Donnerstag den 26. August s ■ Tfiijn kraQ @0 !7Twr4ÄS9f n? :aww;M Peter Nockler. Dre Geschichte eines Schneiders von Wilhelm Holz am er. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) - , du mich wieder ehrlich machen, Peter?" fragte letzt die Elise. „Ach Gott, Peter! Ist dein Lieb so groß? Könnt denn wirklich, dein Lieb so groß sein?" „Red nicht davon! Wir wollen's wieder gut machen, soweit s geht'— und ich — will dir gern Helsen!" Das Letzte war ein bißchen zögernd gesprochen worden. Fest drückte ihm die Elise die Hände. „Ach Gott, Peter! 's geht nur auf eine Art! Wie dankbar will ich dir sein, Peter! Ich will nichts sagen, aber du Nnrst's sehen, mein Leben lang." Da erwiderte er den Händedruck. Die Elise atmete auf. >,Dann müßten wir aber bald Hochzeit machen, Peter!" >,Ja," sagte er. Sie fiel ihm um den Hals und küßte ihn. „Verdient hab ich das ja nit, zu viel ist's zu viel! Aber 's ist das einzige. O, du bist so gut, Peter. Und ich hab dir so weh getan!" Sie weinte. Nun liefen die Tränen reichlich. Der Peter zog sie auf einen Stuhl. „Sei still jetzt, Elise!" bat er. Sie trocknete ihre Augen. „Ich kann jetzt nur weinen, Peter. Ich wollt dir lieber etwas sagen, alles, was ich auf dem Herzen hab.. Mer ich kann nur weinen. Und da totr-fr mir leicht däbei." Als die Elise wieder ruhiger geworden war, sagte ihr der Peter, was er vorhabe, und daß er schon seinem Meister aufgekündigt hätte. Dann besprachen sie, was zu tun sei, und beschlossen ölles, was jetzt das Nächste war. Rasch die Papiere von daheim., Der Peter sollte gleich hier die nötigen Schritte tun. Sie wollte Heimschreiben. Katholisch wollten sie sich trauen lassen. Und sie sahen auch gleich die Kirche vor- — draußen in Ignaz, wo sie niemand kannte. Der Elise war das recht, obgleich sie protestantisch war. , Dann schlich die Elise fort. Voller Dank, voller Güte, ergeben und sanft und ganz verloren in diese unerwartete Wendung. Sre war um viele Jahre älter geworden jetzt, und der Ernst des Lebens lag schwer auf ihr. Sie hatte rmt dem Schicksal gespielt, sagte sie sich, rind beinahe wäre sre zerschmettert worden. Gerettet, ganz gerettet war sie ja noch nrcht. Büßen würde sie ja müssen. Aber es war rhr tiefster Ernst — sie wollte büßen. Und nichts mehr fordern wollte sie vom Leben! Der Peter war allein. Es war ihm, als habe er geträumt. Er mußte sich an dre Stirne greifen. Er hob die Lampe in die Höhe. Ja, er war daheim, wär angekleidet, und hier durch die Tür, die noch klaffte, war vorhin die Elise geschlichen. Er sah sie noch, wie sie ganz zerknirscht und geduckt gegangen war. Es fiel ihm ein, was er ihr versprochen hatte. Und alles fiel ihm ein, was er damit auf sich genommen! hatte. Wre er jetzt vor den Leuten dastehen würde. Wie er alle Schuld, diese ganze fremde Schuld, aus sich! genommen hatte. Es kämpfte etwas in ihm. Es war ja gegen alle Vernunft. Kein andrer tut das. Er war ein Einfalt. . Aber dann sah er die Elise vor sich. Wie abgehärmt pnd armselig sie erst ausgesehen hatte. Wie verschämt sre erst gewesen war. Wie schön sie dann würde — und wahrend ihres Bekenntnisses wuchs. Ja, schön war sie! Eine andre Schönheit war's geworden wie die frühere. Die war leicht und flatterig gewesen. Die jetzt wür ernst ünd tief. Man sah ihr jetzt ihlre Leiden an. Und sie mußte schon viel gelitten haben. Ihr Fehler war ja gebüßt geradezu. Und wie ehrlich sie alles gestanden hatte! Sie war doch keine Gewöhnliche, keine Schlechte und Gemeine, ^hre Schuld war nicht ganz so groß. Der Nehers-Adam, der, der! Dieser schuftige Kerl, der trug sie. Er hatte das Mädchen betört. Er war der Kerl dazu. Und auch er selbst war ein bißchen schuld. Was war er auch so ein Stiller, Bedächtiger! Das war gerade das Unglück, daß die Elise so ein leichtes, lustiges Ding war unb bei ihm nie so ganz lustig hatte sein können, wie's ihre Natur forderte. Da hatte sie ja beinahe fallen müssen, da sie einmal in die rechten, schlechten Hände geraten war. Freilich, sie hätte sich nicht so weit