Mittwoch den 29. September W -ZKW W H *2r7 uuü -■ 5 B äs amMMB i» s:t k,*• - '.Illi Msh MW Rheinlandstöchter. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Frau Elisabeth Xylander war sehr vergnügt, sie ging so gern auf den Ball, trotz ihrer fünfe. Mit sorgloser Fröhs- lichkeit, wie eine Siebzehnjährige, gab sie sich dem Wiegen des Tanzes hin. Heute war's freilich ein heißer Tag gewesen — große Wäsche, selbst Buschmann mußte dabei Helsen — Frau Hauptmann hatte allein die Kinder zu hüten, das Essen zu kochen, und wie immer alles im ungeeignetsten Moment kommt, so war es auch heute gewesen. Wilhelm kehrte mit einer Beule aus der Schule zurück, dick wie ein Hühnerei; Lollo und Bicky zankten, gingen mit Stöcken aufeinander los und zerschlugen den Spiegel über der "Kommode. Während die Mutter auf der Diele kniete und die Trümmer zusammen las, kam Karl angekrochen und zerschnitt sich an einem1 Scherben das Jingerchen. Große Heulszene mit Rutenstreichen und so weiter. Heiß und abgehetzt war Frau Elisabeth im letzten Augenblick in den Ballstaat geschlüpft. Der war schon geraume Zeit immer der gleiche, ein weißseidenes Kleid, je nach Bedürfnis zurecht gemacht; allzuviel hatte sie ja überhaupt nicht dem Vergnügen des Tanzes huldigen können, von wegen der fünfe. Nun stand sie aber, freundlich wie ein Sonnentag, im hell erleuchteten Ballsaal. Die rundlichen Schultern sahen weiß und appetitlich aus dem Festgewand, an der Brust trug sie ein Sträußchen roter Winterbeeren und ein paar Epheublätter — die Kinder hatten's im Garten zusammen- gelesen. , , „Gut, daß du kommst, Paul," rief sie lachend, noch atemlos von der letzten Tour, ihrem Mann entgegen, „und wie fchön, daß du Fräulein Nelda mitbringst!" Herzlich streckte sie dem- jungen Mädchen die Hand entgegen. „Hier, Ramer ist wieder in seiner schwärzesten Laune, es will Mir nicht gelingen, ihn aufzüheitern. Vielleicht glückt's unferm losen Züngelchen da besser!" Sie griff scherzend nach Neldäs Ohrläppchen und zwickte es. „Kommen Sie, Kind, lassen Sie sich mit einander bekannt machen. Paul, stelle mal vor!" „Gestatten Sie — Premierleutnant Ferdinand von Ramer, mein langjähriger Freund und jüngerer Kamerad vom' Kadettenhäus her, hetzt zu Meiner großen Freude hierher versetzt — Fräulein Nelda Dallmer, unsre Nachbarin auf der Chaussee!" Neida verneigte sich; sie sah, wie die Augen des fremden Offiziers gleichgültig aufblickten und sich sofort wieder zu Moden senkten. Auf einmal schoß es ihr durch den Kopf r- Ramer, Ramer —> wo hatte sre den Namen doch schon gehört? Richtig, vor drei- vier Jahren hatte er in sämtlichen Zeitungen gestanden, da regte dieser abscheuliche Spielerprozeß alle Gemüter auf. War das etwa der Sohn von jenem berüchtigten Ramer oder sonst ein Verwandter? Sie sah den Fremden mit einem gewissen Interesse an. Er hatte sich halb abgewendet und ließ Frau Elisabeth aus sich einreden; er sah nicht mehr jugendlich genug für einen Premier aus, obgleich sein Gesicht hübsch war und seine Haltung eine tadellose. Xylander trat dicht an Nelda heran und flüsterte, seinen Schnurrbart drehend, hinter der vorgehaltenen Hand: „Sie kennen doch die böse Geschichte? Habe ihn heute zuw erstenmal herausgelotst — armer Kerl, famoser Mensch —i seien Sie ein bißchen nett zu ihm) Fräulein Nelda, er hat'» nötig!" Laut setzte er hinzu: „Empfehle mich den Herrschaften. Du verplauderst wohl den nächsten Tanz mit Fräulein Nelda, Lifadeth? Habe selbst noch eine Pflichttour abzumachen — o je!" Und init einem komischen Seufzer chassierte der lange Hauptmann durch den Saal auf ein verblühtes ältliches Mädchen zu, das ihm ausleuchtenden Blicks entgegen sah. Die drei schauten ihm nach. „Wie gut Paul ist," sagte der Fremde plötzlich, „noch immer der alte liebenswürdige Mensch!" „Ja, das ist er," nickte Frau Elisabeth stolz, doch mischte sich ein Teilchen Unzufriedenheit in ihren Ton. „Wenn er nur nicht immer so unpraktisch wäre! Selbst mit dem Tanzen ist es so, an die Schönen, und Begehrten macht er sich nicht, immer nur, was da so herum sitzt." Sie bewegte die Hand bezeichnend