Msntag den 29. Vsvember 1909 — M. M : LM i MMpMl! SjjnP'&ssg&Bw>y M W MW Ä Rheinlandstöchter. Romqn von Clars Kiebig. (Fortsetzung-.) (Nachdruck verboten.) „Nun gib doch Antwort — sieh' nicht so stockstumm Um dich! Ach, ach, was warst du früher für ein liebes gutes Kind — und jetzt immer so verbissen! Was haben wir doch für angenehme Zeiten zu Haus in Koblenz verlebt! Wenn ich noch an die Kaffees und die Bälle denke! Aber du hast alles von dir geworfen, ohne Rücksicht, ohne Pietät! Rede doch wenigstens; immer oies verbissene Wesen ist gräßlich!" „Was soll ich sagen, Mama? Du ivürdest mich doch nicht verstehen. Ich hatte es mir anders gedacht." Neldas Stimme klang müde. „Es tut mir leid, wenn dir die Pension zu viel wird ; wir könnten uns ja eine ganz kleine Wohnung nehmen, zwei Stuben und Küche, es gibt nette Gartenwohnungen. Dann könnten wir allein für uns leben. Hier von den Vorderstuben hast du ja doch nichts." ist er etwa nicht gut? Mein ganzes Leben lang bin rch von euch unterdrückt und beiseite geschoben worden — ja, du unb der Papa! — muß mir das jetzt nicht wohl tun, wenn mich einer hochhält und beachtet? Ich hab's ja immer gesagt, nie hab' ich ausreden dürfen, und letzt t— sie zog das Taschentuch und drückte ihr Gesicht Hinern. „Ich habe ein zu schweres Leben gehabt. Du bist ein Undankbares Kind, geh' nur!" Sie schluchzte; plötzlich hob fie lauschend den Kopf. „ z , „„ , Von der Berliner Stube her ließ srch ein Räuspern „Was — was — nein, was für eine Idee!" Die Rätin war geradezu außer sich, sie schnappte nach Luft. „Das mutest du mir AU? Ich soll aus dem Hof sitzen, nichts sehen als Dachrinnen oder Müllkasten — ja, solche Gartenwohnungen kennt man! Keine Seele haben, mit der man mal spricht, immer allein hocken! Warum bin ich denn nach Berlin gezogen? Gerade weil ich gern unter Menschen wollte! Jetzt kann ich mich doch unterhalten so viel ich will — und mit den Borderstuben, das ist auch nicht wahr; wenn Schmolke weg ist, kann ich ganze Stunden drin sitzen, ich hab' sie doch! ' Gartenwohnung! Und das mutet mir die eigene Tochter Au?! Wenn ich nur schon an Schmolke denke, der sich so bei uns eingewöhnt hat — dxr gute Schmolke Jetzt fuhr Neida auf, es ging ihr wie ein Stich durch's Herz. Das war derselbe Tonfall, mit dem die W.tter Siu sagen pflegte: „Der gute Dallmer." 6 '„Sag'das nicht, tch kann's nicht hören ich" - der Fuß zuckte ihr, um heftig aufzustampfen, plötzlich stutzte sre, es ging wie ein Kampf über ihr Gesicht. „Liebe Mama, sag nicht „der gute Schmolke"!" Ihre Stimme klang vöttrg verändert, es lag eine rührende Bitte darin. „Was, ich soll nicht sagen, „der gute Schmolke"? Und ist er ettva nicht gut? Mein ganzes Leben lang bm rch Sre er halte verheiratet« st, die estimierten den .terbtiten war cs auch vernehmen, ein tiefes, fettes — der Mtmännerhusten am Morgen — und dann die Stimtwe des guten Schmolker „Marie, Marie! Bringen Sie mir doch man das Rasier- wasser, sonst hab' ich es immer schon um diese Zeit tu der Schlafstube! Was ist denn los? habe dreimal geklingelt! Hören Sie nicht? Marie!" „Um Gotteswillen. Schmolke Hai teilt Rasierwasser! Ach was" — die Rätin schob die Tochter unsanft bei Seit« — „geh' mir aus dem Weg. das kommt von deinen Dum- mereien!" Mit fliegenden Bändern stürzte sie zur Küche heraus, man hörte in dem langen Gang ihr atemloses Rufen: „Verzeihen Sie, Herr Schmolke! Marie bügelt hinten. Warten Sie einen Augenblick, lieber Herr Schmolke, ich bringe gleich das Rafierwasser!" „Ra, nu wird's Tag! Das fohlte noch, verehrte Ge- Heimrätin, daß Sie sich selbst bemühen! Das leid' ich mcht — o bitte, nein — nein, nein!" Nelda hörte ein Scharren von Füßen — jetzt machte Schmolke die bekannten Bücklinge — und nun die Strmms der Ntutter: „Aber, bester Herr Schmolke, so lassen Sie mich doch, ich tu' es ja gern!" , „Ja, ja, ich weiß, Sie sind eine e>ee!. von tyrau, viel zu gut gegen mich alten Witwer! Mer allens, wo es hin- paßt, Verehrte, was das Rasierwasser anbelangt —" Hier schloß sich die Tür, Nelda hörte nichts nkehr. Mit