1910 igrapf MV t M M 68 S® Krw*v^ «» Droesigl. Bioman von Georg Freiherrn von Ompteda. (Nachdruck verboten.) kFortsepimg.) Die Ulanen in Liebstatt hatten einen neuen Kommandeur bekommen. Lange Jahre Reitlehrer in .Hannover, war er.ein leidenschaftlicher Reiter hinter den Hunden. Der machte schon am dritten Tage nach seiner Ankunft Besuch in Kölln. Oberstleutnant von Herrnwerth redete Ludwig sofort zu, wieder eilte Mente anzuschaffen. Auch er sprach etwas von „Tradition", vor allem aber sagte er, seine jungen Herren würden sonst nicht reiten lernen, und Herr Droefigl-Kölln erwürbe sich damit ein Verdienst um die Armee. Nun kamen die Ulanen öfters. Ja, sie überfielen manchmal das Schloß in Haufen. Ludwig Droesigl strahlte. Agathe aber meinte ängstlich, wie eine kleine Hausfrau: — Ludwig, da wird einem ja himmelangst um das Essen. Die Herren sprachen von der Jagd, immer wieder von der Jagd- so faßte Ludwig den Entschluß, zu dem er sich scheinbar drängen ließ: in England zwanzig oder dreißig Koppeln Hunde zu erwerben. Der Oberstleutnant, ein rastlos tätiger Junggeselle, der sich, wenn er nicht Dienst hatte, Beschäftigung schuf, machte Ludwig den Vorschlag, ihn nach England zu begleiten. Seinen Herren hatte er die kommenden Jagden mitgeteilt, und als sie nun, ihre Freude auszudrücken, sich in großer Zahl in Kölln ansagten, gab es bei Tisch eine Art Huldigung durch Gläserheben und Hipp-Hipp-Hurra für Ludwig Droesigl, der fast verlegen aufstand, sein Glas zu präsentieren, während es ihm vor Stolz abwechselnd warm und heiß ward. Als die Herren nach .Hause fuhren, sagte ein blutjunger Leutnant, ein blondes, näselndes Kerlchen, das schon manches Rennen hinter sich gebracht hatte, aber dessen loses Maul ihm vielleicht noch einmal dienstlich das Genick brechen konnte, wenn es nicht vorher der Pardubitzer Wassergraben oder der Karlshorster Sprung getan haben würden: — Herrschaften, den haben wir gut dressiert! Der Oberstleutnant drehte sich um — er fuhr selbst den Krümper — und drohte ihm mit der Peitsche: '—Hören Sie mal, Sie haben hier keinen von den Nennonkels vor sich, Fleischermeister außer Dienst und Remistallbesitzer. Während sich Ludwig mit Oberstleutnant von .Herrnwerth in England befand, blieb Agathe ganz allein. Er schrieb seiner Frau täglich; wenn ihm die Zeit knapp ward, nur ein „Sleep well". Alle Briefe ordnete sie mit 'Seidenfäden umwickelt in ihrem Schreibtisch. Ihr wurde die Zeit nicht lang. Sie fuhr mit dem kleinen Erich spazieren, und bei Tisch ließ sie die Kinderfrau mit Platz nehmen, damit ihr Sohn sozusagen mitäße. Der Kleine trank und schlief und schlief und trank. Als der Oberstleutnant wegen der Herbst-Übungen zurück- kehrte, blieb Ludwig noch in England, um Jagdpferde zu kaufen. Endlich kam er zurück wie ein Pferdehändler mit einem ganzen Transport. War das ein Wiehern und Her umbocke n beim Ausladen am Bahnhof. Agathe, die nichts von Pferden verstand, sagte, als Ludwig ihr die einzelnen Tiere zeigte, bei jedem: — Oh. der schöne Schweif, ah, der hübsche Kopf. Ludwig meinte, so dürfe sie sich vor den Menschen nicht äußern. Er wollte ihr ein paar reiterliche Redensarten beibringen, eilte Mühe, die ihr Vater sich nie genommen, Agathe war nachdenklich geworden. Sie fragte Ludwig, warum sie denn den Leuten Eindruck machen solle durch eingelernte Worte? Er brummte etwas und schien ein wenig verlegen. Nun ritt er täglich mit dem Huntsman, den er gleichfalls in England verpflichtet hatte, in die Heide. Agathe'mochte das Geläut der großen weißen, schwarz und gelb gefleckten Hunde gern! wie sie einen mit ihren seltsam trüben Augen anblickten, das gehörte ja gleichsam zum alten Kölln. Von den Nachbarn kamen diese und jene herüber, um die Hunde, die Pferde zu sehen; als der ersten eine die Freifrau von Mengen geborene Honig, denn sie war die Neugierigste. Gegen Agathe von öligster Liebenswürdigkeit, fand sie für Ludwig nur die süßesten Worte. Dann! erschienen Frau von Liegen und Marka von Ehsz zu Pferde mit ihren Männern, und als noch Tiefenaus dazu gekommen, ließ Ludwig einige seiner neuen englischen .Hunter vorführen, 'und die ganze'Gesellschaft ritt zu einer Probejagd