durcheinander. Gesterir hat er zehntausend Flaschen Spärkling Hock nach Cardiff beordert, ohne daß eine Be- stellung vorlag. Als ich ihn auf beit Irrtum aufmerksam machte, lachte er, schlug sich dann v o rd en Kopf,ri cf, er sei so vergeßlich geworden, und Meinte schließlich, dann müsse er von der Order wohl geträumt haben." Kesselholz nickte. „Mir ist Aehnliches Mit ihm passtet t, Herr Friedel," sagte er. „Ich kontrolliere seine Befehle deshalb immer im Geheimen nach. Unter uns: es ist so seltsam, aber es ist so. Ich glaube, das mit der gnädigen Frau, das !jst Hm doch wohl sehr nahe gegangen. Es muß schon sso sein. In Wiesbaden erzählt man-- na aber, ich will nicht klatschen!" . ;,Keine Rede von Klatsch. Sagen Sie mtr die Wahr- beit.'Kesselholz. Was erzählt man in Wiesbaden?'' „Ach Gott — na —" Kesselholz kraute suß hmterm Ohr H „der Feßler ist ja so eine lebendige Chronik— und der will wissen/ Itüer Herr Kommerzienrat bezahle tin Nassauer Hof die Rechnungen für eine gewisse Gr asm Orczelska —i oder so ähnlich. Fehler kennt sie: rothaarig, sagt er, natürlich gefärbt — und auch sonst Anstrich m allen Farben. Also so eine Gräfin links um die Ecke." Fritz setzte sich. Er war sehr ernst geworden. „Haben Sie 'eine Ahnung," fragte er, „ob der Geldverbrauch meines Vaters in letzter Zeit sehr erheblich gewesen ist?'' „Keine Ahnung, Herr Friedel. Der Herr Kommerzienrat verkehrt immer nur direkt mit der Bank. Aber als Mitches können Sie sich ja jeden Augenblick die Konti vor- Ieinen Xciffen/' „Das würde auffallen. Schönen Dank, Kesselholz. Und bleiben Sie bei dem Nachkontrollieren der Orders meines Vaters." h ' In der Tat: eine neue Sorge hüb an. Daß der Vater sich die Abreise seiner Frau zu Herzen gehen lasse glaubte FrH nicht. Dazu war die Ehe zu ungluck ich gewesen. DeM seltsamen Benehmen des Kommerzienrat» mußten ander« 'urSn zu Gründe liegen. Fritz dachte ane„ Erkrankung. Aber wo sollte die Herkommen? Der Vater war immer eine rüstige Natur gewesen Vielleicht lag die Veränderung in seinem Gehaben an dem Zufluß des rothaarigen Geschöpfes mi Nassauer Hof. Fntz^ kannte^den Direktor des ^Hotels und beschloß, ihn gelegentlich über die Person auszuforschen. An diesem Mittage sollte bei dem Bauern Nidderkopp eine kleine, aus irgendwelchen Gründen schon mehrfach verschobene Versteigerung stattfmden. Nidderkopp hatte Fritz besonders darauf aufmerksam gemacht: neben einigen Halb stück trefflich geratenen Goldbergs sollten auch mehrere em 'achere Lagen zur Auktion kommen, für die Fritz Verwendung hatte. Beim Frühstück hatte er den Vater nicht gesehen, Karl August hatte sich auch die Langschläfer et angewohnt. Aber kurz vor zwölf erschien er im Bureau, sargfaltig gekleidet wie immer, in heller Weste und Ueberrock, und mef Fritz heiter zu: „En avant, Fritz! Frisch auf zum fröhlichen Jaaen! Wir wollen zu Nidderkopp und dem langen Rickert die idoffnungen zertöppern! Ottmann, Knpka und Kothe smd auch da - und auch Än paar Moselfritzen Den Goldberg lassen wir Hnen; aber den kleinen Sichelhetmer müssen! wir haben. Den brauchen wir zu unserm Halbsüßen. „Ist auch famos geraten," sagte Fritz. . „Der beste Jahrgang der Lage, der seit langem ans Nidderkopps Keller geht." , Auf der Fahrt zu Nidderkopp beobachtete Fritz seinen Water scharf. Und dabei schwanden alle seine Bedenken, Lächerlich, diesen Mann für krank zu, halten! Seme Gesichtsfarbe war blühend, das Auge frisch, das ganze Stch- geben wie immer: ein wenig burschikos, frei, ungezwungen, ioraenlos. Er erzählte, daß er am gestrigen Abend tm Theater gewesen sei, in einem kleinen Barmte, tu dem sich Ringkämpfer produzierten, und da nahm Fritz dm Gelegenheit wahr, etn wenig auf den Busch zu klopfen. „Solo, Papa?" fragte er Mit lustigem Augenzwinkern. ,/Oder in polnischer Begleitung?" _ Der Kommerzienrat stutzte leicht und lachte dann fröhlich auf. '„3 je,'" rief er, „bist du hinter meine Schlich« gekommen?!" < „Du kennst ja die Akustik der Gegend. Ich rate zur mujßt ■nötiff Bin schon vorsichtig. Ah bah, ein kleines Abentemr Eine Mdtiche Polin, mit der W du paar Mal soupiert habe. Junge, du wirst mir doch nicht ettoti eine Moralpauke halten wollen?' „Ich denke »licht dran. Nur laß btr nicht zu tief in dje Tasche greifen!" 