vergessen dürfen. Den, „Dreher" hätt sie ja mit ihm tanzen können. Mer bannt wär's genug gewesen. Allerdings, wenn die Mädchen tanzen wollen. Und er war doch nicht dazu zu brauchen gewesen. Es war erne viel zu andere Art in ihm. Und gleiche so ein Kerl wie der Nehers-Adam. Er meint, jetzt sei ihm die Elise viel näher gekommen. Jetzt sei sre auch stiller und fester. Sie war ihm- lieber so. Frerlrch, daß sie's ans solche Art hatte werden miissen! Aber — er hatte ihr jetzt einmal das Versprechen gegeben, er mußte es halten. Er wollte auch. Er wollte die Elise nicht verderben lassen. Zu lieb war sie ihm dazu, zu fest ans Herz gewachsen, die langen Jahre all. würde sich schon alles einrichten lassen, und manches würde sich schon von selbst machen. Und die Leute mochten reden was sie wollten. Er wußte ja selbst am besten, was seine Schuld war! Was lag also daran! Wenn man auf die Leute hören wollte! Man muß vor sich bestehen können. Und klar und fest und ruhig war's in ihm. Er sah züm Fenster hinaus und lehnte sich weit vor. Der Himmel war ganz klar. Auf dem kleinen Streifen, — 530 — den er sehen konnte, stiMdey ein Paa» «lerne. Er sah lange hinauf. D-ctzrn klang wieder der schwere Schlag der Domuhr. Der Peter löschte sein Licht. Es war ganz! friedlich! in! ihm. * Aus dem roten Schilde am Hause des Michel Sieben war der alte Name ausgestrichen, und „Peter Nockler" war in kräftigen, schwarzen Buchstaben dafür geschrieben worden. In derselben Werkstatt, wo der Peter einst gelernt hatte, saß der Peter Nockler jetzt als Meister. Er hatte sich denselben Platz gewählt, den sonst der Meister Sieben gehabt hatte — ein wenig näher dem Fenster, und wenn er von der Arbeit aufsah, ging sein Blick ins weite Feld. Obstbäume standen da weithin, rechts unten im Wiesengrund die Mühle, links der Kirchhof, von dem er jetzt die ganze Mauer sah, längs des Kirchhofswegs hin, das große, eiserne Tor darin und den dunkeln Zypressenstmrd unten an der Ecke. Und der Peter sah manchmal auf und sah lange ins Feld hinaus und lieh die Nadel ruhen. Und träumte ins weite Feld hinaus. Peter Nockler bewohnte mit seiner Frau Elise den unteren Stock, !vo die Werkstatt war, der Michel Sieben hatte die zwei Stübchen im Kniestock inne, die nach- der Straße gingen. Hinten hinaus hatte er sich eine Küche einrichten lassen, und so lebte er in den wenigen Räumen ganz behaglich und konnte seine paar alten Tage noch genießen. Es war niemals laut in dem Schneiderhause. Ganz still waren die Jungen. Der Peter war überhaupt nicht zu Lautheiten veranlagt, die Elise hatte ihre Jugendmunterkeit eingebüßt. Sie litt. Und dazu kamen öfters die Schmerzen ihres Zustandes. Und immer war sie still. Der Peter war sanft und gut gegen sie, sorgte für sie junÄ tat ihr alle Liebe. Die alte Meisterin hatte bald den Zustand der jungen Frau erkannt. Und einmal, zwischen Tag und Dunkel, auf der Treppe, grad noch so im letzten Moment vorm Weggehen, fragte sie den Peter genau aus. Ms ihre Vermutung! bestätigt ward, kam fast etwas wie eine Freude über sie. Die Freude der Großmutter — so ähnlich war ihr Gefühl- Sie hatte ihrem Manne schon neulich gesagt, wie gut ihr die Elise als Hausfrau behage. Sie sei so freundlich und tüchtig- so flink und still. Sie sei keine „Tralatsch" und vergesse überm langen Reden ihre Haushaltung nicht. Und sie verstehe die Haushaltung aus dem Effeff. Alles sei blank und sauber bei ihr. Besonders hatte ihr gefallen, daß sie von der Elise einige Male um Rat gefragt worden war. Die Anerkennung der eigenen Tüchtigkeit, die der alten Frau darin lag, hatte ihr geschmeichelt, hatte ihr herzlich wohl getan. Sogar ein wenig stoH war sie darauf. Das setzte ihr die Elise in ein noch besseres Licht. Auch so gefällig war die junge Frau. Sie hatte ihr wiederholt bei schweren Arbeiten, die ihr, der Wien, nun doch xin wenig zu sauer geworden waren, ganz aus sreien Stücken geholfen. Und hatte ihtre Hilfe für alle Fälle angeboten und gebeten, daß man's ihr immer ungeniert sagen solle, wenn sie