in die.Heide. Gräfin Tiefenau blieb bei Agathe. Die beiden setzten sich in die Kinderstube, und als der Kleine eingeschlafen war, schieden sie noch immer nicht aus dem ihnen, lieben Dunstkreise des Kindes, sondern flüsterten und tuschelten über Waschen und Verdauung, Schlasdauer und Ernährung, Kinderfrauen, Sorgen des Wochenbetts, Handarbeiten und Dienstbotenlöhne. Die Gräfin bat sich das Rezept aus von einer Fleischspeise, die sie äinmal in Kölln bekommen, und war erstaunt, als Agathe sagte, sie müsse erst warten, bis Ludwig zurückkäme, denn sie selbst verkehre nie mit dem Küchenchef. Herr Droesigl lief sofort in die Küche. Das Rezept ward ihm französisch ausgeschrieben, er übersetzte es in Eile, ließ es auf der Schreibmaschine tippen und gab es zum Mfchied der Gräfin. — Gedruckt? — fragte sie, und Ludwig antwortete in einem Ton, der Agathe nicht gefallen haben würde: ।— Wir haben drei Maschinen in der Registratur. Nun begannen die Jagden. Und immer hinterher war 184, In Kölln Diner. 'Zuerst beteiligten sich Von den Machbar» nicht viele. Man wollte hören und sehen, wie es ablief. Als man nun aber erfuhr, daß die Ulanen dagewesen und die Artillerie, waren bald alle Fremdenzimmer besetzt, und in allen Boxen standen die Pferde. Man erwartete, Ludwig würde selbst Master sein, die Hunds zu führen. Zu allgemeinem Staunen bat jedoch Herr Droesigl Oberstleutnant von Herrnwerth, die Jagden zu leiten. Die Ulanen freuten sich über die Ehre, die ihrem Kommandeur zuteil wurde, die Gutsnachbarn rühmten des neuen Kölln er Herrn Bescheidenheit. Ludwig Droesigl fand aber bei seiner Entsagung die Rechnung. Immer mehr Offiziere kamen. Immer größer wurde das Jagds Id. Eine Menge Herren, die Ludwig aus Berlin nur oberflächlich kannte, bemühten sich um eine Einladung, ja solche, die früher von ihm keinen Gebrauch gemacht, schrieben ihm wie einem alten Freunde. Doch Ludwig lud nicht jeden ein, von dem er einen Brief bekam, denn Agathe hatte dringend verlangt, jeder, den sie zu empfangen habe, müsse durch einen Freund des Hauses persönlich eingeführt werden. Da ließ Graf Regnier feine Minen springen. Er brachte Herren mit, gleichsam wie eigene Gäste. Dann bat er Ludwig um Verzeihung, aber es sei ein „scharmanter Mensch", und er hg.be ihm keinen Korb geben wollen. In Wirklichkeit jedoch hatte Seine Exzellenz nach Tisch ein wenig mit den Jagden geprunkt, als ob es seine eigenen wären. Es gab ja auch fein schöneres Jagdgelände in ganz Deutschland. In der Reiterweit war Kölln seit langen Jahren so bekannt, daß es nur der Nachricht bedurfte, „die Hunde gehen tvieder laut", um alle Reiterherzen schlagen zu lassen. Und wie einst beim alten Grafen Kölln, so war «s auch jetzt, daß, wer zur Jagd ausgefordert wurde, damit auch zu Tisch geladen war und im Schloß ein Zimmer erhielt, sich umzukleiden. Ludwig vergrößerte sein Personal. Aber nur für die Zeit der Jagden nahm er Leute an, die dann vier Wochen lang in die dunkle Livree mit schwarzen Knöpfen gesteckt wurden. Ludwig war der erste auf, der legte zu Bett. Menn Agathe längst schlief, hatte er noch eine Besprechung mit dem Küchenchef, morgens war er zeitig in der Kanzlei. Er kannte die Löhne aller Leute, setzte die Rationen für die Pferde fest, gab an, woher alles, was in Kölln gebraucht mürbe, bezogen werden sollte. Bon feinem Vater harte er die Arbeitskraft, die eisernen Nerven, die es erlaubten, mit wenig Schlaf sich M begnügen. Von feinem Vater auch jenes Ange, das mit einem Ueberfliegen den geringsten Fehler in den Büchern entdeckte. Er wußte alle Preise, fein Blumenkohl konnte höher angefegt werden als das Jahr vorher, ohne daß es ihm auffiel. Im großen Gemeinwesen dieses Schlosses war peinlichste Ordnung. Da gab es kein nächtliches Stelldichein auf verschwiegenen Korridoren, in Wäsche- und Vorratskammern. Ueber- all schien das Auge des Herrn zu wachen. Agathe brauchte sich um solche Dinge nicht zu kümmern. Sie begrüßte die Herren, fie saß bei den Damen, inzwischen sah sie einmal -- sie nährte nicht mehr — nach ihrem Sohn. Sie erschien bei Tisch, und doch brachte^ sie den Kleinen noch §u Bett. Wie war überall, als habe.sie schon von Ludwig gelernt. In