einem Seufzer trat sie wieder an's Fenster. Warum wav ihr das alles so widerlich? Sie dachte an ihren verstorbenen Vater, der lag weit weg aus dem Kirchhof am Rhein — weit weg, Gott sei Dank! Sie dachte an sein mrldeÄ Gesicht mit den tiefen Äugen und verglich es mit den gutmütig breiten Zügen des Herrn Schmolle. Wie konnte man ganz im selben Tonfall sprechen: „guter Dallmer" „guter Schmolke"? — Sie legte die geballte Faust an den Fensterrahmen und preßte die Stirn dawider, die Kiröchel der Finger drückte« preßte die Stirn dawider, die Kiröchel der Finger druckte« ihr rote Flecken in die Haut. So stand sie, bis die Magd angestürzt kam. ,M, iw) iS denn Herr Schmollen sein Rasierwasser? lieber de Plackerei hab' ich mir versäumt! Re, was mir das arjert, jester« hat er mich erst 'ne Mark jejeben. Ne, jnahes Fraulein- Se jlauben jar «ich, tote jut er is!" Gut' Wer Geld geben kann und auch gibt, ist uatür- lick aut! Und Nelda dachte an die Dheaterbilleits, dre st« und die Mutter Herrn Schmolkes Güte verdankten. St« biß sich auf die Lippen. Seit zwei Fahren wohnte Herr Rentier Moritz Schmolke bei ihnen; er hatte verheiratet« Kinder am Ort, aber wie das so geht, dre eftinuerten den Bater nicht genügend. Mit Haushälter........... — nicht geglückt, so inserierte er: Netterer Herr aus' gebildeten Ständen suM liebst volle Pension und Anschluß in feiner, stiller Familie Offerten erbeten guter " M. <3. 896 Spedition d. Zig. —. 746 — Die Leiden Borderstuben standen grade leer, Frau Rätin Dallmer studierte täglich mit ängstlicher Hast die ,,Bossische" *—■ nebenan der Budiker verlieh 'die, zehn Pfennig pro Stunde — sie schrieb sofort. Herr Schmotke kam, sah und zog eilt. Er bezahlte die höchste Pension, er war das A und das O des Haushalts. Fran Rätin erzählte ihm endlose Geschichten, und er drehte zufrieden die Daumen dabei. Ter Tochter klopfte er die Wangen und machte ihr ein hübsches Geschenk zu Weihnachten und zum Geburtstag; er hatte ein merkwürdiges Geschick, stets etwas Zartes und Passendes zu finden. Ja, er war wirklich gut! Rur ihn nicht im selben Tonfall nennen — oh, im selben Tonfals mit dem Einzigen, Unvergessenen! Mit zusammengebissenen Jahnen stieg Nelda die Treppen hinab. Sie mußte nun fort; was halfs, ob mit Lust oder nicht, sie batte drei Stunden zu geben, eine in der Chausseestraße, eine am .Halleschen Tor, die dritte sehr weit weg am Kottbuser Damm. Gleich würde sie am Klavier sitzen und zählen: „1, 2, 3" — oder auch: „1, 2, 3, 4" — Ader: „1, 2 — 1, 2" — „fis, fis nicht f" — „hier das 6 uicht vergessen!" Und die kleinen Finger der Schüler krochen über die Tasten und griffen falsch und schlugen daneben, Und wenn das Stück zu Ende war, wurde es noch einmal wiederholt und noch einmal, bis die Finger nicht mehr daneben griffen und fis richtig fis war. Und so fort. Sie hatte es ja nicht anders gewollt. „Nur weg von hier, toeg' von Koblenz," hatte sie damals nach dem Tode des Vaters verlangt. „Ich kann nicht hier bleiben,, ich ersticke!" Frau Rätin weinte zwar viel, aber im Grunde hatte sie nichts dawider; es ist nicht angenehm, wenn die Leute eitlem mit herablassend mitleidigen Blicken ins Gesicht sehen und hinter'm Rucken über einen skandalieren. Nur nach Manderscheid wollte sie nicht, r— „bn, filme ich um vor Langeweile!" Und Nelda wollte auch nicht. „Ich muß mich betätigen, Onkel, ich muß arbeiten!" „Das kannst du auch bei uns," hatte der Bürgermeister erwidert; er sah sie liebevoll an, aber er redete nicht weiter zu, er wußte, daß es für ihn eine Unmöglich- teit war, mit der Rätin zu leben; die größte Unmöglich!