nötig wäre für etwas. Sie tu's gern, und es mache ihr einen rechten Spaß, der alten Meisterin was zu Gefallen zu tun. Jetzt, überlegte «aber die Mte, hatte sie's nötig, die junge Fran. Es mußte ihr jetzt manchmal beigestanden werden, mit einem belehrenden Wort, mit einer Erfahrung, mit -einem guten Trost. Und ihre Mutter wohnte da drüben im Odenwald, und sonst hatte sie ja gar niemand in der Gegend. Da war's zu allererst an ihr, Mütter zu sein. Auch sie war's ja einmal gewesen, junge Mutter, und Hatte ein werdendes Leben im Schoße getragen. Den Fehltritt der Frau hatte sie überhaupt vergessen, Und zudem war sie ja auch nicht ganz sicher, ob es da herrührte. Das Weib in ihr fühlte ganz nur das Weib in der -andern, Mutter zur Mutter, ganz instinktiv und- heiß und ehrlich Die Elise errötete ja, als ihr die Frau Sieben „davon" sprach. Aber bald verlor sich das. Schnell hatte sich das Vertrauen eingestellt. Und es wuchs immer mehr und wurde bald zu dieser innigen Vertraulichkeit, in der Frauen ganz vufgehen können und rein und ohne Scheu alles einander sagen, was ihr Geschlecht zu leiden hat und sie doch so ruhig macht. Von nun an besprachen die beiden jede Kleinigkeit miteinander und taten immer heimlich und glücklich. Denn ein Schimmer des Mutterglücks lag doch auf der Elise. Ein kleiner Schimmer war's freilich-, und- er wärmte sie umsomehr, wenn sie ihn einen Augenblick ganz fühlen konnte. Aber es war nicht das ganze, große und schwere, schmerzensreiche Mutterglück selbst. Denn dafür war die eine Bitterkeit nicht verwunden in chr. O, wenn der Peter der Vater des Kindes wäre, der Peter, der so gut und so ehrlich! und treu war und nie ein böses Wort, gar nie einen leisen Vorwurf gegen sie hatte, nur immer voller Besorgnis war und- Güte. Ach, wenn das nur nicht so arg an ihr nagte! Und immer ärger, je weiter die Zeit vorschritt. Sie sagte von diesem großen Leid weder dem Peter noch auch der Frau Sieben etwas. Das behielt sie ganz für sich. Mitten in Träumen und Sinnen fiel ihr das ein und schreckte sie auf und peitschte sie, daß sie hätte aufschreien mögen, davonlausen mögen, weit in die weite Welt. Oder ins Wasser. Ja, oft dachte sie, sie hätte doch ins Wasser gehen sollen. Der Peter war zu gut. Er hätte eine Bessere verdient. Selbst wenn ihre Meinungen auseinander gingen, wenn sie sich mal zanken mußten, er war doch immer gut gegen sie und voller Rücksicht. Drum fühlte sie sich nur noch viel schlechter ihm gegenüber. Sie lstitte sich die Haare ausraufen mögen. Mer sie blieb still. Sie verbiß alles, sie rang alles in sich nieder. Aber es fraß furchtbar an ihr. Es riß sie oft zu vollständiger Schwäche zusammen. Und sie weinte dann bitter! und schmerzvoll. Aber auch das heimlich. Denn es würde den Peter schmerzen und auch die alte Frau oben — ach-, und alle waren doch so gut gegen! sie. So mußte sie auch ihre Tränen verbergen, , (Fortsetzung folgt.) Mederlan-ische Kirmes. Bon Ostern bis in den November hinein hallen die Niederlande und Belgien von einem einzigen Rufe der Freude und Befriedigung wieder: Kirmes! Gewisse Schichten der Bevölkerung auf dem Lande wie in den Städten, haben nur einen Gedanken: Kirmes! Die Niederlande schmachteten in den spanischen Ketten und beugten sich unter österreichisches Joch; aber trotz der bösesten Gräueltaten und Unterdrückungen der Spanier, trotz der strengen Herrschaft der Oesterreicher, trotz der frechen Ausschreitungen der Sansculotten, klang zur gegebenen, Stunde der alles Ungemach im Augenblick vergessen machende frohlockend-ü Ruf durch die Mederlande: Kirmes! Sie den Holländern und Fläm-en nehmen, hieße ihnen das Herz aus dem Leibg reißen. Sie würden es eher auf eine Revolution ankommen, als die Kirmes unterdrücken lassen, die bestehen wird, so lange die Maas, die Schelde und der Rhein ihrs Wogen in die Nordsee senden werden. Und das ist natürlich: paart sich doch! in keiner anderen Rasse Ehrbarlichkeit, Frömmigkeit selbst und rastlose Arbeit mit einer so unersättlichen leiblichen und