nach der verblühten Dame hin. „Ich predige ihm oft, aber er nimmt immer das, was kein anderer mag!" „Ja, mit mir hat er auä) getanzt. Sehen Sie, Fran Hauptmann, und noch hinter zwei Tänzen steht sein Name!" Nelda hielt der Verblüfften ruhig ihre Tanzkarte hin. „Aber — aber — Kind — Sie — wie können Sie nur denken?!" stammelte Fran Elisabeth in tödlicher Verlegenheit. „O, das macht gar nichts," lachte Nelda, „ich nehme es nicht übel. Wenn ich einen so netten Mann hätte wie Sie, wäre mir auch das Allerbeste nur gerade gut genug für ihn. Aber es geht ja im Leben nicht immer nach Wunsch. Ich wäre auch lieber wo anders, als hier!" Ueberrascht fah der Fremde auf, sie merkte es nicht. „Finden wir uns beide drein und nichts, für ungut!" Sie hielt der Ber« legenen die Hand hin. Frau Elisabeth wär es ganz heiß geworden; ein Glück, daß jetzt ein Herr vom Regiment auf sie zukam und uw den nächsten Walzer bat. „Ich wollte — ich solltemein Mann wünschte —5 nein, nein, ich danke!" „Aber, gnädige Frau, Sie, als vorzüglichste Walzer- iänzerin, werden doch nicht pausieren? Ich bitte, ich bitte dringend!" , Die junge Fran schwankte == Mn hob feejß MpM> 606 — meister den Taktstock, die ersten Töne der „schönen blauen Donau" wiegten durch den Saal. Sie sah auf Nelda. „Natürlich wird die Frau Hauptmann tanzen," sagte diese. Der schweigsame Leutnant von Ramer fuhr wie aus einem Traum auf. „Vielleicht nehmen gnädiges Fräulein inzwischen mit mir vorlieb?" Er machte Nelda eine tiefe Verbeugung. Sekundenlang sah sie in ein paar schwermütige Augen von unbestimmter Farbe, die mit ctner gewissen Bewunderung auf ihr ruhten. Wider ihren Willen errötete sie: sie fühlte es, sie ärgerte sich darüber, und die Glut stieg ihr noch tiefer, bis hinab in den Ausschnitt des weißen Kleides. Sie stand regungslos und neigte nur zustimmend den Kopf; schon wirbelten die ersten Paare vorüber, auch Frau Elisabeth walzte selig davon. Mit einer wunderlich ge- mischten Empfindung von Dankbarkeit und Mitleid legte Nelda Dallmer ihre Rechte in die Hand Leutnant von Ramers — eine nervös zuckende heiße Hand, sie fühlte es bis in die Fingerspitzen. Nie hatte Nelda Dallmer gut Walzer getanzt, heut konnte sie ihn; sie tanzte mit erwachender Lust. IV. Ferdinand von Ramer und Paul Thlander kannten sich von Jugend an. Sie waren im Kadettenkorps zusammen gewesen; wenn auch der ältere Lylander dem anderen um mehrere Klassen vorauf war, gemeinsames Turnen, gemeinsame Spiele und Spaziergänge hatten sie doch miteinander bekannt gemacht. Nach Jahren traf man sich in der gleichen Garnison wieder, der eine als Sekond-, der andere als Premierleutnant. Dem liebenswürdig-herzlichen Wesen Xylauders war schwer zu widerstehen, selbst Ramer, der allezeit Zurückhaltende, fühlte sich lebhaft angezogen. Man frischte Kindheitserinnerungen auf, man lachte über längst Vergangenes, man erzählte von diesem alten Lehrer und jenem, es war gerade kein warmes, intimes Zusammensein, dazu neigte der Jüngere nicht, aber es war eine gegenseitige Achtung, ein aufrichtiges Wohlwollen, was man im Leben so allgemein Freundschaft nennt. Sie kamen dann auseinander; Xylander wurde versetzt, heiratete, iourde dahin und dorthin geworfen, lebte als Hauptmann in Koblenz und hörte kaum mehr vou dein früheren Kameraden. Immer hatte er schreiben wollen, eigne Freuden, eigne Sorgen nahmen ihn in Anspruch; da gelangte eine Kunde an sein Ohr, die ihn tief erschütterte. * Ramers Vater war Militär, ein Mann von Meriten, die Brust voller Orden; er lebte als Kommandant von Hannover auf einer Art Ruheposten, aber immerhin in einer Stellung, die die Blicke auf sich zog. Wenn der alte Herr mit dem eisgrauen Schnurrbart, das schöne, noch frische Gesicht in vornehmer Ruhe, seinen Morgenritt durch die Promenaden der Stadt machte, zogen die Bürger ehrfurchtsvoll den Hut. Er grüßte freundlich mit leutseligem Lächeln; er war beliebt bei Jung und Alt. Kein Diner ohne den alten Ramer; er führte stets die Hausfrau ^u Tisch, die schönsten Mädchen gaukelten mit kindlicher Schmeichelei um ihn herum. Papa Ramer, Pa- pachen