- keit wußte er nicht. ’ In Neidas Wangen stieg das Rot der Scham, wenn io an Heinrich Hommes dachte. Sie konnte es niemandem agen, aber sie konnte nicht am selben Ort mit ihm sein, ie würde es nicht wagen, die Augen aufzuschlagen. Sie hätte ihn nicht geliebt. Nur die Begier hatte sie an den Rand des Abgrunds gerissen, die kalte Hand des Todes mußte erst kommen, um sie zurück zu ziehen. „Ich kann nicht mit dir gehen, Onkel," sagte sie leise, „auch wenn Mama nicht wäre. Ich kann nicht, frag' mich nicht!" Dallmer war nicht vom vielen Fragen, einzig Mit Wehmütigem Lächeln schüttelte er den Kopf. „Und soweit willst du.fort, bis nach Berlin?!" „Ich will frei sein, Onkel; ich kann das am besten in der großen Stadt, da taucht man unter. Ihr sagt, ich wäre musikalisch, ich werde mich in der Musik ausbilden, das kann so schwer nicht sein. Wenn ich dann Stunden gebe und Mama Pensionäre hat — sie denkt sich das hübsch — wird es schon gehen. Es muß gehen!" Ja, es war gegangen. Nelda mußte lächeln, wenn ihr ihre Hoffnungen einfielen — ein resigniertes Lächeln. Sie hatte sich alles so anders gedacht. Musik — lieber Gott- Da hatten andre auch ganz andres Talent. Nach zwei Jahren war sie soweit, daß sie Kindern Klavierstunden jjctib.j -eine Mark fünfzig die Stunde. Sie mußte noch floh sein. Tränen flössen nicht mehr wie sonst allnächtlich in der ersten Zeit — warum auch? Was ist solch ein kleines Menschengeschick in dem ungeheuren, treibenden Weltall?! In der großen Stadt lernt man am besten, wie wenig der einzelne bedeutet. Einzelnes Hoffen und Fürchten und Freuen und Klagen geht unter im Gerassel der Wagen, im Rollen der Pferdebahnen; es verklingt wie ein Seufzer unterem Stampfen der Hufe. * „Jiiä'jes Freilein, et is 'ne Dame draußen, die will Ihnen jeriie sprechen. Ich habe ihr uicht verstanden, wie sie heißt; sie sprach so leise!" Marie steckte den Kovf zur Tür der Berliner Stube herein. Es war gegen abend, Mutter und Tochter allein. „Mein Gott, Nelda, wer mag das sein?" rief die Rätin, „wer iann dich besuchen?! Nicht hier herein, nicht hier herein !" Sie. riß ängstlich die Schürze ab und warf sie über den Tisch, „Nebenan in Schmolkes Stube, der ist nicht zu Hause! Ich bin gerade beim Strumpfestopfen!"• „Ach, hefte Frau Rätin, lassen Sie mich nur hier herein/« sagte eine sanfte Stimme. In die Tür, an der stämmigen ^Pd^vorbei, drängte sich eine zarte Frauengestalt. Wer — ~ „Agnes!"--- „Geliebte Nelda!" Die beiden Freundinnen lagen sich in den Armen. So hatten sie sich noch nie umschlungen; es war ein Stück verlorner Jugend, das, man wieder umfaßt hielt. Wie ein Kind lehnte die Kleine den Kopf an die Brust der Größeren. Frau Rätin war sprachlos, sie hob die Lampe und ging eine ganze Weile um die Gruppe herum. Nun brach sie los: „Ist es möglich, ist es wahr? Sie sind's, liebe Frau von Osten? Ich traue meinen Augen nicht' Nelda hat mir zwar erzählt, daß sie Ihnen begegnet ist, an die Ehre Ihres Besuchs habe ich keinen Augenblick gedacht. Oy, was waren das für schöne Zeiten, als Sie uns noch auf der Chaussee besuchten!" Und sie stellte schleunig die Lampe hin, schraubte den Docht noch ein wenig höher, setzte sich auf den Stuhl zurück und brach in Tränen aus. „Nelda," flüsterte die junge Frau, „ich hatte solche Sehnsucht nach dir! Ich sehe in dein Gesicht, ich meine, wir sind wieder zu Haus in deiner Giebelstube — weißt du noch?" Sie ließ Neldas Hand nicht los. „O du hast dich gar nicht verändert — aber ich!" Mit einem traurigen Lächeln schlug sie den Schleier zurück und trat näher an's Licht. „Sieh mal wie mager ich bin! Gar kein bißchen frisch mehr, gelt?" Nelda gab feine Antwort, sie mochte nicht lügen; blaß und wehmütig schaute das schmale Gesichtchen unter dem eleganten Hut vor. Es zuckte ihr durchs Herz: So sieht keine Glückliche aus! Liebevoll nahm sie der Freundin den Mantel ab; Hand in Hand, dicht nebeneinander setzten sie sich Nieder, sie sprachen nicht, sie sahen sich nur mit schwimmenden Augen an. Frau Rätin besorgte die Unterhaltung' schon allein, wie ein rauschendes Bächlein floß ihre Rede. Jetzt fragte sie nach Herrn von Osten und der süßen Felicitas. Agnes gab freundlich Bescheid, aber Nelda hörte am Ton, da stimmte etwas nicht, da war ein unterdrücktes Weh. „Und welches Glück hat die Koch gemacht," platzte jetzt Frau Dallmer heraus. „Die war aber auch zu schön! Wir haben von ihrer Heirat in der Zeitung gelesen — aus Koblenz findet es ja keiner nötig, uns mal zu schreiben. Bon ihren großen Bällen steht