fleischlichen Genußsucht, der -aber das Beleidigende und die gute Sitte Verletzende genommen ist, weil diese Bölleret aus reinem Naturtriebe begangen wird. Der alte Spruch der Römer, daß „Natürliches nichts Schimpfliches sei", findet eine berechtigte Anwendung auf das materielle Leben der Niederländer, mögen diese Holländer oder Flämen fern. Während der Kirmes ist alles -erlaubt, mag sie in der Stadt oder auf dem Lande abgehalten werden; während der Kirmes wird! alles verziehen, und die Kirche sieht mit vielleicht scheelem/ aber nicht bösem Auge dieses Sündenleben ihrer gläubigen Schafe geduldig an — aus Furcht schon, unpopulär zü werden, wenn sie mit Strenge einschreiten wollte. Der Kirmestag löst alle Bande der Scheu, der frommen Sitte- und des Gehorsams. Ich möchte die Hausfrau sehen, die imstande ist, ihr Mädchen zurückzuhalten, wenn im Dorf Jahr?, markt ist. Das ist ein geheiligter, mehrtägiger Urlaub, der ohne Widerrede bewilligt wird. Und ist in der Heimat des dienstbaren Geistes zweimal im Jahre Kirmes, so reist die Dienstmagd -eben zweimal dorthin. Nicht etwa, uni ihren Burschen wiederzusehen oder um mit einem Augeu- blicksgeliebten umherzutollen. Nein, nur weil die Kirmes MH den großen Matsch- und Empfangs tag der ländlichen Familien darstellt. Wahrend der drei, vier Tage ihr« Dauer wird gebacken und gebraten, was das Zeug und der Geldbeutel halten — oder auch nicht halten. Jedermann! frißt sich hh man verzeihe den hier allein zutreffenden Ausdruck H— bei Jan und Hendrik durch und Jan und Hendrik mit Kind und Angebinde machen es ebenso bei Jeske und Pieter. Und wenn dann alt und jung bis oben heran voll und übervoll ist, dann wird auf die Kirmes gegangen, wo sich die „meulekes" — bei uns Karussells genannt — drehen, die Karabiner knallen und die Schaukeln wilde Schwingungen vollführen. Dort springen Cents und Gulden um die Wette, als hätte der liebe Herrgott von Flandern jedem Bauern Und Tagelöhner ein unerschöpfliches Geldspind verehrt. Vormittags Prozession, abends Sabbät- Treiben >— aber immer lustig und obenauf: es kann ja nicht genug Geld kosten! Wir besitzen in den Bildern von Rubens, Deniers und anderen flämischen Meistern packende, fast geschichtliche Dokumente von niederländischen Kirmes- tagen. Soviel Humor und Realistik diese Maler auch an ihre Bilder gewendet haben mögen — der Uebertreibüng kann man sie kaum zeihen. Zivilisierter, etwas manierlicher geht es vielleicht heutzutage auf der Kirmes in Belgien Und Holland zu. Aber der Geist ist geblieben, Völlerei und Uebermut ebenfalls; kaum daß die Szenerie etwas gewechselt hat. Psychologisch läßt sich das Wesen der niederländischen Kirmes damit erklären, daß das dabei herrschende Ungebundensein am schlagendsten dem ununterdrückbaren Frei- heitssinn der Flämen entspricht. Der ernste und sittenreine Josef II. hatte es versucht, an der geheiligten Ueberlieferung der Kirmes M rütteln. Er hätte kein unglücklicheres Mittel wählen können, um das Regiment der Oesterreicher in den Niederlanden verhaßt zu machen. Was nun die Jahrmärkte in den großen Städten Hollands Und Belgiens betrifft, so muß man hier nicht nur die Kultur- und ethische Frage in das Auge fassen, sondern jauch den wirtschaftlichen Standpunkt. Und dieser fällt Ungemein erschwerend in das Gewicht. Man beschwichtigt die Einwände und das Gewissen derer, die für die Abschaffung der in den Städten wochenlang dauernden Kirmessen sind, damit, daß der cm§ den Standmieten und so fort sich ergebende, bis in die vielen Tausende gehende Reinertrag wohltätigen Anstalten zugute kommt; auch der Erziehung der Schaubudenbesitzerkinder, die, weil sie 9 Monate im Fahr von Ort zu Ort rollen, sich- natürlich herzlich, wenig um den Unterricht ihter Nachkommenschaft kümmern können. Wiegen gb« diese Vorteile einzelner und einzelner Anstalten die Ungeheure materielle Schädigung auß die die breiten Massen der Bevölkerung durch die Kirmes erfahren ? Man braucht nur an Sonntagen öder abends einen Gang durch die Kirmes einer