Ramer, ach, das reizende Papachen! Sie küßten die zierlichen Fingerspitzen und warfen ihm die schmelzendsten Blicke zu. Der Kommandant machte ein sehr angenehmes Haus. Wie er's fertig brachte, ohne persönliches Vermögen, war freilich unklar; nun, er mußte es doch können. Die drei Töchter hatten sich verheiratet, sie waren nicht besonders hübsch; allen dreien mußte er Zulage geben, sonst wäre nichts aus den Partien geworden. Der Sohn als Leutnant brauchte doch auch etwas — aber wen giug's was an? Hans, Dienerschaft, Reitpferde, alles elegant; beit dunklen Gerüchten, die plötzlich auftauchten, um ebenso plötzlich zu verschwinden, schenkte kein Mensch Glauben. Da brach es eines Tages herein mit Donnergekrach, daß den guten Bewohnern von Hannover die Ohren gellten und die schönen Bewundrerinnen des „reizenden Papachens" entsetzt in einen Winkel verflatterten. Die Polizei hob eine Spielhölle ach im Haus der berühmten und berüchtigten Stadtschönheit, Madame Adrienne Gwiazdowska. Dies exotische Gewächs war, Gott weiß woher erschienen, führ in eigner Equipage, schmachtend hingegossen, täglich durch die Straßen, mit ihren großen schwarzen Augenrüdern und Similibrillanten einen Haufen Verehrer an sich lockend. Manchen war diese „Dame aus der Fremde" bald verdächtig; man munkelte und wußte doch nichts Bestimmtes. An einem späten Abend stieg der Polizeichef selbst, mit der nötigen Begleitung, di-e teppichbelegten Stufen zu Madaiile Adriennes Wohnung hinauf, schob die erbleichenden Diener zur Seite und überraschte dse Spielgesellschaft in flagranti, neben der schönen Exotischen im zärtlichsten Einverständnis — den hochgeehrten allbeliebten Kommandanten von Ramer! Ein Entsetzensschrei, eine Panik sondergleichen! Die Spannung aller Kreise ging ins Unglaubliche! Von Tag zu Tag entrollten sich schwärzere Bilder, wunderbare Dinge gelangten plötzlich in die Oeffentlichkeit; Personen, deren Unantastbarkeit über allen Zweifel erhaben, wurden mit hinein gezogen, die Zeitungsschreiber aller Orten hatten überwältigenden Stoff. Majestät mischte sich persönlich ein. In dem eleganten Haushalt des Herrn Kommandanten wurde alles versiegelt; man munkelte vou unterschlagenen Geldern, Kassenoefekten. Die arme Frau von Ramer, die stets schüchtern und gedrückt neben dem glänzenderen Gatten dahin gelebt hatte, brachte man in eine Irrenanstalt. Mit einem markerschütternden Getöse brach der ganze stolze Bau von Ehre, Reputation, Wohlanständigkeit zusammen. Was blieb dem „reizenden Papachen", dem unglückliches Menschen übrig — ?! Nur der Mut der Verzweiflung, der die Pistole in die gekrallten Finger drückt und mit eisig kaltem Flüstern in's Ohr raunt: „Schieß — schieß!" Kommandant von Ramer schoß sich tot. Er hinterließ! seinen Kindern nichts als ein Gefühl unauslöschlicher Schande — seinem Sohn einen gebraudniarkten Namen. Majestät waren sehr gnädig. Als Leutnant von Ramer in bitterster Verzweiflung seinen Abschied einreichte, kam ein! huldvolles Handschreiben: „Es sei ferne von uns, den Sohn für den Vater verantwortlich zu machen. Wir wünschen nicht, einen braven Offizier unsrer Armee zu verlieren." O diese Huld — und doch diese Pcin t Tage, die dahinschlichen! Nächte, Nächte, die das verstörte Gemüt an die Grenze des Wahnsinns hetzten! Er griff nicht zur Todeswaffe wie die Kameraden fürchteten, die sorglich alles aus dem Wege räumten; er rang sich durch. Aber ein innerstes Verzagen blieb, eine unauslöschliche Bitterkeit, ein krankhaftes Sichverschließen. Am liebsten hätte sich Ramer in einen Winkel verkrochen, den nie ein Lichtstrahl trifft; alles, jedes tat ihm weh, das gutgemeinte Mitgefühl, die zarte Rücksichtnahme der Kameraden — ah, was hatten sie, was wollten sie, warum taten sie behutsam wie mit einem Kranken?! Mißtrauen packte ihn. Er fühlte sich getroffen von jeder harmlosen Bemerkung, er zuckte zusammen, wenn ein Fremder ihm gegenüber trat und er seinen Namen nennen mußte — den schrecklichen, schmachvollen Namen! Der Name war fein Fluch; es ging ihm ein Zittern mitten durchs Herz, wenn jemand „Ramer" sagte. Die fixe