dieser Zeit, wo die Gatten sich fast nie anders als in Gegenwart eines Dritten trafen, hatte fie fein trauriges Wort darüber-, daß ihr Mann ihr beinahe nicht mehr zu gehören schien. Sie begnügte sich mit einem Kuß am Abend und der leisen Frage ins Ohr, tveiin er ein ernstes Gesicht zeigte: — Bist du gut? Immer mar er gut gegen fie, immer ritterlich, immer gleichmäßig. Der Ruf der Parforce-Jagden in dem altberühmten Gelände, auf den vorzüglichen, englischen Pferden, hatte sich weit verbreitet. In den Sportzeitungen standen Ar- rifel — ein Teilnehmer mußte fie verfaßt haben — über den Verlauf der Jagden, das Wetter, das gute Arbeiten der Hunde. Mn Schluß wurden bann meist die Teilnehmer genannt. Der Oberstleutnant gab Ludwig ein solches Blatt. Er steckte es ein, denn er hatte noch eine Besprechung mit dem Haushofmeister. Leise betrat er sein Schlafzimmer, öffnete, wie jeden Wend, die Tür zum Kinderzimmer, Ku lauschen, ob der .Weine schliefe. In dem dämmerigen Gemach, in dem nur das Nachtlicht brannte, hörte man den ruhigen Atem des Kindes. Ludwig trat an die Tür zum Schlafzimmer seiner Frau. Auch da mar alles still. Er zog leise die Lackschuhe aus. Wie er sich dann des Frackes entledigte, dachte er an den Zeitungsausschnitt, den ihm der Oberstleutnant gegeben. Er streckte sich ans, nahm gähnend das Papier. Ihm fielen! fast die Augen zu, als er feinen Namen las. Nun wurde er aufmerksam. Mit Wohlgefallen blieben seine Blicke auf den Sätzen ruhen: „Mer wir motten es alle dem Münire danken, der bie; Tradition aufrecht erhält des alten Schlosses Kölln mit feinem unvergleichlichen Jagdgelände. Dieser Mann, einer der besten Reiter im Felde, ber in feiner Bescheidenheit die eigene Menke nicht selbst führt, fonbern unter feinen Gästen reitet, als wäre er eingeladen wie fie.’ Solche Jagden haben einen nicht zu unterschätzenden Wert für die Armee. Sie sind wichtiger als Rennen, die, wie es in der Natur! der Sache liegt, doch nur der Reitfähigkeit von ein paar einzelnen zugute kommen können. Sie sind berufen, ein ganzes Offizierkorps in der Feldtauglichkeit zu fördern, und Oberstleutnant von Herrnwerth, der Kömntandeur de« Liebstatter Ulanen, dem der Schloßherr von Kölln die Masterschaft übertragen hat, wird es für feine Herren nicht hoch genug anzuschlagen miffen, was ihnen da geboten wird. Wer in dem schwierigen, aber doch fairen Jagdgelände jede Woche zweimal bis zum Hallali hinter den Hunden bleibt, von dem können wir auch annehmen, daß er an den Feind kommt und seine Meldung zuriick- bringt." Ludwig Droesigl lächelte leise vor sich hin. Wie bann davon die Rede war, daß Agathe die Honneurs mache, liebreizend und zu aller Zufriedenheit da näherte' er das Blatt der Glühbirne auf dem Nachttisch. Als er aber dann las, auch Prinz und Prinzessin Hohengart, Schwager und Schwägerin des Schloßherrn feien anwesend, setzte er sich beinahe aufrecht int Bett und überflog noch einmal von Anfang bis zu Ende all die Namen der Prinzen, Grafen und Herren. Jagd- und Hausgäste von ihm — Ludwig Droesigl. Es kam bald heraus, wer die Berichte verfaßte, die jetzt täglich nach Tisch von Hand zu Hand gingen: niemand anders als Seine Exzellenz der Kaiserliche Gesandte zur Disposition Graf Rögnier. Die kleine, schriftstellerische Leistung machte ihm viel zu großen Spaß, als daß er imstande gewesen märe, es lange zu verbergen. Graf Regnier war die Seele der Unterhaltung. Bei jedem Jagbdiner hielt er eine Rede auf die Damen: Agathe, Prinzessin Hohengart, ein- ober zweimal auch die alte Gräfin Lindenbach, seine Tochter, nun schon junge Frau, Frau von Eysz, Fran von Liegen, Gräfin Tiefenau und die geborene Honig. Jedesmal schmunzelten die Gesichter, wenn ans Glas geklopft wurde und das fröhliche, gerötete Antlitz mit dem weißen Haar anftanchte. Darüber vergaß man sogar das Spiel. Es schien eigentlich zum Schloß ztt gehören. Anfangs machten einstige Teilnehmer der alten .Köttner Jagden erstaunte Gesichter, als keine Anstalten getroffen wurden, in das Spielzimmer hinüber zu gehen. Sie meinten, jetzt müsse die Dienerschaft verschwunden und der alte Elßmann allein mit der Flasche um den Tisch gehen. Doch die