682 Der Kommerzienrat lachte wieder. „Auch noch! Fehlte tnir grade! Nee — dazu sind wir zu Helle. Dummheiten jmachen wir nicht. . . ." t Mm war Fritz beruhigt. Er klopfte scherzend auf die straffsitzende Weste des Vaters. „Du rundest dich ab, Papa," sagte er. „Wie denkst du über Marienbad?" „Gar nicht. Ich hasse alles Kuren und noch mehr alles Kürgemäße. Sonst hast du recht: Ich komme in die Aera der Rundung hinein. Ich fange an bequem zu werden. Nix paßt mir mehr. Die äußere Schönheit ist hin. Wer der innere Wert bleibt ■— hoho!" Er lachte ^abermals. Dies Lachen war das einzige, was Fritz störte. Es hatte einen merkwürdig hohlen Ton und etwas Erzwungenes. Es war nicht das alte, ftische, herzhafte Lachen. w Bei Nidderkopp hatte sich bereits eine kleine Gesellschaft versammelt. Seine Kellereien waren nicht groß, auch von keinerlei architektonischer Eleganz. Aber sie waren praktisch angelegt und gut gefüllt. Die Versteigerung hatte noch nicht begonnen, als die Friedels eintrafen. Man war noch beim Proben, und der Auktionator, ein junger blonder Mensch, probte aus Gefälligkeit mit. Wer er schlürfte den Wein bedächtig in die Kehle und spie ihn nicht wieder aus wie die andern. Das ganze Bild erinnerte an Hasenclevers berühmtes Gemälde „Die Weinprobe" im Berliner Museum. Nidderkopp hatte eine blaue Schürze um und spielte sich mehr als je auf den Bauern auf. Er ließ heute auch die „soziale Frage" beiseite, sprach überhaupt wenig und half dem Küfer beim Einschenken. Die Gläser standen auf einem leeren Faß; ein Junge spülte und trocknete sie immer wieder aus. Wenn der lange Rickert kostete, behielt er den Wein eine Zeitlang im Munde. Der kleine Beuermann warf ihn gewissermaßen aus einer Backentasche in die andere. Der dicke Kupka „kaute" ihn, und man hörte dabei seine Zähne knirschen. Herr Ottmaun aus Eltville, der auch dabei war, zog ihn mit vernehmbarem Schlürfen durch die Lippen und machte die Zunge hohl. Mit stiller Gewissenhaftigkeit prüfte der Weinhändler Kothe aus Wiesbaden. Sein Mund wurde breit beim Kdsten,; er lehnte den Kopf zurück und schloß die Augeu Er war ein ganz feiner Kenner. Uebrigenss waren auch sonst noch ein paar.Wiesbadener Händler erschienen. Wer sie wären am liebsten gleich wieder fort- igegangen. Der Kothe ließ ihnen ja doch nichts. Die Ankunft der Friedels unterbrach die Probe nicht. Man drückte ihnen schweigend und mit vollem Munde die Hände. Nur der lange Rickert spuckte aus und sagte lachend zu Fritz: „Herrjeh, lieber Herr J-riedel, ich denke, Sie sitzen bereits im Kefterchen!?" „Ich hab's nicht so eilig," erwiderte Fritz. Und dann trat ein unangenehmer Augenblick ein. Otto Spannuth stieg die Kellertreppe herab. Aber sein Takt half über das Fatale des Moments hinweg. Er grüßte nach allen Seiten hin, grüßte mit kurzer Kopfneigung auch ?u Fritz und seinem Vater hinüber und begann dann mit kothe zu plaudern. Während der Auktion blieb Nidderkopp nicht anwesend. Das geschah nie. Er setzte sich draußen im Hofe auf einen großen Prellstein, ein abgegriffenes Notizbuch in der Hand, und ließ sich von einem seiner Angestellten Bericht über die Versteigerung erstatten. Dann rechnete er und schimpfte dabei forttvährend halblaut vor sich hin. Die besseren Lagen erstand sämtlich Kothe, bis auf ein Halbstück Goldberg, das seiner Ansicht nach schlecht „geschönt" war. Die Wiesbadener Konkurrenten wüteten und verließen demonstrativ den Auktionskeller. Sehr lebhaft wurde der Kampf um die kleineren Lagen, vor allem den Sichelheimer. Die gesamten Champagnsr- sabrikä.nten griffen ein. Für die Firma Friedel bot Fritz. An dem Sichelheimer lag ihm sehr viel; er steigerte be? ständig von hundert zu hundert Mark, bis er schließlich nur noch mit Ottmann