Idee setzte sich, in ihm fest: du bist ein Gebrandmarkter, du hast zu verzichten auf alle Freuden von Leben und Liebe! Nur nicht den Namen foripflanzen, nur nicht noch andere mit hineinziehen in die unauslöschliche Schande — allein, zu Ende! (Fortsetzung folgt.) UMurgeschichttiches aus dem XL Jahrhundert anhand alter AirchenkastenrechMngen der Gemeinde LLeinbach bei Eießen. Heutzutage spielt sich das Leben in unseren dörflichen Gemeinden meist ruhig ab. Besondere Ereignisse greifen nur selten! in den gewöhnlichen Gang der Tinge ein. Die Verwaltung inj politischer und kirchlicher Beziehung ist geregelt. Bauer, Handwerker und Arbeiter finden ihr Auskommen durch mannigfache Beschäftigungen. Wie ganz anders vor 250 und mehr Jahren! Unselige Kriegswirren, Mißernten, ungünstige klimatische Verhältnisse, schleichende Seuchen zeigen überall ihre verderblichen! Wirkungen. Ter Bauer schmachtete unter dem Drucke der Abgaben und Lasten. Ter Besitzlose fand selten Beschäftigung^ irrte wandernd in der Welt umher und fristete schließlich alt, krank und schwach kümmerlich sein Tasein in seiner Heimatgemeinde, abhängig von der Erlangung milder Gaben, die die öffentlich« und private Wohltätigkcitspslege nicht immer zu spenden in der Lag« waren. Unwissenheit und Mcrglauben gesellten sich zunt — 607 leiblichen Elend ütid werfen noch weitere düstere Schatten auf das Bild, auf deNr sich die Zustande von Deutschlands Bewohnern zurzeit des 30 jährigen Krieges darstellend Zur Beleuchtung dörflicher Zustände in der Vergangenheit sind wir, da chronikalische Aufzeichnungen nur dürftig vorhanden sind, auf das urkundliche Material angewiesen, das sich in alten Zinsregistern und Rech- nungen darbietet. Es läßt sich aus den Verhältnissen e i n z e l n e r Gemeinden auf die allgemeinen Zustände eines Landes schliessen. So liefern die Kastenrechnnngen *), die die Registratur der Pfarrer Steinbach von 1617 noch aufbewahrt, wertvolle Belege für die Kulturzustände im 17. Jahrhundert. Das 17. Jahrhundert ist die Zeit der Religionskriege. Intolerante Landesfürsten zwingen andersgläubige Untertanen, den Wanderstab zu ergreifen und heimatlos umherzuirren, ost dem grässlichen Elend anheimgegeben, wofern nicht mildtätige Herzen bei ihrem Durchzuge sich ihrer erbarmen. Die Zahl dieser Wanderer, die Steinbach passierten und dort unterstützt würden, ist ziemlich beträchtlich. Lassen wir die einzelnen Angaben in den Rechnungen reden! 1617: „Zweien Jungen Edel Knaben so aus den Niederlanden nach dem Graffen zu Lich wollen 12 Pfg., 1630: einem armen Pfarrer so vertrieben und aus der Pfaltz verjaget 5 alb. (alb. = 8—10 Pfg.), 1632: einem vertriebenen Schuldiener 6 alb., einem vertriebenen Pfarrer 1 alb. 4 Pfg., 1637: einem vertriebenen Pfarrer 10 alb., 1638: einem vertriebenen Pfarrer aus Böhmen 15 alb., 1650: einem armen Schnldiener aus bent Coburgischcn 3 alb., einer vertriebenen Pfarrerin mit 6 Kindern aus Schle- singen (Schlesien) 4 alb., einem vertriebenen Pfarrer aus Lies- länd 2 alb. 4 Pfg., 1653: einem armen vom Adel aus Schlc- singen 5 alb., 1654: einem vertriebenen Rectori aus Schlesingen 10 alb., 1655: einem von den Papisten vertriebenen Schnldiener 4 alb., einem armen Schuldiener aus Böhmen 3 alb., einem Exulanten mit Weib und Kindern ans Dantzig 4 alb., einem vertriebenen Pfarrer aus Schlesingen 5 alb., einem vertriebenen Pfarrer aus Schlesingen 5 alb., einem Vertriebenen aus Schlesingen 5 alb., einem armen aus Polen 2 alb., zwei, so wegen der Religion aus Schlesingen Vertriebenen 6 alb., einem Exulanten 5 alb., 1658: einem lahmen Mann aus Pragk 3 alb., einem vertriebenen Schulmeister aus Schlesingen 3 alb., 1659: einem armen Schuldiener aus dem Henneberger Lände 4 alb., 1661: einem armen SckMdiener aus Oesterreich wegen der Religion vertrieben 2 alb., 1662: Einem vom Adel mit Weib Und Kindern 4 alb., einer Adelfrau aus Ungarn 2 alb., einem vertriebenen Schuldiener 2 alb., einem Vertriebenen' aus Ungarn 3 alb-, einem vertriebenen Pfarrer aus Mähren 3 alb., einer adeligen Persohn aus Holstein 3 alb., einem Exulanten, so Pfarrer in