großen Stadt in den Niederlanden zu machen, um einen Begriff zu bekommen, welch ungeheure Summen hier für geistlose Vergnügungen und für Essen und Trinken ausgegeben werden! Aus wessen Taschen nun fließen neun Zehntel dieser Gelder? Aus denen der Reichen sicher nicht! Aber da hilft kein Reden, kein Predigen. Der Fläme muß seine Fettkuchen und gebackenen Kartoffeln, seine Muscheln Und geräucherten Aale, seine sauren Gurken, süße Melonen Und „beignets" inmitten des Gekreisches der Ausrufer, der Kakophonie der Orchestrions, des betäubenden Lärms und Gestanks dieses Jahrmarktstreibens alle Jahre von neuem jessen Und dazu Ungezählte Gläser Biers und Genevers durch die Gurgel jagen. Was ist gegen solche unvernünftigen Ksnder auszurichten? Nichts; sie müssen ihren Willen haben. Vermischtes. ' ' * Dis Eröffnung der Mont Blänc-Bahw Dis ersts Strecke m dem Whnen Werke moberner JNgeuieurkuNst, der Bahn, die durch Fels, Stein und Eis sich den Weg bahnen soll bis zum Gipfel des höchsten Berges Europas, des Mont Blanc, ist NUN vMeudet. Am 27. Juli, um y212 Uhr vormittags, ward M dem kleinen Bahnhof viost le Fahet das Abfahrtzeichen gegeben Und der erste Zug der neuen Bergbahn begann keuchend seinen Aufstieg zu Heu Mpenricseu. Viels Jahre haben dis Männer der modernen Technik in stiller Stube gerechnet und gearbeitet^ ehe stei dazu schreiten konnten, den kühnen Wan in die Wirklichkeit Umzusetzen. _ Ursprünglich batten Projekte bestanden, die die Bahn- strecke sogleich in das Innere ,der Berge hineinführen und so emevöllig gedeckte Linie bis zum Gipfel schaffen wollten, dis aalchsm Wmter fahrbar wäre. Aber nach sorgsamen Erwägungsst entschloß srch der Unternehmer Duportal, so stihrt E. Mugniot in der Nature aus, den größten Teil der Strecke ins Freie zu verlegen, um den Reisenden die erhabenen Schönheiten der Alpen! verbergen. , Man mußte einen Weg wählen, der dis südliche Sonne empfing, also im Sommer schneefrei wurde und' dK zugleich die mannigfachen Gefahren der Gebirgswelt möglichst verringert. So entschied man sich für die rechte Wand des! Bronnasiah-Tales; bis weit hinauf zur Aiguille-du-Goüter emp- wstgt dre Linie das südliche Sonnenlicht, die Schneentassen schmelzen früh dahm und von Juni bis September werden die kleinen Lokomotiven Bewunderer der Alpenschönheit zu den Bergen empor- fuhren. Bis Col de Boza, bis zu einer Höhe von 1700 Metern, ist der BaN jetzt vollendet. Emile Berr hat an der denkwürdigen erst«i. Fahrt dieser neuen Zahnradbahn teilgenommen und gibt rm Figaro eine anschauliche Schilderung seiner Eindrücke. „Drei Zuge gehen ab, je zwei Wagen, die bald das Dorf Fayet hinter sich lassen und an der Zahnradschiene emporklimmen. 7y2 Kilometer haben die kleinen Lokomotiven vor sich, herbe Steigungen', die bisweilen auf vier, Meter eine Steigung von einem Meter erreichen. Die Lokomotiven finb hinter die Züge gekoppelt; totitn1 bet starken Steigungen ihr Keuchen sich verstärkt, überkommt einem fast der Eindruck Menschlicher Anstrengung. Den Reisenden wer nimmt schnell die Schönheit der Bergwelt gefangen. Glesch nach Verlässen der Felsschluchten taucht vor dem Blicke das an- wNtlge Arvetal. auf, dann Saint-Gervais mit seinen bunten fröhlichen Villen, die sich im Grün Nm den kleinen Kirchturm drängen. Bald aber breitet sich in der Tiefe ein neues herrliches Bild: das Bonnant-Tal. Nach der Station Saint-Gervais kommt MotivoN. Das kleine Dorf ist in buntem Festestrubel und um den funkel- Nagslneuen Bahnhof schären sich die Feierlustigen, um die zu sehen, die „von uNten" wmmen. Nach kurzem Halt geht es weiter. Unter uns beugen sich "wie grüßend Felder mit Alpenrosen vor dem Winde. Und jetzt sieht man ihn vor sich, den Mont Dorchet; stine weißen Firnen zeichnen sich schärf ab vom bläuen Horizont. Der kleine Zug windet sich vorwärts, zur Rechten sieht man das Glacier von Bionnassah. Dann eine Strecke, wo der Zug über einW Hochfläche gleitet; zu unseren Füßen liegt Chamonix, tief unten; rings eine unbeschreibliche Sinfonie von Grün