zu kämpfen hatte. Dann begann sich unerwartet auch Otto Spannuth zu beteiligen. Mit Bewilligung der Versammlung wurde der gesamte Sichelheimer gemeinsam versteigert. Fritz hatte für das Lager achtzehntausend dreihundert Mark geboten. Das war schon hoch getrieben; aber Fritz glaubte, daß der Wein sich noch mehr entwickeln und daß man ihn dann für die besseren Marken verwenden könne. Otto Spannuth steigerte um zweihundert Mark. Jetzt schwieg Fritz. Es widerstrebte ihm, grade diesen Mann zu überbieten. Eine kleine Pause entstand. „Blödsinnig," murmelte Rickert. „Viel zu teuer," wisperte der kleine Beuermann seinem Nachbar zu; „ime will denn der Spannuth aus seine Kosten kommen?" H „Sein Schwarza-Etikett ist miserabel geworden," wisperte Ser Nachbar zurück. „Die reine Einreibung," wisperte Beuermann. „ Der Hammer des Auktionators siel dröhnend auf das Faß. „Zum zweiten!" — Plötzlich rief der Kommerzienrat: „Schlußgebot für K. A. Friedel — neunzehntausend Mark!" Spannuth setzte sich ruhig auf einen Holzklotz und sprach nicht mehr. Fritz schaute seinen Vater fragend an. War das nicht wirklich eine verdreht hohe Summe für diese paar Halbstück? — Die Köpfe neigten sich zueinander; em Flüstern Hub an. I Gott bewahre, was machte der. Kärl August?! — „Nana, Herr Kommerzienrat!" ries Rickert. „Für meinen Privatkeller," antwortete der; „das Geschäft trägts nicht." Der Sichelheimer fiel der Firma Friedel zu. Draußen auf dem Prellstein saß Nidderkopp und rechnete noch immer. Wer er schimpfte nicht mehr. Nun sollte auch Mauritius, den neuen Gaul bekommen, den er sich wünschte. — „Warum hast du gleich so hoch gesteigert, Papa?" fragte Fritz seinen Vater auf der Heimfahrt. „Weil ich dem Spannuth jedes weitere Gebot ata- schneiden wollte. Dem Mrl gönne ich nichts! Sllles, was den Namen Spannuth trägt, ist falsch wie Galgenholz. Ich bin doch der Ueberzeugung, daß seine Bande unser Kirchenstück verwüstet hat — der innersten Ueberzeugung!" ,,Andere behaupten wieder, Leute aus dem Verein Sancta Barbara wären dabei beteiligt gewesen." „Wie kämen die dazu? Weil Pfarrer Wediger den Verein patronisiert und der mein alter politischer Feind ist? Gar kein Gedanke, Fritz! Wediger ist ein schwarzer Halunke, aber so was macht er doch nicht. Gott bewahre — da sitzt die Spannuthsippe dahinter!" Fritz antwortete nicht. Wer die Frevler gewesen waren, kam vielleicht nie an das Tageslicht. Zwei Spannuthsche Arbeiter waren verhaftet und wieder entlassen worden. Fritz glaubte auch nicht daran, daß Otto Spannuth hinter der Niederträchtigkeit stehen könne; das schien ihm ganz ausgeschlossen. Die Namensnennung hatte ihn wieder an Maud erinnert. Der Vater hatte seine Morgenzmtung aus der Tasche gezogen; er aber lehnte in der Coupsecke und schaute aus dem Fenster, und mit seinem Mick flogen seine Gedanken unwillkürlich dem hübschen Chalet entgegen, das sich im Rahmen des Geländes bald zeigen mußte. Oben ein Schloß: der stattliche Neubau des Grafen Wolfrad- Greifeneck. Dann ein freundliches Städtchen, eine Helle Mauer mit der leuchtend schwarzen Reklametnschrift „Schneider u. Co. — Kronprinzensekt" — und nun das Frühlingsgrün einer saubergepflegten Parkanlage mit dem Span- nuthschen Chalet, dessen sonnenglitzewrde Fenster in Blumenkästen zu stehen schienen. Und wieder tauchte ein blasses Gesicht mit rotem Mund und dunklen Augen vor ihm auf. Aber der Zug ratterte weiter: schon flogen die ausgedehnten Fabrikanlagen der Gebrüder Spannuth vorüber, ein langgestreckter Komplex von Gebäuden, alle buttergelb und alle gekrönt von riesigen Blechschildern mit dem Namen der Firma — und dann trat rechtswärts der Rhein näher au die Bahnlinie heran und die Häuser von Schrattsteiw wurden sichtbar. Die Lokomotive gellte. — (Fortsetzung folgt.) Gestohlenes Eut. Von Thomas Gl ahn. (Fortsetzung statt Schluß.) Auf dem' Marktplatze des Kreisstädtchens hielten an eiuetrt wundervollen Januartage zwölf bis fünfzehn Schlitten. Die .Ressource', zu der nicht nur sämtliche Honoratioren der Stadt selbst, sondern auch viele Gutsbesitzer aus der Nachbarschaft gehörten, machte heut' den üblichen Winterausflug. Neben dem Silvesterball war er die Krone aller winterlichen Vergnügungen. In teils gemieteten, teils von den um?