Hagenburgk gewesen (sehr Contract) 5 alb., 1663: Einer Pfarrers Witwe aus Itzehoe in Holstein 2 alb, einem Edelmann, so von Straßenräubern beraubt, 1 alb., einem 99 Irrigen Pfarrer, so zum Zweiten mal Vertrieben 5 alb., einem Vertriebenen aus Waghäusel 1 alb. 4 Pfg., einem Vertriebenen Mann aus Ungarn 1 alb. 4 Pfg., einem Vertriebenen man mit Weib und Kinder aus Schlesingen 1 alb., einem vom.Adel aus Ungarn, so sehr Krank gewesen 2 alb., einem alten Mann aus Siebenbürgen 1 alb. 4 Pfg., einem vertriebenen Schnldiener 1 alb. 4 Psg., 1664: einem vom Adel, so wegen der Religion vertriebenen 4 alb., einem armen Schulmeister, so aus Ungarn vertrieben 1 alb. 4 Pfg." Personen, die zur evangelischen Lehre übergetreten waren oder übertreten wollten und deshalb verfolgt wurden, erhielten gleichfalls Unterstützungen. So: 1637: „einem mönch so zu Gießen revociret 10 alb." 1654: „einem armen Pfarrer, der von der Religion (katholischen) abgetretten 5 alb., 1655: den Mönchen zu Gießen gczahlet, so zu unserer Religion getretten 20 alb., 1664: einem armen Man, so von den Papisten zu unserer Religion abgetretten 2 alb., zwei Studenten, davon einer von Wien, so zu Leipzig revociret und zu unserer Religion getretten 3 alb." Auch Studenten und Schüler sprachen sehr oft in Steinbach vor, teils ans ihrer Wanderung nach Gießen j>ber meist, weil sie ganz heruntergekommen und mittellos waren. Jso wurden aus dem Kirchenkasten verabreicht an Gaben: 1617: „zweien Stipendiaten aus Lothringen 2 alb. 2 Pfg., 1639: einem armen Studenten aus Ulm 10 alb., einem armen Studenten 2 alb., 1651: zwei armen Studenten 3 alb., zwei armen Studenten aus dem Hundsrück 4 alb., 1652: einem armen studioso 10 alb., 1655: zwei Studenten 6 alb., einem Studenten 4 alb., drei Studenten 4 alb., einem armen Studenten 2 alb., einem Studenten 2 alb. 3 Pfg., einem armen Studenten 3 alb., drei Studenten 3 alb., einem Studenten 2 alb. 1 Pfg., einem armen *) Tie Urkunden konnten mit gütiger Erlaubnis des Herrn Pfarrer Hnacke benutzt werden. Schuldiener mit etlichen Studenten 6 alb., einem armen Studenten 3 alb., verschiedenen Studenten 6 alb., einem Studenten 3 alb. 3 Psg., einem Studenten 2 alb. 2 Pfg., 1657: einem armen Studenten 2 alb., einem Studenten 3 alb., zwei Studenten 5 alb., 1658: zwei Studenten 6 alb., einem Studioso 3 alb., einem armen Studenten 3 alb., wiederumb einem Studenten 3 alb., vier Studenten 4 alb., einem Studenten 4 alb., einem Studenten 3 alb., ztvei Stubenten 2 alb., ztvei Studenten 2 alb." Wie vorstehend ersichtlich, sind in den Jahren 1655—1658 besonders viele unterstützungsbedürftige Studenten in Steinbach eingekehrt. Viele unter ihnen waren schon ältere Studenten gewesen, die vielleicht infolge des vorangegangenen Krieges keine Anstellung finden konnten. Welch trauriges Bild der Zeitverhältnisse, durch die auch die studierende Jugend in Not geraten war! Daneben! bewilligte der Kircheukasteu Stipendien an Schüler, die das Gießener Gymnasium besuchten. Es wird erwähnt: 1651: 2 ff. einem armen Schüler, so von Steinbach auf vorwissen des Herrn Superintenden, 1653: „1 sl. 6 alb. 6 Psg. Ludwig Horns zwei Söhnen, so in Gießen in die Schule gehen, Büche r zu Kauften." Diese beiden bezogen von 1655—1658 ein dauerndes Stipendium von 1 fl. 7 alb. 5 Pfg. Nicht minder groß war die Opferwilligkeit der Kirchengemeinde Steinbach gegen andere durchreisende Arme und Kranke. Ungeheuer groß ist die Zahl der unglücklichen Geschöpfe, die hier erschienen und Unterstützung in Anspruch nahmen: Blinde, Krüppel, Pest-, Krebskranke, Aussätzige und Epileptiker. Tie „schwere Noth" — hört man heute noch als Fluchwort: „Solltest du doch die schwere Not kriegen" — oder Epilepsie scheint damals häufig vorgekommen! zu sein. So wird in der Rechnung an Ausgabe ausgeführt: 1650: „einem Jungen mit der schwere Noth beladen, 1 alb. 4 Pfg., 1653: einem Armen mit der schwere Noth beladen 3 alb., 1654: einer armen Frau mit der schweren Noth beladen 3 alb., 1655: einem so lahm und mit der schwere Not behaftet 3 alb." Auch die Bestattungskosten für Fremdbürtige wurden von der