Dienerschaft blieb, und nach Tisch wurde nichts anderes an- geboten als Schnaps und Kaffee. Die Damen wurden nicht mehr hinausgegrault, damit das Spiel beginnen, könne: Die Hausfrau hatte ihr Recht. Trotz bem nahm wohl einer den andern beiseite: — Wird denn heute nicht ein kleines Kuchen gemacht? Es wurde keines gemacht. Als jemand Ludwig lächelnd darnach fragte, sagte er mit höflicher Entschiedenheit: ' " — Pardon, einmal sind Damen da, und dann die jungen Offiziere. Oberstleutnant von Herrnwerth wußte ihm Dank. Ein trinkfester Mann, im Sättel der erste, nicht umzubriiigen und nicht müde zu bekommen, duldete er doch kein Spiel. Da hieß es wohl aus erstauntem Munde: „Aber Droesigl hat früher gejeut wie ’ne Statte i" nnbj es ging die Legende: „Seitdem er verheiratet ist, rührt er keine Karte mehr an. Er hat es ihr versprochen." (Fortsetzung folgt.) — 186 Unablässig trollt der Hund im Rade vdrwärts, wodurch der MafS- balg, verbunden mit dem Rad, sich "hebt und senkt, die Flammä ans der Esse in stetem Zischen zu erhalten; damit das Eisen, das von allen ©eiten nun der Glut anvertraut wird, stets für des Meisters Griff bereit zum Schmieden liegt. Rings um di« Esse flehen die Schmiede int Kreis, jeder vor seinem Schmiedestock, ans welchem Ambos, Abhieb unb Nageleisen befestigt stich. M« . das nun hämmert. Geschäftig greift eilt jeder nach dem Eisen; «bald von einem Zain ein Nagel abgeschmiedet, wird der andere! Zain, der inzwischen wieder heiß geworden ist, genommen, und so geht es sort. Wer in der Nachbarschaft wohnt und itoch schlafest tomte, der müßte schon schwerhörig oder taub sein; doch auch an dieses Getriebe gewohnt man sich mit der Zeit. Zu meiner Zeit als kleiner Junge habe ich, wenn ich int Bette lag und frühmorgens das GekloPf der Schmiede hörte, nach dem Gehör gelernt, von wem die einzelnen Schläge ansgingen, denn jeder Schmied hatte immerhin kleine Eigenheiten in der Handhabung des Hammers. Ich habe weiter nach dem Gehör gewußt, welche, Sorte Nägel .jeder der Schmiede machte, denn mit der Zeit hatte ich gelernt, WUttnel Schläge zur Fertigstellung eines Nagels nötig wären; so etwa, wie man beim Zusammenläuten der Kirchenglocken, oder b« Must- kanten, wann man darauf hört, jede einzelne Stimme für sich verfolgen kann. _ . Es wurden Nagel verschiedener, Lorten gemacht: Rad- mu» Speschennägel, Hufnägel, Lattnagel, in der Hauptsache aber Schals nägel; diese wieder 'in 5 Sorten. — Sobald der Tag anbricht und der Hunger Lei Mensch und Tier sich bemerkbar macht, machen die Schmiede Pause und gehen heim zum Kaffeetrinken Bis manch' anderer die Augen aufmacht, hat der Nagelschmied scho>t fest gearbeitet, er nimmt, wurfweise gezählt (Wurf — o etiler), btt) Nägel mit nach Hause. Im Ofen sind Kartoffeln gebraten worden, dazu frischer Schmierkäse uttb Kaffee, lver wollte mehr? Wenn ein Nagelschmied etwa 14 Tage gearbeitet hat, daiM geht er „weg mit Nä'l", d. h. er besucht seine Kunden, die Lchuch- macher, Dachdecker nsw., um seine Ware abzusetzen. Jede Lvrts für sich in einem Beutel, wird die ganze Last auf ein Ress 9^ Hunden und mit diesem auf dem Rücken schreitet der dragelMn-t« fürbaß. Der große Umkreis der Wetterau, bis in die Taunusbbr>«v hinein, ferner alles übernt Vogelsberg, die Rhön und dre Fuldaer Gegend ' bildeten das Absatzgebiet der Rainröder NagelsckMiede. In 4—5 Tagen kehrt der Schmied zurück, müde zwar, doch leer die Beutel auf dein Reff, dafür aber gefüllt der Beutel m der Tasche. Und die Neuigkeiten, die es gab da drangen in der Welt, am Schniiedflvck wurden sie von Men Seiten besprochen uns gewürdigt. Zieht der Frühling ein ins Land, dann verringert sich des Zahl der Schmiede in dem Kreis, denn manch einer hat em Feld, das er beginnt mit Fruchten zu bestellen. Dann ist s nicht mehr so schön in der Schmiede, wie es im Winter war. Zivar wrt« die freie Zeit im Sommer iwch in der Schmiede ausgenutzt; dich gehts dem Herbste zn, dann hinaus in den grünen Wald. Jetzt gilfg. die Köhlermeiler aufzubauen und Kohlen nsteder für den Bedarf des Jahres zn brennen. Wenn damals ivvhl leinand ans imwegsamem Pfad im Walde sich verirrt und zu den Metterst kam (denn der Touristen und