--, wohnenden Besitzern zur Verfügung gestellten Schlitten wurde gleich nach dem Mittagessen auf glänzend weißer Schneebahn> eine kleine Musikkapelle im ersten Schlitten voran, Hinausgh- fahren. Das Ziel war immer das gleiche: ein wenige Meilen! entferntes Wirtshaus, in dem der Kaffee genommen ward, ist dessen oberem Saal die Jugend dann lustig das Tanzbein schwang und in dessen unteren Räumen die.trinkfesten Manner sich bei Rotwein oder Grogs sanft anwärmten. Erst am späten Wen8 683 zu machen. (Schluß folgt.) Henri Dunant. Tie Todesnachricht, die aus der Schweiz der Draht zu uns herüberbringt, erweckt die Erinnerung an einen der größten WoW- täter der Menschheit, der sich mit der ganzen Wärme fernes Herzens und dem Eifer eines Neuerers einer Humanitären Sach« angenommen hatte, und dann bis in ein hohes Alter hinein das Glück hatte, in stiller Abgeschiedenheit lebend, die von ihm aus-, gestreute Saat reifen und reiche Früchte tragen zu sehen. Henri Dunant war um 8. Mai 1828 zu Genf geboren als Sohn eines Schweizers und einer Französin. Von Jugend an zeigte er ein feines Verständiiis für die Nöte der Armen und Mitgefühl für die Unterdrückten. Als Schriftsteller erweckte er schon 1857 großes Aufsehen mit seinen Schriften über die Systeme der Sklaverei bei den Mohainmedanern und in den Vereinigten Staaten. Zwei Jahre später machte ihn dann ein Zufall zu dem Zeugen eines weltgeschichtlichen Ereignisses, in das er rn semer Weise, als Philanthrop, tätig eingriff uiid das für ihn die Gelegenheit abgab, een weltgeschichtliches Werk zu schaffen. Er war auf eurer Vergnügungsreise in Italien, als die Schlacht von Solferino geschlagen wurde. Er wurde Zeuge der Schlacht, und die unsagbaren Leiden der Verwundeten machten auf ihn einen tiefen Eindruck. Hilfe von Frauen aus der Umgebung organisierte er einen Ick, aber er hatte doch bisher keinen Aon zu ihr gesagt! Wie konnte sie denn wissen, daß !er überhaupt ernstliche Ansichten hatte? Damals, beim Waldfest vor zwei, drei Jahren, nach der Kußszene, waren sie gerade nach Hause gefahren, als er mit der festen Absicht, sie sich zu sichern, auf den Festplatz zurückgekehrt war. Er hatte sich schwer geärgert. Wer seitdenl hatte sich der Gedanke, daß er einmal Trude Eberhardt heiraten würde, so festgesetzt in ihm, daß er es für ganz natürlich hielt, daß sie auf ihn wartete. Er hatte die Hochschule absolviert, war noch ein halbes Jahr auf ein brandenburgisches Mustergut gegangen und war dann auf die heimatliche Scholle zurückgekehrt. Vor kurzem hatte sein Vater ihm das ganze Gut in aller Form übertragen, gegen bestimmte Sicherungen, und nun hatte er gedacht, mit Trude zu reden. Da kam der unglückselige Forstassessor dazwischen, für den der alte Eberhardt gleichfalls etwas übrig hatte. Wie es mit Trudes Herz stand, mochten die Götter wissen. Aber heut' muß sich alles entscheiden. Er hatte einen Plan erdacht, der hoffentlich nicht fehlschlug. Heimlich lächelnd hatte er seinen Schlitten bisher dicht hinter den andern gehalten. Nun lag die Stadt zurück, weiß dehntest in dichten Schneemassen sich Felder und Wege, jetzt knallten! die Peitschen kräftiger, und die Pferde setzten sich in scharfen Trab. So mochte ein Viertelstündchen vergangen sein, als Friedrich Wilhelm plötzlich die Zügel anzog. (Jin Nu standen die Gäule. „Es ist nichts," sagte er, „mir kommt's nur vor, als oh eine Decke schleift." Damit sprang er ab und machte sich am Schlitten zu turn „Wir bleiben aber mächtig zurück," mahnte der alte Eberhardt. m „Tut nichts. Holen wir dreimal ein. Da, Brauner, em Stück Zucker! Hier hast du auch eins!" Er klopfte liebkosend die schlanken Hälse. Dann sah er einen Moment scharf über die Felder. „Sind Sie auch gut zugedeckt? Ja? Also vorwärts. Er schwang sich auf seinen Sitz, faßte die Zügel, — eirt Zungenschnalzen, und in prächtigem Trab griffen die beiden Tiere aus. Bei diesem Tempo mußten die übrigen bald wieder erreicht sein. . „ _ , Plötzlich machte der Schlitten eine Schwenkung, daß Trude Eberhardt und ihr Vater beinah' seitwärts hinausgeflogen wären. .