und Weiß. Col do Voza ist erreicht. Hier, in der Höhe von 1700 Metern, ist der letzige Endpunkt der Linie. Bis hierher durchmißt die Bahn verhältnismäßig wenig steile Bergabhänge; die Landschaft zeigt noch Vegetation. Vor einem liegt jetzt die erste große Gesamtansicht der Mont Blänc-Basis und leicht kann der Reisende den benach- Harten Gipfel dos PriarioN erreichen. Aber schon haben die Arbeiten an der Fortführung der Strecke begonnen. Sie wird bei Chalet de Bellevüe in einer Höhe von 1812 Metern die Waldgrenze hinter sich lassen und dann der Südseite des Mont Lachat mit anfangs mäßiger Steigung folgen. Hier türmen sich die Schwierigkeiten. Bis Tste-Rousse sind häufige Bergrutsche zu befürchten; es gilt, die Strecke zu decken; in Galerien wird sie sich hineinwindöni und zahlreiche künstliche Wasserabläufe werden den Abfluß des Gletscherwassers ermöglichen, ohne daß, der Bahnkörper beschädigt wird. Die Steigungen mehren sich, in vielfachen Windungen strebt die Bahn aufwärts, bis endlich Tste-Rousse mit seiner Höhe von 2230 Metern erreicht ist. Von hier aus beginnt der gewaltigjü Tunnel, durch den die Bahn sich bis zur Aiguille-du-Goüter emporwindet. Zahlreiche' senkrechte Schächte ermöglichen die Ventilation, bisweilen kreuzt die Linie eine Art Balkon, der herrliche Ausblicke gewähren' wird; ja, man hat sogar daran gedacht, an einem dieser Balkons eine besondere Station aNzulegen. Die Station Aiguille-du-Goüter ist an der östlichen Seite des großen Gletscherfeldes vorgesehen, das. sich vom Dome-du-Goüter abwärts erstreckt. Dies ist die' zweite Strecke, an der bereits gearbeitet wird. Diü dritte wird dann in einem einzigen riesigen Tunnel bis Unmittelbar zur Spitze des Mont Blanc emporführeu. *Ausden Erinnerungen eines Automaten. Als Napoleon 1806 in Berlin einzog, befahl er auch, daß ihm der berühmte schachspielende Automat vorgeführt werde, den der ungarische Finanzrat de Kempelen konstruiert hatte, um die Kaiserin Maria Theresia zu erheitern. Diese Maschinerie, Wohl der berühmteste Automat, der je vorhanden war, stellte einen lebensgroßen Türken dar, dessen rechter Arm auf einem Kasten ruhte, während der linke eine lange Pfeife hielt. Der Türke saß auf einem reich drapiertest Sessel, so daß nur ein Teil für einen Spiegel frei blieb, durch den man das äußerst komplizierte Räderwerk sehest konnte. Bor dem Automaten war ein Schachbrett angebracht, auf dem nun der Türke mit jedem beliebigen Gegner eine Partie Schach spielte. Bei der Vorstellung wurde dep Apparat einen Augenblick geöffnet, um zu zeigen, daß niemand in dem Kästen wäre, und dann begann die Vorstellung, bei der der automatische Schachspieler nach dem Zuge des Gegners langsam den Arm ausstreckte, zu überlegest 532 schien und dann seinen Zug machte. Hatte der Gegner Mhhi gespielt, dann schüttelte die Figur den Kopf und nahm den Stein; kamen allzuviel Fehler vor, so warf sie Wohl auch das ganze Spiel um. Kempelen zog mit feinem schachspielenden Türken durch die ganze Welt; meist war dieser siegreich, wurde aber auch von ausgezeichneten Schachmeistern besiegt. Schließlich kaufte Friedrich der Große den Automaten, der ihm außerordentlich gefiel, aber nach dem Ankauf kümmerte er sich gar nicht mehr um das einzigartige Spielzeug und ließ es in einem Wiykel seines Palastes verstauben. Dort fand man den Türken, als Napoleon ihn zu sehen wünschte. Kempelen war tot und so wurde er von dem Uhrmacher M-älzel wieder her- gestellt. ,9cnn tzegann eine neue Aera des Ruhmes für den Automaten, der in der wundersüchtigen Zeit der Romantik gewaltiges Aufsehen erregte und viele kluge Köpfe mit seinem Rätsel narrte. Poe z. B. hat diesem Phänomen einen langen Aufsatz gewidmet, in dem er äußerst scharfsinnig das Problem zu lösen suchte. Man weiß heute, daß das Ganze ein sehr geschickt inszenierter Betrug war; in dem Kasten des Automaten befand sich ein Mann, der für den Tiirken spielte und durch den Spiegel das Schachbrett des Gegners beobachten konnte. Sobald der Kasten vor der