Kirchenkasse übernommen. So heißt es 1634: „einem armen man gegeben, da er tempore Pestis begraben hatte 10 alb., einem bettet5 man gegeben, da er einen verstorbenen dettler (wohl auch ein Pestkranker) das Grab gemacht und begraben 10 alb., 1636: dem schreiner vor 2 Tiele, so einer sehr armen frmt zum Sargk 20 alb." Einheimischen armen Wöchnerinnen wurde oft Wein zur Stärkung gewährt, so „Seip melchers hausfrawen gefiebert zu halb mns wein 4 alb. 4 Pfg., so zwen jungen Sohn aufs einmal gehabt." — Eine arme eingesessene blinde Frau erhielt an Festtagen und Kirmes ihren Wein. Der Betrag von 13 alb. 4 Pfg. figuriert mehrmals jährlich als Ausgabeposten in der Rechnung zur Anschaffung von Brot, das gewöhnlich an Festtagen an die Hausarmen von Steinbach verteilt wurde. Ein Bettler erhielt 3 alb., „so ein brieff in Kirch sachen brecht," jedenfalls von der Oberbehörde von Gießen (eine damals übliche Briefbeförderung bei dem Mangel von Posten). Zu der Zahl der fahrenden Leute, die nach dem 3U my-men Kriege die Landstraßen bevölkerten, gehörten auch ab gedankte Soldaten, namentlich ans dem Türkenkricg e. Manche, selbst Edelleute, hatten sich mit der Aussicht auf Beute und Gewinn in des Kaisers Heer anwerben lassen und waren nun enttäuscht, ost als Krüppel nach "Deutschland zurückgekehrt, ihren Lebensunterhalt auf der Landstraße suchend. Auch Steinbach sah diese fahrenden Gäste, die auch hier ihr Almosen erhielten. Es wurde aus der Kirchenkasse verausgabt: 1648: „einem von den Türken gefangenen man 3 alb., 1652: einem vorn Adel aus Polen, so in dem Türkenkriege gefangen 5 alb., fünf Männer, so in bent Türkenkriege gefangen 5 alb., 1653: einem Edelmann, so von den Kroaten erst zum Krüppel geschlagen worden, 5 alb., 1658: Arm gehabt, 4 alb., einem, so von den Türken gefangen ge- wesen, 5 alb., einem, so von den Kroaten gefangen gewesen 4 alb., 1663: zwei vom Adelt, so den Venetianern gedient und von den Türken lahm und gebrechlich geschossen 3 alb." Der Krieg brachte Brände und Verheerungen. Groß ist die Zahl der üntergegangenen Orte aus dieser Zeit, deren Spur man heute nicht mehr kennt. Meist lag Brandstiftung durch die wilde Soldateska vor, die aus lauter Lust zu Mordbrennern geworden. Tie Abgebrannten begaben sich auf die Reise und suchten bei mildherzigen Menschen um Unterstützung nach. Tie Kirchenlasse von Steinbach, die stets eine offene Hand hatte, kargte auch hier nicht mit Unterstützungen. Tie Bittsteller kamen aus allen Gegenden Deutschlands. So wurden unter anderem gespendet 1632: „verbrannten Leuten aus dem Khursürstentum Sachsen 6 alb., 1652: verbrannten Männern aus Oberelsaff 4 alb." Gaben erhielten weiter unter vielen anderen Brandbeschädigte aus Alsfeld, Laubach, Schotten, Rhoden, Nidda, Rainrvd, Lindenstruth, Reiskirchen, Leihgestern, Grüningen, Königsberg (bei Hohen- so'lms), Rosenthal (bei Frankenberg), Salzungen (Thüringen), 608 der Zeit nicht mehr in Anwendung MoiNnlE Wenn heute jeb't! Kicchenversänmnis und jeder .Fluch mit Strafe belegt würdech hätten die Kirchenkassen gewiß gute Einnahmen. —e—. Vermachtes. * Kindertheater zu Shakespeares Zeit. Im I zweiten Akt des „Hamlet" fragt der Prinz die Edelleute Rosen- I kranz und Güldenstern, warum wohl die aus der Stadt gs- I kommenen Schauspieler genötigt seien, im Lande umherzuziehen. I Darauf erwidert Rosenkranz, daß ihr Theater über schlechten | Zuspruch zu klagen hätte und begründet dies mit der Bemerkung: j „Da ist eine Brut von Kindern, Prinz, Nestlinge, kaum aus dem | Ei gekrochen, die bis zum Ueberschnappen der Stimme schreien I und ganz grausam dafür beklatscht werden, die sind jetzt in de« | Mode und kreischen so laut über die gemeinen Theater, wie sie I sie nennen, daß viele Herren, die Degen tragen, sich vor Gänse- I kielen fürchten und kaum mehr hinzugehen wagen." In diesen I Worten und einigen weiteren Gegenreden hat Shakespeare seinem | eigenen Aerger über die unerfreuliche Konkurrenz-, Luft gemacht, | die damals seiner, im Globetheater spielenden Truppe durch ein | unter dem Protektorat der Königin stehendes Knabentheater