„O Gott!" hatte das junge Mädchen erschrocken gerufen, während der Alte einen halben Fluch knurrte. Aber ehe sie noch sich gerade gesetzt, hatte Friedrich Wil- helm kurz gepfiffen, und wie der Wind jagten die Gäule dahin.. Nicht mehr die große Fahrstraße, auf der die andern Schlitten mit Musik dahinfuhren — nein, quer durch die Felder ging s nach rechts herüber, auf einem Wege, den die Ernstewagen im Sommer benutzen mochten, den jetzt zu erkennen fast unmöglich ^„Mensch, Gruber!" rief der alte Eberhardt — „was machen Sie denn? Geradeaus geht es!" „Ich fahr' schon richtig!" „Zum Teufel fahren Sie uns! Wohin führt denn dieser verd — — Weg?" . , „Zum Ziel!" rief Friedrich Wilhelm von vorn und ließ die Peitsche tanzen. „Los, Brauner — vorwärts, was ihr könnt!" Hui, pfiff der Wind an den Ohren vorbei! Als wären fie vom Teufel besessen, mit gegen den Wind geneigten Köpfen, stürmten die beiden Braunen vorwärts. „Sind Sie denn verrückt?" schrie der dicke Herr verzweifelt, während seine Tochter bleich neben ihm saß und sich krampfhaft festhielt. Man mußte bei diesem Jagen schreien, um sich verständlich Erfolgte der Aufbruch, und in die gewöhnlich nicht mehr talt? sicheren Klänge der Musik tönte das Lachen und Singen der fröhlichen Schlitteninsassen und das Klingen und Läuten^ der Schellen weit hinaus durch die weiße, einsame Winternacht., So sollte es auch heute werden, und wohl vermummt in Decken, Pelze, Kopftücher, zum Teil auch mit Fußsäcken beschwert, standen die Teilnehmer vor dem ersten Hotel, das als Versammlungsort gleichfalls seit langen Jahren galt. Man war ziemlich vollzählig, wenige nur fehlten noch. Eben, als die, letzten sichtbar wurden und die Kutscher ihre Leinen fester griffen, fuhr von der Hauptstraße her ein prächtiger Schlitten auf den Markt. Den beiden schönen, kräftigen Gäulen, die ihn zogen, flockte der Schaum vom Gebiß, sie warfen die schlanken Köpfe stolz in die Höhe und schienen an dem Klang der gegeneinander abgetönten Glocken und Glöckchen selbst ihre Freude zu haben. Wo das blanke Geschirr ihren Rücken überband, trugen sie stolz die weißen und roten Federbüsche, die allen übrigen Gäulen fehlten, und der Schlitten selbst war so hübsch mit schweren teppich- artigen Decken ausgelegt, daß man warm und behaglich drinnen fitzen mußte wie in der eigenen Stube. „Ergebenster Diener!" sagte der Besitzer des Schlittens, der selbst kutschierte, und sprang ab. Es war Friedrich Wilhelm Gruber. Voll Neid und Bewunderung sah man, während er die einzelnen begrüßte, das stolze Gespann an. Und die jungen Damen lächelten süßer , als je, denn in diesem Schlitten als Herrin zu fahren, mußte ein wunderbares Gefühl fein. Im Herzensgründe hatte jede auch die Hoffnung, daß sie vielleicht, wenn nicht sür immer, so.doch für heute in diese Decken sich eisthüllen, von diesen stolzen Pferhest gezogen werden würde. Endlich war alles zum Einsteigen bereit. Friedrich Wilhelm Gruber hatte glücklich alle Hände, die sich ihm entgegengestreckt, geschüttelt und war dann zum 'alten Eberhardt getreten, dessen rundes, wohlgepflegtes Gesicht ihm freundlich zulächelte. „Hören Sie, Gruber," sagte er, „in den Schlitten da setz' ich mich auf keinen Fall." Dabei wies, er auf einen der haltenden. „Den klapprigen Gäulen bläst ja .der Wind durch alle Knochen. Vater, erbarme dich! Und wenn ich mit meiner Tochter drin sitze, kriegen die Lazarettmähren den Karren doch nicht von der Stelle." oTtbcTe Inerte. „Kriechen Sie nicht 'rein. Ich möcht's auch nicht raten. Aber wenn Sie sonst wollen: Bei meinen Gäulen können Sie ganz unbesorgt sein." „Glaub' ich selber. Hm, was meinst du, Trude? Wenn der Herr