Vorstellung geöffnet wurde, kroch er in einen engen Geheimraum. Kempelen hatte einen Gehilfen namens Raucourt gehabt; der Komplize Mälzels wurde ein gewisser Mouret, der später seine Erinnerungen ausgezeichnet hat, aus denen Paul Ginisty im Journal des Dsbats allerlei mitteilt. Mouret war früher Schauspieler gewesen und war ein geschickter Schachspieler. Er erzählt voll Stolz, wie er in dem Automaten mit Napoleon gespielt hat und den Sieger auf so vielen Schlachtfeldern auf dem Schachfelde besiegte. Napoleon wurde über diese Niederlage so wütend, daß er den Automaten zertrümmern lassen wollte, und nur ein Kniefall Mälzels rettete den Türken und seinen Insassen vor dem Verderben. Der Prinz Eugen Beauharnais war so entzückt von der Maschine, daß er sie für 30 000 Lire kaufte, aber sein Entzücken schwand, als ihn: Wälze! nun das Geheimnis mitteilen mußte. Wie für Friedrich den Großen hatte auch für ihn der Türke jeden Retz verloren und er gab Mälzel für die Hälfte des Kaufpreises den Türken zurück. Lange noch wurde das Geheimnis vor dem erstaunten Publikum bewahrt. Einmal wäre es beinahe verraten worden, denn ein eifersüchtiger Quacksalber, dem das Erscheinen des Türken in einer kleinen deutschen Stadt den ganzen Verdienst vernichtet hatte, schrie plötzlich während der Vorstellung: „Feuer!" Eine allgemeine Panik brach aus und dem eingeschlossenen Mouret gelang es, mit Anstrengung aller Kräfte aus dem Kasten herauszukommen. Doch die verwirrten Zuschauer hatten genug mit sich selbst zu tun und achteten nicht viel auf den Automaten, zumal Mälzel noch die Geistesgegenwart besessen hatte, den Vorhang herunterzulassen. Endlich- wurde der Automat nach Amerika verkauft und hier fand nach weiteren Triumphen die öffentliche Enthüllung des Wunders statt, wozu Poes Erklärung nicht wenig beitrug. * Theaterloben in China. Von dem Theaterleben! int fernen Osten und der Theaterleidenschaft der Söhne des Himmels entwirft ein Franzose, der jahrelang im Reiche der Mitte geweilt hat, im „Gil Blas" ein fesselndes Bild, das zeigt, mit welcher Begeisterung die Chinesen von Jugend auf zu der Welt des schönen Scheins sich hingezogen fühlen. Die Freunde des Friedens und des Gedeihens, so haben schott die alten chinesischen Historiker die Schauspieler genannt, die von der Küste des Gelben Meeres bis zu den entlegensten Dörfern der Mandschurei Nnd den vielen unwegsamen Gebirgen des Altais das Volk erbauen und belustigen. Bei allen Festlichkeiten spielt das Schauspiel eine wichtige Rolle; der Mandarin, 'der sein Amt antritt, der Groß- kausmann, der sein Geschäftshaus eröffnet, der reiche Vater, der die Geburt eines Sohnes feiert, sie alle vergessen nicht, sofort Nach den Schauspielern Ausschau zu halten, um ihren Angehörigen. Bedienten und dem Volke eine Unterhaltung zu bieten. Bei großen Banketts öffnet sich nach dem ersten Gange die Türe und ein reich gekleideter Sch!äuspieler überreicht dem Ehrengäste das Repertoire der Truppe, damit der Gast bestimme, was gespielt werde. Aber am deutlichsten äußert sich die Theaterleidenschäft der Chinesen in den öffentlichen Vorstellungen. In größeren! Städten stehen besondere Häuser für die umherziehenden Schauspieler leer, in anderen Städten werden rasch hölzerne Baracken, errichtet, um als Musentempel zu dienen. Im Genüsse der Kunst verwischen sich bann die Standesunterschiede und zwischen den Privilegierten, den Mandarinen und Schriftgelehrten, die ihre reservierten Plätze! haben Md bezahlen, und dem Volke entwickel sich ein ungezwungener Verkehr. Oft kann man hören, wie ein Kuli dem Mandarin zunickt und eine beifällige Aeußerung über das Spiel macht, die der hohe Beamte dann durch eilt kleines Geschenk, eine Tasse Tee oder einen Leckerbissen erwidert. Von der primitiven Bühne herunter kommen buntgekleidete Schauspieler in ihren Kostümen, Um plaudernd die Tasse Tee zn genießen, zu der irgend ein Bewunderer sie eingeladen. Bei den Klängen des für europäische Ohren furchtbaren chinesischen Orchesters nimmt inzwischen