Wege, wie es heute sind, gabs juft noch nicht zu dieser Zeit), der mußte, wenn er ne nickst kannte, sich flirchten vor den Köhlern rabenschwarz. Gleich einer Wildnis Ivars; die Hütte nebenan mit Moos, Geäst und Raten wohl bedmt. Darin, auf Stroh gebettet, schläft wohl einer, zwei, indessen draußen an den Meilern einer auf der Mackst ist mit der Lchippe, nm etwa da, ivo die Flamme auszubrecheii droht, dieselbe mit Erde wieder gut zn bedecken. Wie hat man sich gefreut als Junge, wenn man hinaus durfte zn den Köhlern, um Eisen oder sonst was hinzutragen. Man iännt sie ja, doch nur beim Namen, wie man int Dorf sie nannte: Der „Oelchamies", der „Schottes , das „Preußi" usw. In 14 Tagen etwa ist der Kohlenbrand geschehen. Der „BrückebürgermcisterS Hannes" soll der beste Schmied gewesen fein, er machte die meisten und schönsten Nagel- — Und heute? Noch ein Schmied ist da, der Schuhnagcl inacht, das „Wölfchen" (Friedrich Bechtold II.). Nur noch dieses Jahr will er die Himdesteuer bezahlen, dann wird auch er c-as Handwerk Niederlegen und mit ihm stirbt eine Industrie, b;e mehr als hundert Jahre gute und schlechte Zeiten überdauert, gänzlich an». Schon in den 30 er Jahren ließ das Handwerk nach, baust Konkurrenz entstand in tzdassau, auch machten die Fabriken schon Trahtnägel. Als aber später noch schuhnagel fabtttmaßm gemacht wurden, da gingS rapid abwärts mit den Rage schrmeden. Tic gute alte Zeit, fie war vorbei. Biele hatün sich beiztest gesorgt für Geld und wandten sich tn den 40 er Zähren, als das Land noch billiger war, zum Ackerbarn Legten ^alecr an, dick bputc flut hPrTU'Ttct WClbf-H. 'SkC OCfytDndjCtCH btt leicht in Sorglosigkeit sich der Zukunft anvertraut, sie kamen ste^ rurück der Allol'l tat ncch das leine, ;te völlig dem Elend Mels- zngeben. Die letzten der ehemals noch Zünftigen wurde» spater) *m' Mißjahre stader Landwirtschaft, dabei der Mangel an Halen später dem Torfe Rainrvd wieder harte Minden Äg Namentlich war es iti den 50 er Jahren die narioffelkrmllM, welche den Bauern sHveren Schaden znfiigtL^lugristetrm wurden die grünen Stengel! jchwarz, da» Kraut ichrumpfte zu- Hundert Jahre Dorfgeschichte. Bon August Konrad, Hungen. (Bei unserem Preisausschreiben lobend erwähnt)) Wenn schon die Kriegsjahre gegen Ende beS 18. Jahrhunderts ist allen deutschen Landeii schwere Rot und Entbehrungen brachten. Und der Bevölkerung schwere Opser auserlegten, so geschah dies erst reckst zur Zeit der französischen RedvAtion. Tie verbündeteit -Oestreicher durchzogen Teutschland, um mit dem deutschen Heer die französische Revolution zu unterdrücken. Turchmärsche und Eingnartieruugeu der Oesterreicher verursachten mannigfache Opfer Mi Geld, Vieh und Naturalien, wovon der Vogelsberg' nicht verschont blieb. — Tie Erhebung Preußens (nach dem zweiten und Mitten ungüiistigen Kriegszug der verbündeten Oesterreicher, Riilsen und Engländer gegen Frankreich) gegen die Napoleonische Herrschaft, hatte der Verlust der Hälfte der preußischen Länder zur Folge und das französische Heer, vorweg seine Generale, bereicherten sich an deutschen Gütern. Und da finden mir wieder, wie auch Unsere Gegend, die Wetterau und der Vogelsberg, unter der Rücksichtslosigkeit der ftanzösischen Blutegel zn leiden hatte. Was Ihnen mit dünkte und was sie erreichen konnten, mußte hergegebest fyerden. Widerstand war nicht möglich, beim brutale Gewalttaten bet Franzosen stanchn ihm entgegen, jede persönliche Freiheit war so gut wie aufgehoben. Handel und Wandel lagen, überall tu Teutschland darnieder, die Franzosen führten Krieg mit deutschem' Geld, Gut und Blut. Wie konnte es da anderstem, als daß Mich in unserer Gegend unter der Last dieser großen Opfer, bei der Unmöglichkeit jeder freien Erwerbstätigkeit, Schulden zu schulden sich häuften, bereu Tragung kaum noch möglich war. — Lrst der deutsche Befteiungskrieg (1813—15) und der völlige smg Über die französischen Eroberer iit der Entscheidungschlacht bei Leipzig, mit der Verfolgung nach Paris, brachte beni beut;men Volk Befreiung vom französischen J'vch Wenn zwar die Einheit der deutschen Lande nicht bestand, so konnten sich doch tut inneren Wettbewerb Landwirtschaft, Handel