Gruber schon so freundlich ist — der Schlitten ist ja fürstlich. Alle Whtung!" „Also abgemacht. Und es ist Zeit zum Einsteigen. Die meisten der Herrschaften sitzen schon. Wie ist Ihnen übrigens der Silvesterball bekommen, Fräulein Eberhardt?" Er hals ihr beim Einsteigen. „Gut — was? War auch wirftich sidel. Lauter bekannte Gesichter. Ich freu' mich, daß ich wieder daheim bin. Nun sitz' ich ja für's Leben fest." „Was bei dem Gute kein Kunststück ist," brummte der alte Eberhardt. „Wo steckt denn Ihr Vater heut'?" „In Berlin. Wir wollen im Sommer zwei neue Maschinen aufstellen. Sitzen Sie auch warm, gnädiges Fräulein?" „Danke schön," nickte sie. Sie war nachdenklich und schweigsam, ganz gegen ihre sonstige Art. Friedrich Wilhelm Gruber merkte es wohl. Die höchste Zeit, dächte er, und auf seiner Stirn erschien flüchtig litte Fakte. Hoffentlich war's noch nicht zu spät. Schweigsam setzte er sich nach vorn und ergriff die Zügel. Die Musik begann zu spielen. In einer langen Reihe setzten sich die Schlitten unter dem Jubel der Straßenjungen und der Teilnahme der ganzen Stadt in Bewegung. Als letzter erst schloß sich der schöWe an. „Ich hab' den Rücken gern frei," antwortete Friedrich Wilhelm auf eine Frage. Dann blieb er wieder still. „Wo steckt denn der Assessor?" riet einer der Herren aus dem Gefährt vor ihnen. „ „Fehlt. Wahrscheinlich dienstlich verhindert. Jammerschade!' erwiderte ein anderer. 'Friedrich Wilhelm hatte die Falte wieder aus der Stirn. Der Assessor — der Forstässesfor aus der Oberförsterei! Er haßte den Menschen. Seinetwegen hatte er zwei Nächte nicht geschlafen. Denn hier und dort hatte er davon munkeln hören, daß aus ihm und Trude Eberhardt demnächst ein Paar würde. Er hatte es' nicht glauben wollen. Aber der Hotelwirt, bei dem er abstieg, wenn er in der Stadt war, hatte vielsagend gelächelt; „Warten Sie den Schlittenkorso ab, dabei gibt's immer eine Verlobung." Er war bleich geworden. Es war ihm, als hätte durch das bloße Aufkommenlassen dieses Gerüchtes Trude Eberhardt bereits eine Untreue an ihm begangen. Es war allerdings lächerlich, wenn er genauer überlegte. Sie war ein gesundes, praktisches, tüchtiges Mädel. Versauern wollte fie nicht. Wenn sich eine passende Partie bot, warum sollte sie nicht einschlagen? Sollte sie auf einen Prinzen warten? Oder ans ihn? 684 Sanitätsdienst, in einer Kirche zik Castiglionerichtete er einen Verbandplatz ein und verstand es hier, dem Gedanken Geltung M verschaffen, daß ein verwundeter Feind aufhort, ein Feind zu sein Die gleichgerichtete Tätigkeit der englischen Kran^npflegerm Florence Nightingale in der Krim, die als hochbetagte Greistn ihm nur kurze Zeit im Tode vorangegangen ist, befestigte in ihm die Ueberzeugung, daß es im Kriege eines freiwilligen Sanitätspersonals bedürfe mit guter sachgemäßer Vorbildung und steter Bereitschaft, das ein Privilegium vollständiger, Neutralität erhalten müsse. Diese Gedanken legte er, spater m seinem Buche Un Souvenir de Solferino" nieder, indem er an Hand dev Schilderlmgen seiner italienischen Eindrücke sie uberzeugmd zu begründen suchte. Zuerst hielt man ferne Ideen für utopisch, er aber lies; nicht locker. Er führte eine Besprechung rn der Genfer Gest l- schaft für öffentliche Wohlfahrt herbei, die tm Februar 1863 stattfand. Daraufhin kam es zur Gründung eines Rates .dem außer Dunant M. Moynier, fern sMterer eifrigster Mitarbeiter, und der Oberkommandierende der Schweizer Truppen, General Dufour, angehörten. Nach dem Vorschläge von, Moymer arbeitete man einen Plan aus,, nach dem das Eindringen einer nichtmilitärischen Organisation den Berufssoldaten weniger bedenchch erscheinen sollte und bemühte sich um eine Form,, d« allen zivilisierten Nationen angepaßt werden könnte. Schließlich glaubte man eine inter-nationale Konferenz einberufen zu dürfen, die lM Oktober 1863 in Genf stattfand, freilich unter geringer Beteiligung. Aber die einmal ausgesprochenen Ideen fanden wettere Verbreitung, vor allem kam ihnen