auch manchmal was drin. Arnheim ist mir der reichste Mann in Berlin, die kann lachen! Sie sind wohl viel mit ihr zusammen, liebe Frau von Osten? Ich sehe die Koch noch mit Ihrem Herrn Gemahl bei uns vorbeireiten — wunderbar! In die muß sich ja jeder verlieben!" Wie die kalte kleine Hand in Neldas Hand zitterte! Auf den bleichen Backenknochen der jungen Fran zirkelten sich runde rote Flecke ab. „Liebe Mama" — Nelda sah die Mutter bittend an —■ „sei doch, so gut, mach' ein bißchen Tee für Agnes; er wird ihr gut tun!" „Freilich, ach Gott, sehr gern!" Die Rätin stob heraus. Sie waren allein. Das Zittern der kleinen Hand wurde stärker, jetzt hob ein tiefer Seufzer die schmale Brust. Nelda sah besorgt zur Seite, nur ihr Blick fragte: Was ist dir? Ein krampfhaftes Aufschluchzen war die Antwort. Beide Arme der jungen Fran klammerten fick) nur Neldas Hals, ein ganzes vernichtetes Lebensglück lag in dem einen Jammerruf: „Er liebt sie!" Nelda brauchte nicht zu fragen: Wen?" Wie die Laterna magiea bunte Schatten auf die Wand wirft, so zogen au ihrer Seele allerhand Bilder vorüber. Nein, sie brauchte gar feine langen Erzählungen, die stolze Gestalt Anselma von Kochs stand greifbar lebendig vor ihr, das zarte weinende Geschöpf hier verschwamm in gar nichts. großer Kummer kam über sie, nicht bloß Mitgefühl! für die Freundin, nein, Schmerz um die ganze Welt. Mer helfen könnte! Leise streichelte sie die braunem Haare an den blau- geäderten Schläfen. „Weine dich aus, Agnes!" Und Agnes weinte, als ob ihre Seele hinströmen sollte; all der unterdrückte Jammer, die angstvolle Spannung kamen zum Durchbruch. Endlich fand sie Worte — im1 3iimner war's still — die leisen Worte klangen wie eine Sterbeklage. (Fortsetzung folgt.) '747 Mne Reiseerinnerung von Prof. R. Walz, Friedberg i. H. Auf der schmucken „Therapia" der deutschen Levante- Linie haben wir die Fahrt von Hamburg nach, Lissabon, Algier, Tunis, Malta, Athen und Smyrna zurückgelegt und befinden uns im Angesicht der Insel Lesbos, der .Heimat des Alcäus und der Fappho. Die Losung lautet: „Konstantinopel". Ein prächtiger Tag im -Ostermonat ist angebrochen; langsam und gemessen steigt der blutrote Feuerball der Sonne empor aus des Meeres flüssigem Gold und Silber. Lustige Delphinenscharen umtanzen den Bug des Schiffes und weisen ihn, den Weg hinein in die Straße der Dardanellen. Beim Anblick des Ida dort zur Rechten taucbt vor unserem Geiste auf das Bild von Trojas heiliger Feste. Man wähnt den helmbuschumflatterten Hektor zu sehen, wie er int Schmucke der Waffen Abschied ninrnrt vorn teuren Weibe und den göttergleichen Achill, dem die Siegesgöttin den frischen Ruhmeskranz um die Stirne flicht. Öede und leer ist das Gestade; alles predigt Vergessenheit, alles Vergänglichkeit. „Was unsterblich im Gesang soll leben, muß im Leben untergeh'n." Allmählich treten die Ufer wieder zurück, Und als die Sonne hinter schweren Wolken verschwindet, sich zum Untergang neigend, steuern wir an der MarmaraJusel . vorüber. Bald hüllt pechfchwarze;Nacht den Himmel ein, und in feinen Fäden strömt der Regen hernieder. Mit ahnungsvollen Schauern und fröstelnden Gliedern nähern wir uns dem Ziele unserer Sehnsucht: Konstantinopel, und werfen lange vor Tagesanbruch in seinem Hafen die Anker aus. Schon im Altertum xpoaozipat;, d. h. goldenes Horn, genannt, weil er, den Austausch der reichen Schätze zweier Welten vermittelnd, Ivie ein geschweiftes Horn rief hineinspringt in das Land, sieht er alljährlich 36006 Schiffe ein- Und auslanfen und ist von solcher Tiefe, daß die größten Dampfer unmittelbar am Ufer aulegen können. Nicht ohne ein Gefühl der Wehmut wünschen wir dem gastlichen Schiffe frohe Weiterfahrt nach Odessa und steigen au Land. Ein reichlich- bemessenes Bakschisch, das in die Taschen der Zöllner hinabrollk, enthebt uns der lästigen Gepäckrevision: nur die Reisepässe werden in der Douane sorgfältig geprüft. Bald sind wir im Gewimmel verschwunden. Verworrener Sprachen Getön dringt an unser Ohr. Auf und ab wogt der Verkehr von dem Hafen nach