und Industrie erholen. Und so komme ich, nach kurzer Vorausschickung obiger bekannten weit- 'geschichtlichen Begebenheit zu meiner „Dorfgeschichte". Zivar lasteten noch die Folgen der Kriege auf der Gegend; hie schweren Schulden, die gemacht werden mutzten, und die fvusttge Zerfahrenheit, die unter den ftanzösischen Kriegsscharen überall, eingetreten war, sollten ansgcmerzt werden. Das konnte nur langsam geschehen, beuit die Kraft der Bürger war, icettn nicht erschöpft, so doch auf harte Proben gestellt worden. Dte Gv- meinden waren vielfach nicht mehr in der Lage, ihre Armei« zu ernähren und so legten sich letztere, mit fog. Patenten (Bettel- briefciti versehen, auf den Bettel. Es waren dies aber ntckst etwa sog. Landstreicher im heutigen Sinn, sondern es mußten mitunter ftühcr hochgestellte Personen, die unter den Kriegen irm Hab und Gut gekommen waren, auf diese Weite für dca Erhaltung des eigenen JchS sorgen. Man findet unter den alten Gemeinde-Akten die Anweisungen, wo „dem 9t. N., w anher ge- «ouiimen, 3 Ke. aus der Gemeinde zn bezahlen find' Schullehrer Und sonstige Gcmeindebedienstcten,*) denen ein Gehalt nicht bezahlt tvewdeu konnte, gingen auf der Reihe heruue, d. h. sse min tcn reden Tag in einem anderen Hanse essen. Das Torf Rainrvd bei Schotten überwand dw schweren Folgen bet Kriege verhältnismäßig bald, da cs gewißermaßenl ein Jndnstrieort Ivar, der von der Kriegen noch etwas profitieren konnte. Ums Iaht 1800, und später noch starker, würbe daselbst als lohnendes Handwerk die Na g elfchmtede-Pro feil lv-n betrieben Aehnlick wie an andereit Plätzen fast aiisfchttetzlich andere Professionen betrieben wurden: in Eichelsachsen dleSpiNM räderfabrikativu, in Schotteil die Tuchmachere,, tm hohen,BogAv« berg die Rechen- und Sensenfabrikation. Zu danialiger Zett hatten die emzelnen Prosessionsplätze einen Ruf, -welcher noch erhöht lourbe durch den Zusammenschluß der Fabrikanten zn, Zünften. Das Svlidaritätsbewnßtsein erfüllte bte einzelnen Glieder befl Zunft mit Stolz und verschaffte nach außen beit gehörigen Respekt. Zn dieser Zeit bet guten Konjunktur im Nagelschmiedegewerbe haben sich in Rainrvd Wohlstand und Besitztum gebildet und zum Teil lange erhalten. Ans den Familien waren Vater unb söhne beim Schmiedegeschäst, die Frauen besorgten das Hauswesen und die Töchter spannen das Garn zum Linnen, die Wolle zu «trumpfen unt? Kleidern, und in Scheune und Stall mußten die Kinderl helfen: cs waltete Fleiß und Sparsamkeit und dre Erfolge spornten an — Ungefähr 12 bis 15 Schmieden mögen in Ramrvd,. das damals wohl 500 Einwohner zählte, bestanden haben, m denen jeber einzelnen 6 bis 8 Mann beschäftigr waren. Früh des Atorgens, Wenns galt um 3 Uhr im Winter, Mirde angefangen. Einer weckt den anderen und das Tork kommt in Bewegung. Müde Hunde bellen auf und in Holzschuhen tappt der -schmiede schar über den krächzenden, gefrorenen Schnee, jeder hat tm 'Schurzfell fein £etl Holzkohlen, die er zur Speisung des Feuers zu stellen hat. Wohl Mopst ein junger Fant am Fenster lein dem schätz, bei dem,er, Ms der Wächter die Nacht zehnmal ins Kirschbanmhvrn gcbla>cn, Nebedürstig noch gestynden. DM« zum Geschäft rüst fttzt dw Pflicht. Der SchmWhnnd, der Ijcutejnt der Reih ist, das Rad zi, drehen, springt pflichtbewußt zur Stätt« seines Wirkens hm. *) Ans ZattgesiW gegen die Lehret nicht genauer angegeben. — 136 -» iämincit, die Pflanzen starben al', Mhrmd kich.au denselben ein stinkender Geruch bemerkbar machte. Die. Knollen aber b^ameu schwarze Flecken, verbreiteten beim Kochen En widerlichen Genich «md gingen in den Kellern vielfach tn t*Avlytfr m'vflc stiegen oft bis zu < 'und 8 Gulden Vro .waiier. Äl>St8tÄfe der Schullehrer und ME wurde» liu Laufe der Jahre geregelt. Aus den Zehntl. isttnigen und : Ä -idm^n entstanden feste GÄdstitze. Sa imtftte früher, um dre gcrrnüe' Marrb-Wdung zu erhöhen »Ker em für bis Marvers Töchter zum sMnnetnund a Gier zu t>v- wwu geben. Diese Abgaben, 'welche jährlich zweimal »durch des Pfarrers Magd nach vorheriger Bekanntmachung durch du Schelle unter Beistand des Ortsdieners van den d st alt f. au hoben wurden", wurden im Jahre 1878 «ls perionliche' LeMnaen