er« | wuchs. Die Tatsache war schon bekannt, aber über Art, Ent- I stehung und Geschichte dieses theatergeschichtlich merkwürdigen Ju- I stitiits, das von 1597 bis 1608 bestand und für die Dekadenz! I Seit charakteristisch ist, hat erst ein vor kurzem erschienenes I Werk des amerikanischen Forschers Prof. Charles W. Wallace I („The Children vf the Chap-el at Black friars") Licht verbreitet. I Schüleraufführungen .kannte man natürlich in England so gut I wie in Deutschland schon im Zeitalter des Humanismus; daß I aber eine stehende Schauspielertruppe aus Knaben gebildet wurde, | die in einem richtigen Theater spielte, war eine Neuerung, deren I sich zuerst das Blackfriarstheater zu rühmen hatte. Dieses trug | seinen Namen von dem ehemaligen Kloster der Blackfriars, d. h der schwarzen Brüder, weit es auf dessen Grund und Boden stand (auf dem sich heute das Zeitungsgebäude der „Times" erhebt), und gehörte dem Schauspieler Richard Burüage, Shakespeares Zeit- und Berufsgeirosfen. Bon Burbage ließ, sich ein gewisser Henry Evans das Theater verpachten, der hier in Verbindung mit dem Chorregenten Ghles, dein Leiter der königlichen Chorknabenkapelle, ein nur mit Knaben spielendes festes Theater einrichtete. Die Unternehmer wußten sich 'nicht nur königliche! I Privilegien, sondern auch die besondere Gunst der vornehmest | Kreise zu sichern, die sich in dieser Kinder-Komödie ein Rcudez- i kous zu geben pflegten. Dazu war das Blackfriarstheater nm! so eher geeignet, als es das erste unseren modernen Schauspielhäusern ähnliche Theater war, mit Parterre, Logen und Galerien. Der kleine Fassungsraum (500—600 Personen) gab ihm überdies eine gewisse Intimität, Und da es im vornehmsten Viertel Londons gelegen war, nahm man auch dem aristokratischen Publikum entsprechend höhere Preise. Die jugendlichen Darsteller, deren Zahl zwischen 20 'und 30 schwankte, waren zwischen 9 und 13 Jahren alt, die Kosten ihrer oft sehr luxuriösen Garderobe bestritt die königliche Schatulle. Ihre Wohnung chatten sie im Theater selbst, wo sie auch 'in allen zu ihrem Beruf gehörigest Fertigkeiten unterrichtet wurden. Die bekanntesten Dichter der Zeit, darunter Ben Jonson, schrieben Stücke für das Kinder- theater, die aber keineswegs auf kindliche Darsteller zugeschnitteni und reich an Zweideutigkeiten waren. Elisabeths Nachfolger Jakob I. entzog dem Knabentheater seine Gunst und Unterstützung so daß es 1608 einging; dasselbe Schicksal teilten in den nächsten Jahren einige ähnliche, nach seinem Muster entstandene Institute. * Pariert. Sie: „Wenn du behauptest, du hättest in derncm Leben nie eine Dum'mheit geinacht, so erklärst du etwas, was nicht wahr ist." — Er: „Na, weißt du, du brauchst mir auch nicht so oft vorzuwerfen, daß. ich dich geheiratet habe." * Fromme Seelen. Skatbruder (der von einem ansprechenden Handwerks'bnrschen im Spiel gestört wird, wütend): „Schämen Sie sich nicht, während der Kirchzeit im Wirtshause zu betteln?" — Handwerksbursche: „Verzeihen Sie, meine Herren) wenn ich Sie in Ihrer Andacht gestört habe!" SchwarzbN'rg „vom Rein". Dauernde Ausgabeposten sind in den' Rechnungen eingestellt für Beschaffung des Abendmahlweins und der Hostien. Es wurde verausgabt 1623: „vor ein maß wein, 'astf Pfingsten zu Gießen geholt 1 ft. 18 Psg. Der „Schiffeu- berger"' war billiger. 1622: „auf Ostern vom Closter ein maß. wein geholt 12 alb." Die Hostien, wurden von „Marpurgk" bezogen und kosteten 5 alb. Für ein Taufbecken (Messing) würden 1638: 1 ff. 3 alb. verausgabt. Ein Pfund Lichter (Kerzen) für die Kirche kostete 5 alb. Die Anschaffung einer „Sanduhr", jedenfalls für den Kanzelredner, erforderte 1630: 4 alb., gewiß ein billiger Zeitmesser. Alljährlich mußte der Steinbacher Pfarrer, in der Regel nach Ostern und im Herbst, auf bem Convent zu Gießen erscheinen, wobei ihm ständig 1 ft. 3 alb. als Tagegelder aus der Kirchen- kasse bewilligt wurden. Den gleichen Betrag erhielt er, „als er zu Großen-Linden wegen eröffnung etlicher fürstlicher Büfelch gewesen", nnd falls er bei einer Kirchenvisitation anwesend sein Wußte. Bei einer einfachen