der Stadt, von der Stadt nach dem Hafen. Mit markerschütterndem Geschrei Preisen Kuriositätenhändler, Wasserträger und Trödler aller Art ihre Waren an; dazwischen heulen weithin schallend die Dampfpfeifen der Schiffe ihr dumpfes, eintöniges Lied. Züge von Wagen und Lasttieren, schwer beladen mit Steinen, Holz oder Säcken, ziehen an uns vorüber. Gar farbenfroh techen der Orientalen bunte Gewänder ab von der ein» achen Kleidung der Europäer, der Franken. Dort schleicht chlürfenden Ganges ein graubärtiger Türke einher, ein Gentleman im Arbeitskleid, dem die Gutmütigkeit auf der Stirne geschrieben steht. Manche tragen statt des dunkelroten Fezes einen grünen Turban: es sind fromme Leute, die schon am Grabe des Propheten waren. Rechts und links blickt man in die endlose Zahl offener Läden und Werkstätten der Handwerker. Früchtehändler haben unermeßliche Mengen von Früchten aller Art aufgespeichert: Kürbisse, Melonen, Apfelsinen, Feigen, Bananen und Ananas. Geldwechsler — cave canera! — kauern dort in einem engen Straßenwinkei oder haben für ihr Geschäft ein winzig kleines, nach der Straße blickendes Fensterchen gemietet. An einer Straßenecke steht, die Hände in den weiten Pluderhosen, in bunter Landestracht ein Soldat. Laug und wirr herabhängendes Haar umrahmt das schmale, bleiche Gesicht, aus dem ein stechendes Augenpaar hervorblitzt: an der Seite steckt im Gürtel die dolchartige Waffe. Es ist ein Kurde. Mit seinen Vorfahren, den Karduchen, machte ikenophon an der Spitze der „Zehntausend" dereinst Bekanntschaft. Nun verstehen wir den I ibelruf der Griechen beim Anblick der gastlichen See: co MXarra, eu Tas Wetter ist trübe und regnerisch. Fußhoch liegt der Schmutz auf den schlecht gepflasterten Straßen. Wir beneiden jene vornehme, tiefverschleierte türkische Dame dort, die sich in einer Sänfte einhertragen läßt und bedauern, unsere Gummischuhe zu Hause gelassen w. haben. Fast an jedem Fuß gewahrt man ihre schützende Hülle; nur die Feuerwehr, die eben im Galopp vorübersauft Und auf einer Tragbahre die Spritze mitführt, scheint sie in der Eile vergessen zu haben. Aus dem kerkerartig vergitterten Fenster ernes ärmliche,-. Holzhauses lugt verstohlen eine Türkin hervor. Ein Leichcnzug bewegt sich in raschen Schritten daher. Vorau der griechisch-katholische Priester und hinter chm tnt offenen Sarge, den 8 Träger an der Hand tragen, mit Blumen geschnmckt die Gestalt des Toten. Zahllose Hunde, ebenso gutmütig wie häßlich- vervollständigen das Straßenbild. — Eine Schiffbrücke, Neue Brücke oder Sultan Valide Brücke genannt, führt uns pon der Altstadt Stambul hinüber nach den neueren Stadtteilen Galata und Pera und teilt zugleich- den Hafen in den äußeren Verkehrshafen und den inneren Handelshafen. Bor uns erhebt sich ein Bauwerk alten Stils, trotzig und wettergebräunt; es ist der Galataturm, bei klarem Wetter ein prächtiges Schaugerüst. An der deutschen Post vorbei geleitet uns Per Dragoman auf allmählich-ansteigendem Wege die freundliche Rue grande de Pera entlang, wo das Pera-Palasthotel und das Hotel Kroecker uns aNsuehm'en. Von hier aus veranstalten wir täglich zweimal unsere Streifzüge durch die Stadt. Ein eigenartiger Zauber ruht auf dem von wechselnder Kultur durchtränkten Boden. Stolze Moscheen aus der Glanzzeit des Sultanats erheben ihr Haupt aus dem verschlungenen Gewirr der Straßen und Häuser, und hier und da liegen, wie köstliche Perlen zerstreut, die ehrwürdigen Reste der versunkenen antiken Herrlichkeit: thronend über allen die weltberühmte, von Kaiser Justinian erbaute Hagia Sophia,- der Mauzvilukt byzantinischer Baukunst mit ihrer hoch- über dem Irdischen schwebenden und wie ein Himmel in den Himmel strebenden Kuppel und ihren schlanken Minarets, von deren Galerien fünfmal am Tage die Muezzin die Gläubigen zum Gebet rufen; nicht weit davon der Hippodrom, jener berühmte, von Konstantin dem Großen vollendete Zirkus, jahrhundertelang der Schauplatz rauschender Feste und Spiele, aber auch blutiger Parteikämpfe^ auf dem sich erhebt der über. 35OÖ Jähre alte