zugute, daß die Königin von Preußen, Augusta, sich ihrer mit Wärme annaym und schließlich auch Napoleon III. für sie gewonnen wurde. Tie Schweizer Regierung stellte sich nun an die Spitze der Bewegung, sie eener ihrerseits eine internationale Konferenz, die un August 1864 die „Genfer Konvention" abschloß, der sofort 16 Staaten ber- traten. Damit war das „Rote Kreuz" gegründet, lvar die Neutralität für die Krankenpfleger gesichert,, Dunants Gedanke verwirklicht. Nach 'und nach sind alle zivilisierten Staaten der Genfer Konvention beigetreten. sWelche Bedeutung das Role Kreuz in der gesamten Kulturwelt erlangt hat, bedarf kaum werterer Hmry^Dunant war ein Idealist, der eine unglückliche Hand bewies, wo es sich um Dinge des praktischen Lebens handel^. Gr schrieb noch einige Bücher, wie „La renovation de 1 Orient .— von früheren finb „L/empire romain reconstitue iltu> ,/La regence de Tunis" zu erwähnen — und gründete m Algier eine Unternehmung, bei der er sein ganzes Vermögen verlor. Von allen Mitteln entblößt und in Scheu, andere um UntersttitzungM anzugehen, zog sich Dunant von der Welt zurück. Mlmahlich aber erinnerte sich diese des Mannes, dem sie eins der größten Humanitären Werke zu danken hat. In Stuttgart, wo Dunant Ende der siebziger Jahre in einer befreundeten Familie liebevolle Aufnahme gefunden hatte, bildete sich 1896 ein Ausschuß zu seinen Gunsten -stnd 1897 erkannte ihm der Internationale Aerztekongreß, in Moskau den Ehrenpreis der Stadt Moskau zu. Der Schweizer Bundesrat zeichnete ihn durch den Binet-Fendt-Preis aus, dann erhielt er 1901 bei der ersten Verteilung der, Nobelpreise den, Friedenspreis. Hierdurch war er für den Rest seines Lebens aller wirtschaftlichen Sorgen überhoben. 1903 ernannte ihn die Universität Heidelberg zum Ehrendoktor. , .. Die letzten Jahre verbrachte er in dem stillen Städtchen Heiden in der Nähe von Rorschach am Bodeiisee. Mit unvermindertes Interesse verfolgte er bis in die letzte Zeit hinein alle weltbewegenden Ereignisse und besonders die Entwicklung des Roten Kreuzes in allen Ländern. Ms er vor zwei Jahren seinen achtzigsten Geburtstag feierte, bot ihm die ganze Welt dankbar ihre. Grüße dar, ___________ Dar umgebaute Ztadttheater in Mainz. Das liebe goldene Mainz mit seinen vielen Toren und Türmen ist wieder um einen neuzeitlichen, geschmackvollen Monumentalbau reicher Seit dem Sonntag steht das nach den Plänen des Baurates Gelius umgebaute Theater dem Publikum wieder offen Und Shakespeares niedlicher „Sommernachtstranm" gab dem Hause die Weihe Goethe hätte vielleicht auch einmal zu Wort kommen dürfen. Sein „Tasso" als Eröffnungsspiel oder'gar der „Faust", das wäre eine Weihe gewesen! . Diesmal kam es aber zuerst doch aut das Theater selbst an. In kaum sieben Monaten ist es trotz der Arbeitseinstellung des betreffenden Baugeschästs, über die der „Gieß. Auz." mehrfach berichtet hatte, vollkommen gelungen, ans dem alten, vielbemängelten Stadttheater ein neues, allen Forderungen der Heutigen Zeit entsprechendes Gebäude erstehen zu lassen, das durch seine edle Linienführung und seine einheitliche Wirkung sowohl, als auch durch die weitgehenden Sicherheits-Vorrichtungen und Verbesserungen der Bühneneinrichtung ieder Anforderung genügt. Nur ungern und notgedrungen war man an eine äußere Veränderung des Baues gegangen, der in den Jahren 1829 bis 1833 nach Plänen des Darmstädter Oberbaudirektors Moller aufgeführt worden war rntb rund 600 000 Mark gekostet hatte. Durch die jetzigen Veränderungen ist zwar der frühere, halb- kreisförniige Vorbau verschwunden Und nur durch eilte sanft« Beugung des jetzigen Mittelbaues angedeutet; aber der mustere gültige "Mvller'sche Zuschauerraum ist gänzlich erhalten geblieben und nur den notwendigsten Veränderungen unterworfen worden. Der neue Vorbau enthält hauptsächlich die Treppenaufgange zu den einzelnen Rängen und die Garderobe. — Nach Schluß der Vorstellung werden die Verbindungstüren zwischen den Rangen geschlossen, fo daß