Beorderung nach Gießen würden' 16 alb. „Zehrgeld" vergütet. Das Schreiben der „Castenrechnung" brachte dem Pfarrer jährlich durchschnittlich i/2 fl. ein. Bei Ab- hörung der Kirchenrechnung wurden für Bier Und Wein 1 ff. gut getan. Zu gleichem Zwecke wurde bei Einführung eines Pfarrers oder Lehrers 15 alb. bis 1 fl. bewilligt. Die Vcr- gebuilg der Kirchbauarbeiten wurde auch bei Bier und Wein gefeiert. So Würbest 1650: „mit dem Steindecker Verthan 22 alb., j als ihm das Kirchendach verdinget worden". Bei derselben Gelegenheit erhielt der Schreiner 2 fl. „wein Kaufs". Bücher wurden selten für die Bibliothek der Pfarrei angeschafft. Sie waren auch damals zu teuer. So kostete 1653 cinj Andachtsbuch: gründliche .Verteidigung der göttlichen Wahrheit H.D. Petri Haberkonis (Gießener Superintendent) 3 fl. 29 alb. j Für Einbinden eines Saalbuches erhielt der Buchbinder 20 alb' (1,60 Mk.), nach dem damaligen Geldwerte ein hoher Betrag. I „1 fl. 8 alb. würden dem G. Süperintendente vor eine Neu i Kirchen Ordnung gegeben." Die Unterhaltung des Kirchengebäudes nahm die Kirchenkasse I sehr «ft in Anspruch. Die Kirchen waren in den damaligen Kriegs- I Seiten sehr oft der Verwüstung ausgesetzt. Sie dienten häufig Äs Sagerftelten, Magazine und Lazarette. So erhielt bei einer I Kirchenreparatur im Jahre 1650 der Schreiner aus Sich allein I 17 fl. 18 alb., für Leim 18 alb., 1664 wurden verausgabt für I 800 „Gepacksteine" zum Pflastern der Kirche 8 fl. 24 alb Der Fuhrmann, der sie aus Gießen holte, erhielt 1 fl. 13 alb, während dem Maurer für das Legen der Steine 2 fl. 17 alb ge- Seben wurden. „Vor Knick, fa die Maurer zum Pflaster gebraucht 1 fl. 15 alb." Tie Kirchdachunterhaltungskosten bilden ständig j vorkommende Ausgabeposten. Für kleinere Ausbesserungen wurden I durchschnittlich 1 fl. bezahlt. Mehr Kosten verursachte die Repara- | im Jahre 1650, also unmittelbar nach dem Kriege, da für I Dachdeckerarbeiten Folgendes verausgabt wurde: „dem Stein- S decker 9 fl. 3 alb., für Nägel zum Dach (allein) 5 ft. 13 alb, W Schiefer stein 2 ft. 24 alb., einem geben müssen, so nach Gladenbach gangen (8 stündiger Marsch), die schieferstein zu Kausfen 20 alb., einem hotten geben, so die Nägel zu Eichelsdorf abgeholt 10 alb., dem Stcindecker fchloswein (wohl vom Schisscuberg) I 12 alb., zu Gladenbach einem man Setzerlohn 2 alb 2 Psg die I Schiefer zu laden 1 alb. 4 Psg." Das Anfahren werden wohl I Ortsbürger umsonst besorgt haben. 1664 erhielt die Steinbacher I Krcche einen Turm. Es heißt: „2 fl. 1 alb. dem Steindecker, I fo uewe arbeit an der Kirch und den Dorn gemacht. 10 alb' I 4 Pfg. vor dichte, so an den Kirchtorn gebraucht." Sehr streng wurde auf diq Sonntagsheiligüng und den Besuch des Gottesdienstes und der Bettage gehalten. Arbeiten am Sonn- ! tag, Versäumnis des GotteAdienstes, Fluchen' am Sonntag wurden I mit Geldbuß strafen belegt, die unter der Rubrik: „Zunahme von I Buß" hier und da mrfgesührt werden. So: 1624: „wegen I Fluchens am Sonntag Mich. Habel 4 alb., Heinr. Habel 4 atb, | H.^ Scherff 4 alb., Joh. Rischen 4 alb." „20 alb. Buß solcher, I daß sie die Predigt an Sonn- und> bettagen versäumt." , Vom ^ar 1627 bißero wegen Versäumnis des' Gottesdienstes Sontags arberten Und fahrten gestrafset haben müssen mit 4 fl. 21 alb." 1625: „Buß solcher so diß Jar die predigt des Son und bettags versäumt und gestraffet waren 2 fl. 20 alb." 1627, den 13. Fchr.; Nachbarn den bettag versäumt haben, müssen zahlen 18 alb." ,'Soh. ENler war am abent von Sich kommen voll die Soldaten Nnd Reuter agirt und geflücht ist gestraft worden 5 alb." Diese Bußgelder treten nur periodisch auf; später werden fiel gar nicht mehr aufgeführt. Jedenfalls ist diese Strafe mit Homonym. Hauptwort trägt besond're Kleider Und spricht fremd int deutschen Lande. Seitwort sehen wir beim Schneider m getragenen Gewände. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer Redaktion: I. B.: E. Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen'Universttäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange. Gießern G 0 L F 0 B 0 E L 0 R D F E D I