Obelisk des Pharao Thüturosis, dahirrter das Bruchstück der bronzenen Schlangensäule, die die Sieger von Platää (479 v. Ehr.) mit dem goldenen Dreifuß und dem von drei Schlange n» köpfen getragenen Wasserbecken dem Apollo geweiht haben sollen; ferner die von 6 Minarets flankierte Moschee Sultan Achmeds 1, 1610 erbaut, mit ihrem von pittoresken Platanen beschatteten Borhofe und ihrem kostbaren, in maurischem Stile gehaltenen Portale; in der Nähe des Seraskeriats die Moschee Sultan Suleimans, ein Prachtwerk osmanischen Stils aus der Blütezeit des Türkenreiches in der äußeren Anlage nicht »rinder wie in dem inneren harmonischen Ausbau, und die schmucke Bajasid- oder Daubenmöschee, nicht zu vergessen der unbezahlbaren Schätze des Autiken- museums, darunter des sog. Alexander-Sarkophags, des allerersten und hervorragendsten Werkes der alexandrinischen Zeit, an dem wie an keinem zweiten aus dem Altertum die wiri'ungsvoile Bemalung herrlich wie am ersten Tag uns entgegenlacht. Doch genug! Während wir uns vertiefen in reiche Kultnrwelten und von Zeit W Zeit Erholung suchen in der „Brafferie Fanni", wo man uns schon am dritten Tage wie» alte Stammgäste ehrt und uns unaufgefordert mit dem ersten G-kass Pilsener einen Teller rotbäckiger Radieschen vorsetzt, ist der Wind umaeschlagen und im Begriffe, den Schleier, der seither über der Stadt lag, zu zerreißen. Nun heißt es, nicht säumen. Hinüber über den Bosporus nach Skutari! Hinauf zur Höbe des Tschamlidscha oder Bulgurlu! An dem berühmten Zyprcssenfriedhof von Skutari vorüber fahren wir auf holprigem Wege zum Fuße des Berges und- erreichen gegen Abend üben" 268 Meter hohen Gipfel. Nach Osten schweift der Blick weit in die Ferne über das kleiuasiatische Hochland; durch das sich wie- ein Silberband die Pilgerstraße schlängelt, dort erhebt im Süden der schneebedeckte Riese des Olymps von Brussa sein Haupt, und nach Westen über den Mastern drüben ™ ein feenhafter. unvergleichbar schöner Anblick — ist die- „Königin der Städte" emporgestiegeu aus der blaugrünen Meeres- flut und liegt da im Aüeudsonnenglanze, angelehnt an die sanft ansteigenden Höhen, die sich in blauer Ferne verlieren. Auf ihrem Haupte funkelt eine goldene Krone, der Hagia Sophia mächtige Kuppel, und von den zahllosen Moscheen mit ihren Wanken Minarets blitzt's wie Edelsteine weit hinaus ins Land. Ernste Zypresfenhame schmücken der, Saum ihres' Gewandes, und zu ihren Füßen atmet das Meer erfrischenden Hauch. Glänzend werye Mar- morpalästtz und idyllische Dorsschaften blicken hervor aus 748 denk satter; Grün und schmücken als ftattliches Gefolge die lieblichen Ufer Lis weit in die Ferne. Wahrhaftig! Keine Schilderung, kein Pinsel vermöchte den beriickerrden Zauber, den Manz und die Pracht der wechselnden Farbentö-ue wiederzrrgeben, Vie der Himmel in verschwenderischer Frille hier ausgegossen hat, wo die Gestade zweier Erdteile sich berühren, wo die Lippen zweier Welten sich küssen. „Ich sah Athens heilige Räume", so möchte man sprechen mit Lord Byron, „ich sah die Tempel von Ephesus und tvar in Delphi, ich habe Europa durchstreift von einer» Errde zum andern und Asiens schönste Lander besucht, aber nirgends erfreute mein Auge ein Anblick, dem von Konstantiiropel zu vergleichen." „Sieh Neapel und stirb!", so tönt es stolz vor; den Lipperr der Italiener, wir aber wollen begeistert aufjaitchgen und rufen: „Sieh' Konstantinopel ur;d freue dich, daß du lebst ?" Meldung der polarvslker. Bon Dr. A. B y h a n.