die Besucher, die allein für ihren Rang bto ftimmte beim AM müffln, ift drängen von den einzelnen Plätzen unmöglich gemacht. Einen äußerst angenehmen Eindruck ruft der ^nnenraum deA Theaters hervor, der in Helle freundliche Töne „getaucht rst und and) das Vestibül wirkt durch seine leuchtenden, glanzenden Färbest & Der herrlichste und prächtigste Raunt jedoch, Sender tonfia^ hervorbrachte, ist das Foyer, das sich hinter dem ersten Rangq erstreckt und durch Portieren von dem Wandelgang,getrennt ist. Die Wandbäkleidung ist aus grünem Damast und die Malereiast sind in mattgrauen, blauen und goldenen Tonen gehalten. Fünk hohe Bogenfenster erhellen bei Tage denzweist^hohen Ranm> der abends durch zwei hübsche Kronleuchter fern Licht erhalt VoM Wandelgange des zweiten Ranges kann man durch drei stnstevi artige Oeffnungen das Foyer überblicken. Der Zuschauerranm selbst ist, tote schon anfangs gesagt, nur wenig verändert worden und hat trotz dieser Veränderungen den alten, gemütlichen Eindruck nicht verloren. Die Platze sind vermehrt worden, so daß das Theater jetzt fast 1500 ,')uchauer faßt, und ai/ch die Mihneneinrichtung ist bedeutend erweitert und verbessert worden. Die Bühne selbst wurde um 7 Meter erhöht uch 3 Meter nach hinten und 4 Meter nach unten vertieft. Durch dies« und andere Neuerungen sollen die Pausen aufs Mindestmaß beschränkt werden. Hoffentlich gelingt es auch. u- vermachtes. ' Die Kartoffel als Verräterin. Ans Genua wird der „In!." geschrieben: Eine Kartoffel spielte bet einem Schift, des,en Ladung im Haien von Genua gelöscht werden sollte, dre oeiiateriir und half den Zollbehörden dazu, einen ebenso originellen wie gut ausgeklügelten S ch mu g g l erp l au zu entdecken. ~er Zollbeamte hatte die Ladung des Schiffes löschen sehen und war gerade dabei, dem Kapitän des Schiffes, dessen tmtersler Raum mit Kisten von Kartoffeln ansgesüllt war, die Paviere außzuhandigen, als eine der Kartoffelkislen zerbrach und ihres Inhaltes beraubt wuide. Soiort machten sicb die Matrosen und Arbeiter daran, das,Gut wieder in den Schiffsraum zu bringen, eine Arbeit, die ickmelt getan ivar. Nur einige der Kartoffeln biteben unbeachtet liegen und die pralle Mittagssonne schien darauf. Nun ist augenblicklich in Italien das schönste Sommerwetter, das man sich vorstetlen kann und die Sonne leuchtet so warm, wie den ganzen Sommer über es nicht der Fall gewesen war. Wer beschreibt das Erstaunen der Anwesenden, als die Oberfläche dieser Kartoffel plötzlich zu schmelzen begann nnd herabrieselte. Soiort machten sich die Zollbeamten daran, die Früchte des Feldes einer genaueren Untersuchung zu imterziehen. Da ergab es sich, daß die Kartoffeln täuschend ähnlich aus Wachs hergestellt waren, daß sie m ihrem Innern einen Hohlraum bargen, der sorgialtig ausgepotstert war, und der zur 'Aufnahme von kostbaren Spitzen bestimmt ivar. In einigen Kartoffeln befanden sich die wertvollstei; Perlen, m anderen wiederum sah man neben unbezahlbaren Spitzen Brillanten schimmern. Gegenstände, deren Wert mehrere Millionen betrug, waren in diesen „Kartoffeln" herübergeschmuggelt worden, und hätte der Zufall nicht seine Hand im Spiele gehabt, dann wäre die italienische Zollbehörde um die Zollsumme von <50 000 Lire gekommen. Natürlich mußten die Kisten ihres Inhaltes beraubt werden, und man machte sich sofort daran, die Kartoffeln aus ihren Inhalt hin zu nntersucheit. Die Ueberraschung der Zollbehörde soll nicht klein gewesen sein. * Ein feiner Bräutigam. „Sie lassen sich die Briest Ihrer Braut immer postlagernd senden?" — „Gewiß! — Ich kamt sie mir doch nicht ins Asyl für Obdachlose adressieren lassen ! Skat-Aufgabe. gehen, wenn noch Carreau-Aß und Auflösuiig des Logogriphs in voriger Nummer: Laub, taub. Kann das Spiel verloren „ König, also 15 Augen, im Skat liegt? — Auflösung in nächster Nummer; Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck nnd Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steinbrncterei, R. Lange, Gießen.