aufgehoben und in feststehende Geldbeträge lling.ivandelt. Flachsbau welcher früher stark betrieben wurde, liest wohl damals schon stark nach und ist heute (leider?) ganz verschwunden. Kirchen-, Schul-- und Brückenbau legten dem Dorf Ramvod wieder schwere Lasten auf; doch konnte der Kirck-enkasten, der sich in guter Verfassung besann» Die Kosten des Krvchbaues fast a..ein ^^-Der"'Krieg 1866 brachte der Gegend starke Einqnartienmgen bvn Nassauern und Oesterreichern, das Dors wurde auch hiervon. Wie andere Mütze, in Mitleidenschaft gezogen. Im übrigen hat dieses Kriegsjahr, wie auch 1870—71 keine werteren Folgen gehabt,, als daß mehrere Söhne ihr Leben aus den Schlachtst.ldmn li.ßew Am 18. Juni 1871 wurde in Ra in rod die Frredens- oder Kaiser- 'linde gepflanzt, wobei Lehrer.Strack die Festrede hieck. . Jui übrigen befand sich Rainrod vor und nach 1870 ur nicht besonders guter Verfassung. Es war einigen „intelligenten ■ gelungen, gröstere Vermögen an sich zu bringen, lvahrend der größte Teil der Ortsbürger als Taglöhner bei den Reichen und Äs Waldarbeiter, zum Teil auch bei verschiedenen Handwerkers ihr Auskommen suchte. Bis zu diesem Zeitpmikt waren von den 50 er Jahren an viele nach Amerika ausgewandert, daselbst smd manche zu Wohlstand gekommen, andere im Elend gestorben, Mairn wieder die M er Jahre als Uebergang betrachtet werden, so kann man sagen, dast, von den 90 er Jahren ab wreder Wohlstand eingetreten ist. v ,, . . „ ' -Die wieder gewachsene Einwohnerzahl, und tn Verbindung damit die größere Anzahl Schulkinder, bedingte die Anstellung - eines zweiten Lehrers und die Vergrößerung des «cyulhausos im Jahre 1883. Der Bahnbau wurde im Jahre 1886 begonnen Und brachte guteil Verdienst; mit der Eröffnung der Nebenbahn Nidda—Schotten im Jahre 1888 beginnt für Rainvod sowohl wie für alle andern beteiligten Gemeinden eme neue Epoche. Die Gegend ist dein Verkehr angeschlossen und die Gelegenheck, Arbeit und Verdienst zu suchen, eine vielfache. Recht zuletzt ist das rüstige Fortschreiten des -allgemeinen Wohlstandes der vorbildlichen und umsichtigen Arbeit eines weisen Ortsregiments' zu verdanken. Das Mißjahr 1893 konnte überwunden werden. Bürgermeister Biehl, der in diesem Jahre in seinen Dunst ein» gewiesen wurde, geht der Gemeinde seither als Vorbild voran. Unter seiner Leitung ist das Dorf zusehends gewachsem Im vorigen Jahr konnte die neue Quellwasserleitung erösftiet werden, ein Kulturwerk erster Art. Brücken und Wege werden gebaut und wenn hinwiederum ein neues großes Basaltwerk der Arbeiter- Bevölkerung auf lange Zeit sicheren Verdienst bietet, so mögen sich die Verhältnisse des Dorfes Rainvod weiterhin günstig gestalten und erhalten, zum Wohle der Betroffenen selbst und zur Freude aller, besonders auch zur Freude des Verfassers dieses Artikels, eines Rainröders. Vermischtes. . .» Aus dem Leben Papst Leos XIII. Am 2. Martz 'kehrt zum 100. mal der Tag wieder, an deut Leo XIII. geboreni wurde; ei» unendlich von tiefen Konflikten erfülltes und endlich zur Höhe innerer Harmonie und äußerer Größe aufsteigendes Leben nahm hier seinen Anfang. In seinem mehr als 20 jährigen! Pontifikat hat er sich eine strenge Gleichmäßigkeit des Lebens zur Pflicht gemacht, die ihnt allein die Bewältigung der gewaltigen Arbeit erlaubte, die auf ihm lag und ihm noch Zeit gewährte, seinen dichterischen und ivissenschastlichön Beschastigungen nachzugehen. Pünktlich um 6 Uhr erhob er sich jeden Tag, um zunächst sein Frühgebet zu verrichten und eine Messe zu lesen. Eine zweite Messe, bei der der Papst sein Tankgebet sprach, las dann der Kaplan, der den Dienst hatte. Ein Morgenspazier-- gang in den herrlichen Gärten des Vatikans war Leo XIII. Bedürfnis; er besaß eine tiefe Liebe zur Natur und interessierte sich für alle Einzelheiten int Leben der Pflanzenwelt. ?