*) Demselben Triebe, der die Menschen veranlaßte, ihrckr Leib *u schmücken, verdankt die Kleidung auf einen: grasten Teil« der Erde ihr Dasein, zuweilen allerdings unter Mitwirkung eimeS sekundären Triebes, des Schamgefühls. Diese EntwickliE zeigt sich überall, wo das Klima gelind genug ist, daß der Körper des Menschen keines besonders sorgfältigen SchtcheS bedarf. Anders liegt di« Sach« int hohen Morden. Hier war die Umwelt mit ihrer langwährenden Kälte der maßgebende Faktor, der den Polare Mmrkchon zwang, seinen Leib mit dichte» „nd wärmenden Hüllen M bedeckt!, und der Schmucktrieb kam erst in zweiter Linie zur Geltung. Daß nicht das Schamgefühl die eigentliche Ursache der Entstehung der Kleidung gewesen ist, daS zeigt sich auch hier, bei den Polarvölkern, darin, daß innerhalb der Hütten Männer lvie Frauen fast nackt zu gehen pflegen: die Mäüruer tragen eine Art Badehose, die Menten hinten noch eine klein« Schürze, die TschM- schen u. a. kurze. Fellhofen; die Ostjakinnen und Tschuktschinnen Gürtel, di« Alentinnen Schürzen aus Pelz, Leder oder Gras. Mas das Material anbelangt, aus den: die polare Kleidung! mt gefertigt wird, so besteht es im Binnenlande meist aus Renn- tierhäuten, bei den Küstenbewvhnern auch aus SechunWÄlen. Daneben verwenden die Jmnt, Tschukischeck, Korjaken, Meuten Vogelbälge zu leichteren Sommerkleidern, die Anwohner des Beringsnweres Därme von Seesäugern Mr Herstellnug von Regenröcken. Tie Felle anderer Pelztiere, wie Zobel, Eichhörnchen, verschiedener FuckMrte» it. a., und befenders von langhaarigen, weißen Hunden, deren Zucht u. a. eine Spezialität der Ostjakinnen bildet, werden zur Verzierung und Ausschnchckmrg der Kleider gebraucht. Das Prinzip, vfelches in der polaren Kleidung zuick Ausdruck komm, ist das der Doppelfenster: zwischen dem Körper und der Außenwelt soll sich stets eine gewissermaßen anhaftende, »«lj» bewegte Luftschicht befinden, die als schlechter Wärmeleiter den Zutritt äußerer Kälte hindert und den Verlust an Etgecklvürme auf «in Minimum verringert. Diesem Grundsätze gemäß schließen die polaren Kleider nicht eng an, wodurch zugleich auch einer Störung der Mutzirkulatrou und damit einer Herabsetzung der Körperwärme vorgebeugt wird. Damit ferner die schützende Lust- hü'lle nicht durch daS Eindringen kalter Luft gestört werde, sucht man die Zahl der Oefstnnrgen möglichst einzuschränken und dichtet inan die wenigen, unbedingt erforderlichen durch'Pelzbesatz, durch das Ueber e in ander ziehe n zweier Kleidungsstücke oder durch NierneU- versDtürimg ab. Die inner« Lufthülle wird allerdings durch di« Ausdünstung des Körpers mit der Zeit feucht und damit kälte- lieitend gemacht. Da schafft sich der Polarmensch jedoch bei großer Kälto rwch eine zweite, ganz trocken« Lufthülle, indem er doppelte Meider anzieht: dabei kehrt er die Haarseite des inneren Gs- WandeS dem Körper zu und die des äußeren nach außen. Tie polare Kleidung, deren Abarten im einzelnen zu beschreiben zu weit führen ivürde, besteht im großen und ganzen auS folgenden Stücken. Ten Oberkörper bedeckt eine sackartige Jacke, die bis zur Mitte der Oberschenkel, seltener bis über dis Knie hinabreicht, (bei den Samojeden und Ostjaken); bei Frauen ist sie vorn zuweilen geschlitzt und mit Riemen verschnürbar. Gon Vieser Regel bilden die Tung sen und manche Jakuten eine Ausnahme: sie tragen nämlich offene Jacken und daruitter einen Brustlatz. Hosen verhüllen bei beiden Geschlechtern den Unterkörper und die Beine bis zur Mitte des Oberschenkels oder bis zu den Kicken oder auch bis zu den .Knöchel», je nach beti Länge der anschließenden Stiefeln. Unter diesen werden gewöhnlich Peizstrümpfe getragen, bei einigen wenigen Völkern werdest die Be statt dessen mit Gras, Bast u. dgl. umwickelt, lieber den f zieht man eine Kapuze, über die Hände Fausthandschuhe, beide sind zuweilen auch mit der Jacke vereinigt, und in diesem Falle befindet sich am Hairdgelenke ein Einschnitt, durch welchen Ke Hand herausgesteckt werden kann, tote z. B. bei deck Samo* *) Aus „Die Polarvölker" von Dr. A. Btchack. Verlag Von £tew W. Meyer in Leipzig. Oes»Mr?ebtes. * Landgerichtsrat und Fran Müller. In deck höheren Gesellschaftskreisen schreibt man jetzt Einladungs- und Glückwunschkarten oft in folgender Form: „Oberst und Frau Schmidt geben sich die Ehre, Herrn .... einzuladen", „Land- gerichtsrat und Frau Müller seitden ihre besten Glückivünsche — Gegen solche Wortverbindungen sträubt sich aber ein gesundes deutsches Sprachgefühl. Wir sagen, „Oberst Schmidt und Frau'', „Rechtsanwalt Fischer und Frau" usw. Herr Schmidt ist „Oberst und Regimentskommandeur", aber