auf der Bühne das Drama seinen Gang. Alle Frauenrollen werden von Männern dargestellt. Klassische Werke, deren Stoff meist der alten Mythologie entstammt, werdeit gespielt, daneben realistische Komödien: alle Scherzworte und Anspielungen werden mit frenetischem Jubel begrüßt. Die lebhafte Phantasie des Chinesen ergänzt 'die mehr als primitiven! Bühnenbilder. Ein Tisch, ein Bett, zwei oder drei Stühle, das ist die Szenerie. Andere Requisiten sind überflüssig. Wenn auf der Bühne ein grimmer Ritter mit struppigem Schnurrbart sein Streitroß besteigen will, braucht ihm kein Diener ein Pferd zu bringen: er hebt den rechten Schenkel, setzt die Füße in eingebildete Steigbügel und trabt über die Bühne; das Publikum sieht ihn! nun auf feurigem Hengst im Galopp dahinsprengen. Der Feldherr, der eine Stadt in Brand steckt, entzündet nur ein« Fackel und nähert sich unter furchtbaren Grimassen der Rampe; das Publikum weiß, daß nun die Flammen in der ganzen Stadt tmiten und die unglücklichen Bewohner vernichten. Ein Schauspieler hält in der Hand zwei viereckige Stosfstücke mit vergoldeten Strahlen und das Publikum bewundert den mächtigen Mandarin, der in prunkvoller Sänfte dahingetragen wird. Aber wenn hier eine leicht angeregte Phantasie die arme Wirklichkeit mühelos zum farbenreichen Bilde wandelt, gibt es doch auch einen chinesischen Buhnenluxus: die Kostüme. Hier entfaltet sich üppige/ orientalische Pracht, kostbare alte Rüstungen glänzen, prachtvolle vielfarbige Seidenfahnen werden entfaltet, hinter reich gearbeiteten phantastischen Masken treten Verbrecher auf und entfalten ans der Bühne in wilden Kämpfen eine Körpergewandtheit, die hinüber greift zn meisterhafter Akrobatik. Bilderreiche Worte entströmen dem Munde der Darsteller; am höchsten aber-ist der Jubel, wenn in realistischen Sittenkomödien der Uebermut der chinesisch-en Schauspieler aufschäumt und sich in grotesken Improvisationen entladet, die immer von nettem brausenden Beifall entfachen. * Von d er amerikanischen S e kund ärb ahtt. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat, genau tote wir, Eisenbahnen, die den Witzblättern -guten Stoff liefern. In Newyork erzählt man sich gegenwärtig zwei närrische Geschichten, die die idyllischen Zustände der Erie-Eisenbahn kennzetchnen: Eines Tages bestellte ein Reisender im Speisewagen der Erie-Bahn ein paar gekochte Eier. Der Kellner kam jedoch sogleich achselzuckend zurück und erklärte, der Koch könne Eier nur kochen, wenn die Eisenbahn hielte — die Strecke sei so holperig, daß Eier im Kochtopfe sogleich zerbrechen würden. — Ein anderer Reisender ärgerte sich über alle Maßen über die geringe Geschwindigkeit, mit der das „Bähnele" fährt. „Wie weit," fragt er den Schaffner, „haben wir noch bis zur nächsten Station?" — „50 Meilen," war die Antwort. —• „Wie lange fahren Sie denn schon auf dieser Strecke?" — „O, gerade 25 Jahre!" — „Dann ist dies also Ihre zweite Reise?" * Fatal. „DuMme Geschichte — jetzt fängt das leichtsinnig^ Leben wieder von vorn an! Hab meinem Schwiegervater irü- tümlicherweise fünfzigtausend- Mark Schulden zu viel gebeichtet." * Reflexion. Bettler: „ . . . Immer schlechter werden die Zeiten! . . . Bier Wochen hab ich nur gekriegt! . . . Jetzt müß man schon einen umbringen — um den Winter über vep- sorgt zu sein!" - J Zitaten-Rätsel. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, sa daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. 2. Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir! 3. Das^Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. 4. Ein Tor ist immer willig .... 5. Welch' Schauspiel I aber ach! ein Schauspiel nur. 6. Was dem Manue das Leben Nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben. 7. Es ist unser Binder, Fleisch nnd Blnt. 8. Versunken und vergessen! Tas ist des Sängers Fluch. 9. Sein Mut erstarb, schwach ward sein Arm. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Weber, Weser. Redaktion: I V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,