(m Vormittag folgte die große Reihe der Audienzen, bei denen die große Gedächtniskraft Leos und die geistreiche Feinheit seiner Aeuße- ruugen in den Besuchern einen so starken Eindruck hinterließ. Den Abend verbrachte der Papst stets in seinem Arbeitszimmer, das ganz einfach ausgestattet war, mir einen Arbeitstisch und einen Sessel nebst einigen Stühlen enthielt. Das einzige, was diesem Gemach eine gewisse Heimlichkeit und ' gemütliche Stimmung verlieh, war sdlcks Zwitschern einiger Singvogel, das des Papstes Arbeit melodisch begleitete. Ein Schrillen der elektrischen Klingel rief seinen Sekretär herbei, der ihm die wichtigsten Steilem aus den Zeitungen vorlesen mußte', die vorher von einigen dazu bestimmten Prälaten bezeichnet wurden. Dann las der Papst mit ihm seine Lieblingsdichter, am häufigsten Vergil Und 'wanke, und stundenläng diktierte er so schnell, daß, die fletßtge ttedtr! des Sekretärs kaum Nachfolgen konnte. Bis lange nach Mckter- nacht brannte stets die elektrische Lampe in seinem Arbecksraunk, häufig bis zum Morgen; sie war zumeist das letzte Licht, das tn dem Vatikan erlosch. Aber auch im Bett noch- wär fein Geist, tätig. Wieviel der Papst, der von sich selbst die größten An- iveuquugen forderte, auch von seinen Beamten verlangte, geht z. B. daraus hervor, daß er seinem Bibliothekar einmal bte Bedingung stellte, er müsse ihm in geht Tagen seine Prival- bibliothek ordnen, und als dieser das für unmöglich erhärte,. Befehl gab, man solle eine Leiter bringen, die Tur zuschließen, dem Bibliothekar sein Essen in den Büchersaal bringen, worauf die Arbeit in sechs Tagen vollendet war. Die geistreiche L-charfg LeoS äußerte sich in manchen witzigen Bemerkungen, von denen wir hier eine wiedergeben. Ein Maker, dem der Papst einige Sitzungen gewährt hatte und der ein recht unähnliches Portrat zustande gebracht hatte, bat den Papst, ihm doch einen Bioelspruch und seinen Namen unter das Bild zu setzen. Ter Papst ließ sich bereden, und unter denk Porträt stand zu lesen: Vatikan, 29. 4. 190,1. „Seid getrost, ich bin's." Leo XIII. * „Fr a u e n l i e b e u n d -Leben i in XX. Jahr hundert" nennt sich ein Liederkranz „frei nach Ehamisso" von Anim Julia Wolff. Illustriert von Paul Haase (Verlag „Harmome", Berlin). Anna Julia Wolff geißelt die Frau, der Geinüt und Familiensinn fehlt, die als Gattin so oberflächlich ist wie als Braut und Mucker, die in Haus und Hof und Lüche sich gleich vorlrefslich nicht auskeinit. füllt welcher zärtlichen Sorgfalt die junge Mutier ihren ältesten und einzigen Jungen umgibt, das beschreibt Älnna Julia Wolff so: . . „Ö Du mein Öerze, Du meine Lust! Spreewälderin, da, nimm's an die Brust. Solch Püppchen ist doch em großes Glück l Na Amme, da, da hast Du's zurück. Hält gern persönlich es genetzt, Bin leider gar so ttberhetzt. Nur die da früh, nur die da spät Zu Jours, Diners und Bällen geht, Nur die Mondaine weiß zumeist, Was Opfergual der Mutter heißt. O ivie beneid' ich doch den Mann, Den geht das alles gar nichts an. Nil» schaul's mich an und jubelt und lacht, — Fi-donc, es hat sich naß gemacht. O, D>l mein Herze, Tn meine Lust, Spreewälderin, rasch, nimm's an die Brlist. Zll dem reich pointierten Text hat Paul Haase fünf an» sprechende, charakteristische Bilder der mondänen deiilschen Frau gezeichnet. ________ Vüchertisch. — Ter großen.Ausstellung der französischen! Rokoko-Kunst in Berlin, die noch bis 6. März dauert, widmen die bekannten Münchener Dkowatsheste „Tie Kunst" (Verlag Bruckmann) in ihrem eben erschienenen Monatshefte eine glänzende Monographie. 30 der HauptwerL dieser in ihrer Gesamtheit wundervollen Ausstellung sind in dem Heft abgebildet, bte erkennen lassen, auf Welchem hohen Stand die heutige Reproduktionstechnik au gekommen' ist. Den Verfasser des Textes, Professor Amers- dorsser in Berlin zeigt die Kunst des Rokoko im Rahmen der Ge- samtkultur des 18. Jahrhunderts. Ans dem übrigen Inhalt des Heftes seien noch kurz erwähnt der Aussatz über Hugo von Habermann, über den amerikanischen Bildhauer Saint-Gandens, über „Tie Zukimft des Miethauses", über das österreichische Kunsti werk u. a. Logogriph. Als Dichter bin ich überall bekannt, Verändre meinen Kopf: nun bin ich dir verwandt. Aiiflösung in nächster Nummer. Auslösung des. Geographischen Berschichrätsels in vdrigep Mt.l Paris Kairo Rußland Kürnthen Bosnien Kreta Arabien Testern Siam Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brüül'kcheN Umversitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.