nun und nimmer, „Oberst und Frau". Wetrn vor einem Eigennamen hinter der Berufs bczeich- nung noch eine weitere Bestimmung steht, so beziehen wir diese unwillkürlich auf dieselbe Person: Rechtsanwalt und Notar Fischer. Superintendent und Pfarrer Müller, Lentnant und Adjutant: Brückner u. ä. Die wunderliche Wortstellung „Oberst und Frau Schnckdt" ist nur eine Nachahmung englischen Gebrauches. Der Engländer schreibt so in Einladungen, z. B. Doctor and Mrs. Wilson regnest the plesure of Mr. and Mrs. F.'s eomMuy to dinner. Aber das ist eben englischer Brauch, und wir haben doch wirklich gar keinen Anlaß, von unserem deutschen abzugehen. — Hebet diese And viele, viele andere Eugländercieu kann man manches Ergötzliche urch doch so Unerbauliche in der Dungerschen Schrift! „Engländerei in der deutschen Sprache" lesen, die im Berlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins kürzlich in zweiter Auf-« läge (Preis 1.20 Mk.) erschienen ist. jeden, Ostjaken, Bei diesen werden auch Strümpfe und Stiefelg zu einem Ganzen verbunden, und die Kleidungsstücke vieler Ttmgu-, sinnen, Jtälmimten, Tschuktschinnen, Alaskanerinnen sind über-, Haupt alle zu einem Gewände zusammeugeitäht. Zum Schutze des Kinns, legen Jakutinnen und Tschnktschinueit eine Binde um> bie bei letzteren aus verschiedenen Fellstücken int Schachbrett Muster zusammengesetzt ist. Die Tschuktschinnen wickeln sich außer-, dem um den Hals einen Pelzivärmer, eine Boa aits Eichhörnchen« schwärizen. Um die Hüsten schlingert beide Geschlechter einet; Gürtel, der sowohl die Jacke an den Körper anschließen soll, wie auch zum Anhängen verschiedener kleiner Geräte dient. Irr der wärmeren Jahreszeit pflegen bei den östlichen Polar-, Völkern die Frauen barhäuptig zu gehen, bei den andern trageck sie Hauben oder Mützen von verschiedener Form, die sie oft auch unter der Winterkapuze anbehalten. Die Männer setzen im Sommer Mützen ans, die Jtälmen und Alcuteu sogar Hüte, Bon den Mimischen Hüten wissen wir nur, daß sie aus Holz, Birkenrinde oder Federkielen hergestellt werden. Die aleutischeck tverden entweder ans Gras und aus Taniimwurzeln geflochten oder ebenfalls aus Holz gefertigt. Sie sind oben offen und ragen mit einem vorspringenden Schnabel 1—l1/» Fuß über das Gesicht hinaus. Sie sind mit Erdsarben bemalt und ringsum mit Schnüren, Glasperlen, Büscheln oder Federn usw., am untern! Rande mit Federspulen besetzt, am oberen mit langen Bartborsteck von Seesäugern und mit einen: oder mehreren Atnulettstgürche» aus Knochen. Literatur. — „Ein Bjündvl Satiren" Von Rudolf Presbe^ (Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, G. m. b. H. Berlin W. 30) geh. 2 Mk., geb. 3 Mk. Ein ül>crnMiges „Bündel Satire!:" von denn frischesten unserer Humoristen. Und tuen» man diese kleinen Parodie,: antb „Nachdichtmtgen" tagesberühmber Stücke kiest, diese Spottzeilen, mit denen Presber die sensationellem Prenckeven unserer großen Theater quittierte, so erstaunt man, toia gesund und richtig das heute erscheint, was ntot: damals vielleicht hier und dort als .einen Mtgriff auf die heilige Kuckst empfand. Maeterlinck, Wedekind. Shaiw werden nicht geschont, das ehemals hnodern« lyrisch-rMMsche Sezesfionsdrama noch weniger. Verstiegenheiten, Snsbismen, holde Feierlichkeiteck iverdeck lachend ad absurdum geführt, daß man oft seine Freude daran hat. In der Prosch-Skizzo „Ibsen" Muß man den Takt bewmcherck, mit dem Presber Weine Schwächen eines großen MeMchWl VM spottet. _______ Arithmogriph. 14 3 1 berauschendes Getränk, 2 18 4 Stadt in Böhmen. 3 5 2 4 Figur aus dem Kartenspiel. 4 2 5 2 eine Kulturpflanze. 1 2 3 4 1 männlicher Vorname. 2 5 2 4 ein Tret. 5 2 2 4 2 eine Frucht. 2 4 8 6 griechische Gottheit. 436 2 1124 österreichischer Dichter. 6 2 13 See in Rußland. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter sollen den Namen eines Gelehrten und Romanschriftstellers ergeben. Anflösuug in nächster Nummer. Auflösung des Palindroms in voriger Nummer; Regen, Neger. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.